Würdet ihr freiwillig beim Jobcenter arbeiten?

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Buerosklave

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Nenne mir mal ein paar Länder in denen Bewerbungsfotos verboten wären ?

Verboten wohl eher selten,aber unüblich. In den USA zum Beispiel ist es unüblich. Dort wollen AG auch gar keine Infos zu Aussehen, Hautfarbe oder Alter haben, weil sie sich dadurch der Gefahr einer Diskriminierungsklage aussetzen, wenn sie so einen Bewerber ablehnen. Die Folge: in US-Firmen findet man auch im Kundenkontakt eher mal Leute, die eben nicht aussehen,als seien sie von Heidi Klum persönlich ausgesucht worden.
 

Gaestin

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Bewerbung mit Foto wird normalerweise aussortiert und Geburtsdatum wird nicht angegeben. Da zieht der eventuelle Arbeitgeber oft einfach 18 Jahre vom Datum des Schulabschlusses ab sofern es kein GED ist.
 

HermineL

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Gerne USA und Großbritannien zum Beispiel
Dachte ich es mir doch.
Es ist natürlich nicht verboten dort Bewerbungsfotos zu nutzen sondern nur unüblich. Umgekehrt gibt es eben dort auch keine Pflicht für Bewerbungsfotos ganz genau wie bei uns.

Verboten wohl eher selten,aber unüblich.
Genau.

Bewerbung mit Foto wird normalerweise aussortiert und Geburtsdatum wird nicht angegeben.
Das ist aber etwas anders als das es verboten wäre.
Aber du behauptest explizit Deutschland wäre eines der wenigen Länder in denen Bewerbungsfotos nicht verboten wären.
Ehrlich gesagt kenne ich kein einziges Land in dem diese Fotos explizit verboten wären.
 

Gaestin

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mir bitte glauben, habe ich selbst dort erlebt, Bewerbungen mit Fotos sind nicht erwünscht und werden neben hingelegt man möchte sich nichts von der Behörde vorwerfen lassen.
 

HermineL

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mir bitte glauben, habe ich selbst dort erlebt, Bewerbungen mit Fotos sind nicht erwünscht und werden neben hingelegt man möchte sich nichts von der Behörde vorwerfen lassen.
Nee tue ich nicht denn offensichtlich ist dir der Unterschied nicht bewusst wann etwas verboten ist und wann etwas unüblich ist. Das sind zwei grundlegend unterschiedliche Dinge.

Persönlich habe ich zwar zu den USA keine direkten Erfahrungen aber zu UK schon denn dort habe ich einen Teil meiner Lebenszeit verbracht. Es ist so das dort in der Regel die Bewerbungen keine Fotos haben aber wenn eine Bewerbung eines enthält ist dies nicht nachteilig für den Bewerber und verboten schon gar nicht.
 

Gollum1964

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Bewerbung mit Foto wird normalerweise aussortiert und Geburtsdatum wird nicht angegeben. Da zieht der eventuelle Arbeitgeber oft einfach 18 Jahre vom Datum des Schulabschlusses ab sofern es kein GED ist.

Gaestin,

spätestens beim Vorstellungsgespräch kommt das Alter aber trotzdem raus. Dann sind der Diskriminierung wieder Tür und Tor geöffnet.
 

Gaestin

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Klar, es ist vorher auch klar wegen der Schule aber es ist halt so üblich. Man muss es ausländischen Arbeitgebern nur erklären. Auch dass es normalerweise keine schriftlichen Zeugnisse gibt.
 

Gaestin

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Entschuldigung general educational development nur USA das sind Tests für Leute ohne high school Abschluss gleichwertig zum high school Abschluss kann man machen wenn man früher von der Schule musste. In England kann man die abi fächer einzeln extern nachholen. 4 meistens. Und oft werden diese Leute gern genommen weil sie sich ihre Chancen erkämpft haben.
 

Teutates

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Der Kunstprofessor hat bei der Erstellung von Bewerberfotos mitgewirkt und Bewerber in ein besseres Licht gesetzt.
Wenn der Bewerber dann beim Vorstellungsgespräch erscheint, hat er aber dann kein besseres Licht mehr.
Das wäre dann also "arglistige Täuschung".
Genau, wie das Frisieren der Bewerbungsunterlagen.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Deutschland ist eins der wenigen Länder wo Bewerbungsfotos nicht verboten sind. Aus Gründen der Diskriminierung.
Nach dem Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist seit 2006 ein Bewerbungsfoto nicht mehr Pflicht.
 
Zuletzt bearbeitet:

JobcenterAffe

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Das wäre der Fall, wenn die 1 Mio offener Stellen besetzt wären. Sind sie aber nicht.
Mathe 6, setzen!
Wer sagt überhaupt, daß die 1 Mio. Stellen stimmen? - Abzuziehen sind aus der Jobbörse...
a) die Doppelanzeigen von verschiedenen Leihklitschen, die sich aber auf ein- und dieselbe Stelle von der ausleihenden Firma beziehen,
b) die Fantasiestellenanzeigen, die sich Leihfirmen nur ausdenken, um ihren Bewerberpool gut gefüllt zu halten,
c) die Altanzeigen von Stellen, die schon längst besetzt sind, aber von der ausschreibenden Firma vergessen wurden zu löschen. Von den 100.000 Beschäftigten bei der Arbeitsagentur ist ja scheinbar kein einziger dafür abgestellt, da mal telefonisch nachzuhaken,
d) gibt wohl noch etliche andere Statistikkorrekturen nach unten, die mir nur noch nicht aufgefallen sind.
 

Admin2

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Das alles schließt meine Überzeugung, dass es Situationen gibt, in denen eine Sanktion gerechtfertigt sein kann, aber doch nicht aus.

So gesehen hört sich das durchaus richtig an. Der Denkfehler steckt jedoch im Detail. Keinerlei Sanktion ist dort rechtfertigbar wo sie das Existenzminimum betreffen, sonst könnte man auch "Arbeitsverweigerern" in den Gefängnissen die Nahrung etc. entziehen.

Das weitere Problem ist, dass Leistungsberechtigten im SGBII nicht etwa zuvor etwas zugestanden wird, das motiviert und im Fall der Fälle auch wieder aberkannt werden kann, man gesteht den LB von Anfang a,n zum Bestreiten des normalen Lebens, nur das Minimum zu und will das dann auch noch mindern wenn nicht nach gewissen Pfeifen getanzt wird.

Dieser Umstand wird gerne ignoriert, ist aber wesentlich.
Dass derlei von am System partizipierenden eher nicht wahrgenommen wird liegt in der Sache. ;)
 

isso

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Dieser Umstand wird gerne ignoriert, ist aber wesentlich.
Und wenn man nicht ganz abgestumpft ist, lässt einen das (Sanktionen, Verwehren von Leistungen, die notwendig wären, aber nicht abgedeckt sind) auch als Sachbearbeiter nicht immer kalt.

Ich habe einen anderen Kanal für mich gefunden damit gut umzugehen und zwar mich aus einer Sozialwissenschaftlichen Sicht damit zu befassen, ob es das Machtgefälle ist, Zusammenarbeit unter Zwang (Mitwirkungspflichten suggerieren ja keine freiwillige oder nur annähernd "partnerschaftliche" Zusammenarbeit), gesellschaftliche Gleich- bzw. Ungleichbehandlung, gesellschaftliche Wurzeln von Sanktionen (die übrigens weit weit weit vor der heutigen Zeit liegen und bis in die Antike reichen, sowie kulturell-religiös geprägt sind)

Man ist auch nicht immer abgestumpft. Manchmal fällt es aber auch schwer nicht mal aufzuzeigen, dass es ein bis hierhin und nicht weiter gibt. Denn es gibt auch Kunden, die Sachbearbeiter gerne als emotionale Fußabtreter und persönlichen Boxsack benutzen für Beschimpfungen, Bedrohungen, rassistische und sexistische Äußerungen.

Aber jeder ist anders und hat auch andere Mechanismen entwickelt oder durch langjährige Berufspraxis eine andere Distanz. Den Beruf kann man nicht lange ausüben, wenn man die Kunden und ihre Beschimpfungen, Angriffe, Schicksale und Probleme und mögliche Ungerechtigkeiten mit nach Hause nimmt. Man braucht einen gewissen Panzer und manchmal stumpft man auch ab.

Ein andere Aspekt hängt mit der folgenden Aussage zusammen. Mir hat die Tage eine polnische Kundin folgendes gesagt "Ich weiß nicht, ob sie das wissen, aber wir Polen arbeiten hart und wo arbeit ist, da arbeiten wir. Wir sind uns für nichts zu schade. Soll ich Ihnen sagen warum. Bei uns in Polen gibt es nur ein Jahr Arbeitslosengeld. Danach hat man entweder Arbeit oder nichts."

Das soll nicht heißen, dass die Menschen in Deutschland faul sind. Wir haben hier ein (wenn auch an einigen Stellen löchriges) Auffangnetz, dass seine Berechtigung hat, damit es das "nichts" nicht gibt. Sicherlich ist es knapp bemessen, aber die Konsequenz, wenn das Sozialsystem am Ende besser ist als der Arbeitslohn, zeigt sich seit Corona in England und Australien. Als Arbeitgeber wieder öffnen durften und ihre Mitarbeiter zur Arbeit aufforderten sind sie teilweise von ihren Mitarbeitern angefeindet, bedroht und beschimpft worden, weil Sie finanziell mehr davon hatten Corona Sozialleistungen zu beziehen, als zu arbeiten. Und das in Jobs, die auch gemessen an den Lebenshaltungskosten vorher schon nicht schlecht bezahlt wurden. Ich persönlich bin der Meinung, der Anreiz zu arbeiten sollte immer noch größer sein, als die Zufriedenheit mit den Sozialleistungen.
 

Admin2

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Ich kann deine Ausführungen gut nachvollziehen.
Der Hinweis mit der Kundin allerdings zeigt wie kleinlich rückwärtsgewandt die Denkweise vieler noch immer ist.
Sicher kann ich alles durch Verbreiten von Angst, Gewalt und Unsicherheit erreichen, mit Gewalt oder Entzug ist auch Kindererziehung ganz "einfach".

Die Krux bei beidem ist jedoch dass ich mit dem Vorgehen in der Kindererziehung Psychopathen und andere Menschen heranziehe, die dann später ebenfalls auf die erlernten "Methoden" zurückgreifen. So aber entwickelt sich eine Gesellschaft insgesamt immer in die falsche Richtung und am Ende dieser Entwicklung stehen wieder Gewalt und Not.

Man kann sowohl bei Kindern, wie auch im Hinblick auf die Gesellschaft die sich letztlich aus diesen ergibt, alles auch auf der Basis von Freiwilligkeit erreichen, was auch nötig ist um die Gesellschaft und damit Menschheit insgesamt von diesem ewig kleinlichen Kreislauf aus Krieg und Zerstörung, gefolgt von einer Phase des Aufbaus und Demut, hin zu etwas bewegen das, insbesondere im Hinblick auf eine immer mehr wachsende Weltbevölkerung, dringend nötig ist.
Zusammenarbeit und ein Denken nach vorn, zusammen mit anderen, nicht gegen andere.
 

isso

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Die Krux bei beidem ist jedoch dass ich mit dem Vorgehen in der Kindererziehung Psychopathen und andere Menschen heranziehe, die dann später ebenfalls auf die erlernten "Methoden" zurückgreifen
Ich habe keinen Plan, wie du von meinem Beitrag auf Psychothen oder Kindererziehung kommst. Das finde ich auch nach dem Beispiel der Kundin für weit hergeholt.

Ich weiß aber auch nicht, ob du mich nur falsch verstanden hast. Es ging nicht darum zu sagen, dass wir es hier doch so super haben gegenüber z.B. anderen europäischen Ländern, dass es keine Veränderungen braucht oder andere Mechanismen (in Zusammenhang auch noch mal meine Aussage zu den Mitwirkungspflichten). Aber (um bei den Kindern zu bleiben) wie sind auch nicht 24/7 ein Leben lang auf der Kirmes.
 

Buchfan

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Ich hatte mich vor einem Jahr auch beim JC auf eine Stellenausschreibung hin gefundene Stelle beworben.Weniger deswegen, weil diese Arbeit meine absolute Wunschstelle wäre, sondern eher, weil ich ganz egoistisch dachte, dass ich es gut fände, die letzten Jahre bis zur Rente ein sicheres Auskommen zu haben.

Lange habe ich keine Antwort bekommen, dann irgendwann eine Ablehnung. Wenn ich mir meine Vita so angucke, wundert mich das auch nicht so sehr. Pädagogik, Deeskalationsstrategien und Beratungskompetenz ja, aber null Verwaltungskrams und keine herausragenden Computerkenntnisse.

Damals dachte ich noch, wäre doch mal was anderes, wenn jemand von der Gegenseite mit im Boot sitzen würde. Heute denke ich, gut, dass es nicht zu einer Anstellung gekommen ist. Die Ansprüche sowohl von außen als auch von mir selbst wären hoch gewesen. Und ich hätte mich womöglich sehr schnell in einer Überforderungssituation wiedergefunden.

Dazu gehöre ich nicht zu dem Typ Mensch, die Punkt 16 Uhr den Griffel fallenläßt und die Örtlichkeit mitsamt den Kunden verläßt. Ich nehme Probleme und Konflikte durchaus mit nachhause. Es geht schließlich um menschliche Schicksale, da kann ich nicht anders. Zur Verarbeitung muß ich dann zuhause "Psychohygiene" betreiben, d.h. ich muß mit meinen Gefühlen arbeiten und aktiv (in meinem Fall) Yoga praktizieren. Ganz schön aufwändig für eine TEilzeitstelle.

Und die Personaler haben vermutlich anhand meiner Zeugnisse und der Vita erkannt, wie ich "ticke" und sind auf Distanz gegangen. Menschen, die (selbst)kritisch arbeiten und sehr qualifiziert sind, passen nicht gut ins repressive System. Und dass es das ist, erleben wir ja hier täglich. Und wer will das schon ändern, wenn mensch sicher im Boot sitzt und in Lohn und Brot. Dann wird man selbst, wenn man anders ist, schnell zur Bedrohung, sowohl persönlich als auch für den Bestand des Systems.
 

Zeitkind

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Dann wird man selbst, wenn man anders ist, schnell zur Bedrohung, sowohl persönlich als auch für den Bestand des Systems.
So, wie Du Dich selbst einschätzt, wärest Du mit hoher Warscheinlichkeit an den Anforderungen der Stelle gescheitert.
Nicht an den fachlichen- sondern an den Zwängen der Verwaltungspraxis.
Ich erinnere an Inge Hanneman. Sie ist zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit Einzelfall.
Sicherlich gibt es Sachbearbeiter, welche versuchen, nach ihrer Maxime zu arbeiten.
Sich damit durchzusetzen ist aber offensichtlich mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bedroht.
Die Bundesagentur hat damit gewiß auch ein Exempel statuiert.
Sich selbst gegenüber ehrlich zu bleiben ist ein hohes Gut.
 

Zeitkind

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Bleibt nur die Frage, wer zum teufel ist dieses "Selbst"?
Hast Du doch beschrieben;

Wenn ich mir meine Vita so angucke ... Die Ansprüche sowohl von außen als auch von mir selbst wären hoch gewesen. ...
Menschen, die (selbst)kritisch arbeiten und sehr qualifiziert sind, passen nicht gut ins repressive System. ...
Wenn Du die Stelle angenommen hättest, würde das nach Deinen Ausführungen nicht Deinem Selbstbild entsprechen.
Das Selbstbild entspricht dem, wie Du Dich anhand der Lebenserfahrung selbst einschätzt, Deine Eigenschaften kennst und lebst.
Auf die Stelle bezogen würdest Du früher oder später in Konflikt geraten, weil Du selbst anders denkst, als Du handeln darfst.
Wenn Sachbearbeiter so denken wie Du und diese Arbeit dennoch machen, sind sie sich selbst gegenüber unehrlich und leben in ständigem Konflikt.
 

Muzel

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Mein Opa hat sich mit den Nazis angelegt und ist deshalb öfter in Gewahrsam genommen worden. Schließlich ist er wegen des von den Nazis eingeführten Heimtücke-§ zu 6 Monaten im Schnellverfahren verurteilt worden. Ein Nazi -Wärter hat meiner Oma gesagt, dass sie ein Gnadengesuch stellen soll. Er ist deshalb ein paar Tage früher entlassen worden.
Ich will nur sagen: Man kann auch im schlimmsten Job anderen Menschen helfen. Meine Oma wäre nie allein auf das Stellen eines Gnadengesuchs gekommen.
 

Buchfan

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Ich will nur sagen: Man kann auch im schlimmsten Job anderen Menschen helfen. Meine Oma wäre nie allein auf das Stellen eines Gnadengesuchs gekommen.
Mein Mitgefühl für Deinen Opa! Er hat sicher einiges durchgemacht. Und Du hast bestimmt recht: Es gibt immer Wege, anderen Menschen (Tieren, Pflanzen) zu helfen.

Aber bei so einem Job wie hier muß mensch sich glaube ich ganz gut kennen, um nicht vor die Hunde zu gehen, abzustumpfen oder mindestens übergriffig zu werden. Und dafür muß mensch eben was für sich tun, was der Selbsterkenntnis (wo stehe ich gerade?, was macht mir zu schaffen?, wieviel Kraft geht raus?) dient. Eigentlich wäre ein Coaching für die SB's sinnvoll, die ja in vorderster Front sitzen, aber sowas gibt es eben nicht.

Ich glaube, ich hätte ständig ein schlechtes Gewissen in dem Job. Weil ich nicht genug Zeit für den einzelnen "Kunden" habe, weil ich beratungstechnisch an meine Grenzen komme, weil auch Kommunikation erlernt werden will (besonders "aktives Zuhören") usw.. Mich würde mal interessieren, welche Fortbildungen SB's so machen können. Was bietet der AG an?
 

Muzel

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Viele Schulungen für Ärzte wurden von Pharmazieunternehmen gesponsert. Das soll nicht mehr so sein. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Die besten Weiterbildungsveranstaltungen, die ich erlebt habe, wurden von meiner Berufsgruppe selbst veranstaltet.
 

Realo

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Viele Schulungen für Ärzte wurden von Pharmazieunternehmen gesponsert. Das soll nicht mehr so sein. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Die besten Weiterbildungsveranstaltungen, die ich erlebt habe, wurden von meiner Berufsgruppe selbst veranstaltet.
... das scheint ja durchaus Sinn zu machen... IT Schulungen werden ja auch meistens direkt vom Softwareanbieter angeboten... Da der die Lösung ja am besten kennt...
 

Tripod

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das hab ich mal versucht - nen Job im Jobcenter zu bekommen - nicht wegen falscher Vorstellungen sondern nur weil es mir eh immer an passenden Bewerbungsmöglichkeiten gebricht und ich zufällig mal bei einem Termin im richtigen Arbeitsamt auf einen "Gruppenleiter" statt auf einen SB gestoßen wurde. Der hatte gute Laune und wir haben geplaudert.
Ich bin dann tatsächlich eingeladen worden, nachdem ich die Stelle eigentlich schon hatte, sind wir gemeinsam drauf gekommen, das Front Jobs eigentlich nichts für mich sind - und ich hatte im Hinterkopf, dass die Stellen, die die zu besetzen hatten, die mit dem höchsten stress Level sind, die wo sich ihre eigenen Leute verpieseln wenn's irgend geht. Mag sein, das die fachlich mit etwas Aufwand machbar sind, aber ob sie das "wert" sind, was sie letztlich an Verschleiß bewirken wage ich zu bezweifeln.
 

Admin2

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Ich habe keinen Plan, wie du von meinem Beitrag auf Psychothen oder Kindererziehung kommst. Das finde ich auch nach dem Beispiel der Kundin für weit hergeholt.
Einfach des Geistes "Brennweite" etwas öffnen. ;)
Ich ging dabei etwas weiter auf das Entstehen diese Art Denken ein. (Sei froh, anderen geht es noch viel schlechter...). Darauf folgend auf die weiteren Konsequenzen. Allerdings hatte ich da wohl ein anderes Bild als du im Kopf. Geht es im Thema nicht auch um Freiwilligkeit und den damit im Zusammenhand stehenden Konsequenzen bezogen auf das, was man tun "müsste", sich aber teils zu schade wäre und aus meiner Sicht darum, was derlei Tun jeweils auslöst? :)
Daher halte ich Vergleiche, wie den mit der "Polin" für nicht zielführend denn wenn wir in weiter entwickelten Ländern immer dort wo es gerade genehm ist, die Vorgehensweisen aus weniger entwickelten Ländern implementieren dann erhalten wir genau das, was derzeit überall zu sehen ist. Spaltung, Zerfall und Rückschritt. Wenn man also solche Vergleiche als Beispiel hernimmt und damit unsere Fehler verharmlost, impliziert man damit zugleich auch die Inkaufnahme der damit im Zusammenhang stehenden Probleme.

Mal überspitzt gesagt, begrenzen wir die Sicherung des Existenzminimums auf ein Jahr und wer dann noch nicht auf dem Baum ist säuft ab, nimmt damit zugleich in Kauf dass die deutsche Gesellschaft noch weiter zerfällt, Abstumpfung und asoziales einerseits und Kriminalität (auch deren aggressivsten Formen, die wir hier kaum noch kennen) andererseits, steigen und das schöne Leben, das wir in DE durch unser System allen, auch den Begüterten sichern, wäre weitgehend hinfällig.
Bist so gesehen auch dafür, das polnische System gut zu finden? Wenn nicht, dann sollte man solche Vergleiche unterlassen denn sie beschönigen etwas dessen Folgen wir hier nicht mehr haben - und auch nicht haben wollen.
Unser GG wurde in einer Zeit geboren als dessen Ersteller die Folgen solcher, und weiterer Vorgehensweisen noch am eigenen Leib erfahren haben und dieses GG, das nun wieder so herrlich "eloquent" ausgelegt wird, erschaffen haben, um es eben gerade nicht mehr so weit kommen zu lassen.

Nun begibt sich jedoch selbst das BVerfG wieder aufs Glatteis indem die Würde der schwächsten Teilnehmer im Kampf ums Dasein Dingen wie der "Evidenz" ausliefert und das GG selbst aufweicht, denn ist es nicht ein gewaltiger Unterschied was eine CDU als Gesetzgeber, im Gegensatz zu einer Linken als Evident ansieht? Nimmt man das GG ernst sind all jene "Angebote", die ein LE nicht annimmt und dafür sanktioniert wird, Zwangsarbeit, denn Zwangsarbeit zeichnet sich ja genau dadurch aus dass "Arbeit" nur über Zwang/Strafen angenommen wird.
Rechtfertigt man solche Vorgehensweisen, oder wirkt daran mit verliert man aber auch das Recht das GG für sich selbst in Anspruch zu nehmen.
Daher Hut ab vor Frau Hannemann und den vielen anderen, die dahingehend in den Argen/JCs Sand ins Getriebe dieser Vorgehensweisen streuen.

Damit wären wir wieder zurück beim Thema des Threads. Daher würde ich selbstverständlich als Mitarbeiter dort tätig, wenn sich die Chance böte. Allerdings würde ich unter Hinweis, auf die sich aus dem GG, insbesondere für Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung ergebenden Pflichten, niemals etwas ausführen was potenziell das Leben der mir anvertrauten Personen gefährden würde.

Nun noch etwas überspitzt etwas für unsere Berufsaufreger. :D
Wenn man heute Menschen als Mörder behandelt, die letztlich "nur" durch "evidente" Dummheit, das Leben anderer gefährden oder deren Tot "billigend in Kauf nehmen", warum sollen dann Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, die mit der Anordnung von "Sanktionen" den Tod von Menschen billigend in Kauf nehmen, nicht als Mörder gelten?
Weil das Gesetz letzteres so vorsieht?
Haben wir nicht aus unserer jüngeren Vergangenheit gelernt, dass wir uns ALLE gegen Gesetze auflehnen müssen, auch wenn wir Gefahr laufen nicht mehr davon zu profitieren, insbesondere wenn diese "Gesetze", durch auch mein Mitmachen, den Tod anderer Bürger nach sich ziehen?

Wie das BVerfG, in einem letzten aufzucken "evidenter" Menschlichkeit zu Recht ausführt, ist das SGB kein Strafrecht und "Arbeitsverweigerer" sind keine Kriminellen.
Was können Erwerbslose dafür, dass ein verkommender Gesetzgeber Ausgleichsweise zur Pflicht zur Arbeit, kein RECHT auf Arbeit definiert, das allseits anerkennbar, auch Wert ist als Arbeit im Sinne einer würdigen Erwerbsarbeit erkennbar, darstellt?
Täte man das fände man auch heraus, dass 99% derer, die man bis heute unter dem Begriff "Arbeitsverweigerer" zusammenfasst, sich nicht gegen Arbeit wehren, sondern gegen ein System das sie letztlich zu Lohnsklaven degradiert und/oder sie der Statistik dienlich in Verschiebebahnhöfe genannt "Maßnahme" abschieben will.

Wenn also das GG ernst genommen wird und die Würde des Menschen tatsächlich unantastbar ist, dann kommt man nicht umhin Regelungen zu treffen welche die "Mindestsicherung" arbeitsfähiger Erwerbsloser so weit anhebt, dass davon wieder für echte"Verweigerer, etwas wegsanktioniert werden kann, dass aber mit der Sanktionierung deren verfassungsrechtlich garantiertes Recht darauf ein Existenzminimum zu erhalten, noch immer gewahrt bleibt.
So wird auch im Bezug auf schwerste Straftäter verfahren, warum dann nicht auch bei nicht straffällig gewordenen Leistungsberechtigten?

Die Antwort ist einfach.
Weil wir Gesetzgeber haben, die faschistoid regressiv ihre Macht dazu missbrauchen auf "Schuldige" zu zeigen um damit ihre eigene Verkommenheit und Unfähigkeit zu kaschieren.
Dazu hat man lange Zeit mit dümmsten Parolen den Teil der Gesellschaft, den man sich als satte Mehrheit herangezogen hat, benutzt, auch noch so dumme "Regeln" mitzutragen und dann die zugleich als Rechtfertigung dafür hergenommen, solche Regeln/Gesetze weiter voranzubringen.

Was aber hat das jetzt mit dem Thema zu tun?
Imho alles denn warum sollte man nicht freiwillig beim JC arbeiten wollen und auch als Zeiger auf die gefährlichen Rechtfertiger solcher Regeln seitens jener, die davon profitieren :)
 
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