Würdet ihr freiwillig beim Jobcenter arbeiten?

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götzb

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Ehrlich das man ihn abgesägt hat, verstehe ich nicht. War meiner Ansicht kein Troll, auch wenn er mit seiner neutralen Ansicht hier manche provoziert hat.
 
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lino

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Ich würde da sofort anfangen und den Drückebergern erstmal zeigen, wo es langgeht.
Bei mir würde es Sanktionen am Fliessband hageln. Am besten gleich 100%, aber das geht ja leider nicht.
 

atasteofbunny

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Auch wenn ich mich hier vielleicht unbeliebt mache, aber: Ja, ich hätte freiwillig im Jobcenter gearbeitet und hatte mich dort während der Arbeitslosigkeit auch beworben. Einfach, weil ich die Arbeit interessant finde - grundsätzlich jedenfalls. Und so eine Stelle kann ja ein Sprungbrett in einen besseren Job sein. Meine Erfahrungen mit dem Jobcenter sind auch nicht negativ.

Sanktionen finde ich nicht in Ordnung. Es wäre mir sehr schwer gefallen, sie auszusprechen. Andererseits hätte ich als AV ja Ermessensspielraum und hätte ihn sehr zugunsten der/des Elos ausgelegt. Was ich auch sehr problematisch finde, ist das Missverhältnis offene Stellen vs. Erwerbslose. Grob gesagt: Die gut Qualifizierten werden sich selber einen Job suchen, die brauchen meine Unterstützung nicht. Und denen, die nicht so arbeitsmarktnah sind - nun, denen hätte ich auch nichts Langfristiges und gut Bezahltes vermitteln können. So betrachtet, ist der Job relativ sinnfrei ... hier war auch mal ein User, der früher AV im Jobcenter war und meinte, im Grunde genommen sei man falsch im Jobcenter, wenn man dazu neigt, sich Gedanken über den Sinn seiner Arbeit zu machen. Es sei besser für Leute, die ihren Stremel wegarbeiten wollen und "gut is´".

Übrigens wurde ich zum Vorstellungsgespräch damals eingeladen, bekam danach aber eine Absage.
 

Muzel

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Viele Leute, die für das Arbeitsamt arbeiten, sind gar nicht dort angestellt.
 

pepps

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Wenn ich das so lese scheinen ja nur Vermittler im Jobcenter zu arbeiten. EDV machen die scheinbar auch und die Poststelle besetzen die auch mit Vermittlern. Hausmeister gibt es auch keine. Leider war die Frage des Thread Erstellers etwas ungenau.
 

Muzel

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Die Leute, die das Bewerbungstraining für das Arbeitsamt durchführen, sind keine Angestellte vom Amt. Ein Mitarbeiter war Dozent an der Kunsthochschule.
 

Zermürbt38

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Ha ha .. bei Zeitarbeitsfirmen, oder wo?!
Es sind zwar viele direkt bei der Afa oder dem Jobcenter bzw Optionskommune angestellt. Dies trifft vor allem auf die Arbeitsvermittlung bzw Fallmanagement, Leistungssachbearbeitung u.a. zu. Hingegen die Dozenten für Maßnahmen sind entweder privat (auch ehrenamtlich) tätig, sind bei einem Träger oder auch durch Zeitarbeitsfirmen angestellt.
 

Alfred2952

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ich kenne zwei in meinem Bekanntenkreis, die dort gearbeitet haben. Beide zur Überbrückung. Die Schulungen sind wohl nicht der Burner, es wird quasi nicht viel suggeriert und wenig wirklich informiert. eine "ein guter Mensch" die sich auch die vorgesehene Zeit für die Beratung genommen hat. das haben aber wohl die wenigsten. Nicht alle AA sind Nahkampfzonen, es gibt wohl auch Raum für gutes soziales Miteinander. Aber man merkt schon dass hier oft Leute ins kalte Wasser geschmissen werden.

Zu viel wissen ist definitiv schädlich bei dem Job.

Ob ich da arbeiten würde? naja die Arbeit an sich ist sicher spannend (wenn man Gesetzesinterpretation etc. mag.). Wenn ich die Wahl hätte würde ich aber wohl lieber z.B bei der Rentenversicherung anfangen (also NICHT Bund, aber die anderen sollen durchaus in Ordnung sein.
 

Uhus

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Jeder, der es ernsthaft in Betracht zieht, in einem Jobcenter zu arbeiten, sollte sich vorher mal diesen Spielfilm komplett anschauen, der noch bis zum 22.02.2020 in der 3sat-Mediathek abrufbar ist. Er spielt zwar im Vereinigten Königreich (das gerade dabei ist, sich selbst aufzulösen), könnte aber genauso gut auch in Deutschland spielen.
Unversöhnlich und mit bissigem Humor schildert Loach das britische Sozialhilfesystem als raffinierte Maschinerie von Ausgrenzung und Leistungskürzung
Sanktionen funktionieren in diesem System als Allzweckwaffe, sind dabei doch Ausdruck von dessen Versagen. Selbst das nachdrückliche Einfordern allein des Rechtes, gegen den Befund seiner Arbeitsfähigkeit Widerspruch einzulegen, birgt für Daniel schon die Gefahr von Sanktionen in sich. Die meisten Mitarbeiter der Jobcenter lassen das an sich abprallen, sie machen sich durch Verweise auf die »Entscheider«, selber unangreifbar. Und wenn eine Mitarbeiterin Daniel einmal hilft, wird sie prompt von ihrer Vorgesetzten zur Rede gestellt.
"Ich, Daniel Blake", Regie: Ken Loach, GB 2016:

 
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Muzel

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Der Kunstprofessor hat bei der Erstellung von Bewerberfotos mitgewirkt und Bewerber in ein besseres Licht gesetzt.
 

Buerosklave

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Im Jobcenter arbeiten ? Höchstens im technischen Bereich (z.B. als eine Art Hausmeister, als IT´ler o.ä.). In der Vermittlung ? Nie und nimmer. Nicht nur,weil ich ein Problem damit habe, Leuten eine Sanktion wegen Sachen zu verpassen,die ich ganz genauso gehandhabt hätte (etwa weil sie sich weigern, zum 4.Mal die gleiche Sinnlosmaßnahme zu absolvieren). Zudem hätte ich ein Problem damit, Leute in Jobs vermitteln zu sollen, die nicht ihrer Qualifikation entsprechen. Ich rede dabei nicht von Anlerntätigkeiten irgendwo am Fließband, sondern Tätigkeiten, die zwar grob dem Berufsbereich des Kunden entsprechen,inhaltlich aber doch ganz andere Fähigkeiten erfordern. Etwa wenn ein Systemadministrator als Anwendungsentwicker arbeiten soll,obwohl das total unterschiedliche Berufe innerhalb der selben Branche sind. Es käme ja auch keiner auf die Idee, einen Taxifahrer als LKW-Fahrer vermitteln zu wollen,nur weil beide beruflich Fahrzeuge bewegen. Ich denke, fast jeder Kunde des JC hat schonmal Vermittlungsvorschläge, bekommen, bei denen er sich fragt, wie das JC wohl auf die Idee kommt, einem SO eine Stelle zu vermitteln.

Was die Bewerbungsfotos angeht: ich warte ja immer noch drauf,dass sich mal jemand meldet, er/sie hätte die Stelle nicht bekommen, weil das Bewerbungsfoto zu professionell aussieht. Denn auch so ein Foto vermittelt unwillkürlich gewisse Hintergedanken beim Betrachter, wie die zu sehende Person wohl drauf ist. Sprich: jemand, der auf dem Bewerbungsfoto wie ein Penner aussieht,wird wohl eher nicht für die Stelle als Außendienstler eingeladen werden, wo es um ein seriöses Autreten geht. Umgekehrt wird man jemandem, der zu sehr "aufgemotzt" aussieht, wohl eher nicht abnehmen, dass sich die Person tatsächlich täglich dreckig machen will.
 
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Gaestin

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Deutschland ist eins der wenigen Länder wo Bewerbungsfotos nicht verboten sind. Aus Gründen der Diskriminierung.
 
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