Würdet ihr freiwillig beim Jobcenter arbeiten?

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Enkomion

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@isso. Corona alleine ist das nur bedingt, denke ich. Denn trotz Corona sind doch die Träger weiterhin da genehme Hilfsscherrifs.

Insbesondere die wild wuchernden ganzheitlichen Massnahmen mit dem Anspruch der Jobcenter da die,, "Aufsuchung" des Teilnehmers scheinbar mit" Vertrauensbildung "zu verknüpfen ähm zu kaschieren, soll dann noch anscheinend besser von deren eigentlichen Aufträgen ablenken.
Nämlich der Umsetzung des § 61 Abs. 1 SGB II.
JC geben dazu gerne in den Verträgen zu Massnahmen den Trägern vor, dass dies bedeute, alle Tatsachen anzugeben, die Aufschluss geben könnten ob und inwieweit Leistungen zu Unrecht erbracht worden sind oder werden, insbesondere Leistungsmissbrauch.
Also sogar über den Wortlaut des 61er hinaus.
Was wahrscheinlich auch der wahre Grund für den Trend dessen darstellt. Nun behaupte ich nicht, dies sei schon bei allen JC so Usus ist. Aber in Hessen wird das gerne so gehandhabt. Das geht ganz klar aus mir vorliegenden Unterlagen hervor.
Für mich aber insgesamt ein Grund mehr, solche Massnahmen, die Teilnehmer von Anfang an ein X für ein U vormacht, generell abzulehnen. Und bei Jobcentern, die so was mittragen, nicht noch daran mitzuwirken.
 
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isso

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Irgendwie scheint es so fest verankert zu sein, dass alles was zu Markt und Integration gehört (z.B. die Arbeitsverittlung) und die Leistung verschmolzen sind. In der Leistung habe ich mit folgendem nichts zu tun (und auch keine Ahnung davon)
  • Eingliederungsvereinbarung
  • Vermittlungsvorschläge
  • Maßnahmen
  • Zuweisung zu Maßnahmen
  • Entscheidung ob eine Sanktion bei Verstößen gegen EGV, Nichtantritt einer Maßnahme, Verhinderung einer Arbeitsaufnahme o.ä. geprüft oder beschieden wird (Wenn die bei mir ankommt ist der Drops gelutscht, ich bin da nur der, der es in der Leistungsberechnung berücksichtigt)
  • Vermittlungsgutscheinen
  • Alles was mit dem Vermittlungsbudget zu tun hat
  • Umschulungen
  • Coachings aller Art (Bewerbung, Sozial)
  • In der Regel Einschaltung des Ärztlichen Dienstes bei Fragen zur Erwerbsfähigkeit (es gibt Fälle, da hängen wir in der Leistung drin, dann aber vor einem Leistungshintergrund)
  • Integrationskurse
  • Darlehen für Autos
  • Einstiegsgeld
  • 16i (außerhalb der Prüfung der grundsätzlichen Voraussetzung)
  • psychologische Begutachtungen
  • Genehmigung von Ortsabwesenheiten
  • Potentialanalyse
  • und bestimmt noch so einiges

Folglich kann ich auch nicht Maßnahmenträger und der gleichen für irgendwas als Hilfsscherrifs nutzen.

Während die AV mir eine Vermutung über Leistungsmissbrauch herantragen könnte, muss ich es prüfen. Auch darf ich nur, weil der Kunde nicht in die AV kommt nicht einfach die Leistungen einstellen (auch wenn die AV das manchmal gerne hätte) und gleiches gilt bis zu einem gewissen Grad bei Postrückläufern (auch wenn die AV das manchmal gerne so hätte). Man arbeitet schon manchmal zusammen, um in manche Fällen auf einen grünen Zweig zu kommen, aber wir sitzen morgens nicht im Stuhlkreis und überlegen, welcher Kunde heute dran ist.

In der Leistung geht es z.B. anders als im Bereich Markt und Integration um
  • Prüfung und Zahlbarmachung von Leistungen (Regelsatz, KDU, Mehrbedarfe, Einmalbedarfe, Darlehen, Bildung und Teilhabe)
  • Ermittlung leistungsrelevanter Sachverhalte (vorrangige Leistungen, wie u.a. KIZ, Wohngeld, BAB, BaföG, Rente)
  • Kommunikation mit anderen Sozialversicherungsträgern
  • Auskunftsersuchen bei Dritten z.B. Arbeitgebern, wenn relevantes, d.h. Einkommensnachweise, nicht eingereicht werden.
  • Einkommen
  • Umzüge inkl. Kautionen und zugehörigen Bedarfen, wie Bodenbelag, Renovierungskosten, Umzugskosten, Umzug des Internetanschlusses
  • Prüfung von Erstattungs- und Ersatzansprüchen
  • Prüfungen von Sanktionen wegen Sperrzeit im SGB III, oder eben auch wenn kein SGB III bezogen wird aber ein Aufgebubgsvertrag geschlossen wurde, oder der Mitarbeiter z.B. nach Abmahnung fristlos gekündigt wurde
  • Anspruchsvoraussetzungen z.B. Arbeitnehmerstatus bei EU-Bürgern, Aufenthaltstitel
  • Überstellungen in andere Rechtskreise
  • Widersprüche und Beschwerden zu Leistungsangelegenheiten
  • Überprüfungsanträge nach §44 SGB X
  • Leistungsmissbrauch inklusive (anonymer Anzeigen)
  • Kontendaten Änderungen
  • Bearbeitung von Guthaben, Zahlungsrückläufern, Klärungsfällen, offenen Forderungen in ERP
  • Aufrechnungen
  • Prüfung von HG,BG, WG,VuE, BG, temp. BG
  • Rückforderung
  • abschließende Bewilligungen nach Vorläufigkeit
  • Prüfung unwirtschaftliches Verhalten
  • und noch einiges mehr
Somit wäre ein "spionierender" Maßnahmenträger für mich ziemlich nutzlos. Wenn man gut zuhört und Augen im Kopf hat, erzählt einem der Kunde selber ohnehin immer eine ganze Menge. Manchmal muss man dann nur gezielt nachfragen. Der Außendienst ist da nur eine Stellschraube. Bei mir meistens bei den bizarrsten Fällen beim Thema Erstausstattung, Umzug bei angeblichem Schimmel (wo dann Flecken vin 2cm so Fotografiert werden, sass sie aussehen, wie die halbe Wand). Aber aktuell eben nicht aktiv und bei uns ist es schlicht aufgrund der örtlichen Corona Schutzverordnung nicht möglich.

Nun aber genug zum Thema Markt und Integration und die Leistungsabteilung haben ungefähr so viel gemeinsam wie ein Zahnarzt und ein Orthopäde, die den gleichen "Patienten behandeln".
 
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atasteofbunny

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@PhilippNixdorf Behördenschreiben in leichterer Sprache wären schon mal sehr gut. Auch das Prozedere der Bewerbungskostenerstattung finde ich furchtbar kompliziert und zeitaufwendig, das sollte dringend vereinfacht werden.
 

Enkomion

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@isso. Grundsätzlich sind doch alle Mitarbeiter der Umsetzung der aktuellen Zielvereinbarung unterworfen § 48a Abs. 3. Und damit den Vorgaben der Geschäftsführung, welche auch Zielvorgaben enthält, zur Senkung der Hilfebedürftigkeit etc. Insofern kann und muss Dir und allen Deinen Kollegen dazu doch alles genehm sein, was dem dienlich ist. Und dem Jobcenter, im Ranking der Kennzahlen. Und des damit verbundenen Wettbewerbs Stichwort.Kennzahlentool.
 
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Helga40

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Zum einen ist es 48b und nicht 48a, zum anderen interessieren die Zielvorgaben den Operativen Bereich, in dem isso arbeitet, nun überhaupt nicht. Die Zielvorgaben sollen vorrangig durch Integration erreicht werden und interessieren den von isso benannten Vermittlungsbereich.

Und unterworfen bin ich allenfalls ab und zu dem Drang, aufs Klo zu müssen. Ich gehe davon aus, dass es anderen ebenso geht. Von der Tätigkeit in einem Jobcenter hast du offensichtlich noch nichtmal rudimentär Ahnung.
 

Enkomion

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Interessant,. Denn die Verknüpfung der Zielvereinbarung mit 48a stammt aus der Präsentation Arbeitsmarkt Politik braucht Raum von 2014. Und ist dort noch heute auf Seite 12 als Schaubild zu finden. Soviel zum Thema von rudimentärer Ahnung im Zusammenhang mit einer Fachtagung die daher kommt. Wenn es dann doch eher 48b ist, so vielen Dank für den Hinweis.
 
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Helga40

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Da muss man nicht in irgendwelche Präsentationen schauen, da reicht ein Blick ins Gesetz:


Der 2010 eingeführte 48a war und ist schon immer

§ 48a Vergleich der Leistungsfähigkeit​


Was die Teilnahme an solch qualitativ hochwertigen (Achtung Ironie) Fachtagungen mit den Interna in einem Jobcenter zu tun hat, entgeht mir.

Nur, weil ich einen Kochkurs mache, weiß ich noch lange nicht, wie es in der Küche eines Sternerestaurants zugeht.
 

Enkomion

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Ein Teilnehmer dieser Fachtagung war jemand, wo sich das JC Uckermark noch aktuell an dessen Beschreibungen zu Kundenkategorien orientiert.
Das gehört zu deren Handlungskonzept (interna) und erklärt mir schlüssiger Handlungsweisen der Jobcenter, im tatsächlichen Umgang, als das sonst der woanders der Fall ist. Siehe Handlungskonzept zur Umsetzung des Fall Managements im Jobcenter Uckermark. 4. ÜBERARBEITUNG. Seite 11. Insofern waren dort Teilnehmer, an denen sich diverse JC noch heute orientieren. Und mich interessierte diese Person.
So kam ich auf besagte Präsentation, mit dieser Benennung des 48a. Soviel mal dazu.
Und der Tatsache, dass der Fehler dort nicht so gravierend sein kann, weil er immer noch existiert.
Es würde auch auch ansonsten niemanden zu einer solchen persönlichen Aussage motivieren.
Wo ich ansonsten bezüglichJobcenter reinschaue, das entscheide ich gerne nach meinem Interessen und dem Zeitfaktor etc.

Was den operativen Bereich anbelangt, so entnehme ich der Planung eines Jobcenters gerade, dass bei denen dieser Bereich anfällig für eine psychische Gefährdung sein soll, weil man vor der Herausforderung stünde, belasteten Kunden die komplexe Rechtsmaterie des SGB II zu vermitteln und denen dazu deren Rechte und Pflichten aufzuzeigen😳.
Also das verwundert mich doch. Denn das kenne ich so überhaupt nicht. Hat auch noch niemand bei mir verbal oder überhaupt versucht oder gar als Notwendigkeit angesehen. Ganz im Gegenteil. Und wenn die Übermittlung dessen jetzt Usus sein soll, wieso kann das eine psychische Gefährdung darstellen? Wie dem auch sei.,dort ist sowieso nur eine Beurteilung nach billigem Ermessen nach 315 BGB in Auftrag gegeben worden. Die Gestzesnovellierungen, Softwareanpassungen und Organisationsveränderungen sind also psychisch zu belastend? Wie kommt denn sowas?
 
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isso

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wenn die Übermittlung dessen jetzt Usus sein soll, wieso kann das eine psychische Gefährdung darstellen? Wie dem auch sei.,dort ist sowieso nur eine Beurteilung nach billigem Ermessen nach 315 BGB in Auftrag gegeben worden. Die Gestzesnovellierungen, Softwareanpassungen und Organisationsveränderungen sind also psychisch zu belastend? Wie kommt denn sowas?
Wie kommst du auf so was?
 

Enkomion

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Warum fragst Du nicht woher.? .. Aber das kannst Du ja auch besser vor Ort von den Betroffenen erfahren. Wenn Du ein Kölsch magst, umso besser.
 

PhilippNixdorf

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@Enkomion

Dass du hier helfen willst und Informationen lieferst, ist zweifellos löblich.(y) Da du nie im Jobcenter gearbeitet hast, ist dein Wissen bzgl. dessen, wie dort gearbeitet wird, an was sich die Mitarbeiter*innen tatsächlich orientieren, welchen Druck von oben es (nicht) gibt und welche Kennzahlen in der Praxis (k)eine Rolle spielen, aber einfach begrenzt. Das zu sagen meine ich nicht als Vorwurf, sondern einfach als Feststellung.

Gewisse Kenntnisse kann man sich nicht anlesen, die lassen sich nur durch die unmittelbare Praxiserfahrung sammeln. Das merke ich an mir selbst. Als Mitarbeiter war ich bis Ende 2018 voll "drin" in der Materie. Seitdem betrachte ich die JC-Thematik von außen und habe nicht mehr die Einblicke, die ich mal hatte. Als jemand, der von außen guckt, kannst du nicht ansatzweise so viel zu den wirklichen Abläufen im JC wissen wie diejenigen, die dort arbeiten.

Es ist einfach auffällig, dass du beim Begründen dessen, warum du etwas als gegeben ansiehst, so manches Mal irgendwelche Dokumente zitierst, die dir vorliegen. Das zu tun ist legitim und in der Tat ist es oftmals absolut sinnvoll, sich an Fakten zu orientieren, die man in offiziellen Dokumenten nachlesen kann (das tue ich auch ständig :)). Die Sache ist nur, dass vielen Dokumente, die du zitierst, aus einzelnen Jobcentern stammen und sich daraus nichts ableiten lässt, was flächendeckend auf andere JC übertragbar wäre und für das Gros der Beschäftigten relevant wäre. Es tangiert auch nicht die strategischen Entscheidungen, die in den Regionaldirektionen der BA oder im BMAS getroffen werden.

Zur Kundenkategorisierung, die du ansprichst, sei gesagt, dass es diese Kategorieaufteilung in Marktprofil (Integration in < 6 Monaten), Aktivierungsprofil (Integration in < 6 Monaten), Förderprofil (Integration in < 12 Monaten), Entwicklungsprofil (Integration in > 12 Monaten), Stabilisierungsprofil (Heranführung in < 12 Monaten) und Unterstützungsprofil (Heranführung in > 12 Monaten) in gemeinsamen Einrichtungen seit mehreren Jahren nicht mehr gibt. Das wurde aufgegeben, weil diese Kategorisierung den Spezifika des Einzelfalls wenig gerecht wurde. Seither werden Handlungsschwerpunkte individuell festgelegt.

Dass es psychisch belastend sein kann, den „Kund*innen“ ihre Rechte und Pflichten aufzuzeigen, ist überigens keine neue Erkenntnis, sondern wird in Forschungsberichten seit über 10 Jahren beständig betont. Es liegt primär an der Doppelrolle des Forderns und Förderns, die nur bedingt ein kongruentes Verhalten zulässt und dazu führen kann, dass man - zumindest als Mitarbeiter*in im Bereich Markt und Integration (M&I) - widersprüchliche Signale als ALG-II-Empfänger*innen sendet.

Du muss als AV/pAp/FM einerseits eine konstruktive Beratungsbeziehung zu deinen „Kund*innen“ aufbauen, läufst aber leider auch Gefahr, dass diese sich nicht aufrechterhalten lässt, wenn du bestimmte Dinge tust, z. B. Sanktionen aussprichst, „Kund*innen“ in Maßnahmen zuweist, die du selbst als nicht sinnvoll ansiehst oder Vermittlungsvorschläge verschickst, von denen du selbst nicht überzeugt bist.

Du musst einfach manche Dinge erledigen, weil Vorgaben das so vorsehen, auch wenn du davon nicht überzeugt bist. Daher ist Ambiguitätstoleranz eine wichtige Eigenschaft, die man mitbringen sollte, wenn man als AV/pAp/FM im JC arbeiten will. Du hast als dortige Fachkraft im M&I die Pflicht, Mitwirkungen einzufordern, auch wenn du selbst weist, dass manches von diesem Mitwirken purer Aktionismus ist. Wer damit nicht klarkommt, sollte sich nicht im Jobcenter bewerben!

Da du selbst offensichtlich gerne liest und dich zu der JC-Thematik fundiert auf dem Laufenden halten willst, hier mal eine kleine Auswahl von Veröffentlichungen, in denen die Belastungen im JC thematisiert werden, die sich aus dem widersprüchlichen Rollenverhalten ergeben (können), das von Arbeitsvermittler*innen erwartet wird:

https://www.deutscher-verein.de/de/...bcentent_ge_werkstatt_org_personalfg_2014.pdf

https://www.boeckler.de/data/impuls_2015_11_7.pdf

https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/784

https://www.diakonie-hamburg.de/exp...he/ME/Zwischen-Vermessen-und-Ermessen_web.pdf

https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/355/374

https://www.uni-due.de/edit/spindler/Spindler_Gewalt_2013.pdf

https://library.oapen.org/bitstream/id/5681f502-97bc-4abd-b3dd-b8fb482d2cb5/646491.pdf

https://www.socialnet.de/rezensionen/27948.php
 

Enkomion

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@PhilippNixdorf. Vielen Dank für Dein Statement. Jedoch möchte ich Dir ergänzend mitteilen, dass aktuell fast alle 45er Massnahmen weiterhin die Kundenkategorisierung bei der Zielgruppendefinition anwenden. Zum Beispiel.
Ferner bin ich lange genug Besucher des für mich zuständigen Jobcenters, um zumindest deren Geschäftspolitik verinnerlicht zu haben. Recherchen waren ergänzend hilfreich.
Diverse Vergleiche vom aktuellem AMP mit der Wirklichkeit sind und waren da ebenfalls hilfreich, vor Corona. Insbesondere mit den ganz wenigen verbeamteten. Mitarbeitern.
So kann ich den Stress schon verstehen, wenn eine IFK anstatt 150 Kunden inoffiziell tatsächlich 330 Kunden hat. Es gibt daher kaum Gelegenheit für "Spezifika".
Es gibt sogar IFK, die nur zuweisen. Meist sehr junge Anfänger, die sich an der "Front" bewähren sollen. Klappt aber meist nicht. Die Fluktuation ist wohl entsprechend. In einer solchen "Gemengelage"( von bis zu 3 IFK an einem Termin) ist da nur schauspielerisches Talent und stoische Souveränität der Mittel beste Wahl für mich gewesen. Zumal so private Gegebenheiten obsolet waren und weiterhin sind.
Trotzdem kann auch das Wissen aus den Weisungen viel von der Geschäftspolitik mitteilen.
Dazu braucht es nur analytische Fähigkeiten und Objektivität.Wie bei einem Profiler. Ist aber nicht jedem gegeben. Aber mithin Voraussetzung meines psychisch anspruchsvollen Ehrenamtes. Wil sagen, ich komme ebenfalls zurecht, was das SGB II anbelangt.
 
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HermineL

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@Enkomion aka Draisine

Apropos wo ich dich gerade hier lese was macht eigentlich die Antwort auf meine Frage hier:
Dann liefere doch bitte eine ausführlich und nachvollziehbare Rechtsgrundlage (oder höchstrichterliche Feststellung) dafür das man einer Teilnahme an einer Maßnahme durch das nicht unterschreiben konkludent der Teilnahme zustimmt. Bin richtig gespannt was da kommt, wenn überhaupt.
 

Sprotte

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Ich bin zwar nicht Draisine ,Hermine.....aberujuijuimeinLieblingswort... :icon_mrgreen:

Das ist tatsächlich so,wie Draisine behauptet....du kannst einem Vertrag ohne ihn zu unterschreiben zustimmen,eben durch konkludentes Handeln,das ist rechtlich eine stillschweigende Willenserklärung durch schlüssiges Verhalten ,durch das der Andere auf einen Rechtsbildungswillen schliessen darf.

Es gibt etliche Beispiele an die du nicht denkst : Gaststätte,Krankenhaus,Bus und Bahn.......und ja ,auch Massnahmen.

Im Mietrecht findest du das im § 545 BGB.....im Arbeitsrecht ist es § 625 BGB .


....mal schnell den § nachreich,aus dem sich die Voraussetzungen des konkludenten Handelns ableitet .... da ----> §116 BGB.
 
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Enkomion

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@PhilippNixdorf. Was Deine Empfehlungen zur Lektüre betrifft.
Die tatsächlichen Fehler und Baustellen des SGB II, im Kontext der Akteure, insgesamt, sind für mich von vorrangigen Interesse. Schon seit 2016.
Eine ganz wunderbare Analyse bildete den Einstieg. "Befähigen statt aktivieren" Aktueller Reformbedarf bei Zielsetzung und Aufgabenstellung im SGB II, aus Juli 2015.
Ich sehe nunmehr aktuell, dass das System SGB II den Zenit der effizienten Umsetzung verfehlen muss, weil zu viele Hypothesen wie Wahrheiten gehandhabt werden, wo eher ein Irrtum vorliegt.
Das können oder wollen viele an BA Kriterien ausgebildete und orientierte Menschen (noch) nicht sehen.
Stellen aber diese Thesen schon auf den Prüfstand und erahnen dabei dessen "Webfehler" Das finde ich sehr löblich. Das ist zumindest meine Meinung, nach der Analyse einer hochinteressanten Präsentation zum Arbeitsvermögen bei der DHBW Stuttgart von Prof. Dr. Göckler. Damit will ich Dir nur mitteilen, dass ich durchaus selbst auf dem Laufenden bleibe, was das Studium sozialpolitischer Schriften betrifft.
Das hat übrigens mitbestimmt, zu erkennen, dass das Jobcenter eben nicht der richtige Arbeitsplatz für mich sein kann. Weil ich eben beide Seiten der Medaille im Blick behalten will und nicht eine auf Kosten der Kunden ausblenden kann und will, was aber von der Politik gefordert wird.

Und nur zu argumentieren, weil es für andere zählt, das ist wie blind schießen zu sollen. Das verbietet sich von selbst.
 
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HermineL

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Das ist tatsächlich so,wie Draisine behauptet....du kannst einem Vertrag ohne ihn zu unterschreiben zustimmen,eben durch konkludentes Handeln,das ist rechtlich eine stillschweigende Willenserklärung durch schlüssiges Verhalten ,durch das der Andere auf einen Rechtsbildungswillen schliessen darf.
@Sprotte es geht aber nicht darum ob ich das weiß oder du dies erklärst. Ganz davon abgesehen das du vielleicht auch den betreffenden Faden in Gänze durchlesen solltest oder möchtest du mir jetzt auch erzählen das eine Nichtunterschreiben eines Maßnahmevertrages zur Zustimmung der Teilnahme an genau dieser Maßnahme führt?
Dann liefere doch bitte eine ausführlich und nachvollziehbare Rechtsgrundlage (oder höchstrichterliche Feststellung) dafür das man einer Teilnahme an einer Maßnahme durch das nicht unterschreiben konkludent der Teilnahme zustimmt. Bin richtig gespannt was da kommt, wenn überhaupt.
Es geht schlicht darum das man eine Behauptung die man aufstellt auch begründen können muss und das ist der User nach wie vor schuldig weil er diesen Unsinn eben nicht erklären kann. Da hilft es auch nicht den Usernamen zu ändern.
 

TazD

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Im Übrigen ist es etwas anderes, wenn ich beim Bäcker meine Brötchen bestelle und durch mein konkludentes Handeln einen Kaufvertrag eingehe oder ob ich per VA zu einer Maßnahme gezwungen werde.

Konkludentes Handeln setzt voraus, dass ich meinen Willen durch nonverbales Verhalten ausdrücke und der Empfänger auf einen Rechtsbindungswillen schließen kann. All das liegt bei einem erzwungenen Maßnahmeantritt, dem ich nur widerwillig folge, mitnichten vor.
 

noillusions

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Du musst einfach manche Dinge erledigen, weil Vorgaben das so vorsehen, auch wenn du davon nicht überzeugt bist. Daher ist Ambiguitätstoleranz eine wichtige Eigenschaft, die man mitbringen sollte, wenn man als AV/pAp/FM im JC arbeiten will. Du hast als dortige Fachkraft im M&I die Pflicht, Mitwirkungen einzufordern, auch wenn du selbst weist, dass manches von diesem Mitwirken purer Aktionismus ist. Wer damit nicht klarkommt, sollte sich nicht im Jobcenter bewerben!
Da dürften aber eine ganze Menge Elos hier aus dem Forum in Frage kommen. Denn das kann man ja umdrehen:
Du musst einfach manche Dinge erledigen, weil Vorgaben das so vorsehen, auch wenn du davon nicht überzeugt bist. Daher ist Ambiguitätstoleranz eine wichtige Eigenschaft, die man mitbringen sollte, wenn man als Elo vom JC Arbeitslosengeld2 will. Du hast als dortiger Elo die Pflicht, Mitwirkungen zu zeigen, auch wenn du selbst weist, dass manches von diesem Mitwirken purer Aktionismus ist. Wer damit nicht klarkommt, hat ein fettes Problem!
Wenn man also ohne psychische Schäden davonzutragen Bewerbungen auch auf den hinterletzten VV-Jobmüll rausknallt, mögliche Vorstellungsgespräche daraus mit dem verbundenen Zeitaufwand und Ärger wegen Diskussionen um Personalbogen und Telefonnummer ohne Grinsen und Angst abhandelt, mit Massnahme-Heinis standhaft über seine Rechte diskutiert und wie ein Büroangestellter sein eigenes Dokumente-Management für Widersprüche/Anträge/evtl. Klagen hat und macht, ist man auch zur Arbeit im Jobcenter fähig.
 

Beebug

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Ja, das mit der Spontanüberprüfung kennt mein Mitbewohner auch gut. Gott sei Dank wurde keine WUB gefordert und er konnte diesen Termin mit (seiner sowieso durchgehende) AU abschmettern.
Ich habe den Eindruck, sowas wird bald wieder passieren. Sein WBA geht diesmal nicht so leicht durch, wie das letzte Jahr.

Zur Themeneingangsfrage:
Nein, könnte ich mir nicht vorstellen. Aber auch eher weil ich seit gut 10 Jahren ein Schichtdienst-Mensch bin und diesen auch nicht mehr missen möchte. Ich arbeite gerne an den Wochenende, bevorzuge freie Tage unter der Woche und vor allem: ich kann nicht 8 Arbeitsstunden am Tag (vorm Computer) sitzen. Hatte heute 7h lang Zoom-meetings und das reichte mit schon locker aus. Ich brauche Bewegung und meine beruflichen Interessen liegen schlichtweg woanders. Denke aber nicht, dass es per se ein schlechter Beruf ist.
Auch wenn manche Maßnahmen eines SB oder Nachfragen, Weisungen einem spanisch vorkommen oder als übertrieben gelten: man weiss nie, wen der/die SB noch über sich stehen hat und ggfs. auch einem Druck ausgesetzt ist. Daher verstehe ich bis zu einem gewissen Maß auch die Prüfung bei uns aktuell - aber einen Hausbesuch werde ich weiter nicht zulassen. Es gibt keinerlei Anzeichen einer VuE. Angefangen von der Tatsache, dass ich alleinige Mieterin bin bis zu der Tatsache, dass keine gemeinsamen Konten etc. bestehen. Genug Offtopic, ich sehe es ein :D
 
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