Würdet ihr freiwillig beim Jobcenter arbeiten?

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Onkel Tom

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Diese Totalablehnung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Ich lehne Pädagogik und Psychologie nicht total ab !!

Habe selber etwas im Bezug Arbeitspädagogik und Arbeitspsychologie intus. Probleme habe ich hier im Bezug
JC und Arbeitsuchende nur, das "weiße Pädagogik" etc, einfach zu kurz kommt und mehr mit
"schwarzer Pädagogik" hantiert wird, um salopp gesagt Arbeitsuchenden den Willen zu brechen und damit für dem
Niedriglohnsektor gefügig zu machen.. Was da im JC "trainiert" wird, mag wohl korrekt sein was Anwendung angeht.

Als Begleiter muss ich mir jedoch oft innerlich die Hände auf der Stirn hauen, Wie SBs in der Beziehung mit den
Arbeitsuchenden umgehen und nur da übe ich Kritik. SBs und MTs machen die Arbeitsuchenden damit einfach nur
kaputt.. (Den größten Teil)

Natürlich muss ich da als SB adäquat reagieren, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.
Jo, da kommt die selten benutzte "weiße Pädagogik" zum Einsatz.

Seid ich meine Meisterprüfung Teil 4 bestanden habe, habe ich ca. weitere ca. 100 Erwerbslose zum JC begleitet und
goil ist es für mich, mittels "weißer Pädagogik" ausgeübte "schwarze Pädagogik" zu plätten und das funzt so gut, das ich
mich zuletzt mit meinem "Schützling" bei einer fast heulenden SB verabschieden musste.

Wenn SBs meinen, sie müssen Arbeitsuchende, mit einem realistischen selbst erstellten Intregrationskonzept alles nur
ignorieren und die schon in der Schublade vorbereiten "15ten 45er - Sinnlosmaßnahme" torpedieren, dann tue ich das
auch sehr gern, weil es einfach nur Mist ist, nur die schlechten Seiten der SGB-Gesetzgebung nutzen zu wollen.
Das das SGB auch gute Seiten inne hat, ist mir auch klar, nur lässt sich dies oft im JC vermissen.

Hier aber immer gleich den Teufel an die Wand zu malen, halte ich für völlig übertrieben und auch völlig daneben.
Damit hat sich dein Eindruck von mir hoffentlich geklärt. :unsure:
 
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Stauer

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Wie SBs in der Beziehung mit den
Arbeitsuchenden umgehen und nur da übe ich Kritik. SBs und MTs machen die Arbeitsuchenden damit einfach nur
kaputt.. (Den größten Teil)
Mich kriegen die nicht kaputt. Den Gefallen tue ich denen nicht. Wenn ich JC höre oder sehen muß, gehe ich direkt auf Konfrontation. Wenn sich SB selber benimmt, kann ich das auch und wenn nicht, gibt es entsprechende Gegenwehr.
Den ihre Schwarzpädagogik können die sich in die Haare schmieren. Was bilden die sich ein, mit Pädagogen auf Erwachsene loszugehen? Sollen die sich in die Schulen scheren, da gibt es etwas zum Erziehen. Über dem Pädagogengesülze stehe ich drüber. Das gleiche gilt für die Psychologen. Ich lasse mir keine Krankheit einreden.
Dabei bleibt es, bis das JC wieder eine normale Behörde ist.
goil ist es für mich, mittels "weißer Pädagogik" ausgeübte "schwarze Pädagogik" zu plätten und das funzt so gut, das ich
mich zuletzt mit meinem "Schützling" bei einer fast heulenden SB verabschieden musste.
Das sind nur Krokodilstränen. Das würde mich völlig kalt lassen.
Schade, daß ich da nicht dabei war. Soetwas hätte ich gerne mal gesehen.
 

Onkel Tom

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Der hat bunte Federn auf den Kopf und darf in seinem Büro Häuptling spielen.
Das hat er auch schon früher bei dem Maßnahmenträger "Hamburger Arbeit" (HAB)
getan, wo Ein Euro Jobber_Innen den ganzen Tag immer ein und die selbe Wand
anstreichen durften..
Hat einen Ruf in Hamburg hinterlassen, das muss ihn erst mal einer nach machen :icon_kotz2:

Edit : Danke Phillip :) Du warst schneller und in der Tat ist es sehr schwierig Zeilen
aus Scheeles beruflicher Vergangenheit zu schreiben, weil es dann sowas von
unglaubwürdig klingt, wenn Autoren sich an Tatsachen halten wollen.

Heute hat sich die HAB zu einer sogenannten Denkfabrik arbeitsmarktpolitischer Instrumennte
entwickelt, nach dem ihn das Vermittlungsmonopol in EEJs und seiner Stasi-ähnlichen Datenbank
"Mistral" (aktiv-job.de) eendlich vermasselt wurde.. Ging 2009 mal locker um ca. 14,3 Millionen, die
plötzlich an selbstsozialer Versorgung der HAB davon schwammen.. :biggrin::biggrin::biggrin:

Hatten damals dazu die Aktion gemacht, wo die Cops eine Schubkarre Elefantenkot bewachen
mussten, das keiner auf die Idee kommt, damit zu werfen.. Hier im Archiv findet sich sich dazu noch
was, wenn es nicht schon gelöscht wurde..
 
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0zymandias

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Wozu braucht man denn hochqualifizierte Leute um ebensolche Menschen ständig zum Bewerbungstraining zu schicken?
Braucht man nicht. Geldhahn zudrehen können viele.

Es sind nur so viele hochqualifizierte Leute übrig, dass man halt diese nimmt.

Übrigens nicht erst seit Deetleef "Schimpanski" Scheele.
 

Muzel

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Solche hochqualifizierte Leute müssen dann auch einen Kurs leiten, bei dem man vom Blatt ablesen muss. Dieser Kurs sollte damit enden, dass alle Kursteilnehmer ein Bewerbung für eine völlig unbekannte Zeitung abgeben musste. Die Kursleiterin war meine Nichte. Die Parteitagsziele der SED waren um Längen besser. "Wenigstens wurden sie immer erfüllt."
 

PhilippNixdorf

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So gesehen hört sich das durchaus richtig an. Der Denkfehler steckt jedoch im Detail. Keinerlei Sanktion ist dort rechtfertigbar wo sie das Existenzminimum betreffen, sonst könnte man auch "Arbeitsverweigerern" in den Gefängnissen die Nahrung etc. entziehen.

Das weitere Problem ist, dass Leistungsberechtigten im SGBII nicht etwa zuvor etwas zugestanden wird, das motiviert und im Fall der Fälle auch wieder aberkannt werden kann, man gesteht den LB von Anfang a,n zum Bestreiten des normalen Lebens, nur das Minimum zu und will das dann auch noch mindern wenn nicht nach gewissen Pfeifen getanzt wird.

Danke für deine fundierten Darlegungen :)! Ich möchte zu dem von mir Geschriebenen aber anmerken, dass ich deshalb (auch vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im November 2019) schon mehrfach betonte, dass ich absolut dafür bin, den ALG II Satz deutlich anzuheben und die Sanktionen auf 30 % zu begrenzen, damit das Existenz-Minimum immer gewahrt bleibt. Ich bin auch schon seit über 10 Jahren ein Freund der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, wie du hier nachlesen kannst.

Ich bin aber auch Realist und weiß, dass es in diesem Land in den nächsten Jahren sicher zu keiner so umfassenden Sozialreform kommen wird, dass ein echtes bedingungsloses Grundeinkommen kommt. Dass ein sanktionsfreies, aber nicht bedingungsloses, Grundeinkommen eingeführt wird, ist aber in den kommenden 8 Jahren durchaus möglich. Das befürworte ich! Außerdem war und bin ich immer dafür, anstatt mit Sanktion mit Anreizen zu arbeiten.

Das heißt: Die Leute bekommen mehr Geld, wenn Sie bestimmte Dinge tun (die Bewerbungen regelmäßig nachweisen, Termine einhalten usw.). Wenn sie - aus Sicht des JC - unzureichend mitwirken, bekommen sie den Bonus nicht. Sowas ist schon von der Idee und Stimmung her viel freundlicher als das derzeitige Sanktionsprozedere, das auf Angst fußt und Aggression schüren kann. Das System, das mir vorschwebt, basiert darauf, Menschen einen positiven Anreiz zu geben, ohne Angst zu schüren.

Ich weiß, dass Sanktionen polarisieren und dass es in der Tat ein nicht zu leugnender Widerspruch ist, dass im derzeitigen System eine Leistung gekürzt werden kann, die als Minimum definiert ist (eine gute Zusammenfassung des Forschungsstandes findet sich hier). Ich finde aber auch, dass manchmal zu wenig differenziert wird, was Sanktionen anbelangt. Ich weiß aus meiner Arbeit im JC, dass es eine Gruppe von Menschen gibt (vielleicht 1 % der ALG II Bezieher*innen), die eine Totalverweigerung an den Tag legen.

Diese Totalverweiger*innen kommen zu keinen Termin, bewerben sich nie (bzw. weisen das nie nach) und reagieren so gut wie nie auf irgendwelche Schreiben. Bei solchen Leuten, die von Steuergeldern leben, aber nicht bereit sind, irgendeine Gegenleistung dafür zu erbringen (oft weil sie schwarz arbeiten), finde ich es legitim, wenn deren Leistungen gekürzt werden. Jedenfalls dann, wenn sie auf Anhörungen absolut nicht reagieren, also keinerlei Gründe für ihr (Nicht)Handeln angeben, die man als AV dann bewerten kann.

Ich kann als ein Beispiel (von mehreren) einen Kunden aus dem "Clan-Milieu" angeben. Für den war ich als pAp insgesamt 1,5 Jahren zuständig. In der Zeit habe ich ihn einmal gesehen, als er nach diversen Anhörungsschreiben wegen nicht wahrgenommener Termine plötzlich vor meinem Schreibtisch stand und sich aggressiv darüber aufregte, warum "der Drecksladen hier" (O-Ton des Kunden) sein Geld nicht mehr überweist. Nach seiner Drohung, dass das Konsequenz für mich haben werde, fuhr er in einem BMW X6 davon (von meinem Büro hatte ich einen direkten Blick auf den JC Parkplatz). Bei solchen Leuten hatte ich kein Problem mit Sanktionen, weil die den Staat schlicht ausnutzen.

Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass ich grundsätzlich für eine sanktionsfreie Grundsicherung bin. Daher nochmal in aller Deutlichkeit: Das eine ganz kleine Minderheit sich so asozial verhält, rechtfertigt nicht, insgesamt weiter ein System aufrechtzuerhalten, das auf Angst basiert. Daher plädiere ich wie gesagt für ein Anreiz- statt Straf-System im SGB II. Dafür plädiere ich auch deshalb, weil ich weiß, dass es auch Menschen gibt, die auf Schreiben des JC deshalb nicht reagieren, weil sie psychisch krank sind und es einfach nicht schaffen, das Haus zu verlassen oder auf einen Brief zu reagieren.

Studien zeigen, dass gut ein Drittel der ALG II Bezieher*innen psychische Probleme hat. Kranke Menschen dafür zu sanktionieren und ihre Lage so noch weiter zu verschlimmern, ist hochproblematisch. Daher bin ich dafür, Arbeitsvermittler*innen in Schulungen für sowas zu sensibilisieren (was in diversen JC mittlerweile auch geschieht), damit sie von ihrem Ermessensspielraum umfassend Gebrauch machen und das auf dem Schirm haben.

Hier im Forum habe ich mich abgesehen von dem Wunsch, zu helfen, auch deshalb angemeldet, weil ich das Bild, das vom JC herrscht, differenzieren will. Das kann man annehmen oder ablehnen, es steht jedem und jeder Nutzer*in frei. Meine Erfahrung ist, dass Arbeitsvermittler*innen häufig serviceorientierter und freundlicher sind, als es hier im Forum oft beschrieben wird. Die Zusammenarbeit von IFK und Kund*innen läuft in den über 400 JC in Deutschland konstruktiver, als es scheint, wenn man nur hier im Forum liest.

Warum ich das glaube? Weil wir alle uns unsere Meinung zu einem Thema (wie dem Handeln des Jobcenters) oftmals nicht (nur) auf Basis persönlicher Erfahrungen bilden, sondern umfassend auch durch die Rezeption von Medien. Die Sache mit jedem Medium (Forum, YouTube-Video, Artikel, Forschungsbericht etc.) ist aber, dass in ihm oft nur die eine Seite der Medaille präsentiert wird. Wir erfahren das, was geschehen ist, auf Basis der - immer subjektiv gefärbten - Schilderungen derjenigen, die schreiben oder vor der Kamera was erzählen.

Eine echte Neutralität kann es nicht geben, weil wir alle Menschen sind, die Dinge durch die eigene "Brille" wahrnehmen und bewerten. Wir können somit nur einen Teilbereich der "Wirklichkeit" sehen (die jeder Mensch für sich anders konstruiert). Logischerweise trifft das auf mich auch zu. Ich habe aber den Vorteil, dass ich aus drei Perspektiven auf die Arbeit im Jobcenter blicken kann, nämlich aus Kundensicht (weil ich JC-Kunde war), aus Mitarbeitersicht (weil ich JC-Mitarbeiter war) und aus Forschersicht (weil ich zum JC-Handeln forsche). Ich denke, davon können Leute hier im Forum profitieren.

Eben weil ich seit 2015 diverse Fach- und Führungskräften aus JC in ganz Deutschland interviewt habe, meine ich zu wissen, dass die „Realität“ dessen, wie im JC vorgegangen wird, vielschichtiger ist und dass Sanktionen weit seltener einfach so willkürlich aus dem Blauen heraus ausgesprochen werden, als es in Fallschilderungen hier manchmal dargelegt ist. Unter Berücksichtigung dessen, dass es in Deutschland knapp 4 Millionen ALG-II-Beziehende gibt, dieses Forum allerdings "nur" knapp 54.000 Mitglieder hat (von denen, schätze ich mal, 50.000 kaum je was posten; das dürftest du @Admin2 besser wissen), wage ich die Hypothese, dass es im Jobcenter weithin besser läuft, als es hier dargestellt wird.

Das heißt nicht, dass die Fälle, die hier im Forum präsentiert werden, nicht auch Teil der „Realität“ sind. Das sind sie! Und es ist gut und richtig, dass den Menschen, die hier Hilfe suchen, geholfen wird. Probleme mit dem Jobcenter kommen im Verhältnis zu dem, wie tagtäglich millionenfach dort gehandelt wird, aber eben seltener vor, als man den Eindruck gewinnen kann, wenn man all die „Horror-Stories“ von Sadisten und bösen Menschen im Jobcenter liest. So wie ALG-II-Beziehende, die sich asozial verhalten, eine absolute Minderheit sind, sind JC-Mitarbeiter*innen, die so agieren, ebenfalls in der deutlichen Minderheit.

Admin2 meinte:
Dass derlei von am System partizipierenden eher nicht wahrgenommen wird liegt in der Sache. ;)

Wie ich auch @Zeitkind schon mitteilte, partizipiere ich nicht am System (oder genauer gesagt: Ich partizipiere nicht als finanzieller Profiteur daran, sondern als Sozialforscher). Ich habe damals aus dem Angestelltenverhältnis heraus angefangen, Coaching, Mediation und Beratungsdienstleistungen anzubieten. Meine Zielgruppe waren aber nie Erwerbslose.

Ich habe in diversen Weiterbildungen Kontakte zu Leuten aus dem ÖD, aber auch aus der Automobil-, Bau- und Chemieindustrie geknüpft. Das war und ist meine Zielgruppe (z. B. bei Konfliktbearbeitungen in einer Abteilung oder bei der Prozessberatung bei Personalentwicklungen). Mit der Forschung zur JC-Arbeit verdiene ich kein Geld. Die leiste ich einfach als Hobby, weil mich die Materie interessiert und sie die Möglichkeit bietet, sich gesellschaftlich sinnvoll einzubringen.
 
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Muzel

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PhillippNixdorf, du kennst doch diesen Spruch. "Wer Steuern zahlt ist doof." Alle schummeln doch. Mach dich nicht so fertig.
 

Enkomion

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...
Ich bin aber auch Realist und weiß, dass es in diesem Land in den nächsten Jahren sicher zu keiner so umfassenden Sozialreform kommen wird, dass ein echtes bedingungsloses Grundeinkommen kommt. Dass ein sanktionsfreies, aber nicht bedingungsloses, Grundeinkommen eingeführt wird, ist aber in den kommenden 8 Jahren durchaus möglich....

.. Eine echte Neutralität kann es nicht geben, weil wir alle Menschen sind, die Dinge durch die eigene "Brille" wahrnehmen und bewerten.
Ich tendiere eher zu einer Bewertung aufgrund mir bekannter neuer Fakten eines JC im Regierungsbezirk Düsseldorf, welches nunmehr die Vergabe von 16i Massnahmen schon bis 2027 beabsichtigt, was dann eine Sicherstellung bzw. Machbarkeit dessen bis 2032 impliziert. Allein dieser mir vorliegender Fakt bedingt mithin meine realistische Wahrnehmung,. Ich sehe insofern keine andere Grundlage Deinerseits, weshalb Du da eher in 8 Jahren ein Grundeinkommen für möglich erachtest, als Deine eigene "Brille". Es hilft Betroffenen aktuell wenig oder gar nicht.
Mir persönlich zeigt das eher auf, dass Du eben doch nicht alles im Blick hast und generell auch nicht alle Fakten kennst oder mitgeteilt bekommst.
Realistisch ist eine erneute Prognose, zu einem möglichen Grundeinkommen, erst nach 2032 möglich und das System bleibt bis dahin mindestens konstant, sofern bis dahin nicht neue Fakten den Zeitraum weiter in die Zukunft verorten.. Du kannst gerne hier weiter JC Mitarbeiter "entschärft" darstellen. Fakt ist aber, dass der Markt der permanenten Arbeitsmarkt Dienstleistungen aller Couleur weiter bedient werden soll, wobei dann die Kennzahlen auch weiter mehr gelten als der Kunde. Das wusste ich schon vor Frau Hannema... Und das gilt auch weiterhin. Entsprechend agieren die JC Mitarbeiter auf Kosten der Lebenszeit Ihrer "Kunden".
 
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PhilippNixdorf

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Enkomion meinte:
Ich tendiere eher zu einer Bewertung aufgrund mir bekannter neuer Fakten eines JC im Regierungsbezirk Düsseldorf, welches nunmehr die Vergabe von 16i Massnahmen schon bis 2027 beabsichtigt, was dann eine Sicherstellung bzw. Machbarkeit dessen bis 2032 impliziert. Allein dieser mir vorliegender Fakt bedingt mithin meine realistische Wahrnehmung. Ich sehe insofern keine andere Grundlage Deinerseits, weshalb Du da eher in 8 Jahren ein Grundeinkommen für möglich erachtest, als Deine eigene "Brille".

Die Grundlage meiner Überlegungen ist, dass 2021 und 2025 Bundestagswahlen stattfinden. Die Grünen erleben derzeit einen Höhenflug und sowohl sie wie auch die SPD haben erklärt, Hartz IV hinter sich lassen zu wollen. Sollte es also in den kommenden 8 Jahren zu einer grün-roten Bundesregierung kommen, ist es sehr gut möglich, dass die Sozialgesetzgebung angepasst und Sanktionen ganz abgeschafft werden. Deine Fakten dessen, was ein einzelnes Düsseldorfer Jobcenter plant, haben null Relevanz für die Gesetzgebungsverfahren des Bundestages.

Enkomion meinte:
Mir persönlich zeigt das eher auf, dass Du eben doch nicht alles im Blick hast und generell auch nicht alle Fakten kennst oder mitgeteilt bekommst.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Erkenntnis. Dass wir alle (also auch ich) durch unsere je eigene Brille schauen, habe ich oben geschrieben. Dass kein Mensch alles im Blick haben kann, ist schon physiologisch begründet. Unser Gehirn kann nur ein begrenztes Maß an Informationen zu einem gewissen Zeitpunkt aufnehmen und verarbeiten.

Eben deshalb erschließt sich mir nicht, warum du mir hier bezugnehmen auf einen Text, in dem ich schreibe, dass unser aller Wahrnehmung, Denken und Erkennen subjektiv gefärbt ist, unterstellst, ich würde suggerieren, alles (was soll dieses alles eigentlich sein?) im Blick zu haben. Genau das Gegenteil habe ich ausgeführt.

Enkomion meinte:
Realistisch ist eine erneute Prognose, zu einem möglichen Grundeinkommen, erst nach 2032 möglich und das System bleibt bis dahin mindestens konstant, sofern bis dahin nicht neue Fakten den Zeitraum weiter in die Zukunft verorten.

Wie oben begründet sehe ich das anders. Oder denkst du, eine etwaige Kanzlerin Baerbock (Grüne) oder auch ein Kanzler Scholz (SPD) würden nach gewonnener Bundestagswahl sagen: „Sorry Leute, wir haben zwar versprochen, Hartz IV hinter uns zu lassen, aber das geht nun doch nicht, weil ein Jobcenter im Regierungsbezirk Düsseldorf die Vergabe von 16i Massnahmen schon bis 2027 beabsichtigt.“

Ich lese hier schon einige Zeit im Forum mit und finde es gut, dass du dich helfend einbringst. Meine Wahrnehmung ist aber auch, dass du manchmal arg komische Verweise auf Informationen/Unterlagen tätigst, die für das diskutierte Thema null Relevanz haben. Aber das ist natürlich dein gutes Recht.
 

Lelek

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Jokecenter und ich würden nicht zusammenpassen. Vor Jahren war ich mal als interner Büromitarbeiter in einer Z-Affe beschäftigt. Nachdem ich Alles und Jeden dort hinterfragte, legte man mir nahe, es doch in einer anderen Branche zu versuchen. Am Schluss habe ich den Laden regelrecht sabotiert. :D

Beim JC wäre dies vermutlich ähnlich. Ich will morgens in den Spiegel schauen können.
 

Enkomion

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@PhilippNixdorf. Was die Politik so alles erklärt, wenn mal wieder gerade Wahlen sind. Und nach der Wahl schnell wieder vergessen wird. Wie so vieles auch schon vorher. Das ist faktisch noch gar nichts.
Und bisher habe ich es noch nicht erlebt, dass Planungen der Jobcenter nicht umgesetzt wurden, wenn sie schon schwarz auf weiss von der BA konzipiert worden sind.
Da ist das besagte Jobcenter im Regierungsbezirk Düsseldorf nur ein erster zufälliger Verkünder dessen. Es wird keine Abschaffung von Hartz IV geben. Eher schon eine Umbennung dessen. Erste Anzeichen sehe ich darin, dass erste JC nicht mehr von Kunden reden. Vielmehr den nun als "seinen Bürger" titulieren.
Auch mit den Grünen ist Abschaffung dessen nicht glaubhaft, weil die zudem schon vorher Steigbügel Halter des Erhalt und der Fortführung dessen waren. So weit links waren die nie, dass das anders werden dürfte. Das ist zumindest meine Meinung dazu. Und ich bin ansonsten ein völlig unpolitischer Mensch. Ganz bewusst. Aus Überzeugung.

@PhilippNixdorf. Ein Nachtrag zu Deiner Wahrnehmung von angeblich komischen Unterlagen von Null Relevanz : es dient mehrheitlich und sinngemäss der Aufklärung zu Inhalten von Unterlagen der BA🤫 - von außerordentlicher, schon erfolgreich erprobter Relevanz,was das jeweilige Thema zu bestimmten Massnahmen betriff,t, ohne da jetzt hier die Gründe hierfür zu nennen. Es reicht, wenn ich und andere Betroffene das Wissen dessen für sich erfolgreich anwenden können und immer wieder die Gelegenheit dazu nutzen wollen und können. Ich gebe nur Anreize dazu. Ob jemand die Aufklärung ansonsten unklarer Sachverhalte der JC für sich nutzen will oder nicht, das soll dem jeweils Betroffenen selbst überlassen werden.
 
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Muzel

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Enkomion, meinst du wirklich in irgendeinem Amt sitzen Leute, die sich nur halbsoviele Gedanken machen, wie du meinst?
 

Enkomion

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Noch mehr als Du denen offensichtlich zutraust. Aktuell werden sogar mehr kreative Stimuli erwartet, was die Konzeption von Massnahmen mittels Fallkonferenzen und Bedarfsanalyse betrifft. Jedes Jobcenter hat zwar eigene Vorbehalte und pflegt auch weiter Klischees, aber das reicht vielfach nicht aus. Die ungenierte Übergriffigkeit via ganzheitlicher Massnahmen ist ein Beweis dessen, was denen so alles in den Sinn kommt..
 
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Admin2

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Meine Wenigkeit ist grundsätzlich gegen die Sanktionierung des Existenzminimums, genauso widerstrebt mir der Vergleich desselben mit einem "Grundeinkommen". Die Sanktionierung des Existenzminimums hat in den letzten Jahren zum Beispiel dazu geführt dass insbesondere jene Deutschen, die der Landessprache nicht so mächtig sind, von Arbeitgebern so ausgebeutet werden, dass dies wiederum auch alle anderen im Niedriglohnsektor Tätigen extrem unter Druck setzt.
Seine Rechte einfordern? Schon lange kein Thema mehr.
Da unterschreibt man halt auch den unwürdigsten Vertrag, verzichtet auf Urlaub genauso wie die Bezahlung von Überstunden oder gar Rechte des § 616 BGB um seine Ruhe zu haben und nur ja nicht anzuecken - was ja schnell wieder "SGBII" bedeuten würde.
Arbeitgeber sind inzwischen, z.B. dank der extremen Auslegung von "Vertragsfreiheit" durchaus recht erfinderisch. Da wird dir (ob du das verstehst oder nicht) eine "Vereinbarung" vorgelegt, wonach du dich für Bagatellschäden in Höhe der Eigenbeteiligung der Firma, bei der KFZ-Versicherung (~500 Euro) selbst verantwortlich zeichnest. Bei durchschnittlich 1000 Euro Brutto ein heftiger Batzen.
Das sind nur Spitzen dessen, was real gelebt werden muss und auch die werden dadurch möglich, weil es das Repressionssystem des SGBII gibt.
Würde man an anderen Stellen in DE, im Hinblick auf den 1%igen Anteil Ausnutzer des Systems genauso rigoros verfahren, müsste ein "Hartz5" in Politik und Vorstandsetagen eingeführt werden.

Vielleicht mag ja auch jemand mal hier reinsehen...
 

Curt The Cat

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Da unterschreibt man halt auch den unwürdigsten Vertrag, verzichtet auf Urlaub genauso wie die Bezahlung von Überstunden
[...]
Arbeitgeber sind inzwischen, z.B. dank der extremen Auslegung von "Vertragsfreiheit" durchaus recht erfinderisch.

... und wegen der Pandemie mal wieder in großem Stile aufgedeckt und nachgewiesen vergangenes Jahr im Tönnies Imperium und anderen Konsorten ...


:icon_wink:
 

Admin2

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... und wegen der Pandemie mal wieder in großen Stile aufgedeckt und nachgewiesen vergangenes Jahr im Tönnies Imperium und anderen Konsorten ...

:icon_wink:
Und die, die derlei durch ihr "Nichtwissen" und ihre Mitwirkung erst ermöglichen, sowie an vorderster Front durchsetzen, arbeiten eben zuallermeist in den JobCentern.
Daher verstehe ich auch all jene Stimmen hier nur zu gut, die sich im Wissen darum, was sie dann wirklich umsetzen, einer solchen Tätigkeit strikt verweigern.
 

Onkel Tom

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Höhe der Eigenbeteiligung der Firma, bei der KFZ-Versicherung (~500 Euro) selbst verantwortlich zeichnest.
Jo, Im QM-Bereich fand ich kein Einstieg, da ich mich schon für locker 700 Euronen im Monat hätte
Arbeitnehmerhaftpflicht versichern müssen und das noch bei Einstellung durch Leiharbeit.
So ein Bremsgummi beim Bremspedal zu vermessen kostete bei Toyota mal locker 10 Millionen an
Rückrufaktionen etc.. De arme Bauernopfer von Mitarbeiter, der sich da vertan hat Jo.
 

Admin2

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Bauernopfer von Mitarbeiter
Da sagst du etwas sehr Zutreffendes.
Arbeitgeber und Rechtsprechung schanzen sich da inzwischen "Vorlagen" zu.
Thema Kurzarbeit. Der AG wird nicht nur zu 100% aus dem Sozialsystem für die Mitarbeiterkosten entschädigt, er darf sich nun auch noch den Urlaub der Betroffenen einverleiben. Auf die Begründungen dazu können aber nur sehr weltfremde Juristen und "Arbeitgeberversteher" / "Neo-Apparatschiks" kommen.

Der EUGH hat seine Entscheidung zu (normaler) Kurzarbeit damit begründet dass (in meinen Worten) Arbeitnehmer in dieser Zeit (Kurzarbeit) ja anderweitig Verdienste erzeugen könnten oder schlicht die Füße hochlegen können, somit auch kein "Erholungsurlaub" nötig wäre.
Der Begründung kann ich so weit folgen, soweit das Kinderlose AN, oder Eltern nicht mehr betreuungspflichtigen Kindern betrifft. Leider hat der EUGH (wie auch die Arbeitsgerichte inzwischen ignorieren) dabei "übersehen", dass es in Krisenfällen wie aktuell vorliegend auch Situationen gibt, wo derlei nicht der Fall ist.

Was z.B. ist mit Arbeitnehmern die Staatsaufgaben wie Homeschooling übernehmen mussten und somit auch ohne "Kurzarbeit", dem AG gar nicht zur Verfügung gestanden hätten, ja der AG die Möglichkeit der Kurzarbeit nutzt, um diese Art Ausfälle, über Kurzarbeit, für sich finanziell positiv zu gestalten? Nun bekommen die sogar noch jenen Urlaub obendrauf, auf den vorrangig zu nehmen selbst die BA verzichtete, um Eltern betreuungspflichtiger Kinder nicht in noch mehr Probleme zu stürzen. Die AGs freut es und die haben auch keinerlei Skrupel sich am Urlaub der AN mit betreuungspflichtigen Kindern schadlos zu halten.

Dieses Scheuklappen initiierte Denken und Handeln setzt sich überall in der Gesellschaft immer weiter durch - auch in JCs. Da wundern sich die ganzen "Neo-Apparatschiks" in den "Führungsgremien" dieser Gesellschaft dann warum hier alles immer mehr ins Arge gerät.
 

atasteofbunny

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@PhilippNixdorf Ich sehe das Problem nicht "nur" bei den Sanktionen, sondern auch, dass so große Behörden für viele Menschen etwas Bedrohliches, Übermächtiges haben. Die vielen Formulare, die bürokratische Sprache, die großen Gebäude mit ihren "Zonen" - das kann durchaus Angst machen - so große Angst, dass man auf das Geld lieber verzichtet und versucht, sich so irgendwie durchzuschlagen.
Die Vorstellung, Teil eines Verwaltungsapparat zu sein, den viele Menschen als bedrohlich empfinden, finde ich - nicht so schön.
 

lino

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Die Grundlage meiner Überlegungen ist, dass 2021 und 2025 Bundestagswahlen stattfinden. Die Grünen erleben derzeit einen Höhenflug und sowohl sie wie auch die SPD haben erklärt, Hartz IV hinter sich lassen zu wollen. Sollte es also in den kommenden 8 Jahren zu einer grün-roten Bundesregierung kommen, ist es sehr gut möglich, dass die Sozialgesetzgebung angepasst und Sanktionen ganz abgeschafft werden.
Aktuell gibts dafür keine entsprechenden Mehrheiten. Grüne, SPD und die Linke kommen auf knapp 50% Zustimmung, was dann eine handvoll Mandate mehr wären. Das die Seeheimer in der FDP SPD für eine Änderung von Hartz4 steht in den Sternen. Von dem her sind Zweifel angebracht, ob sich eine Änderung machen lässt.





 
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