Würdet ihr freiwillig beim Jobcenter arbeiten?

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Helga40

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Das Pendant zur BEKO ist in den anderen Abteilung (Rückforderung, SGG, Owig, Leistung) die LRB Schulung (Leistungsrechtliche Beratung) in ähnlichem Umfang plus Transferphasen und Arbeitsplatzbegleitung.

Als würde das Scientology-Gefasel was bringen. Wenn ich bis dahin nicht mit den Bürgern vernünftig kommunizieren konnte, dann lern ich das da mit den Spielchen auch nicht mehr...
 

0zymandias

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Zumal einige Bürger vielleicht auch noch textsicher werden, da die ewig gleichen
Fragen und Behauptungen in altbekannter Weise kommen.

Ich warte auf den Tag, an dem sich die Integrationsfachkraft eine Handpuppe anzieht,
mit der ich dann den gleichen Sermon durchsprechen soll.

Vielleicht kommt die Abschaffung von Hartz IV doch noch rechtzeitig vorher. :biggrin:
 

PhilippNixdorf

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Ich kann zu den Leistungsschulungen im JC nichts sagen, da ich ja nie SB war. Was mir selbst damals durchaus etwas gebracht hat, war die berufsbegleitende Weiterbildung zum systemischen Berater und die Weiterbildung zum Case Manager. Da gab es diverse Rollenspiele und Anregungen z. B. zu...

...Skalierungsfragen,
...Perspektivenwechsel,
...Problemen der Beratung in Zwangskontexten,
...der Notwendigkeit des Abstand-Nerhmens von zu schneller Hypothesenbildung,
...dem Umgang mit unterschiedlichsten Charakteren,
...Deeskalationsstrategien usw.

Gut gefallen haben mir auch die von externen Anbietern durchgeführten Deeskalationsseminare im Jobcenter, in denen trainiert wurde, wie konfliktbehaftete Situationen gemeistert werden können und wie im Falle von Angriffen reagiert werden kann. Auch die Seminare zur interkulturellen Kompetenzerweiterung fand ich lehrreich. Die Schulungsangebote der BA, die ich mitgemacht habe, waren sowohl von der didaktischen Qualität wie auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Fundierung recht gut.

Im Forum habe ich bereits mehrfach gelesen, dass im JC systematisch NLP-Manipulationstechniken geschult würden. Ich weiß nicht, woher diese Überzeugung stammt, denn ich habe sowas nie erlebt. Ich will nicht ausschließen, dass es sowas (vielleicht in einigen Optionskommunen) geben könnte. Die haben schließlich ihre eigenen Konzepte. In den über 300 gemeinsamen Einrichtungen aus BA und Kommune ist sowas aber nicht der Fall. Die Beratungskonzeption der BA hat keine NLP-Anteile. Die BeKo ist vom SOFI der Uni Göttingen auch wissenschaftlich evaluiert worden.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich die BA insgesamt als gute Arbeitgeberin betrachte, nichtsdestotrotz aber manches an der dortigen Organisationskultur als eher "fragwürdig" ansehe. Wenn man einen unbefristeten Vertrag hat, ist der Job aber eben absolut sicher und relativ gut bezahlt. Das sind klare Vorteile.
 

Onkel Tom

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Kein Wunder, daß Du Dich darüber ärgerst. Was ist nur aus ihr geworden? Was hat man ihr angetan? Wie kann sich ein Mensch so verändern?
Möchte dazu nicht weiter öffentlich eingehen, zumal Inge vermutlich hier nicht on ist und sich dazu äußern würde / will..
Das Programm, sie mundtot machen zu wollen, war schon enorm.. (Musste auch von kräftigen Symphatisannten begleitet werden..)

Ich muss aber gestehen ich die WDB eher weniger nutze.

Na denn ist ja alles wieder klar Schiff.. Klang ja schon so zwichen den Zeilen so, als ob ich mir
die Existenz einer "Wissens-Datenbank" (WDB) mal eben flott herbei fantasiert hätte..

Dem ist nicht so und ist mir schon seid 2006 bekannt, in der auch Tipps zu Vorgehensweisen
gegen zu viel Selbstbewusstsein und mangelnder Kooperationsbereitschaft ihrer Kunden
Arbeitsuchenden vertreten sind..

Ejal, lässt sich so nix dran ändern, bis den JC-Opfern der Kragen platzt etc. und pipapo Bambule
und Co.. Jo.. :popcorn:
 

Muzel

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Hallo PhilippNixdorf,
deine Beiträge haben mir echt gut gefallen. Manchmal habe ich aber gedacht, dass die Berater auf dem Mond leben müssen, wenn sie meinen, eine Schwerbehinderung und Ü50 wären kein Hinderungsgrund einen Job zu bekommen. Ich sollte mit diesem Hintergrund ein Bewerbungstraining machen.
 

isso

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Als würde das Scientology-Gefasel was bringen. Wenn ich bis dahin nicht mit den Bürgern vernünftig kommunizieren konnte, dann lern ich das da mit den Spielchen auch nicht mehr...
Wobei unsere Trainer schon gut drauf waren und die Schulung an tatsächliche Bedürfnisse angepasst haben. Aber ich denke, alle die da durch "durften" (und mir fehlt immer noch der Transfertag) wissen genau, was du meinst.
Da gab es diverse Rollenspiele und Anregungen
glaube mir da hat man bei der LRB auch nicht gespart. Das ganze nennt sich jetzt Gesprächsvereinbarung, nutzt das Eisbergmodell, Orientiert sich an den Handlungsprinzipien:
  • Wertschätzung/ ernst nehmen
  • Eigenverantwortung
  • Lösungsorientierung
  • Professionelle Distanz
  • Transparenz
  • Ressourcenorientierung (Vernetzung und Netzwerkparkten intern-extern)
  • Ergebnis- und Zielorientierung
  • Verbindlichkeit
sowie einem 5-Phasigen Beratungsprozess. Zumindest bei unserer Truppe war auch noch interkulturelle Kompetenz dabei, hatten wir uns aber auch explizit gewünscht.

von externen Anbietern durchgeführten Deeskalationsseminare im Jobcenter
das erste Seminar, wo ich auf Konfrontation gegangen bin. Aber auch hier hängt es stark vom Anbieter ab.

JC systematisch NLP-Manipulationstechniken
Es gibt keine Schulung, die so heißt oder das zum Thema hat. Aber ja es gibt schon sehr viele Kommunikationsorientierte Schulungen. Definitiv aber nicht auf dem Level der NLP
 
Zuletzt bearbeitet:

Helga40

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Wobei unsere Trainer schon gut drauf waren und die Schulung an tatsächliche Bedürfnisse angepasst haben.

Oh, das hier auch, keine Frage.

Aber ich bin generell niemand, dem man mit


diverse Rollenspiele und Anregungen z. B. zu...

...Skalierungsfragen,
...Perspektivenwechsel,
...Problemen der Beratung in Zwangskontexten,
...der Notwendigkeit des Abstand-Nerhmens von zu schneller Hypothesenbildung,
...dem Umgang mit unterschiedlichsten Charakteren,
...Deeskalationsstrategien usw.

kommen kann. Ich baue auf meine Lebenserfahrung und gesunden Menschenverstand. Mir braucht niemand sagen, dass ich zur Motivation doch morgens erstmal 3 Dinge aufschreiben soll, die gestern positiv waren usw. Ich kann mich noch gut an ein solches Zettelspielchen erinnern. Man möge aufschreiben, welche Ziele man so habe. Die Info, dass die Dame der RD dieses kleine Seminar mit uns machen wolle, kam, als ich nach einer anstrengenden Kostenschulung gerade auf Toilette saß, es Mittagszeit war und ich anschließend PR Sitzung hatte. Und dann solcher Quatsch. Ich bat mir aus, als erste meine Ziele anpinnen und dann gehen zu dürfen. Ging klar. Also pinnte ich "Ich will so bleiben, wie ich bin." an und bin gegangen.
 

0zymandias

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Beitrag #60 aus Link:
Jein. Die Kurse werden nicht als NLP-Kurse deklariert, aber NLP-Inhalte kommt darin klar zur Anwendung. Das ist bei ganz vielen Fortbildungen der Fall. Bei BeKO ist das ganz offensichtlich. Manche BA-Dozenten sind definitiv NLP-geschult (und die sind gar nicht mal schlecht!). Ein Ex-Kollege von mir (einfacher pAp) war ebenfalls NLP-Master.

Dass NLP nicht wissenschaftlich fundiert ist, spielt dabei keine wirkliche Rolle. In der BA entbehrt vieles der wissenschaftlichen Grundlage. Von daher passt das ins Bild. Aber seine wir ehrlich: In der gesamten Coaching-Szene finden sich doch ganz viele Ansätze (Aufstellungen, Hypnose, systemisches dies und das, Führen mit Pferden etc.), was - in der Form, wie es zur Anwendung kommen - nur sehr bedingt wissenschaftlchen Ansprüchen genügen.

Ich selbst bin u.a. Case Manager und systemischer Berater. Und ich kann sagen, dass vieles, was in beiden Ausbildungen vermittelt wurde, doch teils sehr pseudowissenschaftlich anmutet. Ich habe auch mal einen viertägigen NLP-Kurs als Bildungsurlaub absolviert, obwohl ich von dem ganzen Hokus-Pokus-NLP nun wirklich nichts halte. Aber die NLP-Fortbildung (da, wo die Bildung fort geht) bekam ich umsonst.

Und 4 Tage NLP waren mir immer noch lieber als 4 Tage arbeiten. Also habe ich es mitgenommen und dabei gelernt, dass man als denkender Mensch vor NLP wirklich keine Angst haben muss. Manches ist einfach nur lächerlich, was NLP-Gurus einem weißmachen wollen.
Maßnahmen mit NLP-Inhalten lassen sich im Forum leicht finden und die BA sah bei dem ESF-geförderten
Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose (Evaluation des Bundesprogramms, PDF-Seite 64) NLP als zwingend
für die Couchies an:
Einem solchen Selbstverständnis als Coach entspricht ein beruflicher Werdegang, der mit dem Besitz einschlägiger Qualifikationen im Bereich des Coachings einhergeht, etwa NLP-Coachs und Systemische Coachs. Der Besitz derartiger Zertifikate ist eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für diesen Typ. Mit anderen Worten ist es kaum vorstellbar, dass ein Coach ohne eine solche Qualifikation ein solches Selbstverständnis aufweist. Doch allein der Besitz einer solchen Qualifikation bedeutet keinesfalls zwingend, dass ein Coach auf diese Weise handelt. Dies zeigt sich empirisch auch an solchen Coachs, die zwar über eine Ausbildung in diesem Bereich verfügen, aber keineswegs diesem Typus zuzuordnen sind.
Das könnte der Stoff sein, aus dem diese komischen Gerüchte entstehen.
 

Admin2

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ich war mehrere Jahre lang als Arbeitsvermittler, Integrationsberater und auch Fallmanager in mehreren Jobcentern tätig.

Ich kann zu den Leistungsschulungen im JC nichts sagen, da ich ja nie SB war.

Fallmanager, Arbeitsvermittler in mehreren Jobcentern == JC-SB Par Excellance.
Aber vielleicht gab es ja anno dazumal noch keine Leistungsschulungen im JC.
Trotzdem, sag nie, nie wenn du zuvor solche "Eigenerfahrungen" präsentiert hast, sonst "könnte" mühevoll dargestellte Seriosität zum Kuriosum werden. Korreliert auch derlei dann bei "mehreren Existenzen" hier, war alle Mühe vergebens.
 

Muzel

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Das Bewerbungstraining hat sich deutlich verbessert. Jetzt bekommen die Kandidaten ein Bewerbungsfoto. So habe ich ein tolles Foto von meinem Sohn erhalten, was ich mir nun anschauen kann. An seiner Erwerbslosigkeit hat sich dadurch nichts geändert. Am Foto liegt es aber bestimmt nicht.
 

PhilippNixdorf

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Was hat das bitte mit den Schulungen zu tun, welche die Mitarbeiter*innen im Jobcenter erhalten? Nichts. Ich weiß auch nicht, wie du aus den Worten "etwa NLP-Coachs" in dem verlinkten Bericht schlussfolgerst, die BA würde so eine fragwürdige Qualifikation für die Coaches von LZA als zwingend ansehen. Das steht dort nicht!

Dass das JC extern mitunter Schulungen/Trainings einkauft, in denen Coaches mit fragwürdiger Qualifikation agieren, ist aber sicher richtig. Das habe ich selbst oft genug in Aufsätzen moniert. Es bedarf aber eben der Differenzierung.

Die BeKo ist wissenschaftlich evaluiert worden und wird das weiterhin regelmäßig, da ist nix mit NLP. Ich würde mich so einem Unfung auch verweigern. Nachlesen kann man etwas dazu u. a. hier: http://www.sofi-goettingen.de/fileadmin/Publikationen/BeKo_II_Evaluationsbericht.pdf

Ich habe die Beko-Schulungsunterlagen hier, darf sie aufgrund des Urheberrechts aber nicht hochladen. Da ist NLP absolut kein Thema.

Ich habe das jetzt mehrfach gelesen und verstehe nicht, worauf du hinauswillst. Ich war nie SB. Ergo hatte ich auch nie SB-Schulungen. Was also willst du sagen?

Es wäre nett, wenn du es nochmal ausführst und dabei meinen begrenzten Horizont berücksichtigen würdest.

Danke!:)
 

Muzel

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Fraglich ist doch, was die ganzen Schulungen sollen. Kein Mensch kennt sich doch mit den ganzen Berufsbildern aus. Das müssen doch die Betroffenen den Vermittlern erst erklären. Ich fand das demütigend.
 

PhilippNixdorf

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Fraglich ist doch, was die ganzen Schulungen sollen. Kein Mensch kennt sich doch mit den ganzen Berufsbildern aus. Das müssen doch die Betroffenen den Vermittlern erst erklären. Ich fand das demütigend.
Volle Zustimmung! Ich habe es auch nie verstanden, warum die Vermittlung/Beratung im JC nicht nach Berufsgruppen aufgeteilt erfolgt. Wenn man zu allem beraten können soll, führt das leider dazu, dass man zu nichts wirklich fundiert beraten kann. Das ist ärgerlich.

Man erlangt in der Regel als Arbeitsvermittler ein oberflächliches Überblickswissen über jene Berufsbilder, in die am häufigsten vermittelt wird. Aber kaum ein AV kennt sich mit unterschiedlichen Schweißverfahren ebenso aus wie mit diverse CAD-Programme und was nicht noch alles. Das kann man in der Tat nicht alles kennen.

Bei meinen Kund*innen (etwa 60 % ohne Berufsausbildung) war das, wohin vermittelt wurde, oft: Kurier- und Expressdienstfahrer, Lager/Logistiker, Reinigungs- und Baugewerbe. Bei qualifizierten Kund*innen mit Berufsabschluss konnte ich oft wenig helfen, weil mir das Berufsbild häufig recht fremd war. Es ist aber auch so, dass gemeinhin gilt: Je höher die Qualifikation, desto eher vermitteln sich die Leute selbst.

Der Grund dafür, dass im JC keine Aufteilung nach Berufen erfolgt, dürfte vermutlich darin liegen, dass es im Jobcenter nicht um Arbeitsvermittlung geht, sondern in erster Linie um die Vermittlung von: Jobs. Und die sind nicht gleichzusetzen mit Arbeit. Wie sonst erklärt es sich, dass die Institution, die für ALG I Empfänger*innen zuständig ist, Arbeitsagentur heißt?

Im Jobcenter geht es um schnelle Vermittlung, nicht um Vermittlung in eine Arbeit, die Selbstverwirklichungspotenzial verspricht. Das ist leider politisch so gewollt. Das hat mich auch gestört und war einer der Gründe (von vielen), warum ich nicht mehr im JC arbeite.
 
Zuletzt bearbeitet:

Admin2

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Ich habe das jetzt mehrfach gelesen und verstehe nicht, worauf du hinauswillst. Ich war nie SB. Ergo hatte ich auch nie SB-Schulungen. Was also willst du sagen?

Es wäre nett, wenn du es nochmal ausführst und dabei meinen begrenzten Horizont berücksichtigen würdest.

Danke!:)
Ich bin sicher @Anlando ist dabei hilfreicher als ich es vermag :D
 

Onkel Tom

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Wobei unsere Trainer schon gut drauf waren und die Schulung an tatsächliche Bedürfnisse angepasst haben. Aber ich denke, alle die da durch "durften" (und mir fehlt immer noch der Transfertag) wissen genau, was du meinst.
Naja, ich habe mir das schon gedacht, das Gehirnschrauber_innen auch in den Häusern des JC rum schweben..
Villeicht sollte ich mal ein Stahlhelm in einem Bundeswehrschop kaufen, den schön in Weiß-Mint-mamoriert lakieren,
damit nicht gleich die totale Panik im JC ausbricht, wenn ich mal wieder ein JC-Opfer begleite.

Damit mir nicht der Verstand anhand der Aura und der freien Energie, die diese NLP-Leuts mit Retartwirkung so
hinterlassen ins Hirn strahlt a la "Onkel Tom, das kannst Du doch nicht machen, dich dafür ein zu setzen, andere
Mitmenschen davor beschützen zu wollen, das wir unseren Kunden Arbeitsuchenden vorzugsweise ins Hirn pupsen
"Hauptsache Arbeit" wollen.. (Kleiner Scherz) ;)

Die Logik gerät natürlich anbei voll in den Gulli, weil ohne auskömmliche Arbeit, verliert der Beitrag an Lohnsteuer
Sozialversicherung und haste nicht gesehen, schnell ihren Fortbestand und das JC müsste langsam aber sicher
ihre eigenen Scheinchen drucken, weil kaum noch was bei der externen Arbeiterklasse zu holen ist..

Und was ist dann ? Bricht dann der Ast auf dem Ihr sitzt ab oder kommen dann die Soldaten ? :unsure:

Ich war zu Deinem Beitrag erst irritiert, weil ja die H4-Opfer gern zu solchen komischen Psycho-Dingern zugewiesen werden.
Daher habe ich das mal chemich gereinigt, damit das ganze auch bei JC-Opfern so kompatibel ist, das sie dem Controlling,
Entzug der Endscheidungsfreiheit sowie dem Schredder von Selbstwertvorstellungen und sinnvoller Lebensplanung nicht
entkommen können..

  • Wertschätzung/ ernst nehmen - Immer schön mit Zumutbarkeitsregularien und Gewissenschädigenden Dingen zulabern.
  • Eigenverantwortung - Zackzack ! Bewerbe Dich, auch wenn wir nur mit VVs kommen, die ZAF-Wanzen fetter machen.
  • Lösungsorientierung - Jo, da geht immer was, wie man "kreativ" aus dem Leistungsbezug gekickt werden kann.
  • Professionelle Distanz - Yupp Sehr professionell, Arbeitsuchenden via NLP auf die Pelle zu rücken und nicht flüchten können.
  • Transparenz - Nun Daher Sie kaum was von sich selbst erzählen, werde ich Sie mal zu unseren 45er-Experten zuweisen, der Sie aushorcht.
  • Ressourcenorientierung - Vernetzung und Netzwerkparkten intern-extern) - Hattu mal eine Spraydose Signalrot, um Sonderpreis noch besser sichtbar zu machen ?
  • Ergebnis- und Zielorientierung - Funzt es nicht, haben wir ein Schrank voller Arbeitsmartpolitscher Instrumennte.. Wollen sie mal rein schauen ?
  • Verbindlichkeit - A ja, scheinfreundliche Knebelverträge die sich beschönigend Eingliederungsvereinbarung (EGV) nennt.
Sorry, den Spaß musste ich mir mal erlauben und bitte nicht sauer sein, zumal ich Dir anbei nicht persönlich auf die Füße treten will
sondern nur dieses H4-System kritisieren muss und sich leider schon so weit fortentwickelt hat, aus Arbeitsuchenden auf Dauer
Gemütskranke zu formen.. Hat sich ja gut etabliert, so ran zu gehen, weil die Ursachen voll multiflexibel-faktoriel ergründet werden
können, das AV und MTs anbei immer seine Händchien in Unschuld waschen kann. H4-Getriebe muss ja laufen nööch ?

Moin :):coffee: Da schmaggelt der Kaffe / Tee soch viel besser, was "Kreativitäten" zwichenPro und Contzta zu H4 angeht.. schlüüüürffff
 
Zuletzt bearbeitet:

TazD

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Naja, ich habe mir das schon gedacht, das Gehirnschrauber_innen auch in den Häusern des JC rum schweben..
Diese Totalablehnung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Als ob das JC das einzige "Unternehmen" wäre, was Mitarbeiterschulungen durchführt. Das kenne ich aus etlichen Bereichen, in denen ich bisher tätig war und diese Schulungen sind dann mal mehr, mal weniger freiwillig.
Oftmals geht es da ja auch wirklich um Fachliches und nicht um "Gehirnschrauben". Ich hab jetzt mal einen kurzen Blick in unsere Fortbildungsangebote geworfen und natürlich sind da auch Dinge mit dabei wie Kommunikation in Konfliktsituationen oder wie man mit schwierigen Kunden umgeht.
Das sind ja keine alleinigen JC-Probleme oder meinst du vielleicht der Schuldner, dem sein Haus gerade zwangsversteigert wird, ist einfacher im Umgang als der Elo, dem die Leistungen eingestellt werden? Natürlich muss ich da als SB adäquat reagieren, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.
Hier aber immer gleich den Teufel an die Wand zu malen, halte ich für völlig übertrieben und auch völlig daneben.
 

0zymandias

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Was hat das bitte mit den Schulungen zu tun, welche die Mitarbeiter*innen im Jobcenter erhalten? Nichts. [...]
Och, die relevanten Bestandteile wie BeKo, pAp und Case Manager konnte ich ganz gut lesen.
Der zitierte Ex-SB hat auch nicht behauptet, NLP würde thematisiert oder propagiert, sondern
dass die Inhalte Anwendung finden.
Dass die BeKo als Gesamtpaket womöglich einen wissenschaftlich belegbaren Nutzen haben
mag, entscheidet nicht über die An- oder Abwesenheit von NLP-Inhalten.

[...] Das steht dort nicht! [...]

Stimmt. Aber es macht das Zertifikat als NLP-Coach zur Erfüllung einer notwendigen Bedingung.
In der Tendenz dürfte es eher nicht dazu führen, dass Herr oder Frau Erwerbslos mit weniger NLP
beaufschlagt wird.
Und es zeigt im Kontext, was für einen erstaunlich geringen Abstand die Bundesbehörde eines
säkularen Staates zu einer quasi-religiösen Heilslehre hat. Das führt dann zusätzlich auf den
schon benannten Stoff.
 

PhilippNixdorf

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Hallo PhilippNixdorf,
deine Beiträge haben mir echt gut gefallen. Manchmal habe ich aber gedacht, dass die Berater auf dem Mond leben müssen, wenn sie meinen, eine Schwerbehinderung und Ü50 wären kein Hinderungsgrund einen Job zu bekommen. Ich sollte mit diesem Hintergrund ein Bewerbungstraining machen.

Danke für deinen Kommentar. Das Problem (und das hat mich auch ungemein genervt während meiner Arbeit im JC) ist eben, dass das System es nicht zulässt, sich einzugestehen, dass manche Menschen aufgrund von Krankheit, Diskriminierung, Fehlqualifikation usw. schlichtweg keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben, auch wenn sie rein formal SGB II anspruchsberechtigt sind, also in grauer Theorie mindestens 3 Std. am Tag arbeitsfähig sind.

Es gibt im JC Kundenkontaktdichte-Vorgaben, die vorsehen, dass die Kund*innen regelmäßig einzuladen sind. Es ist ganz egal, ob es wirklich was zu besprechen gibt. Das Ausdrucken von VVs und das Zuweisen zu manchen Maßnahmen erfolgen oft nicht, weil man wirklich davon überzeugt ist, dass das was bringt, sondern um den Vorgesetzten (und letztlich der Politik) zu zeigen, dass man irgendwas tut. Das ist politisch leider so gewollt.

Ich wäre eindeutig dafür, den Zugang zum SGB XII zu erleichtern und finde auch die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens attraktiv. Gerade im Fallmanagement hatte ich viele Kund*innen, die faktisch unvermittelbar waren, aber trotzdem regelmäßig beraten werden mussten (nur zu was?). Dass Arbeitsvermittler*innen des Öfteren mal "weltfremd" erscheinen, wenn Sie eklatante Hemmnisse unberücksichtigt lassen, die eine Arbeitsaufnahme unwahrscheinlich bis unmöglich machen, liegt - so meine Erfahrung - nicht daran, dass die Fachkräfte wirklich davon überzeugt sind, dass sie die Leute vermittelt bekommen.

Ich habe mit meinen Ex-Kolleg*innen so manches Mal zusammengesessen und wir haben den Kopf geschüttelt über amtsärztliche Gutachten, denen zufolge ein*e Kund*in vollschichtig leistungsfähig sei, die - meiner Meinung nach - in keiner Weise mehr zu vermitteln ist. Man muss sich der Prämisse, alle ALG II Beziehenden grundsätzlich für erwerbswfähig zu halten, beugen, wenn man im JC arbeitet.

Das ist der Grund (so jedenfalls meine Überzeugung), warum manches Handeln von AV etwas realitätsfern wirken kann. Ich habe so manches Mal VV an Kund*innen verschickten, von denen ich sicher war, dass ich den VV genauso gut gleich hätte in die Mülltonne kloppen können. Es gab aber eben Vorgaben, in gewisser Regelmäßigkeit VV zu versenden. Dann machst du das - auch wenn du weißt, dass es nutzlos ist. Das ist eben der Preis, den man für den relativ gut vergüteten Job im Jobcenter zahlen muss: Es ist nicht alles sinnvoll was man tut und es gibt manche Widersprüche. Die muss man aushalten, sonst geht man kaputt.

Ich hatte dutzende Kund*innen, für die ich absolut nix tun konnte. Offiziell durfte ich denen aber nicht sagen: "Ich kann Ihnen nicht helfen. Wir wissen beide, dass Sie nie (wieder) einen Job bekommen werden". Das ist ein No-Go! Denken tun das die AV/FM aber durchaus oft, ist meine Erfahrung. Das SGB II ist leider geprägt durch ein massives Aktivierungsdogma. Die fragwürdige Grundüberzeugung ist, dass ALG II Empfänger*innen seitens des JC immer aktiviert werden müssen (auch wenn sie eigeninitiativ aktiv sind). Eben das führt manches Mal zu Aktionismus.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Och, die relevanten Bestandteile wie BeKo, pAp und Case Manager konnte ich ganz gut lesen.
Der zitierte Ex-SB hat auch nicht behauptet, NLP würde thematisiert oder propagiert, sondern
dass die Inhalte Anwendung finden.
Dass die BeKo als Gesamtpaket womöglich einen wissenschaftlich belegbaren Nutzen haben
mag, entscheidet nicht über die An- oder Abwesenheit von NLP-Inhalten.



Stimmt. Aber es macht das Zertifikat als NLP-Coach zur Erfüllung einer notwendigen Bedingung.
In der Tendenz dürfte es eher nicht dazu führen, dass Herr oder Frau Erwerbslos mit weniger NLP
beaufschlagt wird.
Und es zeigt im Kontext, was für einen erstaunlich geringen Abstand die Bundesbehörde eines
säkularen Staates zu einer quasi-religiösen Heilslehre hat. Das führt dann zusätzlich auf den
schon benannten Stoff.

Ich lese das anders, nämlich so, dass dieses NLP-Zertifikat lediglich als ein Beispiel unter vielen möglichen genannt ist. Hätte es eine besondere Relevanz, würde der Ausdruck wohl öfter als einmal in dem Dokument auftauchen.

Ich habe aber ja auch gesagt, dass ich nicht ausschließen kann, dass es Coaches (auch in der BA) gibt, die NLP nutzen. Ich habe nur gesagt, dass das in der BA meiner Erfahrung nach in der Weiterbildung der Mitarbeiter*innen kein Thema ist. Es ist nicht in den Konzeptpapieren aufgelistet und spielt didaktisch keine Rolle. Das ist auch weiterhin meine Überzeugung.

Helga40 meinte:
Ich baue auf meine Lebenserfahrung und gesunden Menschenverstand. Mir braucht niemand sagen, dass ich zur Motivation doch morgens erstmal 3 Dinge aufschreiben soll, die gestern positiv waren usw. Ich kann mich noch gut an ein solches Zettelspielchen erinnern. Man möge aufschreiben, welche Ziele man so habe. Die Info, dass die Dame der RD dieses kleine Seminar mit uns machen wolle, kam, als ich nach einer anstrengenden Kostenschulung gerade auf Toilette saß, es Mittagszeit war und ich anschließend PR Sitzung hatte. Und dann solcher Quatsch. Ich bat mir aus, als erste meine Ziele anpinnen und dann gehen zu dürfen. Ging klar. Also pinnte ich "Ich will so bleiben, wie ich bin." an und bin gegangen.

Das ist ja auch völlig legitim. Es gibt aber eben Menschen, die nicht von Natur aus so souverän sind und gute Kommunikationskompetenz mitbringen. Ich selbst bin eher introvertiert und musste mir meine jetzige Kommunikationsfähigkeit erst erarbeiten. Die kam nicht natürlich, sondern durch Training und langjährige Praxis als Berater und Mediator. Und da finde ich es durchaus gut, wenn der Arbeitgeber die Möglichkeit bietet, sowas zu trainieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hesse90

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Ich hatte dutzende Kund*innen, für die ich absolut nix tun konnte. Offiziell durfte ich denen aber nicht sagen: "Ich kann Ihnen nicht helfen. Wir wissen beide, dass Sie nie (wieder) einen Job bekommen werden". Das ist ein No-Go! Denken tun das die AV/FM aber durchaus oft, ist meine Erfahrung. Das SGB II ist leider geprägt durch ein massives Aktivierungsdogma. Die fragwürdige Grundüberzeugung ist, dass ALG II Empfänger*innen seitens des JC immer aktiviert werden müssen (auch wenn sie eigeninitiativ aktiv sind). Eben das führt manches Mal zu Aktionismus.

Genau das ! Auch wenn man jemanden de facto nicht "helfen" kann ist man als SB quasi gezwungen dauernd Aktiv zu sein und dadurch kommt relativ schnell ein Gefühl von "Verfolgung" bei den Leistungsbeziehern an, Problem ist leider auch das es manchen SBs leider völlig Schnecke ist wie es dem Menschen geht ( Allgemeinzustand, Moral, Lebenseinstellung ) und Hauptsache Er/Sie kriegt die Person raus aus der Statistik, im Notfall immer mit einer Maßnahme, Hauptsache raus aus der Statistik, egal wie.
 

götzb

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Ich habe mit meinen Ex-Kolleg*innen so manches Mal zusammengesessen und wir haben den Kopf geschüttelt über amtsärztliche Gutachten, denen zufolge ein*e Kund*in vollschichtig leistungsfähig sei, die - meiner Meinung nach - in keiner Weise mehr zu vermitteln ist. Man muss sich der Prämisse, alle ALG II Beziehenden grundsätzlich für erwerbswfähig zu halten, beugen, wenn man im JC arbeitet.
Stehen da im Nebentext zusätzlich noch bestimmte Einschränkungen ?
z.b Rückbelastung Kontakt mit vielen Menschen vermeiden usw.
Es könnte auch sein das dass JC nur weitere "kostenintensive" Begutachtungen vermeiden wil.
So das man zwar als vs-lf gilt, aber trotzdem das JC nichts machen kann, so als wäre man unter 3h nicht lf.
- weil eben eine EU- Rente aussichtslos ist.
Also nur vordergründig böswillig oder sinnlos.
Es gibt im JC Kundenkontaktdichte-Vorgaben, die vorsehen, dass die Kund*innen regelmäßig einzuladen sind.
Es gibt diese, aber es gibt auch Möglichkeiten auf persönliche Vorsprachen zu verzichten.
- das hat dann aber auch was mit der Teamleitung zu tun, und welche Vorgaben gelten.
Also Kontakt "was gibt es neues" per Mail. Auch schon vor Corona.
Ich hoffe das nach Corona die Jobcenter nicht wieder zum alten Muster zurückkehren.
Und diese Aktivierungsdogma in Gänze beenden.
Würde sicherlich viel sinnvoller sein. Und viele Gelder sparen.

Letztlich ist es auch im Sinne der Teamleitung und es besteht auch eine
gesetztiche Fürsorgerpflicht die Untergebenen vor "rabiaten" Kunden zu schützen.
Diese Rabiatheit dann aber auch im JC Klima und der Art der Personen dort produziert wird.
Niemand geht gerne in JC, und das es ziemlich -menschlich- übles- Personal gibt, haben ich sicherlich nicht nur ich erleben dürfen.
 

Alfred2952

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... das scheint ja durchaus Sinn zu machen... IT Schulungen werden ja auch meistens direkt vom Softwareanbieter angeboten... Da der die Lösung ja am besten kennt...
Nur mit dem Unterschied, dass Ärzte dann nach ner Pharma-Schulung als Verkäufer von Produkten auftreten, während bei Software ja bereits der geschulte der Käufer ist (oder seine Firma).

Sage mir, welche Krankheit du diagnostiziert bekommen hast und ich sage dir, bei welchem Pharma-Konzern dein Arzt die letzte Schulung hatte.
Ich denke da an meine Hausärztin, die immer schläfrig wirkte. Bis auf den Moment wo sie mir Vita-Sprint angeboten hat. Oder an den Augenarzt, wo ich im Warteraum von Igel-Leistung-Werbung zugedröhnt werde und dann im ersten Behandlungsraum nur noch schnell unterschreiben sollte, während die Arzthelferin schon die Geräte eingerichtet hat. Ich musste sehr vehement mich dagegen wehren und hätte selbst dass dann unterschreiben sollen.

Und ja, es gibt auch (viele) andere Beispiele. Aber eben auch diese - und eben nicht als Einzelfall.
 

Enkomion

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.. das es manchen SBs leider völlig Schnecke ist wie es dem Menschen geht ( Allgemeinzustand, Moral, Lebenseinstellung ) und Hauptsache Er/Sie kriegt die Person raus aus der Statistik, im Notfall immer mit einer Maßnahme, Hauptsache raus aus der Statistik, egal wie.
Der Fall ist normal. Wobei deren Selbstherrlichkeit denen aktuell auch gestattet, sogar einen psychologischen "Notfall" auch einschätzen zu dürfen.
Als Verdachtsfall von Persönlichkeits Störungen, derr der IFK dann eine Zuweisung des Elo für ein Psychologisches Gutachten ermöglicht.
Um dann das Ergebnis mit dem Psychologen / Arzt haarklein zu besprechen, ob das weitere Vorgehen Integration zulässt oder stattdessen an Gesundheitseinrichtungen weiter verwiesen werden sollte.
Wobei das keine Phantasie ist. Es ist eher unfassbarer Inhalt einer mir vorliegenden Ausschreibung, wo das Jobcenter der Meinung ist, es sei für die Feststellung und Überprüfung der geistigen Gesundheit der Elo zuständig. Und das bei Elo ab 15 Jahren bis 67 Jahren.
Schon im voraus wurde per Bedarfsanalyse festgelegt, dass monatlich bis zu 65 Elo monatlich begutachtet werden sollen.
Damit wären das bis Jahresende 2021 12 Prozent der Elo dieses Jobcenters..Dass dieses JC gleichzeitig Supervision benötigt und durchführt, das wundert mich nicht
.Das Jobcenter ist übrigens keine Optionskommune.
Wie dem auch sei, so und ähnlich dreist, sägt sich Hartz IV nur noch schneller den Systemast ab. Und Elo haben für solche Übergriffe ein Langzeitgedächtnis. Für solche Aktionen diverser IFK gibt es keinerlei Rechtfertigung, meiner Meinung nach.
Und keinen Grund sowas mithin als Arbeit anzustreben. Es gäbe unendlich viele solcher mir bekannter geplanter Entgleisungen zu berichten, die in 2021 den Elos angetan werden sollen, um das Jobcenter als unbeteiligt an der anhaltenden Arbeitslosigkeit erscheinen zu lassen.
 
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PhilippNixdorf

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götzb meinte:
Stehen da im Nebentext zusätzlich noch bestimmte Einschränkungen ? z.b Rückbelastung Kontakt mit vielen Menschen vermeiden usw.

Das ist ganz unterschiedlich. Es las sich für mich oft paradox, wenn im Gutachten stand: Vollschichtig leistungsfähig, dann aber eine lange Liste von Einschränkungen wie keine Akkord-Arbeit, keine Überkopf-Arbeit, keine Nachtschicht, keine Tätigkeit mit hohem Stresspotenzial usw. aufgelistet waren.

Das Problem mit den ärztlichen Gutachten im JC ist, dass die Arbeitsmediziner definieren, was die Person grundsätzlich noch kann (oft tun sie das nach Aktenlage, also ohne die Person je zu sehen). Die Arbeitsmarktlage spielt keine Rolle. Als Arbeitsvermittler hatte ich die aber eben auch zu berücksichtigen. Ich bekam damals oft Gutachten, in denen es hieß, die begutachtete Person sei „vollschichtig leistungsfähig“.

Das bedeutet, in der grauen Theorie gibt es Arbeiten, welche die Person verrichten kann. In der Praxis gibt es diese Arbeiten aber oftmals nicht. Ich hatte oft Leute, für die aufgrund ihrer Einschränkungen allenfalls eine Arbeit als Pförtner, Museumswärter o. a. in Frage kam. Es gibt aber nicht mal ansatzweise genug Stellen in diesem Bereich. Das spielt bei der ärztlichen Begutachtung aber keine Rolle – und das ist für die Vermittler*innen ein Problem.

götzb meinte:
Es könnte auch sein das dass JC nur weitere "kostenintensive" Begutachtungen vermeiden wil.

Diese Hypothese habe ich hier im Forum schon oft gelesen, kann das aus meiner Praxis aber nicht bestätige. Der Amtsarzt des JC agiert völlig autonom. Es gibt keine Vorgaben derart, dass er irgendwie in eine Richtung gelenkt werden soll. Jedenfalls sind mir aus dem BA-Intranet keinerlei solcher Weisungen bekannt und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ärzte sich auf sowas einlassen würden.

Was in der Tat stimmt, ist aber, dass die Einschaltung des ärztlichen Dienstes kontingentiert ist. Das heißt, man kann pro Monat nur eine gewisse Anzahl von Gutachten in Auftrag geben. Ist die Quote erreicht, muss man warten, weshalb es vorkommen kann, dass mehrere Monate vergehen, bis man einen Termin beim ÄD bekommt bzw. bis dieser nach Aktenlage beurteilt.

götzb meinte:
Es gibt diese, aber es gibt auch Möglichkeiten auf persönliche Vorsprachen zu verzichten.

Richtig. Man kann telefonieren. Ob die Kundenkontaktdichte eingehalten wird, wird seitens des Controlling anhand der Beratungsvermerke (nur quantitativ, nicht inhaltlich) überprüft. Ein Beratungsvermerk zählt als Kundenkontakt. Ob der telefonisch oder vor Ort stattfindet, spielt keine Rolle. Ich habe daher oft auch einfach die Kunden angerufen bzw. es als Beratungsvermerk dokumentiert, wenn die mich angerufen hatten. So war ich mit meiner Kontaktdichte immer im grünen Bereich.

götzb meinte:
Also Kontakt "was gibt es neues" per Mail. Auch schon vor Corona.

Ich habe bis Ende 2018 im JC gearbeitet. Damals war es so, dass ein E-Mail-Kontakt nicht als Beratungsvermerk gespeichert werden konnte. Ob das mittlerweile anders ist, weiß ich nicht. Ich kann es mir aber nicht vorstellen.

götzb meinte:
Ich hoffe das nach Corona die Jobcenter nicht wieder zum alten Muster zurückkehren.

Ich habe noch immer Kontakt zu Fach- und Führungskräften aus diversen JC, weil ich mittlerweile zur dortigen Arbeit forsche und Mitarbeiter aus diversen JC in ganz Deutschland interviewt habe. Der Tenor ist, dass die Corona-Krise die Umstellung bzw. Optionalität auf Online-Beratung deutlich beschleunigt. Es wird gerade ein Online-Beratungskonzept entwickelt, in einigen Optionskommunen gibt es das schon.

Das soll, so meine Info, dann ähnliche wie bei Zoom laufen. Man erhält per E-Mail einen Link, klickt den an und wird mit dem/der Vermittler*in im JC verbunden. Man muss dafür nichts installieren und kann solche Termine problemlos mit dem Smartphone wahrnehmen. So jedenfalls die Idee. Bis das flächendeckend eingeführt wird, dauert es aber bestimmt noch 2 Jahre oder länger, schätze ich.

Da müssen abgesehen von den technischen Hürden diverse Weisungen erstellt werden und es muss ggf. auch eine Verordnung bzgl. der Art der Kontaktaufnahme-Möglichkeiten erlassen werde. Ich denke, die Online-Beratung wird als Option kommen, es wird aber ziemlich sicher nicht passieren, dass man zu einer solchen verpflichtet werden kann. Dann nämlich müsste das JC jedem/jeder Kund*in ein Smartphone stellen und die Erreichbarkeitsanordnung ändern.

götzb meinte:
Und diese Aktivierungsdogma in Gänze beenden. Würde sicherlich viel sinnvoller sein. Und viele Gelder sparen.

Gut möglich. Der Wunsch, es zu ändern, findet derzeit politisch aber keine Mehrheit. Die Meinungen dazu, wie „Hartz IV“ makroökonomisch wirkt (ob es ein Erfolg oder Misserfolg ist), gehen unter Ökonomen auch extrem auseinander. Da spielt die politische Färbung auch eine Rolle.

götzb meinte:
Letztlich ist es auch im Sinne der Teamleitung und es besteht auch eine gesetztiche Fürsorgerpflicht die Untergebenen vor "rabiaten" Kunden zu schützen.

Was das angeht, habe ich im JC nur positive Erfahrungen gemacht. Es wurde in den Jobcentern, in denen ich tätig war, einiges getan, um den Schutz der Mitarbeiter*innen zu erhöhen. Das betrifft nicht nur die Schulung zur Deeskalation, sondern auch die Anordnung der Möbel im Büro, den Einbau von Fluchttüren, das Einstellen von Sicherheitspersonal, das Auswechseln von Tür-Griffen mit Tür-Knauf (Tür vom Gang also nur mit Schlüsse zu öffnen) usw. Letztlich würde eine gänzlich sanktionsfreie Grundsicherung im Sinne eines Grundeinkommens viele dieser Sicherheitsmaßnahmen aber vermutlich überflüssig machen.

götzb meinte:
Niemand geht gerne in JC, und das es ziemlich -menschlich- übles- Personal gibt, haben ich sicherlich nicht nur ich erleben dürfen.

Meiner Meinung nach gibt es in jedem Arbeitsbereich und in jeder Organisation gute und weniger gute Mitarbeiter*innen. Das JC ist da keine Ausnahme. Die Mitarbeiter*innen agieren in einem Rahmen, der von ihnen bedingt durch das Credo des Forderns und Förderns ein widersprüchliches Handeln verlangt. Das kann Kund*innen verwirren und manche auch aggressiv machen. Meine Erfahrung ist aber auch: Die allermeisten Kund*innen (bestimmt 99 %) sind friedlich – und die allermeisten Mitarbeiter*innen haben keinerlei Bedürfnis, den Menschen irgendwie eins „reinzuwürgen“, sondern sind bemüht, konstruktiv mit ihnen zu arbeiten.
 
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