Workshopanbieterin = Freiberufler oder Kleingewerbe?

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lillimaee

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Guten Morgen,

seit etwa 2 Jahren bekomme ich ALG2 (vorher ALG1) und bin alleinerziehende Mutter eines 1,5 jähringen Jungen.

Nach reichlicher Überlegung möchte ich mich nun selbständig machen. Nicht hauptberuflich, das ist zeitlich nicht drin.
Ich habe mich für mehrere Teilzeit- bzw. Nebenjobs beworben, möchte meine Selbständigkeit als Nebengewerbe betreiben.
Ich biete Workshops für Kinder im Vorschul- und Schulalter an (aufgrund meines Studiums in Biotechnologie (leider nicht beendet, es fehlen noch 4 Prüfungen) und meiner Ausbildung im naturwissenschaftlichen Bereich) und habe nach einigen Umfragen ein positives Feedback erhalten.

Nun will ich es bald dem Finanzamt melden, sobald das ganze Projekt startet. Ich bin gerade dabei die letzten Anschaffungen zu tätigen und Flyer zu drucken.

Ich informierte mich in Internet und sah, dass es außer ein Kleingewerbe auch Freiberufler gibt und ich versuchte herauszufinden, worunter mein Projekt fällt. Am ehesten in der Beschreibung traf es "Kursleiter" oder "Nachhilfe", da das Nahebringen naturwissenschaftlicher Themen an Kinder irgendwie unter beides fällt.
Und beide Berufe fallen unter die freien Berufe.
Wie das aber so ist, gibt es ja immer hier und da Ausnahmen, Besonderheiten und Regelungen und mir raucht gerade der Kopf.

Die Anmeldung beim FA will ich erst im neuen Jahr tätigen.

Weiß hier vielleicht jemand, ob man als "Workshopanbieterin" auch unter die freien Berufe fällt?
Den Unterschied an sich zu dem Kleingewerbe kenne ich bereits, da hat mir ein Forenmitglied eine gute Erklärung geliefert :)
Es geht letztlich nur noch darum, worunter ich falle.

Lieben Dank schon mal für die Antworten.
Gruß
Lilli
 
G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
Hallo,

mal eins vorneweg, es gibt kein Nebengewerbe und auch kein Kleingewerbe.
Ein Gewerbe ist und bleibt ein Gewerbe. Ob nebenbei oder hauptberuflich!

Was es jedoch gibt ist die Kleinunternehmerregelung (§19) im Steuerrecht.

Und worunter Du nun fällst, beurteilt das Gewerbeamt. Denn die müssen Dir dann eine Gewerbeerlaubnis ausstellen oder halt nur, dass Du freiberuflich eingeordnet wurdest.
Dem FA ist es wurscht was Du bist, die wollen dann nur Deine Steuererklärung haben!;-)

Bedenklicher ist jedoch Dein Tätigkeitsfeld, denn damit wärest Du ggf. rentenversicherungspflichtig (Lehrer), egal wieviel Du verdienst. Auch unterhalb von 400,-€.

VG nochten
 

Hartzeola

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Und worunter Du nun fällst, beurteilt das Gewerbeamt. Denn die müssen Dir dann eine Gewerbeerlaubnis ausstellen oder halt nur, dass Du freiberuflich eingeordnet wurdest.
Dem FA ist es wurscht was Du bist, die wollen dann nur Deine Steuererklärung haben!;-)

Hat das Finanzamt den Sachverhalt geprüft und stuft eine bestimmte Tätigkeit als freiberuflich ein, dann ist es nicht notwendig ein Gewerbe an zu melden. Die Vorteile der freiberuflichen Tätigkeit kommen insbesondere dann zur Geltung, wenn ein Gewerbetreibender gewisse Gewinn- oder Umsatzgrenzen überschreitet. Unabhängig vom Jahresumsatz und dem erzielten Gewinn dürfen Freiberufler ihren Gewinn auf Basis der einfachen Einnahme-Überschuss-Rechnung ermitteln und brauchen dabei keine doppelte Buchführung
https://www.gewerbe-anmelden.xxxx/freiberufler/ausnahmeregelung.html

PS anstatt xxxx info
 

lillimaee

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Seltsam, ich habe ganz andere Infos erhalten.
Ich arbeite ja primär ganz normal als Arbeitnehmer, so dass damit auch die Rentenversicherung und Krankenversicherung geklärt ist. Aufgestockt werde ich (noch) mit ALG2.
Jetzt bin ich verwirrt.

Unter Lehrer falle ich nicht, dazu fehlt mir die Qualifikation.
Daher kam nur Kursleiter oder Nachhilfeanbieter in Frage.
Jedenfalls wenn man dieser Seite glauben kann, die das Finanzamt verlinkt hat.
Workshops sind ja nichts anderes als Kurse. Man muss kein Studium dafür abgeschlossen haben. Bei Kursleitern schaut das anders aus.
 
S

silka

Gast
dein örtliches Gewerbeamt sagt dir sehr genau, ob das ein Gewerbe ist.

ich meine, du bist dann eine Freiberuflerin.
deine bezeichnung finde ich aber leicht seltsam.

warum willst du, die ja etwas anbietet, dich Anbieterin nennen?

eine Architektin bietet ja auch etwas an und nennt sich nicht "Leistungsanbieterin Architektur", oder?

wer Waren verkauft, handelt gewerblich.
tust du das?

ich bin zb. Freiberufler, mein beruf steht nicht in der Gewerbeliste und beim Finanzamt bin ich Kleinunternehmer.
ganz einfach so.
ich biete auch Leistungen an, nenne mich aber etwas " kreativer",-))
 
G

Gelöschtes Mitglied 38337

Gast
@Hartzeola
Da hast Du sicher Recht. Hab ich verhauen, da die zwei Ämter bei uns, damals im gleichen Gebäude waren...

@lillimaee
die Rentenversicherungspflicht legt die Rentenversicherung (RV) fest. Google mal nach "Lehrer rentenversicherungspflichtig".
Dann findest Du Links zum Thema Lehrer/RV...wer Wissen vermittel...ist Lehrer und somit pflichtig!
Ich arbeite ja primär ganz normal als Arbeitnehmer, so dass damit auch die Rentenversicherung und Krankenversicherung geklärt ist
Geklärt schon, nur nicht die Höhe der Beiträge! Denn der "gewerbliche Nebenverdienst" wird mit beachtet in der RV, wenn Du als pflichtig eingestuft wurdest. Und somit kommen in ein paar Jahren ggf. hohe Nachzahlungen auf Dich zu.

Gehe doch zu Deiner örtlichen RV und frage dort mal nach und wenn die Dir sagen, Du bist nicht pflichtig, lass es Dir (wie immer) schriftlich geben!

VG nochten
 

lillimaee

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@silka

Ich nenne mich sicherlich nicht offiziell so. Ich wollte in der Überschrift lediglich kurz und knapp in einem Wort sagen, was ich mache.
Es ging nur darum, dass jeder gleich weiß, was ich mache.
In meinen Post habe ich das extra in "" gesetzt.

@nochten

Danke für den Tipp, ich werde gleich Montag mal bei der RV anrufen.
 
S

silka

Gast
sie bleibt doch sicher trotzdem noch in Alg2.
dann hat sich das mit der RV und KV ( frw.) doch erledigt, oder?

sie ist KEINE Gewerblerin, sie ist Freiberuflerin mit geringem Einkommen und auf erg. Alg2 angewiesen.

Ich verstehe nur nicht, wieso sie " normale Arbeitnehmerin" sei.
gibts noch einen andern Job?
 

lillimaee

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@silka

Ja, zunächst gehe ich momentan jeden Sonntag putzen und bekomme 156 Euro. Am Montag habe ich einen Termin für einen Job. Ob der auf 400 Euro läuft oder doch Teilzeit wird dann geklärt. Das kommt auch drauf an, wie ich meinen Sohn betreut habe was aber selbst erst geklärt ist, wenn ich weiß, wie lange ich arbeiten muss (da beißt sich die Katze in den Schwanz).
Meine Workshops müssen sich ja erstmal rumsprechen und ich muss die Werbetrommel rühren. Bis ich davon einigermaßen leben kann (und das wird auch zukünftig wohl nicht ohne zusätzlichen Job gehen), wird es noch ein wenig dauern.

Weiterhin werde ich erstmal ALG2 bekommen. Sollte ich allerdings Teilzeit arbeiten können, kann es gut sein, dass ich kein ALG2 mehr bekomme, wenn man Kindergeld, Kinderzuschlag, Wohngeld, Unterhalt usw. zusammennimmt bzw. das, was ich vom JC noch bekäme wäre so wenig, dass ich gern drauf verzichte um der lieben Freiheit Willen :)

Geplant für die Zukunft ist es also so, dass ich einen Hauptjob habe (Teilzeit), meine Workshops und ab Oktober 2013 oder 2014 ein Studienplatz (das ist noch offen).
 
S

silka

Gast
ja, lillimaee
ist schon alles recht klar.
Viele versuchen so, aus der Hartz-Mühle rauszukommen.
Ich wünsch dir Glück, gar keine Frage.

bitte noch zur Beachtung:
du wirst als selbständige Freiberuflerin mit anfangs geringem Einkommen noch länger Alg2 ergänzend brauchen.
Vielleicht bekommt dein Kind Wohngeld. kann gut sein.
du dann Alg2.

hast du denn ein tragfähiges Konzept für dein Vorhaben?
Ohne dieses wird dein JC dir Schwierigkeiten machen.
Hast du irgendetwas beim JC beantragt wie Einstiegsgeld? Oder eine solche Zusage?

mich hat nur dein Satz mit der Arbeitnehmerin verwirrt.
Wenn, dann bist du Auftragnehmerin für die Auftraggeber Eltern oder Schulen oder Kitas osä.

bis dahin hast du 1-2 kleine Verdienste.
das sind vorerst Minijobs.

übrigens braucht man 80% eigenes Einkommen, um wohngeldberechtigt zu sein. Pro Person.

Toll, was du vorhast.
Vergiß bitte nicht, wieviel Zeit ein Kind mit 1,5 Jahren mit seiner Mutter braucht.

Alles Gute!
 

lillimaee

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Zuschüsse werde ich nicht beantragen, da die Anschaffungskosten so gering sind, dass ich sie nach und nach selbst tätigen kann (einen großen Teil habe ich schon).

Wieso sollte mir das JC Probleme bereiten?
Stelle ich mir das zu einfach vor? Ich war der Meinung, dass wenn ich meine für mein Leben selbst aufkommen zu können, dann muss ich von denen nichts mehr bekommen.
Ich hatte mir das von einem netten Herrn bei einer Beratungsstelle (Bürgerberatung) durchrechnen lassen und er meinte, wenn man alles zusammenrechnet (also Kindergeld, Unterhalt usw), dann würden theoretisch 600 Euro netto reichen, dass ich in etwa das habe, was ich jetzt habe.
Und das war nun auch mein Plan. Sollte sich am Montag herausstellen, dass ich den Job in Teilzeit machen kann, dann erhoffe ich mir, dass es ausreichen wird um diese 600 Euro zu erreichen.
Wenn das erreicht ist, dann ziehe ich das mit den Workshops richtig durch. Dann muss ich keinem Amt mehr Rechenschaft ablegen. Vor März/April 2013 wird das ja eh nichts.

Tja, und mein Sohn muss nun mal damit leben, dass seine Mama alleine für alles aufkommt und dazu gehört auch, dass Zeit immer und immer knapp sein wird. Ich habe mir geschworen, nicht länger als 2 Jahre ALG2 zu bekommen und nun bin ich schon drüber. Das kommt für mich nicht mehr in Frage und ich werde alles daran setzen, das hinter mich zu lassen.

Ich werde aber sicherheitshalber nochmal einen Termin mit dem Berater machen, falls ich da doch was falsch verstanden habe.
 

Erolena

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In der Rentenversicherung kann man unter Umständen "doppelversicherungspflichtig" sein. Frag mal einen Rentenexperten direkt nach diesem Begriff 'Doppelversicherungpflicht', ob dir das mit deiner Selbständigkeit passieren kann, obwohl du vielleicht über einen Job schon versichert bist.

Ich war einmal doppelt rentenversicherungspflichtig. Einerseits musste ich als Bezieher eines Existenzgründungszuschusses RV-Beiträge zahlen und andererseits hat das Jobcenter (damals noch) Rentenbeiträge gezahlt. Ich dachte, wenn ich ergänzend ALG2 beantrage, dann fällt meine Rentenbeitragszahlung als Existenzgründungszuschuss-Bezieher weg. Aber das war ein Irrtum. Das war übel. Ich hatte noch nie von einer Doppelversicherungspflicht gehört und das Jobcenter auch nicht. Am Ende hatte ich Schulden bei der Rentenversicherung.
 

lillimaee

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Ach je, das wird ja immer doller.
Da hat man ja schon fast keine Lust mehr an der Selbständigkeit zu arbeiten. Aber ich gebe nicht auf *g*
Ich denke, ich komme um eine gute Beratung nicht herum. Ich schaue mal, an wen ich mich da wenden kann.
 
S

silka

Gast
@lillimaee
das mit der Doppel-RV entfällt für dich.
@Erolena hat das Geld dafür von den beiden Trägern bekommen, hat also nichts aus eigener klammen Tasche zahlen müssen.
Schulden konnten da nur entstehen, wenn der Pauschalbeitrag von 300,- mtl. nicht für die Sozialabgaben verwendet wurden. Das war der Irrtum.
Kann dir gar nicht passieren. Denn es gibt für dich gar keinen Ex-Gründungs-Zuschuß.
Sowas gabs nur aus ALG1.

Zum Glück MUSS niemand Zuschüsse beantragen;) Dann gibts auch nicht deswegen Probleme.

Aber für die Zeit, wo du Alg2 beziehst, gibts ja keine RV-Beiträge mehr vom JC.
Diese Zeiten sind vorbei und das war auch fast zu vernachlässigen, was dabei rumkam.

Llangfristig gedacht, mußt du schon an deine Altersversorgung denken. das bleibt keinem erspart.
ich sage mal aus meiner Sicht:je eher, je besser, umso billiger.
früher habe ich das auch anders gesehen.

und wegen der Unabhängigkeit vom Amt:
alle deine Einnahmen, woraus auch immer, werden auf Alg2 angerechnet---mit Freibeträgen natürlich. und u.U kannst du viel als einkommensmindernde Positionen geltend machen.

Wohnst du denn mietfrei? Oder wie kommst du auf 600,- für 2 Personen?
 

lillimaee

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Nein, mietfrei wohne ich nicht.
Ich habe hier nur die Rechnunge von dem Berater zu Grunde liegen.
Er meinte, wenn ich 600 Euro netto verdiene und man Kindergeld und Unterhalt hinzunimmt, könnte ich noch Wohngeld und Kindergeldzuschlag beantragen. Außerdem kommen dazu die 156 Euro aus meinem Wochenendjob, die ja von Sozialabgaben befreit sind, da ich mit dem anderen Job über 400 Euro verdiene (so habe ich das hier notiert).
Bei dem Gespräch damals war die Sache mit der Selbständigkeit noch nicht berücksichtigt.
Ich hoffe, dass mir der Berater nichts falsches gesagt hat, denn darauf baut gerade meine ganze Planung auf :-/
Ich habe natürlich nichts dagegen, wenn ich mehr verdiene. Aber mehr als eine Teilzeitstelle ich gerade zeitlich nicht drin, da mein Sohn nur eine Teilzeittagespflege besuchen kann (Vollzeitpflegestellen sind hier derzeit nicht verfügbar).

Ich würde mit den 600 Euro so gerade das herausbekommen (mit allen weiteren Geldern), was ich jetzt habe. Wohlmöglich ein bisschen weniger. Aber damit kann ich umgehen. Mein Sohn ist gut versorgt. Wenn es an etwas fehlen sollte, greift meine Familie mir unter die Arme, was sie dann ja darf, ohne das ich Ärger vom Amt bekomme.
Aber bisher habe ich auch gut von dem Geld leben können und hatte sogar am Ende etwas über um zu sparen. Alles eine Frage der Finanzorganisation :)
 

lillimaee

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Was die Altersvorsorge angeht, so habe ich ja nicht vor ewig nur wenig zu verdienen.
Sollte das mit dem Studium im Herbst nicht klappen, habe ich immernoch eine hervorragende Ausbildung mit besten Qualifikationen in der Tasche. Dann müsste ich wieder im Labor arbeiten, wenngleich ich dort sicher nicht glücklich würde.
Ich will jetzt einfach versuchen einen neuen Weg einzuschlagen, auch wenn ich einiges entbehren muss. Aber von Nichts kommt auch nichts.
Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Weg jetzt einfach gehen muss. Es ist einfach der richtige Moment.
Ob mir das Amt da nun Steine in den Weg legen will oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Es muss einen Weg geben, dass ich das so schaffe, wie ich mir das in etwa vorstelle. Ich muss ihn nur noch finden :)
 

Struwwelliese

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Hallo Lillimaee,

wenn Du Kurse gibst, ist das wohl eine unterrichtende und damit freiberufliche Tätigkeit. Du mußt also kein Gewerbe anmelden.

Du kannst einen Antrag stellen, Dich über die kfw-Beraterbank beraten zu lassen. Dort bekommst Du in den ersten 5 Jahren der Selbstständigkeit Zuschüsse (zuerst 90%, später weniger). Ich weiß aber nicht, ob das auch für eine nebenberufl. Selbstständigkeit gilt. Du kannst dort aber tel. nachfragen:
https://beraterboerse.kfw.de/index.php?ac=startseite

Außerdem gibt es das Institut für Freie Berufe, die kostenlose Beratungstermine anbieten, wo man auch gut beraten wird:
Home | www.institut-fuer-freie-berufe.de

Es gibt auch Coachingmaßnahmen für Selbstständige, die über die Jobcenter finanziert werden, aber da unterliegst Du natürlich sehr der Kontrolle (die kaufen immer die Beratungsgesellschaften mit dem günstigsten Preis, Du hast keine Wahl, wo Du hingehst und es wird Bericht über Dich erstattet).

(Bin auch freiberufl. mit ALG II, also gern nachfragen.)

Gruß, Struwwelliese
 

lillimaee

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Hallo Struwwelliese,

super! Vielen Dank für die Links! :)

Also Zuschüsse möchte ich ungern in Anspruch nehmen. Ich habe schon genug Schulden aufgrund meines ersten Studiums und die möchte ich eher abbauen als weiter anhäufen.
Ich möchte das schon irgendwie selbst schaffen.
Ich meine, das mit der Selbständigkeit muss ja nicht sofort geschehen. Wenn darüber noch einige Monate vergehen, ist es auch okay.
Ich will erstmal raus aus ALG2 und daran arbeite ich. Für die Selbständigkeit bereite ich alles vor, so dass ich letztlich nur noch anmelden und loslegen muss.
Ich erhoffe mir, dass ich Mitte nächsten Jahres die ersten Aufträge bekomme, also im März anfange zu werben.

Gott sei Dank sind die Anschaffungskosten meiner Materialien so gering, dass es locker allein zu stemmen ist.
Das Einzige, was eben noch Unbehagen bereitet ist die Unwissenheit über alles. Was muss ich letztlich an Versicherungen und Steuern zahlen und was nicht? So langsam verschaffe ich mir einen Überblick, aber so eine richtige Beratung wäre bestimmt nicht schlecht. Da werde ich mich mal erkundigen.

Ich weiß, für Außenstehende wirkt das alles sehr gewagt und unsicher und bestimmt ist es das auch. Aber ich muss es einfach probieren. Ich mag nicht mehr im Labor arbeiten (dem Job habe ich u.a. meine Depressionen zu verdanken) und möchte einen anderen Weg einschlagen. Als in dem Bereich ungelernte Kraft muss ich eben klein anfangen. Sei es in der Selbständigkeit oder einfach so im Beruf.
Tja, da muss ich erst 30 werden um herauszufinden, was ich wirklich will :)
 

Struwwelliese

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Das sind keine Zuschüsse, die Du zurückzahlen mußt, sondern Geld, das Dir geschenkt wird, um Deine Selbstständigkeit aufzubauen.
Wieso willst Du das verfallen lassen? Das bekommen sonst andere...

Du hast doch viele Fragen am Anfang - und dazu brauchst Du eine gute Beratung.
Kannst auch versuchen, über das JC einen Existenzgründungskurs zu bekommen, das bezahlen die normal (meist 1-2 Wochen).
Da lernst Du den ganzen Kram: Buchhaltung, Steuern, Versicherungen, Geschäftsidee klären, Finanzplanung, Marketing, Kundenwerbung, Steuern und Versicherungen...

Wenn Du den machst, kannst Du am Ende einen Businessplan schreiben und bekommst eine Tragfähigkeitsbescheinigung.
Falls Du nicht schon arbeitest, kannst Du dann damit einen Gründungszuschuß beantragen (gib acht, mir haben sie den verweigert, weil ich bei Gründung einen einzigen Kurs laufen hatte - es wurde dann gesagt, ich bekäme den Zuschuss nicht, da ich schon selbstständig sei).
Ich weiß aber nicht so genau Bescheid, wie sich die Sachlage in den letzten 2 Jahren verändert hat.

Und unterschätze mal nicht die Ausgaben. Du brauchst Geld für Werbung, Internet, für Büromaterialien und -geräte, Fahrtkosten, Telefon, Arbeitsmaterial, Fachliteratur, Netzwerktreffen, Fortbildung... Auch wenn man keine Geschäftsräume mieten muss, hat man viele Unkosten!
Die Kunden fallen auch nicht vom Himmel - oder hast Du so eine besondere Geschäftsidee?

Zusätzl. Versicherungen brauchst Du auch: Berufshaftpflicht, Schlüsselversicherung, Unfallversicherung usw.
Als Kleinunternehmerin (bis 15.000 € Umsatz im Jahr oder so, bin grad nicht ganz sicher) bist Du von der Umsatzsteuer befreit. Davor hast Du also in der ersten Zeit Ruhe.

Aber lass dich davon nicht verschrecken, es macht Spaß!! :icon_smile:
 
S

silka

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@Struwwelliese
Wieso sollte sie einen Gründungszuschuß bekommen?
Sie bekommt jetzt Alg2.
Meinst du Einstiegsgeld?

Die Vergabe hat sich sehr zuungunsten der Mutigen verändert.

Den Gründungszuschuß aus ALG gibts nur noch in Ausnahmefällen, ist ganz stark zurückgefahren geworden.
Einstiegsgeld aus Alg2 auch sehr knapp vergeben.
Damit soll man nach 6 Monaten ein florierendes kleines Unternehmen sein.
Diese Spinner!
Alles seit Anfang 2011, UvdL sei Dank;((
 

lillimaee

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Ich habe die Kosten schon sehr genau kalkuliert.
Das schöne an meinen Kursen ist, dass es mit einfachen Haushaltsmitteln gemacht werden kann (Zitronensaft, Backpulver, Plastikflaschen, Papier etc.) Ich würde euch ja eben den Link zu meiner Seite zeigen, damit ihr einen Eindruck bekommt, aber das würde wohl unter Werbung fallen und einen Rausschmiss hier mag ich nicht riskieren :)

Tatsächlich halten sich die Kosten für Materialen wirklich im Rahmen. Das teuerste sind 100 Rundfilter für 15 Euro und damit komme ich einige Zeit aus.

Der größere Posten ist die Werbung, aber ich bin ja nicht ganz ohne Hilfe. Die Familie greift da auch ein bisschen ein.
Ohnehin läuft meine Werbung über Mundpropaganda. Eltern verlassen sich bei Dingen für ihre Kinder lieber auf die Aussagen anderer Eltern als auf irgendwelche Flyer.
Dennoch werde ich die Werbetrommel rühren.

Nach meinen Recherchen gibt es hier in der Umgebung niemanden, der das anbietet was ich anbiete. Während Kindergärten für diese Workshops in Institute fahren müssen und dort Experimente gezeigt bekommen, die sie aufgrund fehlender Laborgeräte nicht zu Hause nachmachen können, ist es bei mir anders.
Meine Workshops können die Kinder leicht nachmachen und das ein oder andere Experiment kann auch als kleiner Zaubertrick vorgeführt werden :)

Ich habe vor Beginn aller Planung einige Umfragen durchgeführt. Einmal online, da konnten Kindergärten abstimmen und einmal auf der Straße, wo ich Mütter und Väter fragte.
Die Tendenz geht eher dahin, dass Eltern sowas für ihre Kinder an den Geburtstagen buchen würden. Die Kindergärten zeigten zwar auch positives, aber doch verhaltenes Feedback, was verständlich ist.

Mir ist ja klar, dass ich damit nicht reich werde. Diese Kurse gebe ich nicht, um davon zu leben sondern einfach, weil es mich erfüllt, weil es mir in meinem Studium sehr behilflich sein kann (vor allem bei der späteren Facharbeit) und weil es etwas ist, was ich kann. Ich verbinde den sozialpädagogischen Aspekt (den ich studieren werde) mit dem naturwissenschaftlichen Aspekt (den ich bereits studiert habe).

Um eine Beratung werde ich nicht rumkommen, das ist mir nun klar. Darum bemühe ich mich als nächstes intensiv.
 
M

Minimina

Gast
Ich möchte mich hier mal in die Diskussion einschalten, weil mir die Haare zu Berge stehen.

1. Freiberufler sind Menschen die einen Freien Beruf ausüben, z.B Architekten, Steuerberater, Heilpraktiker etc. Diese Berufe sind gesetzlich (vom Finanzamt aufgelistet, welche Berufe das sind) von der Umsatzsteuerpflicht befreit.

Das bedeutet das Freiberufler keine Umsatzsteuer-Voranmeldung machen müssen und auch keine Vorsteuer bezahlen müssen, sondern nur eine Einnahmen-Überschuß Rechnung, was ein erheblich Erleichterung der Bürokratie bedeutet. Mit der Höhe der Einnahmen hat das rein gar nichts zu tun.

Freiberufler müssen finanztechnisch nur die Einkommensteuer bezahlen.

2. Krankenversicherungstechnisch bedeutet das natürlich, wenn man nicht von der Arge krankenversichert ist oder durch einen sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob, muß man sich als Freiberufler selbst krankenversichern. Das staffelt sich dann nach dem Gewinn.

3. Wer sich nach dem 01.07.2013 selbständig macht (freiberuflich oder Umsatzsteuerpflichtig), muß sich gesetzlich rentenversichern und zwar wird das dann von der Rentenversicherung eingestuft nach Gewinn.

Wer vor dem 01.07.2013 schon selbständig war und nicht gesetzlich rentenversichert ist, bei dem wird geprüft, ob die er bis dahin genügend vorgesorgt hat. Hat er genügend privat (wie auch immer) vorgesorgt, beleibt es ihm überlassen wie er weiterhin privat vorsorgt.
Wer nicht genügend vorgesorgt hat wird sich auch gesetzlich zwangsversichern lassen müssen.

Welche Kriterien zur Prüfung herangezogen werden, wird abzuwarten sein.

3. Selbständig neben Alg II -Bezug ist sehr schwierig. Die BA weist die JC und Argen an, die Selbständigen zum Aufgeben der Selbständigkeit zu zwingen (genügend Beiträge hier im Forum wie das geht, z.B. Coachingzwang, Zuweisung zu Vollzeitmaßnahmen, 400,- Euro Jobs, 1,-Euro Jobs, VAs mit hohen Bewerbungsbemühungen etc.).
Das ist ein Politikum und nicht durch Logik zu lösen.

4. Wer keine Zuschüsse beantragt, dem kann das JC die Selbständigkeit (ob freiberuflich oder gewerblich) weder verbieten, noch kann es sie unterbinden. Dann meldet man sich einfach beim Finanzamt an und meldet es dem JC fertig.

LG MM
 

lillimaee

Elo-User*in
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Hallo Minimina,

vielen Dank, wirklich tolle Übersicht. Und sehr verständlich, das hilft schon mal weiter.

Also macht es schon Sinn mit der Selbständigkeit zu warten, bis ich weg vom JC bin. Das wollte ich bis Mitte kommenden Jahres erreicht haben.
Bevor ich weiter planen kann, muss ich morgen mein Vorstellungsgespräch abwarten, erst dann weiß ich, was ich zukünftig verdienen werde und wie ich alles weitere plane (den Job habe ich schon so gut wie sicher, das hat die Dame schon angedeutet).

Primär geht es darum vom JC wegzukommen. Wenn das geschafft ist, steht die Selbständigkeit an.
 
M

Minimina

Gast
Hallo Minimina,
Also macht es schon Sinn mit der Selbständigkeit zu warten, bis ich weg vom JC bin. Das wollte ich bis Mitte kommenden Jahres erreicht haben

Solltest Du schon viel Rentenversicherungsbeträge (durch sozialversicherungspflichtige Anstellungen) einbezahlt haben, würde ich Dir raten, dich vor dem 01.07.2013 selbständig zu machen, d.h. erst raus aus ALG II bis spätestens 29.07.2013 und dann direkt am 30.07.2013 beim Finanzamt anmelden, damit Du ggf. um die Zangsrentenversicherung drum rum kommst.

Bevor ich weiter planen kann, muss ich morgen mein Vorstellungsgespräch abwarten, erst dann weiß ich, was ich zukünftig verdienen werde und wie ich alles weitere plane (den Job habe ich schon so gut wie sicher, das hat die Dame schon angedeutet).
Du solltest Dir überlegen ob Du das mit der Selbständigkeit bei der Bewerbung ansprichst, oder den Arbeitsvertrag studierst, inwieweit Du nebenbei selbständig sein kannst.

Primär geht es darum vom JC wegzukommen. Wenn das geschafft ist, steht die Selbständigkeit an
Wichtig ist auch daß Du dem JC so wenig wie möglich über Deine Pläne zur Selbständigkeit sagst, sonst fangen die direkt an Dich zu drangsalieren. Ansonsten s.o.

LG und viel Glück MM
 
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