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Paolo_Pinkel

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#1
E

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#2
boah, wie alt und auch schon langweilig.

Hatte früher niemanden interessiert und jetzt auch nicht.
 
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#4
Doch, es ist leider brandaktuell!

Kaleika

Dieses Thema wurde hier bereits 2007 und 2008 schon "diskutiert" und es kamen so Antworten wie "wissen wir schon alle" oder "das habe ich schon lange verinnerlicht", intertessiert hatte es aber keinen besonders

Damals war es auch aktuell und auch etwas ausführlicher.

Warum soll es also gerade jetzt "Brandaktuell" sein?
 
E

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#5
Dieses Thema wurde hier bereits 2007 und 2008 schon "diskutiert" und es kamen so Antworten wie "wissen wir schon alle" oder "das habe ich schon lange verinnerlicht", intertessiert hatte es aber keinen besonders

Damals war es auch aktuell und auch etwas ausführlicher.

Warum soll es also gerade jetzt "Brandaktuell" sein?
Weil die Spitze es bestimmt.:icon_wink:
 

zebulon

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#6
Besondere Bedeutung hat das im Zusammenhang mit dem Lissaboner Vertrag. Der soll ja ab Jänner 2010 Realität werden. Nach meinen Infos ist da auch enthalten, dass das Workfare-Prinzip dann ganztags und flächendeckend eingeführt werden soll.

Von daher ist das nicht so langweilig und bedeutungslos wie du jetzt glaubst Sancho.
 
E

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Gast
#7
Die "besondere Bedeutung" liegt in diesem Zusammenhang nicht im Lissabon-Vertrag, sondern im "Wisconsin-Modell" aus dem Jahre 1998.

Sancho hat zu Recht darauf hingewiesen, dass dies bisher keinen so richtig interessierte. :cool:
 

zebulon

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#8
Danke für die Belehrung. Mir ist das Wisconsin-Modell ein Begriff. Darauf basieren wohl auch die entsprechenden Passagen im Lissaboner Vertrag. Mir ging es aber nicht darum, wie das Ding mal geheißen hat oder wo der historische Ursprung liegt (das kommt ja bei allen beschissen Reformen letztlich aus den USA), sondern wichtig ist, dass das mit dem Lissaboner Vertrag bei uns ab Anfang 2010 Gesetz werden könnte. DAS ist das Entscheidende, Herr Schlauberger.

Im Übrigen Sancho, hat das schon interessiert, nur haben sich bisher auch andere politische Kräfte erfolglos gegen die übermächtige EU-Maschinerie gestemmt. Bisher leider anscheinend ziemlich aussichtslos. Es ist also wichtig zu verfolgen, ob der Lissaboner Vertrag tatsächlich Anfang 2010 in Kraft tritt.
 

sogehtsnich

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#9
Im Herbst rennen doch alle hin, oder auch nicht hin und wählen Schwarz/Gelb, dann werden wir es schon sehen, dass ein paar Mio. nichts mehr zum Kauen haben und in Hütten hausen!
 

Merkur

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#10
Zuerst werden es die Arbeitslosen sein welche dienen müssen den Rest macht man Arbeitslos und dann werden alle ohne Geld arbeiten müssen und die Sklaven sind perfekt !
 
E

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#12
Danke für die Belehrung. Mir ist das Wisconsin-Modell ein Begriff. Darauf basieren wohl auch die entsprechenden Passagen im Lissaboner Vertrag. Mir ging es aber nicht darum, wie das Ding mal geheißen hat oder wo der historische Ursprung liegt (das kommt ja bei allen beschissen Reformen letztlich aus den USA), sondern wichtig ist, dass das mit dem Lissaboner Vertrag bei uns ab Anfang 2010 Gesetz werden könnte. DAS ist das Entscheidende, Herr Schlauberger.

Im Übrigen Sancho, hat das schon interessiert, nur haben sich bisher auch andere politische Kräfte erfolglos gegen die übermächtige EU-Maschinerie gestemmt. Bisher leider anscheinend ziemlich aussichtslos. Es ist also wichtig zu verfolgen, ob der Lissaboner Vertrag tatsächlich Anfang 2010 in Kraft tritt.
Ach, wird dann jede Sozialleistung nur noch für ein paar jahre bezahlt und wenn man inzwischen keinen Job gefunden hat, dann eben Pech?

Steht da auch drin, das man zu jeder Arbeit und überall, auch im Schichtbetrieb für den (noch fest zu legenden RS) für das Geld arbeiten muss?

Steht da überhaupt in diesem Vertrag irgendetwas über die nationalen Arbeitsmärkte drin?

Wenn ja, wo?
 

zebulon

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#13
canigou schrieb:
Schade Zebulon, dass Du meinen letzten Satz...
Dann red' doch Klartext was du meinst, oder schick mir 'ne PN.

Sancho schrieb:

Ach, wird dann jede Sozialleistung nur noch für ein paar jahre bezahlt und wenn man inzwischen keinen Job gefunden hat, dann eben Pech?

Steht da auch drin, das man zu jeder Arbeit und überall, auch im Schichtbetrieb für den (noch fest zu legenden RS) für das Geld arbeiten muss?

Steht da überhaupt in diesem Vertrag irgendetwas über die nationalen Arbeitsmärkte drin?

Wenn ja, wo?
Also wenn du da genaues wissen willst, Sancho, dann versuch' doch selber mal eine Zusammenfassung des Lissaboner Vertrags im Netz aufzufinden und verlinke es hier und dann lesen wir das gemeinsam. Mich würden Details auch interessieren weil ich nur diese inoffizielle Info habe. Es wurde aber auch schon öfter im Netz beschrieben, das dieses Wisconsin-Modell in der EU eingeführt werden soll, dass ist ja nichts grundlegend Neues.

Ich schätze mal, das es dann schon noch Stütze gibt, aber eben keinen Leerlauf von Erwerbslosen mehr. Wenn aber die große Flut an Firmenkollapsen mit anschließender hoher Arbeitslosigkeit Realität wird, wer soll diese kommunale Zwangsarbeit sinnvoll organisieren ?
 
E

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Gast
#14

Sancho schrieb:

Also wenn du da genaues wissen willst, Sancho, dann versuch' doch selber mal eine Zusammenfassung des Lissaboner Vertrags im Netz aufzufinden und verlinke es hier und dann lesen wir das gemeinsam. Mich würden Details auch interessieren weil ich nur diese inoffizielle Info habe. Es wurde aber auch schon öfter im Netz beschrieben, das dieses Wisconsin-Modell in der EU eingeführt werden soll, dass ist ja nichts grundlegend Neues.

Ich schätze mal, das es dann schon noch Stütze gibt, aber eben keinen Leerlauf von Erwerbslosen mehr. Wenn aber die große Flut an Firmenkollapsen mit anschließender hoher Arbeitslosigkeit Realität wird, wer soll diese kommunale Zwangsarbeit sinnvoll organisieren ?
Naja, Spekulationen helfen da jetzt kaum weiter und die vollständige Fassung habe ich auch noch nicht gefunden.

Sucht man nach Vorträgen oder Zusammenfassungen variieren die auch erheblich und am Wenigsten ist etwas über die Arbeitsmarktpolitik zu finden. (scheint vielleicht dann eher Ländersache zu bleiben)

Scheint ein großes Geheimnis zu sein.
 
E

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Gast
#16
Sicherlich nicht, denn ein von Dir bezeichneter "Schlauberger" entzieht sich diesem dann doch lieber.
Hallo Zebulon,
verlang doch nichts Unmögliches. Du wirst von canigou nirgends hier so etwas wie ein (eigenes) politisches Statement finden. Das darf er auch nicht.

Und die rechte Seite der Taskleiste hat erst mal probiert, das ganze Thema zu schreddern. :cool:
 

zebulon

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#17
Aha, Danke Selbstdenker.

Ehrlich gesagt war mir das auch jetzt zu blöde. :biggrin:
Lieber suche ich ein paar Informationen zu diesem Thema zusammen. Das ist nämlich auch wirklich wichtig und könnte uns ziemlich bald betreffen.

Interessant schon mal zu Beginn:

WIKIPEDIA -Tommy Thompson (Gouverneur von Wisconsin)
Ebenfalls bekannt ist sein 1996 gestartetes Programm „Wisconsin Works“ oder „W-2“. Das Programm verlangte von Arbeitslosen die Annahme einer Arbeit, bot aber zur gleichen Zeit Dienste an und gab finanzielle Unterstützung. So sollte die Rückkehr Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Die Hilfe bestand dabei in Unterstützung bei der Kinderpflege, Gesundheit und Mobilität sowie Fortbildungsmaßnahmen. Das Programm galt als erfolgreich und vorbildhaft: Wisconsins monatliche Ausgaben im Sozialhilfebereich sanken um 90 Prozent und die wirtschaftliche Lage der Teilnehmer von „W-2“ verbesserte sich. Ähnliche Programme wurden danach in anderen US-Staaten durchgeführt. In Deutschland verwies der hessische Ministerpräsident Roland Koch auf dieses Programm als Vorbild. Allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt unabhängige Institute in den USA in einem Gutachten bereits das totale Scheitern dieses so genannten „Zukunftsmodells“ festgestellt. [1] Der Deutsche Städte- und Gemeindebund, kam in seiner Einschätzung vom November 2003 zu einem ähnlich vernichtenden Ergebnis. [2] Der DStGB zog folgendes Fazit: “Der von drei politisch unabhängigen Instituten [gemeint waren: Interfaith Conference of Greater Milwaukee, the Center for Economic Development at the University of Wisconsin-Milwaukee, und Institute for Wisconsin's Future] verfasste Bericht „Passing the Buck“ [„Einem anderen den Schwarzen Peter zuschieben“] belegt im Ergebnis, dass ehemalige Sozialhilfeempfänger keineswegs den Einstieg in die Arbeitswelt geschafft haben, wie man von der sinkenden Zahl der Sozialhilfeempfänger annehmen könnte, sondern dass die meisten schlicht und ergreifend von der staatlichen Hilfe zur Caritas übergewechselt sind. Auch auf dem Arbeitsmarkt wurden nicht die gewünschten Effekte erzielt. Die Kosten für Sozialleistungen sind erheblich gestiegen. Selbst in Wisconsin mit vergleichsweise günstigeren Ausgangsbedingungen ist das „Welfare-to-Work“-Modell gescheitert.“ Ebenfalls 1996 stand er auf der Liste möglicher Vize-Präsidenten des republikanischen Kandidats Bob Dole, zusammen mit New Jerseys Gouverneur Christine Whitman, Texas' Gouverneur George W. Bush, Michigans Gouverneur John Engler, Jack Kemp, wobei Thompson mit John Engler eine wichtige Rolle im Wahlkampf spielte.
Das wundert nicht. Die Beträge verpuffen in der Bürokratie, fehlen aber als Massenkaufkraft. (Na ja, die Amis durften sich da aber schon hemmungslos per Kreditkarte verschulden)

Hier ein PDF dazu zum deutschen Städte und Gemeindebund:
Wisconsin-Modell gescheitert!
 
E

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Gast
#18
Hatte ich mal 2007 darüber geschrieben

Parteilos aber Politikinteressiert Forum - Zur Entwicklung in Deutschland - Mindestlöhne, Hartz I – IV und wohin der Weg der Arbeit zu gehen scheint

Ob ich das Dokument, wie das Modell wirklich ausgesehen hatte noch habe, weis ich nicht, da es damals schon niemanden interessiert hatte.

Nachtrag:

Hier, was das Ifo-Institut dazu bereist 2002 geschrieben hat.

Man beachte den letzten Absatz:

Außer für W-2T, PSJ und den Lohnkostenzuschuss werden
Mittel für flankierende Maßnahmen, wie die Gewährung
von Transportkostenzuschüssen, bereit gestellt. Darüber
hinaus haben W-2-Teilnehmer ebenso wie andere Anspruch
auf Essensmarken, Krankenhilfe, Kinderbetreuung
usw., sofern sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.
Die Durchführung des Programms »Wisconsin Works« liegt
nicht mehr allein bei den Sozialämtern. Deren Monopolstellung
wurde durch die Sozialhilfereform von 1996 aufgebrochen,
mit der Folge, dass neben den Sozialämtern jetzt auch
private oder gemeinnützige Agenturen die Job Center betreiben
Also nicht sehr viel Unterschied zu dem, was hier "Hartz IV" heißt.
 
E

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Gast
#21
Bis jetzt gibt es außer Vermutungen nichts konkretes, das im Lissabon-Vertrag stehen soll, das die EU sich um die Arbeitsmarktpolitik/Arbeitslosen kümmert.

Das bleibt anscheinend Ländersache.

Auch findet man nichts über "workfare" darüber.

Also sollte man lieber aufpassen, was die Parteien hier vorhaben und gerade die C-Parteien wollen "Wisconsin" durchsetzen, was dann auch wieder erhebliche Nachteile für die (noch) Arbeitenden hätte.
 

zebulon

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#22
Man darf auch nicht vergessen das dieser Vertrag eine 1000 seitige Schwarte ist, diie wahjrscheínlich absichtlich unverständlich formuliert ist.
 

B. Trueger

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#23
Man darf auch nicht vergessen das dieser Vertrag eine 1000 seitige Schwarte ist, diie wahjrscheínlich absichtlich unverständlich formuliert ist.

Natürlich, sogar auf Anweisung vom GeMerkel. Sie hat angordnet, dass die Formulierungen umgedeutet werden sollen aber der Inhalt bestehen bleibt. Darüber spricht Schachtschneider bezogen auf das Urteil des BVerfG zum Lissabon-Vertrag

YouTube - Prof. Karl Albrecht Schachtschneider über BvG-Urteil zu Lissabonner Vertrag
 
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#24
Der ESF (Europäischer Sozial Fonds) fördert in der Bundesrepublik Deutschland die Bürgerarbeitsprojekte. Der Lissabon-Vertrag gibt der EU die Rechte, dies EU weit zu zu lassen. Hierzu hat das Bundesverfassungsgericht gerade Handlungsmöglichkeiten und Regularien auch dazu gefordert.
 

zebulon

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#25
Ralf Hagestein schrieb:
Der ESF (Europäischer Sozial Fonds) fördert in der Bundesrepublik Deutschland die Bürgerarbeitsprojekte. Der Lissabon-Vertrag gibt der EU die Rechte, dies EU weit zu zu lassen. Hierzu hat das Bundesverfassungsgericht gerade Handlungsmöglichkeiten und Regularien auch dazu gefordert.
Vielen Dank für die Info. Also ist die Ausarbeitung noch offen und man kann noch hoffen. Man findet tatsächlich wenig im Netz darüber. Gegen Bürgerarbeitsprojekte ist ja prinzipiell nichts einzuwenden. Die Frage ist, wie sowas organisiert wird. Welche Einfluß-, Wahl- oder Ablehnmöglichkeiten die Beschäftigten dann haben, desweiteren wie das finanziert wird, also auch wie die Bezahlung der Beschäftigten erfolgt und welchen Status die Beschäftigten haben.

In den diversen EEJ's und MAE's ist man ja, von der miesen Bezahlung mal abgesehen, immer noch Bürger zweiter Klasse mit den eingeschränkten Rechten innerhalb des HartzIV Status. Eine Bürgerarbeit die das überwindet wäre sicher eine Verbesserung.

Das Wisconsin-Modell ist übrigens eng mit dem regulären Arbeitsmarkt verzahnt und soll schrittweise auf darauf vorbereiten. In dem Fall erleben sich die Beschäftigten immer als defizitär, sie haben es eben nicht in den ersten Arbeitsmarkt "geschafft". Naja, hoffentlich fühlt man sich bis dahin bei uns noch als "Bürger".
 
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#26
Gegen Bürgerarbeitsprojekte ist ja prinzipiell nichts einzuwenden.
Ach du liebe Zeit, zebulon, was verstehst Du denn unter Bürgerarbeit und wo siehst Du den grundlegenden Unterschied zu Ein-Euro-Jobs etc.? Meiner Meinung ist das lediglich eine positivierende Umschreibung fürs Gleiche.


Apropos..., ich sehe gerade, daß Du aus Trier bist, war ich auch mal, allerdings nicht lange. Hast Du Erfahrung am Sozialgericht mit Dr.O.. (5.Kammer) ?
 

Kikaka

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#27
Zitat:
Zitat von zebulon

Gegen Bürgerarbeitsprojekte ist ja prinzipiell nichts einzuwenden.

Ach du liebe Zeit, zebulon, was verstehst Du denn unter Bürgerarbeit und wo siehst Du den grundlegenden Unterschied zu Ein-Euro-Jobs etc.? Meiner Meinung ist das lediglich eine positivierende Umschreibung fürs Gleiche.
- Das Prinzip Hoffnung wird sich wohl in blankes Entsetzen verwandeln. Das deutsche Modell der Bürgerarbeit unterscheidet sich durch vor allem eines von denen der Länder in denen solche Projekte gefahren werden : die strikte "Kostenneutralität" , die eigentlich jegliche Blauäugigkeit von vorneherein ausschließen sollte.
- Wer meint die Neos hätten z. Bsp. hehre Motivationen die 1-Euro-jobs zu verbieten der irrt, der einzige Grund hierfür wäre Kosten einzusparen indem man den 1-Euro-Job durch die non-Profit-Bürgerarbeit, sprich " Zwangsarbeit" ersetzt.
- Die hohen Erwartungen an die Bürgerarbeit wurden bereits in der Ära Müntefering geschreddert. Das ist Fakt und sollte endlich zur Kenntnis genommen werden.
 
E

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#28
Ich seh es auch so wie Kalaika. Denn wenn in Deutschland etwas gemacht wird, dann gründlich. Da haben wir ja in der Vergangenheit reichlich Erfahrungen mit machen müssen...

:icon_kotz2:(sorry)
 

Kikaka

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#29
An dieser Stelle erlaubt mir mal eine Replik aus der Vergangenheit. Die Linke in Berlin propagierte derzeit Bürgerarbeit mit 1300 Euro Entlohnung und hoffte auf Finanzierbarkeit aus EU-Töpfen mit den sogenannten ESF-Mitteln. Hier kann man nachlesen was aus diesen Träumen wurde.

MySnip :: Arbeitslos - nicht wehrlos - reloaded :: Bürgerarbeit- Irritationen in Berlin (47 Zugriffe)

Dann knickte die Linke ein , weil sie die bittere Pille schlucken mußte das Müntefering den ESF- Topf nicht öffnen wollte.
- Schon derzeit war " Kostenneutralität" das Zauberwort das alle Träume um die Bürgerarbeit platzen ließ.

Für mich war die damalige Erkenntnis einfach die :

Bürgerarbeit a la Müntefering wird Zwangsarbeit sein. Und wer meint die Neos um CDU und FDP würden Müntefering Lügen strafen ist ein Träumer
 

zebulon

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#30
Ich verstehe in dem Fall unter Bürgerarbeit freiwillige, bezahlte Arbeit mit der Option, die Tätigkeit auch zu wechseln, also keine Zwangsarbeit. Das wäre beispielsweise denkbar, gekoppelt mit einem Grundeinkommen.

Der Begriff "Bürgerarbeit" wird leider von veschiedenen politischen Kräften unterschiedlich belegt. Ähnliches gibt es auch mit dem "Bürgergeld". Das ist der Grundeinkommenskonzept der FDP, der sich aber von HartzIV nicht prinzipiell unterscheidet.

Besser würde man so eine Form der Bürgerarbeit finanziell subventionieren anstatt Bankenbailouts. Das Geld würde größtenteils direkt in die Wirtschaft zurückfließen.
 
E

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#31
Ich verstehe in dem Fall unter Bürgerarbeit freiwillige, bezahlte Arbeit mit der Option, die Tätigkeit auch zu wechseln, also keine Zwangsarbeit. Das wäre beispielsweise denkbar, gekoppelt mit einem Grundeinkommen.
Vom Begriff her ist das ja richtig, aber freiwillig wird das hier nicht sein, schon gar nicht mit der Möglichkeit die Tätigkeit zu wechseln (zumindest dann nicht, wenn wir nach der Wahl schwarz-gelbe Verhältnsise haben). Wenn so etwas wie Bürgerarbeit hier in Deutschland eingeführt wird, dann wird das Zwangsarbeit. Schließlich muss die Wirtschaft wieder auf Vordermann gebracht werden. Und das geht nur mit Ein-Euro- bzw. Null-Euro-Lohnsklaven.
 

zebulon

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#32
Also im Moment natürlich nicht. Dazu muß erst mal diese Bankendiktatur zusammenkrachen. Davon scheinen wir zur Zeit noch weit entfernt zu sein. Aber wer weiß das schon. Wenn ein System am mächtigsten zu sein scheint, dann ist der Untergang vielleicht schon nicht mehr weit.

Ich glaube, dass es im Prinzip weniger eine Rolle spielt, welche Farbe an die Regierung kommt, sondern wer dahinter die Fäden zieht.
 

athene

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#33
ddp
" Beratungen über EU-Begleitgesetz beginnen am Montag

........Auch Union und FDP forderten am Wochenende, der Vertrag von Lissabon müsse noch in dieser Legislaturperiode und damit vor dem zweiten Referendum in Irland ratifiziert werden.
............."

Beratungen über EU-Begleitgesetz beginnen am Montag - Y! Finanzen

die haben es fast alle eilig den Lissabon-Vertrag durchzubekommen :icon_kotz:
 
E

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#34
ddp
" Beratungen über EU-Begleitgesetz beginnen am Montag

........Auch Union und FDP forderten am Wochenende, der Vertrag von Lissabon müsse noch in dieser Legislaturperiode und damit vor dem zweiten Referendum in Irland ratifiziert werden.
............."

Beratungen über EU-Begleitgesetz beginnen am Montag - Y! Finanzen

die haben es fast alle eilig den Lissabon-Vertrag durchzubekommen :icon_kotz:

kommt "ratifiziert" von "Ratten"? :icon_mrgreen: :icon_pfeiff:

in einem Bericht über unsere "Vertreter" kam eh heraus, das die, die das verabschieden sollen, am wenigsten Ahnung hatten.

YouTube - Panorama befragt Politiker zur Europaverfassung
 

athene

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#35
:icon_kinn:vor dem Hintergrund der Beratungen über eilige Änderungen am Lissabon-Vertrag sind auch diese Forderungen besser zu Verstehen:

Zitat:

" «Wer einen Urlaubstag opfert, sichert seinen Arbeitsplatz Und er hilft seinem Betrieb, die Krise besser zu überstehen«, sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven ........Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, empfiehlt längere Arbeitszeiten als Weg aus der Krise .............."

Wirtschaft appelliert an Arbeitnehmer: Weniger Urlaub nehmen und länger arbeiten --Von Michael Wojtek - Y! Finanzen
 

trx123

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#36
>Der entstehende Anreiz, anstelle einer staatlicherseits angebotenen gemeinnützigen Ganztagstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auch solche Angebote anzunehmen, die gegenwärtig in rationaler Entscheidung zumeist kaum in Betracht gezogen werden, kann ein erhebliches Beschäftigungspotenzial bei einer gleichzeitigen massiven Haushaltsentlastung mobilisieren.<

So heißt es im Zukunftsbericht aus dem Hause von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) vom April diesen Jahres.[2] Und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) präsentierte Mitte Juli den Abschlussbericht seiner Zukunftskommission, in dem eine "intensivere Einforderung von Gegenleistung" für staatliche Transferzahlungen gefordert wird. [3]

Im Klartext: Künftig sollen Arbeitslose als Abschreckung für eine Entlohnung auf Sozialhilfeniveau mindestens 30 Stunden pro Woche arbeiten. Diese "Zukunftsvisionen" sind wenig überraschend, sieht man sich die Mitglieder der Kommissionen an: Hans-Werner Sinn vom IFO-Institut in München hat mit Klaus F. Zimmermann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin gemeinsam, dass beide ideologische Rückendeckung für die Arbeitgeberseite liefern.
weiter: TP: Daumenschrauben bringen keine Jobs
 

athene

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#37

Erolena

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#38
Ist die Demonstration gegen den Lissabon-Vertrag überflüssig?

Ein Bündnis gegen den Lisabon-Vertrag, bei dem die Volksinitiative mitarbeitet, plant eine große bundesweite Demo gegen den Lissabon-Vertrag am 05.09. in Berlin. Aber ist ein solcher Bürgerprotest nach dem Urteil des Karlsruher Bundesverfassungsgerichtes nicht überflüssig?

Elsässer interviewt Schachtschneider
Juli 22, 2009 um 09:36
Elsässer interviewt Schachtschneider « Jürgen Elsässer Blog
 

athene

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#39
" Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht

Sie sollen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten und so kriselnde Unternehmen stützen. ........Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sagte der Zeitung, Lohnkürzungen machten Sinn für die Rettung von Jobs. .........."


Kampf gegen Jobabbau: Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Zitat aus einem älteren Artikel:
" .......des Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist, das sehr eindeutig neoliberale Ziele verfolgt und vor allem für die Einführung des Workfare-Prinzips in Deutschland trommelt. ......"

Die INSM hetzt weiter gegen den Mindestlohn – mit akademischer Hilfe « INSM Watchblog

auch aus einem älteren Artikel :Zitat 2:
" Subtil agitieren sie gegen den Sozialstaat und Wohlfahrt, weil sie über den Umweg des Workfare-Konzepts an die Zwangsarbeiter kommen wollen, ........– Reformvorschlägen des IZA für den deutschen Arbeitsmarkt zählen das Workfare-Konzept ........."

Perspektive 2010 » Blog Archive » Hilmar Schneider (IZA Bonn) rührt die Werbetrommel für Zwangsarbeit


es macht schon nachdenklich, wer sich alles in kurzer Zeit mit "Vorschlägen" in der Presse meldet :

das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), das Institut der deutschen Wirtschaft, das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), der Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Zentralverbands des Deutschen Handwerks, die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Bernd Raffelhüschen als Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), .......:icon_kinn: habe da kein gutes Gefühl in der Magengegend , wird da mal wieder an einer neuen Agenda 2011fff gestrickt?
 
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#40
" Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht

Sie sollen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten und so kriselnde Unternehmen stützen. ........Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sagte der Zeitung, Lohnkürzungen machten Sinn für die Rettung von Jobs. .........."


Kampf gegen Jobabbau: Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Zitat aus einem älteren Artikel:
" .......des Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist, das sehr eindeutig neoliberale Ziele verfolgt und vor allem für die Einführung des Workfare-Prinzips in Deutschland trommelt. ......"

Die INSM hetzt weiter gegen den Mindestlohn – mit akademischer Hilfe « INSM Watchblog

auch aus einem älteren Artikel :Zitat 2:
" Subtil agitieren sie gegen den Sozialstaat und Wohlfahrt, weil sie über den Umweg des Workfare-Konzepts an die Zwangsarbeiter kommen wollen, ........– Reformvorschlägen des IZA für den deutschen Arbeitsmarkt zählen das Workfare-Konzept ........."

Perspektive 2010 » Blog Archive » Hilmar Schneider (IZA Bonn) rührt die Werbetrommel für Zwangsarbeit


es macht schon nachdenklich, wer sich alles in kurzer Zeit mit "Vorschlägen" in der Presse meldet :

das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), das Institut der deutschen Wirtschaft, das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), der Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Zentralverbands des Deutschen Handwerks, die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Bernd Raffelhüschen als Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), .......:icon_kinn: habe da kein gutes Gefühl in der Magengegend , wird da mal wieder an einer neuen Agenda 2011fff gestrickt?
War voraus zu sehen und man hätte eigentlich auch darauf wetten können, das sowas kommt.

Hatte ich aber auch schon geschrieben.
 

Kikaka

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#41
es macht schon nachdenklich, wer sich alles in kurzer Zeit mit "Vorschlägen" in der Presse meldet :

das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), das Institut der deutschen Wirtschaft, das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), der Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Zentralverbands des Deutschen Handwerks, die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Bernd Raffelhüschen als Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), .......:icon_kinn: habe da kein gutes Gefühl in der Magengegend , wird da mal wieder an einer neuen Agenda 2011fff gestrickt?
Der gesamte neoliberale Block steht in den Startlöchern für die Zwangsarbeit.Solange sich vor allem hier die Linke nicht eindeutig positionieren will werden wir davon überrollt werden.
 
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#42
Der gesamte neoliberale Block steht in den Startlöchern für die Zwangsarbeit.Solange sich vor allem hier die Linke nicht eindeutig positionieren will werden wir davon überrollt werden.
Wieso eigentlich "in den Startlöchern" ? Seit 2005 haben wir staatlich angeordnete und betriebene Zwangsarbeit, eingeführt von einer sogenannten "Linken". Damit meine ich nicht die Linkspartei, sondern eine über alle Maßen perverse SPD. Weg mit diesen Roßtäuschern und rein in die Opposition wo sie hingehört, diesmal nicht für 16 Jahre (Wehner), sondern für 160 Jahre ! Vielleicht werden sie ja dann ihren neoliberalen Wasserkopf zum Teufel jagen, glauben tu ich allerdings nicht dran.
Wichtig ist jetzt, eine starke linke Opposition zu bekommen, die eine schwarz-gelbe Regierung vor sich hertreibt. Eine SPD an der Regierung würde der neoliberalen Mafia alle Wünsche von den Augen ablesen - wie gehabt. Die SPD ist nicht das kleinere Übel, sondern das Übel.
 

zebulon

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#43
" Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht

Sie sollen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten und so kriselnde Unternehmen stützen. ........Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sagte der Zeitung, Lohnkürzungen machten Sinn für die Rettung von Jobs. .........."
Am Besten noch gleich den Rest des verbleibenden Lohns in einen Fond für notleidende Banker.
 

mercator

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#44
Also wer als Erwerbsloser angesichts der Pläne des Workfare noch schwarz oder gelb wählt, wird sicher früh morgens fröhlich pfeifend seinen Weg zum Reichsarbeitsdienst antreten.
 
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#45
Also wer als Erwerbsloser angesichts der Pläne des Workfare noch schwarz oder gelb wählt, wird sicher früh morgens fröhlich pfeifend seinen Weg zum Reichsarbeitsdienst antreten.
Das ist eben der Unterschied zwischen dem taktischen und dem strategischen Denken. Deine Überlegung ist kurzfristiger, taktischer Natur. Strategisch egibt sich ein anderes Bild.
 

mercator

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#46
Das ist eben der Unterschied zwischen dem taktischen und dem strategischen Denken. Deine Überlegung ist kurzfristiger, taktischer Natur. Strategisch egibt sich ein anderes Bild.
Dann erklär mir doch mal das strategisch andere Bild.
 

Hotti

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#47
Also wer als Erwerbsloser angesichts der Pläne des Workfare noch schwarz oder gelb wählt, wird sicher früh morgens fröhlich pfeifend seinen Weg zum Reichsarbeitsdienst antreten.
Die richtigen Arbeitspapiere hier.

 

Hungrig

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#48
" Ökonomen verlangen von Arbeitnehmern Lohnverzicht

Sie sollen auf einen Teil ihres Gehalts verzichten und so kriselnde Unternehmen stützen. ........Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sagte der Zeitung, Lohnkürzungen machten Sinn für die Rettung von Jobs. .........."
:eek: ...lol, das ist doch ein Witz oder?! - Kriselnde Unternehmen sollten von den Verantwortlichen gestützt werden. Wenn ein Unternehmen den Berg runtergeht oder gegen die Wand fährt, bzw. gegen die Wand gefahren wird, dann ist da meist jemand dran beteiligt, der z.B. noch 50 Mio € "Zucker" in den A**** geblasen bekommt, die aber, die man eh rausschmeisst um das Unternehmen für die Aktionäre attraktiver zu machen, sollen sich auch noch an der Abmilderung der wirtschaftlichen Schelte beteiligen, indem sie ihr wirklich Verdientes dem Unternehmen "schenken" ?!?... ...typisch deutsch, es wird passieren
 
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#49
Dann erklär mir doch mal das strategisch andere Bild.
Ich versuchs mal (obwohl ich gerade an einer gewaltigen Lüftungsanlage herumbaue - die nächsten Tage soll's leider ziemlich warm werden).


Also. Gehen wir mal davon aus, die machen das tatsächlich so, wie das teilweise angedroht wird. Dann haben wir wieder die hochwillkommene Situation, das der Weg zur Verfassungsbeschwerde gegen ein Gesetz eröffnet ist. Gegen Hartz-4 ist dieser Weg nämlich seit dem 03.01.2006 wegen der Jahresfrist versperrt. Die damaligen Verfassungsbeschwerden (auch meine) wurden damals alle von der Kammer des Prof.Papier (CSU) als unzulässig abgewiesen. Papier's Amtszeit läuft Anfang des kommenden Jahres ab, ein weiterer Richter der gleichen Kammer ist bereits draußen. Es werden also schon mal andere Richter über die Annahme entscheiden. Neues Spiel - Neues Glück.
Wenn nun mit den angedrohten Zwangsarbeitsmethoden diese aber so drastisch als solche deutlich werden, wird das Bundesverfassungsgericht kaum mehr eine andere Möglichkeit bleiben, als dies zu verhandeln, wenn es sich nicht vollends unglaubwürdig machen will. Je drastischer und offenbarer der Grundrechtsverstoß wird, umso weniger Spielraum bleibt dann in der Sachentscheidung, umso größer die Chance, daß Zwangsarbeit endlich als solche erkannt wird und entsprechend abgeurteilt wird. Je drastischer das Zwangsgesetz ausfallen wird, desto größer wird auch der Anteil der Bevölkerung, der da nicht mehr mitmachen will.

Also: Je schlimmer es wird, umso besser. Umso schneller verschwindet das Zeug im Gulli der Geschichte. Unter einem SPD-Regime wird alles durchgewunken, was die Rechte will, solange man im Leitungskader seine Pöstchen behält - und es gibt keine Opposition.

Ich wähle übrigens nicht schwarz-gelb, ich bin Mitglied der Linkspartei und wähle ebendiese, was aber an obigen Ausführungen nichts ändert.
 

Kikaka

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#52
Wenn nun mit den angedrohten Zwangsarbeitsmethoden diese aber so drastisch als solche deutlich werden, wird das Bundesverfassungsgericht kaum mehr eine andere Möglichkeit bleiben, als dies zu verhandeln, wenn es sich nicht vollends unglaubwürdig machen will. Je drastischer und offenbarer der Grundrechtsverstoß wird, umso weniger Spielraum bleibt dann in der Sachentscheidung, umso größer die Chance, daß Zwangsarbeit endlich als solche erkannt wird und entsprechend abgeurteilt wird. Je drastischer das Zwangsgesetz ausfallen wird, desto größer wird auch der Anteil der Bevölkerung, der da nicht mehr mitmachen will.
- Die Neos wissen sehr wohl das Sie sich auf brüchigem dünnen Eis bewegen.Man stelle sich nur vor Diskussionen zum Thema "Zwangsarbeit " im Bundestag, in den Medien etc.
- Sie werden weiter an den Konzepten feilen und basteln .Zum Beispiel : Finanzierung über EU-Mittel ( ESF-Töpfe ) . Wenn den Bürgerarbeitern auch nur 100 Euro über Hartz-Niveau zuflössen dann bräuchten sie sich mit dem Thema Zwangsarbeit nicht mehr beschäftigen.
-Das pikante an der ganzen Geschichte ist doch das es (Zwangs)-Arbeitsminister Müntefering war der die Finanzierung mit ESF-Mitteln ausgehebelt hatte.
-Ich persönlich glaube nicht das die knallharte Konfrontation mit dem Thema " Zwangsarbeit " ansteht.
- Umso wichtiger aber muß die klare Gegenposition als Warnung stehen . Die gehört in das Programm der Linken : "Mit uns keine Zwangsarbeit."
-Ich glaube das würde der Linken helfen Ihre Position zu verbessern
 
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#53
- Die Neos wissen sehr wohl das Sie sich auf brüchigem dünnen Eis bewegen.Man stelle sich nur vor Diskussionen zum Thema "Zwangsarbeit " im Bundestag, in den Medien etc.
- Sie werden weiter an den Konzepten feilen und basteln .Zum Beispiel : Finanzierung über EU-Mittel ( ESF-Töpfe ) . Wenn den Bürgerarbeitern auch nur 100 Euro über Hartz-Niveau zuflössen dann bräuchten sie sich mit dem Thema Zwangsarbeit nicht mehr beschäftigen.
-Das pikante an der ganzen Geschichte ist doch das es (Zwangs)-Arbeitsminister Müntefering war der die Finanzierung mit ESF-Mitteln ausgehebelt hatte.
-Ich persönlich glaube nicht das die knallharte Konfrontation mit dem Thema " Zwangsarbeit " ansteht.
- Umso wichtiger aber muß die klare Gegenposition als Warnung stehen . Die gehört in das Programm der Linken : "Mit uns keine Zwangsarbeit."
-Ich glaube das würde der Linken helfen Ihre Position zu verbessern

glaube ich weniger, denn die anderen Parteien würden das wieder als "polemischen Populismus" abtun.
 
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#54
Arbeitsdienst? Warum nicht!

Wir sollten unbeschäftigte Jugendliche aus ihrem Elend holen. Eine Möglichkeit, die Arbeitslosigkeit zu verringern, wäre staatlich verordnete Arbeit. Doch weil es sie unter den Nazis gab, ist sie heute in Deutschland ein Tabu. Zu Unrecht, meint unsere Autorin, Juristin an der Hochschule Bremen

.....

Deutsche Jugend im Elend - es ist nicht nationalsozialistisch, die Sache so anzusehen und die Ärmel aufzukrempeln. Es ist inhuman, die Augen vor dem Problem zu verschließen und die groteske Diskrepanz zwischen dem haarsträubenden Wohlstand auf der einen Seite - und es ist die Seite der Alten - und der ebenso haarsträubenden Verlumpung auf der anderen Seite - und es ist die Seite der Jungen hinzunehmen. Alle Stellen sind besetzt und werden verteidigt "von den Vätern gegen die Söhne" - so beschrieb Theodor Heuss 1932 den Zustand, und so ist es heute wieder.

Nein, wir wollen kein gutes Haar an Adolf lassen. Aber der Arbeitsdienst ist gar nicht sein Einfall gewesen. Hitler schmückte sich mit fremden Federn. Der Impuls für staatlich organisierte Arbeit entsprang nicht dem Nationalsozialismus. Er kam aus ganz heterogenen, mehr oder weniger jugendbewegten Kreisen der Weimarer Republik. Viele seiner Protagonisten endeten in der Emigration und im Widerstand. Er war auch keineswegs auf Deutschland beschränkt, sondern bewirkte in den USA den New Deal, eine großangelegte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, in deren Rahmen das Tennessee Valley industrialisiert wurde. Seine weitreichendsten Wirkungen hatte er in der Kibbuz-Bewegung - eine Ironie der Geschichte: Während die von scheinbar deutschem Gemeinschaftsgeist getragene Arbeitslagerbewegung hier letzten Endes Lager schuf, in denen Menschen ausgegrenzt und umgebracht wurden, trug sie in Israel die schönsten Früchte.
Die Linken der Nachkriegszeit haben sich dem Problem der Arbeitslosigkeit nicht gestellt. "Recht auf Arbeit" war ihre Forderung, und da sich diese Forderung innerhalb des Kapitalismus nicht verwirklichen ließ, verschoben sie das Problem auf den St. Nimmerleinstag, an dem das kapitalistische in das sozialistische System umschlagen sollte. Bis dahin wollten sie beleidigt in der Ecke sitzen - und da sitzen sie noch heute. Wenn es denn kein Recht auf Arbeit geben kann, gibt es für sie in dieser Richtung auch sonst nichts zu tun. Aber es geht gar nicht um das Recht auf Arbeit. Es geht darum, tatsächlich Arbeitsplätze zu schaffen, ohne daß damit ein subjektives Recht auf einen solchen Platz zu verbinden wäre.
Auch die alternativ eingestellten, auf Selbstorganisation und Basisinitiative ausgerichteten späteren Linken sind praktisch unfruchtbar geblieben. Sie haben zwar umfangreiche soziologische Theorien entwickelt, nach denen alles Gute von unten, aus "Lebenswelten" und "Gegenöffentlichkeiten" kommen sollte, aber der Kern solcher Konzepte waren (in der Diskurstheorie) Diskurse, die über sich selbst sprechen - was (in der Systemtheorie) als "autopoietisch" bezeichnet und für normal und richtig befunden wird.
Eine ganze Generation versagt vor ihrer politischen Aufgabe (eine Ausnahme bildete kürzlich der Spiegel-Essay von Ulrich Beck). Die marxistische Grundidee, daß sich der Mensch in seiner Arbeit verwirklicht, hat man aufgegeben. An die Stelle der Arbeit als zentralem Topos ist der Diskurs getreten, und man verwirklicht sich in Diskursen über sich selbst und beobachtet, wie man sich selbst beobachtet. Man hat nachgewiesen, daß der Mensch auch ohne Arbeit glücklich sein kann, und damit beruhigt man sein soziales Gewissen.

.....

Hier wurden die Impulse der Jugendbewegung transponiert in eine Sozialpolitik für die moderne Massengesellschaft. Die "Gemeinschaft", die man beschwor, war nicht mehr die bündische Gruppe - und sie war auch nicht die gleichgeschaltete Volksgemeinschaft; im Gegenteil: Es sollten hundert Blumen blühen. Man ging daran, junge Menschen unter der Herrschaft des Subsidiaritätsprinzips in ideologisch heterogenen Gruppen zusammenzufassen, denen Gelegenheit gegeben wurde, mit Hilfe von Arbeit Selbstbewußtsein zu erlangen und "Gemeinschaft" zu erleben.
Es waren insbesondere "Lager", die man einrichtete, Zelt- oder Barackenlager, von denen aus Ödland kultiviert wurde; es handelte sich aber auch um städtische Initiativen, die Häuser restaurierten. Wenn man die Erfahrungen in anderen Ländern heranzieht, gibt es gar keinen Grund anzunehmen, daß solche Gründungen eine natürliche Tendenz haben, in Einrichtungen des Totalitarismus oder womöglich Konzentrationslager umzuschlagen.
: Der vollständige Artikel: Arbeitsdienst? Warum nicht! | ZEIT ONLINE

13 Jahre alt der Artikel, merkt Ihr was?
 
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#55

Atlantis

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#57
Ja ich merke das dieser Zitiert Bericht eine groteske Diskrepanz
zum Reichsarbeitsdienst darstellt.
Dein Zitierter Bericht der Impuls für staatlich organisierte Arbeit entsprang nicht dem Nationalsozialismus kann doch nicht Ernst genommmen werden
er ist Verarschung.

Hier mal die Tasachen.

Reichsarbeitsdienst – Wikipedia

tjo und hier?

In den frühen 1920er Jahren wurden freiwillige soziale Dienste, auch zum Zweck der Begegnung von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft, vor allem von Eugen Rosenstock-Huessy konzipiert.
Bündische Jugendgruppen forderten 1924 die Einführung eines Arbeitjahres für Jugendliche. Eine wesentliche Bedeutung für die bündische Arbeitslagerbewegung hatte die Schlesische Jungmannschaft (SJ). Sie erkundete auch die Arbeitsdienste in Bulgarien, die - teils - als Ersatz für den 1919 im Frieden von Neuilly verbotenen Militärdienst eingerichtet worden waren. Engagiert zeigten sich vor allem die etwa 200 älteren Führer des Wandervogels in der SJ für die Erziehungsarbeit, die durch Arbeitsdienste verwirklicht werden sollte. Seit 1925 begannen Bündische Gruppen nach einer Experimentierphase Arbeitslager einzurichten.
Als eifrigster Verfechter einer „allgemeinen gleichen Arbeitsdienstpflicht“ trat allerdings schon seit 1924 Artur Mahraun, Vorsitzender (Hochmeister) des Jungdeutschen Ordens (J.O.) auf. Dieser Verband strebte sogar ein Volksbegehren zur Einführung der Arbeitsdienstpflicht an, was aber wegen Finanzmangels und formaler Gesetzbestimmungen zu dieser Zeit nicht zustande kam [1]. Erst im Laufe der Weltwirtschaftskrise mit weiter steigenden Arbeitslosenzahlen (bis 6 Mio) erließ die Reichsregierung unter Reichskanzler Heinrich Brüning dann 1931 ein Gesetz zur Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD), das am 3. August 1931 in Kraft trat. Das erste Arbeitsdienst-Projekt wurde vom J.O. in Zusammenarbeit mit der Kommune Bautzen/Sachsen mit der Regulierung des Albrechtsbaches durchgeführt. Bis zum Verbot des J.O. im Juli 1933 organisierte und leitete allein dieser Verein 454 derartige gemeinnützige Projekte, eine Zahl, die von keiner anderen Organisation erreicht wurde.
Neben romantischen bis emanzipatorischen Aspekten (z.B. hinsichtlich der Selbständigkeit von Jugendlichen, ihrer Selbsterziehung durch Arbeit) und einer Klassen übergreifenden Verständigung wurden auch national-romantische Vorstellungen mit dem Arbeitsdienst verbunden: In den Bünden der Jugendbewegung sollte der Prozess der Volkswerdung vorbereitet werden. Hier wollte man „vom Gedanken des Volkstums her Staat und Gesellschaft neu ordnen und so das organische Zusammenwirken aller Teile über alle Klassen, Parteien und Konfessionen hinweg gewährleisten“ ... Der Bund als Gemeinschaftsform der bündischen Jugend war Mittel und Methode zur Erreichung des Erziehungszieles zugleich. Hier erfolgte die Konditionierung des jungen Menschen für seine politische Aufgabe, indem man in diesen Gemeinschaften “Volksgemeinschaft” vorlebte und den einzelnen dazu erzog, sein Tun bewußt als Dienst daran zu empfinden.[2]
Nach 1933 wurde der Arbeitsdienst vom Nationalsozialismus als Zwangsdienst und mit Weltanschauungspropaganda zum Reichsarbeitsdienst. Dadurch erhielt der Begriff „Arbeitsdienst“ in Deutschland seine negative Bedeutung. Einige Elemente der ursprünglichen Konzepte überlebten jedoch vielenorts unter anderen Namen, etwa als internationale Freiwilligeneinsätze in den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten, in der Entwicklungshilfe und/oder dem US-amerikanischen Peace Corps als Konzept einer Hilfe zur Selbsthilfe sowie als regulative Maßnahme in der Gemeinwesenarbeit als Einsatz etwa von Sozialhilfeempfänger. Auch in der DDR wurde in den fünfziger Jahre unter dem Namen Dienst für Deutschland eine Anknüpfung an die positiven Grundgedanken eines Arbeitsdienstes anzuknüpfen.
Arbeitsdienst – Wikipedia


was ist jetzt "Wahrheit" und was "Lüge"?
 

zebulon

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#58
Auch die alternativ eingestellten, auf Selbstorganisation und Basisinitiative ausgerichteten späteren Linken sind praktisch unfruchtbar geblieben. Sie haben zwar umfangreiche soziologische Theorien entwickelt, nach denen alles Gute von unten, aus "Lebenswelten" und "Gegenöffentlichkeiten" kommen sollte, aber der Kern solcher Konzepte waren (in der Diskurstheorie) Diskurse, die über sich selbst sprechen - was (in der Systemtheorie) als "autopoietisch" bezeichnet und für normal und richtig befunden wird.
Weil nämlich die Grundlage für so eine Selbstorganisation Freiheit ist. Sie wäre beispielsweise duch ein Grundeinkommen gegeben. Wenn aber die Gewährung von Transferleistungen an ein System geknüpft wird, das von Leuten entwickelt wurde die selber gar nicht Bestandteil dieses Systems sind oder von dem System nicht betroffen sind, dann hat das mit Selbstorganisation so viel zu tun, wie eine Kuh mit dem Fliegen. In dem Fall merken die betroffen "Versuchskaninchen" ganz schnell, woher der Wind weht. Das es nur eine Simulation ist und es überhaupt keine Freiheit in dem System für sie gibt. Du wirst durchleuchtet, geprofiled, überwacht, zu Hause besucht, usw. und immer trifft jemand anderes Entscheidungen für dich, dein Sachbearbeiter, dein Psychotherapeut wenn du denn einen hast, der Träger deiner MAE oder EEJ usw. Eine ganze Sozialndustrie lebt davon. Mit der Zeit stellen die Betroffenen jegliche Eigeninitiative ein und werden tatsächlich seelisch und körperlich krank.

Sie haben eben nicht den Mut, wirklich dieses Experiment der Selbstorgabisation zu wagen. Das würde nämlich die Gesellschaft grundlegend verändern. Das Geld wäre da, man steckt es lieber in die Spekulation. Sicherer für die eigenen Jobs sind totalitäre Strukturen. Am schlimmsten sind die "Versuchskaninchen" dran, die sich in kein Kästchen einsortieren lassen, die keine Arbeit finden, aber weder Alkoholiker, drogensüchtig noch offensichtlich krank sind. Die müssen dann folgerichtig geisteskrank sein.
 
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#59
Arbeitsdienst in der aktuellen Diskussion
Eine Neubelebung des Gedankens eines Arbeitsdienstes brachte bereitsim Juli 2003 der damalige Niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel(SPD) mit seinem Vorschlag eines einjährigenPflicht-„Gemeinschaftsdienstes“ für junge Leute ins Gespräch. Dieswürde nebenbei die Wehrgerechtigkeit mit den Vorgaben unseresGrundgesetzes wieder in Einklang bringen (Bonner GA. v. 24. Juli 2003).
Einen erneuten Vorstoß in die gleiche Richtung machte im Oktober 2005 der spätere Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) mit seinem Vorschlag für eine „allgemeine Dienstpflicht“ für junge Männer und Frauen, die sowohl Wehrpflicht als auch alle anderen Sozial- und Entwicklungshilfsdienste mit beinhalten würde.
Der arbeitsmarktpolitische Obmann der CSU Stefan Müller forderte in einem Interview mit der Bild-Zeitungam 14. Juni 2006 die Einführung eines „Gemeinschaftsdienstes“ für alle„arbeitsfähigen“ Langzeitarbeitslosen, durch den Empfänger von Arbeitslosengeld II zu täglich achtstündiger unbezahlter Arbeit gezwungen werden sollen.
Man glaubt, man träumt.


.
 

Debra

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#60
Je drastischer das Zwangsgesetz ausfallen wird, desto größer wird auch der Anteil der Bevölkerung, der da nicht mehr mitmachen will.

Also: Je schlimmer es wird, umso besser. Umso schneller verschwindet das Zeug im Gulli der Geschichte. Unter einem SPD-Regime wird alles durchgewunken, was die Rechte will, solange man im Leitungskader seine Pöstchen behält - und es gibt keine Opposition.
Genauso seh ich das auch. Glaubt denn irgendjemand ernsthaft, dass Merkel & altes verknittertes fieser alter Müntehering-Kasper aus purer Menschenliebe und weil sie so besorgt sind, dass so viele in HartzIV fallen könnten, das Kurzarbeitergeld so großzügig bewilligt haben und von der Verlängerung von ALGI für diejenigen, die JETZT bald ihre Jobs verlieren werden, schwafeln?! - Die haben SCHISS! Nichts weiter!
Sie können es sich schon jetzt nicht mehr leisten, dass noch mehr, die IMMER gearbeitet haben, in HartzIV fallen. Die würden den Betrug und die Medienmanipulation, der möglicherweise auch sie aufgesessen waren, sofort erkennen!
Und Du hast auch Recht, wenn Du sagst, es gäbe keine Opposition. Wir haben nämlich keine starke Opposition. Die Linkspartei versucht dies teilweise zu sein, lehnt sich aber zugleich auch nicht zu weit aus dem Fenster. Ich kann auch Vorbehalte verstehen von manchen gegen die Linkspartei. Aber ganz ehrlich: warum sollte ein 65-Jähriger Oskar Lafontaine, der heute genau dasselbe sagt wie vor 20 Jahren, UNS anlügen?
Lafo war schon mal sehr erfolgreich Ministerpräsident im Saarland, er hat eigentlich immer das gesagt, was er jetzt auch sagt. Ich sehe da weder "Verrat" noch Lügen noch sonstwas. Klar wird es keine Mehrheit für DieLinke geben, aber sie werden doch ein Wörtchen mitzureden haben (im Bundesrat), je mehr Leute sie wählen und im Osten sind das eine Menge.
Schaut man sich die Umfragen an, dann ergäbe sich eine Mehrheit aus Linke und Spd/Grüne in den östlichen Bundesländern (würde mir aber eine Mehrheit allein für DieLinke wünschen), eine Mehrheit von CDU/FDP im Westen (vorerst). Ganz verkehrt wäre es jetzt, m.M. nach, SPD zu wählen. Dann würden die sich nur bestätigt fühlen in ihrem "Weiter so..." Die gehören auf die Oppositionsbank.
 

Debra

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#61
Das Geld wäre da, man steckt es lieber in die Spekulation. Sicherer für die eigenen Jobs sind totalitäre Strukturen. Am schlimmsten sind die "Versuchskaninchen" dran, die sich in kein Kästchen einsortieren lassen, die keine Arbeit finden, aber weder Alkoholiker, drogensüchtig noch offensichtlich krank sind. Die müssen dann folgerichtig geisteskrank sein.
:icon_lol: Oh Mann, soweit ist es schon! Nein, geisteskrank sind für mich Vollidioten die von Vollbeschäftigung schwafeln... vielleicht morgen, übermorgen oder notfalls auch übernächstes Jahrhundert.
1 Mio (Grüne), 2 Mio (CDU), 4 Mio (SPD) Arbeitsplätze wollen sie schaffen ... wer bietet mehr?! Uhmm... Piraten-Partei vielleicht?!
Ist es nicht wirklich ganz einfach und einleuchtend zu fragen, warum denn Steinmeier ERST JETZT meint, 4 Mio Arbeitsplätze schaffen zu können?
Ich mein, die Kacke ist doch schon am Dampfen seit mind. 2005 oder mind. seit 1999? Warum hat er denn nicht diese ellenlangen Jahre genutzt, um diese tollen Arbeitsplätze zu schaffen? :confused: Warum erst jetzt?
Für mich ist das nur noch ein Trauerspiel. Oder die halten den Michel für blöder als er ist? :confused:

Im Übrigen hat die in D von allen etablierten Parteien propagierte Zwangsarbeit reinweg nichts, aber auch gar nichts mit den USA oder dem Wisconsin-Model zu tun. :mad:
 
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#63
Detschland hat den ersten und zweiten Weltkrieg angezettelt.
Jetzt versucht es, die Sklaverei wieder einzuführen.

Wenn jemand meint, ich vergleiche hier unangemessen, dann hier die Antwort: Der Wahnsinn, der kaputte Geist ist der gleiche. Wieder sind Vollidioten am Regieren, die sich für die Krone der Schöpfung halten.
 

Debra

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#64
Die wissen, das er blöd ist. Du wirst sehen.
Nur eine sehr geringe Anzahl der shcon jetzt in HartzIV-Hängenden mag nicht sonderlich gebildet oder berufserfahren sein, was aber auch nichts über die Intelligenz an sich aussagt. Die aber, die nach 30 Jahren Arbeit erstmals in den "Genuss" von ALG und AfA kommen, kennen sich besser aus mit dem Arbeitsleben und das ist ganz und gar nicht so, wie uns Grüne/SPD und CDU-Ler weismachen wollen. :icon_rolleyes:

@Zebulon
Bzgl. all der Spekulations-Fonds, warum gibt es eigentlich nur einen ESF und nicht private Fonds, so dass die Gecken, die zuviel Geld haben oder es unverschämt vermehren möchten, das dort einzahlen und davon z.B. Jungunternehmer gesponsort werden?
Wenn das Geschäft nicht läuft, haben diese Spielsüchtigen verloren. Wäre das nicht eine Alternative zum Spekulieren auf Nahrungsmittel etc.

In USA kann man z.B. einen Farmer unterstützen. Der hat so ungefähr sagen wir 50 Geldgeber. Die zahlen ihm 1000,--$/Jahr. Er hat dadurch ein garantiertes festes Einkommen und dafür gibt es im Gegenzug für die Geldgeber jede Woche die Produkte, die er selbst anbaut und erntet. Also für 83 $ bekomme ich dann Gemüse oder Milchprodukte oder vielleicht Fleisch, wenn er welches produziert. Da kann man doch nicht meckern, oder?
 
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#65
Die wissen, das er blöd ist. Du wirst sehen.

jo, die müssen nur ein paar Gesetze erlassen und der Michel hält sich daran, egal ob das Gesetz gegen die Grundrechte verstößt oder nicht.

:icon_party:


"Gesetz ist Gesetz und daran muss man sich halten"
 

Atlantis

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#67
Ganz sicher.
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.

Hier in der nähe ist ein Kinderfriedhof aus der Zeit.
Die Ortschaft heißt Rühen.
Dort sind mehrer hundert Kinder Begraben.
Den Frauen wurden nach der Geburt die Kinder genommen weil sie im KDF Werk Zwangsarbeit Verrichten mussten.



Zum Ersten Weltkrieg:

Der Erste Weltkrieg wurde durch die immer größer / grösser werdenden Spannungen zwischen den Großmächten / Grossmächten (den damaligen großen / grossen, reichen und mächtigen Staaten) ausgelöst. Die Zeit war bestimmt durch starke Nationalgefühle und Streit um die Vormachtstellung (wirtschaftlich und territorial). Am 28.6.1914 wurden Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seine Frau von einem südslawischen Nationalisten in Sarajevo erschossen. Das Kaiserreich Österreich-Ungarn erklärte, mit der Unterstützung des Kaiserreiches Deutschland, Serbien den Krieg. Das internationale Bündnissystem, das zuvor den Frieden gesichert hatte, veranlasste nun ein Land nach dem anderen, in den Krieg einzutreten.
So entstanden zwei feindliche Lager:
Mittelmächte: Deutschland, Österreich-Ungarn und Türkei
Alliierte: Frankreich, Großbritannien / Grossbritannien, Russland, Serbien, Belgien u.a.



Zum Zweiten Weltkrieg:

Die Ursachen für den Zweiten Weltkrieg waren vor allem die schwierige Friedensregelung nach dem Ersten Weltkrieg, die in Deutschland, Italien und Japan nicht akzeptiert werden konnte. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Verbesserung und internationaler Einflussnahme durch Machtvergrößerung / Machtvergrösserung führte zu neuen Kriegshandlungen. Hitlers Einmarsch in Polen 1939, zur Rückeroberung der östlichen Gebiete, war der Beginn des Zweiten Weltkrieges .
 

pinguin

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#68
Ganz sicher.

Zum Ersten Weltkrieg:

Am 28.6.1914 wurden Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich und seine Frau von einem südslawischen Nationalisten in Sarajevo erschossen. Das Kaiserreich Österreich-Ungarn erklärte, mit der Unterstützung des Kaiserreiches Deutschland, Serbien den Krieg.
Damit ist aber zumindest auch klar, daß der Beginn des ersten WK's NICHT von Deutschland ausging, sondern von Österreich.

Und beim zweiten WK wirst Du feststellen, daß es auch ein Österreicher war, der uns in diesen Strudel hineingezogen hat.

ciao
pinguin
 
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#69
Damit ist aber zumindest auch klar, daß der Beginn des ersten WK's NICHT von Deutschland ausging, sondern von Österreich.

Und beim zweiten WK wirst Du feststellen, daß es auch ein Österreicher war, der uns in diesen Strudel hineingezogen hat.

ciao
pinguin
pinguin, ich wüßte nicht, was die Diskussion der Kriegsschuldfrage mit dem Thema des Threads zu tun hat. Was den ersten Weltkrieg angeht, ist die Diskussion seit mehreren Generation geführt worden und würde ganze Bibliotheken füllen. Es gibt darüber einen langen Wikipedia-Artikel:
Kriegsschuldfrage – Wikipedia

Was Du jetzt aber machst ist, daß Du versteckte Mittel der Demagogie einsetzt. Indem Du Kaiserreich und Nazidiktatur hier gleichsam gleichsetzt, willst Du die Kriegsschuldfrage auf letztere übertragen, jedenfalls zumindest relativieren und zumindest unterschwellig fängst Du damit an, eine Rechtfertigungsbasis für diese zu errichten. Vielleicht willst Du das gar nicht bewußt, der Effekt wird aber erreicht.


Was das Heute angeht, so haben wir es mit einem immer mehr zunehmenden Nationalismus in diesem Land zu tun - hochgradig gefährlich, wie ich meine. Kein Sommermärchen - Fußball als Aufhänger um dem einfachen Volk diesen Nationalismus schmackhaft zu machen, Standortgemeinschaft ersetzt den verbrauchten Begriff der Volksgemeinschaft, der seltsamerweise seit 1998 mit dem Schröder-Regime stark zugenommen hat (oder auch nicht seltsamerweise, wenn man die autoritäre, möchtegern-absolutistisch verortete Führerschaft dieses Herrn in den Kontext einbezieht).


Nationalismus heißt u.a., daß sich jeder in diesem Land den Zielen der Nation unterzuordnen und zu fügen hat. Aus dieser gedanklichen Brut heraus, macht das Hartz-4 Machwerk einen Sinn. Jeder hat ohne Wenn-und Aber der Nation zu dienen, seinen Dienst in das "Wohl" der Nation zu stellen. Wer das nicht macht, wird zum Staatsfeind und , nach der Theorie eines Feindstrafrechtes, das ein paar durchgeknallte Professoren (Uni Bonn z.B.) vertreten, gelten für ihn keine Regeln des normalen Strafrechts, bis dahin, daß ihm sein Existenzrecht abzuerkennen ist.
Die Paragraphe 9 und 31 des SGB II atmen genau diesen Geist - passive Vernichtung für Staatsfeinde. Das kollektivistisch-nationalistische Denken hat das individuelle Recht , in Würde leben zu können, verdrängt. Jetzt fehlt noch der letzte Brückenschlag, das Prinzip der Passivität in ein aktives Handeln zu überführen - Vernichtungslager !
Ich wehre mich vehemt dagegen, dieses zunehmende und immer stärker werdende braune Denken in diesem Land zu akzeptieren und die Regeln der Humanität mit dem Primat nationalistischen Denkens auszuhöhlen.



.
 

pinguin

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#70
pinguin, ich wüßte nicht, was die Diskussion der Kriegsschuldfrage mit dem Thema des Threads zu tun hat.
Damit zu tun hat es nichts, nur habe ich diese Richtung nicht angefangen; schaue hierzu bitte auf den 21:22 Uhr Post von gestern, Author "selbstdenker".
 
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#71
Ich wollte darauf aufmerksam machen, daß von Detschland schon etliche Male Übles ausging.

Das ist schon wieder de Fall. Nach Nazideutschland, SED-Regime ist die neoliberale Clique mit der Vorreiterschaft von Detschland dabei, die Sklaverei offensichtlich wieder einzuführen.

Das ist immer noch oder wieder der gleiche menschenverachtende Ungeist wie zuvor. Was für ein Scheißpack!
 

zebulon

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#73
"Das kann ich ich in drei Worten sagen: Wachstum schafft Arbeit."
Immer wieder dieser gebetsmühlenartiger Unsinn. Nein, Frau Merkel. Ein zinsbasiertes Geldsystem und unser Bankensystem brauchen Wachstum. Dieses Wachstum erzeugt keine Arbeit, sondern fordert mehr Geld über mehr Steuern bei den schon vorhandenen Arbeitsplätzen dem Mittelstand und beim Konsum. WIR brauchen KEIN Wachstum.

Man, ist das alles so krank.
 
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#74
Das "Wie" bei mehr Arbeit sei "die zentrale Frage, über die wir in den nächsten sechs Wochen miteinander streiten", sagte die CDU-Chefin. Auch im Regierungsprogramm ihrer Partei gebe es Projekte für neue Umwelttechnologien, neue Werkstoffe, eine neue Art der Energieversorgung und für neue Arbeit mit Menschen. Die Politik schaffe aber nur Bedingungen, in denen Menschen Unternehmen gründeten und anderen Arbeit gäben.
Kanzlerin will "Arbeit für alle" - heute.de Nachrichten

"Bürgerarbeit" und "Minipreneure", weder mit dem Einen, noch dem Anderen schafft man "Arbeit", die ein Wachstum sichern.
 

FAR2009

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#75
"Das kann ich ich in drei Worten sagen: Wachstum schafft Arbeit."
"Wachstum", das Unwort des 21. Jahrhunderts.
Wann wird endlich kapiert, dass dieses, sich selbst auffressende Konstrukt irgendwann ausgewachsen ist,
bzw. ausgewachsen war, und so langsam aber sicher jedem klar sein müsste, dass es kein unendliches Wachstum gibt?
Das einzige, das wächst, sind Schulden, fehlende Gegenwerte und Deckungsbeiträge, Erwerbslosigkeit,
soziale Spannungen, Neid, Verdruss, Wut und natürlich die Konten einiger weniger Marionettenspieler.
Wachstum sollte naturgemäss zum Zustand des Ausgewachsenseins führen, zu gesunder Stabilität und Bestand,
zur Lebens- und Überlebensfähigkeit der Sache. Unendliches und dauerndes Wachstum ist unnatürlich.
Stabilität und gesundes Ausgewachsensein schaffen Arbeit.
 

Fortunatus

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#76
Wir haben in Deutschland ja Erfahrung mit Slogan, die aus drei Worten bestehen und das Wort Arbeit beinhalten. Ansonsten sprechen weder Steinmeier noch Merkel davon, zu welchem Preis sie Arbeit schaffen wollen. Es wird ja auch von Merkel nicht davon gesprochen, dass sie Vollbeschäftigung zu menschenwürdigen Löhnen will, aber das hat man hier eh schon alles zigmal durchgekaut. Letztlich glaubt den Kanzlern in diesem Land beim Thema Arbeit spätestens seit Kohl und Schröder niemand mehr. Das Gelaber vor den Wahlen "Halbierung der Arbeitslosenzahlen", usw. hat sich abgenutzt. Jetzt wird halt mal wieder die neoliberale Mär wiederholt, dass man nur die Steuern für Unternehmen und Reiche weiter senken muss und schon hätten wir Wachstum, Zunahme der Beschäftigung und blühende Landschaften. Dafür muss man ja logischerweise den Sozialstaat weiter kürzen. Das habe ja auch die Agenda 2010 zu einem Erfolg gemacht und einen Aufschwung, der beim Bürger angekommen sei, hervorgebracht. Wir stünden ja noch viel schlechter jetzt in der Krise da, wenn man nicht diese Politik vorangetrieben hätte. Ich könnte bei diesen ganzen Lügen nur noch abk....!
 

MenschMaier

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#77
Die wissen, das er blöd ist. Du wirst sehen.
Gut zu sehen hier:

Gegenkonzept zur SPD: Guttenbergs Geheimplan | RP ONLINE

...Brisante Vorschläge enthält das Konzept. So will Guttenberg die von der großen Koalition beschlossenen Mindestlohn-Gesetze „im weiteren Verfahren” korrigieren. „Mindestlöhne schränken die notwendige Flexibilität ein, verteuern die Arbeit und gefährden so die Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in den betroffenen Unternehmen“, heißt es unmissverständlich...

PRESSEMITTEILUNGEN - ZDF-Politbarometer August I 2009 / Politische Stimmung: SPD-Wahlkampfauftakt bleibt ohne Wirkung / Mehrheit hält Steinmeiers Plan für nicht realisierbar - Prozent, Juli, Merkel, Steinmeier, Frank-Walter, Angela, August, Rentner

...Auf Platz eins der nach Meinung der Befragten wichtigsten
Politikerinnen und Politiker liegt jetzt zum zweiten Mal
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: Er erreicht auf der
Skala von +5 bis -5 unverändert einen Durchschnittswert von 2,1,...


Noch Fragen Kienzle?

Nee, nur Antworten
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Lesenswert!


mm
 
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#78
Wenn man die angedachten, neuerlichen Repressalien gegen Erwerbslose dem gegegenüberstellt, was die Regierung zur Rettung der Banken ermöglichte, ist es wohl
Voraussicht, wenn Jung jetzt die Pläne Schäubles umsetzen will, um die Bundeswehr im Inneren einzusetzen. Die weissen ganz genau was sie machen. Und fürchten sich vor den Reaktionen. Ich denke da kommen noch ganz heiße Zeiten auf uns zu.
 

elemka

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#79
Workfare....

....und es geht weiter mit der Ausbeutung !!!....Wie lange noch ???

Aber seht selbst:

Workfare, kostenlose Bürgerarbeit


Workfare abgeleitet vom englischen Begriff Welfare, das so viel wie Wohlfahrt, oder Fürsorge bedeutet. Nur, von Fürsorge kann bei der in Deutschland als Verschärfung von Hartz IV angedachten Variante keine Rede mehr sein. Das Workfareprinzip wird hauptsächlich in den USA angewandt. Dort soll es arbeitsfähige Erwerbslose angeblich wieder in den ersten Arbeitsmarkt integrieren. In Deutschland ist diese Integration überhaupt nicht angedacht. Hier sollen sie als kostenlose Arbeitsmaschinen für den Rest ihres Lebens den Kommunen zu Einsparungen, und der Industrie und Wirtschaft und der Profitmaximierung dienen. Sie verbleiben für den Rest ihres Lebens in einer abhängigkeitsgeförderten Zwangsarmut. Hierzulande bedeutet es konkret, dass arbeitsfähige Leistungsempfänger einer staatlichen Transferleistung, also

Langzeitarbeitslose und Hartz IV-Empfänger, für das ALG II unbezahlt arbeiten sollen. Sie sollen also für das Geld, das sie als Arbeitnehmer in die Sozialversicherung vorher einbezahlt haben, nach diesem Modell jetzt arbeiten. Eine Versicherungsleistung, die sie vorher mitfinanziert haben und auf die sie laut Grundgesetz einen Rechtsanspruch haben,

wird ihnen dadurch streitig gemacht.


In Deutschland kennen den Begriff und seine Bedeutung nur Insider, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Die breite Masse kennt weder den Begriff, noch dessen Bedeutung. Die FPD hat diese Idee bereits schon 1994 geboren. Auch der ehemalige Wirtschaftsminister Gloss (CSU) ist ein glühender Verfechter dieser Ausbeutungsarbeit und die jetzige Regierung will diese Art der Beschäftigung im Laufe ihrer Amtszeit still, heimlich und leise einführen. In einer Studie, die von der vorherigen Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde, stellte man fest, dass die Subventionierung der 1.-€ Jobs den Staat auf Dauer zu viel Geld kosten wird. Und das kann sich unser Staat offensichtlich nicht mehr leisten. Kein Wunder, er musste ja Milliarden in marode Banken pumpen. Workfare oder Bürgerarbeit ist ein weiterer Angriff auf die sowieso schon mit Füßen getretene Würde der Betroffenen.


Aber..., sie ist weit mehr! Sie ist ein willkommenes Mittel für Kommunen und Gemeinden, ihre desolate Haushaltslage zu entspannen und erwerbslose Langzeitarbeitslose in fast allen möglichen und notwendigen Bereichen einzusetzen. Was vorher 1.-€-Jobber erledigt haben, sollen die Menschen nach diesem Modell nun ohne Aufwandsentschädigung erledigen.


Workfare oder Bürgerarbeit ist...,Arbeit ohne Lohn!

Workfare oder Bürgerarbeit ist eine legalisierte Arbeitsplatzvernichtung.

In Kommunen und Gemeinden werden so normal bezahlte reguläre Arbeitsplätze eingespart, es werden unnötig noch mehr Erwerbslose produziert. Beim Workfareprinzip besteht weiterhin die Möglichkeit, der Industrie- und Wirtschaft extrem billige Arbeitssklaven zuzuführen, da der Grundsatz der Gemeinnützigkeit und Zusätzlichkeit sowie der Gedanke des Fördern und Forderns gänzlich entfällt. Somit besteht auch die Möglichkeit, Mindestlöhne völlig überflüssig zu machen, und auch die Positionen von Arbeitnehmern erheblich zu schwächen.

Workfare ist ein Angriff auf Erwerbslose und Erwerbstätige!


Quelle:

Ist Workfare faires Worken? - trueten.de - Willkommen in unserem Blog!




LG elemka
 

Kikaka

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#80
In einer Studie, die von der vorherigen Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde, stellte man fest, dass die Subventionierung der 1.-€ Jobs den Staat auf Dauer zu viel Geld kosten wird
- In den Startlöchern stehen die Kommunen allerorten, nur die Neos wissen schon ganz genau, auf welch dünnes Eis sie sich mit Bürgerzwangsarbeit begeben.
- Wenn man einem Kommunalpolitiker was von Zwangsarbeit erzählt dann schüttelt er sich, deshalb ist es wichtig hier Öffentlichkeitsarbeit und damit Problembewußtsein zu schaffen.. Dem Otto Normalo geht das glatt am A.... vorbei, die Langzeitschmarotzer sollen was tun für die Kohle...

Ist Workfare faires Worken? - trueten.de - Willkommen in unserem Blog!

Dabei gibt es in Modellversuchen bereits auch in Deutschland diese Art der Beschäftigung. Bei uns nennt man das Ganze etwas freundlicher klingend Bürgerarbeit.
Diese Modellversuche gibt es z.B. bereits in Leipzig und Dresden. Dort werden z.B. ältere Arbeitslose als Begleitpersonal in öffentlichen Verkehrsmitteln zu Deeskalierung von randalierenden Fahrgästen eingesetzt. Obwohl sie dafür überhaupt keine Ausbildung haben, wie z.B. Sicherheitspersonal, müssen sie sich im Notfall mit oftmals körperlich weitaus überlegeneren Jugendlichen und anderen randalierenden Fahrgästen auseinandersetzen.
- Wobei die wohl auch ein paar Euros dazu erhalten werden, damit wird der Verdacht der Zwangsarbeit entschärft
 

mercator

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#82
Sie sollen also für das Geld, das sie als Arbeitnehmer in die Sozialversicherung vorher einbezahlt haben, nach diesem Modell jetzt arbeiten. Eine Versicherungsleistung, die sie vorher mitfinanziert haben und auf die sie laut Grundgesetz einen Rechtsanspruch haben,

wird ihnen dadurch streitig gemacht.
Nicht ganz. Das ALG2 ist keine Versicherungsleistung, sondern wird aus Steuermitteln bezahlt.
 
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Nicht offen für weitere Antworten.
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