Worauf kommt es bei einem Antrag auf Schwerbehinderung an ... (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

algfranz

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Februar 2018
Beiträge
128
Bewertungen
9
Hallo, man liest immer, dass es weniger auf die einzelnen Diagnosen, sondern eher auf die Einschränkungen im Alltag ankommt. Nun sind die mir vorliegenden Befunde in einem Fachchinesisch abgefasst, das wohl eher auf die Diagnosen als die Einschränkungen abzielt.

Wie kann man das nun bewerkstelligen, dass die tatsächlichen Einschränkungen deutlich werden im Antrag. Genügt dabei eine eigene Schilderung oder was empfehlen die Experten hier ?

Ein Arzt hat mir gesagt, dass er ggf. aufgefordert wird Befunde zu übermitteln, dann sind aber immer noch nicht die Einschränkungen beschrieben !
 

Mona Lisa

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2008
Beiträge
514
Bewertungen
472
Die Einschränkungen kannst Du extra dazulegen zum Antrag. Man nennt das "Jammerlappen".

Ich habe z.B. bei meiner Krankheit nur eine GdB von 30, andere haben mit derselben Krankheit einen von 80.

Viel Glück.

LG

Mona Lisa
 

algfranz

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Februar 2018
Beiträge
128
Bewertungen
9
Hm, hängt das dann mit der "Qualität" des Jammerlappens zusammen ?
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
3.357
Bewertungen
10.336
Eher mit dem bearbeitenden Versorgungsamt/Amtsarzt. Es erscheint einem teilweise willkürlich weil solche
Unterschiede wie Mona Lisa sie anspricht sogar teilweise bei ein und dem selben Amt auftreten.
 

Katzenstube

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
9 Februar 2017
Beiträge
810
Bewertungen
716
Ich würde mal sagen, es macht einem gesunden Sachbearbeiter klar, (wenn er es denn nachvollziehen MÖCHTE) wo die kranken Einschränkungen sind. Bis zu meiner Blindheit, rechts, und den Kararact-OP's wusste ich nicht was "blenden" ist. Seidem kann ich bei rot/gelben Discountern (deren Laden auch in diesen Farben gehalten ist) nicht mehr einkaufen, da ich nichtmal das Fleisch vor Blendung sehen kann.

Wie soll ein Sehender wissen, dass ich grundsätzlich Dinge, die rechts von mir (auf meiner blinden Seite) stehen vom Tisch fege. Wie - wenn nicht im Jammerlappen - kann ich erklären, dass meine Augen viele unterschiedlichen Tropfen benötigen; täglich zur selben Zeit (es gibt kein Ausschlafen mehr). Alles Kleinigkeiten, aber nur ein paar, die im Laufe des langen Tages passieren.

Eine Kopie meines Jammerlappens habe ich meiner Hausärztin zugeschickt. Von ihr kam einige Zeit später ein Brief mit dem Inhalt, sollte das Versorgungsamt sie befragen, wird sie einige dieser Punkte ausführen.

In diesem Sinne,
viel Glück wünscht Katzenstube
 

algfranz

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Februar 2018
Beiträge
128
Bewertungen
9
Vielen Dank, insbesondere auch an Katzenstube, der ich das allerbeste wünsche.

Gibt es vielleicht irgendwo einen anonymisiertes Beispiel von solch einem Jammerlappen, der geholfen hat dem Amt die Einschränkungen näher zu bringen bzw. verständlich zu machen ?
 

Katzenstube

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
9 Februar 2017
Beiträge
810
Bewertungen
716
Hallo algfranz,
ich habe alle meine gesundheitlichen Daten wie Gewicht/Blutdruck ect. innerhalb von einer Excel-Mappe, darin dann auch der Jammerlappen.

Stichworte oder kurze Sätze unter den Überschriften

Einschränkungen im Alltag
Einkaufen schwierig durch Blendung in den Supermärkten, Fleischtheken teilweise Inhalt nicht lesbar
Autofahren nahezu unmöglich, je nach Sonnenstand.
Medikamente zeitgenau einnehmen, keine freie Zeitgestaltung mehr möglich.

Einschränkungen am Arbeitsplatz
Treppen im Altbau nicht normgerecht, niedriger Arbeitsraum - unter 2 m, somit Licht direkt vor mir in die Augen strahlend.
Imense Probleme in der Koordination Telefon, EDV und der damit verbundenen geforderten Schnelligkeit / Servicetechniker schnell auf die Reise schicken.

Einschränkungen Hobby/Freizeit
- keine Konzerte mehr, da ich Menschen nicht so schnell ausweichen kann
- keine Bildbearbeitung mehr, da die Augen überanstrengt werden

beigefügt: alle Facharztberichte der letzten beiden Jahre nebst dem letzten Besuchstermin - dieses auf einer Tabelle:
Name des Arztes, Fachrichtung, Adresse, Telefon, letzter Besuch.

ebenfalls eine Tabelle meiner aktiv genommenen Medikamente.

Ich habe alle Ärzte im Vorfeld informiert, dass ein Antrag auf Gdb läuft, damit sie wissen was auf sie zukommt. Wurden wohl auch alle vom Versorgungsamt angeschrieben. Ist nun zwei Monate her und ich denke, in den nächsten 6 Wochen gibt es dann den Bescheid .... hoffe ich mal.

Vielen Dank für Deine guten Wünsche :) Jetzt hat mich die DRV nett eingeladen zu einer Arbeitserprobung ;-) Ich habe ja einen Job, habe aber Hilfsmittel beantragt, da auch die Fahrerei nicht mehr geht - aber Öffis keine fahren - bin ich mal gespannt.

Gruß von Katzenstube
 

Homer450

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2012
Beiträge
431
Bewertungen
261
Ich bin 90% Schwerbehindert und bei mir hat das alles der HA
in die Wege geleitet.
Ein Guter HA ist Gold wert. Du solltest mal deinen HA fragen in wie weit er hilft bei den Behörden.
Mein HA hat in seinen Angebotsliste die auch Aushängt Hilfe bei
Behörden/Rente/ Schwerbehinderung drin stehen.
In den Regel weiß dieser auch den Schlüssel nach den die % bei Schwerbinderung berechnet werden.
Da gibt es einen klaren Schlüssel.
Ein Antrag ob Rente oder Schwebehinderung alleine gegen Behörden durch zu bringen ist sehr schwer.
Der SoVD und der VDK (Beide Sozialverbände) helfen auch
und würden mit den TE auch die Anträge zusammen stellen.
Ein zigstes Manko man muss dort Mitglied sein.
Da für machen die auch fast alles mit den Behörden selber fertig so das man sich nur noch um wenig kümmern muss.
Das ist es mal meine Erfahrung wie ich an meine 90% Schwerbehinderung gekommen bin.
 

Allimente

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.463
Bewertungen
2.450
Moin, also ich habe das alleine für meine Frau gemacht und keinerlei Probleme gehabt. Das liegt aber wahrscheinlich auch an der jeweiligen Krankheit/Behinderung. Meine Frau hatte vorher "80% mit Merkzeichen G" gehabt und jetzt "100% mit Merkzeichen aG B" bekommen. Ich habe einfach nur beim Verschlimmerungsantrag die Diagnose genannt und den Krankenhausbericht hinzugefügt. Das war's auch schon.

Übrigens haben wir jetzt von der DRV die Bewilligung für eine Reha (mit kostenbefreiter Begleitung) bewilligt bekommen. Das ansich ist ja nichts Ungewöhnliches. Allerdings haben wir direkt auch 2 Tage später eine Info zur Erwerbsminderungsrente bekommen, wieviel Erwerbsminderungsrente ihr zustehen würde, wenn der Eintritt zum Datum des Schreibens erfolgen würde.

Ist das normal nach einem Rehaantrag? So etwas haben wir vorher nie bekommen, immer nur die üblichen Renteninforationen, die ja früher oder später alle bekommen.

LG Allimente
 

algfranz

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Februar 2018
Beiträge
128
Bewertungen
9
Allerdings haben wir direkt auch 2 Tage später eine Info zur Erwerbsminderungsrente bekommen, wieviel Erwerbsminderungsrente ihr zustehen würde, wenn der Eintritt zum Datum des Schreibens erfolgen würde.
Also ich hatte schon 2 Reha's, da war das nicht so. Wurde nur bei der letzten Reha gefragt, ob ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe, aber berechnet wurde nichts.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
19.020
Bewertungen
17.900
Ich sage immer, fuer den Jammerlappen mal so ca. 2 Wochen eine Art kleines Tagebuch schreiben und das dann zusammenfassen. Dann ist man sicher, keine Beeinträchtigung zu vergessen. Man gewöhnt sich ja mit der zeit an vieles, so dass einem das nicht. Mehr auffaellt.
[>Posted via Mobile Device<]
 
Oben Unten