Wolfgang Neskovic über Rechtsradikalismus, Rechtsterrorismus, Rassismus etc.

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
E

ExitUser

Gast
Wirtschaft und Gesellschaft » “Damals wie heute sind es Ausgrenzung und Abstiegsängste, welche die Menschen den Nazis in die Arme treiben.”
Im Gespräch: Wolfgang Neskovic, Bundesrichter a. D. und Justiziar der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag, über Rechtsradikalismus, Rechtsterrorismus, Rassismus, V-Leute, verfassungsrechtliche Ignoranz, die Notwendigkeit der sozialen Diagnose des neonazistischen Syndroms und die Rolle der Medien

Thorsten Hild: Herr Neskovic, seit der Aufdeckung der Zwickauer Terrorgruppe ist Rechtsradikalismus wieder im Visier der Politik? Wieder einmal ein moralischer Aufschrei, der so plötzlich verhallt, wie er gekommen ist – oder findet jetzt ein Umdenken statt – und wenn, in welche Richtung?

Wolfgang Neskovic: Ich hoffe, dass es diesmal nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt. Immerhin haben wir jetzt eine Debatte der Politik zum Rechtsterrorismus und einen Untersuchungsausschuss des Bundestages. Vor allem gibt es wohl auch die Einsicht, dass das Phänomen über Jahre unterschätzt wurde. Insofern gibt es ein Umdenken. Aber ich bezweifle, dass die eigentliche Ursache erkannt und entschieden bekämpft wird.

Was ist nach Ihrer Auffassung die eigentliche Ursache?

Es fehlt die Erkenntnis, dass diese Gesellschaft einen latenten Rassismus pflegt. Das zeigt schon die Tatsache, dass der Begriff “Dönermorde” über Jahre zu einem Teil der Alltagssprache wurde. Der Begriff klingt, als seien Döner statt Menschen ermordet worden. Er verharmlost die Tötung unserer Mitmenschen. “Dönermorde” – das ist ein verächtliches Wort für die Lebenswelten der Türken und der Griechen. Es enthält schließlich auch die Fehlvorstellung der damaligen Ermittler. Sie gingen von Milieu-Straftaten aus. Dieses eine Wort enthält das Problem und auch schon die entscheidende Frage: Wie rassistisch ist eine Gesellschaft, in der mit derselben Waffe neun Morde begangen werden können – während Medien, Politik und Sicherheitskräfte davon ausgehen, es handele sich um Rivalitäten unter Immigranten nach der Vorstellung: „Ausländer ermorden Ausländer“?

Es gibt also einen latenten Rassismus?

Ja, es gibt einen latenten Rassismus in breiten Teilen der deutschen Gesellschaft. Es gab ihn wohl immer, doch zumindest seit den frühen 2000er Jahren hat er wieder zugenommen. Damals entsetzten die Anschläge auf Asylbewerberheime die deutsche Öffentlichkeit. Wir Deutschen trugen in großer Zahl unseren Protest auf die Straße. Es gab Mahnwachen und Demonstrationen. Noch im Jahre 2000 brachte der „Aufstand der Anständigen“ 200 000 Menschen zu einer Lichterkette zusammen. Die Menschen verlangten von der Politik, sich dem Rechtsradikalismus entgegenzustellen. Doch die Politik verschärfte das ohnehin schon faktisch abgeschaffte Asylrecht weiter und begann würdelose Integrationsdebatten. Der latente Rassismus wurde hoffähig, bürgerte sich in die Köpfe vieler Menschen ein. In dem latenten Rassismus wuchs der radikale Rassismus und begann zu morden. Es war der allgegenwärtige latente Rassismus, der ihm dabei Schutz gab. Denn er sorgte dafür, dass Ermittler und Journalisten die Morde für “Dönermorde” hielten. Nun spricht die Gesellschaft über die “Zwickauer Zelle.” Doch über ihren latenten Rassismus spricht sie nicht. Die Menschen gehen nicht einmal auf die Straße wie im Jahre 2000. Hingegen sind Sarrazins “Kopftuchmädchen” immer noch in aller Munde.

...
Teile und herrsche: Man hetzt die Verlierer gegeneinander auf.

Wie hier im Forum zu beobachten, findet diese Strategie gerade bei den Erwerbslosen auf willige Helfer, die nur auf das richtige Thema warten und dann jeden Thread mit wiedergekäuter BLÖD-Propaganda vollmüllen, die sie als ihre "Meinung" verkaufen.
So werden aus "Opfern" wieder einmal "Täter".

Sind das alles Nazis? Nein, noch nicht.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten