Wolfgang Münchau - Meuterei in Fort Yuma

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ExitUser

Gast
Peer Steinbrück poltert gern lustig herum und ist in der Bevölkerung deshalb populär. Doch die SPD muss sich ihres Finanzministers entledigen, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.

Der Kommandant hat die siebte Kavallerie vor Yuma ausreiten lassen und lässt in alle Richtungen schießen: auf die Schweiz, auf Luxemburg, auf die deutschen Banken, die an Kreditklemmen schuld sind - und jetzt auf die Rentner. Jeder Schuss sorgt für großes Aufsehen und eine hitzige Debatte in Deutschland und anderswo.
Kein einziger trifft sein Ziel. Die meisten gehen nach hinten los, und einer davon hat jetzt den Kommandanten selbst getroffen. Peer Steinbrück kämpft in der SPD mittlerweile um sein politisches Überleben.
Es kommt mit dem Bundesfinanzminister jetzt so, wie ich es immer vermutet habe. Der immer munter und lustig herumpolternde Steinbrück war in der Bevölkerung lange Zeit populär, weil er den gesamten deutschen Lebenslügen über die internationale Finanzkrise am besten Ausdruck verlieh: der Lüge von der Alleinschuld der Amerikaner, der Lüge von der Überlegenheit des deutschen Bankensystems, der Lüge von der Unwirksamkeit keynesianischer Politik in extremen Wirtschaftskrisen, der Lüge vom allein selig machenden ausgeglichenen Haushalt und vor allem auch der Lüge, dass es eine kostenlose Lösung für das Bankenproblem gibt.

Seite 2

Mit Steinbrück als Spitzenkandidaten konnte die SPD aber keine eigenen Akzente setzen, die diesem Imageverlust auch nur im Ansatz entgegengewirkt hätten. Steinbrück ist in Wahrheit ein miserabler Politiker, der vor allem nicht weiß, wie man Wahlen gewinnt - ganz im Gegensatz zu seinem Vorbild Helmut Schmidt.
Wer zwei Monate vor einer Wahl und mitten in einer schweren Wirtschaftskrise die Rentner verunsichert, und dies zu einer Zeit, in der die Partei bei nur über 20 Prozent liegt, begeht politischen Selbstmord. Die Panik innerhalb der SPD ist nur verständlich. Wenn man Steinbrück von der Leine lässt und er bis zum Wahltag weitermachen darf wie bisher, dann droht am 27. September die Katastrophe.
Heute stellt sich nicht mehr die Frage, ob die SPD die Wahlen gewinnt oder nicht, sondern nur noch, wie hoch sie verlieren wird. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat daher völlig recht mit seiner Äußerung, dass Angela Merkel so oder so wieder Bundeskanzlerin wird. Bei dieser Wahl geht es nur darum, mit wem Merkel koaliert.
FTD.de - Kolumne: Wolfgang Münchau - Meuterei in Fort Yuma - Seite 2 von 3 - Kolumnen
 

Woodruff

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Ich gehe davon aus, dass Steinbrück nach den Wahlen irgendwo in der Versicherungswirtschaft unterkommen wird.

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