Wohnungslos und ohne Wohnsitz, was tun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

The_Vulcan

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Hi Leute, ich frage hier für jemand anderen.

Die Person ist U25 und hat mit dem Eltern quasi abgeschlossen.

Sie ist nach Berlin gegangen aber hat dort nun keine Wohnung und keinen festen Wohnsitz. Sie wohnt quasi bei Freunden kurfristig, da sie keine eigene Wohnung findet.

ALGII Bekommt sie nicht, weil sie keinen festen Wohnsitz hat.

Sie hatte mal ein Gesprächstermin bei einem Wohnheim, hat ihn aber nicht wahr genommen da sie nicht mit irgendwelchen Leuten zusammen auf einem Zimmer leben wollte (was ich gut nachempfinden kann).

Gesundheitlich ist sie nicht Topfit psychisch denke ich.


Nun würde ich Ihr da gern etwas helfen weis nur selber nicht wie... Wohnungen wurde sie wohl immer abgewiesen als sie sagte das sie gerade keinen Job hat und das Amt die Miete zahlen würde.

Was könnte sie tun?


Also aus meiner Sicht einfach täglich suchen bis sie eine Wohnung findet die auch ALGII Bezieher annehmen würden... Dann mit Mietbestätigung zum Amt... dort alles einreichen... woraufhin das amt ja dann auch Zahlen müsste... dann ummelden und einziehen.. irgendwie so wäre wohl der Ideale Ablauf oder ?!
 

ZynHH

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Gibts am Stadtrand noch keine Blechhütten für die, die einfach mal so nach Berlin ziehen wollen...frech.

Ansonsten, Meldeadresse besorgen, Antrag stellen, Geld bekommen und Wohnung suchen.

Ich persönlich finde das unglaublich, das Berlin keine Einraumwohnungen zur Verfügung stellt.

Auch der Gang zum Jugendamt kann hilfreich sein, wenn man zuhause raus möchte.....ach ne, es muss ja Berlin sein...hipp, cool, kostenlos...
 

HartzVerdient

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Sofort zum Sozialverband Deutschland e.V. oder VdK Deutschland e.V. die können dem einen Riegel vorschieben.

Deine Freundin muss ordnungsgemäß in Berlin beim Meldeamt angemeldet werden. Dabei reicht es aus, dass sie bei Freunden wohnt. Sie muss nur von rechtlicher Seite in der Lage sein Post zu erhalten. Danach kann sie ALG2 beantragen. Weiterhin steht ihr rechtlich eine eigene Wohnung zu auch dies muss das Amt zahlen. Weigert sich das Amt, sofort zum Sozialamt und Sozialleistungen beantragen. Es kann nicht sein, dass deine Freundin in einen undefinierten Zustand belassen wird. Achtung hier ist Behördenwillkür mit im Spiel.
 

ZynHH

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Sofort zum Sozialverband Deutschland e.V. oder VdK Deutschland e.V. die können dem einen Riegel vorschieben.
Die haben freie Wohnungen in Berlin, die vom JC bezahlt werden? Geil. Warum haste dette denn nich ma früha verzählt, wa?


Dir ist aufgefallen, das sie ein Angebot ausgeschlagen hat?

Mich würde auch mal interessieren, ob sie denn schon volljährig ist...obwohl das sagt ja nix über Reife aus. Manchmal brauchen solche jungen Menschen auch richtige Hilfe, damit sie wieder auf die Füsse kommen, sonst enden sie so, wie diverse andere, die man auch hier im Forum lesen kann.

Wir haben 2.5 Jahre geschwitzt, als unsere Tochter pubertierte....
 

Seepferdchen 2010

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Die Person ist U25 und hat mit dem Eltern quasi abgeschlossen.
Eine Ausbildung schon abgeschlossen?

Diesen Link sollte sie sich oder du durchlesen, viele Hinweise von WillyV.

Hier mal ein Beispiel, Rausschmiss.

• Sind junge Volljährige durch Rausschmiss aus der elterlichen Wohnung zur Verselbständigung gezwungen, dann muss das JobCenter Hilfe leisten, d.h. es müssen die Kosten der Unterkunft übernommen und der volle Regelsatz gezahlt werden.

Der SGB II-Träger kann allerdings einen eventuellen Unterhaltsanspruch (Anm. v. mir: Ein Unterhaltsanspruch setzt Leistungsfähigkeit der Eltern nach § 1603 BGB voraus.

Er kann von erwerbsfähigen Volljährigen nur während einer zielstrebig verfolgten Erstausbildung geltend gemacht werden (§ 1610 BGB).

Ein mit dem Selbsthilfegebot nach § 2 Abs. 1 SGB II begründeter Verweis auf Naturalunterhalt kommt also nur in Betracht, wenn die Eltern verpflichtet und imstande sind, Unterhalt zu leisten (vgl. zum entsprechenden Problem im BSHG VG Aachen vom 12.8.2004, info also 2005, S. 39 f.), Quelle: Geiger) gegen die Eltern geltend machen.

Es ist jedoch immer abzuwägen, ob nicht Leistungen des Jugendamtes notwendig sind. Falls die jungen Volljährigen Jugendhilfe nicht grundsätzlich ablehnen, sollte immer ein Antrag auf Hilfen nach § 41 SGB VIII gestellt werden.
https://www.elo-forum.org/25/61881-praxishandbuch-junge-volljaehrige-auszugsberatung.html
 

The_Vulcan

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Ja nervt mich auch das alle in die Großstädte ziehen müssen.. geht mir sogar sehr auf den Keks... wenn man allerdings aus Privaten Gründen genau dort viele Soziale Kontakte bereits hat ist es verständlich. Möchte auch nicht nach "beliebiges 1000 Einwohner Kaff einsetzen" ziehen wenn ich da keinen kenne. Das die Person nicht zuhause blieb hat vermutlich mit den Problemen des Elternhauses zutun.... vermutlich ist das Soziale Umfeld da auch nicht gut gewesen für sie...da wollen Menschen eben gleich ganz aus dem Ort ZynHH.

Das mit der Meldeadresse.... kenne mich da nicht aus zieh sehr selten um so all 30 Jahre :D ... einfach beim Meldeamt sagen.. ich wohne jetzt DA....auch wenn an der Tür nen anderer Name ist? ^^ weil wenn sie alle paar Monate mal hier, mal da ist....



Danke für den Tipp HartzVerdient. Geb ich mal so weiter. Das mit dem Hinweis hilft auch schon mal und klärt meine eben noch gestellte Frage ;)
Vorname Nachname
z.H. Name
sollte da für Post ja gehen oder?
 

HartzVerdient

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Die haben freie Wohnungen in Berlin, die vom JC bezahlt werden? Geil. Warum haste dette denn nich ma früha verzählt, wa?
Es ist nicht das Problem des Bedürftigen, wenn Berlin keine geeigneten Unterkünfte bereitstellen kann und lieber Geld in der Bauruine in Schönefeld versenkt.

Dir ist aufgefallen, das sie ein Angebot ausgeschlagen hat?
Zu Recht!
 

The_Vulcan

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Mich würde auch mal interessieren, ob sie denn schon volljährig ist...obwohl das sagt ja nix über Reife aus.
Ja und ja sagt nichts aus.

Eine Ausbildung schon abgeschlossen?
Interessiert mich nicht, daher weis ich es nicht. Muss ich betreffende Person mal befragen. Ich vermute ganz stark nein weil sie in dem Zustand wohl kaum eine geschafft hätte. Würde aber auch einen passenden Job annehmen um kein ALG zu benötigen... aber das wollen hier viele...


Der Post ist das Egal, hauptsache der Name findet sich auf dem Briefkasten.

Was wiederum dem Vermieter nicht egal sein könnte. Stichwort Untermieter...

Oder falls die Person wo sie kurzzeitig wohnhaft ist selber ALGII bezieht.. Stichwort Eheähnliche Gemeinschaft blabla. Selbst wenn nicht vorhanden hätte die andere Person da vielleicht erst mal Stress den man ja vermeiden will.


Zur Berechtigungsfrage... soweit ich weis hat die Person schon die Info vom Amt das sie wohl Leistungen bekommen würde wenn sie denn einen Wohnsitz hat.... aber das sie nur einen "Briefkastenwohnsitz" braucht weis sie ja vielleicht genausowenig wie ich bisher... Gebe ich mal im nächsten Gespräch so weiter, danke.


Eben... die Person sagte zu mir das sie lieber im Freien schlafen würde bevor sie in so nem Obdachlosenheim wohnt.

Sogar etablierte Obdachlose sehen das so....


PS: hast PN
 

Seepferdchen 2010

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Interessiert mich nicht, daher weis ich es nicht. Muss ich betreffende Person mal befragen.
Darum meine Frage, wie oben im Post5 von WillyV schon geschrieben:

Der SGB II-Träger kann allerdings einen eventuellen Unterhaltsanspruch (Anm. v. mir: Ein Unterhaltsanspruch setzt Leistungsfähigkeit der Eltern nach § 1603 BGB voraus.
 

The_Vulcan

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So wie ich das mitbekommen habe ist da nichts zu holen... ging mir ja ähnlich als ich mit 17 in meine eigene Wohnung zog... aber waren etwas andere Umstände.

Ich glaub die Person sagte auch was von wegen das sie derzeit nicht mal Kindergeld bekommt und schon ne riesige Summe nachgezahlt bekommen müsste....

Das ganze mit Wohnung und Geld war nur so Rand-Thematik als wir miteinander sprachen, aber möchte sie da halt ein wenig unter die Fittiche nehmen um Helfen soweit ich kann.
 

Ela

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ALGII Bekommt sie nicht, weil sie keinen festen Wohnsitz hat.



erstmal zur friedrichstrasse, Hauptmeldeamt, sich wohnungslos melden...

danach hansaplatz, stadtmission.... dort bekommt sie eine postalische adresse fürs jobcenter

dort kann man ihr auch sagen, welches jobcenter erstmal für sie zuständig ist.
 

ZynHH

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Ich glaub die Person sagte auch was von wegen das sie derzeit nicht mal Kindergeld bekommt und schon ne riesige Summe nachgezahlt bekommen müsste....
Das sieht nicht gut aus. Denn sie wird keine Ausbildung machen zur Zeit. Einfach nur Ausbildungsuchend melden reicht meist nicht mehr. Da müssen Nachweise gebracht werden. So kenne ich das von meiner Tochter.

Das ganze mit Wohnung und Geld war nur so Rand-Thematik als wir miteinander sprachen, aber möchte sie da halt ein wenig unter die Fittiche nehmen um Helfen soweit ich kann.
Ich finde es gut, was du machst. Ist vieleicht etwas grob rübergekommen. Nur, Bitte Bitte, nimm ihr nichts ab. Lass sie alles allein , also selbst machen. Sei für sie da, begleite sie, aber bestehe auch darauf, das sie den ***** hochbekommt. So hab ich das mit meiner Tochter gemacht und die ist Stolz wie Oskar mit ihrer ersten eigenen Wohnung und daß sie im Prinzip alles allein gemacht hat....vor allem weiß sie jetzt, wie man mit JC-SB umgeht.
Ich drück euch die Daumen.
 

The_Vulcan

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dort kann man ihr auch sagen, welches jobcenter erstmal für sie zuständig ist.
Moment, du sagst ALGII gibts ja sowieso nur mit fester Meldeadresse.. ja sagte ich ja auch so. Aber was soll die Person denn mit einer Postanschrift fürs Jobcenter wenn sie sich Wohnungslos meldet und damit keinen Wohnsitz hat und kein ALGII bekommt.... macht nicht so wirklich Sinn oder?

Finanzielle Sicherheit hat sie ja dann eh erst mit einer Meldeadresse, da bringt die Postadresse bei der Stadtmission sicher keine Vorteile oder?
 

ZynHH

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, da bringt die Postadresse bei der Stadtmission sicher keine Vorteile oder?
Also hier in Hamburg ist ein JC für die Obdachlosen zuständig. Wie ist das in Berlin? Also die Postadresse und die Meldebestätigung "obdachlos" sind dafür ausreichend.
 

The_Vulcan

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Ist ja echt gruselig... hab gerade mal die Wohnungsanzeigen angeschaut....

Bei einer wollen sie das man mindestens 1.200.- verdient.
Schufa, Bonicheck, Gehaltsnachweise etc. auch und den Perso in Kopie (ist rechtswidrig).

Bei einer anderen wollen sie nur Senioren ab 60 Jahren... und das waren erst aus den ersten drei die ich anschaute....

Kein Wunder das es so ne Probleme bereitet....nen Kumpel sucht auch schon seit einer weile fällt mir ein, aber der hat es nicht so eilig.


Bei mir war das damals ja so... Jugendamt bestätigte das sie die Miete tragen... oder ein anderes Amt weis nicht.. nach 2 Wochen Wohnung gefunden... WBS mit eile und Bestätigung gezeigt...mit Freude die Wohnung gezeigt... übernommen.... neue anschrift .. fertig.. so irgendwie jdenfalls.

Hab kein Plan in wiefern ein JC hier für die Obdachlosen bzw. Wohnungslosen zuständig ist. Also für Leute ohne eine Örtliche Meldeadresse... verzichten tun die sicher eh auf Hilfe eine Wohnung zu finden... die Berliner Kassen sind arm genug.

Ich würde denken wer obdachlos ist hat kein anrecht auf ALGII da dies nur Leuten mit festem Wohnsitz zusteht die dem Arbeitsmarkt zur verfügung stehen. Dürfte bei Obdachlosen schwer Fallen... sieht eher nach nem Fall für ein Sozialamt aus. Aber auch da ist die frage wohl... welcher Bezirk... gute Frage.


Das Sozialsystem ist so ein murks....
 

ZynHH

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Ja, das Jugendamt hatte ich ja auch schon angesprochen.


Selbstverständlich bekommen Obdachlose ALG II, sie müssen nicht wohnen, sie müssen dem arbeitsmarkt zur verfügung stehen.

Also findet raus, webseite berlin, welches JC für Obdachlose zur verfügung steht.
 

The_Vulcan

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Ja, das Jugendamt hatte ich ja auch schon angesprochen.
Da war ich aber auch noch keine 18... als ich dann später 18 wurde waren die nicht mehr für mich zuständig. Da die Person ja nun schon älter ist dürfte das Jugendamt daher raus fallen.

Selbstverständlich bekommen Obdachlose ALG II, sie müssen nicht wohnen, sie müssen dem arbeitsmarkt zur verfügung stehen.
Also auch etwas paradox, sogar Menschen mit festem Wohnsitz haben es schwer bei der Jobsuche...


Aber danke für die ganzen Tipps. Mal sehen was da noch so an Infos raus kommt demnächst.
 
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