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Wohnungsgröße wichtig?

schneckchen-cgn

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#1
Guten Morgen, ich habe da mal eine Frage. Erst mal die Eckdaten: Meine Tochter trennt sich von ihrem Partner. Sie hat 2 kleine Kinder. Sie könnte eine WOhnung bei mir im Haus bekommen, nun ist fraglich, ob das Jobcenter diese Wohnung für sie bewilligt. Die Wohnung besteht aus 2 Zimmern, Bad, Balkon, hat 45qm und kostet 369,- € kalt + 82,- € NK + 59,- € Heizkosten, also insgesamt 510,- €. Erlaubte Miete für 3 Personen wäre ja ca. 660,- €. Damit liegt diese Wohnung ja drunter. Der erlaubte qm-Preis liegt bei 8,25 € und hier ist der Knackpunkt. Denn damit liegt die Wohnung mit einem qm-Preis von 10,- € über den erlaubten 8,25 €. Wie stehen denn ihre Chancen, dass das Jobcenter den Umzug bewilligt?
Ich werde meine Tochter am DOnnerstag zum Jobcenter begleiten und dort nachfragen. Der AUszug ist sehr dringend, sie muss da raus.
 

biddy

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#2
KdU-Richtlinie Köln sagte :
.
Die Produkttheorie des BSG ermöglicht ein Abweichen von einem Kriterium (z.B. der Woh-
nungsgröße), wenn dies bei einem anderen Kriterium (z.B. dem Mietpreis) wieder ausgegli-
chen wird. Der Leistungsempfänger kann somit eine kleinere Wohnung (als abstrakt ange-
messen) zu einem höheren Mietpreis (als abstrakt angemessen) anmieten, wenn die nach
angemessenem Mietrichtwert ermittelte Gesamtsumme dabei eingehalten wird.
Quelle

Also sollte es keine Probleme geben und ist ja auch vom BSG so bestimmt worden vor was weiß ich wievielen Jahren schon.


http://www.harald-thome.de/media/files/kdu,-ae,-but-rilis/KdU-K-ln--01.06.2013-korr.pdf
kostet 369,- € kalt + 82,- € NK + 59,- € Heizkosten, also insgesamt 510,- €. Erlaubte Miete für 3 Personen wäre ja ca. 660,- €.
Es sind 656 € angemessen ohne Heizkosten (8,20 € x 80 qm).
Dazu kämen noch 80 qm x 1,30 € für Heizkosten (104 €), insgesamt also 760 € warm (wobei bei ggf. höheren Heizkosten ja eh erst nachgewiesen werden müsste, dass derjenige verschwenderisch heizt und es nicht am Energiepreis, Gebäudezustand o. ä. liegt)


Nur nebenbei eine persönliche Anmerkung: Das soll eine vorübergehende Lösung sein, ja? Mit 2 Kids auf 45 qm und 2 Zimmern kann ich mir das - selbst Mutter zweier Kids, die jetzt "groß", aber früher auch mal klein waren ;) - nicht lang vorstellen.
 

schneckchen-cgn

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#3
Danke Biddy für die schnelle Antwort. Dann besteht ja in der Tat Hoffnung, dass der Umzug bewilligt wird.
Ich weiß, dass 45qm nicht wirklich viel ist. Aber in der derzeitigen Situation meiner Tochter ist alles besser, als das was momentan ist.
Meine Wohnung liegt auf der gleichen Etage direkt gegenüber. Auch nur 2 Zimmer, aber 56 qm. Eine Alternative wäre noch, dass wir die Wohnungen tauschen.
Aber erst mal muss das Jobcenter ihr die Wohnung mit dem Umzug bewilligen. Drückt bitte die Daumen, dass es klappt.
 

schneckchen-cgn

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#5
Ich habe gerade mal mit dem Jobcenter telefoniert um herauszufinden, bei welchem Sachbearbeiter meine Tochter persönlich vorsprechen kann.
Man sagte mir, eine persönliche Vorsprache sei in diesem Fall nicht möglich, sie muss das Wohnungsangebot des Vermieters mit einem formlosen Antrag auf Bewilligung schriftlich einreichen.
Was ist das denn für ne Regelung??? Warum hat sie keinen persönlichen Ansprechpartner???
Ich habe dann einfach mal die Eckdaten der Wohnung genannt und bekam zur Antwort, dass diese Wohnung ja mal definitiv zu klein sei und sicherlich nicht bewilligt wird.
Die Wohnung ist passend, sonst würde meine Tochter sie nicht nehmen wollen. Zudem muss doch auch die persönliche Situation (der Grund des Umzugs) berücksichtigt werden, oder nicht??
 

biddy

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#6
Dass die Wohnung auf Dauer zu klein ist für 3 Personen, ist ja klar. Das JC berücksichtigt die Notsituation (Trennung) in diesem Fall nicht. Ich denke, sie fürchten erneute Umzugskosten bzw. Kosten, die mit einem absehbarem Umzug in eine größere Wohnung zusammenhängen.

Ablehnen kann das JC die Mietübernahme aber nicht, da die Kosten ja angemessen sind. Braucht sie denn Umzugskosten/Kaution oder könntet ihr das irgendwie allein stemmen?
 

schneckchen-cgn

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#7
Genau das mit Umzugskosten und Kaution waren auch die Bedenken des Verwalters. Ich hab ihm dann gesagt, dass das nicht das Problem sein soll. Umzugskosten braucht es nicht, das stemmen wir auf jeden Fall alleine. Die Kaution kann in 3 Raten gezahlt werden, die müssen natürlich da sein. Da müssen wir innerhalb der Familie schauen, dass das klappt.
Das schlimmste was passieren kann ist, dass das Jobcenter aus den von Dir beschriebenen Gründen ablehnt. Dennoch kann sie aber umziehen, denn die Miete müsst ja komplett gezahlt werden. Alle anderen Kosten werden dann nicht übernommen. So hab ich das richtig verstanden, oder?
Mensch, das muss klappen :)
 

biddy

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#8
Dennoch kann sie aber umziehen, denn die Miete müsst ja komplett gezahlt werden.
Ja. Es liegt ein wichtiger Grund vor (Trennung) und die Miete ist angemessen.

Das MAIS NRW sagt dazu in der Arbeitshilfe zu den Kosten der Unterkunft und Heizung (Seite 82 von insg. 128, Originalseite 74):
Das Fehlen einer Zusicherung vor Vertragsschluss berührt die sich materiell aus § 22 Abs. 1 SGB II ergebenden Ansprüche auf Übernahme der Unterkunfts- und Heizkosten nach dem Umzug nicht (BSG, Urteil vom 07.11.2006, Az.: B 7b AS 10/06 R; LSG NRW, Beschluss vom 16.03.2011, Az.: L 19 AS 1563/10 B).
Quelle

Dort steht im weiteren Text auch noch mehr zur Zusicherung bei Erforderlichkeit eines Umzugs, also dass diese gewährt werden muss (Zusicherung = auch Übernahme von Kaution als Darlehen und Umzugskosten also) bei Trennung usw.

Einzig die Sache mit den wenigen Quadratmetern bei 3 Personen macht mir zu schaffen (was die Umzugskosten und Kaution angeht), aber die KdU an sich muss, soweit ich informiert bin - habe nie Gegenteiliges gehört in solche einem Fall -, übernommen werden.
 

schneckchen-cgn

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#9
Tausend Dank Biddy!! Ich werde am Donnerstag mal versuchen mit meiner Tochter persönlich vorzusprechen. Irgendjemand muss da doch zur Verfügung stehen.
Werde berichten.
 

schneckchen-cgn

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#10
Die Vorsprache am DOnnerstag war nur teilweise erfolgreich. Die Genehmigung für die WOhnung gab es noch nicht. Wir sind gar nicht bis zur Leistungsabteilung gekommen. Meine TOchter hat jetzt erst mal am kommenden Dienstag einen Termin zur BG- Teilung, dann erst kann ein Umzug genehmigt werden. Die Dame, bei der wir waren, die meinte das klappt schon. Wir lassen uns überraschen. Die Zusage des Vermieters hat sie auf jeden Fall, vorausgesetzt, Jobcenter übernimmt die Miete.
Wenn jetzt nun der Fall eintreten sollte, dass die Leistungsabteilung den Umzug in diese 45 qm Wohnung ablehnt, würden die dann trotzdem die Miete genehmigen? Also irgendwas schriftliches ausstellen, dass die Übernahme der Miete bestätigt. Das will der Vermieter auf jeden Fall sehen.
 

schneckchen-cgn

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#11
Heute war der Termin beim Jobcenter und alles ist super positiv gelaufen. Die Dame hat sich den Antrag meiner Tochter und das unverbindliche Mietangebot des Vermieters angeschaut und hat sofort gesagt, dass sie da die Genehmigung erteilt. Juchuuu!!!
Sie war echt sehr nett. Jaaa, sowas gibt es wohl auch :icon_mrgreen:
Hat meiner Tochter dann das ganze Procedere erklärt, was sie denn jetzt machen muss wegen Kaution, evtl. Renovierungskosten und natürlich auch einer Erstausstattung an Möbeln. Da hat sie ja außer dem Kinderzimmer gar nichts.
Ich bin so froh, dass das jetzt alles positiv weitergeht.
Danke nochmal für die Vorabinfos.
 
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