Wohnungsbeschaffungskosten (1 Betrachter)

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Shearing

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Hallo zusammen,

seit einigen Wochen bin ich nun - nach erfolgter Kostensenkungsaufforderung von der ARGE - gehalten, mich um eine preiswertere Wohnung zu bemühen.

Nach den bis heute gemachten Erfahrungen fallen dabei doch recht hohe Kosten an:
  • TELEFONKOSTEN (oft werden nur Handy-Nummern in den Anzeigen veröffentlicht)
  • FAHRTKOSTEN zu Besichtigungen (pro Termin hier 5.20 Euro)
Solche Kosten sollten ja von der ARGE erstattet werden, wenn man diese im Voraus beantragt.
Ich frage mich nur, wie es in der Praxis funktionieren soll, finden diese Besichtigungen doch oft am Tage der Anzeigenvereröffentlichung statt oder maximal 1 - 2 Tage später.
Auch kann ich nie im Voraus bestimmen, welche Telefonkosten mir an einem Wochenende entstehen werden, wobei natürlich besonders die Kosten der "Handy-Anzeigen" in's Gewicht fallen, habe selbst kein Handy.

Welches Vorgehen ist also zu empfehlen, um hier eine praxisnahe (!) Lösung zu finden?

Was sind Eure Erfahrungen bzw. existieren Richtlinien oder Urteile zu dieser Frage?

In den hiesigen Richtlinien wird dazu nichts vermerkt, lediglich der Hinweis
"Intensive Bemühungen" sowie "jede Wohnung anmieten versuchen", die in den vorgegebenen Kostenrahmen fällt.

Pro Woche finde ich hier in der Großstadt ca. 30 - 40 Angebote.
Jede Anzeige ist schon darauf zu überprüfen, in welche Baualtersklasse die angebotene Wohnung fällt, danach richtet sich die mir zustehende und von der ARGE genehmigte "angemessene Miete".

Ich werde demnächst bei der ARGE meinen ersten Tätigkeitsbericht über die Suchaktionen der vergangenen Wochen abliefern und dabei natürlich auch meinen Sachbearbeiter dazu fragen - und hier berichten.
Gruß von
Shearing
 

Arania

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Möchtest DU überhaupt umziehen, bzw. gibt es die Wohnung in dem Preisrahmen der der ARGE vorschwebt?
 

Shearing

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Hallo Arania,
vielen Dank für Deine Beteiligung!

Du hast gefragt:
"Möchtest DU überhaupt umziehen, bzw. gibt es die Wohnung in dem Preisrahmen der der ARGE vorschwebt?"

Wenn es mir gelingt, die Differenz von ca. 90 Euro durch Nebenverdienst etc. aufzubringen, dann bin ich an einem Verbleib in der Wohnung interessiert.

Ich habe ja geschrieben, dass hier jede Woche 30 - 40 Anzeigen erscheinen, die die Angemessenheits-Kriterien erfüllen *könnten*, das muss ich aber jeweils herausfinden, durch Telefonate und Besichtigungen.

Darunter befinden sich auch Wohnungen mit angemessenen Mietpreisen. Bis ich mich dann zu einer solchen freien Wohnung durchtelefoniert habe, ist diese aber auch oft schon vergeben. :icon_kinn:
Aber klar ist auch: Es ist zu überlegen, ob ich die Energie lieber aufwenden sollte für eine (Neben)Job-Suche, als mich über eine vergebliche und unerquickliche Wohnungssuche zu ärgern.

Aber die Frage bleibt: Wie sind diese Kosten zu erstatten?


@wolliohne
Danke für Deine Beteiligung!
Diese Wohnungen existieren, keine Frage; das herauszufinden kostet Energie - und eben auch Geld. :icon_motz:
Hast Du einen Tipp, wie ich die Kosten erstattet oder verauslagt bekomme?
Gruß von
Shearing
 

Arania

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Die Kostenerstattung hättest Du leider vorher klären sollen, denn zu einem Umzug gehören alle Kosten, auch die der Wohnungsbeschaffung, ich würde aber an Deiner Stelle um Kosten zu vermeiden keine Handynummern anrufen und keine weiten Reisen unternehmen, wenn Dir nämlich nicht gelingt eine passende Wohnung zu finden, und Du nachweisen kannst das Du Dich redlich darum bemüht hast, dann muss man Dir die KDU auch nach den 6 Monaten weiter bezahlen

Du kannst natürlich auch noch zur SB gehen und einen Antrag stellen zur Zahlung der Telefonkosten etc.
 

Shearing

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Hi Arania,

>Die Kostenerstattung hättest Du leider vorher klären sollen

Da bin ich ja gerade dabei, dafür ist es ja auch noch nicht zu spät. Außerdem konnte ich ja "vorher" gar nicht ahnen, dass sich die Kosten in dieser Größenordnung bewegen werden bzw. nur Wohnungen erhältlich sein würden, die nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Meine letzte Wohnungssuche fand in den Siebzigern statt, als ich noch Student war.



> zu einem Umzug gehören alle Kosten, auch die der Wohnungsbeschaffung,

Ebend!


>ich würde aber an Deiner Stelle um Kosten zu vermeiden keine Handynummern anrufen

Das kann mir möglicherweise unter die Nase gerieben werden:
"Warum haben Sie sich denn hier nicht beworben -
Es existieren ja doch Wohnungen auf dem Markt - entgegen Ihren Aussagen oder Protokollen"...

>nachweisen kannst das Du Dich redlich darum bemüht hast,

Das ist klar, ich möchte aber nicht auf die Nase fallen

>dann muss man Dir die KDU auch nach den 6 Monaten weiter bezahlen

Auch klar, ich möchte diese Bewilligung aber keinesfalls fahrlässig gefährden bzw. sehe diese eben noch nicht als Selbstgänger.

>Du kannst natürlich auch noch zur SB gehen und einen Antrag stellen zur Zahlung der Telefonkosten etc.

Das werde ich tun, bin aber noch auf Info-Suche.
Mir fehlen eben noch eindeutige Argumente.
Gruß und vielen Dank!
Shearing
 
E

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Hallo Shearing,

wenn Du durch die ARGE aufgefordert wurdest, die KdU zu senken, MUSS die ARGE auch die Wohnungsbeschaffungskosten übernehmen. Hierzu gehört im Eventualfalle auch die Gebühr für einen Makler.

An Deiner Stelle würde ich mit einem entsprechenden Antrag,- frei formuliert, aber auf die Kostensenkungsaufforderung bezogen-, persönlich zu meinem SB gehen und die Bewilligung fordern. Ja, nicht bitten, sondern fordern, denn so ganz freiwillig wird er es kaum tun.:wink:

Erstelle über die bereits erfolgten Auslagen eine Aufrechnung, füge sie bei und lasse Dir den bereits verauslagten Betrag erstatten.

Wenn Du den Antrag nicht bewilligt bekommst, hast Du die Möglichkeit zu sagen, dass Du finanziell nicht in der Lage bist, die Kosten weiterhin zu verauslagen ( was nun Tatsache ist) und hierdurch natürlich an der Wohnungssuche gehindert bist und der Aufforderung nicht nachkommen kannst.(bitte alles schriftlich und auf Kopie Empfangsbestätigung geben lassen).
Oder Du erfragst an der Sozialgerichtsstelle in Deiner Nähe bei einen Rechtspfleger, welche Möglichkeiten Du hast, die Kosten der Vergangenheit und Zukunft geltend zu machen.

Die momentanen Mehrkosten Deiner Wohnung selbst zu tragen, ist ein Risiko. Ist Deine Wohnung qm-mässig grösser, als vorgeschrieben, werden ebenfalls auch die Nebenkosten entsprechend umgerechnet und zwar zu Deinen Lasten.
Desweiteren würde ich bedenken, dass Du einen echt grossen Betrag am Bein hast, wenn man nun tatsächlich aus Nebenbeschäftigung den Selbstbehalt kürzt. Dann musst Du aus der Wohnung raus und bekommst für Umzug und Renovierung etc. keinen müden Pfennig erstattet. Jetzt, bei der Aufforderung muss die ARGE Dir auch die Umzugskosten erstatten.
 
E

ExitUser

Gast
Das werde ich tun, bin aber noch auf Info-Suche.
Mir fehlen eben noch eindeutige Argumente.
Gruß und vielen Dank!
Shearing
Die Argumente stehen hieb-und stichfest in §22 SGBII, also gesetzlich verankert.

3) Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger übernommen werden; eine Mietkaution kann bei vorheriger Zusicherung durch den am Ort der neuen Unterkunft zuständigen kommunalen Träger übernommen werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Eine Mietkaution soll als Darlehen erbracht werden.
 

hellucifer

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Wenn du dich per Handy an den Vermieter wenden sollst, dann hat die Arge auch die Kosten dafür zu übernehmen. Ansonsten sind dir solche Wohnungsangebote nicht zugänglich. Dann kann man dir auch keinen Vorwurf machen.

Lass dir also schriftlich von der Arge zusagen, dass sie die Telefonkosten dafür übernimmt. Und lasse dir weiterhin konkret aufzeigen, welche Bemühungen du konkret zu unternehmen hast, um an kostengünstigeren bzw. angemessenen Wohnraum zu gelangen. - Du hast dann im Streitfalle vor Gericht bessere Karten, wenn es darum geht, dass die Arge auch nach Ablauf von sechs Monaten die vollen Kosten weiterhin tragen soll, falls es dir beim besten Willen nicht gelungen ist, die KdU zu senken.
 
G

Gelöschtes Mitglied 26

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Und letztendlich bleibt man dann doch auf vielen Kosten sitzen ...

Bin selber umgezogen wegen Job, mußte täglich 130km fahren, weil die Wohnung nicht so schnell verfügbar war ... erstattet bekomme ich lächerliche 140 EURO pro Monat an Fahrtkosten, das ist nicht einmal annähernd die Hälfte der angefallen Kosten, ohne die Nebenkosten einzuberechnen.

Also das Nachweisen ist zudem ziemlich schwierig und aufwendig, wie willst du Telefonate nachweisen? Geht nur per Verbindungsnachweis.
Wie willst du die Besichtigungen der Wohnung nachweisen ?

Außerdem hat sich bei mir gezeigt, das es unter den Umständen nicht wirklich möglich ist eine Wohnung anzumieten, somit braucht man meistens viele Versuche und jedesmal ein neues Beantragen der Leistungen. Beispiel:

Du bist an einer Wohnung interessiert und hast dür übermorgen einen Besichtigungstermin (günstige Wohnungen sind heutzutage mangelware und da sind schon 2 Tage eigentlich viel zu lange, die Wohnungen sind ruckzuck vergeben).
Als ALG2ler mußt du aber erst einmal die Fahrtkosten beantragen, bis der schriftliche Bescheid da ist, sind aber bereits ein paar Tage vergangen.

Ist die Wohnung dann aber immer noch verfügbar und sie gefällt dir, mußt du dieses Mietblatt ausfüllen lassen und dem SB vorlegen, ohne dessen Genehmigung darfst du die wohnung nämlich nicht mieten.

Bis Du dann die Erlaubnis hast, ist die Wohnung schon lange weg, denn es gibt immer Leute, die:
a) Die Wohnung sofort besichtigen können
b) sofort eine Zusage über die Wohnung machen können
c) die nicht ALG2 beziehen, was viele Vermieter bevorzugen, du als ALG2ler bist gezwungen dem Vermieter offenzulegen, das du ALG2 beziehst.

Soviel aus meinen persönlichen Erfahrungen, ich bin 3 mal mit Hartz 4 umgezogen ... und jedes Mal das gleiche Spielchen.

MFG
Marco
 

Arania

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Du bist 3x in den letzten zwei Jahren umgezogen und jedes Mal hat die ARGE bezahlt?? Wow:icon_daumen:
 

Shearing

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@Tinkalla

Du hast geschrieben:
"Desweiteren würde ich bedenken, dass Du einen echt grossen Betrag am Bein hast, wenn man nun tatsächlich aus Nebenbeschäftigung den Selbstbehalt kürzt. Dann musst Du aus der Wohnung raus und bekommst für Umzug und Renovierung etc. keinen müden Pfennig erstattet. Jetzt, bei der Aufforderung muss die ARGE Dir auch die Umzugskosten erstatten."

Bist Du Dir da ganz sicher, dass wenn ich eine Zeit lang aus eigener Kraft die Mehrkosten trage (zB. aus Nebenverdienst - wurde mir ja schon oft empfohlen), dass die dann evtl. später doch anfallenden Umzugskosten von der ARGE nicht mehr übernommen werden -
oder vermutest Du dieses?

Außerdem hast Du empfohlen:
"Erstelle über die bereits erfolgten Auslagen eine Aufrechnung, füge sie bei und lasse Dir den bereits verauslagten Betrag erstatten."

Bist Du Dir da sicher, dass man mir wirklich rückwirkend verauslagte Kosten erstattet, wäre das nicht völlig konträr der Vorgabe des SGB?

Außerdem schreibst Du:
"Wenn Du den Antrag nicht bewilligt bekommst, hast Du die Möglichkeit zu sagen, dass Du finanziell nicht in der Lage bist, die Kosten weiterhin zu verauslagen ( was nun Tatsache ist) und hierdurch natürlich an der Wohnungssuche gehindert bist und der Aufforderung nicht nachkommen kannst.(bitte alles schriftlich und auf Kopie Empfangsbestätigung geben lassen)."

Darauf läuft es wohl hinaus, dass man mir eine begrenzte bzw. beschränkte Mindestzahl von Anrufen bzw. Besichtigungen vorgibt, deren Kosten dann auch aus der Regelleistung zu bezahlen wären. Dazu werde ich den Sachbearbeiter wohl bringen müssen, natürlich schriftlich!
Danke für die Beteiligung und Gruß
Shearing
 

egjowe

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@ mbc

Also das Nachweisen ist zudem ziemlich schwierig und aufwendig, wie willst du Telefonate nachweisen? Geht nur per Verbindungsnachweis.
Wie willst du die Besichtigungen der Wohnung nachweisen ?
als nachweis der bemühungen reicht eine auflistung.
(datum, adresse, anbieter, telefonnummer, kontaktperson, mietpreis, qm und ergebnis)
vordrucke dieser listen sind bei der arge verfügbar.
mir wurden diese mit dem antrag auf fortzahlung zugesandt.

bei 3-8 bemühungen die woche kommt im halben jahr schon einiges zusammen.
sollte jemand an den angaben zweifeln, kann er/sie sich ja gerne an den anbieter wenden.
die nötigen angaben für eine kontrolle stehen ja in der liste.
 

egjowe

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@ shearing

... deren Kosten dann auch aus der Regelleistung zu bezahlen wären.
diese kosten sind in der regelleistung nicht vorgesehen, insofern auch nicht aus dieser zu decken.
 
G

Gelöschtes Mitglied 26

Gast
@ egjowe:

Nun, bei mir reichte das damals nicht ... die wollten schriflich vom Interessenten die Bestätigung haben, das ich mich bemüht hatte ... das ist natürlich vollkommen überzogen, aber man kann ja erstmal nix machen.

Warum sollen die sich selbst bemühen das zu überprüfen ?
Kann der Antragssteller doch selber gleich so vorlegen, das der SB das bequem von seinem Stuhl aus überprüpfen kann. So liefs leider damals bei mir.

Ob die Vermieter das wohl lustig finden, wenn da auch einmal die ARGE anruft ? Was passiert, wenn die sich nicht erinnern das man da angerufen hat, oder die Aussage verweigern ? Was ist mit Datenschutz der Vermieter ?
Alles sehr förderlich für den Antragssteller, der sich um die Wohnung bemühen muß.


Ich rate deshalb: Höchstens erstmal nur anrufen und direkt fragen, ob überhaupt an Arbeitslose vermietet wird, ist das nicht der FAll, weis man es direkt von Anfang an und kann dementsprechend Kosten sparen, welche ansonsten angefallen wären.

@ Arania:

Einer von drei wurde ohne Anstand bezahlt, die anderen beiden laufen noch übers Gericht, weil generell die Leistung vom Amt versagt wurde.

MFG
Marco
 

egjowe

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@ mbc

Ich rate deshalb: Höchstens erstmal nur anrufen und direkt fragen, ob überhaupt an Arbeitslose vermietet wird, ist das nicht der FAll, weis man es direkt von Anfang an und kann dementsprechend Kosten sparen, welche ansonsten angefallen wären.
auch das ist eine bemühung und gehört in die liste.
und verdeutlicht die chancenungleichheit.

von denen wird beim vermieter keiner anrufen, weil die genau wissen,
dass es schon viel zu lange her ist und sich keiner an dich erinnern kann.
zum anderen darf der sb deinen namen nicht so ohne weiteres rausrücken.

wie soll das gehen, eine bestätigung von jedem möglichen vermieter zu bekommen?
und das nach einer telefonanfrage.
weltfremd!
und wer so etwas von dir erwartet, gehört auch als solches bezeichnet.

wenn du dich allerdings bei einer wohnungsgenossenschaft oder anderen wohnungsgesellschaft
in eine warteliste aufnehmen lässt, dann bekommst du als bestätigung eine kopie deines antrags
und hast etwas in der hand.
 
E

ExitUser

Gast
Hi Shearing,
bevor ich jetzt auf Deine Fragen eingehe, muss ich eines vorausschicken, in Bezug auf Deine Fragen: bist Du sicher, vermutest Du......usw.
Wir hier sind Laien, und alle versuchen zu helfen, so gut es geht. Eine verbindliche Rechtsberatung kann ich und auch sonst niemand hier führen und es ist auch nicht gestattet.
Aufgrund von Urteilen, welche eine übereinstimmende Aussage haben, aufgrund des Wortlauts des SGB und eigenen Erfahrungen, ist es möglich, unterstützende Hilfe zu geben. Nicht mehr und nicht weniger. Wie es in meiner Signatur steht: verbindliche Rechtsberatungen führen Kanzleien durch.
Es gibt ein Sprichwort: Nichts sicher, noch nicht einmal das. :)


@Tinkalla


Bist Du Dir da ganz sicher, dass wenn ich eine Zeit lang aus eigener Kraft die Mehrkosten trage (zB. aus Nebenverdienst - wurde mir ja schon oft empfohlen), dass die dann evtl. später doch anfallenden Umzugskosten von der ARGE nicht mehr übernommen werden -
oder vermutest Du dieses?
Nein, das vermute ich nicht.
§22SGBII enthält eine kann/soll Bestimmung zur Übernahme der Umzugskosten. Erst die laufende Rechtssprechung hat *bestimmt*, dass diese Kosten im Falle einer Umzugsaufforderung zu übernehmen sind.
(3) Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger übernommen werden; eine Mietkaution kann bei vorheriger Zusicherung durch den am Ort der neuen Unterkunft zuständigen kommunalen Träger übernommen werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Eine Mietkaution soll als Darlehen erbracht werden.
§ 22SGBII SGB II - Leistungen für Unterkunft und Heizung .:. Gesetze von Juraforum.de
In dem Falle, dass Du, aufgrund der Aufforderung jetzt nicht umziehst, können Dir später allenthalben die Umzugskosten per Darlehen gewährt werden.
Wenn Du die laufende Rechtssprechung verfolgst, erhälst Du dafür die Bestätigung.


Außerdem hast Du empfohlen:
"Erstelle über die bereits erfolgten Auslagen eine Aufrechnung, füge sie bei und lasse Dir den bereits verauslagten Betrag erstatten."

Bist Du Dir da sicher, dass man mir wirklich rückwirkend verauslagte Kosten erstattet, wäre das nicht völlig konträr der Vorgabe des SGB?
Da habe ich eine Gegenfrage:
Welche Kosten willst Du im Vorfeld beantragen, wenn Du nicht weisst, wieviele Telefonate oder Besichtigungen Du in der Woche durchführen musst?

Wenn Du das grundsätzliche OK Deines SB ( natürlich schriftlich) hast, kannst Du ja nur im nachhinein die verauslagten Kosten erstattet bekommen.
Telefonate kannst Du per Einzelgesprächsnachweis vorlegen. Bustickets sind auch aufzubewahren.
Wenn Du nun eine Liste der Besichtigungen( Vermieter, Strasse, Ort, Tel.) führst, ist das doch ausreichend.

Außerdem schreibst Du:
"Wenn Du den Antrag nicht bewilligt bekommst, hast Du die Möglichkeit zu sagen, dass Du finanziell nicht in der Lage bist, die Kosten weiterhin zu verauslagen ( was nun Tatsache ist) und hierdurch natürlich an der Wohnungssuche gehindert bist und der Aufforderung nicht nachkommen kannst.(bitte alles schriftlich und auf Kopie Empfangsbestätigung geben lassen)."

Darauf läuft es wohl hinaus, dass man mir eine begrenzte bzw. beschränkte Mindestzahl von Anrufen bzw. Besichtigungen vorgibt, deren Kosten dann auch aus der Regelleistung zu bezahlen wären. Dazu werde ich den Sachbearbeiter wohl bringen müssen, natürlich schriftlich!
Danke für die Beteiligung und Gruß
Shearing
Hierzu stelle ich Dir mal einen Ausschnitt aus einem Urteil ein, was Du Deinem SB vorlegen könntest.
Zudem hat die Antragsgegnerin durch Ihr Verhalten den Antragsteller in seinem Bemühen, angemessenen Wohnraum zu finden, davon abgehalten, einen Erfolg versprechende Beschaffungsmöglichkeit in Anspruch zu nehmen. Dabei hält es das Gericht für unmaßgeblich, ob die Chancen des Antragstellers, über einen Makler eine angemessene Wohnung zu finden, als nennenswert oder erheblich einzustufen sind oder nicht. Denn ist der Antragsteller seinerseits zu Recht verpflichtet, alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um seine Unterkunftskosten zu senken, so müssen ihm andererseits jene Möglichkeiten von der Antragsgegnerin auch sämtlich belassen bleiben. Ist dies - wie im vorliegenden Fall - aufgrund einer Falschberatung seitens der Antragsgegnerin nicht gewährleistet, so erhebt diese gegenüber dem Antragsteller zu Unrecht den Vorwurf, es sei diesem im Sinne des § 22 Abs. 1 S. 2 SGB II möglich gewesen die Aufwendungen für seine Unterkunft innerhalb des ihm zur Verfügung gestandenen Zeitraums zu senken.
https://www.sg-frankfurt.justiz.hes...JUSZDE/$File/PM 2006-12 S_48 AS 123_06_ER.pdf
 

Shearing

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Hi Tinkalla,

vielen Dank für Deine ausführliche Beteiligung!

Dass wir uns hier als Laien gegenseitig helfen, das ist mir natürlich klar, nur hast Du Deine Tipps so explizit zum Ausdruck gebracht, Zitat:

"Dann musst Du aus der Wohnung raus und bekommst für Umzug und Renovierung etc. keinen müden Pfennig erstattet",

dass ich mich natürlich zu einer Nachfrage dazu genötigt sah, wie Du zu Deinem Ergebnis gekommen bist.

Mir wird beispielsweise von Beratungsstellen immer wieder geraten:

"Keiner muss umziehen, das Wort -Zwangsumzug- ist Demagogie".

Außerdem:
"Mit (z.B.) Nebenbeschäftigungen können alle in ihrer Wohnung bleiben,
wenn sie denn nur wollen."

Dass sich das SGB II noch weiter entwickelt, ist auch klar, ich werde mich noch mal mit rechtskompetenten Leuten darüber unterhalten und dann hier berichten. Überzeugt hast Du mich noch nicht. Wie kommst Du zB. ganz konkret auf diese Bemerkung, Zitat:

"In dem Falle, dass Du, aufgrund der Aufforderung jetzt nicht umziehst, können Dir später allenthalben die Umzugskosten per Darlehen gewährt werden."


Wäre schön, wenn Du dafür gerade einen Link oder ein Urteil parat hättest.



Zu Deiner Bemerkung:
"Welche Kosten willst Du denn im Vorfeld beantragen,"

Das ist ja gerade die Frage, die ich gerne vorab klären möchte. Eine nachträgliche Erstattung kann ich mir nur mal nicht vorstellen, aber auch dies werde ich von rechtskompetenter Seite demnächst abklären lassen.
Mir wurde von einer Beratungsstelle geraten, diese Frage dem SB vorzulegen, um dann als Antwort womöglich eine Maximalzahl von Wohnungsbewerbungen genannt zu bekommen.
Optimal wäre natürlich eine Lösung analog den Bewerbungskosten:

"Bewerbungskosten können bis zu einem Betrag von 260 Euro jährlich übernommen werden."

Wenn mir vorab keine Kostenerstattung zugesichert werden kann, dann bin ich auch nur in beschränktem Maße in der Lage, angemessene Wohnungen zu suchen und zu finden.
Das deckt sich ja mit Deiner Aussage, Zitat:
"Wenn Du den Antrag nicht bewilligt bekommst, hast Du die Möglichkeit zu sagen, dass Du finanziell nicht in der Lage bist, die Kosten weiterhin zu verauslagen."

Ich werde diese Fragen morgen mal einem Anwalt vorlegen und dann berichten.
Gruß von
Shearing
 
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[Hi Shearing,
wenn Du meine diversen Post's verfolgst, wirst Du feststellen, dass ich wahrlich für 'mein' Recht kämpfe. Aber ich bin nicht so blauäugig, dass ich über die Praxis hinwegsehe und die negativen Seiten einfach ausser Acht lasse. Ich muss leider meine Aussage wiederholen: eine verbindliche Rechtsberatung DARF hier niemand geben.:wink: Hier findet ein Erfahrungsaustausch statt und es werden ggbf. gesammelte Rechtssprechung weitergegeben.

"Dann musst Du aus der Wohnung raus und bekommst für Umzug und Renovierung etc. keinen müden Pfennig erstattet",

In dem Falle, dass Du, aufgrund der Aufforderung jetzt nicht umziehst, können Dir später allenthalben die Umzugskosten per Darlehen gewährt werden."
Diese Aussagen meinerseits ergeben sich aus dem SGBII. Dort steht:

''......Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann.''
§ 22SGBII SGB II - Leistungen für Unterkunft und Heizung .:. Gesetze von Juraforum.de

Und die Praxis hat in der Vergangenheit gezeigt ( hier im Forum nachzulesen), dass bei einem selbstgewollten Umzug keine Kosten übernommen werden. Es ist schon schwer genug durchzusetzen, adäquate Kosten bei einem sog. 'Zwangsumzug' voll erstattet zu bekommen.
"Keiner muss umziehen, das Wort -Zwangsumzug- ist Demagogie".
Außerdem:
"Mit (z.B.) Nebenbeschäftigungen können alle in ihrer Wohnung bleiben,
wenn sie denn nur wollen."
hierzu: (Satz 1)würde ich mich hierauf nicht wirklich verlassen, die Praxis und die anhängigen Gerichtsverfahren zeigen etwas anderes.

Natürlich kann man mit einer Nebenbeschäftigung die Kosten decken. Wie ich aber auch schon geschrieben habe, muss man damit rechnen, dass bei einer qm-mässig zu grossen Wohnung, anteilmässig auch die Neben-+Heizkosten selbst zu tragen hat. Und dfas ist kein Pappenstiel.

Ausserdem ist immer noch im Gespräch, den Selbstbehalt des HE aus Nebenbeschäftigung abzusenken. Das sind Dinge, die man doch einfach bedenken muss.
In dem Falle, dass Du, aufgrund der Aufforderung jetzt nicht umziehst, können Dir später allenthalben die Umzugskosten per Darlehen gewährt werden."
Wäre schön, wenn Du dafür gerade einen Link oder ein Urteil parat hättest.
Ein Link? :z.B.:.......Hartz IV: Ratgeber Umzug Hartz IV 4 | ALG II | Hilfe & News zu Hartz 4

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