Wohnungsangebot als unangemessen abgelehnt (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Hallo Zusammen,

ich habe Anfang letzter Woche einen Antrag auf Zusicherung zum Umzug gestellt (Jobcenter Essen-Mitte) und ein Wohnungsangebot vorgelegt. Heute bekam ich eine Ablehnung aufgrund der Mietkosten. Grundsätzlich wurde den Begründungen, warum ich umziehen möchte, in meinem Antrag entsprochen. Folgende Fakten: Die Wohnung ist für mich und meinen 18-jährigen Sohn gedacht. Die Miete beträgt 300,- EUR (68 m²) kalt. Im Ablehnungsschreiben wird eine Kaltmiete von 282,75 EUR genannt, welche nicht überschritten werden darf. Meine jetzige Wohnung kostet bei einer Wohnungsgröße von 66 m² 350,- EUR kalt. Bis April hatte noch ein weiterer Sohn mit in dieser Wohnung gewohnt.

Folgenden Antrag habe ich an das Jobcenter gesendet:

Antrag auf Zusicherung zur Übernahme der Kosten für eine neue Unterkunft und Umzugskosten/Wohnbeschaffungskosten gemäß § 22 SGB II

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben beantrage ich die im Betreff genannte Zusicherung für eine neue Unterkunft.

Ich beabsichtige zusammen mit meinem Sohn zum 01. Januar 2011 umzuziehen. Die Anschrift der neuen Wohnung lautet: XXXXXXX. Ein Wohnungsangebot des Vermieters mit allen erforderlichen Daten der Wohnung liegt diesem Schreiben bei.

Zum Transport meiner Möbel werden lediglich Kosten über ca. 60,- bis 80,- für einen Transporter entstehen, da meine erwachsenen Kinder mir beim Umzug und der Renovierung helfen.

Begründung:

Es gibt verschiedene Gründe warum ich umziehen möchte.

1. Senkung der KDU (Vergleich: jetzige Wohnung 350,- KM, 135,- BK, 100,- HK + Nachzahlung; neue Wohnung 300,- KM, 121,- BK, 90,- HK)

2. Änderung der Heizungsart von Nachtspeicher auf Gaszentralheizung. Die Kosten für eine Nachtspeicherheizung steigen ständig. Mittlerweile gibt es keinen großen Unterschied mehr zwischen Haushaltstarif und Nachttarif. Meine Wohnung ist ständig kalt, weil ich die Nachtspeicherheizung nur minimal laden lasse. Temperatureinstellung steht immer auf 0 und auch das Gebläse nutze ich nicht. Trotz all dieser Einsparungen steigen die Kosten stetig.

3. Auch aus gesundheitlichen Gründen ist die Beheizung der Wohnung in dieser Form für mich eine große Belastung (siehe auch Schwerbehindertenausweis). Ich habe COPD und habe zusätzlich ständig grippale Infektionen der Atemwege aufgrund der kalten Wohnung. Auch psychische Gründe (mittelgradige, gefestigte Depression, Angstzustände), lassen den Umzug für mich notwendig werden. Eine unmittelbar in der Nachbarschaft wohnende, langjährige Freundin könnte mich in meinem Alltag unterstützen.

4. Ein weiterer wichtiger Grund ist meine 92-jährige pflegebedürftige Großmutter, welche im Haushalt meiner 72-jährigen Mutter wohnt. Meiner Mutter geht es gesundheitlich an manchen Tagen sehr schlecht und bedarf meiner Hilfe. Da die Wohnung, welche ich beziehen könnte, sehr nahe bei der Wohnung meiner Mutter liegt, wäre es auch für mich aufgrund meiner Gehbehinderung leichter, meine Mutter zu unterstützen.




Ich hoffe, dass mir jemand im Forum helfen kann und möchte mich bereits im Vorfeld dafür bedanken, denn für mich ist es außerordentlich schwierig eine Wohnung zu finden :icon_redface:, weil ich insolvent bin und die entsprechenden Schufa-Einträge habe.
 

Battista Montini

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
24 Juli 2009
Beiträge
803
Bewertungen
253
Wie ich sehe bist du alleinerziehend?
In der Essener Ausführungsbestimmungen steht:

[FONT=&quot]6.1 Zulässige Überschreitung der Beträge nach Ziffer 5.1 [/FONT]
[FONT=&quot](also die[/FONT]282,75) [FONT=&quot]eine Überschreitung bis 10% ist möglich bei [/FONT]

[FONT=&quot]Alleinerziehenden[/FONT]

also € 311,03 wären angemessen.

Also sofort Antrag auf Genehmigung und auf deren eigene Bestimmungen hinweisen - hier Punkt 6.1 - Alleinerziehend!
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.664
Bewertungen
17.050
Der Sohn ist volljährig. Gilt man da noch als alleinerziehend?
 

Haffzicke

Elo-User*in
Mitglied seit
3 September 2010
Beiträge
50
Bewertungen
4
Hallo,

gelibeh hat Recht. Ich frage mich auch ob man mit einem 18-jährigen Sohn noch als alleinerziehend gilt.

Aber anderseits darf der Sohn bis er 25 Jahre ist, ja auch nicht ausziehen.

Vielleicht sollest Du überlegen, ob Du die restlichen kalten Kosten allein tragen kannst.

Grüße aus Vorpommern:icon_klatsch:
 
W

Wossi

Gast
Du ziehst mit einem 18-jährigen Sohn in eine 68 m² Wohnung ??? :icon_kinn:

Zieht dieser Sohn einmal aus, was ja mit 18 oder später nicht unmöglich ist, wohnst Du alleine erneut zu groß und zu teuer !!!

Es sollte überlegt werden, ob nicht das "Nesthäckchen" auch gleich in eine eigene Wohnung zieht, wenn möglich, und Du Dir eine krisensichere, für alleinstehende angemessene Wohnung suchst.

Ich kenne so einen Fall, da ist eine Mutter mit ihrem 19-jährigen Sohn in eine Wohnung gezogen, die dann nach Auszug des Sohnes, nach einem Jahr, für eine Person nicht mehr angemessen war.
Es gab auch viel Hick-Hack wegen BG oder WG.
Ein einziges Kaos.

Mir hat sie es schwer übel genommen, als sie dann jammerte und ich ihr sagte, dass so etwas vorherzusehen war, wenn ein Kind 19 ist !

Sie musste dann ca. 80,00 € draufzahlen.
Jetzt ist sie in einer Maßnahme und wenn sie dann zurück in ALG-II-Bezug geht, dann wird sie wohl erneut umziehen müssen ! :icon_neutral:

Also, gut überlegen, ob nicht eine Möglichkeit besteht, dass sich Mutter und Sohn je eine angemessene Wohnung suchen ! :icon_daumen:
 
W

Wossi

Gast
Hallo,

gelibeh hat Recht. Ich frage mich auch ob man mit einem 18-jährigen Sohn noch als alleinerziehend gilt.

Aber anderseits darf der Sohn bis er 25 Jahre ist, ja auch nicht ausziehen.

Darf er schon, wenn er ein eigenes Einkommen hat.
Ausbildung, Lohn o.ä. Nur bei ALG II darf er nicht.
Aber da gibt es auch Tricks ! :biggrin:

Vielleicht sollest Du überlegen, ob Du die restlichen kalten Kosten allein tragen kannst.

Grüße aus Vorpommern:icon_klatsch:
.
 

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Hallo Zusammen,

erst einmal vielen Dank für eure Hilfe. Man gilt auch als alleinerziehend, wenn das "Kind" bereits volljährig ist, denn man kann uns wohl kaum als Paar bezeichnen, welches im gleichen Zimmer schlafen kann, mein Sohn würde sich bedanken:icon_klatsch:

Ausziehen wird er auf absehbare Zeit auch nicht, da er noch Schüler ist.

Battista wird wohl mit seiner Erklärung richtig liegen. Nach den neuen Vorgaben des Wohnraumförderungsgesetzes würde mir sogar eine Wohnung zustehen mit einem Mietpreis über ca. 372,- EUR (gilt für 3 Personen oder 1 allein erziehende Person mit einem Kind). Leider werden in Essen die neuen Bestimmungen rigoros abgelehnt und erst durch richterlichen Bescheid bewilligt.

Dazu fehlt mir 1. die nötige Zeit und 2. hatte ich schon in meinem Eröffnungsthread geschrieben, dass ich aufgrund von Schufaeinträgen größte Schwierigkeiten habe eine Wohnung zu finden.

LG ans Forum

Ulli
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.664
Bewertungen
17.050
Hat Dich denn die ARGE zum Umzug aufgefordert? Also zur Kostensenkung?
Solange, wie Du suchst und keine angemessene Wohnung findest, müssen die die alte Miete weiterzahlen. Musst natürlich die Suche dokumentieren.
 

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Hallo Gelibeh,

nein, ich wurde nicht zum Umzug aufgefordert. In meinem Eröffnungsthread habe ich das Schreiben, welches ich an das Jobcenter gesendet habe, reinkopiert.

Die 1. Begründung ist eher eine Proforma-Aussage. Die 3 anderen Punkte sind für mich weitaus wichtiger.

LG Ulli
 
E

ExitUser

Gast
Das macht ja leider nicht nur Essen so !

also ich würde umziehen , du wirst halt die Umzugskosten nicht erstattet bekommen. Die kannst Du ja versuchen einzuklagen. Ansosnten werden deine KdU doch geringer als zuvor und da Du nciht aufgefordert bist diese zu senken, werden diese bis zu dieser Höhe doch zu übernehmen sein, oder sehe ich das falsch?

Also alles was Du erstmal aus eigener Tasche löhnen musst ist der Umzugswagen.

Ich würde da abwägen und in Anbetracht er Argumente die Du hast, wirst Du das bestimmt durchsetzen können. Zumal Du der ARGE Geld sparst. Denek die lehnen grundsätzlich ab, weil die Umzugskosten etc. nciht tragen wollen. Scheint so deren Vorgangsweise zu sein.
 

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Redfly, erst einmal lieben Dank für die Links, ich habe diese bereits genutzt und der Teamleitung meiner SB ein "nettes Fax" geschickt.

Supi, ich würde tatsächlich den Umzug einfach durchführen, aber ich brauche die Übernahme der Kaution und eine Erstattung der Einzugsrenovierung und diese bekomme ich nur, wenn ich die Zusicherung habe.
 
E

ExitUser

Gast
Ja das Problem kenne ich, aber hier wurde wegen Renvierung was gutes eingestellt werde das späte rmal raussuchen. Das hat nichts mit Umzug etc. zu tun, sondern damit das die Wohnung in einem menschenwürdigen Zustand sein sollte. Das mit der Kaution ist wohl der größte Brocken.

Belibt wohl nur EA beim Sozialgericht, oder?
 

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Ich warte jetzt erst einmal diese Woche noch ab, ob mein Schreiben an den Teamleiter etwas gebracht hat, wenn nicht hilft nur noch der EL beim Sozialgericht Duisburg oder ich lasse mir tatsächlich vom Vermieter ein neues Angebot mit der geringeren Miete erstellen.

Ich werde auf jeden Fall die Antwort des TL's hier einstellen.
 

desmona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
17 September 2007
Beiträge
1.119
Bewertungen
402
Man gilt auch als alleinerziehend, wenn das "Kind" bereits volljährig ist, denn man kann uns wohl kaum als Paar bezeichnen, welches im gleichen Zimmer schlafen kann, mein Sohn würde sich bedanken:icon_klatsch:

Ausziehen wird er auf absehbare Zeit auch nicht, da er noch Schüler ist.
Es tut mir leid...aber wenn Kind volljährig (egal ob Schüler oder was auch immer)ist...bist du nicht oder zählst nicht als alleinerziehend -> kein Alleinerziehenden-Zuschlag

Natürlich bezeichnet man euch aber auch nicht als Paar...ihr seid eine ganz normale BG.

Der Sohn "darf" zwar im Moment nicht alleine ausziehen...aber es gibt keinen "Mitnahmezwang" der Eltern...d.h. wenn du alleine aus/wegziehen würdest/könntest muß der Sohn nicht mitgenommen werden.
 

redfly

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Juni 2007
Beiträge
3.565
Bewertungen
209
Kleiner Hinweis:

Die EA wird auch beim LSG hier in Essen aufgenommen. Die leiten das dann weiter. So spart man sich den Weg zum SG nach Dusiburg. Das LSG ist hinter dem Neubau der Staaatsanwaltschaft.
 

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Desmona, ich sehe das ein wenig anders. Ich bekomme zwar keinen Alleinerziehenden-Zuschlag mehr, dennoch habe ich nicht vor, mit meinem Sohn in einem Schlafzimmer zu nächtigen, d. h. ich brauche einfach einen weiteren Raum. Wahrscheinlich wird die ARGE aber deiner Argumentation folgen, denn wenn die ein Schlupfloch finden wollen, dann finden die auch eins.

Allerdings gibt es in meinem Widerspruch auch noch die Klärung der Angemessenheitsgrenze und die liegt nach neuem Wohnraumförderungsgesetz für einen 2-Personenhaushalt bei ca 306 EUR. Somit ist die neue Wohnung um 6,- niedriger, wie maximal erlaubt.

Mein Problem ist einfach nur, dass die Zeit drängt, denn der Vermieter wird nicht ewig auf meine Unterschrift warten.

Redfly, brauche ich unbedingt einen RA um einen EA zu stellen?
 

Nur so

Elo-User*in
Mitglied seit
28 Februar 2010
Beiträge
1.635
Bewertungen
201
Desmona, ich sehe das ein wenig anders. Ich bekomme zwar keinen Alleinerziehenden-Zuschlag mehr, dennoch habe ich nicht vor, mit meinem Sohn in einem Schlafzimmer zu nächtigen, d. h. ich brauche einfach einen weiteren Raum.

Wenn Dein Sohn eine eigene Wohnung hat/hätte, bräuchtest Du diesen Raum nicht mehr.

Wahrscheinlich wird die ARGE aber deiner Argumentation folgen, denn wenn die ein Schlupfloch finden wollen, dann finden die auch eins.

Allerdings gibt es in meinem Widerspruch auch noch die Klärung der Angemessenheitsgrenze und die liegt nach neuem Wohnraumförderungsgesetz für einen 2-Personenhaushalt bei ca 306 EUR. Somit ist die neue Wohnung um 6,- niedriger, wie maximal erlaubt.

Mein Problem ist einfach nur, dass die Zeit drängt, denn der Vermieter wird nicht ewig auf meine Unterschrift warten.

Redfly, brauche ich unbedingt einen RA um einen EA zu stellen?
....
 

ulli1159

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
15 Oktober 2009
Beiträge
11
Bewertungen
0
Hallo Zusammen,

heute habe ich die Bewilligung bekommen. Der Umzug ist genehmigt und bin zu dem nun auch noch in der glücklichen Lage, dass ich sowohl die Nr. des TL's und der SB habe.

Manchmal nützen Beschwerden und Androhungen gerichtlich vorzugehen doch etwas.:icon_mrgreen:

LG ans Forum
Ulli
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten