Wohnung zu groß,Miete angemessen

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Sommer 06

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Juni 2006
Beiträge
213
Bewertungen
0
Hallo,

Wir sind 4 Personen und wohnen zur Zeit in einer 85 Quadratmeterwohnung( 4 Raum Wohnung) mit einen Warmmietpreis von 520 Euro.Unsere jetzige Wohnung ist angemessen.Wir würden aber gerne aufs Land ziehen,nun haben wir eine Wohnung gefunden,die weniger kostet wie unsere jetzige(4 Raum Wohnung, Warmmietpreis 480 Euro),leider hat die Wohnung aber 95 Quadratmeter,also 10 Quadratmeter zu groß.Wird die ARGE uns trotzdem den vollen Mietpreis zahlen,auch wenn die Wohnung zu groß ist?Der Warmmietpreis von 480 Euro bleibt konstant,da es sich um einen Privatvermieter handelt.Sollte unser Heizkosten-und Warmwasserverbrauch derart in die Höhe steigen,wird auch die Warmmiete erhöht.Dürfen wir eine Wohnung von einen Privatvermieter anmieten,auch wenn sich Ende des Jahres weder eine Gutschrift noch eine Nebenkostennachzahlung ergibt?Müssen wir die Nebenkostenabrechnung trotzdem der ARGE vorlegen?
 

Romeo

Elo-User*in
Mitglied seit
6 Juni 2009
Beiträge
203
Bewertungen
19
Hi,

Du schreibst: "...Wohnung gefunden,die weniger kostet wie unsere jetzige"

Das ist schon mal eine gute Voraussetzung, leider wird dies nicht reichen, wenn eine Zustimmung der ARGE für die komplette KdU angestrebt wird.

Die Angemessenheitskriterien auf dem Lande sind, wie Du wahrscheinlich selbst weißt, meist geringer als in der Stadt. Insofern musst Du herausfinden, wo die Obergrenze für "auf dem Land" ist und ob Ihr die erreicht.

Frage:
"Wird die ARGE uns trotzdem den vollen Mietpreis zahlen,auch wenn die Wohnung zu groß ist?"

Unter Berücksichtigung obigen Hinweises ist auch zu beachten, dass für die Akzeptanz stets oder meist die Netto-Kaltmiete der entscheidende Faktor ist. Solange die NKM unter der Obergrenze am neuen Ort liegt, ist wohl davon auszugehen, dass Ihr die komplette Miete erhält. Nur bei den Nebenkosten kann die ARGE sich womöglich auf die "angemessenen" m2-Zahlen halten bzw. darauf beschränken.

Frage:
Dürfen wir eine Wohnung von einen Privatvermieter anmieten,auch wenn sich Ende des Jahres weder eine Gutschrift noch eine Nebenkostennachzahlung ergibt? Müssen wir die Nebenkostenabrechnung trotzdem der ARGE vorlegen?

Ich fürchte, die ARGE wird die Nebenkosten-Abrechnung verlangen bzw. möchte diese sowieso ungefragt vorgelegt bekommen, egal, was dabei heraus kommt

Außerdem fürchte ich, dass die ARGE sich zu Beginn gleich eine "Vermieterbescheinigung" vorlegen lassen wird, bevor sie Euch den Leistungsantrag positiv bescheidet.
Aus der muss klar eine Aufteilung zwischen Netto-Kaltmiete (Hauptbewertungskriterium) und Nebenkosten/Heizung herauszulesen sein.
Diese "Vermieterbescheinigung" kann aber nicht verlangt werden, wenn der Mietvertrag schon alle wichtigen Punkte beinhaltet.

In einem anderen Forum habe ich mal gelesen, dass bei mietvertraglicher Vereinbarung einer NK-Pauschale keine Abrechnung verlangt werden kann; es kommt dann wohl nur noch auf eine Angemessenheit der Pauschale an.
Romeo
 

Sommer 06

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Juni 2006
Beiträge
213
Bewertungen
0
Die Angemessenheitskriterien sind bei uns in der Stadt genauso hoch wie in den Landkreis in den wir ziehen möchten. die Netto Kaltmiete und die Nebenkosten sind bei uns schon getrennt aufgeschlüsselt,aber es gibt eine monatliche Pauschalmiete.Welche Gründe kann man denn noch anführen,damit die ARGE einen Umzug zustimmt?
 

Romeo

Elo-User*in
Mitglied seit
6 Juni 2009
Beiträge
203
Bewertungen
19
Hi,

Du fragst: "Welche Gründe kann man denn noch anführen,damit die ARGE einen Umzug zustimmt?"

Wenn die Angemessenheitskriterien die gleichen sind, dann ist m.E. KEINE Zustimmung der ARGE notwendig, so lange keine Kosten erstattet werden sollen (Umzugskosten, Einzugsrenovierung, Kaution usw.).

Du kannst umziehen, so oft Du möchtest und wohin Du möchtest, Du benötigst eine Zustimmung nur dann, wenn Du eine Kostenbeteiligung der ARGE anstrebst und/oder die neuen KdU höher sind als die alten!
Romeo
 

doggy25

Elo-User*in
Mitglied seit
18 Juni 2009
Beiträge
23
Bewertungen
0
Hallo,

Kleine Korrektur, soory. Es ist vor allem wichtig daß Du im Einzugsgebiet "Deiner" Arge bleibst. Solltest Du in einen anderen Kreis ziehen, also ein anderes Amt für Euch zuständig sein, mußt Du den Umzug entweder begründen können oder VORHER quasi um "Erlaubnis" bitten. *grummel*
Schlimm genug das man derart entmündigt wird......
 
E

ExitUser

Gast
Hi Sommer 06,

hier wird es recht ausführlich erklärt:

Was muss man beachten, wenn man umziehen will
Generell kann jeder ALG II Empfänger umziehen - egal ob mit oder ohne Zustimmung der ARGE, genau dieses Recht wird auch durch die Formulierung des § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB II zum Ausdruck gebracht, denn dort steht "soll" und nicht muss.
Dabei ist es auch unerheblich, ob er/sie innerhalb des Ortes oder in einen anderen Ort innerhalb der BRD umzieht. Das folgt ebenfalls aus der Formulierung des § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB II, denn dort ist von "bisher örtlich zuständigen kommunalen Trägers" sowie von "der für den Ort der neuen Unterkunft örtlich zuständige kommunale Träger" die Rede. Anderer Ort = anderer Träger.

Wenn man mit Zustimmung der ARGE umziehen will, bedeutet dies, dass man lt. SGB II § 22 Abs. 2 die Zustimmung zur neuen Wohnung vor Unterschrift des Mietvertrages einholen muss. Mit Zustimmung können auch Umzugskosten und Mietkaution nach SGB II § 22 Abs. 3 beantragt werden. (...)
hier geht es weiter
 
E

ExitUser

Gast
Unter Berücksichtigung obigen Hinweises ist auch zu beachten, dass für die Akzeptanz stets oder meist die Netto-Kaltmiete der entscheidende Faktor ist. Solange die NKM unter der Obergrenze am neuen Ort liegt, ist wohl davon auszugehen, dass Ihr die komplette Miete erhält. Nur bei den Nebenkosten kann die ARGE sich womöglich auf die "angemessenen" m2-Zahlen halten bzw. darauf beschränken.

Wo kann ich diesbezüglich was nachlesen?
 

Romeo

Elo-User*in
Mitglied seit
6 Juni 2009
Beiträge
203
Bewertungen
19
ashna fragt: "Wo kann ich diesbezüglich was nachlesen?"

Google mal nach dem Begriff "Produkttheorie", habe gerade keinen Link parat, aber danach ist es grundsätzlich möglich, die sog. "Angemessenheitskriterien" zB. bei den gewährten m2-Werten zu übersteigen, so lange man bei den Gesamtkosten diese Kriterien einhält.

Da aber die Nebenkosten bekanntlich zum Teil über die m2-Zahlen abgerechnet werden, muss man davon ausgehen, hier von der ARGE auch nur die anteiligen Größenordnungen gewährt zu bekommen.

Aber auch dazu existieren womöglich unterschiedliche Bewertungen, d.h. dass die Ablehnung von Heizkosten in einer unangemessen großen Wohnung regelwidrig sein soll, das kann auch schon mal anders gesehen werden. Müsste man mal weiter verfolgen bzw. nach Entscheidungen suchen.
Romeo
 
E

ExitUser

Gast
Wo kann man nachlesen - natürlich hier im Forum.

Anmerkung zur Übernahme der Unterkunftskosten bei Umzug ohne schriftlicher Zusicherung innerhalb einer Stadt. Da werden die Unterkunftskosten der alten Wohnung auch nur dann weiter gezahlt, wenn die Kosten der alten Wohnung angemessen waren (Änderung, 1.1.2009).

Hier unter @Mambo lesen: www.elo-forum.org und hier: www.elo-forum.org

S.a.: Zum Umzug in eine andere Wohngemeinde vom letzten Sozialgerichtstag - www.elo-forum.org

Zu empfehlen: Rips - Gautzsch Hartz IV Unterkunftskosten und Heizkosten - www.mieterbund.de
 
G

Gelöschtes Mitglied 4560

Gast
Ganz klar
Übernimmt ARGE hier nicht die komplette KdU, dann übernimmt ARGE den kompletten Umzug.

Könnte mir vorstellen, dass sich das nicht rechnet.

Also beantragen.
 

Sommer 06

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Juni 2006
Beiträge
213
Bewertungen
0
Müssen wir Warmwasser aus dem Regelsatz bestreiten? In der neuen Wohnung ist ein Warmwasserboiler mit Abrechnung über den Stromzähler. Wir würden in der neuen Wohnung monatlich einen Abschlag an den Vermieter für Strom bezahlen. Eine Stromnachzahlung bzw. Stromgutschrift wäre möglich
 

Romeo

Elo-User*in
Mitglied seit
6 Juni 2009
Beiträge
203
Bewertungen
19
Sommer06 fragt:

"Müssen wir Warmwasser aus dem Regelsatz bestreiten?"

Jeder Leistungsbezieher erhält im Regelsatz zuletzt (also vor der Erhöhung zum 1.7.09) ca. 6.22 Euro an "Warmwasserkosten".
Wer zB. über einen Durchlauferhitzer verfügt, der wird über die übliche Strom-Rechnung das Warmwasser bezahlen.

Zitat:
" In der neuen Wohnung ist ein Warmwasserboiler mit Abrechnung über den Stromzähler. Wir würden in der neuen Wohnung monatlich einen Abschlag an den Vermieter für Strom bezahlen."

Das heißt, Du hast keinen direkten Vertrag mit einem Strom-Lieferanten abgeschlossen, sondern der Vermieter ist dazwischen geschaltet und übernimmt das Procedere?

Zitat:
"Eine Stromnachzahlung bzw. Stromgutschrift wäre möglich"

Also das übliche Verfahren. Eine Nachzahlung kannst Du ja verringern, indem Du zB. den monatlichen Abschlag gem. der letzten Abrechnung anpasst.
Romeo
 

Sommer 06

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Juni 2006
Beiträge
213
Bewertungen
0
nein,wir haben keinen direkten Vertrag mit einen Stromlieferanten,der Vermieter ist dazwischen geschaltet
Also müssen wir das Warmwasser aus dem Regelsatz bezahlen richtig?
 

Romeo

Elo-User*in
Mitglied seit
6 Juni 2009
Beiträge
203
Bewertungen
19
Sommer fragt:

"Also müssen wir das Warmwasser aus dem Regelsatz bezahlen richtig?"

Wie gesagt, in der Regelleistung ist der einem Leistungsbezieher zustehende Warmwasser-Anteil von Euro 6.22 plus bereits einkalkuliert.

Sollte jetzt der Vermieter das Warmwasser liefern und dies in den Nebenkosten einfordern, dann wird das Warmwasser herausgerechnet, d.h. die 6.22+ übernommen und der Rest aus der Regelleistung zu zahlen sein. Aktueller Stand, es laufen dazu wohl noch gerichtliche Auseinandersetzungen.
Romeo
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten