Wohnsituation verbessern (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Hallo zusammen,

wir beziehen seit ca. 1 Jahr aufstockende Leistungen in einem 4-5 Personen Haushalt. Ich arbeite Vollzeit und meine Frau betreut beide Kinder. Am Wochenende ist zudem mein uneheliches Kind bei uns. Leider spielt das Glück in den letzten Jahren kein Glück. Unser größter hat ADHS und eine große Sprachentwicklungsverzögerung unsere kleinste ist eine Frühgeburt und braucht sehr viel aufmerksamkeit.

Aktuell sind wir aus dem Bezug raus, da unser Sachbearbeiter der Meinung ist fiktives Einkommen (Wohngeld und Kinderzuschlag) in einen Bescheid zu berechnen welche (noch) nicht vorhanden sind. Somit haben wir aktuell ca. 300,- EUR weniger Geld im Haushalt. Ich bin aktuell dabei den ganzen Papierkram anzufechten und eine Sozialklage anzustreben. Ebenso gab es im letzten Jahr eine Überzahlung von über 1000,- EUR und "heute" frisch reingekommen 550,- EUR für die letzten 6 Monate - wir zahlen schon Raten in Höhe von 75,- EUR dafür ab - nur mittlerweile platzt einem die Hutschnur, man gibt alles fristgerecht ab - aber nicht dass Geld fehlt, nein man wird dann noch in Schulden gestürzt.

Ich wollte eigentlich auf unsere Wohnsituation hinaus:
Aktuell wohnen wir zu 4-Personen in einer kleinen 3-Zimmer Wohnung, ohne iwie die Möglichkeit zu bekommen umzuziehen, weil man ja "kleingehalten" wird. Wie soll man denn bitte einen Umzug + 2 MM Kaution zusammensparen? Obwohl die Gesamtsituation bestimmt nicht Kindgerecht ist ???

Hat jemand hiermit Erfahrungen?
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
Ist der Umzug als "notwendig" und die neue Wohnung als "angemessen" anerkannt steht dir Umzugskostenerstattung und Mietkaution zu .
Ihr solltet ja Anspruch auf 90 -105 qm haben, das erst mal abklären. Besteht die BG offiziell nun aus 4 oder 5 Personen? Rechnet euer JC 10 oder 15 qm pro Kind? Alter des Jüngsten?
Wenn ich vom JC Geld bekomme steht einem doch gar kein Wohngeld zu? Oder meinst du KDU ?
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Aktuell haben wir 84,5 qm. Offiziell haben wir 2 Kinder (2 und 6 Jahre). Meine älteste Tochter 3 ist am Wochenende immer anwesend zu Sorgerechtszeiten. Lt. Amt natürlich nur aus 4 Personen, da ich ja Unterhalt bezahle.

Die ARGE lehnt die Weiterbewilligung ab, da mein Einkommen mit Wohngeld und Kindergeldzuschlag 50,- EUR über dem Regelbedarf wäre. Ein Widerspruch läuft, da es sich ja um fiktives Einkommen handelt, was a) nicht vorhanden und b) um Unregelmässiges da Leiharbeit (Zulagen etc)...
 
P

Pichilemu

Gast
Hast du die Unterhaltszahlung eigentlich als Absetzbetrag beim JC angegeben? Das könnte nämlich bezüglich der Bedarfsberechnung durchaus relevant sein. Evtl. hast du deswegen gar keinen Wohngeldanspruch, weil du an der Plausibilitätsprüfung scheiterst.

Das gleiche gilt für den anteiligen Bedarf deiner unehelichen Tochter in den Zeiten, in denen sie bei dir ist. Auch dafür gibt es Leistungen vom JC.
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
Soweit ich weiß muss ein Kind eine Übernachtung bei dir verbringen , um als Wohnbedarf anerkannt zu werden ( Temporäre BG )
Bei der Lohnabrechnung würde ich drauf achten was Zulagen sind und was Kostenerstattung, zb km Geld.
Andernfalls kannst du Kosten wie Fahrscheine geltend machen.
Bei Zulagen wird normalerweise ein durchschnitt ermittelt.
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Hast du die Unterhaltszahlung eigentlich als Absetzbetrag beim JC angegeben? Das könnte nämlich bezüglich der Bedarfsberechnung durchaus relevant sein. Evtl. hast du deswegen gar keinen Wohngeldanspruch, weil du an der Plausibilitätsprüfung scheiterst.

Das gleiche gilt für den anteiligen Bedarf deiner unehelichen Tochter in den Zeiten, in denen sie bei dir ist. Auch dafür gibt es Leistungen vom JC.
Ja die Unterhaltszahlungen werden abgesetzt durch das JC, das wollten die zwar erst nicht - aber hab das dann dem Jugendamt mit dem JC klären lassen und auf einmal ging es doch. ÜberWohngeld habe ich mir bis zur Ablehnung gar keine Gedanken gemacht, denn es würde ja aufs gleiche wie aufstockende Leistungen hinauslaufen.

Von dem anteiligen Bedarf kenne ich noch gar nix. Das wäre wirklich interessant in Erfahrung zu bringen.
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Soweit ich weiß muss ein Kind eine Übernachtung bei dir verbringen , um als Wohnbedarf anerkannt zu werden ( Temporäre BG )
Liegt vor, aber noch kein Wohnbedarf anerkannt bis heute.

Bei der Lohnabrechnung würde ich drauf achten was Zulagen sind und was Kostenerstattung, zb km Geld.
Andernfalls kannst du Kosten wie Fahrscheine geltend machen.
Es gab bis November Fahrtkostenerstattungen, da wurde mir auch noch die KFZ-Haftpflicht angerechnet. Danach bekam ich einen neue Stelle (in einer anderen Leihfirma) in unmittelbarer Nähe. Die 2km Fahrtweg habe ich nun nicht angegeben, das ärgerliche ist aber das mir die KFZ-Versicherung nicht mehr angerechnet wurde (wie ich heute aus den Bescheiden entnehmen konnte). Ich habe die Stelle nur aufgrund meines Führerscheins erhalten und kann lt. Arbeitsvertrag "bundesweit" eingesetzt werden.

Persönlich bin ich stark dafür, dass Leiharbeitsfirmen gesetzlich Fahrtkosten an Ihre Mitarbeiter aufbringen sollen, da dies aber aktuell nicht der Fall ist, kann ich ja nicht schlechter Leben als zuvor. Kann ja nicht je Auftrag alle 3 Monate mein Auto neu An- und Abmelden, zumal mir die Kosten für das An- und Abmelden wahrscheinlich auch keiner bezahlen wird.
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
Fährst du nach den 2 km auch noch zum Kunden?
Ich würde alles haarklein prüfen- auch wenn es nur 2km sind war KFZ doch sicher Voraussetzung. Damit sind die Kosten vom JC anzurechnen.
50 Euro zuviel muß man ja wohl klein kriegen .Hast du Sorgerecht für die älteste, wenigstens gemeinsames? Dann sollte auch ein Teil des Bedarfs bei dir einfließen.
Ob man Wohngeld anrechnen kann obwohl es weder Geld noch einen Bescheid darüber gibt bezweifele ich stark.
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Fährst du nach den 2 km auch noch zum Kunden?
Ich würde alles haarklein prüfen- auch wenn es nur 2km sind war KFZ doch sicher Voraussetzung. Damit sind die Kosten vom JC anzurechnen.
Es ist nun gemeint, der Weg zur "eigentlichen" Firma und dann zum Kunden, richtig?

Hast du Sorgerecht für die älteste, wenigstens gemeinsames? Dann sollte auch ein Teil des Bedarfs bei dir einfließen.
Ich besitze für alle 3 Kinder (auch durch Ehe) gemeinsames Sorgerecht.

Ob man Wohngeld anrechnen kann obwohl es weder Geld noch einen Bescheid darüber gibt bezweifele ich stark.
Darauf auch nun der Widerruf.
Bei der drüber liegenden Behörde habe ich in Erfahrung bringen können, dass ein vorheriger Bescheid überhaupt gar nicht aktenkundig beim Landkreis war, sozusagen vom Sachbearbeiter unterm Tisch. Dort ging es darum, dass ich nur 30% anstelle von 75,- EUR zurückbezahlen wollte.
Mit dem neuen Widerruf ging ich eigentlich davon aus, dass nun alles seine geordnete Wege gehen würde, aber NEIN: Der Widerruf ging 2x via FAX und einmal via E-Mail raus, wobei am gleichen Tag schon die E-Mail abgelehnt wurde (fehlende Signatur).
Habe letzte Woche ein Schreiben erhalten, dass zur Prüfung nun Anlage EK ausgefüllt werden müsse, obwohl das JC wirklich jeden Kontoauszug und jede einzelne Abrechnung von mir erhalten hat. Wir sind morgen im 3. Monat ohne ALG II, wie sich das auf Zahlungen die wir eigentlich tätigen müssten auswirkt, kann sich jeder ausmalen.
Ich verstehe einfach nicht, warum wirklich auf jeden Zug aufgesprungen wird nur um Zeit zu schinden, wobei die Sachlage eigentlich ganz klar ist.
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Ich bin nun ein bisschen weiter, nur leider nicht zum Vorteil:

Also die ARGE will unbedingt dass wir Wohngeld + Kinderzuschlag beantragen - bekommen jetzt ja schon im 3. Monat kein Geld.

Kinderzuschlag gibt es nicht rückwirkend, aber durch den Widerspruch läuft ja ein offener Verwaltungsakt, d.h. Wohngeld dürfte meines Erachtens gar nicht beantragt werden, da Wohngeldausschluss besteht.

Das alles nur wegen den blöden Branchenzuschlägen, wegen 50-100 EUR. Da wundert man sich warum andere nicht arbeiten gehen, die haben nicht solche Laufereien... :(

Standpunkt ist, mein Vertrag läuft auf 8.80 demnächst endet der Auftrag, d.h. es gibt keinen Branchenzuschlag mehr und dementsprechend auch keinen Anspruch auf Kinderzuschlag, damit kippt die geforderte Konstellation der ARGE.... Wie handeln?
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
Dringe auf Auszahlung der zustehenden Leistung, zur Not mit Klage.
Wenn vom JC gewünscht stelle die Wohngeldanträge. Dazu bist du ja verpflichtet - Mitwirkungspflicht.
Ob nun bewilligt oder abgelehnt, du kannst nur gewinnen.
Dränge beim JC darauf das man direkt mit der Wohngeldstelle evtl Überzahlungen verrechnet.
Die kommen auch auf die Idee, wenn du Wohngeldanspruch hast , zb dir die Leistungen rückwirkend abzuerkennen. Wäre ja egal wenn ab diesem Datum eine andere Stelle zahlt. Nur muß das nahtlos gehen.
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Besten Dank für deine Antwort.

Der Widerspruch ist eingegangen und ein Widerspruch von September 2015 wird nun auch bearbeitet, den haben se einfach vom Tisch fallen lassen. Das ganze ist auch schon beim Anwalt - aber es tut sich nix.
Man kann ja erst klagen, bis der Widerspruchbescheid eingeht - dann kamen noch unzählige Briefe mit Sachen die man nochmals einreichen sollte, aber schon alle dort vorhanden waren...

Der Widerspruch wird nun von der überstehenden Behörde bearbeitet, ich solle Verständnis haben dass dies nicht zeitnah entschieden wird, kam gestern via Post.

Bei der Wohngeldstelle war ich auch, die wollen nicht mal rückwirkend zahlen - dabei MÜSSEN sie es, da ja ALG II noch offenes Verfahren ist, somit sind die Fristen (die eh 6 Monate betragen nicht abgelaufen § 28 SGB X).
Wobei rein rechtlich ja nicht mal das Wohngeld bezahlt werden darf, weil ich mich ja in einem Verwaltungsverfahren befinde, der Wohngeldausschluss muss eigentlich bis zum eintreffen des entgültigen ALG II Widerspruchbescheid sein - daher muss ALG II bezahlt werden. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Ich beantrage nun Wohngeld + Kindergeldzuschlag muss dann auch wiederum (wahrscheinlich) klagen, damit diese rückwirkend bezahlen um DANN nächsten/übernächsten Monat wieder ALG II neu zu beantragen, den Rest abmelden - anstelle das einfach so laufen zu lassen wie es ist.
Ich arbeite 9-10 Stunden (eingerechn. Pausen) und muss mich nebenbei noch um den ganzen Papierkram kümmern weil sich niemand zuständig fühlt und die sich Ihre Gesetze so hinbiegen wie sie es gerne wollen.
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.803
Bewertungen
2.356
Ja man ist wenig oder oft falsch informiert. Ein Wiederspruch muss nach 3 Monaten beschieden sein , ein Antrag nach 6 gem § 88 SGG . Auf "Bitte haben sie Verständnis " kannste pfeifen.
Also Untätigkeitsklage erheben.
Bei dem absehbaren Zeitraum würde ich auf Härtefall plädieren, das es so bleibt wie es jetzt ist , wenn in Kürze die Bedingungen wieder erfüllt werden.
 

Crystal23

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
4 April 2012
Beiträge
46
Bewertungen
1
Teilweise ist das echt schwierig einzuschätzen.
Auch mit dem Wohngeld, dort steht genau drin dass die 6 Monate rückwirkend bezahlen müssen. Hatte gerade ein Merkblatt der ARGE und dort steht drin dass die nicht rückwirkend bezahlen

(2a) Ab dem Monat, für den ein Wohngeldantrag gestellt wird, ist von der Grundsicherungsstelle gegenüber der Wohngeldbehörde anzuzeigen, dass die Leistungen nach dem SGB II nur noch als nachrangig verpflichteter Leistungsträger erbracht werden. Nur dann besteht ein Erstattungsanspruch nach § 104 SGB X gegen über der Wohngeldbehörde.
Ein Erstattungsanspruch besteht erst ab dem Monat, in dem der Wohngeldantrag wirksam gestellt worden ist.

In § 28 SGB X steht es jedoch anders

Komplizierte Geschichte, bis dato habe ich mich darauf berufen, dass der Ablehnungsbescheid auf fiktives Einkommen basiert (da sie ja Wohngeld/Kinderzuschlag) schon mit einberechnet haben...

Achja, ein Rückzahlungsbescheid in Höhe von 550 EUR trudelte ebenfalls noch ein. Zwar mag eine minimale Überzahlung stattgefunden zu haben, ABER auch hier mega Fehler in den Bescheiden. Einen Arbeitgeber aufgelistet wo ich erst 2 später angefangen habe zu arbeiten und auch die Verdienste stimmen nicht überein.
 
Oben Unten