Wohnmobil auf Raten, in diesem leben, Meldeadresse Melderechts-Konform woanders

D

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Hallo,
ich beziehe momentan Alg2. Meine Lebensvorstellung geht in Richtung Selbstständigkeit und Ungebundenheit (Stichwort "Digitaler Nomade")..
Realistisch plane ich, in 2-3 Jahren kein Hartz4 mehr zu beziehen aber ich möchte mit dem Vorhaben auch nicht noch länger warten.
Liest man sich durch dieses Forum, scheint es viele Menschen zu geben, die diesen Lebensstil wollen und viele, die aus irgendwelchen Gründen etwas dagegen haben...
Ich bin inzwischen wieder bei meinen Eltern gemeldet und werde es auch bleiben (Campingplätze, auf denen man als Erstwohnsitz stehen darf, sind rar).
Zimmer bleibt so bestehen, Bett drin und Besitztümer, könnte "jederzeit dort wieder einziehen". Melderechtlich könnte ich mich also frei in Deutschland bewegen..

Ich war schon mit mehreren Mietangeboten beim JC, Umzug/Auszug wird gestattet sofern die Kosten angemessen sind.
Ich weiß, dass die KdU für ein Wohnmobil prinzipiell übernommen werden.. Nur die Tilgung nicht, das wäre mir allerdings egal.
Mein Problem ist, dass ich die Meldeadresse gerne behalten würde um bspw. ohne große Umstände meiner Selbstständigkeit nachzugehen..

- Muss die Meldeadresse mit der Wohnadresse (wo wäre die? ggf. Campingplatz als Zweitwohnsitz?) übereinstimmen?
- Was Melderechtskonform von Nöten ist, könnte dem Jobcenter aufstoßen ("jederzeit dort wieder einziehen").. Oder interessiert die das nicht?
- Gilt ein Umzug ohne Ummeldung beim Meldeamt als Umzug iSd. Hartz4?

Vielleicht kennt jemand ein mögliches Szenario?

Ferner gibt es mehrere Möglichkeiten, an ein Wohnmobil zu kommen..
Angenommen ich nehme einen Kredit auf (Finanzierung ist durchgerechnet), kaufe mir ein Wohnmobil und ziehe dort ein.. Ein Wohnmobil in dem man wohnt zählt ja nicht als Vermögen..
Was könnte das Jobcenter tun? Denn rein rechtlich müssen sie ja die KdU ja tragen und auch das Alg2 insgesamt weiter zahlen (sofern das Wohnsitz-/Meldeproblem gelöst ist).. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Bekannte das Wohnmobil für mich kaufen und vermieten.. Das Problem bliebe aber, dass ich nicht ewig in einem Wohnmobil leben will, dass wir gar nicht gehört, auch wenn ich gar kein Alg2 mehr beziehe..

Um den Ton, der schriftlich oft nicht leicht erkennbar ist, zu definieren:
Ich plane hier keine Betrügerei.. Die Investition wäre Teil der Selbständigkeit und - seien wir mal ehrlich - der Betrag, der an KdU fürs Wohnmobil geleistet wird ist wahrscheinlich geringer als für eine "reguläre" Wohnung.
Ich wäre Dankbar für Rat... 🙇‍♀️
 

Otto27

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Wohnmobile sind recht teuer, willst damit dann auch wirklich mobil sein und durchs Land ziehen? Ansonsten würde ich mir eher Wohnwagen holen, billiger und auch größer, durch den Fahrerbereich vom Wohnmobil geht ja auch viel Platz verloren, alternativ wäre statt Wohnwagen auch noch ein "Mobile Home" (oder größeres Gartenhaus) zu überlegen, gibts ja auch für Campingplätze und z. T. echt ganz ordentlich ausgebaut und trotzdem noch relativ preiswert. Andere Frage ist natürlich noch warum nicht einfach direkt in eine richtige Wohnung ziehen, mit selbständig und ungebunden wird man ja schon irgendwo in Deutschland was finden.

Meldeadresse bei Eltern behalten wird JC bestimmt nicht akzeptieren, mußt dir dann Campingplatz suchen wo das akzeptiert/zulässig ist.
 

Fabiola

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Andere Frage ist natürlich noch warum nicht einfach direkt in eine richtige Wohnung ziehen
Weil TE zu den Angemessenheitskriterien vielleicht nichts findet? Dazu hat sich TE aber leider in seinem Beitrag nicht eindeitig geäußert.
Lediglich:
Ich war schon mit mehreren Mietangeboten beim JC, Umzug/Auszug wird gestattet sofern die Kosten angemessen sind.
 

HermineL

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- Muss die Meldeadresse mit der Wohnadresse (wo wäre die? ggf. Campingplatz als Zweitwohnsitz?) übereinstimmen?
Das SGB zielt auf den gewöhnlichen Aufenthaltsort ab nicht auf die Meldeadresse.

Meldeadresse bei Eltern behalten wird JC bestimmt nicht akzeptieren, mußt dir dann Campingplatz suchen wo das akzeptiert/zulässig ist.
Ob die das akzeptieren oder nicht ist nicht die Frage sondern ob die eine Rechtsgrundlage haben das nicht zu akzeptieren. Ganz klar nein haben sie nicht.

Hier mal ein wenig Background Futter zum gewöhnlichen Aufenthalt.

§ 36 Örtliche Zuständigkeit SGB II
(1) 1Für die Leistungen nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 ist die Agentur für Arbeit zuständig, in deren Bezirk die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat.
2Für die Leistungen nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 ist der kommunale Träger zuständig, in dessen Gebiet die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat.
3Für Leistungen nach den Sätzen 1 und 2 an Minderjährige, die Leistungen für die Zeit der Ausübung des Umgangsrechts nur für einen kurzen Zeitraum beanspruchen, ist der jeweilige Träger an dem Ort zuständig, an dem die umgangsberechtigte Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat.
4Kann ein gewöhnlicher Aufenthaltsort nicht festgestellt werden, so ist der Träger nach diesem Buch örtlich zuständig, in dessen Bereich sich die oder der erwerbsfähige Leistungsberechtigte tatsächlich aufhält.
5Für nicht erwerbsfähige Personen, deren Leistungsberechtigung sich aus § 7 Absatz 2 Satz 3 ergibt, gelten die Sätze 1 bis 4 entsprechend.


Auch das BSG hat sich dazu schon mehrfach geäußert:
Einen gewöhnlichen Aufenthalt hat der Antragsteller dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt (§ 30 Abs. 3 SGB I). Der gewöhnliche Aufenthalt muss sich im Inland befinden. Dabei müssen die Umstände erkennen lassen, dass sich der Hilfebedürftige an dem Ort nicht nur vorübergehend aufhält, sondern er an dem Ort seinen Lebensmittelpunkt hat (BSG, Urteil v. 17.12.2014, B 8 SO 19/13 R). Ein nur unbedeutender zeitlicher Aufenthalt (stunden- oder tageweise) begründet i. d. R. keinen gewöhnlichen Aufenthalt (Hess. LSG, Beschluss v. 18.9.2013, L 4 SO 328/12; Bay. LSG, Beschluss v. 21.6.2012, L 8 SO 132/10). Der "gewöhnliche Aufenthalt" kann bereits mit dem Tage des Zuzugs begründet werden. Entscheidend ist dabei die Prognose, inwieweit der neue Aufenthalt auf Dauer der Lebensmittelpunkt des Hilfebedürftigen sein wird. Das Vorliegen eines gewöhnlichen Aufenthalts bestimmt sich primär an den objektiven Umständen, zu denen der Wille hinzukommt, länger an einem Ort zu verweilen. Objektives Kriterium für den gewöhnlichen Aufenthalt ist eine eigene Wohnung. Diese ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Ausreichend ist auch eine irgendwie geartete Behausungsmöglichkeit (OVG Thüringen, Urteil v. 1.7.1997, 2 KO 38/96; Münder, SGB II, § 36 Rz. 13). Ein bislang längerer Aufenthalt an einem Ort kann Indiz für einen gewöhnlichen Aufenthalt sein (Schoch, in: Münder, SGB II, § 36 Rz. 12; Timme, in : LPK-SGB I, § 30 Rz. 8). Auch subjektive Vorstellungen des Leistungsberechtigten sind zu berücksichtigen (OVG Niedersachsen, Beschluss v. 12.4.2000, 4 L 4035/99). Allerdings wird der gewöhnliche Aufenthalt dann nicht begründet, wenn die Unterkunft zur Begründung eines vorläufigen Lebensmittelpunktes nicht geeignet ist (z. B. zeitweise Unterbringung in einer Turnhalle). Unerheblich ist die Feststellung des "gewöhnlichen Aufenthalts", wenn die Person in der Gemeinde ordnungsbehördlich gemeldet ist (Böttiger, in: Eicher/Luik, SGB II, § 36 Rz. 30).
Quelle: Haufe
 

TazD

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Hierbei sollte auch bedacht werden, dass Meldeaufforderungen auch kurzfristig reinkommen können. Kannst du es sicherstellen, dass du innerhalb eines Tages einen Termin wahrnehmen kannst? Oder auch zu bedenken: Kannst du damit leben, jeden Tag in der Ungewissheit aufzuwachen, ob nicht heute ein Anruf deiner Eltern wegen einer Meldeaufforderung kommt und du von jetzt auf gleich deine Zelte abbrechen musst?
Manch einer hier, geht schon jeden Tag mit Bauchschmerzen an den Briefkasten und für dich wäre es kein Problem zusätzlich noch mehrere hundert Kilometer weit weg zu sein?
 
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Vielen lieben Dank für die ausfürlichen Antworten :welcome:
Wohnmobile sind recht teuer, willst damit dann auch wirklich mobil sein und durchs Land ziehen? Ansonsten würde ich mir eher Wohnwagen holen, billiger und auch größer, durch den Fahrerbereich vom Wohnmobil geht ja auch viel Platz verloren, alternativ wäre statt Wohnwagen auch noch ein "Mobile Home" (oder größeres Gartenhaus) zu überlegen, gibts ja auch für Campingplätze und z. T. echt ganz ordentlich ausgebaut und trotzdem noch relativ preiswert. Andere Frage ist natürlich noch warum nicht einfach direkt in eine richtige Wohnung ziehen, mit selbständig und ungebunden wird man ja schon irgendwo in Deutschland was finden.

Meldeadresse bei Eltern behalten wird JC bestimmt nicht akzeptieren, mußt dir dann Campingplatz suchen wo das akzeptiert/zulässig ist.
Ich möchte mobil sein. Zumindest in Zukunft... Wohnmobil und Mobile Home sind mir jeweils zu un-mobil (für ersteres bräuchte ich einen zweiten PKW und mit letzterem umziehen ist ein Aufwand, den man wohl nur selten unternimmt. Die Finanzierung wäre durchgerechnet und ("ziemlich sicher") über Regelsatz+Hinzuverdienst abzustottern.. Ein Risiko bleibt natürlich immer.. That's life..

Ja, ich finde einfach keine Wohnung bzw. kam nie in die engere Auswahl..

Hierbei sollte auch bedacht werden, dass Meldeaufforderungen auch kurzfristig reinkommen können. Kannst du es sicherstellen, dass du innerhalb eines Tages einen Termin wahrnehmen kannst? Oder auch zu bedenken: Kannst du damit leben, jeden Tag in der Ungewissheit aufzuwachen, ob nicht heute ein Anruf deiner Eltern wegen einer Meldeaufforderung kommt und du von jetzt auf gleich deine Zelte abbrechen musst?
Manch einer hier, geht schon jeden Tag mit Bauchschmerzen an den Briefkasten und für dich wäre es kein Problem zusätzlich noch mehrere hundert Kilometer weit weg zu sein?
Das ist ein Problem. Ich würde mir für den Anfang wohl einen Platz in der Nähe des Elternhauses suchen und das mit der Meldeadresse auf einem Campingplatz dann möglichst schnell klären.
So wie ich den Input von @HermineL verstehe, ist aber gerade NICHT das Jobcenter an der Meldeadresse zuständig, sondern das, am Ort des gewöhnlichen Aufenthalts..
 

ZynHH

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Du könntest dich auch " ohne festen Wohnsitz ( ofw)" melden und als Postanschrift den Campingplatz angeben.
Zuständig bleibt das jc, in dem du dich regelmässig aufhältst.

Wühle dich mal durch die sehr alten Beiträge von @arbeitslos in holland , der hatte das gut gelöst.
 
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Deleted member 67742

Gast
Du könntest dich auch " ohne festen Wohnsitz ( ofw)" melden und als Postanschrift den Campingplatz angeben.
Zuständig bleibt das jc, in dem du dich regelmässig aufhältst.

Wühle dich mal durch die sehr alten Beiträge von @arbeitslos in holland , der hatte das gut gelöst.
Das kneift sich leider mit der Gewerbeanmeldung/-führung. Krankenversicherung ist dann auch auf wackeligen Füßen (ein EIGENTLICH tätigt die KV keine Meldeabfrage) ist mir bei diesem Thema eigentlich zu heikel..
 

ZynHH

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Krankenversicherung ist dann auch auf wackeligen Füßen
Das erkläre mal. In Deutschland ist es schwieriger die kk zu verlassen, als irgendetwas anderes. Was hat dein Meldestatus mit der kk zu tun, das erschliesst sich mir nicht. Selbst wenn man in Ausland geht und die kk kündigen will, muss man den wegzug noch beweisen.
 
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Deleted member 67742

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Mir auch nicht zumal die KK auch unter das SGB fällt und auch für die, wenn überhaupt, nur der gewöhnliche Aufenthaltsort maßgebend ist.
Ah okay ich habe mich da bislang nicht so informiert weil OFW meiner ersten Einschätzung nach nicht in Betracht kam. Ich weiß, dass man ab 6 Monaten im Ausland eine zus. KV braucht.. wie weist man nach, dass man sich in Deutschland aufhält (bzw. wenn im Ausland etwas passiert, dass man vor 6 Monaten noch in Deutschland war.. Oder muss die KV beweisen, dass man es nicht war?..

Ich lese gerade, dass man eine ladungsfähige Anschrift mieten kann und dass diese ('Domiziladresse/Rechtsdomizil') den gesetzlichen Anforderungen einer Meldeadresse genügt. OFW+Domiziladresse wäre also eine weitere Option. Müssen nur noch die Ansprüche an eine solche geklärt werden. Im zweifel 30EUR/Monat.. Ich bin gerade ein wenig überrascht vom Bürokratiestaat Deutschland. Hebelt das nicht das halbe Meldegesetz aus? gibt es da irgendeinen Haken?
 

Nena

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Sprichst Du gerade von Deiner Meldeadresse (die kann doch bei Deinen Eltern bleiben?) oder von Deinem "gewöhnlichen Aufenthalt"?
 

ZynHH

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Ich weiß, dass man ab 6 Monaten im Ausland eine zus. KV braucht
Wenn es ausserhalb der EU ist, dann sofort.
Die kk ist nicht dein Problem.

Wie Nena schon schrieb, lass die Meldeanschrift bei deinen Eltern, wenn du kfz besitzen willst, die auf dich zugelassen sind, brauchst du eh eine Meldeadresse die auch deinen Wohnort beschreibt.
 
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Deleted member 67742

Gast
Besten dank nochmal.. also Meldeadresse bei Eltern und wohnen auf "irgendeinem Platz". Hartz4-Antrag beim JC das für den Platz zuständig ist. Muss das JC dem Umzug in das Wohnmobil zustimmen? Bei nicht genehmigten Umzügen zahlt das JC ja keine Nebenkostennachzahlung.. was - insbesondere im ersten Jahr - vielleicht kritisch wäre.
Vom Kauf bis zum Einzug wäre das Wohnmobil auch strenggenommen mein Vermögen..

Wenn der Thread gerade ausufert, bitte einen Hinweis darauf dann stelle ich zu gegebener Zeit vielleicht noch separat präzisere Fragen..
 

Otto27

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Das Problem ist doch, dass legale Voraussetzung für Meldeadresse ist, dass du die Verfügungsgewalt über Raum hast und dort wohnen kannst (Ausnahme sind so Caritas-Adresssen, nur da bist du ja verpflichtet täglich zu prüfen ob neue Post da ist...wie willst du JC erklären, wie du dieser Pflicht nachkommst wenn du hunderte Kilometer enftfernt wohnst?). Wenn das der Fall ist, dann wird dir ohne andere wichtige Gründe, dass JC den Umzug und die laufenden neuen Mietkosten die sich daraus ergeben, nicht bezahlen.

Wohnmobil-Kauf ist auch noch potentielles Risiko, zumindest wenn du aktuell noch über Schonvermögen bist. Amt könnte argumentieren, dass du aus ihrer Sicht dich damit absichtlich in ALG-2 Situation gebracht hast (und die Folge da bereits absehbar war) und dir Leistungen dann erst mal verweigern. Und ohne genügend Schonvermögen, willst du da wirklich tausende € Schulden machen (und welche Bank gibt dir dafür einen Kredit?), mit ALG-2 Ausblick?

Da kann so viel passieren, fährst herum, baust vielleicht ein Unfall mit Totalschaden oder es wird geklaut, also wenn das noch alles versichern willst (und darauf wird Kreditgeber vermutlich bestehen), dann wirds halt richtig teuer, zusätzlich wie willst du mit ALG 2 dann die Zinsen bedienen? Hier kann einfach viel passieren, wenn irgendwas schief geht, evtl. wirst du z. B. Krank oder deine geplante Selbständigkeit funktioniert nicht, dann sitzt du auf einen Berg Schulden der durch die Zinsen dann immer größer wird. Und ALG 2 Situation ist für viele schon schwierig genug, aber wenn dann noch hohe Verschuldung dazu kommt und evtl. auch Perspekte da dann nur noch über Privatinsolvenz über x Jahre rauszukommen, dann ists halt schon sehr schwierige Perspektive.

PS: Grundsätzlich finde ich die Idee aber schon interessant, habe selbst auch schon darüber nachgedacht, einfach weil es mir gefällt in Natur zu leben, ich ein Minimalist bin, es mir reichen würde und eigene 4 Wände zu besitzen (auch wenn die etwas dünner sind, als gemietete, gefällt mir auch gut und normale Häuser sind durch ganzen Bauvorschriften einfach extrem überteuert...) nur muß dafür auch passende Situation geben und mit ALG-2 Ausblick, würde ich es nicht machen.
 
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Das Problem ist doch, dass legale Voraussetzung für Meldeadresse ist, dass du die Verfügungsgewalt über Raum hast und dort wohnen kannst (Ausnahme sind so Caritas-Adresssen, nur da bist du ja verpflichtet täglich zu prüfen ob neue Post da ist...wie willst du JC erklären, wie du dieser Pflicht nachkommst wenn du hunderte Kilometer enftfernt wohnst?). Wenn das der Fall ist, dann wird dir ohne andere wichtige Gründe, dass JC den Umzug und die laufenden neuen Mietkosten die sich daraus ergeben, nicht bezahlen.

Wohnmobil-Kauf ist auch noch potentielles Risiko, zumindest wenn du aktuell noch über Schonvermögen bist. Amt könnte argumentieren, dass du aus ihrer Sicht dich damit absichtlich in ALG-2 Situation gebracht hast (und die Folge da bereits absehbar war) und dir Leistungen dann erst mal verweigern. Und ohne genügend Schonvermögen, willst du da wirklich tausende € Schulden machen, mit ALG-2 Ausblick? Da kann so viel passieren, fährst herum, baut vielleicht ein Unfall mit Totalschaden oder es wird geklaut, also wenn das noch alles versichern willst, dann wirds halt richtig teuer, zusätzlich wie willst du mit ALG 2 dann die Zinsen bedienen? Hier kann einfach viel passieren, wenn irgendwas schief geht, evtl. wirst du z. B. Krank oder deine geplante Selbständigkeit funktioniert nicht, dann sitzt du auf einen Berg Schulden der durch die Zinsen dann immer größer wird. Und ALG 2 Situation ist für viele schon schwierig genug, aber wenn dann noch hohe Verschuldung dazu kommt und evtl. auch Perspekte da dann nur noch über Privatinsolvenz über 7 Jahre rauszukommen, dann ists halt schon sehr schwierige Perspektive.
Hätte wäre könnte.. Das ist doch Glaskugel-Raten.. Ich denke nicht, dass man als Hartz4-Empfänger angst haben muss irgendeitwas zu verlieren.. (man möge mich eines besseren belehren)

Mit dieser Einstellung macht man gar nichts aus seinem Leben.. Aber das ist ein anderes Thema.
Die Laufzeit und der Betrag sind so gering, dass der Kredit, auch wenn das an die Substanz gehen würde, wenn wirklich alle Stricke reisen mit Regelsatz und Zeitarbeit abzubezahlen wäre..

Sobald man im Wohnmobil wohnt und gemeldet ist (auch wenn sich meine Meinung diesbezgl. je nach Antwort die ich hier lese ändert, ist die einzig gangbare Möglichkeit wohl ein Campingplatz der eine Anmeldung als Erstwohnsitz zulässt), zählt dieses nich mehr als Vermögen. Zinsen und alles was fürs Wohnmobil anfällt wird dann übernommen (Versicherung/Zinsen/Steuer).

Ich glaube, man muss da einfach nur "Fakten schaffen" und ggf. Rücklagen für die "Bearbeitungszeit" haben. Ein KFZ lässt sich in dem Fall auch Abmelden..
 

Otto27

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Es ist ein Unterschied ob einer z. B.

a) Bereits seit über einem Jahr auf Campingplatz lebt, weil das einfach sein Ding ist (Naturverbundenheit...), dort als "IT-Nomade" arbeitet, sich seine Selbständigkeit unerwartet verschlechtert (neue Aufträge bleiben aus...) und er dadurch in Hartz 4 rutscht.

oder

b) Einer aktuell nicht in Hartz 4 ist und er dann aber bewußt seine (wirtschaftliche) Gesamt-Situation verschlechtert (z. B. auch Schonvermögen unnötig ausgibt oder in Campingplatz in Urlaubsgegend zieht, der z. B. auch vollkommen abseits in Urlaubs/Naturgebiet liegt, wo praktisch kaum zukünftige Arbeitsstellen zu bekommen sind...).

Bei a) wird Jobcenter natürlich die Kosten übernehmen, bei b) werden sie dir Schwierigkeiten machen, gesetzliche Grundlage ist hier z. B. § 34 SGB II.
 
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Deleted member 67742

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..

Bei a) wird Jobcenter natürlich die Kosten übernehmen, bei b) werden sie dir Schwierigkeiten machen, gesetzliche Grundlage ist hier z. B. § 34 SGB II.

Bei konsequenter Anwendung dieses Paragraphen wäre jede Art von Gründung die eine größere Investition erfordert unmöglich. Es kommen bestimmt auch Menschen auf die Geschäftsidee sich einen Transporter zu kaufen und Pakete zu liefern, Schrott/Wertsachen zu sammeln o.Ä. Ich werde das JC den Plan beurteilen lassen und mir entweder das OK schriftlich geben lassen oder ich weiß, dass es ohne Umwege nicht möglich ist. Wäre ohnehin mein nächster schritt gewesen.. m.E verringere ich meine Hilfsbedüftigkeit aber und erhöhe sie nicht.
 

HermineL

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Solange man nicht im Leistungsbezug ist kann man mit seinem Geld machen was man will.
Will das JC das über § 34 SGB II angreifen muss es erst einmal nachweisen das man die Hilfebedürftigkeit vorsätzlich herbeigeführt hat. Die Ausgabe einer größeren Summe für ein Wohnmobil oder sonstiges ist bestenfalls ein Anhaltspunkt dafür aber kein Nachweis.
 

Duddel

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Wenn das Wohnmobil nur selten oder garnicht bewegt wird (Also länger als 3 Monate auf einem Campingplatz steht) und du mit Hauptwohnsitz bei deinen Eltern gemeldet bist, fällt in manchen Bundesländern für den Wohnwagen eine Zweitwohnsitzsteuer an.
Aber dafür gibt es die Möglichkeit am Campingplatz Post zu emfpangen, was ja für das JC Voraussetzung ist.

Ob man das Wohnmobil als Erstwohnsitz melden kann, glaube ich nicht. Hab grade mal auf die schnelle gegooglet und das kollidiert wohl mit dem Baurecht, zumindest wenn der Stellplatz in einem Erholungsgebiet und nicht in einem Wohngebiet steht. Aber die Option mit dem Campingplatz kommt ja eh nicht in Frage, wenn du ein Gewerbe betreiben möchtest, da das ja überall gegen die Platzordnung verstößt.
Evtl. wäre es eine Alternative das Wohnmobil dann nicht auf einem Campingplatz, sondern auf einem gemieteten Stellplatz (Privatgelände) abzustellen. Ich weiß nur nicht ob man dann dort leben darf....
 

Otto27

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@Janst001: Du wirst dazu vermutlich keine verbindliche Aussage (und schriftlich schon mal gar nicht^^) erhalten. Sachbearbeiter wird dir höchstens das Gesetz vorlesen und ansonsten viel mit Kann-Aussagen arbeiten. Könnte sich auch gegenteillig auswirken, die meisten Sachbearbeiter werden dir bestimmt davon erst mal abraten, weil es sich für sie erstmal ungewöhnlich/verrückt anhört und das könnte später dann auch gegen dich verwendet werden, wenn du es dann trotzdem versuchst.

Ansonsten mir selbst gefällt das auch nicht und ich glaube das wurde auch erst 2016 oder so verschärft und bei klassischer/normaler und vorher gut überlegter Selbständigkeit (mit ausgearbeiteten Business-Plan...) wird der Paragraph wohl nicht wirklich angewandt, nur bei sehr eigenen und z. T. auch ungewöhnlichen Lösungen und Selbständigkeit im Wohnmobil auf Campingplatz begründen dürfte dazu zählen, gibts hier halt einfach eine größere Gefahr.

PS: Kann natürlich auch alles funktionieren und wie gesagt, ich finde die Idee im Prinzip auch selbst interessant, ich wollte nur kurz auf die möglichen Gefahren hinweisen.

Will das JC das über § 34 SGB II angreifen muss es erst einmal nachweisen das man die Hilfebedürftigkeit vorsätzlich herbeigeführt hat.
Muß nicht nur Vorsatz sein, auch grobe Fahrlässigkeit reicht dafür.

@Duddel: Gibt schon spezielle Campingplätze wo das abgeklärt und erlaubt ist (und auch die Behörden vor Ort so abgesegnet haben...z. T. greifen da auch Länderbestimmungen und man kann anscheinend manches wie Brandschutz usw. auch unterschiedlich auslegen...). Wichtiger Punkt ist allerdings noch deine Anmerkung mit Gewerbe betreiben, dass müßte natürlich noch zusätzlich mit Campingplatz-Betreiber abgeklärt werden, nur denke die meisten, die bereits eine Erstwohnsitz-Möglichkeit und offizielle Meldeadresse-Möglichkeit anbieten, sind in diesem Punkt dann auch flexibel und haben damit kein Problem (zumindest wenn es ein stilles Gewerbe ist, wie IT-Nomade wo keinen zusätzlichen Lärm usw. erzeugt...).
 
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