Wohngeld vs. ALG II (1 Betrachter)

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Vader

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Hallo Forum,

auf Anraten eröffne ich einen Thread und schildere euch folgendes "Problem":

Ich habe eine Ausbildung begonnen, Wohngeld beantragt und mich vom JC grundlos mit einem Dreizeiler abgemeldet.
Da die SB vom Wohngeldamt zwingend die Abmeldebescheinigung vom JC brauchte, bevor mein Antrag überhaupt angesehen wurde, dachte ich auch, die Abmeldung vom ALG II ist notwendig, da ALG II und Wohngeld nicht zusammen funktioniert.

Nun haben mich hier im Forum unterschiedliche Aussagen verunsichert und darum möchte ich nun nach eurer Meinung fragen.

Ein paar Stichpunkte:

- 2. Ausbildung (Dualausbildung)
- ca. 320 € Netto Ausbildungsvergütung
- 250 € Wohngeld (Bescheid liegt vor)
- Alter: 27

Steht mir nun noch ALG II zu oder nicht? Und wenn ja, was ist dann zu tun? :confused:
 
E

ExitUser

Gast
Entweder Wohngeld oder Hartz IV. Beides zusammen geht nicht.

Demnach sind nicht wohngeldberechtigt die Empfänger von

ALG II, sofern darin die Kosten für die Unterkunft enthalten ist
Sozialgeld
Leistungen für Unterkunft und Heizung nach SGB II (ALG II)
Übergangsgelder in Höhe des Betrages des ALG II
Verletztengeld in Höhe des Betrages des ALG II
Grundsicherung im Alter
Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit
Sozialhilfe
ergänzender Hilfen zum Lebensunterhalt oder anderen Hilfen in stationären Einrichtungen, die den Lebensunterhalt umfassen und nach dem Bundesversorgungsgesetz gewährt werden
Leistungen in besonderen Fällen und Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
Leistungen der Kinder- und Jugendpflege in Haushalten, zu denen ausschließlich Personen gehören, die diese Leistungen empfangen

wohngeldantrag.de
 

Hartzeola

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§7 WoGG

1) Vom Wohngeld ausgeschlossen sind Empfänger und Empfängerinnen von
1. Arbeitslosengeld II und Sozialgeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch, auch in den Fällen des § 25 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch,
2. Zuschüssen nach § 27 Absatz 3 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch,
 

Vader

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Mit Wohngeld und Azubilohn bim ich bei exakt 574€ ... Bei 361€ Miete bleibt weniger als der ALG II Satz, doch laut Wohngeldgesetz steht mir das nicht zu... Das ist schon seltsam, gibt es da Alternativen?
 

hartaber4

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Für das SGB II gilt ja betreffend der Einnahmen der

§ 11 SGB II Zu berücksichtigendes Einkommen

(1) Als Einkommen zu berücksichtigen sind Einnahmen in Geld oder Geldeswert abzüglich der nach § 11b abzusetzenden Beträge mit Ausnahme der in § 11a genannten Einnahmen. Als Einkommen zu berücksichtigen sind auch Zuflüsse aus darlehensweise gewährten Sozialleistungen, soweit sie dem Lebensunterhalt dienen. Der Kinderzuschlag nach § 6a des Bundeskindergeldgesetzes ist als Einkommen dem jeweiligen Kind zuzurechnen. Dies gilt auch für das Kindergeld für zur Bedarfsgemeinschaft gehörende Kinder, soweit es bei dem jeweiligen Kind zur Sicherung des Lebensunterhalts, mit Ausnahme der Bedarfe nach § 28, benötigt wird.

(2) Laufende Einnahmen sind für den Monat zu berücksichtigen, in dem sie zufließen. Zu den laufenden Einnahmen zählen auch Einnahmen, die an einzelnen Tagen eines Monats aufgrund von kurzzeitigen Beschäftigungsverhältnissen erzielt werden. Für laufende Einnahmen, die in größeren als monatlichen Zeitabständen zufließen, gilt Absatz 3 entsprechend.

(3) Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen. Sofern für den Monat des Zuflusses bereits Leistungen ohne Berücksichtigung der einmaligen Einnahme erbracht worden sind, werden sie im Folgemonat berücksichtigt. Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.

Der § 7 WoGG sagt ja erstmal aus:

SGB II Bezieher sind vom WoGG ausgeschlossen....aber umgedreht beantwortet der § ja nicht.... also im Sinne:

WoG Bezieher sind vom SGB II ausgeschlossen.....

Da kann man sich nur an den Kopp fassen.... da macht einer eine Ausbildung und das wird konterkariert......armes Deutschland.
 

Vader

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Demzufolge könnte ich den "Rest", der zu den 374€ Bedarf fehlt, monatlich als Darlehen beantragen. Habe ich das richtig verstanden?
 

hartaber4

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Wäre eine Ableitung.....ja

Habe nicht gesagt, dass das DIE Lösung ist.... nur so ein Ansatz.
 

Erolena

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Ich hab leider vergessen, ob du Famile hast oder nicht. Familienangehörige sind ganz normal ALG 2-berechtigt.

Hattest du BAB beantragt? In seltenen Fällen wird BAB auch für eine zweite Ausbildung bewilligt.
Sieh mal hier:

Förderungsfähig ist auch eine zweite Ausbildung dem Grunde nach:

Rechtsprechung der niedersächsischen Justiz

Habe aber nur den Tenor gelesen:icon_smile:
Das stimmt. Vorausgesetzt der Azubi wohnt in eigener Unterkunft, dann ist eine zweite Ausbildung eine förderungsfähige Ausbildung durch Berufsausbildungshilfe, BAB. Und damit greift der Ausschluss vom "normalen" ALG 2 (§ 7 Abs 5 SGB II). Ganz egal ob der Azubi selber BAB-berechtigt ist oder nicht.

Für Azubis gibt es extra Leistungen (§ 27 SGB II). Die Leistungen für Azubis zählen nicht als ALG 2.

Wer BAB bekommt oder nur wegen zu hohem Einkommen nicht bekommt, dem steht ein Mietzuschuss vom Jobcenter zu (§ 27 Abs 4).
Wer allerdings komplett von der BAB ausgeschlossen ist (meistens wegen Zweitausbildung), bekommt auch keinen Mietzuschuss vom Jobcenter. Dann bleibt nur Wohngeld und ein Nebenjob.

Im § 27 stehen aber auch einige Mehrbedarfe. Und die Möglichkeit eines Darlehens.

Für einige exotische Fälle ist auch ALG 2 im Härtefall möglich, das kannst du aber für dich vergessen.

Oder zurück ins Elternhaus? Ich habe keine Ahnung, ob so eine Lösung für dich in Frage käme.
Eine Ausbildung im Elternhaus ist generell nicht mit BAB-förderbar. Deshalb ist man im Elternhaus ganz normal ALG2-berechtigt. Du bist schon 27, wärst also eine eigene Bedarfsgemeinschaft unabhängig von den Eltern. Das nur für den Notfall, wäre immerhin besser als zu verhungern.
 

Erolena

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Hattest du da nicht eine Ausnahme gepostet?
Von wegen: Nicht in den Haushalt aufgenommen?
Ja, das wäre aber total irre. Dann könnte er gleich in der eigenen Wohnung bleiben. Dann bekäme er hier wie dort kein ALG 2.

Falls man die Notlösung in Betracht zieht, Rückzug ins Elternhaus, dann müsste er im Haushalt der Eltern leben. Denn dann kann seine Ausbildung nicht mit BAB gefördert werden. Und dann steht ihm ALG 2 zu.
 
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