Wohnberechtigungsschein / erweiterter Wohnberechtigungsschein (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

G

Gerhard Hartz

Gast
So, in eigener Sache bräuchte ich euren Rat.

Meine Wohnung in der ich seit fast 20 Jahren wohne ist a) zu groß (60qm) und b) mitlerweile nicht mehr schön wegen neuer Nachbarn und einer neuen Hasuverwaltung.

Diese Wohnung war damal eine WBS Wohnung und ich hatte auch diesen (erweiterten) WBS.
Der Ärztliche Attest damals besagte das ich wegen Asthma und verschiedener Allergieen einen separaten Schlafraum brauche.

Gut, das ist jetzt fast 20 Jahre her, aber ich möchte/muss hier einfach weg. Ich kann hier durch Kinderlärm einfach nicht zur Ruhe kommen!

Ich befinde mich seit guten zehn Jahren im ALGII und bekomme kaum ein Bein auf den Boden, habe auch psychische Probleme. (Einer der Gründe warum ich für mich beschlossen habe das ich hier raus MUSS!).

Kann mir jemand sagen was heute für einen erweiterten WBS erfüllt sein muss/wie ich mich am besten verhalte? Der "normale" WBS würde mir wohl genehmigt, nur habe ich eine Wohnung entdeckt die super toll (auch die Gesellschaft) wäre, hätte nur sogar drei Zimmer (zwei würden mir reichen) und würde ca. 360€ kalt + gut 140€ Nebenkosten kosten.

Das Problem ist das hier 50qm Wohnungen kalt knapp das selbe kosten wie 60qm Wohnungen.

Die Kaution wäre nicht DAS Problem, die bekäme ich ja hier zurück (Ich hab ja auch mal gutes Geld verdient und die schon selber bezahlt damals).

Weiß jemand wie es mit dem Umzug aussieht? Zur Not schlepp ich alles aufm Buckel von A nach B bevor ich wem zur Last falle. Habe nur gelesen dass sich das Amt da beteiligt!? Zumal ich einen mehrfachen Bandscheibenvorfall habe.

Trotzdem lege ich Wert darauf mich einzubringen so gut es mir möglich ist!

(Zumal ich auch gerade anstrebe einen Job bei der Tafel oder ähnliches zu bekommen.)

Es würde mich wirklich sehr freuen wenn ich nicht als Schnorrer verstanden werde und jemand einen Rat hätte.

Viele Grüße
Gerhard
 

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.203
Bewertungen
3.451
Kann mir jemand sagen was heute für einen erweiterten WBS erfüllt sein muss/wie ich mich am besten verhalte?
Ein erweiteter B-Schein bedeutet nicht, das Du damit eine bessere Wohnung bekommst. Im Gegenteil, damit kregt man nicht jede Wohnung.

Er gilt für bestimmte Wohnungen, das Einkommen des Berechtigten darf für diese, glaube ich, um 60% höher sein als für "normalen" B-Schein(daher erweitert). Für diese Wohnungen geht auch ein "normaler"
 
G

Gerhard Hartz

Gast
Vielen Dank schonmal für die Antwort.

Mir geht es genaugenommen auch nicht um besser/schlechter! Es ist hier nur wirklich so das man eher zwei - drei Zimmer Wohnungen um die 60 qm für den Preis eines 40qm Wohnklos bekommt, nur das Amt dann eben sagt "Nö".

Bitte richtig verstehen!
Mir geht es NICHT um Luxus, Protzen oder ne dicke Badewanne.

Wenn ich aber für 38 qm mit Kochnische und Dusche nur 50€ weniger zahle wie für eine 55 oder 60 qm Wohnung!?
Wie komme ich an diesen erweitereten Wohnberechtigungsschein?
 

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.203
Bewertungen
3.451
Mir geht es genaugenommen auch nicht um besser/schlechter! Es ist hier nur wirklich so das man eher zwei - drei Zimmer Wohnungen um die 60 qm für den Preis eines 40qm Wohnklos bekommt, nur das Amt dann eben sagt "Nö"
Wenn der Preis stimmt ist die Wohnungsgröße im Prinzip egal. Stichwort "Produkttheorie"

Wie komme ich an diesen erweitereten Wohnberechtigungsschein?
Beim Wohnungsamt beantragen. Erweitert ist aber Einkommensgrenze, nicht Wohnungsberechtigung, habe Dir doch erklärt. Du beziehst doch ALG II und hast kein höheres Einkommen...

Möglich sind dabei folgende Varianten:

• einen allgemeinen Wohnberechtigungsschein

• einen Wohnungsbezogenen Wohnberechtigungsschein

• ein Wohnberechtigungsschein für den Bezug einer geförderten Wohnung mit erweiterter
Einkommensgrenze ( § 3 NWoFG plus max. 60 %).
https://www.lehrte.de/Portaldata/1/Resources/1_rathaus/dokumente/antraege_und_formulare/Merkblatt_Wohnberechtigungsschein.pdf
 

KristinaMN

Forumnutzer/in
Mitglied seit
6 Oktober 2011
Beiträge
1.845
Bewertungen
571
Die Frage ist doch: auch wenn Du einen WBS-Schein bekommt, gibt es derzeit freie Wohnungen vor Ort bzw. wie lange sind die Wartelisten?

Ist Deine Wohnung zu teuer bzw. hat Dich das JC zur Senkung der qm aufgefordert?
Wenn nein, wird das JC - rein wegen Kinderlärm - den Umzug ablehnen:
BGH-Urteil: Keine Mietminderung wegen Kinderlärm - SPIEGEL ONLINE
Gesundheitlich spricht auch nichts gegen die bisherige Wohnung.

Glaubst Du in einer anderen Sozialwohnung gibt es keinen Kinderlärm? Informiere Dich an wen die Sozialwohnung vor Ort meist vergeben werden.

Wenn Du den Umzug alleine hinbekommst (Kaution, Umzug, etc.), muss das JC die Miete bis zur Mietobergrenze übernehmen:
Punkt 4
https://www.elo-forum.org/alg-ii/147512-bsg-terminvorschau-bericht-nr-18-15-29-04-2015-14-senat-alg-ii.html
 

bla47

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
31 Mai 2014
Beiträge
1.609
Bewertungen
323
Es gibt Lärmkarten im Internet für Tag/Nacht Belastung.
Ansonsten kann ich nur empfehlen, in der Nähe der möglichen neuen Wohnung sich mal mehrere Stunden aufzuhalten. Zum Checken der Lärmbelastung. Wenn es für dich dann nicht zumutbar ist, dann hast du viel Aufwand für einen fehlerhaften Wohnungswechsel gespart.
 

ArNoN

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 Oktober 2008
Beiträge
965
Bewertungen
152
mit einem §5-Schein fuer 1 Person kriegst Du nur Wohnungen bis iirc 50m2, dann ist Schicht. Der 'Witz' ist, dass Du auch als Behinderter mit anerkanntem Zusatzzimmer den 5er nicht "aufgebohrt" bekommst, und somit max. 50m2 hast, unabhaengoig von evtl. vom JC gewaehrten Erhoehungen aus gesundheitlichen Gruenden.

Das sind (leider) 2 Paar Schuhe - was bringt ein §5-Schein, der einen mehr beschneidet als hilft? :(
 
G

Gerhard Hartz

Gast
DAS ist eben genau dass was ich nicht verstehe. Kaution ist das eine (In meinem Fall bekomme ich beim Umzug ja eine zurück), aber diese zehn qm zwischen 50 und 60qm, wo beide Wohnungen das selbe kosten!??

Ziehe ich in die nächste Großstadt, zahle ich für 38 qm so viel wie hier für 60qm.

Oder zahlt mir das Amt in eben dieser Großstadt etwa die Miete von ca. 350€ für ca. 30 - 35qm??
 

ArNoN

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 Oktober 2008
Beiträge
965
Bewertungen
152
'die' zahlen max. das, was deren Verordnungen hergibt - und das ist (sollte zumindest) in hochpreisigen Gegenden (zB Grossstaedte) auch mehr sein als auf'm platten Land...
 
G

Gerhard Hartz

Gast
Ja aber es kann doch nicht sein das Politiker hier ständig (entscheiden!) und nur Unfug über das "Stimmvieh" verbreiten!?

Es MUSS doch mal schluss sein!
 

bastian82

Elo-User*in
Mitglied seit
4 März 2013
Beiträge
151
Bewertungen
15
Die Frage ist doch: auch wenn Du einen WBS-Schein bekommt, gibt es derzeit freie Wohnungen vor Ort bzw. wie lange sind die Wartelisten?

Ist Deine Wohnung zu teuer bzw. hat Dich das JC zur Senkung der qm aufgefordert?
Wenn nein, wird das JC - rein wegen Kinderlärm - den Umzug ablehnen:
BGH-Urteil: Keine Mietminderung wegen Kinderlärm - SPIEGEL ONLINE
Gesundheitlich spricht auch nichts gegen die bisherige Wohnung.

Glaubst Du in einer anderen Sozialwohnung gibt es keinen Kinderlärm? Informiere Dich an wen die Sozialwohnung vor Ort meist vergeben werden.

Wenn Du den Umzug alleine hinbekommst (Kaution, Umzug, etc.), muss das JC die Miete bis zur Mietobergrenze übernehmen:
Punkt 4
https://www.elo-forum.org/alg-ii/147512-bsg-terminvorschau-bericht-nr-18-15-29-04-2015-14-senat-alg-ii.html
Mietminderung hilft Dir nicht weiter. Das Jobcenter sieht sich die Kontoauszüge an und rechnet die Minderung gegen. Zudem hast Du etliche Probleme mit dem Vermieter.
Mietminderung ist das schlimmste was Du als ALG II Empfängerin tun kannst.

Doch bekommt man im ALG II Bezug einen Wohnberechtigungsschein?
Ich dachte, den WBS gibt es nur für Menschen, die nicht ALG II empfangen und sehr gering verdienen (Einzelpersonen bis 12.000 und Paare bis 18.000€.

Darüber und als ALG II Empfänger bekommt man sicher keinen WBS. Ebenso gibt es als ALG II Empfänger kein Wohngeld.
 

bastian82

Elo-User*in
Mitglied seit
4 März 2013
Beiträge
151
Bewertungen
15
Wohnberechtigungsschein (WBS) für Berlin ein Jahr im ALG II Bezug:

Einen einkommensabhängigen WBS kann grundsätzlich jeder volljährige Bürger für sich und seine Familie/Lebensgemeinschaft beantragen.

Die für den WBS-Antrag notwendigen Vordrucke sind hier abrufbar und bei den bezirklichen Bürgerämtern erhältlich. Die ausgefüllten Formulare können beim bezirklichen Bürgeramt direkt abgegeben, in den Briefkasten des Amtes eingeworfen oder Ihrem Bezirksamt mit der Post zugesandt werden. Dort wird eine schriftliche Entscheidung zu Ihrem WBS-Antrag getroffen. Sofern Sie zum Kreis der Berechtigten gehören, wird Ihnen der für ein Jahr und für die gesamte Stadt Berlin gültige WBS zugeschickt.


Wie hoch darf das Einkommen sein?
Voraussetzung für einen Anspruch auf Erteilung des WBS ist jedoch grundsätzlich, dass die maßgeblichen Einkommensgrenzen eingehalten werden.

Ob Sie Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben, können Sie selbst überschlagen: Der Berechnung ist das jährliche Bruttoeinkommen (auch z.B. Lohnersatzleistungen, Krankengeld) zu Grunde zu legen, das in den 12 Monaten ab Antragstellung zu erwarten ist, ggf. kann vom Einkommen der letzten 12 Monate vor Antragstellung ausgegangen werden. Zum Einkommen zählt nicht das gesetzliche Kindergeld.

Je nach Einkommensart können nun die unterschiedlichen Pauschalbeträge für Werbungskosten oder ggf. darüber hinausgehende Werbungskosten abgesetzt werden. Ein Arbeitnehmer kann z.B. den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 € jährlich absetzen. Von der so ermittelten Zwischensumme können jeweils bis zu 10% abgezogen werden, wenn
Steuern vom Einkommen,
Pflichtbeiträge zur Krankenkasse,
Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden,
also maximal 30%.

Nach den Abzügen sind ggf. noch folgende Freibeträge abzusetzen:
600 € für jedes Kind unter 12 Jahren bei Alleinerziehenden, die einer Erwerbstätigkeit oder Ausbildung (nicht nur kurzzeitig am Tag) nachgehen,
bis zu 600 €, wenn ein zum Haushalt zählendes Kind eigenes Einkommen hat und das 16., aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat,
4.500 € für Schwerbehinderte bei einem Grad der Behinderung von 100% oder von wenigstens 80%, wenn häusliche Pflegebedürftigkeit im Sinne des § 14 Sozialgesetzbuch XI vorliegt,
2.100 € für im Sinne des § 14 SGB XI häuslich pflegebedürftige Schwerbehinderte bei einem Grad der Behinderung unter 80%,
4.000 € bei jungen Ehepaaren innerhalb von 5 Kalenderjahren nach dem Jahr der Eheschließung, wobei keiner von beiden das 40. Lebensjahr vollendet haben darf,
Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen (es gibt ggf. Höchstgrenzen).
Wenn das so ermittelte anrechenbare Gesamteinkommen die nachfolgenden Berliner Einkommensgrenzen nicht überschreitet, besteht ein Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.

Beachten Sie: Die Einkommensgrenze für Berlin ist die um 40% erhöhte Bundes-Einkommensgrenze.

Einkommensgrenzen, jährlich
Bundes-
Einkommensgrenze
(§ 9 Abs. 2 WoFG) Berliner Einkommens-
grenze
Einpersonenhaushalt 12.000 € 16.800 €
Zweipersonenhaushalt 18.000 € 25.200 €
zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 4.100 € 5.740 €
Zuschlag für jedes zum
Haushalt gehörende Kind 500 € 700 €

Mieter einer Sozialwohnung, die eine andere Sozialwohnung beziehen wollen, können einen WBS auch bei Überschreitung der Einkommensgrenze erhalten. Voraussetzung ist, dass die bisherige Wohnung - bezogen auf m² Wohnfläche - billiger oder größer als die neue Wohnung ist und die Aufgabe der bisherigen Wohnung aus wohnungswirtschaftlicher Sicht für erforderlich gehalten wird.

Beachten Sie: Die Ermittlung des anrechenbaren Einkommens wurde vereinfacht dargestellt. Die genaue Einkommensermittlung nimmt Ihr Bezirksamt nach Antragstellung vor.

Seitenanfang

Wie groß darf eine Sozialwohnung sein?
Ist ein WBS-Antrag geprüft und gehören Sie zum Kreis der Berechtigten, wird der (ein Jahr lang) gültige Wohnberechtigungsschein zugeschickt. Darauf ist u.a. die angemessene Wohnungsgröße vermerkt.

Grundsätzlich gilt Folgendes: Je ein Wohnraum für den Wohnberechtigten und jeden seiner mit einziehenden Angehörigen. Also: Ein Alleinstehender hätte Anspruch auf eine Einzimmerwohnung, einem Ehepaar mit drei Kindern stünden maximal fünf Wohnräume zu.

Im Einzelfall kann wegen besonderer persönlicher oder beruflicher Bedürfnisse eines Haushaltsangehörigen oder zur Vermeidung besonderer Härten zusätzlicher Wohnraum anerkannt werden.

Hier sind einige Beispiele genannt:
Ein Haushaltsangehöriger ist behindert oder schwer erkrankt, so dass ein gesondertes Zimmer unbedingt erforderlich ist (z. B. bei blinden Personen oder jenen, die beständig auf einen Rollstuhl angewiesenen sind oder bei Erkrankten, die dauerhaft mit einer Betreuungsperson im selben Haushalt leben, um so z. B. die Aufnahme in ein Pflegeheim vermeiden zu können).

Auch alleinstehende ältere Personen ab 65 Jahre, die mindestens eine 3-Zimmerwohnung in Berlin freimachen, können als Einzelperson einen WBS für eine 2-Zimmerwohnung erhalten.

Berufsbedingt können Haushaltsangehörige, die zur Erhaltung der Lebensgrundlage ihren Hauptberuf (z. B. Schriftsteller, bildende Künstler) nur zu Hause ausüben können, ein separates Arbeitszimmer beanspruchen. Da jedoch in Berlin dringend benötigter öffentlich geförderter Wohnraum, der für berufliche Zwecke Verwendung finden soll, dann nicht mehr zum Wohnen zur Verfügung stehen kann, wird ein zusätzliches Zimmer nur im Ausnahmefall gebilligt, zumal der WBS kein Instrument zur Arbeitsbeschaffung oder Arbeitsförderung ist, durch die das Marktgeschehen beeinflusst und einzelne Personen aufgrund der Inanspruchnahme subventionierten Wohnraums für berufliche Zwecke privilegiert werden sollen.

Wann wird ein "besonderer Wohnbedarf" anerkannt?
Es gibt Sozialwohnungen, die für einen bestimmten Personenkreis reserviert wurden und die von Wohnungssuchenden nur bezogen werden dürfen, wenn sie im Besitz eines "WBS mit besonderem Wohnbedarf" sind:

1. Haushalte mit Kind/ Kindern
in räumlich unzureichenden Wohnverhältnissen oder
ohne eigene Wohnung oder
bei erheblichen Mietsteigerungen der bisherigen Wohnung.
Als Kind gilt auch, wenn durch Vorlage des Mutterpasses oder einer gleichwertigen ärztlichen Bescheinigung eine Schwangerschaft von der 14. Woche ab nachgewiesen ist.

Unzureichende Wohnverhältnisse liegen - unbeschadet weitergehender Regelungen in Gesetzen und Verordnungen - vor, wenn in der Regel nicht mindestens zur Verfügung stehen:

für zwei Personen ein Wohnraum
für drei Personen zwei Wohnräume
für vier und fünf Personen drei Wohnräume
für sechs Personen und mehr vier Wohnräume

Eine erhebliche Mietsteigerung liegt vor, wenn sich die tatsächlich verlangte Nettokaltmiete um mehr als 15 Prozent erhöht und mindestens 5,50 €/m² Wohnfläche monatlich nettokalt beträgt.

2. Ältere Personen (die das 65. Lebensjahr überschritten haben)
bei Aufgabe einer unterbelegten Mietwohnung (Wohnraumzahl > Personenzahl) oder
ohne eigene Wohnung oder
bei erheblichen Mietsteigerungen der bisherigen Wohnung.
Der Personenkreis ältere Personen umfasst Alleinstehende, Eheleute und Lebensgemeinschaften.

Eine Zuordnung zur Berechtigungsgruppe kann nicht erfolgen, sofern unterbelegte Eigentumswohnungen oder Häuser aufgegeben werden.

Eine erhebliche Mietsteigerung liegt vor, wenn sich die tatsächlich verlangte Nettokaltmiete um mehr als 15 Prozent erhöht und mindestens 5,50 €/m² Wohnfläche nettokalt beträgt.

3. Personen mit behördlich anerkannter und nachgewiesener Schwerbehinderung (50 v.H. und mehr), wenn die derzeitigen Wohnverhältnisse wegen der anerkannten Leiden für sie objektiv ungeeignet sind und sie deshalb
einer anderen Wohnung bedürfen oder
einer eigenen Wohnung bedürfen.
Bestehen bei der Zuordnung zur Berechtigungsgruppe Zweifel am Wohnungsbedarf, so hat die für die Zuordnung zuständige Stelle eine gutachterliche Stellungnahme bei der behördlich zuständigen Stelle für die Anerkennung der Behinderung einzuholen.

4. Alleinstehende psychisch Kranke ohne eigene Wohnung, die aufgrund ihres Krankheitsbildes nicht in der Lage sind, sich nach der Klinikentlassung mit eigenem Wohnraum zu versorgen.

5. Umzusetzende, die nach einer Bescheinigung der zuständigen Stelle während der Geltungsdauer ihres Wohnberechtigungsscheines zur Freimachung verpflichtet sind aufgrund
anerkannter Maßnahmen der Gewerbe- und Industrieansiedlung oder
öffentlicher Hoch- und Tiefbau- sowie Garten- und Landschaftsbaumaßnahmen oder
anerkannter Stadterneuerungs- oder Modernisierungsmaßnahmen.

6. Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung ohne eigene Wohnung in Berlin.

7. Folgende Personen ohne eigene Wohnung in Berlin
Anspruchsberechtigte nach dem Häftlingshilfegesetz,
aus Freiheitsentziehung Entlassene,
Flüchtlinge mit anerkanntem (mindestens noch für ein Jahr) Aufenthaltsrecht sowie
Personen, die in Einrichtungen der sozialen Wohnhilfe oder sonstigen Behelfsunterkünften oder vergleichbaren Unterkünften des Jugend-, Frauen- und Sozialwesens (z. B. Frauenhäuser, Zufluchtswohnungen für geschlagene Frauen oder Mädchenhaus) - mit Ausnahme von Einrichtungen für Aus- und Übersiedler - leben.

8. Räumungspflichtige Wohnungsinhaber
in der Regel nach Vorlage eines gerichtlichen Räumungstitels oder
aufgrund eines bau- oder wohnungsaufsichtlichen Benutzungsverbotes oder
deren Mietverhältnis wegen Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses endet, sofern dieses mindestens ein Jahr bestanden hat oder
mit Hauswart-Dienstvertrag, sofern dieser wegen Erreichens der Altersgrenze oder aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden ist oder
die als Hinterbliebene von Dienst- oder Werkwohnungsinhabern zur Aufgabe der Wohnung verpflichtet sind oder
getrennt lebende Ehepaare mit Kindern, sofern nach der Stellungnahme des Jugendamtes ein Verbleiben des Wohnungssuchenden mit den im Wohnberechtigungsschein zu berücksichtigenden Kindern in der ehelichen Wohnung unzumutbar ist oder es sich um eine Wohnung handelt, die aufgrund ihrer Zweckbestimmung dem anderen Ehegatten zusteht (Dienst-, Werkwohnung).

9. Empfänger von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II sowie Empfänger von Leistungen der Sozialhilfe nach dem SBG XII, sofern eine konkrete Aufforderung zum Umzug in eine "angemessene Wohnung" durch die zuständige Stelle vorliegt.

Beachten Sie: Zur Anerkennung des besonderen Wohnbedarfs müssen Sie mindestens ein Jahr mit Hauptwohnsitz in Berlin gemeldet sein.

Mit dem WBS auf Wohnungssuche
Mit dem Wohnberechtigungsschein in Händen kann man sich um eine Wohnung bewerben. Wo in unserer Stadt Sozialwohnungen frei sind, ist u.a. aus dem Anzeigenteil der Tageszeitungen (vor allem in der Samstagsausgabe), oder im Internet zu erfahren.

Viele Berliner Wohnungsunternehmen bieten im Internet einen Abfrageservice mit vermietbaren Wohnungen an. In den Angeboten der Wohnungsunternehmen ist grundsätzlich auch vermerkt, ob Sie z.B. einen WBS benötigen. Wird die Wohnung nur an WBS-Inhaber überlassen, müssen Sie selbstverständlich im Besitz eines gültigen und passenden WBS sein.

Wohnungsversorgung für Notfälle
Für die Versorgung von Wohnungsnotfällen wurde ein sogenanntes "Geschütztes Marktsegment" eingerichtet. Wohnungslosen oder unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedrohten Haushalten kann aus diesem besonderen Kontingent eine Wohnung vermittelt werden. Erkundigen Sie sich dazu bei Ihrem Bezirksamt (Sozialamt).
Wie hoch darf das Einkommen sein?

Wie groß darf eine Sozialwohnung sein?

Wann wird ein "besonderer Wohnbedarf" anerkannt?

Mit dem WBS auf Wohnungssuche

Wohnungsversorgung für Notfälle
 
Oben Unten