Wo sollen all die Stellenangebote herkommen, für die vielen, die jetzt wegen Corona ihren Job verlieren?

franzi

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Welche Angebote können uns die JC im Rahmen einer EGV noch machen, außer die vielen neuen Elos in Maßnahmen zu stecken?
Corona hat uns hinsichtlich der Arbeitslosen-Zahlen 15 Jahre zurückgeworfen, dort, wo wir am Beginn der Hartz-Reformen standen.
Damals wurde Hartz IV zur Bewältigung der Probleme eingeführt. Bis Ende 2019 hatte sich das System weitgehend totgelaufen und es wurde klar, dass die Sockel-Arbeitslosigkeit in all den Jahren nicht wirklich beseitigt werden konnte.

Und nun eine neue Krise, in der Hartz IV nicht wirklich Lösungen bietet, um die Erwerbslosenzahlen rasch wieder zu senken.
Es gibt noch weniger Jobs also bisher, die Stellensuche wird noch schwieriger, auf eine offene Stelle wird es mindestens 200 Bewerber geben.
Viele Kleinselbstständige werden wieder in Hartz IV fallen und dort auch längerfristig bleiben.

Ein Pendeln oder Wechseln ins Ausland ist auch keine Perspektive, weil die Situation in ganz Europa ähnlich ist. Die Beseitigung der Folgen der Pandemie wird mindestens 2 Jahre dauern. Erst dann wird man beginnen können, den Status, der vor der Krise bestand, wieder zu erreichen. Also nochmal 1 bis 2 Jahre ... (und das ist noch eine sehr positive Prognose).
Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir als Hartz IV-Empfänger für so lange Zeit in Ruhe gelassen werden. Da werden bestimmt alte Geschichten wieder aus der Trickkiste gezaubert werden, wie Beschäftigungsmaßnahmen, 1-Euro-Jobs etc.
Die 16i-Maßnahmen werden dabei angesichts der Masse der Arbeitssuchenden wirken wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem sind sie mE in der derzeitigen Situation ein zu teures Instrument. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man diesen Fördertopf weiter verlängern wird.

Ich gehe auch davon aus, dass angesichts der Krise die Löhne wieder sinken werden, wobei die Lebenshaltungskosten steigen.
Die Kommunen werden unter der hohen Zahl von Hartz IV-Beziehern stöhnen. Der Staat wird hier bezuschussen müssen.
 

franzi

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Natürlich werden auch die Steuern wieder rauf gehen ... Irgendwer muss ja die großzügigen Geldgeschenke an die Unternehmen finanzieren.
Das bedeutet: wir alle werden ärmer, auch der Mittelstand wird weitgehend wegbröckeln. Und das auf mindestens 5 bis 10 Jahre.
Denkbar ist ein Lebensstandard wie heute in Osteuropa oder im Westen wie in den 1970er Jahren.
 

Maximus Decimus

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Corona hat uns hinsichtlich der Arbeitslosen-Zahlen 15 Jahre zurückgeworfen, dort, wo wir am Beginn der Hartz-Reformen standen.
Hast du eine Quelle für diese Behauptung?

Damals wurde Hartz IV zur Bewältigung der Probleme eingeführt. Bis Ende 2019 hatte sich das System weitgehend totgelaufen und es wurde klar, dass die Sockel-Arbeitslosigkeit in all den Jahren nicht wirklich beseitigt werden konnte.
Hierfür auch? Wenn ich mich nicht ganz täusche, sind die Zahlen insgesamt runtergegangen.

Es gibt noch weniger Jobs also bisher, die Stellensuche wird noch schwieriger, auf eine offene Stelle wird es mindestens 200 Bewerber geben.
Wo steht das?

Ich gehe auch davon aus, dass angesichts der Krise die Löhne wieder sinken werden, wobei die Lebenshaltungskosten steigen.
Die Kommunen werden unter der hohen Zahl von Hartz IV-Beziehern stöhnen. Der Staat wird hier bezuschussen müssen.
Erkläre doch mal bitte, wie die Löhne sinken können. Es hängen nicht alle im Niedriglohnsektorfest.

Natürlich werden auch die Steuern wieder rauf gehen ...
Welche? Und warum? Wenn sie raufgehen sollten, stellt sich die Frage, wer denn mehr zahlt.

Irgendwer muss ja die großzügigen Geldgeschenke an die Unternehmen finanzieren.
Beschreibe doch mal den Prozess, was ein Unternehmen tun muss, um Geld zu bekommen. Warum Geschenke? Welches Unternehmen hat Geld geschenkt bekommen?

Das bedeutet: wir alle werden ärmer, auch der Mittelstand wird weitgehend wegbröckeln. Und das auf mindestens 5 bis 10 Jahre.
Denkbar ist ein Lebensstandard wie heute in Osteuropa oder im Westen wie in den 1970er Jahren.
Was für eine Schwachsinnsaussage.
Der Lebensstandard wird hier mit Sicherheit nicht sinken. Dir wird auch keiner was wegnehmen. Du wirst weiterhin ein Dach über den Kopf haben und die Miete bezahlt bekommen.
Wer soll denn die Wirtschaft wenn sie wieder anläuft voranbringen? Heiße Luft wird es bestimmt nicht sein.
Ich kann dir nur empfehlen, deinen Blick aus dem Niedriglohnsektor mal herausnehmen. Du glaubst gar nicht, was der Mittelstand, wie auch immer du ihn definierst an Kohle hat. Da wird eher gestöhnt und gejammert, als das gesagt wird, dass es uns gut geht.
 

Buchfan

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Ich bin auch nicht ganz so pessimistisch wie franzi. Ich denke und hoffe, dass angesichts der enormen globalen Herausforderungen und der Klimakatastrophe neue Märkte und Aufgaben Gebiete entstehen werden.

Wovor ich aber echt Schiss habe, ist eine Dürre zusätzlich zu Corona.
 

ZynHH

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Ich mein, jetzt konnten all die teuren entlassen werden, die man vorher nicht loswurde.... warum sollte man die nach Corona womöglich noch zu alten Konditionen wieder einstellen.....?
 

Kerstin_K

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Ich mein, jetzt konnten all die teuren entlassen werden, die man vorher nicht loswurde.... warum sollte man die nach Corona womöglich noch zu alten Konditionen wieder einstellen.....?
Ist das Kuendigungsschutzgesetz aufgehoben? Kurzarbeit ist keine Entlassung.
 

Heidschnucke

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Ich habe eben eine Aussage von so einen Wirtschaft- Finanz Mancher gelesen, der sagt das die Corona Krise jeden Bundesbürger im Schnitt 3500,00 € kosten wird stand heute, er spricht davon von Durchschnittsverdiener!

@Kerstin_K Recht hast Du zwar, Kurzarbeit ist keine Entlassung, ich habe in meinen Arbeitsleben mehrfach Kurzarbeit machen müssen, und jedes mal folgte danach eine Entlassung, es wurde jedes mal dazu genutzt gut qualifizierte Arbeitskräfte durch z.B. Anlernkräfte oder Subunternehmen auszutauschen!
 

mathias74

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Es gibt noch weniger Jobs also bisher, die Stellensuche wird noch schwieriger, auf eine offene Stelle wird es mindestens 200 Bewerber geben.

Da werden bestimmt alte Geschichten wieder aus der Trickkiste gezaubert werden, wie Beschäftigungsmaßnahmen, 1-Euro-Jobs etc.

Der Staat wird hier bezuschussen müssen.
In der Gastronomie war das immer anders rum, auf einem Bewerber kommen 10 freie Stellen, ich hätte in diesen Bereich fast eine Arbeit gehabt, wäre nicht Corona gekommen.

1 EuroJob hab ich zur Zeit ja schon aber man darf monentan nicht ist untersagt, irgendwie vermisse ich das schon als dauernd nur aus dem Fenster zu schauen.

Der Staat macht gar nix im Gegenteil der wird die Mehrwertsteuer natürlich irgendwann erhöhen, ob Reich oder Arm spielt da keine Rolle, jeder Einkauf kostet für uns dann mehr Geld als jetzt gerade, weil mit der Mehrwertsteuer kann man jeden abkassieren wir müssen ja alle Einkaufen
 

hansklein

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Natürlich werden auch die Steuern wieder rauf gehen ... Irgendwer muss ja die großzügigen Geldgeschenke an die Unternehmen finanzieren.
Das bedeutet: wir alle werden ärmer, auch der Mittelstand wird weitgehend wegbröckeln. Und das auf mindestens 5 bis 10 Jahre.
Denkbar ist ein Lebensstandard wie heute in Osteuropa oder im Westen wie in den 1970er Jahren.
Ich hätte nichts gegen den Lebensstandard der 70èr, wenn die Bezahlung und die Preise auch so sind, wie damals...
 

Nena

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Ich hätte nichts gegen den Lebensstandard der 70èr
schwarzweiß-TV
ein kabelgebundenes Telefon pro Haushalt
jede xte Familie ein Auto
fahrerlaubnisfreie Roller
Urlaub nur innerhalb Europas

Das fällt mir so spontan ein. Aber, ganz ehrlich, ich hatte damals keine Probleme, null. Glaube, das schlimmste war, dass ich immer mit Taschenlampe unter der Decke lesen musste. Das waren noch Zeiten. Aber ob ich die zurück will?
 

franzi

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Als Hartzer lebt man jetzt auch schon wie in den 1970er Jahren (ich zumindest):
- Kein Auto, kein Fernseher (farblos-TV :LOL: ), kein Urlaub etc ...

Nur, damals haben die meisten Leute so gelebt und es fiel gar nicht auf.
Heute fällt es deutlich auf, wenn man unter ein gewisses Niveau fällt.
Damals hat man gebrauchte Kleidung repariert, Pullover selbst gestrickt, viel gebastelt und man brauchte nicht die neueste Einrichtung.
Möbel und Elektrogeräte haben deutlich länger gehalten als heute, oder man hatte immer noch die, die man von Oma und Opa zur Hochzeit bekommen hat.
Es musste nicht so modisch sein, und der Zwang zu ständig neuen Trends war auch nicht vorhanden.
Man hat täglich selbst gekocht, brauchte kein Fastfood und keine Tiefkühl-Pizza. Es fiel weniger Müll an. Und das, was man heute als Müll werten würde, hat man auf dem Flohmarkt noch gut verhökern können.
Insgesamt war es irgendwie stressfreier ... Aber der Style wäre heute etwas gewöhnungsbedürftig ...
View: https://www.youtube.com/watch?v=1ZHGGZb1JHk
 
G

Gelöschtes Mitglied 69057

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Natürlich werden auch die Steuern wieder rauf gehen ... Irgendwer muss ja die großzügigen Geldgeschenke an die Unternehmen finanzieren.
Das bedeutet: wir alle werden ärmer, auch der Mittelstand wird weitgehend wegbröckeln. Und das auf mindestens 5 bis 10 Jahre.
Denkbar ist ein Lebensstandard wie heute in Osteuropa oder im Westen wie in den 1970er Jahren.

Für einen "Hartzer" machst du dir aber ganz schön viele Gedanken darüber, worauf die Steuern gehen werden und was mit dem Mittelstand passieren wird.
Vielleicht sollte man als Hartzer sich den etwas weniger globalen Themen widmen :unsure:
 

franzi

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Bisher bestehen zum Glück noch keine Denkverbote.
Außerdem hängt alles mit allem zusammen.
 

nubi

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Die Arbeitsplätze fallen doch nur temporär aus bis wir eine wirksame Impfung haben, sprich 1-2Jahre. Dann werden ganz normal die Leute wieder Arbeit finden, bis dahin kann man sich mit Sinnlosmaßnahmen beschäftigen. :p
 

franzi

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Diese optimistische Prognose teile ich nicht. Das wahre Ausmaß des Dramas wird sich erst nach und nach zeigen. Und es werden weiterhin Menschen sterben ...
Die Leute werden unvorsichtiger werden, das könnte zu Rückschlägen führen. Und dann dauert die Krise deutlich länger.
 
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