Wo muß ich mich nach Rausschmiss aus dem Elternhaus für einen Erstantrag auf Sozialhilfe melden und welche Dokumente benötige ich?

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Aufbackbrötchen

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Sehr verehrte Damen und Herren,

zu meiner Wenigkeit möchte ich mich kurz fassen: Ich gehe auf die mitte zwanzig zu und wohne noch bei meinem Elternteil. Ich bin Halbwaise und mit meinem Elternteil läuft es beziehungstechnisch immer schlechter, sodass ich bald gezwungen sein werde, auszuziehen. Ich habe kein Bankkonto, kein nennenswertes Vermögen, keine Ausbildung, keinen Beruf und weder Auto noch Führerschein. Mein Personalausweis ist genau wie mein Reisepass seit Jahren abgelaufen.

Somit sehe ich mich ebenfalls bald gezwungen, nach dem offiziellen "Rausschmiss" aus dem Elternhaus einen Erstantrag auf Sozialhilfe zu stellen.

Mein Elternteil ist mir nicht (sehr) böse gesonnen und würde mich auch auf dem Weg unterstützen, insofern ich ausziehe.

Ich habe nun einige Fragen, auf die ich hoffentlich hier fachgerechte Antworten finden werde:

1. Wann und wo genau muss ich einen Antrag auf Sozialhilfe stellen und wie lange dauert es im Regelfall, bis dieser genehmigt oder abgelehnt wird?

2. Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Sozialhilfe zu bekommen? Was könnte mir Schwierigkeiten bereiten?

3. Gibt es Möglichkeiten ohne Bankkonto eine Wohnung und Sozialhilfe zu erhalten? Welche Dokumente sind elementar wichtig?

4. Wie stehen meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Sozialhilfeempfänger, der lediglich eine etliche Jahre zurückliegende, unterdurchschnittliche Mittlere Reife ohne Berufserfahrung oder Praktika nachweisen kann? Was passiert, wenn ich Jobangebote ablehne? Gibt es Alternativen zur Vollzeitarbeit?

5. Brauche ich Nachweise für meine (baldige) Obdachlosigkeit? Wie kann ich pünktlich zum Rausschmiss eine Wohnung parat haben?

Ich danke Ihnen für das Lesen und wünsche allen Lesern ein wunderschönes Wochenende! Bleiben Sie gesund und munter!

Mit freundlichem Gruß aus dem Rheinland,

Aufbackbrötchen
 
Vom Fragesteller als beste Lösung gewählt.
https://www.bmas.de/DE/Soziales/Soz...-Sozialhilfe/grundsaetze-der-sozialhilfe.html

"Erwerbsfähige Personen und ihre Angehörigen können keine Leistungen der Sozialhilfe erhalten. Sie erhalten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II."

ALG2 ist schwierig, wenn du im Elternhaus wohnst und noch keine 25 bist. Ein Bankkonto und einen neuen Personalausweis solltest du umgehend beantragen, solange du noch eine Meldeadresse und ein Postfach hast.

Deine Fragen auf ALG2 bezogen und nicht auf Sozialhilfe:
1. Beim Jobcenter, die Bearbeitung des Antrages und bis Geld ausgezahlt wird, dauert in den Regel mindestens ein paar Wochen.
2. Du musst erwerbsfähig und hilfsbedürftig sein...

elo4

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https://www.bmas.de/DE/Soziales/Soz...-Sozialhilfe/grundsaetze-der-sozialhilfe.html

"Erwerbsfähige Personen und ihre Angehörigen können keine Leistungen der Sozialhilfe erhalten. Sie erhalten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II."

ALG2 ist schwierig, wenn du im Elternhaus wohnst und noch keine 25 bist. Ein Bankkonto und einen neuen Personalausweis solltest du umgehend beantragen, solange du noch eine Meldeadresse und ein Postfach hast.

Deine Fragen auf ALG2 bezogen und nicht auf Sozialhilfe:
1. Beim Jobcenter, die Bearbeitung des Antrages und bis Geld ausgezahlt wird, dauert in den Regel mindestens ein paar Wochen.
2. Du musst erwerbsfähig und hilfsbedürftig sein. Schwierigkeiten, weil du im Elternhaus wohnst, diese dich bisher finanzieren und du keine 25 bist. Für U25 gibt es ein eigenes Unterforum: U25
3. Ohne Bankkonto, Adresse und Personalausweis wird es nicht einfach. Schaue nach sozialen Einrichtungen in deiner Gegend, die dich vielleicht unterstützen können, falls du ausziehen musst und kümmere dich um ein Bankkonto und einen Ausweis.
4. Die Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt und damit einem Lohn der zum Leben reicht, stehen sehr schlecht. Einen besseren Schulabschluss, Lehre, Ausbildung o.ä. solltest du nach Möglichkeit nachholen. Ablehnen von Arbeitsgelegenheiten können sanktioniert werden oder zur Aufhebung deines Leistungsanspruchs führen.
5. Eine eigene Wohnung ohne Einkommen, Personalausweis und Bankkonto, ist vermutlich nicht möglich ohne die Unterstützung von einer sozialen Einrichtung.
 
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Vom Fragesteller als beste Lösung gewählt.

Aufbackbrötchen

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Guten Abend @elo4 und danke für die Antwort,

was ist der Unterschied zwischen Sozialhilfe und der Grundsicherung nach SGB II? Gibt es dort andere Voraussetzungen? Meine Fragen gelten natürlich immer noch, nur brauche ich jetzt dieselben Informationen über die Grundsicherung nach SGB II, welche ich in diesem Beitrag fälschlicherweise für die Sozialhilfe hielt.

Bearbeitung: Vielen Dank für die bearbeitete Antwort. Das hilft schon sehr viel! Ich melde mich gegebenenfalls mal mit weiteren Fragen zurück!

Mit freundlichem Gruß

Aufbackbrötchen
 
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Helga40

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Für soviel Ahnungslosigkeit gehst du hier aber sehr professionell mit Begriffen wie "Arbeitgeber", "Jobcenter", "Illusion" um:


Und dass du in deinem zarten Alter schon seit vielen Jahren schon schreiben wolltest, dass Arbeit sich nicht lohnt, verwundert dann doch schon etwas...
 

Enkomion

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@Aufbackbrötchen. Welches Jobcenter zuständig wäre, das richtet sich nach Deinem Wohnort und ggf. Straße. Kannst Du im Internet per Suchmaschine in Erfahrung bringen.
Ohne mindestens einen vorläufig gültigen Personalausweis wimmeln die meisten JC generell ab.
Vorab ist Deine Lage komplex, insbesondere, wenn Du U25 bist. Dir empfehle ich deshalb. Dir vorab alles wichtige Wissen dazu mittels den
SGB II Folien von Harald Thome anzueignen. Stand März 2021.
Deine mögliche Situation kannst Du dort für Dich erkunden und einordnen. Ab Seite 100.
Mit den variablen Rechtsfolgen dazu umfänglich erklärt.
Wenn Du dann im Bilde bist und daran orientiert agieren möchtest, wobei es mehrere Sachlagen zu bedenken gäbe und Du die für Dich zutreffende erkennen solltest., dann.
kannst Du Dir aus dem Internet den Erstantrag auf ALG II runterladen entweder von der Homepage Deines zuständigen Jobcenters oder auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit.
Zum Antragsformular auf ALG Ii kannst Du Dir die Ausfüllhinweise runterladen. Dazu steht dann auch, welche Unterlagen Du dazu beifügen musst.
Ich wünsche Dir viel Erkenntnis und gutes Gelingen.
 
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Aufbackbrötchen

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@Enkomion Guten Abend,

auch Ihnen danke ich herzlich für die detaillierten Ausführungen und die guten Wünsche. Ich bin noch unter 25, und werde dies wohl voraussichtlich auch für die nächsten paar Jahre bleiben.

Die Infos werde ich mir morgen mal in Ruhe zu Gemüte führen. Damit haben Sie mir schon, genau wie @elo4, ein gutes Stück weitergeholfen.

Ein schönes Restwochenende wünsche ich!

Aufbackbrötchen
 

elo4

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Ich gehe auf die mitte zwanzig zu
Ich bin noch unter 25, und werde dies wohl voraussichtlich auch für die nächsten paar Jahre bleiben.
Ich kann verstehen, wenn du möglich anonym bleiben willst. Aber ohne die nötigen Informationen, kann dir nur sehr eingeschränkt geholfen werden. Es wäre z.B. zu klären, ob dein Elternteil noch unterhaltspflichtig ist. Dazu wäre nötig zu wissen wie alt du bist und wie dein Lebenslauf nach der Schule verlief. Außerdem wovon du gelebt hast und ob dein Elternteil genug Einkommen oder Vermögen hat, um dich unterstützen zu können. Sollte dies der Fall sein, stehen die Chancen auf ALG2 schonmal sehr schlecht mit U25. Mit Ü25 sind die Gesetze anders und du bist berechtigt deinen eigenen Haushalt zu führen, unabhängig des Elternteils.

Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten als das Jobcenter. Z.B. Ausbildungsförderung, Kindergeld, Bafög (aber auch da ist es elternabhängig schwierig), Unterhalt des Elternteils, zusätzlich einen Job.

Was du sofort machen könntest wären Bewerbungen zu schreiben für eine Ausbildungsstelle und dich ausbildungs- und arbeitssuchend zu melden. Je nach Umständen würdest du damit zumindest wieder ein Anrecht auf Kindergeld bekommen.
 

Aufbackbrötchen

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Mit Verlaub, aus meinem Beitrag wird doch genügend ersichtlich, dass ich zwar volljährig, aber noch unter 25 bin, und damit ganz klar in die "U25" Kategorie falle. Unterhaltspflichtig ist mein Elternteil nicht mehr. Nach der Schule begann ich einen Fernlehrgang, den ich ohne Erfolg beendete.

Gelebt habe ich mit meinem Elternteil. Über Einkommen und Vermögen verfügt dieses Elternteil, allerdings hat es mich darauf hingewiesen, dass es nun nicht mehr unterhaltspflichtig sei und mich ohne juristische Konsequenzen vor die Türe setzen kann, was faktisch stimmt und wofür ich Verständnis zeige, da ich das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet habe und nichts, zumindest finanziell, zum Haushalt beitrage.

Für Bafög komme ich nicht infrage, und da ich weder eine Ausbildung habe noch in einer "Übergangsphase" stecke, wird das auch mit dem Kindergeld nichts.

Für mich ist es in erster Linie wichtig, Boden unter den Füßen zu haben, das heißt eine eigene Wohnung und ein menschenwürdiges Einkommen, mit dem ich mir Lebensmittel kaufen kann. Noch sitze ich nicht auf der Straße, aber das könnte sich aufgrund der prekären Situation in unserem Haushalt schlagartig ändern.

Meine konkrete Frage lautet nun, wie ich zu diesem Ziel (Geld für Lebensmittel, eigene Wohnung) gelangen kann, um von dort aus mein Leben neu zu organisieren, und wie ich vorgehen muss, um möglichst gute Chancen auf die Grundsicherung zu haben, welche Dokumente ich benötige, was die konkreten Voraussetzungen sind, und so fort.

Danke vielmals für die Hilfe bis hierhin; es hat mich, wie schon erwähnt, ein gutes Stück weiter gebracht.
 

Helga40

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Ich bin noch unter 25, und werde dies wohl voraussichtlich auch für die nächsten paar Jahre bleiben.
Ja, könnte auch anders kommen mit dem älter werden. Zeit ist ja bekanntlich relativ.


Klingt nach Zweitaccount.
Klingt nach Troll. Oder Sommerloch. Oder Wochenendlangweile.

Für mich ist es in erster Linie wichtig, Boden unter den Füßen zu haben, das heißt eine eigene Wohnung und ein menschenwürdiges Einkommen, mit dem ich mir Lebensmittel kaufen kann.
Und Arbeit kommt ja wegen

Wieso sollte man sich für ein paar Euro mehr aus dem Schlaf reißen, sich neun bis zehn Stunden (Arbeitsweg inklusive) abrackern um im Endeffekt noch mehr Stress und Verantwortung zu haben als man ohnehin schon hat?
leider nicht in Frage. Was ein Teufelskreis, schlimm, schlimm...
 

elo4

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Mit Verlaub, aus meinem Beitrag wird doch genügend ersichtlich, dass ich zwar volljährig, aber noch unter 25 bin, und damit ganz klar in die "U25" Kategorie falle. Unterhaltspflichtig ist mein Elternteil nicht mehr. Nach der Schule begann ich einen Fernlehrgang, den ich ohne Erfolg beendete.
Nun, ich hätte auch nicht nachgefragt, wenn die Infos aus deinem letzten Post zuvor dagewesen wären. Ratespiel oder Nachfragen sind für beide Seiten unangenehm.
Meine konkrete Frage lautet nun, wie ich zu diesem Ziel (Geld für Lebensmittel, eigene Wohnung) gelangen kann, um von dort aus mein Leben neu zu organisieren, und wie ich vorgehen muss, um möglichst gute Chancen auf die Grundsicherung zu haben, welche Dokumente ich benötige, was die konkreten Voraussetzungen sind, und so fort.
Mit U25 und deiner Einstellung, sowie Situation, sehe ich da keine Chancen. Entweder wieder die Schulbank, oder eine Ausbildung, oder eine Arbeit suchen. U25 ist bewusst so gehalten. Auch mit ALG2 Anspruch würdest du dich nicht ausruhen können. Noch dazu haben ALG2 Empfänger große Schwierigkeiten eine Wohnung zu bekommen. Ohne Einkommen und ohne Bürgschaft und dazu noch U25, wird dir kaum jemand eine Wohnung vermieten.

Was du jetzt machen könntest, wären Bewerbungen zu schreiben und dich ausbildungssuchend zu melden. Wenn du die entsprechenden Nachweise liefern kannst, wird dir zumindest wieder Kindergeld gezahlt. Bedenke, mit 23+ kommt das Problem mit der Krankenkasse noch dazu, wenn du nichts machst oder änderst. Und wenn euer Streit um Geld, Haushalt oder deine Einstellung geht, finde ich das voll in Ordnung, wenn zumindest verlangt wird, dass du dich um Kindergeld Bezug kümmerst und dich nach Möglichkeiten einbringst und versuchst dir ein Standbein aufzubauen. ALG2 Bezug sollte kein Ziel sein und macht auch absolut keinen Spaß. Du bist noch jung und hoffentlich gesund genug, um dir eine eigene Lebensgrundlage aufzubauen.

Du bist, soweit ich das beurteilen kann, von deinem Elternteil abhängig. Mit Ü25 wärst du dann vom Amt abhängig, wenn sich nichts ändert. Vielleicht verbessert sich ja sogar euer Verhältnis, wenn dein Elternteil deine Bemühungen sieht und anerkennt.
 

Früchtemüsli

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Vielleicht wäre so eine Art betreutes Wohnen für jugendliche / junge Erwachsene ganz gut und dann einen Schulabschluss, z.B. das Abi oder Fachabi nachmachen.
Wenn die mittlere Reife nicht so gut ist, hast du jetzt noch die Chance was besseres zu machen solange du Jung bist. Je mehr Zeit vergeht desto schwerer wird das.
Und dann nach Fachabi / Abi eine Ausbildung machen. Das wird verdammt anstrengend, aber wenn du das wirklich willst, ist es machbar.
Eventuell könntest du auchmal beim Jugendamt nachfragen. evtl können die dir helfen.

Ansonsten was Bankkonto angeht, ab zur Bank, Konto eröffnen.
Und wegen dem Ausweis ab ins Rathaus /Bürgerbüro und Ausweis beantragen.

Und sonst mal gucken ob es bei dir Beratungsstellen für jugendliche / junge Erwachsene gibt. Die können dir evtl. vor Ort bei der Wohnungssuche helfen.
 

Enkomion

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Mit Verlaub, aus meinem Beitrag wird doch genügend ersichtlich, dass ich zwar volljährig, aber noch unter 25 bin, und damit ganz klar in die "U25" Kategorie falle. Unterhaltspflichtig ist mein Elternteil... Nach der Schule begann ich einen Fernlehrgang, den ich ohne Erfolg beendete.

Gelebt habe ich mit meinem Elternteil. Über Einkommen und Vermögen verfügt dieses Elternteil, allerdings hat es mich darauf hingewiesen, dass es nun nicht mehr unterhaltspflichtig sei und mich ohne juristische Konsequenzen vor die Türe setzen kann.

Für Bafög komme ich nicht infrage, und da ich weder eine Ausbildung
Fange wieder mit der Ausbildung an. Dann sind Deine Eltern weiter unterhaltspflichtig. Der Unterhalt endet eben nicht automatisch oder mit dem 25. Lebensjahr. Eltern sind verpflichtet den Lebensbedarf Ihres Kindes sichzustellen. § 1601 BGB.
 

grün_fink

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Mit einem lediglich mäßigen Realschulabschluss und jede Menge Problemen am Hals würde ich mir das mit dem Fachabi lieber fünfmal überlegen.
 

Woodruff

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Hallo @Aufbackbrötchen,

Für Bafög komme ich nicht infrage, und da ich weder eine Ausbildung habe noch in einer "Übergangsphase" stecke, wird das auch mit dem Kindergeld nichts.
Mit einem lediglich mäßigen Realschulabschluss und jede Menge Problemen am Hals würde ich mir das mit dem Fachabi lieber fünfmal überlegen.

In welche Richtung (Studium) bzw. Ausbildung soll es denn da gehen?

Wenn ich in jüngeren jahren studiert hätte, wäre BWL mein bevorzugtes Fach gewesen, allerdings habe ich mich für eine interessante Ausbildung entschieden.

LG

Woodruff
 

Aufbackbrötchen

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Guten Morgen,

im ersten Satz meines ersten Beitrages steht, dass ich mich auf die mitte zwanzig bewege, und in meinem dritten habe ich erwähnt, dass ich noch unter fünfundzwanzig bin. Daraus wird zumindest ersichtlich, dass ich über zwanzig, aber unter fünfundzwanzig bin. Abgesehen von der Unterhaltspflicht, welche im Regelfall ab dem einundzwanzigsten Lebensjahr endet, und die, wie ich bereits erwähnte, für mich nicht infrage kommt, wüsste ich nicht wie es überhaupt relevant sei, ob ich nun einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, oder vierundzwanzig bin ... doch nun gut, das Thema ist ja geklärt. Ich bin, um es ein für alle mal zu klären, über einundzwanzig und unter fünfundzwanzig Jahre jung.

Heißt das im Klartext, dass wenn ich in den nächsten Wochen obdachlos werden sollte, mir keine Möglichkeit gegeben ist, eine eigene Wohnung oder Lebensmittel zu beziehen? Ich dachte, so etwas sei gesetzlich geregelt, vor allem in Anbetracht des Artikels 1 Absatz 1 sowie des Artikels 20 Absatz 1 des Grundgesetzes, aber das scheint wohl nur leeres Geschwätz zu sein, das mit dem Sozialstaat und der Menschenwürde? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Eine Ausbildung wird sich leider nicht so schnell finden, da ich relativ abgeschieden wohne, vollständig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin (die ebenfalls Geld kosten, welches ich nicht habe), und auch nicht jedes Angebot etwas für mich ist. Zudem ist mein Abschluss ein vergleichsweise schlechter, und besondere Praktika oder ähnliche Qualifikationen kann ich auch nicht vorweisen; für die letzten Jahre meines Lebens habe ich weder schulisch noch ausbildungstechnisch irgendeinen Nachweis oder irgendein Zeugnis.

Da stellt sich mir also erneut die Frage: Gibt es gar keinen Weg, eine Grundsicherung oder ähnliches zu erhalten, und lässt man mich etwa obdachlos verhungern, wenn ich, Gott bewahre, in zwei Wochen auf der Straße stehe?

Mit freundlich-sorgenvollem Gruß

Aufbackbrötchen
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Mit einem lediglich mäßigen Realschulabschluss und jede Menge Problemen am Hals würde ich mir das mit dem Fachabi lieber fünfmal überlegen.
Guten Morgen,

das sehe ich genau so! Wenn auf längere Sicht etwas infrage kommt, dann eine Ausbildung oder erstmal ein Minijob.

Gruß

Aufbackbrötchen

Guten Morgen @Woodruff,

in erster Linie geht es mir nicht um die Ausbildungssuche, sondern um meinen drohenden Rausschmiss, der mich binnen der nächsten Wochen obdachlos machen könnte. Da ich mich nicht von einem Obdachlosenheim aus oder unter der Brücke bewerben möchte, muss ich ja irgendwie einen Boden unter den Füßen haben, deshalb wollte ich die Grundsicherung beantragen. Meine konkrete Frage war, wie ich da am besten vorgehe und welche Dokumente / Nachweise ich brauche, damit ich wenigstens eine kleine Wohnung und genug Essen habe, bevor ich mich auf die Ausbildungssuche begebe.

Mit freundlichem Gruß

Aufbackbrötchen
 

Gaestin

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Ich würde vor dem Rausschmiss einen Personalausweis beantragen und sicherstellen, dass die polizeiliche
Anmeldung stimmt. Dann würde ich die Nachweise des Schulabschlusses parat haben und vor allem, wie die Jahre
zwischen Schulabschluss und jetzt verbracht wurden. Ohne Ausweis etc. wird kein Vermieter eine Wohnung vermieten,
Was war zwischen Realschulabschluß und jetzt, also fünf sechs Jahre? Und wie bist Du krankenversichert?
 

ela1953

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Mit 21 endet die Unterhaltspflicht (leider?) nicht.
Da endet der Anspruch auf Kindergeld für Arbeit suchende. Wenn man bis dahin ernsthaft mit nachzuweisenden Bewerbungen nach Arbeit sucht.
Für ALG II sind die Eltern bis 25 für den Unterhalt zuständig. Bis dahin gibt es auch Kindergeld, wenn man sich belegbar um eine Ausbildung bemüht.
Das Kindergeld muss von den Eltern beantragt werden.

Mit 21 kann man aber jederzeit ALG II beantragen.
Es wird allerdings das Einkommen der Eltern berücksichtigt. (Wegen Unterhaltspflicht)
Um aber ALG II zu bekommen, muss man sich auch um Arbeit bemühen, Kurse und /oder Maßnahmen besuchen.
Ansonsten bekommt man nichts.
Erst wenn man gar nicht arbeitsfähig ist kann man "Sozialhilfe" beantragen.
 

Helga40

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Eine Ausbildung wird sich leider nicht so schnell finden, da ich relativ abgeschieden wohne, vollständig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin (die ebenfalls Geld kosten, welches ich nicht habe),

Wenn du dann obdachlos bist, wohnst du ja nicht mehr so abgeschieden, womit in Betracht kommt, dass du in die Nähe von Ausbildung oder Arbeit ziehst.

Das Problem ist doch eher:

Wieso sollte man sich für ein paar Euro mehr aus dem Schlaf reißen, sich neun bis zehn Stunden (Arbeitsweg inklusive) abrackern um im Endeffekt noch mehr Stress und Verantwortung zu haben als man ohnehin schon hat?

Es ist nicht nur keine Motivation, es ist schlicht und einfach idiotisch. Und jetzt komme mir keiner mit der "Selbstständigkeit": Ich bin an einen Arbeitgeber genau so sehr gebunden wie an das Jobcenter oder sonstige Behörden. Die "Selbstständigkeit" oder "Freiheit" ist da nur Illusion.

Was ist jetzt überhaupt real an dir? Denn die obige Einstellung widerspricht sich ja wohl mit

Wenn auf längere Sicht etwas infrage kommt, dann eine Ausbildung oder erstmal ein Minijob.
 

Aufbackbrötchen

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Guten Tag,

wenn ich rausgeschmissen werde, stimmt ja auch meine polizeiliche Anmeldung (auf meinen jetzigen Wohnort, das Haus meines Elternteils) nicht mehr, oder etwa doch? Wo soll ich mich dann "polizeilich anmelden", wenn ich keinen Wohnort habe?

Also den Ausweis zu erneuern hat definitiv Priorität. Danke für die Bestätigung.

Wie in einem meiner vorigen Beiträge bereits erwähnt war ich in den letzten Jahren bei einem Fernlehrgang angemeldet, den ich ohne Erfolg abschloss bzw. abbrach.

Ob und wie ich krankenversichert bin weiß ich gar nicht. Wie finde ich das heraus?

Mit freundlichem Gruß

Aufbackbrötchen
 

ela1953

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Wenn du unter 23 bist, bist du über deine Mutter krankenversichert.
Wenn sie privat versichert ist, kann es anders sein.
 

Aufbackbrötchen

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Administrationshinweis...

Moinsen …
sei bitte so freundlich und mach Dich mal mit der Zitierfunktion des Forums vertraut. Eine ausführliche Anleitung findest Du hier …!
Anleitung: Richtiges Zitieren … um Mehr




Guten Tag,

danke für die Informationen.

Mein Elternteil ist durchaus nicht reich, aber ich habe das Gefühl, dass das Amt das anders sehen wird. Ist das Elternteil bei leicht überdurchschnittlichem Einkommen immer unterhaltspflichtig? Wo ist da die ungefähre Grenze?

Reicht es aus, Bewerbungen zu schreiben, oder sind Kurse und Maßnahmen verpflichtend?

Wie genau wird eine "Arbeitsunfähigkeit" definiert? Macht zum Beispiel eine Drogensucht arbeitsunfähig? Ein traumatischer Verlust, psychische Krankheiten, oder nur konkret körperliche Gebrechen wie eine Altersschwäche? Gibt es für die Arbeitsunfähigkeit ein Attest, welches ausgestellt wird, oder eine Art Zeugnis, und wenn ja wo und auf welchem Wege erlangt man diese?

Mit freundlichem Gruß

Aufbackbrötchen
 

Woodruff

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Meine konkrete Frage war, wie ich da am besten vorgehe und welche Dokumente / Nachweise ich brauche, damit ich wenigstens eine kleine Wohnung und genug Essen habe, bevor ich mich auf die Ausbildungssuche begebe.

Obdachlose „Personen ohne festen Wohnsitz” (ofW) können sich genau unter diesem Begriff beim Meldebüro registrieren lassen. Damit bleibt zumindest der Anspruch auf Sozialgeld und unter Umständen sogar auf ALG II bestehen, wenn eine Postadresse nachgewiesen werden kann. Eine Anschrift stellen soziale Einrichtungen (z.B. Caritas, Drogenberatungsstellen, Streetworkprojekte oder Einrichtungen der Obdachlosen-/Nichtseßhaftenhilfe) zur Verfügung.


Unterschiedliche Hilfsangebote

Fakten, Tipps und Ansprechpartner

Eine Ausbildung wird sich leider nicht so schnell finden, da ich relativ abgeschieden wohne, vollständig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin (die ebenfalls Geld kosten, welches ich nicht habe), und auch nicht jedes Angebot etwas für mich ist.

Mit einem gebrauchten Mofa- Roller oder E- Bike kann man auch zu einer Arbeitsstelle gelangen.

Mofaroller sind Motorroller, die auf Grund ihrer geringen Höchstgeschwindigkeit mit einer Mofazulassung gefahren werden können. Die Mofaroller Modelle stehen bereits Jugendlichen ab einem Alter von 15 Jahren zur Verfügung, insofern diese eine spezielle Prüfbescheinigung vorlegen können. Darüber hinaus besitzen auch alle Inhaber eines PKW-, Mokick- oder Motorradführerscheins eine Fahrerlaubnis für den Mofaroller. Während Maxi-Scooter eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 190 Stundenkilometern erreichen, bringen es die Mofaroller lediglich auf 25, in seltenen Fällen auch auf 30 Stundenkilometer.
 
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Aufbackbrötchen

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@Woodruff

Leider besitze ich weder Fahrrad, noch Roller oder Mofa, und schon gar kein teures E-Bike. Mein Kontostand beträgt 0 Euro. Wenn ich schon das Geld für Öffentliche nicht besitze, wie dann erst für einen Roller inklusive Führerschein?

Wollen Sie mir nun allen ernstes erklären, dass ich als deutscher Staatsbürger nur zwischen Obdachlosigkeit und Wohnheim wählen kann, während selbst Geflüchtete mittlerweile ein Anrecht auf eine eigene Wohnung haben? Es muss doch eine Möglichkeit geben, eine kleine eigene Wohnung zu bekommen?
 
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