Wissen eure Ärzte, dass ihr ALG II bezieht?

DoppelPleite

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Ein Doktor lebt nicht wenig von seinem Ruf gerade niedergelassene Landärzte sind meistens recht neutral. Sowohl meine ZÄin als auch mein Hausarzt wissen Bescheid und ich bin weiß Gott noch im besten arbeitsfähigen Alter (Hallo Outing, hier ist die nackte Wahrheit!). Mein Hausarzt stand mir sogar zur Seite als ich sanktioniert wurde und schrieb mich AU, er hat ein gutes Verständnis dafür was es heißt wenn die Ärmsten noch ärmer gemacht werden sollen.
Ob Stadt oder Land, die Ärzte leben von Dir und in der heutigen Zeit spricht sich ein schlechtes Verhalten ggü. dem Patienten sehr schnell rum. Die meisten scheuen dies wie der Teufel das Weihwasser (Jameda/Google).
Auch frisch aus dem Arbeitsverhältnis stehend und die Gewissheit das die Kündigung fest auf Papier gemeißelt steht, lassen Fragen nach dem Befinden mal hier oder dort eine gewisse Diagnose zu - um es neutral zu halten :icon_mrgreen:
 

Wholesaler

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Ich würde es keinem Arzt erzählen, weil es Privatsache ist. Nur wenn es wirklich behandlungsrelevant ist, würde ich es sagen. Bei Fragen einfach den erlernten Beruf angeben. Beim Zahnarzt könnte es in puncto Zahnersatz eventuell auffallen, da man als ALG2-Empfänger unter die Härtefallregelung fällt.

Falls man erwähnt hat, dass man arbeitslos ist, besteht die Gefahr, dass bei jedem Besuch neugierig nachgefragt wird, ob man endlich Arbeit hat. Dann permanent Rede und Antwort stehen zu müssen, wäre mir zu nervig. Außerdem ist es möglich, dass schnell ein falsches Bild von jemandem entsteht. Man muss Leuten nicht unnötig Angriffsfläche bieten.
 

apfelkuchen

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Mir ist es noch nie passiert, dass ein Arzt sich erdreistet hat zu fragen, ob ich "endlich Arbeit habe". Solchen Leuten müssen dann direkt eine vor den Bug bekommen und verstehen lernen, dass sie diese Dinge nur dann etwas angehen, wenn sie für die Behandlung relevant sind. Ich verstehe aber, dass nicht jeder die Kraft hat, sich vor einem eventuell sehr überheblich auftretenden selbsternannten Halbgott zu behaupten und in Konfrontation zu gehen.
 

Birt1959

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Also das ist nun wirklich kein Grund,dem Arzt mitzuteilen, dass man SOzialleistungen bezieht. Der bekommt die Krankenkassen karte und gut.
Stimmt, was ein gebrochener Fuss z.B. mit Sozialleistungen zu tun hat, kann sich der neugierige Doc selbst fragen. Wenn der JC oder das Sozialamt ein Attest bezüglich der physischen Belastbarkeit will, erfährt es früh genug. Ich bitte um eine AU und damit ist das Thema normaler Weise erledigt. Auch wenn die Ärzte bei der Krankschreibung einiges zu beachten haben.

...
Es ist nicht eine Frage des Datenschutzes, dem ein Arzt sowieso strengstens unterliegt,
sondern eine Frage des Vertrauensverhältnisses und dem Umgang des Arztes mit dem Wissen, also seiner sozialen Kompetenz.
Da hast Du Recht. Allerdings würde ich mich auch nicht gerne als Multimillionärin von jemandem mit geringer oder fehlender Sozialkompetenz behandeln lassen. (Achtung: Ich bin keine Multimillionärin, der Satz ist im Irrealis verfasst.)

Es gibt z.B. bei Bluthochdruckmitteln welche, die gar nichts kosten.
Als ALG II-Empfänger kann mir das egal sein, da ist die Befreiungsgrenze schnell erreicht. Aber als Wenigverdiener, wo die Zuzahlungsgrenze wesentlich höher ist, kann es schon sein, dass man lieber zwei kostenlose Einzelpräparate nimmt als das zuzahlungspflichtige Kombipräparat.
...
Ich persönlich habe bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Da ich aber übergewichtig bin und deswegen sehr schlechte Erfahrungen mit Fachärzten gemacht habe (für dünne Menschen: es ist bei vielen Ärzten üblich, dass man mit Übergewicht als Mensch zweiter Klasse eben nicht behandelt wird, da Gesundheitsstörungen ignoriert werden), vertraue ich denen auch so schnell nichts an.
Mache ich auch so. Außerdem sucht mein Hausarzt normaler Weise immer erst, ob es nicht das gleiche Mittel von einem anderen Pharmahersteller ohne Zuzahlung gibt. Wobei zwei Medikamente nicht unbedingt die gleiche Wirkung erzielen müssen wie das Kombipräparat. (Das behauptet mein Hausarzt.) Bei den Mitteln, die mein Facharzt verschreibt, macht der Hausarzt es dann nicht, wenn er sich nicht sicher ist, ob das Einfluss auf den Wirkstoff hat. Natürlich kann es auch mal passieren, dass nur ein bestimmtes Präparat vom Patienten vertragen wird, das dann zuzahlungspflichtig ist.

Was die übergewichtigen Menschen angeht, beobachtet man das auch im Alltag. Da reicht es z.B., durch Klamottenläden zu gehen, um das zu sehen.

Wenn es für die Behandlung im Kontext notwendig ist, sage ich das.
...
Hätte mein Arzt anders reagiert, wäre er die längste Zeit mein Arzt gewesen. Ich habe Selbstachtung und Würde, die lasse ich mir nicht von irgendwem und auch keinem Arzt nehmen.
Es gibt ja durchaus Erkrankungen, die mit dem Bezug von Sozialleistungen zusammenhängen oder wo es für den Arzt wichtig ist, darum Bescheid zu wissen.

Genauso sollte ein Arzt sich auch verhalten.

Ich würde es keinem Arzt erzählen, weil es Privatsache ist. Nur wenn es wirklich behandlungsrelevant ist, würde ich es sagen. Bei Fragen einfach den erlernten Beruf angeben. Beim Zahnarzt könnte es in puncto Zahnersatz eventuell auffallen, da man als ALG2-Empfänger unter die Härtefallregelung fällt.

Falls man erwähnt hat, dass man arbeitslos ist, besteht die Gefahr, dass bei jedem Besuch neugierig nachgefragt wird, ob man endlich Arbeit hat. Dann permanent Rede und Antwort stehen zu müssen, wäre mir zu nervig. Außerdem ist es möglich, dass schnell ein falsches Bild von jemandem entsteht. Man muss Leuten nicht unnötig Angriffsfläche bieten.
Wenn der Arzt es wissen muss, sage ich es. Wenn ich eine Krankschreibung benötige. Wenn ich aber nur auf die Schnelle ein Rezept für ein Medikament von der Vertretung benötige, gebe ich nur an, dass ich es schon lange nehme.

Ich kann nichts für meine Behinderungen oder die Tatsache, dass mein letzter AG den Vertrag nicht verlängerte. Also schäme ich mich nicht und biete insofern keine Angriffsfläche. Einen nervigen Arzt wechsel ich und damit hat sich's. Wenn mich seine Angestellten nerven, sage ich es erst ihnen und wenn es nicht aufhört dem Chef.

Taktgefühl kann man nicht vermitteln...
 
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franzi

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@Birt1959 Was haben die Ärzte bei der Krankschreibung bei einem ALGII-Empfänger anders zu beachten als bei einem "normalen" Patienten?
 

franzi

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@AsbachUralt: Danke. Der Text ist eigentlich gruselig.
Wenn ich z. B. nicht lange sitzen kann oder starke Schmerzen habe, dann müsste ich mich mit Schmerzmitteln zudröhnen, damit ich irgendwie die Maßnahme durchstehe oder theoretisch 3 Stunden Arbeit bewältigen kann (dabei wird hier auf die Art der Tätigkeit gar nicht eingegangen). Zu schwammig formuliert.
Außerdem müsste man dann dem Arzt offenlegen, dass man arbeitslos ist, damit er diese Definition von "arbeitsunfähig" berücksichtigen kann.
Nach der Definition wäre man dann z. B. auch bei einer Verletzung an den Extremitäten, einem Gipsbein etc. arbeitsfähig.
 

DoppelPleite

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Eine theoretische Frage:
Könnte denn der Doktor nach der Frage die ich bis jetzt von jedem Arzt bekommen habe "Was arbeiten Sie gerade?" herausfinden ob es wahr ist oder nicht?

Es soll keine Aufforderung sein seinem Arzt etwas vorzulügen. Für einen guten Arzt ist auch ein gutes Verhältnis wichtig und daher ist meine Antwort darauf immer: "Zur Zeit nichts". Damit ist die Sache abgehakt, er als Arzt ist nun im Bilde das ich keiner Belastung oder Pflichten leidig war/bin und wir uns Voll&Ganz auf meine Genesung konzentrieren können.
 

gila

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Bisher hatte ich kein Problem damit, meinem jeweiligen Arzt zu sagen, was ich mache.
Unter 4 Augen selbstverständlich.

Als mich letztes Jahr beim neuen Kardio die Sprechstundenhilfe im großzügigen Eingangsbereich vor aufmerksam lauschenden Patienten fragte, war meine Antwort einfach: "ich bin vereidigte Geheimnisträgerin und kann darüber nur mit ihrem Chef reden" :icon_hihi:
Der Blick : unbezahlbar :icon_mrgreen:

Dem hab ich dann geraten mehr auf den Datenschutz auch in diesem Bereich zu achten.

Ansonsten noch nie Probleme oder Herabwürdigung erfahren. Wenn ich das merken oder vermuten würde, dann würde ich das thematisieren.
Kein Job heißt nicht automatisch kein Stolz.
 

IronFist

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Eine theoretische Frage:
Könnte denn der Doktor nach der Frage die ich bis jetzt von jedem Arzt bekommen habe "Was arbeiten Sie gerade?" herausfinden ob es wahr ist oder nicht?
Er kann es so direkt nicht heraus finden.

Es kann im Fall einer AU aber unter Umständen ganz üblen Ärger geben, wenn der Doc aufgrund deiner Auskunft von falschen Begebenheiten ausgeht.

Beispiel: Du erzählst dem Doc du bist Maurer und tatsächlich bist du sitzend tätiger Goldschmied. Nu kommt der Tag, der Doc schreibt dich krank weil du‘s am Knie hast. Mit dem Knie kann man immerhin weder lange stehen noch zusätzlich schwere Sachen schleppen. Sitzend arbeiten wäre allerdings durchaus möglich.

In dem Fall, wenn das raus kommt, könnte es sehr böse enden.
 

Wholesaler

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Könnte denn der Doktor nach der Frage die ich bis jetzt von jedem Arzt bekommen habe "Was arbeiten Sie gerade?" herausfinden ob es wahr ist oder nicht?
Höchstens wenn er sich (privat) mit Leuten aus deinem persönlichen Umfeld unterhält, die um deine berufliche Situation Bescheid wissen. Mir geht das zu sehr ins Private, und deshalb würde ich nur meinen erlernten Beruf erwähnen. Man muss den Menschen nicht alles auf die Nase binden.
 

AsbachUralt

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Spätestens wenn die Kasse den MDK einschaltet, wird der Arbeitslosen Status zum Thema. Ob es dann auch eine Rückmeldung der Kasse zum behandelnden Arzt gibt, weil er sich nicht an die Vorgaben zur Ausstellung der AU gehalten hat....keine Ahnung.
 

Sowhat

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Also mein Hausarzt und mein Zahnarzt ( das heisst da suche ich ja gerade einen Neuen, seit er weiss, dass er mir nicht den ganzen Mund voller Impantate machen kann wegen H4 und des Blutverdünners, den ich nehmen muss, hat er das Interesse verloren) und mein Psych sowieso wissen, dass ich SLGII Empfänger bin. Aber das hatte ich schon mal in einem Post geschrieben, habe ich gerade festgestellt. Sorry
Aber warum sollte ich mich vor einem Arzt schämen dafür , dass ich krank geworden bin?
Ich habe auch fast 15 Jahre gearbeitet, einbezahlt in die Sozialkassen, zwei Kinder geboren und gross gezogen und zu Steuerzahlern gemacht und nun bekomme ich nicht mal EM-Rente. Tja dumm gelaufen, aber schämen tue ich mich nicht mehr dafür, dazu bin ich inzwischen zu müde.
Schliesslich habe ich mir meinen Schlaganfall und die Gesetze nicht ausgesucht, durch die ich nach einer Scheidung auf H4 gerutscht bin. Meinem Selbständigen Ex geht es jedenfalls gut, fährt eine Luxuslimousine und hat eine schöne Wohnung, während ich nach 20 Jahren Ehe und schwerbehindert vor der Obdachlosigkeit stehe.
Mein Hausarzt und mein Psychiater stehen hinter mir, sonst hätte mich das alles längst ins Grab gebracht. Bei AU ist es wichtig, dass mein Psychiater das weiss, weil er mich nur 4 Wochen weise krankschreiben darf, Anordnung vom JC. Normalerweise dürfen Psychiater und Neurologen auch viel länger am Stück krank schreiben. Aber das gilt nur für "normale" Menschen, solche die erwerbstätig sind.
Mein Orthopäde weiss es nicht, wozu auch. Vorläufig brauche ich von ihm kein Attest.
Allerdings bin ich eigentlich fast sicher, dass da im Computer irgendwo ein Zeichen ist, wer für unsereins die Krankenkasse bezahlt. Wieso sollte ausgerechnet das geheim sein?
 

HermineL

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Anordnung vom JC. Normalerweise dürfen Psychiater und Neurologen auch viel länger am Stück krank schreiben. Aber das gilt nur für "normale" Menschen, solche die erwerbstätig sind.
Mein Orthopäde weiss es nicht, wozu auch.
Mal abgesehen davon das so etwas das JC schon mangels rechtlicher Grundlage überhaupt nicht anordnen kann frage ich mich, wenn deine Aussage auch nur ansatzweise stimmen würde, warum ich dann immer 3 Monate am Stück krankgeschrieben werde.

Wenn du dir so einen Quark von denen erzählen lässt und das dann auch noch glaubst dann kann ich dir auch nicht helfen. Fakt ist nur das dies nicht den Tatsachen entspricht.
 

Berenike1810

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Liebe franzi,

wenn Du dir solche Sorgen machst und mit einem schlechten Bauchgefühl zu'm Arzt gehst, ist das nicht heilfördernd, egal was Dir fehlt !

Du solltest dann über einen Wechsel nachdenken.

Als ich seinerzeit - nach 30+ Jahren- meine Erwerbsarbeit verloren hatte, ein Umzug anstand und ich dadurch auch die Hausarztpraxis wechselte, war das so:

Im Erstgespräch habe ich sofort mein halbes Leben erzählt, er hat aufmerksam zugehört und dabei nicht auf die Uhr geschaut, alles war geklärt, mein soziales Engagement, dass ich einige Zeit nach dem Erstkontakt begann, findet er großartig.

Auf dem Besuchertisch, im Wartezimmer, lagen einige Ausgaben der Straßenzeitung.... was mich ungeheuer erstaunte.

ZAe: das sind eine Art "Goldschürfer".

Berenike
.
 

Sowhat

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Mein Psychiater sagt, er darf bei Elos nur 4-Wochenweise AU schreiben, das JC will das so und was soll man da hinterfragen. In Bayern gehen die Uhren nun mal anders.
Hab da kein Problem mit.
 

HermineL

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Auch in Bayern gelten die bundesdeutschen Gesetze. Sei es drum wenn du sowieso kein Problem damit hast.
 
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