Wissen eure Ärzte, dass ihr ALG II bezieht?

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franzi

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Nicht jeder Arzt frägt danach, was man beruflich macht oder was der aktuelle berufliche Status ist.
Man möchte sich auch ungern direkt am Tresen "outen", wo andere Patienten mithören können (finde ich generell wegen dem Datenschutz problematisch).
Was antwortet ihr, wenn es heißt: "Was machen Sie beruflich?" Gebt ihr den erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Beruf an oder sagt ihr einfach: arbeitslos.

Habt ihr dadurch schon mal Nachteile gehabt bei der Behandlung oder im persönlichen Umgang mit dem Arzt?
Ich habe bereits erlebt, dass der Umgangston schlagartig unfreundlich wurde, wenn man sagte, dass man erwerbslos ist oder ALG II bezieht.

Seid ihr schon mal von einem Arzt deswegen als Patient abgewiesen worden?
 

franzi

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Manche fragen routinemäßig danach, manche aber auch gar nicht.
Manche beginnen nach einiger Zeit mit Fragen, die sehr ins Private gehen, was mit der Erkrankung überhaupt nichts zu tun hat.

Einmal wurde ich von einem Arzt nach der Quadratmeter-Zahl der Wohnung gefragt. Als ich fragte, was das jetzt mit der Diagnose zu tun haben soll, antwortete er, er wolle mein "soziales Umfeld" einschätzen können.
Darauf sagte ich, dass ich diese Frage nicht beantworten möchte, weil sich mir der Zusammenhang dieser Frage mit bzw. die Notwendigkeit der Beantwortung für die weitere Behandlung nicht erschließt.
 

Kerstin_K

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Naja, das kommt dann wohl auch auf die Art der Erkrankung an.

Beispiel: Wenn an enger aufeinander hockt, weil die Wohnung sehr klein ist, kann man sich vielleicht leichter gegenseitig anstecken oder auch die Belastung bei Erkrankungen ist grösser, weil man keine Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen.
 

Sowhat

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Also ich weiss nicht, ob beim Durchziehen der Krankenkassenkarte nicht irgendein Code erscheint für SLHII. Könnte ich mir aber vorstellen.
Abgewiesen hat mich noch nie ein Arzt. Meinem Hausarzt habe ich es sowieso erzählt, zumal ich sehr unter der Tatsache gelitten habe nach meinem Schlaganfall und Scheidung bettelarm beim Jobcenter gelandet zu sein. Spätestens als ich nach einem Termin beim JC oder einer Bekloppten- Maßnahme mit Magenbeschwerden, Panikattacken bzw. halben Nervenzusammenbrüchen usw. bei ihr ankam, hätte sie es sowieso erfahren. Und wenn man wegen Krankheit beim Meldetermin
eine Wegeunfähigkeitsbescheinigung braucht, dann kann man es sowieso nicht verheimlichen.
Mein Neurologe und Psychiater weiss es natürlich auch, zumal ich nervlich mittlerweile nach vielen Jahren H4 am Limit und bei ihm deswegen in Behandlung bin.
Zahnarzt oder Augenarzt oder Orthopäde wissen es nicht, aber spätestens wenn ich ein Attest bräuchte von irgendeinem der Ärzte für den äD oder eine Schweigepflichtsentbindung dann würden sie es sowieso erfahren. Wobei ich es einem Zahnarzt auch schon erzählt habe, nachdem dieser mir mit €-Zeichen in den Augen von Implantaten ohne Ende erzählte. Er dachte wohl, er könnte mir tausende von € in den Mund montieren. Da musste ich Einhalt gebieten.
Aber er hat mich auch nicht wieder gesehen.
 

franzi

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Naja, das kommt dann wohl auch auf die Art der Erkrankung an.

Beispiel: Wenn an enger aufeinander hockt, weil die Wohnung sehr klein ist, kann man sich vielleicht leichter gegenseitig anstecken oder auch die Belastung bei Erkrankungen ist grösser, weil man keine Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen.

Dabei ging es um eine Wirbelsäulen-Erkrankung die mit der Wohnungsgröße absolut nichts zu tun hat.
 

Stauer

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Hallo,
Und wenn man wegen Krankheit beim Meldetermin
eine Wegeunfähigkeitsbescheinigung braucht,
diese Bescheinigung ist nicht existent. Vor ein paar Jahren wollte ein SB auch eine von mir. Ich forderte ihn auf, mir das schriftlich abzuverlangen. Danach habe ich nie wieder etwas davon gehöhrt. Weil die selber wissen, dass es soetwas garnicht gibt. Dazu gibt es etliche Beiträge auch unter Vorlagen kannst Du nachlesen, was es mit der WUB auf sich hat.

Nun zum eigentlichen Thema zurück. Heil- und Hilfsmittel, sowie Behandlungskosten müssen ja irgendwie finanziert werden. Deshalb ist es schon besser, wenn ein Arzt gleich weiß, das man Hartz IV bezieht. Ich hatte noch nie Ärger deswegen.

Einmal wurde ich von einem Arzt nach der Quadratmeter-Zahl der Wohnung gefragt.
Das kann verschiedene Gründe haben. @Kerstin_K nannte schon Infektionen. Es kann aber auch mit dem Stütz-und Bewegungsapperat zu tun haben. Oder er versucht herauszufinden, ob die Pflege der Wohnung schon sehr anstrengend geworden ist.
 

Kerstin_K

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Nun zum eigentlichen Thema zurück. Heil- und Hilfsmittel, sowie Behandlungskosten müssen ja irgendwie finanziert werden. Deshalb ist es schon besser, wenn ein Arzt gleich weiß, das man Hartz IV bezieht.
Also das ist nun wirklich kein Grund,dem Arzt mitzuteilen, dass man SOzialleistungen bezieht. Der bekommt die Krankenkassen karte und gut.
 

HermineL

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Nun zum eigentlichen Thema zurück. Heil- und Hilfsmittel, sowie Behandlungskosten müssen ja irgendwie finanziert werden. Deshalb ist es schon besser, wenn ein Arzt gleich weiß, das man Hartz IV bezieht. Ich hatte noch nie Ärger deswegen.
Du kannst dann doch sicherlich auch erklären was den Arzt das zum einen angeht und zum anderen was dies mit Heil- und Hilfsmitteln zu tun hat ?
 

Schmerzgrenze

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Habt ihr dadurch schon mal Nachteile gehabt bei der Behandlung oder im persönlichen Umgang mit dem Arzt?
Nachteile in der Behandlung nicht aber Veränderung im persönlichen Umgang.
Das gipfelte dann schon in der Frage, warum Patient denn keine Arbeit habe. :icon_kinn:
Den Hausarzt habe ich inzwischen gewechselt und muß mich derlei Fragen nicht mehr stellen.
Meine Erfahrung beleuchtet beide Seiten ärztlicher Sozialkompetenz.
Schlecht ist es, wenn einer Arztwahl örtliche Einschränkungen entgegenstehen.
Ein Arzt, der nicht danach fragt, ist ein schlechter Arzt. Schliesslich können berufliche Belastugen der Auslöser für eine Erkrankung sein.
Oder Belastungen durch Erwerbslosigkeit. Es ist nicht eine Frage des Datenschutzes, dem ein Arzt sowieso strengstens unterliegt,
sondern eine Frage des Vertrauensverhältnisses und dem Umgang des Arztes mit dem Wissen, also seiner sozialen Kompetenz.
 

AsbachUralt

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Auf der Karte ist es nur vermerkt, dass man Rentner ist, aber nicht ob man Alg II bezieht.
Allerdings sollte ein Arzt wissen ob sein Patient Alg II bezieht, denn dann gelten für eine Krankschreibung andere Kriterien.

(3a) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende – „Hartz IV“) beantragt haben oder beziehen, sind arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt, nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen.

 

Stauer

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Hallo,
Du kannst dann doch sicherlich auch erklären was den Arzt das zum einen angeht und zum anderen was dies mit Heil- und Hilfsmitteln zu tun hat ?
ich glaube das manche Medikamente mehr kosten, als andere. Da gibt es auch irgendeine Liste dazu. Bei Behandlungen wird Standardbehandlung gemacht. Ein Privatpatient ist eher in der Lage Behandlungen zu bezahlen, die von einer gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen wird. Insofern würde ich schon von vornherein reinen Wein einschenken. Bei Zuzahlung zu bestimmten Behandlungen ist bei vielen armen Menschen die finanzielle Grenze erreicht. Da wäre es doch ganz gut, wenn ein Arzt etwas Rücksicht darauf nimmt.

@Pauer fragte, was ist denn so schlimm an der Frage, warum man keine Arbeit.
Ich würde sagen, der Ton macht die Musik. Wenn unterschwellig ein Vorwurf mitklingt, ist das "Schlimme" Diskriminierung. Mit der Frage wäre der bei mir die längste Zeit Arzt gewesen, denn ein taktloser Arzt ist ein schlechter Behandler.
Fragt er aber aus Interesse klingt die Frage ganz anders und er wäre noch mein Arzt.

@ Zeitkind schrieb: Schlecht ist es, wenn einer Arztwahl örtliche Einschränkungen entgegenstehen.

Das kommt darauf an, wo man wohnt. In kleinen Dörfern sind meistens keine Spezialisten vor Ort. Ob man da erst eine OAW beantragen muß, würde ich einfach ignorieren. Gesundheit geht vor.
 
Zuletzt bearbeitet:

Schmerzgrenze

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HermineL

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ich glaube das manche Medikamente mehr kosten, als andere.
Die Zuzahlung bei rezeptpflichtigen Medikamenten bleibt in der Regel gleich. Chronisch kranke Patienten können sich berfreien lassen.

Bei Behandlungen wird Standardbehandlung gemacht.
Die in 99 % aller Fälle ausreichend ist.

Bei Zuzahlung zu bestimmten Behandlungen ist bei vielen armen Menschen die finanzielle Grenze erreicht. Da wäre es doch ganz gut, wenn ein Arzt etwas Rücksicht darauf nimmt.
Da ist ein simples "Nein danke" vollkommen ausreichend und ein Outing tut hier keine Not.
 

Kerstin_K

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ich glaube das manche Medikamente mehr kosten, als andere. Da gibt es auch irgendeine Liste dazu. Bei Behandlungen wird Standardbehandlung gemacht. Ein Privatpatient ist eher in der Lage Behandlungen zu bezahlen, die von einer gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen wird. Insofern würde ich schon von vornherein reinen Wein einschenken. Bei Zuzahlung zu bestimmten Behandlungen ist bei vielen armen Menschen die finanzielle Grenze erreicht. Da wäre es doch ganz gut, wenn ein Arzt etwas Rücksicht darauf nimmt.
Jetzt schmeosst Du aber alles in einen Topf. Gesetzliche Krankenversicherung heisst Solidargemeinschaft. Da bekommen alle die gleiche Behandlung, egal, wieviel Beitrag sie Zahlen. Für Zuzahlungen gibt es eine Zumutbarkeitsgrenze. Ist diese erreicht, kann man sich befreien lassen.

Privatversicherung läuft etwas anders.

Was es sonst noch an Zuzahlungen geben könnte, sind entweder IGEL-Leistungen, davon sind die meisten überflüssig. Alles andere sind seltene Ausnahefälle.
 

kge

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Habt ihr dadurch schon mal Nachteile gehabt bei der Behandlung oder im persönlichen Umgang mit dem Arzt?
Ich habe bereits erlebt, dass der Umgangston schlagartig unfreundlich wurde, wenn man sagte, dass man erwerbslos ist oder ALG II bezieht.

Seid ihr schon mal von einem Arzt deswegen als Patient abgewiesen worden?

Seit einiger Zeit gehe ich nicht mehr gerne zu meinem Hausarzt, weil eine MTA den Rentenantrag durch das JC offensichtlich als persönliche Beleidigung empfindet. (Ich wollte meinem HA Bescheid sagen und mich erkundigen, wie er mit der DRV kommunizieren wird und habe dies als Besuchsgrund an der Rezeption angegeben.) Ich habe zwar versucht zu erklären, dass die Prüfung meiner Erwerbsfähigkeit durch die DRV ein rechtlich vorgeschriebener Vorgang ist, den ich nur sehr schwer umgehen kann, aber angezickt werde ich seitdem trotzdem. Auch die restlichen MTAs sind merklich unfreundlicher geworden. :rolleyes: Beschweren hilft ja nicht, weil ich keine "harten" Beweise habe und nacher wahrscheinlich für paranoid gehalten werde.

Psychiater können bei längerer Erwerbslosigkeit meiner Erfahrung nach auch problematisch werden, weil sie Arbeit für eine "Wunderkur" halten. Mein Ex-Therapeut musste mal mit der Psychiaterin einer Klientin reden, um sie davon zu überzeugen, dass die Patientin erst mal eine Auszeit bräuchte, damit sich die Symptome ihrer Borderline-Störung legen. Dabei war die Frau erwerbstätig und musste sich nur vorübergehend krankschreiben lassen. Wie der Umgang mit Arbeitslosen ist, kann man sich wahrscheinlich denken.

Persönlich habe ich das auch so erlebt: regelmäßige Befragung nach der Erwerbstätigkeit mit abnehmender Laune des Psychiaters im Laufe der Zeit. Ich gehe inzwischen dazu über, meine Sozialarbeiterin als Beistand mitzunehmen, weil ich keinen Pseudo-JC-SB als Arzt möchte. Am liebsten würde ich diese Ärzte ganz meiden, aber für die Feststellung des GdB brauche ich leider noch eine Unterschrift... *seufz*
 
G

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Es gibt z.B. bei Bluthochdruckmitteln welche, die gar nichts kosten.
Als ALG II-Empfänger kann mir das egal sein, da ist die Befreiungsgrenze schnell erreicht. Aber als Wenigverdiener, wo die Zuzahlungsgrenze wesentlich höher ist, kann es schon sein, dass man lieber zwei kostenlose Einzelpräparate nimmt als das zuzahlungspflichtige Kombipräparat.

Zur Frage: Kommt auf den Arzt an. Mein Psychiater weiß immer alles. Die Hausärztin das Nötigste, die vergisst es aber eh wieder. :D Die Gynäkologin war mir spontan so sympathisch, dass sie weiß dass ich in in EM-Rente bin.
Orthopäden, HNO-Ärzte und ähnliches kriegen üblicherweise den letzten ausgeübten Beruf genannt.

Ich persönlich habe bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Da ich aber übergewichtig bin und deswegen sehr schlechte Erfahrungen mit Fachärzten gemacht habe (für dünne Menschen: es ist bei vielen Ärzten üblich, dass man mit Übergewicht als Mensch zweiter Klasse eben nicht behandelt wird, da Gesundheitsstörungen ignoriert werden), vertraue ich denen auch so schnell nichts an.
 

apfelkuchen

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Wenn es für die Behandlung im Kontext notwendig ist, sage ich das. Merke ich, dass sich das Verhalten zum Negativen ändert, wechsele ich den Arzt und hinterlasse ggf. auch bei jameda einen schlechten Kommentar (bzw. würde ich das tun). Bis jetzt hatte ich aber zum Glück keine schlechten Erfahrungen.
In einer Krisensituation, die u.a. auch mit ALG2-Bezug zusammenhing, war mein Hausarzt sehr verständnisvoll. Er fragte ausführlich nach der Situation. Interesse und Verstehenwollen war da die spürbare Motivation. Er hat mir anstandslos eine AU für vier Wochen zum "Berappeln" ausgestellt, damit ich in der Verfassung nicht noch sinnlose Meldetermine wahrnehmen muste. Hätte ich sie länger gebraucht, hätte ich sie auch bekommen (er hat das direkt beim ersten Ausstellen gesagt).

Hätte mein Arzt anders reagiert, wäre er die längste Zeit mein Arzt gewesen. Ich habe Selbstachtung und Würde, die lasse ich mir nicht von irgendwem und auch keinem Arzt nehmen.
 

DoppelPleite

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Ein Doktor lebt nicht wenig von seinem Ruf gerade niedergelassene Landärzte sind meistens recht neutral. Sowohl meine ZÄin als auch mein Hausarzt wissen Bescheid und ich bin weiß Gott noch im besten arbeitsfähigen Alter (Hallo Outing, hier ist die nackte Wahrheit!). Mein Hausarzt stand mir sogar zur Seite als ich sanktioniert wurde und schrieb mich AU, er hat ein gutes Verständnis dafür was es heißt wenn die Ärmsten noch ärmer gemacht werden sollen.
Ob Stadt oder Land, die Ärzte leben von Dir und in der heutigen Zeit spricht sich ein schlechtes Verhalten ggü. dem Patienten sehr schnell rum. Die meisten scheuen dies wie der Teufel das Weihwasser (Jameda/Google).
Auch frisch aus dem Arbeitsverhältnis stehend und die Gewissheit das die Kündigung fest auf Papier gemeißelt steht, lassen Fragen nach dem Befinden mal hier oder dort eine gewisse Diagnose zu - um es neutral zu halten :icon_mrgreen:
 

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Ich würde es keinem Arzt erzählen, weil es Privatsache ist. Nur wenn es wirklich behandlungsrelevant ist, würde ich es sagen. Bei Fragen einfach den erlernten Beruf angeben. Beim Zahnarzt könnte es in puncto Zahnersatz eventuell auffallen, da man als ALG2-Empfänger unter die Härtefallregelung fällt.

Falls man erwähnt hat, dass man arbeitslos ist, besteht die Gefahr, dass bei jedem Besuch neugierig nachgefragt wird, ob man endlich Arbeit hat. Dann permanent Rede und Antwort stehen zu müssen, wäre mir zu nervig. Außerdem ist es möglich, dass schnell ein falsches Bild von jemandem entsteht. Man muss Leuten nicht unnötig Angriffsfläche bieten.
 

apfelkuchen

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Mir ist es noch nie passiert, dass ein Arzt sich erdreistet hat zu fragen, ob ich "endlich Arbeit habe". Solchen Leuten müssen dann direkt eine vor den Bug bekommen und verstehen lernen, dass sie diese Dinge nur dann etwas angehen, wenn sie für die Behandlung relevant sind. Ich verstehe aber, dass nicht jeder die Kraft hat, sich vor einem eventuell sehr überheblich auftretenden selbsternannten Halbgott zu behaupten und in Konfrontation zu gehen.
 

Birt1959

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Also das ist nun wirklich kein Grund,dem Arzt mitzuteilen, dass man SOzialleistungen bezieht. Der bekommt die Krankenkassen karte und gut.

Stimmt, was ein gebrochener Fuss z.B. mit Sozialleistungen zu tun hat, kann sich der neugierige Doc selbst fragen. Wenn der JC oder das Sozialamt ein Attest bezüglich der physischen Belastbarkeit will, erfährt es früh genug. Ich bitte um eine AU und damit ist das Thema normaler Weise erledigt. Auch wenn die Ärzte bei der Krankschreibung einiges zu beachten haben.

...
Es ist nicht eine Frage des Datenschutzes, dem ein Arzt sowieso strengstens unterliegt,
sondern eine Frage des Vertrauensverhältnisses und dem Umgang des Arztes mit dem Wissen, also seiner sozialen Kompetenz.

Da hast Du Recht. Allerdings würde ich mich auch nicht gerne als Multimillionärin von jemandem mit geringer oder fehlender Sozialkompetenz behandeln lassen. (Achtung: Ich bin keine Multimillionärin, der Satz ist im Irrealis verfasst.)

Es gibt z.B. bei Bluthochdruckmitteln welche, die gar nichts kosten.
Als ALG II-Empfänger kann mir das egal sein, da ist die Befreiungsgrenze schnell erreicht. Aber als Wenigverdiener, wo die Zuzahlungsgrenze wesentlich höher ist, kann es schon sein, dass man lieber zwei kostenlose Einzelpräparate nimmt als das zuzahlungspflichtige Kombipräparat.
...
Ich persönlich habe bisher keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Da ich aber übergewichtig bin und deswegen sehr schlechte Erfahrungen mit Fachärzten gemacht habe (für dünne Menschen: es ist bei vielen Ärzten üblich, dass man mit Übergewicht als Mensch zweiter Klasse eben nicht behandelt wird, da Gesundheitsstörungen ignoriert werden), vertraue ich denen auch so schnell nichts an.

Mache ich auch so. Außerdem sucht mein Hausarzt normaler Weise immer erst, ob es nicht das gleiche Mittel von einem anderen Pharmahersteller ohne Zuzahlung gibt. Wobei zwei Medikamente nicht unbedingt die gleiche Wirkung erzielen müssen wie das Kombipräparat. (Das behauptet mein Hausarzt.) Bei den Mitteln, die mein Facharzt verschreibt, macht der Hausarzt es dann nicht, wenn er sich nicht sicher ist, ob das Einfluss auf den Wirkstoff hat. Natürlich kann es auch mal passieren, dass nur ein bestimmtes Präparat vom Patienten vertragen wird, das dann zuzahlungspflichtig ist.

Was die übergewichtigen Menschen angeht, beobachtet man das auch im Alltag. Da reicht es z.B., durch Klamottenläden zu gehen, um das zu sehen.

Wenn es für die Behandlung im Kontext notwendig ist, sage ich das.
...
Hätte mein Arzt anders reagiert, wäre er die längste Zeit mein Arzt gewesen. Ich habe Selbstachtung und Würde, die lasse ich mir nicht von irgendwem und auch keinem Arzt nehmen.

Es gibt ja durchaus Erkrankungen, die mit dem Bezug von Sozialleistungen zusammenhängen oder wo es für den Arzt wichtig ist, darum Bescheid zu wissen.

Genauso sollte ein Arzt sich auch verhalten.

Ich würde es keinem Arzt erzählen, weil es Privatsache ist. Nur wenn es wirklich behandlungsrelevant ist, würde ich es sagen. Bei Fragen einfach den erlernten Beruf angeben. Beim Zahnarzt könnte es in puncto Zahnersatz eventuell auffallen, da man als ALG2-Empfänger unter die Härtefallregelung fällt.

Falls man erwähnt hat, dass man arbeitslos ist, besteht die Gefahr, dass bei jedem Besuch neugierig nachgefragt wird, ob man endlich Arbeit hat. Dann permanent Rede und Antwort stehen zu müssen, wäre mir zu nervig. Außerdem ist es möglich, dass schnell ein falsches Bild von jemandem entsteht. Man muss Leuten nicht unnötig Angriffsfläche bieten.

Wenn der Arzt es wissen muss, sage ich es. Wenn ich eine Krankschreibung benötige. Wenn ich aber nur auf die Schnelle ein Rezept für ein Medikament von der Vertretung benötige, gebe ich nur an, dass ich es schon lange nehme.

Ich kann nichts für meine Behinderungen oder die Tatsache, dass mein letzter AG den Vertrag nicht verlängerte. Also schäme ich mich nicht und biete insofern keine Angriffsfläche. Einen nervigen Arzt wechsel ich und damit hat sich's. Wenn mich seine Angestellten nerven, sage ich es erst ihnen und wenn es nicht aufhört dem Chef.

Taktgefühl kann man nicht vermitteln...
 
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franzi

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@Birt1959 Was haben die Ärzte bei der Krankschreibung bei einem ALGII-Empfänger anders zu beachten als bei einem "normalen" Patienten?
 
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