Wird nach einer anonymen Anzeige beim Jobcenter sofort das Geld gesperrt?

Heike85

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Guten Abend liebe Leute.

Ich habe eine Frage, es geht um Alg2.
Wenn mich jemand anonym beim Jobcenter anzeigt, sich Dinge ausdenkt oder ähnliches, weil er mich nicht mag, sperrt das JC sofort mein Geld, oder bekommt man erst eine Anhörung?

Habe von bekannten erfahren, dass diese anonym angezeigt wurden, und sofort kein Geld mehr bekamen.

Ich kann mir das nicht vorstellen, da könnte man ja jeden den man nicht mag anzeigen dort.

Habt ihr damit Erfahrungen?

Gruß Heike
 

isso

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Es kommt drauf an. Man ist als Sachbearbeiter schon vorsichtig, wie man darauf reagiert. In der Regel reicht das was jemand anderes sagt und ggf. nicht mal belegt nicht aus, dass sofort eine Leistungseinstellung kommt. Es setzt aber durchaus einen Prozess in Gang und vermutlich wirst du zur Stellungnahme aufgefordert. Wenn es aber z.B. um die Anschuldigung du würdest eigentlich wo anders wohnen oder einer umfassenden Tätigkeit nachgehen geht, dann gibt es schon mal Kollegen, die vorläufig die Zahlungen einstellen (gerade jetzt wo Montag der Zahllauf ist, d.h. nur bis dahin für Dezember leistungsmindernde Angaben berücksichtig werden können).
 

Heike85

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Aber das ist doch krass. Die Zahlen keine Miete nix mehr, nur weil jemand fremdes das behauptet.
Bei mir ist es zum Glück nicht so, aber kenne viele die mich nicht mögen und habe schon gehört die wollen sowas machen, wegen Geldern die ich angeblich extra kassiere.

Wie ernähre ich dann meine 3 Kinder?
 

abcabc

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Es kommt drauf an, ob bei der anonymen Anzeige auch Beweise vorgelegt werden (oder sogar gefälscht wurden). Dann ist das Problem deutlich größer.

In der Theorie sollte sich so eine Leistungeinstellung schnell wieder aufheben lassen. Zum einen schriftlich und nachweisbar sofort Widerspruch einlegen +Akteneinsicht verlangen (wenn es nicht wirklich anonym war, sollte man sofort eine fette Strafanzeige bei der Polizei erstatten und muss nicht erst gegen unbekannt die Anzeige erstatten).
Und im Eilverfahren vor dem Sozialgericht sollten die Chancen gut stehen, wenn das JC nur anonyme Anschuldiungen ohne "sicheres" Beweistmaterial hat, die zur Leistungseinstellung führten.
 

isso

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Wie gesagt, so einfach weil jemand irgendwas behauptet passiert es nicht. Manchmal sind aber in der Tat Beweie dabei oder genaue überprüfbare Angaben oder es passt zu Indizien, die bereits in der Leistungsakte aufgefallen sind. Die Fachlichen Weisungen sind da auch deutlich, was anonyme Anzeigen angeht und wie diese einzuordnen sind.


Eine vorläufige Zahlungseinstellung (VZE) sollte immer das letzte Mittel sein und nicht das erste. Denn das ist das Gespräch mit dem Kunden zu suchen und ein "Gefühl" für die Anschuldigung zu bekommen.
 
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