Wird ALG1 gekürzt, wenn sozial-med. Gutachten 3-6 Stunden Leistungsfähigkeit attestiert, man selbst aber Vollzeit arbeiten möchte?

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JaneDO

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Hallo zusammen!

Ich hoffe, jemand kann mir bei folgendem Sachverhalt helfen:

Ich war sehr lange arbeitsunfähig und habe aus gesundheitlichen Gründen Anfang 2020 mein Arbeitsverhältnis gekündigt. Auch danach war ich noch länger krank. 3 Wochen bevor ich von der Krankenkasse ausgesteuert worden wäre, hat mein Arzt mir Arbeitsfähigkeit attestiert. Mit der Empfehlung, möglichst nicht in meinem alten Beruf zu arbeiten und etwas weniger Stressiges zu machen. Habe mich umgehend bei der AfA gemeldet, Antrag ALG1 ausgefüllt. Dabei habe ich angegeben, dass ich gesundheitliche Einschränkungen habe: Keine Stelle im alten Beruf, keine Position mit Personalverantwortung, viel Termindruck etc.
Allerdings habe ich auch angegeben, dass ich dem Arbeitsmarkt in Vollzeit zur Verfügung stehe. Denn eine andere Tätigkeit könnte ich durchaus in Vollzeit ausüben.

Daraufhin habe ich den Gesundheitsfragebogen erhalten und ausgefüllt. Meine behandelnden Ärzte haben sich (analog meiner Beschreibung oben) dazu geäußert.

Heute nun kam das Ergebnis bzw. das Gutachten, welches ich nicht ganz verstehe. Unter Punkt 2.1 steht, das ich von 3 bis unter 6 Stunden täglich leistungsfähig bin. Unter Punkt 3 steht aber, dass sich weder teilweise noch ein komplett aufgehobenes Leistungsvermögen für Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ableiten lässt.

Was gilt denn nun?

Ich habe nun Sorge, dass mein ALG1, das inzwischen auch bewilligt ist und in voller Höhe ausgezahlt wird, gekürzt wird, weil das Gutachten mir nur Teilzeit bescheinigt? (3-6 Stunden) Ich kann und möchte definitiv in Vollzeit arbeiten. Gespräch mit meiner Vermittlerin ist erst nächste Woche. Ich wäre gern besser vorbereitet und hoffe auf hilfreiche Infos von euch.

Vielen Dank.
 

abcabc

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Ich kann und möchte definitiv in Vollzeit arbeiten.
Das Gutachten ist nur für die AfA verbindlich. Die AfA muss das Gutachten zu 100% beachten. Falls du VVs bekommst, die eindeutig mit dem Gutachten nicht kompatibel sind, kannst du die einfach ablehnen (auch wenn die mit RFB sind).
Umgekehrt kannst du das Gutachten aber komplett ignorieren und JEDEN Job annehmen, der dir gefällt (selbst wenn der laut Gutachten vollkommen unmöglich wäre). Du musst auch niemandem erzählen das der äD der AfA ein Gutachten erstellt hat oder was drinsteht.
 

JaneDO

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Vielen Dank schon mal dafür!
Aber was ist nun aktuell mit der Höhe meines ALG? Wird das auf Teilzeit gekürzt? Auch wenn ich mich für Vollzeitstellen zur Verfügung stelle?
 

grün_fink

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Lies nochmal in dem von @gila verlinkten Dokument, da steht es drin.
So wie ich das verstehe, würde das auf ein Teil-ALG I hinauslaufen (wegen der Arbeitsstunden) und auf eine Teil-EM-Rente wegen Teil-Erwerbsminderung, die allerdings dann die DRV erstmal feststellen müsste.
Ganz genau kenne ich mich mit der Thematik nicht aus.
 
E

ExUser 2606

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Ich denke nicht, dass das ALG gekürzt werden darf. Bei ALG I nach der Aussteuerung ürfte definitiv nict gekürzt weren, aber du bist ja nicht ausgeteuert.

Warum hast du das KG nicht voll genutzt?
 

JaneDO

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Lies nochmal in dem von @gila verlinkten Dokument, da steht es drin.
So wie ich das verstehe, würde das auf ein Teil-ALG I hinauslaufen (wegen der Arbeitsstunden) und auf eine Teil-EM-Rente wegen Teil-Erwerbsminderung, die allerdings dann die DRV erstmal feststellen müsste.
Ganz genau kenne ich mich mit der Thematik nicht aus.
Die Sorge habe ich ja auch! Aber weder ich noch meine Ärzte haben darauf beharrt, dass ich nur Teilzeit arbeiten kann. Und das Gutachten selbst ist ja auch widersprüchlich. :(
Werde abwarten müssen, was meine Vermittlerin nächste Woche dazu sagt.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Ich denke nicht, dass das ALG gekürzt werden darf. Bei ALG I nach der Aussteuerung ürfte definitiv nict gekürzt weren, aber du bist ja nicht ausgeteuert.

Warum hast du das KG nicht voll genutzt?
Ich habe das KG nicht voll genutzt, weil ich arbeitsfähig bin. ;) Welchen Vorteil hätte ich denn dadurch gehabt? Kenne mich nicht aus.

Jedenfalls bin in der Lage, Vollzeit zu arbeiten. Die einzige Einschränkung, die ich im Antrag erwähnt habe, war das Ausklammern von Tätigkeiten, die quasi einer leitenden, verantwortlichen Position entsprechen. Ich kann meinen Beruf auch ausüben, ohne "Vorgesetzte" zu sein bzw. eine hohe Position zu bekleiden. Meine Ärzte haben ausgeführt, dass ich große Belastungen vermeiden soll, aber durchaus Vollzeit arbeiten kann. Und jetzt kommt das ... :( Hoffe, es kommt nicht zur Kürzung. Ansonsten muss ich schauen, was ich dagegen tun kann.
 

gila

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Jedenfalls bin in der Lage, Vollzeit zu arbeiten. Die einzige Einschränkung, die ich im Antrag erwähnt habe, war das Ausklammern von Tätigkeiten, die quasi einer leitenden, verantwortlichen Position entsprechen. Ich kann meinen Beruf auch ausüben, ohne "Vorgesetzte" zu sein bzw. eine hohe Position zu bekleiden

Das solltest du so untermauern. Die müssen differenzieren!
Schließlich kann man einen nicht nötigen weniger zu arbeiten... Wenn derjenige sich mit seinen Einschränkungen VOLL zur Verfügung steht und arbeiten will und kann.

Du hast ja keine Erwerbsminderung geltend gemacht.

Was steht im Gutachten? Steht da was von "vollschichtig"?

Sollte sich aus einem unklaren oder fehlerhaften Gutachten ein Bescheid, eine Situation ergeben, die für dich negative Folgen hat, dann umgehend Widerspruch einlegen!
 
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