Wir sind keine Versager....

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Mario Nette

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Menschen | 14.02.09 | 14:23 Uhr
Wir sind keine Versager....

von NiciKrüger | Mönchengladbach

...auch wenn wir uns manchmal so fühlen

Ob die da oben sich auch manchmal als Versager fühlen?
Die da oben – wie das schon klingt. Dabei sind es doch Menschen wie du und ich. Sie stehen nicht über uns – wirken nur manchmal so weil sie so prominent in den Medien rüber kommen.

Ob die Tochter von Richard Fuld sich je gedemütigt fühlte weil ihre beste Freundin anbot den Eintritt fürs Eisstadion selbst zu zahlen, dessen Besuch anlässlich ihres Geburtstages stattfinden sollte? Hat er überhaupt eine Tochter? Hat der Mann ein Gewissen in Form von Kinderaugen in die man blickt und denen man sich unwillkürlich stellen muss.
Hat er mal seiner Familie in die Augen sehen müssen und sagen müssen: Es reicht nicht. Ich kann keine Schuhe kaufen. Oder noch Existenzbedrohender: Ich hab kein Geld um Lebensmittel zu kaufen. Hat er mal die Vorräte durchgesehen und sich still ausgerechnet wie lange man mit dem was da ist, hinkommt? Ob er mal zu Fuß zur Arbeit gegangen ist, im Regen und Schneematsch – nur weil er nicht mehr die 2,20 Euro für die Busfahrkarte über hatte?

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Mario Nette
 

Kaleika

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Nein, ganz bestimmt sind Hartz-IV-Bezieher, Erwerbslose, Aufstocker, Kranke, finanziell arme Rentner keine Versager, sondern Ausgegrenzte aus einer eigentlich reichen Gesellschaft, überflüssig geworden, weil es nun mal nicht mehr Arbeit für alle gibt, oder genügend solche, die anständig bezahlt wird!

Wir müssen uns dagegen wehren, dass ein gesllschaftliches Problem den Einzelnen individualisiert wie ein KLeid aus Schuld und Versagen einfach über den Kopf gezogen wird!

Was interessiert mich die Meinung von einer Paris Hilton, sollte sie sich deart abwertend geäußert haben?!

Was störts die deutsche Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt?!

Kaleika
 

JanaZ

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Wir leben in Konkurrenz-Gesellschaft, Leistungsgesellschaft, und jemand soll hier Verlierer sein. Ob das ein Kind, das in Hauptschule verschoben wird, oder ein Harzt-4-Empfänger. Wo es Konkurrenz gibt, gibt es auch die, die verlieren. Und man sagt dann: selber Schuld, du hast nicht genug bemüht (zu viele Kinder, krankes Kind, Behinderung, einfach "Pech"... egal, selber Schuld) Oder: wie kannst du unzufrieden sein, man gibt dir doch Geld umsonst...
Und das man beliebig viel "sich bemühen" kann, aber trotzdem nie aus dem Loch kommt (auch wenn er arbeitet) - das kennt man einfach nicht. Es ist so.
 

Kaleika

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Bereits in "meiner" Kindergartengruppe gibt es zwei fünfjährige Jungen, die andere Kinder ständig als "Loser" bezeichnen. Sie wussten nicht, dass es "Verlierer" bedeutet, erfassten aber offenbar den negativen Beigeschmack.
Ich begann mit den Kindern kleine Gespräche darüber, dass doch alle tolle Kinder sind und niemand so bezeichnet werden möchte.....

Kaleika
 

MrsNorris

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Mein vierjähriger Nachbarssohn hat es echt mal gebracht, einen Punk (oder Obdachlosen) in der Stadt als Looser zu titulieren. Wo er das wohl her hat?:confused:
 

ethos07

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ja, kids sind wirklich ein guter spiegel für kopflose Erwachsenenvorurteile...

In "meiner" einstigen Lernspielgruppe für "schuldlos obdachlos Gewordene" (tja so hieß das damals) tat sich auch ein Junge mit unbekanntem türkischem Vater ganz besonders lauthals immer hervor beim Hinterherschreien mit " Du Kanacke du!" . Es ist ja auch ein knackiges Geräusch, dieses Wort . "Looser" vermutlich hat auch so seinen musikalischen Reiz .
Ev. könnte man Kids hier mal einfach auf eine andere. ebenso attraktiv klingende Fährte setzen, indem man ihnen emanzipatorische Alternativen zum Hinterherrufen - das muss man wohl als Kid schon ab und an mal machen dürfen?! - anbietet.
- fällt mir aber nun auch grad nix ein.
 
E

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Bereits in "meiner" Kindergartengruppe gibt es zwei fünfjährige Jungen, die andere Kinder ständig als "Loser" bezeichnen. Sie wussten nicht, dass es "Verlierer" bedeutet, erfassten aber offenbar den negativen Beigeschmack.
Daraus lässt sich hervorragend ableiten, auf welcher sozialen und kulturellen Entwicklungsstufe sich https://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/35633-seehofer-warnt-mutti-merkel.html derzeit befindet.

Der Grönemeier-Witz "Kinder an die Macht" hat sich somit leider unfreiwillig erfüllt.

Das Gute daran ist aber auch das Gute darin:
Kinder können es noch lernen, und dafür können wir etwas tun - bei Seehofers und Konsorten dürfte es dafür jedoch eindeutig zu spät sein.

Weshalb mein Focus ist, Energie in die Kinder zu investieren, bei den kindischen Alten hilfts sowieso nichts mehr. Nur die Macht müsste denen abgenommen werden, dann können sie ganz woanders in ihrem Sandspielkasten Burgen bauen wie sie möchten.

Lieben Gruss
Emily :icon_wink:
 
E

ExitUser

Gast
Bereits in "meiner" Kindergartengruppe gibt es zwei fünfjährige Jungen, die andere Kinder ständig als "Loser" bezeichnen. Sie wussten nicht, dass es "Verlierer" bedeutet, erfassten aber offenbar den negativen Beigeschmack.
Ich begann mit den Kindern kleine Gespräche darüber, dass doch alle tolle Kinder sind und niemand so bezeichnet werden möchte.....

Kaleika
Weiß die tochter meiner freundin auch nicht. Sie sagt es zu ihrer mutter und hat es bei spongdingends gehört.
 
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