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Wir 68er......und andere Linke

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Drueckebergerin

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#1
Ja, da war ich also gerade 15 und bin noch zur Schule gegangen.
Und habe meine ersten Erfahrungen mit Wasserwerfern gemacht....

Niemals werde ich die begeisterten Zurufe aus`m "Roten Wedding" vergessen, niemals die Kommentare aus anderen Bezirken " Jeht doch in´Osten!"

Damals haben wir spontan Sätze geprägt wie " Nüscht zu roochen, nüscht zu f....., janzen Tach aus Fenster kikken!", oder "Leute, laßt das Gaffen sein, kommt herunter, reiht Euch ein".

Heute bin ich also (fast möchte ich sagen aus Protest gegen DieLi ) Mitglied von DieLinke.
Und wenn ich HEUTE so manche Kommentare hier lese, sehe ich die geifernde Menge vor mir, die schreit : "Jeht doch in`Osten ! ":icon_neutral::icon_neutral::icon_neutral:

Genausowenig verstanden wie die ???
 

MrsNorris

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#2
Ja, da war ich also gerade 15 und bin noch zur Schule gegangen.
Und habe meine ersten Erfahrungen mit Wasserwerfern gemacht....

Niemals werde ich die begeisterten Zurufe aus`m "Roten Wedding" vergessen, niemals die Kommentare aus anderen Bezirken " Jeht doch in´Osten!"

Damals haben wir spontan Sätze geprägt wie " Nüscht zu roochen, nüscht zu f....., janzen Tach aus Fenster kikken!", oder "Leute, laßt das Gaffen sein, kommt herunter, reiht Euch ein".

Heute bin ich also (fast möchte ich sagen aus Protest gegen DieLi ) Mitglied von DieLinke.
Und wenn ich HEUTE so manche Kommentare hier lese, sehe ich die geifernde Menge vor mir, die schreit : "Jeht doch in`Osten ! ":icon_neutral::icon_neutral::icon_neutral:

Genausowenig verstanden wie die ???

Ach Genossin, ich beneide dich. Wäre sooo gern dabei gewesen damals. Leider wurde ich erst 10 Jahre später geboren...
 

Arania

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#3
Ich war die rote Socke in unserer Familie ( so nannte man mich), denn Sozis (SPD) wählen war schon eine Ausnahme damals

Aber dieses würde ich heute nicht mehr tun, aber auch nicht die Linke

Es ist sehr schwer heutzutage festzustellen was links , rechts oder die Mitte ist, dazu gleichen sich alle Parteien zu sehr
 

Rounddancer

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#4
I

Es ist sehr schwer heutzutage festzustellen was links , rechts oder die Mitte ist, dazu gleichen sich alle Parteien zu sehr
Es geht da, nüchtern betrachtet, wie im Fernsehen, nur noch um Quote, - und wie im Produktmarketing um den größtmöglichen Marktanteil,- nur noch darum, wie man die meisten Wähler dazu bringen kann, ihre Kreuze an der aus der Sicht der jeweiligen Partei richtigen Stelle zu machen.

Und nachdem -leider- täglich nachgewiesen werden kann, daß man den Leuten mit der treffenden Werbung auch mittlere, ja sogar schlechte Qualität problemlos andrehen kann, -
so werden seit längerem auch die Wahlkämpfe der seriös aufgestellten Parteien ausnahmslos durch Werbeagenturen gemacht. Die wiederum beachten alle die reale Erkenntnis, daß Wahlen in der Mitte gewonnen werden.

Das mußten gerade wir 68er erst schmerzhaft lernen und einsehen.
Denn was nutzt das ausgefeilteste Programm, die besten Leute, wenn es an der Vermarktungsstrategie fehlt, den Wunsch der Wähler nach keinen risikoreichen Wechseln nicht entsprochen werden kann und die ehrliche, Werbeagenturlose Partei dann noch nicht mal über die einprozentige Hürde für die Parteienfinanzierung, geschweige denn über die Fünfprozentklausel kommt ...
 
E

ExitUser

Gast
#5
Hallo Drueckebergerin,

Und habe meine ersten Erfahrungen mit Wasserwerfern gemacht....
Da bist Du dann ja mit allen Wassern gewaschen. :icon_wink: Diese Äquator-Taufe erhielt ich erstmals in Brokdorf.



"Jeht doch in`Osten ! "
Das habe ich damals mit dem Zusatz, dass dort doch "Zucht und Ordnung" herrsche, augenzwinkernd den Adolf von Thadden-Anhängern entgegengehalten. Sie waren dann schwerst irritiert.
 

Hexe45

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#7
Das mußten gerade wir 68er erst schmerzhaft lernen und einsehen.
Denn was nutzt das ausgefeilteste Programm, die besten Leute, wenn es an der Vermarktungsstrategie fehlt, den Wunsch der Wähler nach keinen risikoreichen Wechseln nicht entsprochen werden kann und die ehrliche, Werbeagenturlose Partei dann noch nicht mal über die einprozentige Hürde für die Parteienfinanzierung, geschweige denn über die Fünfprozentklausel kommt ...

:icon_lol::icon_lol: Lol Lol Lol

Sorry @ Heinz aber das ausgerechnet du--" Wir 68iger " schreibst hat mich vor Lachen dann doch vom Stuhl gehauen.

Ich war 68 erst 5, habe also später als Jugendliche nur noch die Ausläufer der 68iger real erlebt.

Aber du hast mit 68igern wie Rudi Dutschke ungefähr so viel gemeinsam wie ein LKW mit einer Rolle Nähgarn.

Die haben doch genau das bekämpft wofür du stehst.

Du bist obrigkeitshörig, hast ein gestörtes Verhältnis zu Frauen und eine Neigung nach oben hin zu buckeln was das Zeugs hält.

SIch hier als 68iger hinzustellen ist ja wohl ein wenig anmaßend.

LG
Hexe
 

Arania

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#8
Meine Güte, wer ist wohl gestörter? Jemand der immer alle anderen persönlich angreift und überhaupt nichts von deren Lebensgeschichte weiss?
 

Rounddancer

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#9
Arania, Du hast Recht.

Hexe45 ist ja viel zu jung, um das wissen und ermessen zu können.
Und mit vielzuvielen Vorurteilen und Halbwissen behaftet.

Sie weiß noch so vieles nicht.

Aber das soll sie mit sich und unser aller Schöpfer ausmachen.

Wie schnell das. gehen kann, mußte leider einer meiner Neffen vorgestern Abend erfahren:

bkz-online

...und der hatte Auto, Motorrad, seit sechs Wochen eine neue Freundin, einen Job mit angekündigter Beförderung zum 1.Koch und Gehaltserhöhung ...

Wie heißt es doch: "An einem Tag -, keiner weiß wann, - wirst Du gefragt - was hast DU getan ..."
 

Hexe45

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#10
:biggrin:
Grad die, die nicht über ihren Tellerrand hinaus schauen können, werfen anderen Lebensunerfahrenheit vor.

Cool so abgebügelt zu werden :icon_smile:, ein Indiz den Nerv getroffen zu haben.

Obrigkeitshörigkeit ist kein Indiz für Wiesheit, sondern eher ein Beleg gar nichts gelernt zu haben.

Angriff hin und Angriff her, Heinz und 68iger Bewegung haben so gar nix gemeinsam.
 
E

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#11
Sehr schön Hexe45...

...und wieder driftet ein Thread ins persönliche ab und die Streitkultur leidet und entpuppt sich erneut als reine persönliche Angriffe. :icon_neutral:
 

Arania

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#12
Arania, Du hast Recht.

Hexe45 ist ja viel zu jung, um das wissen und ermessen zu können.
Und mit vielzuvielen Vorurteilen und Halbwissen behaftet.

Sie weiß noch so vieles nicht.

Aber das soll sie mit sich und unser aller Schöpfer ausmachen.

Wie schnell das. gehen kann, mußte leider einer meiner Neffen vorgestern Abend erfahren:

bkz-online

...und der hatte Auto, Motorrad, seit sechs Wochen eine neue Freundin, einen Job mit angekündigter Beförderung zum 1.Koch und Gehaltserhöhung ...

Wie heißt es doch: "An einem Tag -, keiner weiß wann, - wirst Du gefragt - was hast DU getan ..."

Erstmal herzliches Beileid Heinz und zu Hexe45 kann man nur sagen, solche unmenschlichen Aussagen kann man nur überlesen, hoffentlich wird sie nicht mal mit der Realität des Lebens konfrontiert und ist dann völlig überrascht
 
E

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#13
Unter 68er-Bewegung werden verschiedene, meist linksgerichtete Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen zusammengefasst, die mehr oder weniger zeitlich parallel Ende der 1960er-Jahre stattgefunden haben. Der Name bezieht sich auf das Jahr 1968, in dem einige der von diesen Bewegungen thematisierten Konflikte eskalierten, insbesondere in den USA in den Antikriegsdemonstrationen und den Folgen der Ermordung Martin Luther Kings, in Europa in diversen außerordentlichen zivilen Auseinandersetzungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch in Deutschland bezeichnet man hiermit häufig vereinfachend die Deutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre. Die 68er-Bewegung hat der 68er-Generation ihren Namen gegeben, für die die späten 60er-Jahre eine prägende Phase darstellt.
Die 68er - Gunter Pirntke - Historisches - new ebooks
fand ich ganz spannend zu lesen. Ist gratis.
Gruss
Zid
 

Hexe45

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#14
Sehr schön Hexe45...

...und wieder driftet ein Thread ins persönliche ab und die Streitkultur leidet und entpuppt sich erneut als reine persönliche Angriffe. :icon_neutral:
Danke für die Blumen :icon_smile:, auch steht es dir frei -es als persönlichen Angriff zu bezeichnen, wenn ich schreibe, das 68iger und Heinz ungefähr so passen wie die Faust aufs Auge.
Aber ich schreibe die Wahrheit. Mir stößt hier auer auf, daß die, die nicht bereit sind, gegen HartzIV auch nur das geringste zu riskieren hier langsam den Ton angeben.

Die zerschreddern für mich die Threads hier, die zB Themen wie die der OA ins absurde abdriften lassen.

Die, die ihre sadistische Freude über ein Urteil zur Bettlägrigkeit hier kaum unterdrücken können.

Diese machen für mich erst den Kampf gegen HartzIV zum Kampf gegen die Windmühlen.

Die, die nix riskieren, wollen mir einen von Lebenserfahrung erzählen.

Und stellen sich hier noch als die Erben Rudi Dutschkes hin, das ist in meinen Augen einfach nur noch feist.

LG
Hexe
 

Hexe45

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#15
Erstmal herzliches Beileid Heinz und zu Hexe45 kann man nur sagen, solche unmenschlichen Aussagen kann man nur überlesen, hoffentlich wird sie nicht mal mit der Realität des Lebens konfrontiert und ist dann völlig überrascht
Also im Mom bin ich mit der Realität des Lebens anscheinend mehr konfrontiert als du.
Na ja denke daß war wohl n kleiner Witz deinerseits.
 

Drueckebergerin

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#16
Die zerschreddern für mich die Threads hier, die zB Themen wie die der OA ins absurde abdriften lassen.
@ Hexe 45
Vielleicht noch mal Titel und Eigangspost lesen, bevor Du anderen schreddern vorwirfst? :icon_kinn:

Es geht hier um den heutigen Umgang der sich als Linke bezeichnenden miteinander....
 

dr.byrd

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#17
Die Linke hasst nicht ihre Gegner, sondern die scheiß anderen Linken. Aber das Problem ist alt. Viele Linke verstehen ihr Linkssein als Religion, als theoretische Auseinandersetzung, und anstatt sich am politischen Gegner abzuarbeiten, beharkt man sich untereinander. Nur meine Theorie ist die richtige Theorie - und alle anderen Theorien sind Gotteslästerungen.
Weiterlesen auf: Duckhome

incl. Top 10 der Sofortmaßnahmen.
 

Arania

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#18
Also im Mom bin ich mit der Realität des Lebens anscheinend mehr konfrontiert als du.
Na ja denke daß war wohl n kleiner Witz deinerseits.

War kein Witz, lesen bildet normalerweise, aber nur wenn man das Gelesene auch versteht
Ich habe nirgendwo sadistische Freude gezeigt über ein Urteil, es geht mir nur um Rechtssicherheit

Und mein Kampf gegen Ungerechtigkeiten - auch gegen Hartz IV- dauert imho länger als Deiner, schon weil ich älter bin, und ist noch dazu in den Annalen der Politik schriftlich dokumentiert
 

Hexe45

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#20
War kein Witz, lesen bildet normalerweise, aber nur wenn man das Gelesene auch versteht
Ich habe nirgendwo sadistische Freude gezeigt über ein Urteil, es geht mir nur um Rechtssicherheit

Und mein Kampf gegen Ungerechtigkeiten - auch gegen Hartz IV- dauert imho länger als Deiner, schon weil ich älter bin, und ist noch dazu in den Annalen der Politik schriftlich dokumentiert
War mir schon klar, daß das kein Witz war, aber wie du schon so schön sagtest, lesen bildet, aber nur wenn man es auch versteht:icon_smile:
Auch muß ich schmunzeln, wenn man einer END40igerin erzählen will, über keine Lebenserfahrung zu verfügen.
Im übrigen sollte man Lebenserfahrung nicht mit in der Vergangenheit stehen geblieben zu sein verwechseln.
Der Spruch: -Traue keinem über 30- kam ja von den 68igern.
Aber genug jetzt, habe meine Konsequenzen für mich gezogen.
 

Rounddancer

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#21
Und mein Kampf gegen Ungerechtigkeiten - auch gegen Hartz IV- dauert imho länger als Deiner, schon weil ich älter bin, und ist noch dazu in den Annalen der Politik schriftlich dokumentiert
Geht mir auch so. Als wir schon die Auslieferung der BILD-Zeitung blockierten, als wir dann später für die Freiheit für Angela Davis demonstrierten und kämpften, da hatte Hexe45, wie Lothar Späth hier sagen würde- noch Hemd und Hose in einem Stück an.

PS: Danke!
 

Emma13

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#22
Arania, Du hast Recht.

Hexe45 ist ja viel zu jung, um das wissen und ermessen zu können.
Und mit vielzuvielen Vorurteilen und Halbwissen behaftet.

Sie weiß noch so vieles nicht.

Aber das soll sie mit sich und unser aller Schöpfer ausmachen.

Wie schnell das. gehen kann, mußte leider einer meiner Neffen vorgestern Abend erfahren:

bkz-online

...und der hatte Auto, Motorrad, seit sechs Wochen eine neue Freundin, einen Job mit angekündigter Beförderung zum 1.Koch und Gehaltserhöhung ...

Wie heißt es doch: "An einem Tag -, keiner weiß wann, - wirst Du gefragt - was hast DU getan ..."
Das tut mir leid für dich Heinz - und auch besonders für den jungen Mann - der unter Umständen noch ein ganzes Leben vor sich gehabt hätte - wenn er sich und seine Möglichkeiten nicht überschätzt hätte !

Grüße - Emma
 

B. Trueger

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#23
Lol Lol Lol

Sorry @ Heinz aber das ausgerechnet du--" Wir 68iger " schreibst hat mich vor Lachen dann doch vom Stuhl gehauen.

Ich war 68 erst 5, habe also später als Jugendliche nur noch die Ausläufer der 68iger real erlebt.

Aber du hast mit 68igern wie Rudi Dutschke ungefähr so viel gemeinsam wie ein LKW mit einer Rolle Nähgarn.

Die haben doch genau das bekämpft wofür du stehst.

Du bist obrigkeitshörig, hast ein gestörtes Verhältnis zu Frauen und eine Neigung nach oben hin zu buckeln was das Zeugs hält.

Sich hier als 68iger hinzustellen ist ja wohl ein wenig anmaßend.

LG
Hexe
Ich habe ihn ja Gott sei´s gedankt auf Igno, weil das kriecherische Geschleime ja nicht ertragbar ist. Was ich aber hier noch in den Zitaten lesen muss ist der Brüller schlecht hin :icon_lol:

Rounddancer ein Alt-68er :icon_lol: Da war er 15, hat gerad mal seine Ausbildung begonnen. Zudem, ein 68er, der in der CDU war/ist?, der sowas von sich gibt wie in dem Zitat von Drückebergerin in diesem Beitrag :icon_lol:
Der 68iger, der ZAF bewirbt und umjubelt :icon_lol: Ich mach mich nass. Das toppt ja nun wirklich alles. Hilfe, Hilfe, Hilfe

Wenn das Dutschke lesen würde, der würde sich im Grabe umdrehen. Und Student war der Heinz auch net, das nur mal am Rande. Mit fremden Federn schmücken scheint hier ja mittlerweile populär geworden zu sein.


Ich musste leider die 2 LOL-Smileys von Hexe entfernen, sonst hätte ich mich nicht virtuell hinlegen können. Nicht bös sein Hexe.




Ich bin übrigens mit deiner Sicht über Rounddancer völlig d'accore Hexe. Voll umfänglich.
 

Rounddancer

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#24
Nun, da weißt Du noch viel nicht. Bei den Studentendemos konnte man auch als Schüler sein,- und das war ich.
In der CDU war ich erst etliche Jahre später. Zieh mal vom Jahr, indem Lothar Späth wegen seiner Amigo-Affäre zurücktreten mußte, elf Jahre ab, dann haste das Jahr, in dem ich in die CDU eintrat.

Irgendwo im Forum hier steht mein politischer Lebenslauf.
 

Drueckebergerin

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#26
Ich war auch erst 15, das SCHRUB ich im Eingangsposting und studiert hab ich auch nicht :)
@ arania!
Wie das woanders war weiß ich nicht, aber hier in Westberlin gabs unter anderem Lehrlingsbewegungen (Azubis gabs erst vieeeel später), da durften neben den Studenten auch Lehrlinge demonstrieren gehen.:icon_twisted:
In unserem Kollektiv "Rote Rübe Spandau" (jawoll, wir hatten neben anderem auch Spaß !) war glaub ich alles vertreten.

Ist der Thread eigentlich umbenannt worden, haut den Heinz, oder soo? :confused:
 
E

ExitUser

Gast
#28
Was soll denn der ganze Irrfug?

Hat nicht jede/r von uns mal in der Vergangenheit einen politischen Fehltritt begangen?

Sind wir denn so heilig, dass wir uns über andere zu stellen vermögen? :cool:
 

Arania

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#29
Nein, aber man hat eine Glaskugel die einem Allwissenheit verleiht
Ausserdem hat Heinz einen nahen Verwandten verloren, sollte man da jetzt nicht aufhören hier auf ihm herumzutrampeln?

Zumal das alles Off Topic ist
 

ethos07

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#30
Das tut mir leid für dich Heinz - und auch besonders für den jungen Mann - der unter Umständen noch ein ganzes Leben vor sich gehabt hätte - wenn er sich und seine Möglichkeiten nicht überschätzt hätte !

Grüße - Emma
Auch mein Mitgefühl für die Angehörigen und dich als Verwandtem des jungen Mannes, Roundancer ... Es ist so traurig, dass so viele junge Menschen Opfer dieser dummen, privatkapitalistisch organisierten Motorisierung werden... :icon_eek:

* * *

Wir könnten ja zur Abwechslung mal über andere , sozialistische oder wie auch immer organisierte Verkehrskonzepte diskutieren?

Denn was ein "solidarischer Kapitalismus" sein soll - meine Güte: dabei stehen mir nur alle Haare sofort zu Berge.

Ich suche mal nachher noch einen neuen Beitrag von Rainer Roth heraus, der genau diese harmoniesüchtige Perspektive als ungangbar entlarvt - wenn ich mich richtig erinnere. (Muss erstmal noch ein paar Emails erledigen und noch was essen, bevor ich suche.)

Übrigens: Nicht nur Lesen sondern auch gut, ggf. sogar scharf geführte Debatten schärfen den Verstand und die politischen Linien - ganz egal in welchem Alter. Nur durch Reibung gibt's Feuer. :).

In einer freundlich alle Differenzierungen zudeckenden Sauce kommen wir nämlich genau so wenig weiter wie in doktrinären Engstirnigkeiten.
Klare Bündnisspolitik zwischen eigenständigen, verschiedenen Linien, die klar herausgearbeitet sind, denke ich, sind nötig.

Ist zwar mühsam, dauert alles etwas länger, aber bringt allen Seiten mehr Einsicht und Können.
 

Rounddancer

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#31
Bei allem Respekt, aber hier hat sich Heinz einen Schuh angezigen der so ungefähr 5 Nummern zu groß ist.
Haste das immer noch nicht kapiert, daß der Schuh MIR genau paßt,- aber Dir nicht.

Basta.


Vielleicht solltest Du Dich einfach in Deinem Coven mal nachschulen lassen?

Eines ist in jedem Fall klar: ICH bin 68er,- Du nicht.
 

Rounddancer

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#32
Auch mein Mitgefühl für die Angehörigen und dich als Verwandtem des jungen Mannes, Roundancer ... Es ist so traurig, dass so viele junge Menschen Opfer dieser dummen, privatkapitalistisch organisierten Motorisierung werden... :icon_eek:
Danke. Nun, er hatte letztes oder vorletztes Jahr schon einen Motorradunfall, damals mußte er einem Tier ausweichen. Komplizierte Fraktur, viele Schrauben, die waren erst vor vier Wochen oder so rausgekommen.

Mein Bruder sagte heute: "Ich konnt' ihm das Motorrad ja nicht wegnehmen oder verbieten, er war ja volljährig, und wenn ichs gemacht hätte, wäre er heimlich gefahren."
Zudem: Mein Bruder fährt auch Motorrad.
 

Hexe45

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#33
Haste das immer noch nicht kapiert, daß der Schuh MIR genau paßt,- aber Dir nicht.

Basta.


Vielleicht solltest Du Dich einfach in Deinem Coven mal nachschulen lassen?

Eines ist in jedem Fall klar: ICH bin 68er,- Du nicht.
Schön deinen Nerv zu treffen. Ich muß mich in keinem Coven nachschulen lassen, ich verkneife mir mal dir den Unterschied zwischen Coven und Orden zu erklären.

Ich habe nie behauptet 68iger zu sein und du bist eben keiner.

Geschult hat mich im übrigen die Uni.
 

Arania

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#35
Geschult hat mich im übrigen die Uni.
Tja, was man im Herzen haben sollte, das vermittelt die Uni leider nicht, und Verstand übrigens auch nicht, nur angelerntes Wissen, wenn man sich damit brüstet und meint sich über andere stellen zu können, dann kann man einem nur leid tun
 
E

ExitUser

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#36
Ich hoffe nicht, dass es nun endlos so weiter geht.

Wenn doch, dann hätte ich noch ein Zitat parat. :cool:

Von Eugen Egner, einem Wuppertaler Autor, Zeichner und Karikaturisten:

Glücklich ist,
wer vergißt,
daß er nicht zu retten ist

Er meinte damit wohl nicht unseren wackeren Kämpfer gegen die Startbahn West, Herrn Fischer. :icon_kinn:
 

Hexe45

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#37
Tja, was man im Herzen haben sollte, das vermittelt die Uni leider nicht, und Verstand übrigens auch nicht, nur angelerntes Wissen, wenn man sich damit brüstet und meint sich über andere stellen zu können, dann kann man einem nur leid tun
Oh jetzt reißt man schon Zitate aus dem Zusammenhang um Posts betrügerisch zu manipulieren.

:icon_lol::icon_lol:

Aber schön daß du dich schwarz ärgerst, ach ja und die letzen Stunden nehm ich dich auf Igno und Ruh iss :icon_mrgreen:
 

Drueckebergerin

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#38
Auch mein Mitgefühl für die Angehörigen und dich als Verwandtem des jungen Mannes, Roundancer ... Es ist so traurig, dass so viele junge Menschen Opfer dieser dummen, privatkapitalistisch organisierten Motorisierung werden... :icon_eek:

* * *
Übrigens: Nicht nur Lesen sondern auch gut, ggf. sogar scharf geführte Debatten schärfen den Verstand und die politischen Linien - ganz egal in welchem Alter. Nur durch Reibung gibt's Feuer. :).
In einer freundlich alle Differenzierungen zudeckenden Sauce kommen wir nämlich genau so wenig weiter wie in doktrinären Engstirnigkeiten.
Klare Bündnisspolitik zwischen eigenständigen, verschiedenen Linien, die klar herausgearbeitet sind, denke ich, sind nötig.
Ist zwar mühsam, dauert alles etwas länger, aber bringt allen Seiten mehr Einsicht und Können.
Genau so sehe ich das auch.
Ich streite immer wieder gerne mit Dir und Anderen ! :icon_party:
natürlich konstruktiv ohne dummes, hämisches Gegenseitig-nieder-machen.

Just my two cents.
 

FrankyBoy

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#39
Also den Tread habt ihr ziemlich "zerschrieben" - 1968 war ich stolzer Besitzer eines Dreirads und ich kann mich noch einigermaßen daran erinnern, was ich dort erlebt habe - 1969, 1970, 1971 - das war die Zeit in der wir als kleine Kids zusammen mit größeren auf der Wiese gesessen haben und aus Gänseblümchen Haarkränze geflochten hatten - von den älteren lies jemand eine Geschichte vor oder wir diskutierten z. B. darüber, ob wir morgen auf die Pferdewiese gehen und Würfelzucker für die Vierbeiner organisieren.

Obwohl ich in einer Großstadt aufgewachsen bin, kannte in der Umgebung jeder jeden und wenn die Eltern nicht zu Hause waren dann war es jederzeit möglich zu anderen Familien zu gehen um sich zu unterhalten etc.

Die Ellebogenmenthalität zog meiner Meinung nach erst in den letzten Monaten der Regierung Schmidt - also in den frühen 80iger Jahren ein und seither verschärft sie sich immer weiter, dank Medien wie RTL, Sat1, Blöde-Zeitung etc...

Vor ettlichen Monaten habe ich auf einer Sitzung des Stadtverbandes meiner Partei auch mal gesagt, dass ich diese Hippiezeit vermisse - erinnere mich noch gut daran, wie Onkel Fritz etc. sich leidenschaftlich mit uns unterhalten hat - wenn die Zeit es zulässt, mache ich dies bei meinen Kunden auch - egal ob 3 oder 103 Jahre jung...
 

dr.byrd

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#40
Mein 1968

Zu einer Demo während eines Schülerstreiks wurden wir von Schülern einer anderen Schule abgeholt. Die standen auf dem Schulhof und riefen, wir sollten raus kommen und mitmachen.

Unser Direktor (Graf Stanislaus von Kalckreuth) hatte die Türen verschlossen. Viele sprangen aus dem Fenster, ich auch.

Die Demo machte Spaß. Wir hatten viele Sprechchöre und rannten immer untergehakt.

Ich lernte zu der Zeit meine erste Freundin kennen (natürlich Revolutionärin), rauchte meinen ersten Joint Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen und las Agit 883. Abends saß ich im Black Corner, in meinen Ohren war Yoo Doo Right von Can (Monster Movie)

Am Tag nach der Demo gab es Verweise, die aber nach einiger Zeit wieder zurück genommen wurden. - In diesem Jahr blieb ich sitzen.

Der ältere Bruder meines besten Freundes war zwei Klassen über mir mit Ezra Gerhardt in einer Klasse. Leider beachteten die führenden Revolutionäre uns noch nicht.

Berliner antiautoritäre Schüler

Gut nachlesen kann man das in:

Kinderkreuzzug oder beginnt die Revolution in den Schulen?
Von Günter Amendt
Veröffentlicht von Rowohlt, 1968
197 Seiten

Ist zwar vergriffen aber antiquarisch zu erhalten.


P.S. Erwerbslosigkeit war mir damals nicht bekannt.
 

dr.byrd

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#41
Kick Out The Jams - Mother****ers (MC5), oder wie es weiter ging:

Nachdem das System kurzfristig verunsichert war und Zugeständnisse machte - in unserer Schule wurde z.B. ein Schülerparlament mit Mitspracherechten gewählt - besann man sich schnell.

Allüberall wurden vom Verfassungsschutz Spitzel, Spaltpilze und Provokateure eingeschleust. Die Szene zersplitterte in tausend Grüppchen, die alle gaaaaanz genau wußten, wo es lang geht, oder wurde kriminalisiert.

Teile und herrsche!

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, wenn wir es nicht selbst tun.
 

Dora

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#42
Die 68-er...

Was heißt "Wir 68-er"? Geht ja wohl danach wie alt jemand 1968 war. Na, wahrlich ich sage euch, die große Mehrheit der 1968 volljährigen Bevölkerung würde ich nicht als "68-er" bezeichnen und umgekehrt die sich auch nicht. :icon_smile:

Damals als Pubis an einem humanistischen Gymnasium in Bayern stimmten wir statt des Morgengebets zur Provokation schon mal die Internationale an, Imperialismus und Vietnamkrieg wurde zum Thema fast jeder Unterrichtsstunde gemacht, Lehrer zu ihren Erinnerungen an die NS-Zeit befragt und so sorgten wir für reichlich Ärger. Über der Turnhalle stand noch der Spruch "Mens sana in corpore sano" und griechische Philosophen und Mythen eigneten sich bestens auch den Unterricht in Griechisch und Latein auf uns beschäftigende Themen zu lenken. Vorwiegend kamen die SchülerInnen aus gehobenen Schichten und ich gehörte zur verschwindend kleinen Gruppe der als Alibi dienenden, "begabten" Arbeiterkinder. Da begeneten sich zwei Welten und die einen erhielten einen tiefen Einblick in die des jeweils anderen. Doppelmoral, Verlogenheit, Feigheit, Duckmäusertum, vorauseilender Gehorsam, Nur-nicht-auffallen. Gier nach gesellschaftlichen Aufstieg, Ansehen, Macht und Geld. Das aufzudecken oder benennen wurde von manchen Lehrern und Eltern als Kriegserklärung genommen. Meinen besten Freund Johannes hab ich mit 16 verloren. Aber er war nicht der einzige, der den Freitod wählte, auch wenn es z. B. in einem anderen Fall als Jagdunfall hingestellt wurde.

Nach Lehrerkonferenzen wegen meines Verhaltens, in denen man sich u. a. nicht darüber einigen konnte, wer von den beiden Gruppen wohl wen zum "Aufruhr" verleitet haben könnte und andererseits die Rolle als Pädagogen nicht ganz unter den Tisch fallen lassen wollte, habe ich dann mit der "Besonderen Prüfung" = "mittlere Reife" meinen Abgang gemacht. Raus, weg von allem, von der Schule, von zu Hause! Nichts wie weg!

Wie wohl zu allen Zeiten gab es auch damals schon Mitläufer und Trittbrettfahrer die sich heute je nach Partei in der sie gerade sind im Nachhinein eine Legenda zurecht stricken von "ihrem Kampf" in 1968 und danach - oder diese Zeit aussparen, wenn es für die andere Partei nicht so passt. Derlei Eiertanz ist das Merkmal heutiger Karrieristen in der Parteienwelt.
Wie hieß es damals? Wer nach allen Seiten offen ist kann nicht ganz dicht sein! Heute gilt nach allen Seiten offen zu sein so manchem als Erfolgsrezept.

Die "68-er" als Bewegung waren stark emanzipatorisch geprägt.
Politisch, gesellschaftlich und im Hinblick auf die Geschlechter. Und von einer Analyse der jeweiligen Zustände, der Benennung der Ursachen und den daraus abgeleiteten Zielen. Die Wege dahin und die Ziele selbst wurden heftigst diskutiert, insbesondere nach dem Tod von Benno Ohnesorg im Sommer 1967 und dem Anschlag auf Rudi Dutschke im April des darauffolgenden Jahres. Obwohl ich in dieser Zeit auch Entwicklungsbedingt begonnen hatte mich selbst zu befreien, also eine Menge Kämpfe führte, hatte ich mich noch nie so aufgewühlt, so betroffen und auch elend gefühlt. Etliche FreundeInnen habe ich noch verloren damals und in den Jahren danach. Das alles wiederzugeben würde ein Buch füllen. Bin ich deshalb ein "68-er"? Was ist ein "68-er"?

Jede Generation hat ihre Zeit.

Mein ganzes Leben lang war ich in BIs und Inis etc. und habe Parteien gemieden. Aber Alter schützt vor Torheit nicht. Habe mich dann über etliche Monate doch weich klopfen lassen, in die WASG einzutreten. Da bestätigte sich, wovon ich auch schon 1968 überzeugt war: Parteien ändern nichts, sonst wären sie verboten. Das gilt heute mehr denn je. Der Anteil an Egomanen, Karrieristen und Wichtigtuern in den Parteien ist in über vier Jahrzehnten kapitalistischer Erziehung und Meinungsteuerung noch gewachsen und der rasant wachsende, ökonomische Druck spült sie selbst in die kleinste Partei. Da strampeln und zappeln sie dann wie der berühmte Frosch im Milchglas in der Hoffnung aus der Milch werde Butter. Und wer sich von denen gerne unterbuttern und einlullen lassen will, ist da genau richtig.
WASG und PDS wurden per "Fusion" zu einer Bundespartei und dieser aus Erfolgsstrategischen Überlegungen heraus das Label "Die LINKE." verpasst. Clever! Da waren echte Profis am Werk. Kapitalistische Strategien für erfolgreiche Vermarktung bestimmen Denken und Handeln auch der Polit-Karrieristen. Welch ein Erfolg!

...und die anderen Linken?

Die hatten schon zu WASG-Zeiten die Partei recht schnell wieder verlassen oder waren gar nicht erst eingetreten. In einer Umfrage gaben von allen, die sich selbst als "Linke" sehen, nur 10 % an, sich vorstellen zu können die Partei Die LINKE. zu wählen oder Mitglied zu werden. Wer sind die anderen Linken?

In Frankfurt auf der Demo hab ich einige wenige wiedergesehen und gesprochen. "Alt-Linke", die sich offensichtlich treu geblieben sind. Bunt und vielfältig kommen sie daher. Ungebunden und frei wollen sie sein, aufrecht. Was ich in der WASG erlebt habe, haben manche schon bei den GRÜNEN hinter sich gebracht. Sie tragen vorwiegend keine Fahnen sondern selbst gemachte Schilder oder Hemden und liebevoll Gebasteltes. Phantasievoll, vielfältig. Und, weiss der Himmel wie das kommt, manche sind nicht nur innerlich sondern tatsächlich jung. Da wird mir ganz warm ums Herz. Nostalgie?
Und noch immer lehnen sie es ab den Vertretern des politischen Establishments zuzuhören. Pfiffe, Buh-Rufe auf dem Römer für Lafontaine. Sind das die - "anderen" - Linken? Sind es die "Alt-Linken" und ihre neue Generation?
.
 

dr.byrd

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#43
In einer Umfrage gaben von allen, die sich selbst als "Linke" sehen, nur 10 % an, sich vorstellen zu können die Partei Die LINKE. zu wählen oder Mitglied zu werden. Wer sind die anderen Linken?
Donnerwetter!!! Deutschland sozusagen komplett links. - Es merkt nur keiner. :icon_wink:
 
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#44
Eine Verständnisfrage:
warum ist es bei einem Lehrer geblieben? Das Ziel hätte doch sein müssen, die Diktatur auch im Klassenzimmer abzuschaffen. So sind die Klassenzimmer immer geprägt von einer universellen Sicht eines Einzelnen geblieben.

Habt ihr euch auch geholfen wenn es ans Eingemachte ging? Konntet ihr auch Geldfragen beantworten, wenn mal einer in Schwierigkeiten bekam. Gründe für Sanktionen finden und fanden sich ja immer schnell. Aber einen gemeinsamen Rückhalt zu entwickeln, in einer weitgehend autonom zusammengesetzten Gemeinschaft?

Selbstverständlich ist so etwas ja nicht. Politische Ansichten haben zu Freundschaften geführt oder sehe ich das falsch? Waren diese Freundschaften fragil oder von Dauer? Ich brenne darauf mehr zu erfahren. Ich liebe Erzählungen von Menschen die Zeitgeschichte erlebt haben. im Gegensatz zu Geschichten von systemumwickelten Historikern.

Gruss
Zid
 

Dora

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#45
Donnerwetter!!! Deutschland sozusagen komplett links. - Es merkt nur keiner. :icon_wink:
....tja - wenn diejenigen, die im Rund der Mitte tanzen sich links sehen - kommt das vermutlich hin...:icon_smile:

Aber mal im Ernst: Haste den Satz nicht richtig gelesen? Da steht nicht, wie viele der Befragten angegeben hatten, dass sie selbst sich als politisch "links" sehen würden. Mal suchen, vielleicht find ich den Bericht zu dieser Umfrage noch.
.
 

Hexe45

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#46
Die 68-er...

Was heißt "Wir 68-er"? Geht ja wohl danach wie alt jemand 1968 war. Na, wahrlich ich sage euch, die große Mehrheit der 1968 volljährigen Bevölkerung würde ich nicht als "68-er" bezeichnen und umgekehrt die sich auch nicht. :icon_smile:

Damals als Pubis an einem humanistischen Gymnasium in Bayern stimmten wir statt des Morgengebets zur Provokation schon mal die Internationale an, Imperialismus und Vietnamkrieg wurde zum Thema fast jeder Unterrichtsstunde gemacht, Lehrer zu ihren Erinnerungen an die NS-Zeit befragt und so sorgten wir für reichlich Ärger. Über der Turnhalle stand noch der Spruch "Mens sana in corpore sano" und griechische Philosophen und Mythen eigneten sich bestens auch den Unterricht in Griechisch und Latein auf uns beschäftigende Themen zu lenken. Vorwiegend kamen die SchülerInnen aus gehobenen Schichten und ich gehörte zur verschwindend kleinen Gruppe der als Alibi dienenden, "begabten" Arbeiterkinder. Da begeneten sich zwei Welten und die einen erhielten einen tiefen Einblick in die des jeweils anderen. Doppelmoral, Verlogenheit, Feigheit, Duckmäusertum, vorauseilender Gehorsam, Nur-nicht-auffallen. Gier nach gesellschaftlichen Aufstieg, Ansehen, Macht und Geld. Das aufzudecken oder benennen wurde von manchen Lehrern und Eltern als Kriegserklärung genommen. Meinen besten Freund Johannes hab ich mit 16 verloren. Aber er war nicht der einzige, der den Freitod wählte, auch wenn es z. B. in einem anderen Fall als Jagdunfall hingestellt wurde.

Nach Lehrerkonferenzen wegen meines Verhaltens, in denen man sich u. a. nicht darüber einigen konnte, wer von den beiden Gruppen wohl wen zum "Aufruhr" verleitet haben könnte und andererseits die Rolle als Pädagogen nicht ganz unter den Tisch fallen lassen wollte, habe ich dann mit der "Besonderen Prüfung" = "mittlere Reife" meinen Abgang gemacht. Raus, weg von allem, von der Schule, von zu Hause! Nichts wie weg!

Wie wohl zu allen Zeiten gab es auch damals schon Mitläufer und Trittbrettfahrer die sich heute je nach Partei in der sie gerade sind im Nachhinein eine Legenda zurecht stricken von "ihrem Kampf" in 1968 und danach - oder diese Zeit aussparen, wenn es für die andere Partei nicht so passt. Derlei Eiertanz ist das Merkmal heutiger Karrieristen in der Parteienwelt.
Wie hieß es damals? Wer nach allen Seiten offen ist kann nicht ganz dicht sein! Heute gilt nach allen Seiten offen zu sein so manchem als Erfolgsrezept.

Die "68-er" als Bewegung waren stark emanzipatorisch geprägt.
Politisch, gesellschaftlich und im Hinblick auf die Geschlechter. Und von einer Analyse der jeweiligen Zustände, der Benennung der Ursachen und den daraus abgeleiteten Zielen. Die Wege dahin und die Ziele selbst wurden heftigst diskutiert, insbesondere nach dem Tod von Benno Ohnesorg im Sommer 1967 und dem Anschlag auf Rudi Dutschke im April des darauffolgenden Jahres. Obwohl ich in dieser Zeit auch Entwicklungsbedingt begonnen hatte mich selbst zu befreien, also eine Menge Kämpfe führte, hatte ich mich noch nie so aufgewühlt, so betroffen und auch elend gefühlt. Etliche FreundeInnen habe ich noch verloren damals und in den Jahren danach. Das alles wiederzugeben würde ein Buch füllen. Bin ich deshalb ein "68-er"? Was ist ein "68-er"?

Jede Generation hat ihre Zeit.

Mein ganzes Leben lang war ich in BIs und Inis etc. und habe Parteien gemieden. Aber Alter schützt vor Torheit nicht. Habe mich dann über etliche Monate doch weich klopfen lassen, in die WASG einzutreten. Da bestätigte sich, wovon ich auch schon 1968 überzeugt war: Parteien ändern nichts, sonst wären sie verboten. Das gilt heute mehr denn je. Der Anteil an Egomanen, Karrieristen und Wichtigtuern in den Parteien ist in über vier Jahrzehnten kapitalistischer Erziehung und Meinungsteuerung noch gewachsen und der rasant wachsende, ökonomische Druck spült sie selbst in die kleinste Partei. Da strampeln und zappeln sie dann wie der berühmte Frosch im Milchglas in der Hoffnung aus der Milch werde Butter. Und wer sich von denen gerne unterbuttern und einlullen lassen will, ist da genau richtig.
WASG und PDS wurden per "Fusion" zu einer Bundespartei und dieser aus Erfolgsstrategischen Überlegungen heraus das Label "Die LINKE." verpasst. Clever! Da waren echte Profis am Werk. Kapitalistische Strategien für erfolgreiche Vermarktung bestimmen Denken und Handeln auch der Polit-Karrieristen. Welch ein Erfolg!

...und die anderen Linken?

Die hatten schon zu WASG-Zeiten die Partei recht schnell wieder verlassen oder waren gar nicht erst eingetreten. In einer Umfrage gaben von allen, die sich selbst als "Linke" sehen, nur 10 % an, sich vorstellen zu können die Partei Die LINKE. zu wählen oder Mitglied zu werden. Wer sind die anderen Linken?

In Frankfurt auf der Demo hab ich einige wenige wiedergesehen und gesprochen. "Alt-Linke", die sich offensichtlich treu geblieben sind. Bunt und vielfältig kommen sie daher. Ungebunden und frei wollen sie sein, aufrecht. Was ich in der WASG erlebt habe, haben manche schon bei den GRÜNEN hinter sich gebracht. Sie tragen vorwiegend keine Fahnen sondern selbst gemachte Schilder oder Hemden und liebevoll Gebasteltes. Phantasievoll, vielfältig. Und, weiss der Himmel wie das kommt, manche sind nicht nur innerlich sondern tatsächlich jung. Da wird mir ganz warm ums Herz. Nostalgie?
Und noch immer lehnen sie es ab den Vertretern des politischen Establishments zuzuhören. Pfiffe, Buh-Rufe auf dem Römer für Lafontaine. Sind das die - "anderen" - Linken? Sind es die "Alt-Linken" und ihre neue Generation?
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Für mich war es der beste Artikel zu diesem Thema hier

Lieber Gruß
Hexe
 

ethos07

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#47
Eine Verständnisfrage:
warum ist es bei einem Lehrer geblieben? Das Ziel hätte doch sein müssen, die Diktatur auch im Klassenzimmer abzuschaffen. So sind die Klassenzimmer immer geprägt von einer universellen Sicht eines Einzelnen geblieben.

Das hat alles wie Dora beschrieb, viel persönlicher angefangen - es war einem als Jugendliche nicht wohl in der Haut und wir haben ganz nach und nach angefangen zu rebellieren. Schon reichlich vor 68'. Bei mir in der Klasse trug - und das war wirklich ein absolut mutige Provokation - eine plötzlich einen Minirock und auf die Aufforderung der Lehrer, sich wieder anständig anzuziehen gab sie schlagfertig Gegenargumente und kam dann auch weiterhin mit Minirock. Du musst bedenken: in den Jahren davor kam man gar nicht auf die Idee, dass Mädchen eigentlich auch Hosen anziehen könnten - dass war einfach absolut nicht drin - es sei den Skihosen. Usw. usf. - da waren wir noch weit entfernt von Aufstand im Klassenzimmer. Zumal man mir wie Dora offenbar auch im Gymnasium deutlich machte: Ihr seit die Auserwählten, ihr werdet es mal besser haben, ihr seid unsere künftigen Mehrbesseren... Wir hatten ja rund um 68 den ersten Nachkriegs-Bildungsboom und da sollten auch einige Kinder aus einfachen Verhältnissen nun besser gebildet werden - wenn auch noch in überschaubaren Zahlen.

Als ich zum Ersten Mal die Beatles hörte war ich richtig schockiert & aufgewühlt über diese Musik - die hörte ich ausgerechnet bei einer Klassenkameradin in einem ganz besonders feinen Bürgershaus, wo das auch ein absolute Protestakt von uns war: der Vater dieser Mitschülerin war nämlich Dirigent eines klassischen Kammerorchesters und da gab's sonst nur gesittetes Klassikhören... Usw. usf.

Und dann hatten wir natürlich auch einen absoluten Gerechtigkeitsfimmel und damit fing erst das gemeinsam Nachdenken, tage- und nächtelang Diskutieren und theoretische Begreifenwollen was in der Stadt und in der Welt alles anders werden muss an...

Ja, man könnte und wird ja vielleicht mal noch Erinnerungen über Erinnerungen zu dieser Zeit aufschreiben... :))



Habt ihr euch auch geholfen wenn es ans Eingemachte ging? Konntet ihr auch Geldfragen beantworten, wenn mal einer in Schwierigkeiten bekam. Gründe für Sanktionen finden und fanden sich ja immer schnell. Aber einen gemeinsamen Rückhalt zu entwickeln, in einer weitgehend autonom zusammengesetzten Gemeinschaft?

Selbstverständlich ist so etwas ja nicht. Politische Ansichten haben zu Freundschaften geführt oder sehe ich das falsch? Waren diese Freundschaften fragil oder von Dauer? Ich brenne darauf mehr zu erfahren. Ich liebe Erzählungen von Menschen die Zeitgeschichte erlebt haben. im Gegensatz zu Geschichten von systemumwickelten Historikern.

Gruss
Zid
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dr.byrd

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#48
Habt ihr euch auch geholfen wenn es ans Eingemachte ging? Konntet ihr auch Geldfragen beantworten, wenn mal einer in Schwierigkeiten bekam. Gründe für Sanktionen finden und fanden sich ja immer schnell. Aber einen gemeinsamen Rückhalt zu entwickeln, in einer weitgehend autonom zusammengesetzten Gemeinschaft?
Mit die effektivsten und viel Spaß bringenden Aktionen damals waren die "Rote Punkt Aktionen", die über einige Jahre in vielen deutschen Städten stattfanden. Ich konnte mich sehr gut kostenlos durch Berlin bewegen. Mit Freunden, die ein Auto hatten, fuhren wir manchmal nachts durch die Stadt, um Leute mitzunehmen und nach Hause zu bringen. - Bei guter Musik lernten wir nette Menschen kennen.

Auch die Gründung der "Roten Hilfe" fällt in diese Zeit. In der Buchhandlung in der ich meine Lehre machte, nachdem ich das Gymnasium wegen mangelnder Leistungsbereitschaft verlassen musste, packten wir Bücherpakete für die Leute im Knast (ich hatte einen linken Chef). - Hans Magnus Enzensberger, Uwe Johnson, ja selbst Günter Grass spendeten.

Die Rote Hilfe gibt es noch heute, den Roten Punkt sollte man wieder zum Leben erwecken.

Der Kampf geht weiter!
 

Drueckebergerin

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#49
Ohja, das mit dem "Roten Punkt " war super ! Man lernte nicht nur nette Leute kennen, ich hatte auch ein total lustiges Erlebnis.
Da hatte ich einmal einen rangewinkt, der ziemlich ratlos war....
Er fragte mich, ob ich ihn kenne, er wäre doch aus Westdeutschland.

Auf meinen Hinweis, daß er doch den roten Punkt am Auto hatte, stellte sich raus, daß ein Berliner Kumpel ihm das Auto geliehen hatte, ohne ihn aufzuklären, was es damit auf sich hatte.....
Ich habe oft bedauert, daß es diese Aktion nicht mehr gibt, besonders seit es hartzt.
Doc, Dein Vorschlag ist brillant, den solltest Du unbedingt weitertragen.:icon_daumen:

In welcher Buchhandlung hast Du Deine Ausbildung gemacht ?:icon_smile:
 

dr.byrd

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#50
In welcher Buchhandlung hast Du Deine Ausbildung gemacht ?:icon_smile:
In der Wohlthat´schen Buchhandlung in Berlin-Friedenau. Damals eine kleine Buchhandlung (gegr. 1895) in der auch die von mir genannten Dichter, die ja damals in Friedenau wohnten, ihre Bücher kauften.

Ich glaube 1976 (ich war schon nicht mehr dabei), verkaufte mein Chef über eine Anzeige im Berliner Extradienst die Buchhandlung an Ulrich Daniels, der daraus die heute bekannte Kette formte. Die Urzelle in Friedenau schloss er irgendwann, da ist heute eine Apotheke drin.
 
E

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#51
rote Punkt Aktionen in fremden Autos mit Beatles in den Ohren und Büchern in der Hand die beim Begreifen halfen. Klingt gut. Diese Aktionen heute würden aber wahrscheinlich anders aussehen. Die Menschen haben sich ja auch verändert. Vertrauen. Wie konntet ihr das gegenüber Menschen haben, die ihr nicht einmal kanntet? Ich meine, das hätte schlimm enden können. Aber ihr wart ja immer nur in Gruppen unterwegs, oder?

And now my life has changed in oh so many ways,
My independence seems to vanish in the haze.
Beatles

ist es so?

Gruss
Zid
 

Dora

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#52
Hallo zid,

für mich waren es lebendige, intensiv erlebte Zeiten! An die Rote-Punkt-Aktion kann ich mich auch noch gut erinnern. Aber auch an der Maloche gab es immer wieder - ich habe immer wieder woanders gearbeitet und fast alles durch - Fahrgemeinschaften.

Das Vertrauen kam wohl eher aus der Hippie-flower-power-Bewegung und Zeit, die unseren Kontinent auch erreicht hatte. Der Glaube, an das Gute im Menschen.
Bei den Linken (egal ob intellektuell oder Malocher) war das nicht so. Zwar gab es insbesondere bei den Intellektuellen den Anspruch: "Auch wenn ich nicht deiner Meinung bin, ich werde immer dafür eintreten, dass du sie sagen darfst!" In der Realität sah das aber dann bisweilen schon etwas anders aus. Und da die Linken von damals viel kritischer waren, war das bei ihnen mit dem Vertrauen nicht ganz so. Die eher unpolitischen Flower-Power-Anhänger hatten oder haben ja das Bild, dass der Mensch an sich gut ist und begegneten einem meist mit viel Vertauen. Und das vermischte sich mit dem Selbsbewusstsein der Linken der "68-er". Die waren überwiegend vielleicht nicht unbedingt so voll Vertrauen, aber durch ihr Selbsbewußtsein frei von vielen Ängsten.

Nur in Gruppen unterwegs? Naja, oft schon. Zu Demos, zu Konzerten - es war musikalisch ein wirklich goldenes Zeitalter!! Aber ich bin auch viel über große Strecken allein mit dem Daumen unterwegs gewesen. Immer was zum Musik machen (meist zwei drei Bluesharps) oder hören (Tragbare Kassettenrecorder, "Walkmann") mit dabei und habe auch ein Jahr auf der Straße verbracht. Ohne festen Wohnsitz (den hatte ich auf dem Papier, damals war mensch erst mit 21 Jahren volljährig). Unabhängigkeit, Freiheit! Im Wirtschaftswunder-Überflußland.

Von den Beatels hab ich sehr viel, inzwischen natürlich auch auf CD, aber es gab ein unfassbar großes Angebot an wirlich guter Musik und ich höre die heute noch sehr oft.

And now my life has changed in oh so many ways,
My independence seems to vanish in the haze.
Beatles

ist es so?
Leben ist Veränderung. Das ist so. Und wir hatten vor beidem keine Angst!
Auch die 68-er Generation ist älter und "erwachsen" geworden. Aber jede Generation hat ihre Zeit und bewahrt sich das Gute davon gern, will es weitergeben.

Nicht das Leben hat sich verändert, aber die Haltung der Menschen zum Leben.
Mit 20 wollte ich nie Kinder in diese Welt bringen. Anfang 30 war der Wunsch nach Kindern so unbändig stark und die Freude ist so groß, dass ich sagen kann: Verantwortung für das Leben und jetzt auch das meiner Kinder habe ich übernommen, freiwillig und gerne!
Aber meine Unabhängigkeit, nein, die ist nicht im Nebel verschwunden. Meine Kinder haben mit mir ihre ersten Demos im Tragetuch (ich mag Kinderwagen nicht) "erlebt". Es ist eine Frage der Einstellung, der Haltung zum Leben, es ist nicht das Leben selbst.
Beispiel: Du kannst deine Kinder (Familie) als Ausrede benutzen und sagen: Ich bin gebunden, ich habe Verantwortung, muss Rücksicht nehmen und kann deshalb dieses und jenes nicht oder muss deshalb dieses und jenes tun.
Du kannst aber auch die Haltung haben: Kinder gehören dem Leben, gehören zum (meinem) Leben dazu. Und was wir alle brauchen, auch Kinder, ist Liebe. Auch dazu die Beatels:
"All we need is love!"​

LG
Dora
.
 
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