Wilhelm Heitmeyer gibt das Bielefelder Institut ab

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wolliohne

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Wilhelm Heitmeyer gibt das Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an Andreas Zick ab (Von Volker Bahl)
Hervorgetreten ist Wilhelm Heitmeyer vor allem mit seinem Projekt “Deutsche Zustände” mit seinen über die Jahre hinweg insgesamt 10 Bänden.
Hierbei konnten die Wissenschaftler seines Instituts messen, wie die Bereitschaft abnahm, schwächeren Gruppen zu helfen. Durch die Ausgrenzung von Minderheiten sei eine explosive Situation als Dauerzustand geschaffen worden.
Heitmeyers Verdienst ist es, die Frage nach dem Umgang der Gesellschaft mit ihren schwächeren Mitgliedern so beharrlich gestellt zu haben. Er hält an der Idee fest, dass die Gleichwertigkeit aller Menschen und die Sicherung ihrer Unversehrtheit zu den zentralen Werten einer humanen Gesellschaft gehören.
Siehe auch hier.
Gerade die letzte und 10. Studie weckte noch einmal öffentliche Aufmerksamkeit. t Heitmeyer schreibt dort,”die Ergebnisse verweisen auf Entwicklungen, im Zuge welcher die Gesellschaft unterhalb des Radars der öffentlichen Aufmerksamkeit zunehmend vergiftet wird.” “Entsicherung, Richtungslosigkeit und Instabilität sind zur neuen Normalität geworden, die Nervosität scheint über alle sozialen Gruppen zu steigen.”
So hatten 2011 74 Prozent der Befragten den Eindruck, “die Gesellschaft fällt eigentlich immer mehr auseinander.” Und nicht zuletzt registrierten die Forscher, dass sich als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrisen ein Gefühl der Machtlosigkeit ausbreite.
Der Journalist Gunter Hofmann geht auf die Rolle der Medien ein: Von den Medien ging “fast unisono, einschließlich der liberalen Blätter, der Zwang aus, einen neoliberalen Kurs einzuschlagen: Die soziale Frage galt nicht nur als vernachlässigbar, sie wurde vielmehr regelrecht als Traditionsballast diffamiert, den man abschütteln müsse, um in der zunehmenden Weltmarktkonkurrenz nicht abgehängt zu werden.”
So kam es zu jener “rohen Bürgerlichkeit” (vgl. dazu “Eine kleine Entstehungsgeschichte zur “verrohten und sozial vereisten gehobenen Mittelschicht”)
Es war eben nicht nur Sarrazin, der volksverhetzend diese Stimmung – verstärkt durch die Bildzeitung – aufgriff (vgl. “Die Bildzeitung benutzte Saarzin wie ein Bauchredner seine Puppe”), sondern etwa auch der “Philosoph” Peter Sloterdijk mit seinen Provokationen gegen den Sozialstaat und gegen eine solidarische Gesellschaft (vgl. Wolfgang Lieb, “Die neuen Sozialliberalen?”)
So kam es mit Sarrazin und Sloterdijk – verstärkt durch Medien – zu einer regelrechten Propaganda-Kampagne für die Ungleichheit, wie Albrecht Lucke feststellte.
In diesem Strom lauttönender Hetze gegen Gleichheit war Wilhelm Heitmeyer ein einsamer Felsen Wir wünschen seinem Nachfolger viel Erfolg und Standhaftigkeit. P.S.: Wilhelm Heitmeyer wird sich in Zukunft diesen Fragen in Ländern wie Pakistan, Ägypten und Peru widmen.
 
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