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Wieviele Bewerbungen muss ich schreiben?

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Lali

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#1
Hallo!

Ich bekomme seit 4 Wochen ALG 2. Ich habe einen Antrag gestellt, sofort die Bewilligung bekommen, keine Aufforderung, soundsoviele Bewerbungen zu schreiben oder sonstwas zu tun.

Muss ich Bewerbungen nachweisen, ohne darauf hingewiesen worden zu sein? Kann das ALG 2 gekürzt werden, wenn jetzt die Arge Bewerbungen sehen wollte, ich aber keine geschrieben habe?

Da ich als Alleinerziehende nach 2 Jahren Vollzeitausbildung nervlich und körperlich am Ende war, habe ich die letzten Wochen damit verbracht, mich hauptsächlich um alles zu kümmern, was 2 Jahre lang zu kurz gekommen ist - meine Kinder, mein Haushalt, ich. Über Arbeit bzw. Bewerbungen habe ich mir gar keine Gedanken gemacht.

Und wie ist das - muss ich mir einen Vollzeitjob suchen? Ich will meine Kinder nicht wieder den ganzen Tag unterbringen oder alleine lassen.

Freue mich über Antwort
Lieben Gruß Lali
 

Arania

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#2
Als ALG II Empfänger ist man grundsätzlich dazu verpflichtet sich schnellstmöglich um Arbeit zu bewerben, allerdings müsste man bei Dir wissen wie alt die Kinder sind und wieviele hast Du?
 

Lali

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#3
Huch, ganz vergessen - 2 Kinder, 9 und 12 Jahre.
 

Arania

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#4
Nun damit wird Dir leider zugemutet das Du alles unternimmst um Deine Hilfebedürftigkeit zu verringern, da die Kinder schon schulpflichtig sind

Da Du aber keine EGV hast gibt es keine vorgeschriebene Anzahl an Bewerbungen, nur Du solltest es im Rahmen Deiner Möglichkeiten tun, lies mal Seite 3 Deines Bewilligungsbescheides durch, da stehen zumindest die allgemeinen Anforderungen an ALG II-Bezieher
 

Koelschejong

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#5
Wie @Arania ja schon geschrieben hat, bist Du verpflichtet, Dich intensiv um Arbeit zu bemühen.
Eine genaue Bewerbungszahl wird üblicherweise in der Eingliederungsvereinbarung vorgegeben.
Mein Vorschlag: Versuch die Sache auch mal etwas aus Sicht Deines Sachbearbeiters zu sehen: Wenn Du von Dir aus überhaupt nichts tust, dann besteht die Gefahr, dass er Dich gleich als "faule Socke" einstuft und Dich entsprechend behandelt. Zeig ihm, dass Du Dich auch ohne EGV schon bemüht hast, und zwar durchaus eine "bunte" Mischung aus Vollzeit und Teilzeit. Der Wunsch nach Teilzeit ist verständlich, aber ich vermute mal, darauf kannst Du nicht bestehen. Andererseits ist das Interesse an Vollzeit arbeitenden alleinerziehenden Müttern relativ kleiner Kinder meines Wissens recht überschaubar, die Chance, das Du da eine Stelle findest also "suboptimal". Bewirb Dich also einfach, dann zeigst Du Deinen Einsatzwillen und falls dann doch ein Arbeitgeber anbeißt, dann findet sich für die Kids sicher auch eine Lösung.
 

Tappsi

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#6
Hallo,
ich habe in meiner Eingliederungsvereinbarung z.b. nichts stehen, wieviele Bewerbungen ich schreiben soll. Eigentlich steht nichts direkt drin von "Bewerbungen schreiben müssen", allerdings ist ja klar, dass man das tun muss, weil auch drin steht, dass man sich selbst bemühen muss um nicht mehr vom Amt abhängig zu sein ( sinngemäß).

Bewirbst du dich nicht, hast du deine Pflicht ja nich erfüllt und so kann die Arge ihre Pflicht ( dich zu unterstützen) kürzen - z.b. um 30 % ( mal ganz einfach ausgedrückt).
 

burki

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#7
Hi Lali,
auch ich kann Dir nur raten, in einer ruhigen Minute einmal das SGBII "reinzuziehen".
ALGII-Empfänger haben i.d.R. wenig Rechte, aber umso mehr Pflichten.
Zum herrscht bei der Exekutive leider durchaus "etwas" Willkür, die umso ausgeprägte its, je passiver Du Dich verhalten tust.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man als alleinerziehende Mutter von 2 Kindern nicht unbedingt auf einen Fulltime-Job setzen mag und gerade deshalb:
Setze Dich einmal hin und überlege in Ruhe, wohin Du Dich beruflich und finanziell entwickeln kannst.
Wie sind denn die Rahmenbedingungen, d.h. hat der Erzeuger eine Unterhaltspflicht, ist es Dir möglich in absehbarer Zeit einen halbwegs solide bezahlten Teilzeitjob zu finden? Wie würde das dann finanziell aussehen, wenn ihr auf ALGII "verzichten" würdet und stattdessen allein auf das Wohngeld (hier fallen eben die Pflichten seitens des Arbeitssuchenden weg!) setzen würdet?

Ich habe übrigens (trotz 2 Jahre Hartz IV) nie eine EGV unterschreiben müssen, mich aber intensiv beworben und trotzdem den ein oder anderen EEJ bzw. Massnahme (bedenke, dass hier weniger Zeit und auch evtl. weniger Geld übrigbleibt) fast aufgezwungen bekommen.

Was ich aber sagen wollte: Wenn es irgendwie geht, dann versuche so schnell wie möglich von der ARGE unabhängig zu werden.

Gruss
burki
 

Unwichtig

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#8
Solange Du keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben hast brauchst Du gar nichts machen! Es sei denn die schicken Dir einen Brief mit einer Rechtsfolgenbelehrung.

Dir kann nur dann eine Sanktion (Leistungskürzung) verabreicht werden, wenn man Dir etwas Konkretes vorwerfen kann und Dir eine Rechtsfolgenbelehrung vorgelegt hat.

Wenn Du eine Eingliederungsvereinbarung vorgelegt bekommst, dann um Bedenkzeit (steht Dir zu) bitten und erstmal mitnehmen. Auf gar keinen Fall sofort unterschreiben, das würdest Du garantiert bereuen! Dann einscannen und z.B. hier reinstellen.

Als Mutter mit mindestens 1 Kind unter 12 Jahren ist eine Vollzeittätigkeit sowieso unzumutbar.
 

Unwichtig

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#9
Hallo,
ich habe in meiner Eingliederungsvereinbarung z.b. nichts stehen, wieviele Bewerbungen ich schreiben soll. Eigentlich steht nichts direkt drin von "Bewerbungen schreiben müssen", allerdings ist ja klar, dass man das tun muss, weil auch drin steht, dass man sich selbst bemühen muss um nicht mehr vom Amt abhängig zu sein ( sinngemäß).

Bewirbst du dich nicht, hast du deine Pflicht ja nich erfüllt und so kann die Arge ihre Pflicht ( dich zu unterstützen) kürzen - z.b. um 30 % ( mal ganz einfach ausgedrückt).

Nein, kann sie nicht. Ohne einen konkreten Vorwurf geht das nicht. Und, wenn in Deiner EinV nichts von Bewerbungen schreiben drin steht, dann können sie Dir auch nicht konkret vorwerfen das Du keine geschrieben hast.
 

burki

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#10
Hi,
Solange Du keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben hast brauchst Du gar nichts machen!
mit solchen Aussagen wäre ich höchst vorsichtig.
Wie oben schon geschrieben: Ich habe niemals eine EGV unterschrieben (mir wurde ja auch keine vorgelegt!) und dennoch muss ich mich natürlich an die "Spielregeln" von Hartz IV halten.
Die heisst: Man muss "alles tun", um den ALGII-Bezug zu beenden oder zumindest zu mindern.
Diese Bemühung muss auch ohne EGV nachgewiesen werden. Über die exakte Anzahl von Bewerbungen kann man natürlich ohne EGV "streiten".
Als Mutter mit mindestens 1 Kind unter 12 Jahren ist eine Vollzeittätigkeit sowieso unzumutbar.
auch dies würde ich (von rechtlicher - nicht menschlicher - Seite) nicht unbedingt unterschreiben.
Gruss
burki
 

Tappsi

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#11
Nein, kann sie nicht. Ohne einen konkreten Vorwurf geht das nicht. Und, wenn in Deiner EinV nichts von Bewerbungen schreiben drin steht, dann können sie Dir auch nicht konkret vorwerfen das Du keine geschrieben hast.

Ich habe jetzt meine EGV nicht hier, kann also nicht den korrekten Wortlaut wiedergeben, aber sinngemäß steht da : Pflichten von mir : alles tun, um selbst für den Lebensunterhalt sorgen zu können mit Hilfe der gelben Seiten usw
Ziel der EGV : Bewerberwerkstatt ( was auch immer das sein soll)

pflichten ARGE : Hilfe bei der Suche um Stellenangebote und zur finanzierung der Kosten zu Bewerbungsgesprächen.
Sollte ich gegen meine Pflichten verstoßen, ist die Arge berechtigt meine Hilfe zum lebensunterhalt zu kürzen.

Das heißt doch sinngemäß : suche ich mir keine Arbeit, sondern faulenze den lieben langen tag rum, dann kann mir leistung gestrichen werden
 

eAlex79

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#12
Also vielleicht solltest Du nicht hier sonder bei Deiner ARGE nachfragen.

x
x Alex.
x
 

Unwichtig

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#13
alles tun, um selbst für den Lebensunterhalt sorgen zu können mit Hilfe der gelben Seiten usw
Ziel der EGV : Bewerberwerkstatt ( was auch immer das sein soll)

Das heißt doch sinngemäß : suche ich mir keine Arbeit, sondern faulenze den lieben langen tag rum, dann kann mir leistung gestrichen werden
Diese Forderungen erfüllen aber nicht das Bestimmtheitsgebot, das ist zu unkonkret. Um es konkret werden zu lassen müsste da z.B. stehen: Der Arbeitssuchende hat durchschnittlich 5 Bewerbungen/Monat zu leisten und nachzuweisen. Liegen die nicht vor: Sanktion 30%.

Das steht bei mir auch, und? Als ich das erste mal zum Amt vorgeladen wurde hat die Frau mich gefragt was ich die letzten Jahre der Arbeitslosigkeit gemacht habe, bewerbungsmäßig. Antwort: Gar nichts und Schulterzucken. Da hat sie dann was von dem erzählt was im Gesetz steht, lalala, und?, das wars dann. Wenns Dich stört sagste ihr: Nächster Punkt, das interessiert mich nicht. Oder: Wenn sie was von mir wollen, dann äussern sie sich konkret, mit einer Rechtsfolgenbelehrung, ansonsten ersparen sie mir ihr Gesülze.


Dann sagste denen das Du in die gelben Seiten reingeschaut hast, und ins Internet, und mal in eine Zeitung. Ist doch kein Problem da mal reinzugucken. Wenn man da nichts entdeckt, dann wars das.
Ich bin z.B. bei Arcor und habe gar keine gelben Seiten. Ich müsste folglich erstmal anfragen wo ich die herbekomme und wer mir das bezahlt. Und, wenn die sagen bezahlen wir nicht ist der Fall erledigt, da unzumutbar. Gleiches gilt fürs Internet und für Tageszeitungen, ich brauche keine.

Ergebnis: Pflichterfüllung: 1+ mit Sternchen
 

burki

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#14
Hi,
Ergebnis: Pflichterfüllung: 1+ mit Sternchen
naja, es geht doch nicht einfach "nur" um finanzielle Sanktionen.
Die Chance mit solch einer Haltung umgehend einen EEJ oder eine Massnahme zu bekommen, liegt hier bei uns bei annähernd 100%.
Natürlich kann man dagegen umgehend Widerspruch einlegen, doch zunächst wird dann ersteinmal der Geldhahn langsam zugedreht.
Ich bleibe dabei: Ohne erkennbare und nachgewiesene Bewerbungsbemühungen wird einem (vorallem seit Anfang dieses Jahres) auch ohne EGV das Leben mehr als schwer gemacht.
Gruss
burki
 

Lali

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#15
Vielen Dank für eure Antworten!!

Ich habe inzwischen Bewerbungen geschrieben, ist ja nicht das Problem. Das Ziel ist klar: weg von dem ARGE-Scheiß, das macht einen doch auf Dauer fertig, wie die mit einem umgehen.

Liebe Grüße,
Lali:icon_knutsch:
 
Mitglied seit
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#16
Solange eines Deiner Kinder unter 3 Jahre alt ist brauchst Du auch nichts zu machen, das wäre unzumutbar.
 

hartzhasser

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#17
ich finde dieser bewerbungszwang dient nur dazu Sanktionsmöglichkeiten zu haben, es bringt mir nichts wenn ich 100 bewerbungen schreibe für nothing, besonders dann nicht wenn man eine unzureichende Schulbildung hat keine ausbildung und eine Behinderung wie in meinem falle,

9 jahre Sonderschule für lernbehinderte
crashkurs Hauptschulabschluss noten vierer und fünfer
Sehbehinderung: linkes Auge blind rechts Sehminderung stark kurzsichtig
Alkoholkrank: seit 2000 trocken
chronische bronchitis
2 Alkoholtherapien
mehrere entgiftungen
laut Therapeuten der Suchtklinik leide ich unter einer persöhnlichkeitsstörung. habe probleme mich unter fremden Menschen zu bewegen besonders bei vorstellungsgesprächen u.s.w,

lg hartzhasser
 

peter_S

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#18
da kann man nur sagen "es kommt drauf an"

Wenn du einen Sachbearbeiter hast der seinen Job ernst nimmt sind 3 oder 4 ernsthafte Bewerbungen mehr wert als 30 pseudo-Bewerbungen. Ein Sachbearbeiter sieht recht schnell ob deine Bewerbungen dazu dienen das du einen Job findest oder dazu dienen um deine Ruhe zu haben.

Hast du einen SB dem du eh völlig egal bist (leider mittlerweile die Mehrheit) mach dir einen e-mail-Verteiler und klatsch dem halt jeden Monat 50 Blindbewerbungen auf den Tisch. Dem geht es eh nur um die Anzahl unabhängig vom Sinn.

Wenn du noch keine EGV hast wo eine definierte Anzahl von Bewerbungen drinstehen solltest du trotzdem 5-10 Bewerbungen im Monat nachweisen können.
 
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