Wieviel Geld darf man vom Erbe behalten? (1 Betrachter)

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HellesSternchen

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Hallo, ich soll bald 12.000€ Erben wieviel darf ich davon behalten? oder gibt es da ein Freibetrag?
 
G

Gast1

Gast
HellesSternchen, wann ist Dein Erbfall (der Zeitpunkt des Tod Deines Erblassers) eingetreten? Bevor Du in den Bezug von ALG II gekommen bist oder während Deines Bezugs von ALG II?
 

Doppeloma

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Hallo HellesSternchen,

Hallo, ich soll bald 12.000€ Erben wieviel darf ich davon behalten? oder gibt es da ein Freibetrag?
Niemand nimmt dir dein Erbe weg, du darfst also ALLES behalten, man erwartet allerdings auch, dass du davon nun eine Weile selber leben kannst, ohne Geld vom Amt dazu.
Hast du schon was schriftlich dazu, weißt du wann das Geld auf deinem Konto eingehen wird ???

Bis dahin kannst du nämlich noch nicht leben davon und dann wird man das ALG II einstellen "wegen Änderung der finanziellen Verhältnisse", achte dann darauf, dass es erst für die Zukunft erfolgen darf (nach § 48 SGB X Absatz 1).

Von 12 000 € kannst du (minimum gerechnet) 12 Monate leben ohne Anspruch auf Sozial-Leistungen zu haben.

Je nach deinem Lebensalter kannst du aber wieder ALGII beantragen wenn (bei bescheidener Lebensführung) die Grenzen des SGB II-Schonvermögens erreicht sind (150 € pro Lebensjahr + 750 € Notfall-Reserve), einen "Freibetrag" gibt es für ein Erbe NICHT.

Wer selbst genug hat (auch aus Erbe oder Lottogewinn), der hat keinen Anspruch mehr auf Sozial-Leistungen, ein Erbe in dieser Höhe wird dich ganz sicher vorerst aus dem Bezug bringen.

Deutlich geringere Beträge werden nur aufgeteilt auf bis zu 6 Monate und die Leistung so lange reduziert, damit der Anspruch erhalten bleibt und die Krankenversicherung.

Aber warte möglichst ab, bis du das Geld wirklich auf deinem Konto zur Verfügung hast, die JC stellen gerne schon ein, nur weil ein Erbe (theoretisch) zu "erwarten" ist, davon kannst du aber nicht leben und noch nicht deine Krankenversicherung und die Miete bezahlen.

MfG Doppeloma
 

Gehartzer

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Es besteht doch auch die Möglichkeit, dass sich HellesSternchen selbst aus dem Leistungsbezug abmeldet ohne Angabe von Gründen. Z.B. den Monat vorher, bevor das Geld auf Ihrem Konto zur Verfügung steht.
Und wenn sie sich dann wieder anmeldet, wenn das Geld bis zum Vermögensfreibetrag verbraucht ist?

(Ist kein Rat von mir, nur eine Überlegung)
 

arbeitsloskr

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Es besteht doch auch die Möglichkeit, dass sich HellesSternchen selbst aus dem Leistungsbezug abmeldet ohne Angabe von Gründen.
Hallo Gehartzer,

in dem Fall würde das JC nachfragen, aus welchen Quellen man seinen Lebensunterhalt finanziert mit der indirekten Fragestellung, ob nicht schon während des Bezuges von ALG 2 irgendwelche Vermögen oder Einkommen nicht angegeben wurden.

(Ist kein Rat von mir, nur eine Überlegung)
Das ist nur eine Antwort von mir und keine Belehrung oder Ähnliches ;)
 

Doppeloma

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Hallo Gehartzer,

Es besteht doch auch die Möglichkeit, dass sich HellesSternchen selbst aus dem Leistungsbezug abmeldet ohne Angabe von Gründen. Z.B. den Monat vorher, bevor das Geld auf Ihrem Konto zur Verfügung steht.
Wozu soll das bitte gut sein, bei einer so hohen Summe wird das JC von sich aus den Bezug beenden sobald das Geld tatsächlich zugeflossen ist und bis dahin muss die TE ja auch noch leben und alles bezahlen können (und krankenversichert sein), darüber sind wir uns doch einig ?

Eine Verrechnung / Anrechnung kann höchstens mit den Leistungen im Monat des Zuflusses erfolgen, zu Rest kann ich mich meinem Vorschreiber nur anschließen, es werden in jedem Falle Nachfragen kommen wenn man sich einfach so "abmeldet" aus dem Bezug.

Und wenn sie sich dann wieder anmeldet, wenn das Geld bis zum Vermögensfreibetrag verbraucht ist?
Dazu wurde ja bereits geschrieben, klar kann sie rechtzeitig wieder neu ALGII beantragen und muss nicht warten bis ihr Konto auf "Null" ist dafür. :icon_evil:

Sollte sie (nach Ansicht des JC) "zu schnell" da hin kommen, wird es sicher auch ein paar neugierige Fragen geben, was sie mit dem Geld gemacht hat, für größere Ausgaben (Möbel/ Haushaltsgeräte/Urlaub) sollte man also besser die Rechnungen aufbewahren.

Die konkreten Ansichten wofür man sein Erbe so (schnell) ausgeben "darf", können da durchaus sehr unterschiedlich sein, allerdings gibt es keine Rechtsvorschrift, die verlangt, dass man OHNE Bezug von Hartz 4 nur leben darf, als wäre man in Hartz 4. :icon_evil:

Das wird wohl von den JC dann gerne übersehen, dass da zwischen SGB II-Niveau und "sinnloser Verschwendung" noch jede Menge Luft ist, für sinnvolle / notwendige Extra-Ausgaben und die Erfüllung (eigentlich) ganz normaler Sonderwünsche (wie Urlaub z.B.). :peace:

MfG Doppeloma
 

Gehartzer

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Hallo Gehartzer,
in dem Fall würde das JC nachfragen, aus welchen Quellen man seinen Lebensunterhalt finanziert mit der indirekten Fragestellung, ob nicht schon während des Bezuges von ALG 2 irgendwelche Vermögen oder Einkommen nicht angegeben wurden.
Die letzten Kontoausüge bis zum Tag der Abmeldung vorlegen od. Kopie senden, daran ist doch zu sehen, dass nichts eingegangen ist.
Und nachfragen nach der Abmeldung wovon man seinen Lebensunterhalt bestreitet, geht die meines Erachtens nichts mehr an.

Hallo Gehartzer,
Wozu soll das bitte gut sein, bei einer so hohen Summe wird das JC von sich aus den Bezug beenden sobald das Geld tatsächlich zugeflossen ist ...
Ist klar, es wird den Bezug beenden,
Ich denke nur, es erspart einiges an Schreibarbeit mit dem JC, wenn man sich vorher selbst abmeldet.
Und sie können einem nichts mehr vorrechnen, wie lange man mit seiner Kohle leben soll.
 

Helga40

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Und nachfragen nach der Abmeldung wovon man seinen Lebensunterhalt bestreitet, geht die meines Erachtens nichts mehr an.
Deines Erachtens. Aber mehr auch nicht. Natürlich fragt das JC bei Neuantrag nach, wovon man gelebt hat. Und natürlich darf das JC auch Kontoauszüge für die Monate vor Antragstellung verlangen.

Im Übrigen liegt keine echte Überwindung der Hilfebedürftigkeit vor. Ein Verzicht wäre also unwirksam. Folgt die TE deinem Rat und meldet sich für z. B. einen Monat ab, kauft sich von 12.000 Öcken ein Auto für 7.500 Euro, dazu noch einen schönen 80 Zoll HD+ irgendwas Fernseher für 3000 Euronen und fährt für den Rest schön in Urlaub um dann frisch erholt nach dem Monat wieder beim JC auf der Matte zu stehen, passiert folgendes:

Das JC erhält Kenntnis von den 12.000 Euro und dem Zufluss. Es rechnet die 12.000 Euro gem. § 11 Abs. 3 SGB II auf 6 Monate verteilt an. Bei einer Einzelperson dürfte das bedeuten, dass kein ALG2 Anspruch bestünde. Da jedoch von den 6 Monaten 5 Monate ungedeckt sind, da die TE das Erbe bereits verbraucht hat, wird das JC auf die Rechtsnorm des § 24 Abs. 4 Satz 2 SGB II zurückgreifen:

(4) Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts können als Darlehen erbracht werden, soweit in dem Monat, für den die Leistungen erbracht werden, voraussichtlich Einnahmen anfallen. Satz 1 gilt auch, soweit Leistungsberechtigte einmalige Einnahmen nach § 11 Absatz 3 Satz 4 vorzeitig verbraucht haben
Die TE hat sich dann mit der Befolgung deines "Ratschlags" einen tollen Schuldenberg geschaffen. Ich hoffe, du zahlst ihr dann ihre Schulden.
 
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