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wieviel Fahrzeit ist zumutbar als ALG2 ?

Slave1

Elo-User/in
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Hallo Leute,
hab nun folgendes Problem, bin von NRW nach Potsdam gezogen, und nun hab ich hier in der Region Potsdam nen stellenvorschlag bekommen, für ne Firma aus Berlin-Bernau. Die einfachste Verbindung mit ÖPNV beträge dann knapp über 2std und 30minuten eine strecke, das hieße dann,ich wäre für eine Vollzeitstelle mit 8Stunden täglich zwischen 4-5stunden unterwegs (Hin und zurück)reine fahrzeit. meine frage nun, wieviel Fahrzeit ist zumutbar usw. laut gesetz?
Danke schonmal im vorraus
 

wolfmuc

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... ich bin täglich 120km, wenn alles gut läuft 1,5 Std hin und zurück unterwegs, mit Auto - weil es vor Ort nichts vernünftiges gibt

mit Öffis wäre der Job nicht zu machen...

ich würde mich da eher fragen - ob ich den Job machen will
und damit ob sich der Aufwand - Zeit und Kosten dafür rentiert ...

lg
 
G

Gast1

Gast
slave, bekommst Du ALG I oder ALG II?

Nachtrag: ich nehme an, ALG II. Weil Du im ALG-II-Unterforum Deine Frage gestellt hast.
 

Slave1

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ALG 2 bekomme ich und ein Auto hab ich nicht, mit Auto wären es etwa über 80km !
 
G

Gast1

Gast
Ich zitiere mal aus den neuesten und in Bezug auf die Pendelzeiten aktualisierten Fachlichen Hinweisen zum § 10 SGB II ("Zumutbarkeit"):

Pendelzeiten/Wahl des Fortbewegungsmittels (10.31)

[...]

(3) Bei der Beurteilung der zumutbaren Pendelzeiten ist in der Regel die Entfernung zumutbar, die in der Region bei vergleichbaren Arbeitnehmern üblicherweise zwischen Wohnort und Arbeitsstelle anfallen. Üblich sind Pendelzeiten, wenn sie nicht nur vereinzelt, sondern in größerem Umfang anfallen.

Als Vergleichswerte anzusetzen sind:

- bei einer täglichen Arbeitszeit von 6 und weniger Stunden: 2 Stunden Pendelzeit,

- bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden: 2,5 Stunden Pendelzeit.

Soweit z. B. in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten oder in Ballungsgebieten längere Pendelzeiten üblich sind, sollen diese zugrunde gelegt werden.
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdk1/~edisp/l6019022dstbai377931.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI377934

Mit "Pendelzeit" ist hier die Hin- und die Rückfahrt gemeint.
 

Reca

Neu hier...
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Ich bin für meine neue Vollzeitstelle (8 Stunden täglich) seit 02.06. Montags bis Freitags 3 Stunden für 30 km mit dem Bus unterwegs (1,5 hin und 1,5 zurück). Da der Bus die ganzen Käffer hier anfährt. Oft fahren wir teilweise hin und her.

Immer noch besser als Jobcenter und Sanktionen.
 

Slave1

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bei mir wären es dann insgesammt 4-5stunden am tag hin und rückfahrt (Pendelzeit)
 

Slave1

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Mir auch, aber werd mich trotzdem da schriftlich bewerben,damit ich es dann abhacken kann, wer weiß ob ich ne antwort dann von denen bekomme. :biggrin: Briefe per Post können ja auch verschwinden
 
E

ExitUser

Gast
Auf lange Sicht würde niemand diesen täglichen Arbeitsweg auf sich nehmen, denn 5 Stunden Lebensstunden gingen dabei drauf. Es wird Dich auch niemand dazu verpflichten können, weil es unsinnig wäre.

Ob Du die Stelle annimmst hängt nur damit zusammen, wie interessant sie für Deine berufliche Entwicklung ist und ob Du bereits bist nach Berlin zu ziehen.
 

romeo1222

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Ich meinte auch mal das die Pendelzeiten zu lang sind zum JC. Daraufhin wurde mir gesagt ich müsse mich dennoch bewerben, weil ich zur Not umziehen müsste, würde ich die Stelle bekommen. :icon_motz:
 
G

Gast1

Gast
Ich meinte auch mal das die Pendelzeiten zu lang sind zum JC. Daraufhin wurde mir gesagt ich müsse mich dennoch bewerben, weil ich zur Not umziehen müsste, würde ich die Stelle bekommen. :icon_motz:
Das ist meines Erachtens nicht korrekt. Ich verweise auf die von mir bereits vorhin genannten Fachlichen Hinweise über den § 10 SGB II, dort steht:

Pendelzeiten/Wahl des Fortbewegungsmittels (10.31)

[...]

(4) Ist tägliches Pendeln aus wirtschaftlichen Gründen unzumutbar, ist zu prüfen, ob den Leistungsberechtigten eine doppelte Haushaltsführung/Umzug zuzumuten ist.
Ein Umzug ist also nur aus wirtschaftlichen Gründen zumutbar. Also wenn z.B. die Fahrtkosten in einem erheblichen Missverhältnis zum erzielten Erwerbseinkommen stehen, so meine Interpretation.

Aber wegen zu langer Pendelzeiten kann deswegen nicht zu einem Umzug gezwungen werden, das geben die Fachlichen Hinweise in dieser Beziehung nicht her.
 

Art 12 GG

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Wie wird die Pendelzeit denn gemessen? Mit nem Routenplaner? Welche Verkehrsmittel werden dabei zugrunde gelegt? Öffentliche oder ein Pkw?
 

Caso

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Mit "Pendelzeit" ist hier die Hin- und die Rückfahrt gemeint.
Falsch.
Mit Pendelzeit ist die Zeit von Haustür zu Haustür gemeint.
Oft muß man zu/von den Haltestellen noch laufen.
Beim ÖPNV kommen selbstverständlich noch Wartezeiten zb. beim Umsteigen dazu.
Die Pendelzeit ist dann für den Arbeitstag maßgebend.
edit:
daß er Alg2 bekommt, steht im Betreff.
 

schnuckelfürz

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Falsch.
Von Haustür zu Haustür.
Selten wohnt man direkt an der Haltestelle.
Noch seltener sind AG direkt an der Haltestelle.
Da liegst du diesmal falsch. Damit ist die insgesamte Tagespendelzeit gemeint. Also einfache Wegstrecke Hin 75 Minuten und einfache Wegstrecke zurück nochmal 75 Minuten.

Laut aktueller KVV-Fahrplanauskunft vom 4. Juni 2012 beträgt die komplette Anreisezeit von der Wohnung des Antragstellers zum angebotenen Arbeitsplatz - einschließlich Fußwegen - je nach Fahrzeit zwischen 60 und 69 Minuten. Dabei besteht ein Halbstundentakt. Damit kann auch unter analoger Anwendung von § 121 Abs. 4 S. 2 SGB III (aktuell ist es der § 140 SGB III) keine unverhältnismäßig lange Pendelzeit zwischen Wohnung und Arbeitsstätte angenommen werden, weil der Antragsteller "insgesamt für Hin- und Rückweg" nicht mehr - sondern deutlich weniger - als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden arbeitstäglich - hier: Vollzeit bei 35 Wochenstunden - benötigt. http://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=152649&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive

Nicht zumutbar ist eine Beschäftigung, wenn die täglichen Pendelzeiten im Verhältnis zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind, § 140 Abs.4 SGB III:

Arbeitszeit >> Mehr als 6 Stunden >> Zumutbare Pendelzeit (insgesamt pro Tag) >> Bis zweieinhalb Stunden
http://dickemann-weber.com/mediafiles/Sonstiges/Tabellenbuch-IM-RH-SGBIII.pdf

Und hier hat auch die Sachbearbeiterin die richtige Antwort dazu gegeben:
Von der Haustür (privat) - bis zur Haustür (Arbeitgeber) = 1 Std. + 15 Minuten
Tagespendelbereich - arbeitsrecht.de Forum - Das Forum zum Arbeitsrecht und Sozialrecht

Punkt 1.3.2 und Punkt 1.4
http://sozialberatungkiel.files.wordpress.com/2012/09/fc3b6rderrichtlinien-2012.pdf

Auch hier Tagespendelbereich
ALG - I , Berater verlangt bundesweite Bewerbung um Arbeit, sonst Streichung ALG-I
 
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