Wiedervereinigung - Agenda 2010 - BRD "Sozialstaat"

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MichaBlend

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Mich würde interessieren, da ich das jetzt schon öfter gehört habe:

1. War der "Sozialstaat" BRD nur solange sozial, wie es die DDR gab ?

2. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der deutschen Wiedervereinigung und den Agenda 2010 Reformen ?

Sind das Vermutungen, Verschwörungstheorien, oder ist da was wahres dran ?
 

Fairina

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Ich wäre vorsichtig mit solchen Fragen. Was nicht sein kann, das nicht sein darf. Solche Fragen oder Hinweise werden nicht gerne gesehen. Fakt ist, daß der Niedergang des Sozialstaates oder sozial eingestellten Staates massiv begann mit der Ernennung Kohls zum Bundeskanzler. Seitdem wurde an der Schraube gedreht was geht. Und festgezurrt wurde es letztendlich unter der Schröderschen-Basta- und der Merkelschen-Aussitzen-Ära. Alle 3 haben uns verkauft und verraten.

Bereits vor den Dreien wurde angefangen hier und da kleine Einschnitte vor zu nehmen, doch waren sie kaum spürbar. Mußten doch dies und jenes als Vorbereitung für die Einheit finanziert werden. Und damit das nicht soviel auffiel, hat man die Pensionssicherungen der Beamten und des ÖD, die Rentenversicherungen der Arbeiter und Angestellten und ähnliches dezimiert. Zusätzlich wollten die Kriege der Amerikaner weltweit finanziert werden und noch so einiges mehr. Dazu kam die Auflösung der UDSSR, die Balkankriege und so weiter. Das Geld wurde mit vollen Händen rausgeschmissen als gäbe es kein Morgen.

Es gäbe so viel darüber zu schreiben, doch das sprengt dieses Forum und leider auch das Verständnis der Poster hier. Ich gebe nicht den Menschen in der ehemaligen DDR die Schuld, doch den Politikern in der BRD, DDR und Europa, den Amerikanern. Wir werden das Rad der Zeit nicht zurück drehen können und wollen. Aber ich gebe sie den Bürgern, damit auch mir!, daß wir nicht erkannten, wer und was da an der Macht war.

Irgendwann einmal werden die Geschichtsbücher, sofern sie halbwegs ehrlich geschrieben werden, aufzeigen das Brandt ja auch er mit seinem theatralischen Kniefall, Kohl, Schröder, Merkel nicht die großartigen Gestalten waren sondern die Totengräber einer an sich gesunden Nation. Schon Adenauer war seinen Kumpanen verpflichtet, doch den letzten Sargnagel bescherten uns die 3 Letztgenannten.

Meine/unsere und die Vorgängergeneration wird/werden irgendwann ausgestorben sein und all die gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Veränderungen werden als Normalität angesehen werden so wie heute bereits die Berufstätigkeit von Müttern mit Klein- und Kleinstkindern was es in der BRD nur in Ausnahmestädten wie das stets klamme Berlin und Frankfurt, der Geldmoloch, gab.

Traurig aber wahr. Viele wünschen sich eine Zeitreise zurück um noch mal von vorne anzufangen, nein ich nicht. Ich würde heute keine Kinder bekommen, ich würde in ein Land gehen, wo man arbeiten und leben! kann. Ich würde weder soziale Verantwortung leben noch Verantwortungsbewußtsein. Denn das war für uns noch selbstverständlich.

Ich habe die Tage einen netten Spruch in Bezug auf Rentner gelesen:
Was macht ein englischer Rentner wenn er morgens aufsteht? Er trinkt ein Glas Scotch und geht zum Kricketspielen.
Was macht ein französischer Rentner? Er trinkt ein Glas Wein und geht zu seiner Freundin.
Was macht ein deutscher Rentner? Er nimmt seine Herzpillen und geht zur Arbeit.
Besser kann man es nicht beschreiben was im Bereich Rentner los ist. Für die Jungen habe ich noch nichts gefunden aber da gibt es ebenfalls bestimmt etwas Passendes.

Ich war, ich bin und ich werde stets ein Gegner der Wiedervereinigung so wie sie erfolgte, sein. Es ist und war kein Zusammenwachsen sondern ein Überstülpen einer gesellschaftlichen und politischen Entwicklung, die ich nicht achten kann und mag.
 

Dagegen72

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ja, ich habe auch von sowas gehört. Da ging es auch darum, das 1989 der Untergang des Sozialismus von einigen auch als Niederlage empfunden wird und die BRD sich sozial weniger anstrengen seitdem braucht, wegen mangelnder Konkurrenz, vielleicht finde ich den Text nochmal.
 

MichaBlend

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In einer Doku über G.Schröder wurde es sogar nochmals erwähnt. Die Kosten für die Wiedervereinigung gingen in die Billionen. Man muste also irgendwo Gelder kürzen. Aber auch die zunehmende Globalisiereung und der er demografische Wandel, zwang die Regierung den Sozialstaat zu reformieren.

Gerne werden ja die 5 Mio Arbeitslosen genannt um die Agenda zu rechtfertigen und schönzureden. Es gibt aber einige Ökonomen und Wirtschaftsjournalisten die behaupten, es gab nicht einmal soviel freie Arbeitsplätze wie gebraucht wurden.

Es gibt auch keinerlei Nachweise darüber, das die Agenda für den wirtschaftlichen Aufschwung verantwortlich sei. Hier streiten sich die Geister und man wird nie erfahren was nun Wahrheit ist. Ich denke von allem ein bisschen.
 

pinguin

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1. War der "Sozialstaat" BRD nur solange sozial, wie es die DDR gab ?
Wenn man das Politische mal ausklammert; wenn es einen deutschen Sozialstaat gab, dann war es die DDR. Ich wüsste nicht, daß es zu DDR-Zeiten ungewollt Arbeitslose, Obdachlose, Medikamentenzuzahler, etc, gegeben hatte.

In der Nachwendeneuzeit wurde, für meinen Geschmack, zuviel experimentiert, siehe "Schreiben nach Hören", (Bildung ist durchaus was Soziales), mit einem Resultat, das das Experiment nicht rechtfertigt.

Ok, hier im Land Brandenburg ist dieses Experiment jetzt verboten, und die Kita ist für Eltern bald kostenfrei.

Der Sozialstaat reduziert sich ja nicht auf das große Staatsgebilde, sondern beginnt bereits bei der kleinsten Gemeinde, bzw. Stadt, die also keinesfalles aus der Wertung und ihrer Verantwortung auch für's Ganze herausgelassen werden sollten; dazu zählt dann auch unbedingte Treue zur Verfassung/Landesverfassung.
 
E

ExUser 1309

Gast
Aber auch die zunehmende Globalisiereung und der er demografische Wandel, zwang die Regierung den Sozialstaat zu reformieren.
Das ist nach meiner Ansicht totaler Plödsinn. Kohle brachte unter anderem "damals" die verpöhnte Kohle, Stahl und Schiffsbau (Werften), Schifffahrt auch.

Das wurde abgebaut und die ehrlichen ArbeitsStellen die daran hingen auch, teilweise Sachen für 1€ verschenkt an Chinesen, die Begründung lautete u.a. "Wir wollen Dienstleistungsgesellschaft werden"... Nur verdient man damit nix, wenn es keine anders weitigen Verdiener gibt und wird immer stärker abhängig von Ländern, die das benötigte Gut produzieren.

Da kamen dann noch andere Sachen zusammen, die manchem Deutschen Unternehmen das Genick brachen. Z.b. In der BinnenSchifffahrt die Schiffe unter ausländischer Flagge, die keine deutschen Bedingungen und Arbeitslöhne einhalten mussten, aber ihre Dienstleistung hier anbieten konnten.

Billiglohnarbeiter aus fremden Ländern wo Deutsche mit konkurieren mussten. Angst vor Abwanderung von Firmen, wenn Deutschland für die Firmen nicht attraktiver gemacht würde.

Der Pillenknick, der eigentlich für weniger Arbeitslosigkeit hätte sorgen müssen und für weniger Bewohner Deutschlands, bei gleichbleibenden Bedingungen. Allerdings fingen "damals" vermehrt Frauen an zu arbeiten, denke das hat teilweise wieder einen Ausgleich gebracht.

So gibt es viele Dinge, die "Verantwortlich" sind oder sein können, wobei bei den meisten die Möglichkeit bestanden hätte, Steuernd nachzuregulieren . Davon ab, ist genügend Geld da, um einen funktionierenden Sozialstaat zu menschlichen Bedingungen zu entwickeln. Viel Geld wurde/wird auch aus den Kassen zweckentfremdet, wie bei den Rentenkassen.

*Sarkasmus Mode On*
Ich schliesse mich mal Verantwortlichen an, von denen man manchmal behauptet wird, Probleme würde ausgesessen:
Es gäbe viel zu tun - lassen wir es bleiben.
*Sarkasmus Mode Off

Die Wiedervereinigung erfolgte viel zu schnell. Da hätten vorher die Bedingungen angeglichen werden müssen. Das ist nur meine Meinung.
1. War der "Sozialstaat" BRD nur solange sozial, wie es die DDR gab ?

2. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der deutschen Wiedervereinigung und den Agenda 2010 Reformen ?

Sind das Vermutungen, Verschwörungstheorien, oder ist da was wahres dran ?
Zu 1 möchte ich nix sagen, zu 2 es wäre auch ohne Wiedervereinigung zu einer Reform gekommen. Beides vielleicht nicht so schnell, wenn die Wiedervereinigung nicht gewesen wäre. Ich sehe die aber nicht als Ursache der Probleme an.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

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Der Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik fand lange vor der Wiedervereinigung statt.

Die CDU hat ihr dem Eindruck des 2.Weltkriegs geschuldetes soziales Grundsatzprogramm bereits Ende der 40er Jahr eingestampft.

I
der er demografische Wandel

, der nicht stattgefunden hat zumindest nicht wie prognostiziert.
 

Dagegen72

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.. und wenn es heißt, die DDR sei am Ende ein überschuldeter Staat gewesen - was bitte ist denn die BRD? Die soll angeblich auch Schulden haben, deshalb ist ein sozial problematischer (LehrerInnenmange, Pflegekräftemangel .. ) Sparzwang nötig ..
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
deshalb ist ein sozial problematischer (LehrerInnenmange, Pflegekräftemangel .. ) Sparzwang nötig ..

Halte ich für ein Gerücht, dass das in der Form nötig ist. Da kommt ein Theoriegebäude zur Anwendung, das in der Praxis noch nie funktioniert hat.
 

Dagegen72

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@cibernauta: verstehe ich dich richtig, dass du die Notwendigkeit des Sparzwangs für ein Gerücht hälst? Dem kann ich zustimmen, denn wenn für die Menschen gesorgt ist und diverse Notwenidgkeiten abgesichert kann das nicht schlecht sein, im Gegenteil, es kann unanangenehme Folgen von vornherein und wenn alles gut läuft verhindern.

Außerdem - ich fühle mich auch im Hartz IV - Gefängnis und nur mit Glück kann ich hierfür Hilfe finden wenn überhaupt, aktuell gerade kaum bis nicht. ... und wenn mal was im Privaten ist .. in den wenigsten Fällen kann ich Hilfe erwarten .. zwar auf sie hoffen, aber sie nicht erwarten.
Wenn ich sage, dass jemand seinen Müll doch bitte termingerecht und sachgerecht entsorgen soll, bin ich u.U. nicht vor seinen Schikanen im Nachhinein sicher und für einen Anwalt habe ich kein Geld - also, sagt man lieber nichts - und ist im Schweige- und hilflosgefängnis. Außerdem gibt es auch in der BRD wer nicht reich geboren wurde Arbeitszwang und damit entsteht auch ein Arbeitsgefängnis, noch schlimmer, wenn man von früh an nicht in die richtige Richtung für einen selbst gelangen konnte und man als Mensch in der falschen Richtung für sich gequält ist in den falschen Jobs und das Arbeitsamt steht mit seinen Strafandrohungen auch im Rücken parat.

Gleichzeitig ist arbeiten nicht nur arbeiten - die falschen KollegInnen, Mobbing, Konkurrenzkampf - damit hat man ja auch noch zu kämpfen. Nicht umsonst sagen viele Leute, sie wollen mit keinem Menschen am liebsten mehr was zu tun haben.

Das das alles so agressiv wird ist könnte auch durch die politischen Umstände geschehen.

Die BRD ist bestimmt nicht nur das Paradies, auch wenn es Hartz IV und Gesundheitsabsicherung gibt, aber für Anti-links und Antikommunismuskampf ist manchen für eine negativ-Manipulation bspw. wie schlecht die DDR angeblich war und wie gut die BRD schon immer war, alles wert. Und Kommunismus bedeutet NICHT besptizeln und foltern. Also das hat Marx und Engels ganz bestimmt nicht gewollt, der Kommunismus, also das Gemeinsame soll für die Menschen in Abstimmung mit seinen Bedürfnissen sein - und nicht das Gegenteil.
Mit Kommunismus kann man keine Profite machen, weil das Kommunismus nicht vorsieht. Deshalb macht man ihn schlecht. Deshalb hebt man Kapitalismus in die Höhe meine ich.

Vielleicht könnte man das Positive vom Kommunismus mit dem Positivem vom Kapitalismus (was ist das?) verbinden??
 
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G

Gelöschtes Mitglied 63650

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Mittel- und langfristig ist Austerität schädlich für eine Volkswirtschaft. Was wirklich funktioniert hat in der Vergangenheit ist ein antizyklisches Investionsverhalten der öffentlichen Hand.

Das betrifft ja nicht nur den Sozialstaat, sondern vor allem auch Infratstrukturen, Bildung etc.
Das brauchen wir alles sehr dringend, wenn wir unsere Wirtschaftsleistung aufrechterhalten wollen.

Wer am falschen Ende spart, erlebt nach einigen Jahren eine zerrissene Gesellschaft und das Erstarken rechtsautoriäterer Kräfte.

Zur Zeit könnten wir Schulden abbauen und investieren, wenn die Steuervermeidung endlich mal angegangen würde.

p.s. Kommunismus und Kapitalismus sind Kampfbegriffe. Solche System haben in Reinform nie existiert. Es gibt z.Bsp. Betriebe, in Belegschaftshand oder LPG's und Genossenschaften auch bei uns. Die Politik hat sich nur bemüht, die Rahmenbedingungen dafür so schlecht wie möglich zu gestalten.
 

Dagegen72

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endlich mal das Wort Austerität nachgeschaut:
Austerität (von griechisch αὐστηρότης austērótēs, deutsch ‚Herbheit, Ernst, Strenge‘) bedeutet „Disziplin“, „Entbehrung“ oder „Sparsamkeit“. Der Begriff wird vor allem in ökonomischen Zusammenhängen gebraucht und ist eine Bezeichnung für eine strenge staatliche Haushaltspolitik, die einen ausgeglichenen Staatshaushalt und eine Verringerung der Staatsschulden (Austeritätspolitik, restriktive Fiskalpolitik, Sparpolitik)[1][2] anstrebt. Als Austeritätsmaßnahmen werden Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Entwicklung definiert.[3]
https://de.wikipedia.org/wiki/Austerität

kannst du mal ein Beispiel für antizyklisches Verhalten vom Staat erwähnen? Im Privaten wäre es wohl das: im Winterschlussverkauf reduzierte Schuhe für den nächsten Winter kaufen - und diese nicht erst zur Hauptwinterzeit, da dann teurer.

ansonsten Zusstimmung - und Steuerverschwendung bitte vermeiden. Zigtausende Euro sollen für Werbeschilder für eine Stadt drauf gehen (Mario Barth deckt auf) - das ist Kokolores - wenn keine Stadt mehr sinnlos Werbung machen kann - dann ist sie auf echte Qualität und Werbung durch Mundprogaganda angewiesen meine ich. Jedenalls: das viele Geld für sowas ist im Sozialen besser aufgehoben finde ich.

Steuerfinanzierte Werbung und Aktionen in Orten und Städten finde ich sowieso extrem ätzend und langweilig, viele nehmen diesen Schmonz gar nicht wahr. Nur wenn was wirklich gut ist - das findet man schön und interessant, aber das ist meistens von privaten Anbietern, Bündnissen und Aktionen wie die Love Parade. Und Kommerzielles wie Theater und Oper, dass Städtetouristen anlocken soll, kann sich nur eine bestimmte Gruppe widerum leisten - eine große Anzahl an Menschen nicht. Diese denken dann, dass es wichtiger ist, Lebensmittel und Busfahrkarten zu kaufen. Und müssen auf Kultur verzichten.

@Kampfbegriffe: ich würde sagen: Kommunismus ist Philosophie und Kapitalismus ist eine Wirtschaftsideologie oder beides sind Wirtschaftsideologien, bzw. Kommunismus ist eine Wirtschafts- und Sozialideologie wo der Mensch und sein Wohlergehen im Mittelpunkt stehen soll. Im Kapitalismus soll der Mensch nur funktionieren wie ein Zahnrädchen in einer Maschine.
 
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Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
kannst du mal ein Beispiel für antizyklisches Verhalten vom Staat erwähnen?

Das bedeutet vor allem, dass der Staat sich in Krisenzeiten verschuldet, um die Konjunktur in Gang zu halten. Beispiel ist das Konjunkturpaket während der Finanzmarktkrise ab 2008 oder der Aufbau Ost.
Leider hat man dem durch die Schuldenbremse einen Riegel vorgeschoben. obwohl das in der Vergangenheit immer wieder funktioniert hat.
 

Dagegen72

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ah ok.

Ist es auch das: Lohnerhöhungen um die Kaufkraft zu stärken? Denn nur Konsum (verkaufen, kaufen, verkaufen, kaufen) sichert Arbeitspläzte?
Und wenn Lohnerhöhungen ausbleiben ist das dann auch schlecht - in Krisenzeiten.
 
E

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Ist es auch das: Lohnerhöhungen um die Kaufkraft zu stärken? Denn nur Konsum (verkaufen, kaufen, verkaufen, kaufen) sichert Arbeitspläzte?
Und wenn Lohnerhöhungen ausbleiben ist das dann auch schlecht - in Krisenzeiten.
Das führt zur Lohn/Preisspirale. Noch dazu führen prozentuale Lohnerhöhungen i.d.R. zu einer weiter aufklaffenden Schere zwischen Verdienern geringerer Einkommen und Großverdienern. Nur als Beispiel, Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ich z.b. je 3% bei 10€ Std. Lohn oder 3% bei 30€ Std. Lohn, analog bei Fixlöhnen, mehr erhalte - rechne das einfach mal mit demselben %Satz auf 20 Jahre durch und schau dann, wie hoch die Differenz geworden ist.
1. Jahr 10€+3%=10.30€ 30€+3%=30.90€
2. Jahr 10.30€+3%=10.61€ 30.90€+3%=31.83€
usw.
(Macht nach 20 Jahren für den kleinen 18.06€ und für den Großen 54,18€)
Aus 20€ Differenz werden nach der Zeit 36,12€ Diff./Std. Das schaukelt sich halt auch hoch in so einem System. So wird der Geringverdiener immer die A.Karte haben und kann froh sein, wen er den Inflationsausgleich bekommt.
 

Gehatzter

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Die Preise gehen durch die unbegrenzte "Gelddruckerei" der EZB eh nach oben. Da man aber die Sozialleistungen und Gehälter nicht oder nur wie all die Jahre üblich mickrig im Einklang mit der getürkten offiziellen Inflationsrate erhöht hat und dies immer noch tut, hat man bei der Unter- und Mittelschicht massiven Kaufkraftverlust, der weiter voranschreitet.
Der Staat entschuldet sich mal wieder, aber ohne die Reichen zu belasten.
 

Dagegen72

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Danke hansklein!!

@Gehatzer: und deshalb heißt es auch für Die Linke: Umverteilung! weil das Geld falsch verteilt ist. Und gelegentlich hört man das von der SPD:
SPD will Top-Verdiener stärker belasten
https://www.handelsblatt.com/politi...ml?ticket=ST-7598772-kgI6zzuFGPBTpUniPjcF-ap5
das heißt: Reiche ab ner Million Euro (!) Einkommen zahlen mehr Steuern und eine BürgerInnenversicherung soll her usw.

und wenn es heißt, dass man die Firmen schützen muss, damit sie in Deutschland bleiben, muss es einfach per Gesetz geregelt sein dass Steuerflucht aus der BRD mit Firmensitzverlegung in ein anderes Land eben trotzdem nach deutschem Steuerrecht weiterhin berechnet wird! Damit jene Firmen sich nicht steuerlich verbessern können um in die eigene Tasche mehr Gewinn einfahren zu können!
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

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ah ok.

Ist es auch das: Lohnerhöhungen um die Kaufkraft zu stärken? Denn nur Konsum (verkaufen, kaufen, verkaufen, kaufen) sichert Arbeitspläzte?
Und wenn Lohnerhöhungen ausbleiben ist das dann auch schlecht - in Krisenzeiten.

In Krisenzeiten ist meist der Außenhandel stark zurückgegangen. D.h. man kann die Konjunktur zeitweise über die Binnennachfrage stabilisieren.

Die Löhne sinken aber dann, aufgrund der geringeren Unternehmensgewinne. Leider sind heute auch Renten und Sozialleistungen an die Lohnentwicklung gekoppelt, so dass da andere Methoden wie Subventionen (Abwrackprämie) genutzt werden. Gerecht ist das nicht.
 

Dagegen72

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@Cibernauta: was sind die Gründe, wenn der Außenhandel zurückgeht? Brauchen diese Länder bzw. Unternehmen die was von der BRD bzw. ihre Unternehmen kaufen dann weniger und kaufen gerade nichts?

Das ist eine interessante Überlegung bezüglich der an die Löhne gekoppelten Sozialleistung. Hört sich an, als gäbe es eine große soziale Entspannung, wenn das nicht so wäre!
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

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Deutschland auf Platz 2.

„Der Index untersucht 157 Länder und bewertet sie danach, wie wirksam sie Ungleichheit mithilfe von Sozialabgaben, Steuersystemen und Arbeitnehmer*innenrechten verringern. Diese drei Bereiche sind Schlüsselsektoren in der Bekämpfung sozialer Ungleichheit.“

https://www.oxfam.de/ueber-uns/publikationen/commitment-to-reducing-inequality-index-2018

https://www.oxfam.de/system/files/rr-commitment-reducing-inequality-index-2018-091018-en.pdf

https://www.oxfam.de/system/files/rr-commitment-reducing-inequality-2018-091018-methodology-en.pdf

So schlecht scheint es in Deutschland also nicht zu sein, zumindest im Vergleich.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Offensichtlich ist die Platzierung wenig aussagekräftig, wie Oxfam selbst eingesteht:

Deutschland belegt im CRI-Index einen zweiten Platz. "Für Deutschland weist unser Index auf tiefgreifende Mängel bei der Bildungsfinanzierung, der Steuerprogression, wirklicher Gleichstellung von Frauen und Männern sowie bei den Mindestlöhnen hin. Vom zweiten Platz sollte man sich deshalb nicht blenden lassen, sondern genau hinschauen, wo es auch hierzulande hapert. Unser Index zeigt konkrete Handlungsfelder gegen soziale Ungleichheit auf", so Ehmke.

https://www.epo.de/index.php?option...politischer-entscheidungen&catid=50&Itemid=84
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Gewagte Deutung, die Du da versuchst reinzuinterpretieren.

Das Zitierte ist natürlich korrekt, gerade bei der Progression gibt es für Arbeitnehmer gravierende Ungerechtigkeiten.
Ändert aber nichts an der Platzierung und der Vergleichsbasis.

Natürlich zeigt so ein Bericht auch die Mängel auf, da muss man ansetzen.
Sind aber nicht die Dinge, die monetären Dinge, die manche hier propagieren.

Gut, kann ja jeder selber lesen, der Englisch beherrscht.
Evtl. gibt es ja auch eine übersetzte Fassung.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Gewagte Deutung, die Du da versuchst reinzuinterpretieren.

Ich habe weder gedeutet noch interpretiert. Ich habe die Aussage von Oxfam zitiert.

Ich vertraue zudem den Menschen, dass sie ihre Lohnabrechnungen und Rentenbescheide lesen können.

Du hast doch die Zeit, also könntest du mal prägnant zusammenfassen, was die Studie eigentlich untersucht hat.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Du hast behauptet die Platzierung ist nicht aussagekräftig und das stimmt halt so nicht.

Nein, das hat Oxfam selbst getan.

Ich kenne solche schwammigen Indizes und Begriffsungetüme zur Genüge aus meinem Studium.

Wenn man den materiellen Wohlstand oder die Teilhabechancen messen will, dann sollte man genau das auch tun. Ein Vergleich mit anderen Ländern ist hier erstmal zweitrangig. Dafür gibt es hinreichend aussagekräftige Zahlen und Untersuchungen auch von seriösen Wissenschaftlern.

Dafür hat Oxfam natürlich nicht das Geld, weil es für *****n und Koks dringender benötigt wurde. :icon_mrgreen:
 
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