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Wie wirkt sich eine geringfügige Beschäftigung auf einen ALG1-Anspruch aus ....

algfranz

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Fall 1:
Seit vielen Jahren (> 10) ununterbrochen laufende und sozialversicherungspflichtige Haupttätigkeit endet am 31.3.2019.
Minijob läuft seit 1.1.2019 parallel zur Haupttätigkeit und bleibt über das Ende der Haupttätigkeit hinaus weiter bestehen.
Bis spätestens zum 31.3.2020 erfolgt Arbeitslosenmeldung (d.h. innerhalb von 2 Jahren lag 12 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor -> Hauptbeschäftigung).

Fall 2:
Seit vielen Jahren (> 10) ununterbrochen laufende und sozialversicherungspflichtige Haupttätigkeit endet am 31.3.2019.
Minijob beginnt ab dem 1.4.2019 erstmals.
Bis spätestens zum 31.3.2020 erfolgt Arbeitslosenmeldung.

Fall 3:
Seit vielen Jahren (> 10) ununterbrochen laufende und sozialversicherungspflichtige Haupttätigkeit endet am 31.3.2019.
Ab 1.4.2019 Arbeitslosenmeldung, Feststellung der Leistung, danach Abmeldung.
Anschließend (also nach der Abmeldung) Minijob.
Innerhalb von 4 Jahren wird bereits festgestellter Anspruch geltend gemacht.

Die Frage wäre daher:

Wird das ALG1 in diesen Fällen ausschließlich basierend auf dem Gehalt der Haupttätigkeit bzw. der in der bereits festgestellten Höhe (Fall 3) gezahlt, oder wäre die geringfügige Beschäftigung in Bezug auf
die Höhe des ALG1 „schädlich“. Rechtsgrundlagen zum Nachvollziehen wären toll.
 
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Kerstin_K

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Also der Normalfall ist, dass alles über 165 EUR monatlich auf das ALG I angerechnet wird. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Minijob schon vor dem Leistungsbezug lange besteht.
 

Ottokar

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In allen Fällen wird die Anspruchshöhe aus dem Gehalt für das die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, ermittelt.
Dabei zählen die letzten 2 Jahren in denen man mindestens 12 Monate versicherungspflichtig gearbeitet hatte.
Die langen Jahre davor spielen keine Rolle.

Beim Minijob kann man während der Zahlung von ALG 1 165 € anrechnungsfrei dazuverdienen.
Oder den Betrag der sich nach "Günstigerprüfung"
(Durchschnittsgehalt der letzten 12 Monate eines Minijob der 18 Monate neben dem Hauptjob bestand)
ergibt.

Überschreitet man allerdings während des Bezugs von ALG1 mit dem Minijob die Arbeitszeitgrenze von 15 Stunden pro Woche
wäre man nicht mehr arbeitslos.

Meldet man sich vom ALG 1 ab und hat nur den Minijob ist die Frage der Krankenversicherung zu beachten.
 

Agent

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Beim Minijob kann man während der Zahlung von ALG 1 165 € anrechnungsfrei dazuverdienen.
Oder den Betrag der sich nach "Günstigerprüfung"
(Durchschnittsgehalt der letzten 12 Monate eines Minijob der 18 Monate neben dem Hauptjob bestand)
ergibt.
Hat man innerhalb der letzten 18 Monate vor der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate einen Minijob ausgeübt, so wird dieser bei Einreichung entsprechender Verdienstnachweise als privilegiertes Nebeneinkommen berücksichtigt. Dieses entspricht der durchschnittlichen Höhe des Nebeneinkommens in diesen 12 Monaten, mindestens aber dem doppelten Freibetrag (also 2x165 = 330 EUR).
 

algfranz

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Danke. Es geht hier nicht darum, ob und wie ein Minijob auf einen bereits ermittelten ALG1-Anspruch während des Leistungsbezuges angerechnet wird.
Es ist bekannt, dass man mit Minijobs bis zu 165,- € während des Leistungsbezuges dazuverdienen kann.
Das dazuverdienen erfordert aber, dass der ALG1-Anspruch bereits berechnet wurde und die Leistung auch abgerufen wird.

Der Kern meiner Frage und Fälle oben zielt daraufhin ab, ob sich die Existenz des Minijobs in irgendeiner Form negativ auf die Berechnung eines
ALG1-Anspruches
auswirkt oder eine schon erfolgte Berechnung wieder verändert würde.

Ohne Minijob würde ja in allen o.g. Fällen, der ALG1-Anspruch ausschließlich aus der vorherigen Haupttätigkeit berechnet werden.

Anders gefragt:

Ist eine Zwischenbeschäftigung (also vor Beantragung oder nach Abmeldung) in Form eines Minijobs zwischen Haupttätigkeit und Beantragung bzw. Abruf eines bereits ermittelten ALG1 Anspruches
in irgendeiner Form schädlich bzgl. der Höhe des Anspruches auf ALG1.

Rechtgrundlagen wären natürlich wie immer nicht schlecht. Es muss ja irgendwo stehen wie das berechnet wird und was dabei zu beachten ist.
 
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Nena

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Zur Berechnung des ALG wird ausschließlich sozialversicherungspflichtiges Einkommen herangezogen. Minijobeinkommen haben damit nichts zu tun.

Edit
§ 151 SGB III Bemessungsentgelt
Bemessungsentgelt ist das durchschnittlich auf den Tag entfallende beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das die oder der Arbeitslose im Bemessungszeitraum erzielt hat.
 

algfranz

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Wäre § 151 (4) SGB III zumindest auf Fall 3 anwendbar, denn bis zur Abmeldung wäre ja etwas bezogen worden ?

Entstehen denn durch einen Minijob neue Ansprüche auf ALG1 ?
 

Nena

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Entstehen denn durch einen Minijob neue Ansprüche auf ALG1 ?
Nein.

Wäre § 151 (4) SGB III zumindest auf Fall 3 anwendbar, denn bis zur Abmeldung wäre ja etwas bezogen worden ?
(4) Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.

Was an
ausschließlich sozialversicherungspflichtiges Einkommen
ist unklar?
 

algfranz

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Beim Minijob führt ja mindestens der AG etwas ab an die Sozialversicherungen.
 
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