Wie wirken sich Monate, in denen erst Krankengeld, dann wieder Gehalt bezogen wurde, auf die Berechnung von ALG 1 aus?

Bertine2020

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Guten Tag,

ich habe eine Frage zur Berechnungsgrundlage von ALG 1:

Arbeitnehmer war 15 Jahre im Unternehmen beschäftigt. In der Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers sollen die letzten 12 Monate Entgelt bescheinigt werden. In diesen 12 Monaten war der Arbeitnehmer 5 Monate krank und hat Krankengeld bezogen.

Der Arbeitgeber bescheinigt die letzten 6 Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses das volle Gehalt:

01.12. - 31.12.19 € 2000,00, 01.11.-30.11.19 € 2000,00, 01.10.-31.10.19 € 2000,00, 01.09.-30.09.19 € 2000,00 usw.

In den Monaten, wo Krankengeld gezahlt wurde, trägt er 01.06.-30.06.2019 € 500,00 ein, also die Zeit, in der Gehalt gezahlt wurde. Gehalt wurde aber nur eine Woche gezahlt, der Rest war Krankengeld. Arbeitgeber gibt aber 01.06.-30.06.2019 in der Bescheinigung an.

Ist das so korrekt?

Wenn ich es richtig verstehe, wird bei der Berechnung von ALG 1 der durchschnittliche Verdienst der letzten 12 Monate zu Grunde gelegt.
Wie verhält es sich mit den Monaten, wo Krankengeld gezahlt wurde?

Wäre toll, wenn mir dazu jemand weiterhelfen kann.

Herzlichen Dank schonmal und einen schönen Feiertag für alle
LG Bertine
 

Curt The Cat

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Moinsen Bertine2020 und willkommen hier ...

Sei bitte so freundlich und überleg Dir bitte eine aussagekräftigere Überschrift als Frage zur Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers ALG 1.

Am besten einen vollständigen Satz, verbunden mit einer Frage - soviel Zeit sollte sein.

Ergänzend verweise ich dazu auf Forenregel 11. Du kannst Deinen Beitrag, sowie den Thementitel ca. eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten, jetzt also noch gute 55 Minuten.

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein kryptisches Satzfragment rein ...

Im Editor der Überschrift findest Du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben ...
Folge auch diesem Link ...! Hier erläutert @Admin2, weshalb ein aussagekräftiger Thementitel wichtig ist ...

Danke für Dein Verständnis und ich wünsche dir noch einen angenehmen Aufenthalt im Forum.


:icon_wink:
 

Heil0

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Das Alg berechnet sich (grob gesagt) aus dem Lohndurchschnitt der letzten 12 Monate (§ 131 (1) S. 1 SGB III).

Je nachdem wie lange Krankengeld bezogen wurde kommen drei Berechnungsmöglichkeiten infrage:
  1. Kommen trotz KRG-Bezug in den letzten 12 Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit (= Bemessungsrahmen; § 130 (1) SGB III) mind. 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt zusammen? Dann reicht das, um damit das Alg zu berechnen!
  2. Kommen in den letzten 12 Monaten keine 150 Tage Arbeitsentgelt zusammen, dann wird der Bemessungsrahmen von 12 Monaten auf 2 Jahre erweitert (§ 130 (3) S. 1 Nr. 1 SGB III) und das gesamte in diesem Zeitraum erzielte Arbeitsentgelt für die Alg-Berechnung zugrunde gelegt!
  3. Wurde so lange KRG gezahlt, dass auch in dem auf 2 Jahre erweiterten Bemessungsrahmen nicht für mind. 150 Tage Anspruch auf Arbeitsentgelt bestand, muss das Alg fiktiv bemessen werden (§ 132 (1) SGB III). Das bedeutet, dass man einer Qualifikationsgruppe (1 – 4) zugeordnet wird, nach der sich dann das Alg-Bemessungsentgelt richtet.
 

Bertine2020

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Hallo Heil0,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Krankengeld von Mitte Nov. 2017 - Mitte Juni 2018.

Ab Mitte Juni 2018 Gehalt bis Ende des Arbeitverhältnis 31.12.2018 (= 6,5 Monate).

Der Arbeitgeber bescheinigt für die Monate November 2017 und Juni 2018 das anteilig gezahlte Entgelt. Daher meine ursprüngliche Frage, inweiweit diese Teilbeträge zur Berechnung der durchschnittlichen Berechnung einfliessen?

Seit 01.01.2019 wurde Krankengeld gezahlt, das endet jetzt.

Also wird bei der Berechnung der Zeitraum der letzten 6,5 Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses bei der Berechnung zu Grunde gelegt?

Sorry, aber ich bin gerade etwas überfordert mit der Thematik.

Vielen Dank schonmal für weitere Erklärungen.

Liebe Grüße Bertine
 
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Heil0

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Also wird bei der Berechnung der Zeitraum der letzten 6,5 Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses bei der Berechnung zu Grunde gelegt?

Ja, das gesamte im auf 2 Jahre erweiterten Bemessungsrahmen erzielte Arbeitsentgelt (in ihrem Fall wohl diese 6,5 Monate) wird für die Alg-Berechnung zugrunde gelegt.
 
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