Wie wird meine Einnahme aus (einmaliger) freiberuflicher Tätigkeit verrechnet? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

lotus

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Hallo ihr Lieben,
bin dabei mich für eine Teilzeitstelle zu bewerben,
nachdem mir Fallmanagerin 2017 endlich 2 Weiterbildungskurse online bewilligt hatte.

Nun habe ich durch eine Bekannte im November die Illustration für eine Firma (Weihnachtskarte) angenommen,
da ich auch in Erwägung ziehe nebenberuflich wieder freiberuflich zu arbeiten
und natürlich alle Wege zur Erwerbstätigkeit offenhalte und ausbaue
(leider komme ich vor lauter Bewerbungsschreibven nicht dazu, meine künstlerische freiberufliche Tätigkeit als Designerin anzugehen).

Jetzt im Januar habe ich für die Illustration 500,- Euro erhalten.

1. Die Leistungsabteilung vom JC will mir dies als einmalige Einnahme abziehen (minus die 100 Euro und evt. Betriebsausgaben, die ich noch aushandeln muss)
Sie sagen, die Einnahmen sind unter meinem ALG 2 Bezug und deshalb auf einen Monat anrechenbar und werden nicht verteilt.
Was wird dafür als Grundlage genommen? Der Regelbedarf, oder der Gesamtbetrag mit Unterkunft und Heizung?
2. Die Einnahmen sind doch aus Erwerbstätigkeit entstanden. Zählt das als einmalige Einnahme?
3. Ist es für mich besser, mich als selbständige / freiberuflerin beim JC gleich damit anzumelden und als Aussicht auf einnahme der nächsten Monate erst mal 0 Einnahmen anzunehmen? Dann kann doch der Betrag von 500 Euro verteilt werden, oder??

Kann mir jemand helfen?
Liebe Grüße
Lotus
 

Couchhartzer

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Mitglied 61702

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Ich habe eine ebensolche Einnahme für ein einmaliges Projekt erhalten, ließ mir damals das Honorar jedoch auf mehrere Monate verteilt ausbezahlen. So konnte ich für den jeweiligen Monat die 100 Euro veranschlagen. War eine Optionskommune, die darüber nicht meckerte.

Ansonsten dürften es eigentlich auch nicht nur 100 Euro werden, sondern 180 Euro (100 sind der Freibetrag, und von 100 bis 500 Euro 20%).
 

lotus

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Selbstverständlich ist das eine einmalige Einnahme, denn du schreibst ja sehr deutlich nachlesbar selber:

und gibst damit an, dass es die Bezahlung für eine einzelnen Auftragsarbeit und in einer einzigen auf einmal geleistete Bezahlung war.

"Einmalige Einnahmen eines Hartz-4-Hilfebedürftigen, wie Steuerrückzahlung oder Weihnachtsgeld, können auf sechs Monate aufgeteilt werden und damit wird monatlich nur eine Teilsumme auf die Leistungen angerechnet. Dies ist laut § 11 Satz 3 SBG II jedoch nur dann möglich, wenn durch die Berücksichtigung in nur einem Monat der Leistungsanspruch entfiele. Ist dies nicht der Fall, wird die einmalige Einnahme normal auf das Einkommen eines Monats angerechnet."
das habe ich im Internet zu einmalige Einnahme gefunden.

Der Leistungsanspruch= nur die Regelleistung, oder alles insgesamt(mit u und Heizung?)
Hier steht dass einmalige Leistungen weihnachtsgeld etc sind, das sind keine erwerblichen Einnahmen im Sinne von Arbeit, oder??

Außerdem als Freiberufler zielt man an, mehrere Jobs pro Monat zu erledigen, deshalb zähle ich diese Einnahme als einen Job von angezzielten mehreren. Bzw. Ich kann doch eine Selbständige/freiberufliche Tätigkeit damit starten, oder??
Dann könnte ich die Einnahmen auf mehrer Monate verteilen, oder??
 

lotus

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Ich habe eine ebensolche Einnahme für ein einmaliges Projekt erhalten, ließ mir damals das Honorar jedoch auf mehrere Monate verteilt ausbezahlen. [...]
Das hab ich vermasselt,
aber nächstes Mal!! Danke für den Tip.
Bist du als Freiberufler angemeldet? Oder als Selbständige?

Hallo! Eine Aufteilung ist nicht zulässig. Das wird nach Zuflussprinzip gehandhabt. Freibetrag s. vorheriger Post.
1. also Aufteilung nur, wenn die Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit asus mehreren Projekten über mjonatlichem Leistungsbezug liegen?
2. Oder Aufteilung nur bei einmaligen Einnahmen, die über gesamten Leistungsbezug liegen?
3. Oder Aufteilung nur für einmalige Einnahmen, die über der Regelbedarf liegen?

Ist Regelbedarf oder Leistungsbezug insgesamt(Regelbedarf + miete u Heizkosten) die Bemessungsgrenze für die Aufteilung der Einnahme?
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Ausschlaggebend ist dein persönlicher Bedarf aus RS, KdU und Freibeträgen. D.h. konkret, du würdest in dem Monat soviel verdienen, dass du kein Alg-II mehr bekommst.

Bei einmaligen Einnahmen dürfte dann aufgeteilt werden, wenn der Bedarf in einem Monat wegfällt. Bei laufenden Einnahmen gar nicht.
Siehe folgendes BSG-Urteil: B 4 AS 32/14 R
 
M

Mitglied 61702

Gast
Das hab ich vermasselt,
aber nächstes Mal!! Danke für den Tip.
Bist du als Freiberufler angemeldet? Oder als Selbständige?
Nein. Das war damals lediglich - ähnlich wie hier - der Verkauf eines Kunstgegenstands. Deshalb melde ich keine Selbstständigkeit an. Nichtmal wenn ich im Laufe eines Jahres 3 oder 4 solche Dinge verkaufe. Das würde weder das JC, noch das FA mitmachen.

1. also Aufteilung nur, wenn die Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit asus mehreren Projekten über mjonatlichem Leistungsbezug liegen?
2. Oder Aufteilung nur bei einmaligen Einnahmen, die über gesamten Leistungsbezug liegen?
3. Oder Aufteilung nur für einmalige Einnahmen, die über der Regelbedarf liegen?

Ist Regelbedarf oder Leistungsbezug insgesamt(Regelbedarf + miete u Heizkosten) die Bemessungsgrenze für die Aufteilung der Einnahme?
Wenn der Auftraggeber gestückelt zahlt, kann das JC dagegen nichts sagen oder unternehmen. Das Geld fließt zu, wenn es zufließt. Nachträgliche Stückelung bei der Anrechnung ist eine komplett andere Baustelle.
 

lotus

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Ausschlaggebend ist dein persönlicher Bedarf aus RS, KdU und Freibeträgen. D.h. konkret, du würdest in dem Monat soviel verdienen, dass du kein Alg-II mehr bekommst.

Bei einmaligen Einnahmen dürfte dann aufgeteilt werden, wenn der Bedarf in einem Monat wegfällt. Bei laufenden Einnahmen gar nicht.
Siehe folgendes BSG-Urteil: B 4 AS 32/14 R
Meinst du mit laufenden Einnahmen auch freiberufliche Tätigkeit mit ungewissem Einkommen?
Und muss ich, falls ich mich nun als Freiberufler beim jc anmelde, einen Businessplan erstellen?
Bzw. bei der IHK einen kurs belegen etc.??

Nein. Das war damals lediglich - ähnlich wie hier - der Verkauf eines Kunstgegenstands. Deshalb melde ich keine Selbstständigkeit an. Nichtmal wenn ich im Laufe eines Jahres 3 oder 4 solche Dinge verkaufe.
Bis zu welcher Geldgrenze darf ich es so handhaben wie du, bzw. bei 4 Gemälden im Jahr, wie hoch darf insgesamt oder jeweils der Ertrag sein? (z.b vier Gemälde für insgesamt 4000 Euro z.b. möglich? Das wären dann aufgeteilt in Monate 40 Monate??
Denke mal, deine Gemälde waren günstiger? (Ich glaube, meine Frage ist gerade dumm )
 
M

Mitglied 61702

Gast
Bis zu welcher Geldgrenze darf ich es so handhaben wie du, bzw. bei 4 Gemälden im Jahr, wie hoch darf insgesamt oder jeweils der Ertrag sein?
Wenn man freiberuflich/selbstständig tätig sein möchte, dann muß das - zumindest damit das das FA anerkennt - fortgesetzt und auf Gewinn aus sein. Und auch die Jobcenter wollen ja eine konkrete Änderung deiner Verhältnisse sehen.

Es kommt also auf den Fall an. Wenn du 4 alte Gemälde von dir, die mehr oder weniger zum Hausrat gehören, verkaufst, oder auch die eine oder andere Karte zeichnest, und dafür unter dem Anrechnungsbetrag, bzw. deutlich unter einem sozialversicherungspflichtigen Job bleibst, dann wird dir das JC das nicht als Freiberuflichkeit so ohne Weiteres anerkennen. Been there, done that. Auch das FA übrigens nicht.

Wenn du aber konsequent deine Fähigkeiten bewirbst, versuchst neue Kunden zu bekommen und der Spaß darauf ausgerichtet ist, daß du davon wirst leben können, oder zumindest erheblich den Bedarf reduzieren kannst, dann ist das schon eher der Berufstätigkeit zuzurechnen.

Und dann ist das ja auch bei den SBs wie bei den Richtern und der See - sie ticken alle ein wenig anders.
 

Linuxfan

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nachdem mir Fallmanagerin 2017 endlich 2 Weiterbildungskurse online bewilligt hatte.
[…]
3. Ist es für mich besser, mich als selbständige / freiberuflerin beim JC gleich damit anzumelden
Ich würde da auf jeden Fall vorab mit der Fallmanagerin sprechen. Immerhin werden die Weiterbildungskurse doch auch etwas gekostet haben und Du solltest wahrscheinlich für ein Angestelltenverhältnis qualifiziert werden. "Konntest Du mit diesen Weiterbildungen im Arbeitsmarkt Fuß fassen? Falls nicht woran lag es?" wird wahrscheinlich das Gespräch ablaufen. So wie ich die Jobcenter einschätze zielen sie mehr auf Angestelltenverhältnis ab.
 

lotus

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Und dann ist das ja auch bei den SBs wie bei den Richtern und der See - sie ticken alle ein wenig anders.
was sind SBs?

Ich würde da auf jeden Fall vorab mit der Fallmanagerin sprechen. Immerhin werden die Weiterbildungskurse doch auch etwas gekostet haben und Du solltest wahrscheinlich für ein Angestelltenverhältnis qualifiziert werden. "Konntest Du mit diesen Weiterbildungen im Arbeitsmarkt Fuß fassen? Falls nicht woran lag es?" wird wahrscheinlich das Gespräch ablaufen. So wie ich die Jobcenter einschätze zielen sie mehr auf Angestelltenverhältnis ab.
Ja, die zielen darauf ab.
 

Linuxfan

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SBs sind wahrscheinlich Sachbearbeiter.

Du könntest versuchen, dich mit der Fallmanagerin zu einigen, dass Dir ein "Einstiegsgeld" bewilligt wird. Businessplan war bei mir für den Einstieg noch nicht zwingend erforderlich. Ich bekam einen Fragebogen wo mir Fragen gestellt wurden "Wie wollen Sie ihre Dienstleistung/Produkt am Markt bekannt machen?" - "Was ist ihre Zielgruppe für ihre Dienstleistung?" - Es ging damals bei mir um Übersetzungstätigkeiten und Englisch-Nachhilfe. Ich habe dann auch argumentiert, dass es kein Nachhilfeinstitut in unserem kleinen Ort gibt und der Ort durch diese Dienstleistung eine gewisse Aufwertung erfährt. Dann gab es auch einige Treffen mit einem Steuerberater, der mir bei der Unternehmensgründung half. Manchmal haben die Jobcenter ihre Abkommen zumindest war es bei mir so.

könnt ihr mir auch hier Auskunft geben??
Das geht dann schon mehr in Richtung "Businessplan". Ich verfahre oft so, dass ich die einmaligen Investitionskosten (z.B. Computer, 250 Visitenkarten zum Start, externe Festplatte in deinem Fall) von den regulären Ausgaben (z.B. DSL, Adobe Creative Cloud Abo) trenne.

Viele sagen: "Einen Businessplan braucht man nicht da er ohnehin nie exakt aufgeht…" Ich stimme dieser Aussage ausdrücklich nicht zu. Es ist eine gute Übung, sich Gedanken über die Tragfähigkeit und Bedarf zu machen. Viele Konzepte habe ich im Laufe der Zeit auch verworfen da sie mir nicht erfolgsversprechend schienen. Aber ich denke auch, dass "Mediendesign" so ziemlich immer geht… Die Frage ist halt auch, ob Dir diese Tätigkeit deinen jeweiligen Lebensstil finanzieren kann.
 

lotus

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Das geht dann schon mehr in Richtung "Businessplan". Ich verfahre oft so, dass ich die einmaligen Investitionskosten (z.B. Computer, 250 Visitenkarten zum Start, externe Festplatte in deinem Fall) von den regulären Ausgaben (z.B. DSL, Adobe Creative Cloud Abo) trenne.

Viele sagen: "Einen Businessplan braucht man nicht da er ohnehin nie exakt aufgeht…" Ich stimme dieser Aussage ausdrücklich nicht zu. Es ist eine gute Übung, sich Gedanken über die Tragfähigkeit und Bedarf zu machen. Viele Konzepte habe ich im Laufe der Zeit auch verworfen da sie mir nicht erfolgsversprechend schienen. Aber ich denke auch, dass "Mediendesign" so ziemlich immer geht… Die Frage ist halt auch, ob Dir diese Tätigkeit deinen jeweiligen Lebensstil finanzieren kann.
Im Moment ist es wohl besser ich suche erst mal ne teilzeitstelle, denn habe 2 Kinder.

Kann ich meine Ausgaben von den einmaligen Einnahmen absetzen? (also ohne anmeldung als freiberuflerin)
 

Nena

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leider komme ich vor lauter Bewerbungsschreibven nicht dazu, meine künstlerische freiberufliche Tätigkeit als Designerin anzugehen
Vielleicht reduzierst Du als erstes die Bewerbungen auf 3-4 täglich? Dann sollte es klappen. Oder?
 

lotus

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Vielleicht reduzierst Du als erstes die Bewerbungen auf 3-4 täglich? Dann sollte es klappen. Oder?

Nein, das Bewerbungschreiben ist sehr zeitintensiv, denn in diesem Bereich sind Stellen alle so verschieden und anspruchsvoll schon beim Bewerbungsschreiben.
dann die Kinder.
Der Haushalt
Da geht mit nebenberuf und akquise im momnet nichts mehr, denn das JC macht druck.
Muss stelle finden, sonst lande ich noch hinter der Kasse für weniger Einkommen bei gleicher Zeit.
 
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