Wie wird das Kindergeld bei vorliegender Schwerbehinderung angerechnet und kann es auch an Dritte abgezweigt werden?

Chaosherz

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Hallo alle zusammen.

Ich starte noch mal einen zweiten Versuch mein Anliegen zu schildern.Der erste ist ein wenig hektisch gewesen und deswegen schief gelaufen.
Zwar habe ich natürlich zunächst versucht mich im Internet schlau zu machen,aber richtig eindeutiges habe ich nicht gefunden.Der Termin bei einer Sozialarbeiterin ist erst in zwei Wochen,aber mir sitzt die Zeit im Nacken.

Vor einigen Wochen hat meine Mutter einen Antrag auf Kindergeld für mich gestellt,weil bei mir eine Schwerbehinderung vorliegt.
Ob es relevant ist,weiß ich nicht,aber ich erzähl mal eben was zu meiner Person:

Meine Behinderung ist vor dem 25.Lebensjahr eingetreten.Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und auch in diesem Bereich gearbeitet.Allerdings bin ich derzeit aus gesundheitlichen Gründen zu Hause,weil der ÄD vom Jobcenter mich als nicht leistungsfähig eingestuft hat,was für die Dauer eines halben Jahres gilt und seit 2016 der Fall ist.Berufliche Unterstützung bekomme ich vonseitens des JC nicht,weil ich weder Teil-noch Vollzeit einsetzbar bin.Außerdem gehe ich zur Therapie.Vor kurzem hab ich ein stundenweises Ehrenamt (unentgeldlich) begonnen,was ein wenig in Anlehnung an meinem Beruf ist.Ich bekomme Unterstützung in Form von ALG2 und habe zudem eine eigene Wohnung.Meine Mutter bekommt Witwenrente und unterstützend ebenfalls ALG2.

Allerdings sind bei mir Fragen/Vermutungen aufgekommen und zwar folgende:

a) Soweit ich weiß,wird Kindergeld auf ALG2 angerechnet.
Gilt das auch im Fall einer Schwerbehinderung und auch bei Rente?

b) Ich wohne nicht mehr bei ihr.
Würde sie es trotzdem angerechnet bekommen?

c) Ich weiß,dass die Möglichkeit des Abzweigens besteht.
Allerdings würde es wenig Sinn machen,es an mich abzuzweigen,
weil ich vermute,dass es angerechnet wird.
Besteht die (natürlich legale!) Möglichkeit das Kindergeld auch an Dritte außerhalb der Familie und Behörde abzuzweigen?

d) Ich bin echt verunsichert.
Macht es überhaupt Sinn,das Kindergeld zu beantragen und notfalls einzuklagen?



Ich hoffe,dass mir jemand meine Fragen beantworten und mir damit weiter helfen kann.

Puuh...hat das lange gedauert....Ich hoffe,ich hab diesmal nichts falsch gemacht...

Vielen Dank für das Lesen und eure Hilfe!


Liebe Grüße und einen sonnigen Tag,
Chaosherz

P.S.:Falls etwas unklar ist,bitte einfach nachfragen.
 

Helga40

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Das Kindergeld wird entweder bei deiner Mutter (wenn sie es nicht weiterleitet) oder bei dir (wenn es weitergeleitet wird) angerechnet. Eine Abzweigung an jemand anderen ist nur möglich, wenn diese Person Unterhalt in Höhe des Kindergeldes an dich leistet. Was dann natürlich auch Einkommen wäre. Wenn du kein weiteres Einkommen hast, wären mindestens 30 Euro anrechnungsfrei. Also immerhin etwas mehr Geld im Monat als jetzt.
 

Liane17

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Ich hoffe du hast eine Rechtsschutzversicherung oder bekommst Prozesskostenhilfe, wenn du das einklagst. Es wäre besser, wenn deine Mutter noch eine eigene Rente plus Witwenrente bekommen würde, vielleicht wenn sie irgendwann das Rentenalter erreicht oder Erwerbsminderungsrente bekommt. Wenn sie damit über dem Alg2 Satz liegt und kein Alg2 mehr bezieht, dann könnte das Jobcenter das Kindergeld nicht mehr so einfach bei ihr anrechnen, sie müsste dir dann aber Unterhalt in Höhe des Kindergelds leisten. So genau weiss ich das aber nicht, was es da für rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Dafür müsstest du einen Anwalt fragen (mit Rechtsschutzversicherung oder Beratungshilfe) oder in den Sozialverband eintreten und dich gegen einen monatlichen Beitrag (ich glaube um die 6 Euro) da beraten lassen. Die machen auch Klagen für einen, wenn es vor die Sozialgerichte geht. Kindergeld geht aber vor die Finanzgerichte.

Prozesskostenhilfe muss man auch nach Jahren noch zurück zahlen, wenn du irgendwann mal arbeitest, dann aber in Raten. Trotzdem solltest du die Erfolgsaussichten prüfen lassen bevor du klagst, damit du nicht irgendwann Gerichtskosten zurück zahlen musst. Ich habe selber mal ohne RSV geklagt und PKH bekommen (nicht vor dem SG) und ärgere mich heute noch über die Gerichtskosten (mehrere tausend Euro), die ich irgendwann mal zurück zahlen darf, weil man mich hat verlieren lassen. Auf lange Sicht könnten die 30 Euro extra es aber wert sein, wenn du gar nicht mehr arbeiten kannst. Dann musst du nämlich auch nicht die PKH zurück zahlen.
 

Kerstin_K

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Wenn es keine Erfolgsaussichten gibt, wird doch PKH gar nicht bewilligt. Eine Garantie für eine erfolgreiche Klage kann niemand geben.
 

Chaosherz

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Hallo ihr beiden und danke für eure Antworten!

Also,was ich halt dabei sehe ist,dass ich auch nicht möchte,dass meiner Mutter dadurch finanzielle Probleme entstehen,weil ich nicht genau weiß in welcher Höhe sie das angerechnet bekäme.Sie erhält 60Euro ALG2 unterstützend zu ihrer Rente.
Ehrlich gesagt überlege ich deshalb,ob es überhaupt Sinn macht,das zu beantragen.
 

Kerstin_K

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Wenn Deine Mutter nur 60 EUR ALG II bekommt, sollte sie mal prüfen, ob Wohngeld nicht günstiger für sie wäre.
 
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