Wie wird bei einer Nachzahlung der Erwerbsminderungsrente das Krankengeld abgerechnet?

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Anaid

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Hallo,ich hab meine EURente ja rückwirkend bewilligt bekommen.Jetzt hatte das AA und die Krankenkasse noch Ansprüche. Das AA hat sich auf den Cent genau den Beitrag zurück geholt,was ich in dieser Zeit von Ihnen aufs Konto bezahlt bekommen habe.Die KK hingegen hat sich die Bruttobeiträge von der DRV überweisen lassen.Ist das richtig?
Danke für eine Antwort
 

axellino

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.Die KK hingegen hat sich die Bruttobeiträge von der DRV überweisen lassen.Ist das richtig?

Ja, die Kasse hat ja auch daraus deine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung entrichtet. Nachdem zwischen Rentenversicherung und Krankenkasse die Verrechnung/Erstattung abschliessend bearbeitet und erledigt wurde, solltest Du deine eigens aus dem damaligen Krankengeld entrichteten Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung von der Krankenkasse erstattet bekommen, die damals entrichteten Rentenbeiträge allerdings nicht.

Eine diesbezügliche kurze Nachfrage bei deiner Krankenkasse, sollte meine Aussage bestätigen.
 

Anaid

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@axellino
Soweit so klar.Allerdings entrichtet das AA soweit man ALG 1 bezieht ja auch Rentenversicherungsbeiträge und trotzdem haben sie sich nur das erstatten lassen was ich auch monatlich an Geld auf mein Konto überwiesen bekam.Weshalb also trifft das auf die KK nicht zu?
 

axellino

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Weshalb also trifft das auf die KK nicht zu?

Wieso, weshalb bleibe Dir hier konkret schuldig,, aufjedenfall ist der Ablauf so und so lief es auch bei mir persönlich ab, die Kasse hat aus der Nachzahlung zunächst das Brutto Krankengeld zurück erhalten, da diese ja auch die Sozialversicherungsbeiträge zahlte und gegenteilige Referenzen kenne diesbezüglich keine, das die Kasse kein Erstattungsanspruch aus der Nachzahlung in Höhe des Brutto Krankengeld gegenüber der Rentenversicherung geltend machen darf und im weiteren entstehen Dir im ganzen ja sowieso keine grösseren Nachteile, ausser das Du ggfls. ein paar Tage auf die von der Kasse an dich zu erstattenen benannten Sozialversicherungsbeiträge ein paar Tage warten müsstest.
 

saurbier

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Hallo axellino,

Nachdem zwischen Rentenversicherung und Krankenkasse die Verrechnung/Erstattung abschliessend bearbeitet und erledigt wurde, solltest Du deine eigens aus dem damaligen Krankengeld entrichteten Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung von der Krankenkasse erstattet bekommen, die damals entrichteten Rentenbeiträge allerdings nicht.

Wieso bitte schön hab ich denn damals nichts von der KK erhalten.

Die haben von der DRV damals fast 9.000 Euro erstattet bekommen, ja bei mir wurde sogar das volle KG zurück gefordert (eben weil als zuvor BU-Rentner nach dem BSG-Urteil ja ein Sonderfall) und ich bekam nichts von der KK.

Ich frag mich allerdings auch wieso ich von der KK überhaupt die Sozialabgaben aufs KG zurück bekommen sollte, denn das KG ist ja lediglich ein - sozusagen - Vorschuß auf die Rente. Immerhin hat die KK ja nicht mal einen 100%igen Erstattungsanspruch gegenüber der DRV, denn der ist ja bei erstmaliger Teil-EMR/volle EMR auf den Nachzahlungsbetrag begrenzt.

Das würde mich dann doch schon mal interessieren nach welcher Gesetzeslage dies so ist, wenn es denn so ist, immerhin wären das bei mir fast 1.000,-€.


Grüße saurbier
 

axellino

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Guten Abend saurbier,

vielleicht bringt nachfolgender Thread und einige Aussagen in diesen, für den TE und ggfls. auch für dich, ein wenig Licht ins Dunkel,

13.10.2018, 04:26
von
Nachfrager

Zitiert von: Walter
Das Geld von der KK ist Brutto wie Netto, da hier kein KK/PV abgezogen wird.
Die Brutto-Rente wird mit der Zahlung der Krankenkasse an Sie verrechnet - der Rest ist Brutto-Rente und wird nach Abzug von KK/PV Netto-Rente.
Evtl. noch Steuer, das wird aber erst am Jahresende festgestellt

Das Geld, was man von der Krankenkasse auf das Konto bekommt, ist netto. Es gibt hierzu einen Bruttobetrag. Von dem werden Beiträge zur Rente, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung abgezogen (und die Krankenkasse zahlt auch noch dazu). Es ist also nicht Brutto wie Netto, sondern kürzt sich um die Beiträge für Rente, AlV und PV und landet denn netto auf dem Konto.

Die Rente besteht aus einem Bruttobetrag, von dem Beiträge zur Krankenkasse (halber Beitrag) und Beiträge zur Pflegeversicherung (voller Beitrag) abgezogen werden. Das ergibt dann die Netto-Rente. Dieser Betrag wird ausbezahlt, ggfs auch rückwirkend. Der Nachzahlungsbetrag ist NETTO.

Von diesem Betrag wurde in meinem und auch in Castles Fall der Erstattungsanspruch der Krankenkasse erfüllt. Brutto!! Von der Krankenkasse wird lediglich der Betrag für Pflege- und Arbeitslosenversicherung direkt zurück bezahlt.

Den Beitrag zur Rentenversicherung hat sich die Krankenkasse NICHT von der Rentenversicherung zurück erstatten lassen, sondern aus dem NETTO-Nachzahlungsbetrag

Also BRUTTO-Krankengeld gegen NETTO-Rente.

Meine Krankenkasse verweist hierzu auf Urteile aus 1992 ff, aber IMMER geht es darum, dass das Krankengeld höher ist als die Rente. Und sie bezieht sich auf §3 Satz 1 Nr. 3 SGB VI, wonach Krankengeld Rentenversicherungspflichtig ist.

Außer acht gelassen wird
"§ 50 SGB V
Ausschluß und Kürzung des Krankengeldes
(1) 1Für Versicherte, die
1.
Rente wegen voller Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder Vollrente wegen Alters aus der gesetzlichen Rentenversicherung,..beziehen, endet ein Anspruch auf Krankengeld vom Beginn dieser Leistungen an;..."

Wenn Krankengeldanspruch weiter besteht, z. B. wg. teilweise Erwerbsminderung aber voller Arbeitsunfähigkeit, wird das Krankengeld gekürzt ausbezahlt, also Bruttokrankengeld abzüglich Brutto-Rente, abzüglich RV-/PV-AlV-Beitrag auf das Krankengeld.

Aber in diesem Thema geht es um 100% Erwerbsminderungsrente, durch die der Anspruch auf Krankengeld erlischt. Und auf diesen erloschenen Betrag soll man dann rentenversicherungspflichtig sein???

Ich habe zwischenzeitlich die KK aufgefordert, mir diesen Betrag zu überweisen. Die machen es sich nämlich ziemlich einfach, fordern das Geld vom kranken EWM-Renter zurück, der schon nicht streiten wollen wird. Und zufrieden ist, dass er nun Rente bekommt. Aktuell dann ja den korrekten Betrag, es geht ja nur um die Nachzahlung, an der die sich bereichern.... und behaupten, es wirke sich später bei der Rente noch aus.

Und nochmals, ich möchte nicht auf 0,00 EUR Anspruch 9,3% Rentenversicherungsbeiträge aus eigener Tasche bezahlen!

PS das mit der Steuer ist außen vor, das ist ein nicht weniger kompliziertes Thema. Und im Falle einer rückwirkenden Nachzahlung sollte man sich dazu auf jeden Fall Hilfe holen, denn sonst zahlt man auf die Rente Steuern, nur weil man das erstattete Krankengeld wie bescheinigt einträgt und nicht selbst aufteilt nach Krankengeld und Ersatzleistung.... Wäre schön, wenn anhand all dieser Fallen auch mal Zeit bliebe, sich um die Gesundheit zu kümmern....

Quelle
Verrechnung von Krankengeld mit Erwerbsminderungsrente

und hier auch was,

von Krankenkassenfee » 02.01.2013, 18:33 Hallo,

zunächst einmal: Die Kasse geht an Deine Betriebsrente nicht dran! Aber aus der Praxis weiß ich, dass die von den Betriebsrentenstelle bei der Kasse die Abrechnungszeiten anfragen, ob die also was kürzen müsstest Du da erfragen.

Und ja, die Kasse rechnet Brutto-Krankengekld gegen Rente ab. Aber bei einer vollen EM-Rente erstattet sie Dir Deine Beitragsanteile zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Ist nicht wahnsinnig viel, aber wenigstens ein bißchen.

Quelle

und hier Haufe.de

Bei der Ermittlung des Erstattungsanspruchs ist dem jeweiligen Rentenbetrag das Bruttokrankengeld gegenüberzustellen. Dies ist der Krankengeldbetrag vor Abzug der vom Berechtigten evtl. zu tragenden Beitragsanteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.

Quelle
 

saurbier

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Hallo axellino,

das würde also in meinem Fall dann bedeuten, daß mir die KK (BarmerGEK) die Abgaben zu zahlen hätte, was wie ich ja bereits anmerkte über die Zeit sich auf fast 1.000,-€ aufsummiert hat, sofern deine Aussage zutreffend ist.

Nun ja, leider kann ich da nichts mehr machen, denn nach max. 4 Jahren bringt ja auch ein Überprüfungsantrag (§ 44 SGB X) leider nichts mehr. Also heißt das für die Zukunft - wenn ich denn überhaupt nochmals ans Arbeiten kommen sollte, aufpassen und vor allem den Tip weiter zu geben.

Ich muß dir aber dennoch gestehen, ich verstehe immer noch nicht die rechtliche Grundlage dafür. Denn wie du ja bereits angemerkt hast, ist das KG immer höher als eine EMR. Aus § 50 SGB V wird eine KK nie den vollen KG-Betrag zurück erlangen, schon weil wie gesagt das KG ja überwiegend höher ausfällt als eine EMR. Da soll die KK dann gleich zweimal (Verlust bei der Erstattung und dann auch noch Verlust durch Rückzahlung an den Betroffen bezgl. der Sozialabgaben) der Verlierer sein, sorry das erscheint mir merkwürdig.


Grüße saurbier
 

Lucky Luke

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Hallo saurbier und axellino,

auch für mich ist dieses Thema (hoffentlich bald) relevant, ganz kapiert habe ich die Ausführungen hier aber - ehrlich gesagt - noch nicht. Muss noch einmal ganz in Ruhe nachlesen...

Aber eines stimmt keinesfalls: dass das KG IMMER höher als die EMR ist. Bei mir z. Bsp. wird die EMR deutlich höher als das KG und das ALG1 sein, da ich seit 5 Jahren "nur" Teilzeit gearbeitet habe, die Renten jedoch aus meinem erarbeiteten Lebens-Versicherungsverlauf berechnet werden. Und da kommt nunmal wesentlich mehr raus aus als das KG bzw. ALG1 aus meinem Teilzeitgehalt.
Dies nur als Anmerkung.

Gruss Lucky Luke
 
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