Wie verhält es sich mit der Pflege der Angehörigen und der Vermittlungszeiten in Arbeitsstunden je Tag?

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samuraji

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Wie verhält es sich mit der Pflege der Angehörigen und der Vermittlungszeiten in Arbeitsstunden je Tag?

Genauer: Pflegegrad 3 + Pflegegrad 1 werden gepflegt (Kind/Mann) nun will man dennoch zur Stundenmäßigen Bereitschaft zwingen. Sprich: 1€-Job/Maßnahmen/450€ Job usw.


So weit mir bekannt ist, PG3 = max 6Std /Tag


In wie weit wird hier die Pflegebedürftigkeit von zwei zu Pflegenden berücksichtigt? Erst recht, wenn bei einem ein schubweiser Pflegebedarf besteht?


Mit der SB kann man leider nicht diskutieren, sie schaut in die Weisung und der dortigen Tabelle und Schluss.
 

samuraji

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Heißt das, dass die Pflege nicht direkt zeitlich konkret planbar ist, du also nicht genau sagen kannst, wann genau Hilfe benötigt wird?
Liegen dazu medizinische Unterlagen vor?


Ja, zeitlich nicht konkret planbar, da die bibpolare Störung hoch und tiefs hat, hinzu kommen zwar noch andere Einschränkungen, diese wäre allerdings die schwerwiegendeste.Dies geht vor allem aus dem Medizinischen Bericht des MDK hervor, der eben dann den Pflegegrad bestimmte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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Der Pflegegrad ist zwar ein Anhaltspunkt, aber es kommt auch auf die zeitliche Verteilung der Pflege an.

Notfalls mpüsste man dem JC dzu da Pflegegeutachten vorlegen oder eine separate ärztliche Bescheinigung erstellen lassen.

Wobei ich da im Pflegegeutachten sicher einiges schwärzen würde, was das JC nichts angeht.
 

Annie

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Im kompletten Pflegegutachten vom MDK steht normalerweise der tägliche Zeitaufwand für die Pflege drin. Jedenfalls war das bei mir so. Ansonsten einfach das komplette Gutachten anfordern. Das wird normalerweise nicht automatisch verschickt. Das waren bestimmt 20 Seiten.
 

samuraji

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DAs Pflegegutachten umfasst 16 Seiten. Was ich gefunden habe in der Tabelle:

Pflegeperson 1:
Zu Pflegende Tage 7
Pflegestunden pro Woche 49

Pflegeperson 2:
Pflegestunden je Woche 15
 

Annie

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Ganz genau das meine ich.

Das sind dann 49h + 15h = 64h/Woche. Macht 64h/7 Tage = 9,14h pro Tag die du nicht vermittlungsfähig bist. Also quasi immer.

§ 10 Abs. 1 Satz 4 SGB II

(1) Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass
.
.
.
4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann,

Jetzt steht halt nur die Frage im Raum, ob die Pflege nicht auch anders sichergestellt werden kann.
 

Kerstin_K

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Das hat aber nicht das JC zu entscheiden. Wenn der pflegebedürftige sich nicht von jemand anderem pflegen lassen möchte, dann ist das so.
 

samuraji

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Das hat aber nicht das JC zu entscheiden. Wenn der pflegebedürftige sich nicht von jemand anderem pflegen lassen möchte, dann ist das so.

Danke.
Das Problem aktuell ist wohl eher, dass man Seitens der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter das anders sieht. Man könnte den zu Pflegenden doch einfach abschieben und Drittanbieter (Pflegekräfte) dafür beauftragen, damit man dann selbst wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.


Gibt es eine rechtliche Regelung, dass der zu Pflegende am Ende die Entscheidungsgewalt hat, wer ihn pflegen soll? Denn in unserer Region sprießen die Pflegeeinrichtungen aus dem Boden wie Unkraut. Dabei machen die Pfleger nicht zwingend den besten Eindruck, sehen wir bei unseren Nachbarn.
 

Kerstin_K

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Gibt es eine rechtliche Regelung, dass der zu Pflegende am Ende die Entscheidungsgewalt hat, wer ihn pflegen soll?

Stwll die FRage doch mal andersrum: WIe kommt das JC dazu, für eien Person, die nichtmal Leistungen vom JC bezieht, zu entscheiden, dass sich diese Person nicht von einer bestimmten anderen Person pflegen lassen darf?

Und im Hinblick auf Deine Nachbarn: Ja, Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste spriessen wie Pilze aus em Boden. Aber zumindest beim ambulanten Pflegedienst ist es gar kein Problem, diesen zu wechseln, wenn man nicht zufrieden ist.

Bei Stationärer Pflege ist das etwas aufwendiger, denn man muss ja auch erstmal einen freien Platz finden, dann kündigen und umziehen, aber auch da ist das machbar.
 

samuraji

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Stwll die FRage doch mal andersrum: WIe kommt das JC dazu, für eien Person, die nichtmal Leistungen vom JC bezieht, zu entscheiden, dass sich diese Person nicht von einer bestimmten anderen Person pflegen lassen darf?

Der zu Pflegende ist in der Bedarfsgemeinschaft enthalten und erhält Leistungen (Alg2).
Problem hierbei scheint auch zu sein, dass aktuell das JC der Fassung der Fachlichen Hinweise von 2017,die auch die Pflegegrade mit einschließt. Ab Seite 6: https://harald-thome.de/fa/redakteur/BA_FH/FH_10-_30.03.2017.pdf deutet wie sie wollen Und die dortige Einstufungsliste nicht immer der tatsächlichen Einstufung bzw. Beurteilung entspricht.

Hier stößt sich der Pflegegrad oftmals mit der zeitlichen Belastung. Auf Anfrage an die Kranken- und Pflegekassen bzw. beim Gesundheitsminister direkt wurde nur der Vorschlag getätigt, man solle bei einer so hohen zeitlichen Belastung einen Höherstufungsantrag stellen. Der Antrag wurde natürlich abgelehnt, da der zeitliche Umfang nicht mehr so ins Gewicht fällt und allein die Zeit eine Höherstufung ergeben würde. Bedeutet, man investiert Zeit, die nicht angerechnet bzw. honoriert wird. Das JC sieht in der im Link aufgezeigten Liste sehr enge Grenzen im Zeitlichen was Pflegegrad 1 oder Pflegegrad 3 betrifft. (bzw. beide zusammen - da zwei zu Pflegende Personen)

Selbst, wenn man JC auf zb (6) Eine Ausnahmeregelung kann auch notwendig sein, wenn der Pflegebedarf nicht täglich, sondern schubweise auftritt. Hier ist eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung zu treffen, hinweist, wird dies gekonnt ignoriert. Ebenso die Gutachten, bei denen ersichtlich ist, das ein Pflegeaufwand von +60Stunden in der Woche vorliegt. (Wie soll man da generell noch eine Arbeit aufnehmen?)
 

pflegevsjobcenter

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...da die bibpolare Störung hoch und tiefs hat, hinzu kommen zwar noch andere Einschränkungen, diese wäre allerdings die schwerwiegendeste.
Personen mit Psychischen Erkrankungen reagieren oft abweisend auf fremde Menschen, was für die erkrankte Person wiederum nur Stress verursacht.
Deswegen sollte es schon verständlich sein, das hier eine Person aus dem engsten vertrauten Kreis die beste Lösung ist und nicht ein anonymer Angestellter eines Pflegedienstes.
Ja, zeitlich nicht konkret planbar
Deswegen ist bei solchen schwerwiegenden Erkrankungen auch nicht an eine Arbeitsaufnahme zu denken.
Personen die Psychisch sehr labil sind, werden sich nicht bei dir auf der Arbeit melden können um die mitzuteilen das jetzt Hilfe notwendig wird.
Notfalls mpüsste man dem JC dzu da Pflegegeutachten vorlegen
Nach meiner Erfahrung nach sind die Sachbearbeiter nicht in der Lage ein Pflegegutachten zu verstehen.
Geschweige denn zu begreifen das der MDK nur dazu da ist, möglichst im sinne der Pflegekasse ein Gutachten zu erstellen um kosten zu Sparen.
Das Pflegegutachten umfasst 16 Seiten. Was ich gefunden habe in der Tabelle...
In dieser Tabelle befindet sich der von dir angegebene Pflegeaufwand den „tatsächlichen“ Pflegeaufwand findest du unter Punkt 5.2 im Gutachten in dem Satz „Der Pflegeaufwand liegt nachvollziehbar bei wenigstens...“
Die dort angegebene Stundenzahl ist auch die Zeit, die dir jemand als Ersatz bzw. Verhinderungspflege zusteht.
Das beste ist du meldest dich bei der Pflegekasse, damit diese dir ein Schreiben aufsetzt in dem die Stundenanzahl der Pflege eingetragen ist und das du als Pflegeperson durchgehend eingetragen bist.
In den meisten Fällen trägt die Pflegekasse deine von dir angegebene Stundenanzahl in dieses Schreiben ein.
Ebenso die Gutachten, bei denen ersichtlich ist, das ein Pflegeaufwand von +60Stunden in der Woche vorliegt. (Wie soll man da generell noch eine Arbeit aufnehmen?)
Keine Arbeit aufnehmen und sich um seine Angehörigen kümmern würde ich vorschlagen, notfalls die Sache vor Gericht austragen.
Das Sozialgericht wird es meiner Meinung nach so sehen wie du selbst und zwar das in dieser Situation nicht an eine Arbeitsaufnahme zu denken ist.
Solltest du keine Rechtsschutzversicherung haben, kannst du dich mal beim Sozialverband Deutschland (sovd.de) melden, diese vertreten euch bei Widersprüchen gegen den MDK und auch Pflegepersonen bei Streitigkeiten gegen das Jobcenter.
 

samuraji

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Nochmal eine Nachfrage zum Thema.
Mein neuer Berater nun, der der vorgesetzte der bisherigen ist und eine Art Spezialist für Rehafälle meinte, dass die Wöchentliche Stundenanzahl zu berechnen ist, wie viel eine Person arbeiten müsste. So ganz habe ich es nicht verstanden und er konnte es mir auch nicht auf einem Blatt Papier oder in einem Gesetz aufzeigen.

Seine Idee bzw Grundgedanke lautete:

Ein normaler Arbeiter muss 8Std/Tag arbeiten bei einer 6 Tage Woche, ergibt nach ihm dann 6x8 = 48Std/Woche. Zudem kümmern sich auch vollzeitbeschäftigte 2Std/Tag um ggf zu pflegende Angehörige, die man aufschlagen würde. Also die 8Std +2Std /Tag *6 Tage dann 48+12Std = Wochenarbeitszeit von 60Std rum. Von diesen 60 Stunden würde dann der Pflegeaufwand abgezogen werden. Wenn dann ein Rest bestehen würde, müsste man diese Stunden dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung stehen. Muss ich das ernst nehmen?



Ebenso problem bei meiner Frau, bei der sie sagen, dass das zu pflegende Kind vormittags in der Förderschule steckt, könnte sie in der zeit arbeiten, an den Tagen, an denen es mir gut gehe. Das ihre "Arbeitszeit" aber anfängt vor der Schule und sobald der Sohn aus der Schule zurück kommt, scheint nicht zu interessieren.

Gibt es für diese Wöchentliche/Monatliche Stundenanzahl irgendeine Rechtsgrundlage?
 

Kerstin_K

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Ist ja abenteuerlich. die meisten Arbeiter arbeiten 40 Stunden an 5 Tagen, viele noc weniger.

Woher nimmt er, dassVollzeitbeschäftigte sich 2 Stunden am Tag um pflegebedürftige Angehörige kümmern?

Und ist das ganze überhaupt praktisch durchführbar? sind die Tge, an denen es dir gut geht, vorhersehbar?
 

samuraji

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Vorhersehbar: NEIN!
Woher er das hat, er gab mir leider keine Quelle, er ist der Experte. (Würde es eher phantasievoll nennen)
Deswegen, ich finde ja nicht mal etwas entsprechendes, egal was ich Herrn google so frage.

Momentan steht noch ein weiterer Termin zur neuen Begutachtung aus, den der Herr auch jedes mal verschiebt, egal ob krank oder nicht erreichbar, das zieht sich alles so enorm hin. Das psych. Gutachten lag bereits mit Ergebnis vor: arbeitsfähig: nein, auf Dauer
nun soll noch ein körperliches Gutachten her. Auf den Termin warte ich seit November.
 

Kerstin_K

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Babbel1

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Zudem kümmern sich auch vollzeitbeschäftigte 2Std/Tag um ggf zu pflegende Angehörige, die man aufschlagen würde.
Dafür hatte er mit Sicherheit auch keine Quelle?

Also die 8Std +2Std /Tag *6 Tage dann 48+12Std = Wochenarbeitszeit von 60Std rum. Von diesen 60 Stunden würde dann der Pflegeaufwand abgezogen werden. Wenn dann ein Rest bestehen würde, müsste man diese Stunden dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung stehen.
a) ist die 6-Tage-Woche längst nicht überall Standard.
b) sind laut ArbZG keine 60 h/Woche erlaubt, jedenfalls nicht auf Dauer.
c) fehlen in dieser Rechnung die Fahrtzeiten zur und von der Arbeit.

Gibt es für diese Wöchentliche/Monatliche Stundenanzahl irgendeine Rechtsgrundlage?
Ist mir nichts von bekannt.
 

samuraji

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Wozu dann noch das 2. Gutachten? Wirst du dadurh arbeitsfähig?

Weis nicht, wurde mir so erklärt, dass sich das Gutachten generell aus 2 Teilen zusammen setzt. die geistliche und die körperliche Seite und zusammen wohl dann ein Ergebnis liefern. Mach ich eben mit, kommen eben noch körperliche Einschränkungen hinzu. Am Ende wird es am Ergebnis nichts ändern.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Also, dieser Experte ist ein Humbug. Keine Ahnung im Quadrat.

Ein Gutachten besteht aus 2 Teilen, ja. Einen allgemeinen A was der SB bekommt wo drin steht was der Begutachtete noch arbeiten kann, und einen speziellen B wo die Einschränkungen aufgeführt sind und der Begutachtete anfordern sollte.

Da du schon begutachtest wurdest mit auf Dauer arbeitsunfähig erübrigt sich jede weitere Unterschuhung.
Du solltest jetzt Erwerbsminderungsrente beantragen und das JC erstmal links liegenlassen.
 

samuraji

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Hatte heute bei der AfA beim med.Dienst angerufen, damit ich das psych. Gutachten ebenso bekomme, da mein Vermittler dies nicht rausrücken wollte und es mir nur zum Durchlesen am Monitor gezeigt hatte. Habe erst in 2 Wochen einen Termin zum Abholen bekommen. Echt lächerlich das Ganze. Ich habe das Gefühl, als würde man den ganzen Prozess künstlich mit allen Mitteln in die Länge ziehen wollen.

Danke auch für den Link, der ist sehr hilfreich, auch bei anderen Dingen wie den Kontoauszügen.
 
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