Wie umgehen mit Fragebogen der Krankenkasse zur AU im Krankengeld?

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lopo755

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Hallo,
ich bin seit 3 Wochen im Krankengeld bei der Barmer GEK (Diagnose: F32.1 G - Mittelgradig depressive Episode) und man "droht" mir hier schon mit dem medizinischen Dienst, bevor ich mein erstes Krankengeld erhalten habe.

Gleichzeitig wurde mir dazu ein Fragebogen zur Arbeitsunfähigkeit zugeschickt mit dem Hinweis, "durch Ihre Angaben kann vielleicht auch auf eine Untersuchung durch den MDK verzichtet werden".

Ich war vor dem Krankengeld im ALG 1 Bezug, die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses erfolgte damals auch von meiner Seite aus auf Anraten eines Arztes, um eine Verschlimmerung meines psychischen Zustandes zu vermeiden. Auf psychische Probleme wurde ich sowohl von meinem Hausarzt als auch von einem Facharzt (Psychiater) mehrmals arbeitsunfähig geschrieben.

Ich habe den Fragebogen meiner Krankenkasse hier einmal angehangen. Die Fragen sind zwar sehr allgemein und nicht persönlich, jedoch kennt die Krankenkasse schon allein aufgrund der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen alle Antworten auf die gestellten Fragen. Auch über die berufliche Situation ist die Barmer natürlich bestens informiert.

Wenn denen also schon alle Antworten bekannt sind, warum stellen sie solche Fragen? Ich habe etwas Angst das meine Krankenkasse mir meine Antworten auf dem Fragenbogen eventuell falsch auslegen und gegen mich verwenden könnte, da die Fragen alle sinnlos sind.

Was soll ich tun?
 

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lopo755

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Ja, es gibt ein Begleitschreiben. Dort steht:

Wir möchten Sie mit Ihren Fragen und Sorgen nicht allein lassen, sondern Sie in Ihrem Genesungsprozess unterstützen. Auf dem medizinischen Sektor hilft uns dabei der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Um auf Ihre Bedürfnisse eingehen zu können, benötigen wir einige Informationen. Durch Ihre Angaben kann vielleicht auch auf eine Untersuchung durch den MDK verzichtet werden.

Bitte senden Sie uns den beiligenden Fragebogen in den nächsten Tagen ausgefüllt zurück. Ihre Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Einen Freiumschlag haben wir beigefügt. Gern stehen wir auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Rufen Sie uns an oder besuchen Sie uns.
 

Doppeloma

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Hallo lopo755,

Gleichzeitig wurde mir dazu ein Fragebogen zur Arbeitsunfähigkeit zugeschickt mit dem Hinweis, "durch Ihre Angaben kann vielleicht auch auf eine Untersuchung durch den MDK verzichtet werden".

Diese Fragebögen der KK sind NICHT zulässig und es gibt darauf auch keinerlei Hinweise (Rechtsgrundlagen ???), die was Anderes aussagen könnten.
Dazu gibt es hier im Forum schon diverse Beiträge und Themen.

Es gibt keinen Grund die Vorstellung beim MDK "vermeiden" zu wollen, denn dort sitzen Ärzte, die das bei Bedarf auch medizinisch beurteilen könnten, ob deine AU weiterhin erforderlich ist oder nicht.

Das können die SB der KK ganz sicher nicht aus deinen Antworten schließen, die du auf diesem Fragebogen geben würdest ... und du hast ja selbst schon festgestellt, wie sinnlos diese Fragen eigentlich sind.
Welche Schlüsse auf deinen aktuelllen Gesundheitszustand möchen denn medizinische Laien daraus bitte ziehen können ???

Ich war vor dem Krankengeld im ALG 1 Bezug, die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses erfolgte damals auch von meiner Seite aus auf Anraten eines Arztes, um eine Verschlimmerung meines psychischen Zustandes zu vermeiden. Auf psychische Probleme wurde ich sowohl von meinem Hausarzt als auch von einem Facharzt (Psychiater) mehrmals arbeitsunfähig geschrieben.

Wer dich AU schreibt steht ja auf den Bescheinigungen, die du auch bei der KK einreichen musst, um dein Krankengeld bekommen zu können und mehr dazu geht die SB der KK auch gar nichts an.
Die konkreten Gründe für das Ende deines letzten Arbeitsvertrages mögen bei der AfA wichtig gewesen sein, bei der KK hat das KEINE Bedeutung und was du dort konkret mal gearbeitet hast kann denen auch völlig egal sein.

JETZT bist du AU geschrieben und kannst nicht arbeiten (und auch nicht von der AfA in Arbeit vermittelt werden), die wollen dich nur an die AfA zurück verweisen können ...
Das wäre aber ohne Untersuchung beim MDK gar nicht zulässig und für diese Untersuchung solltest du dann dem MDK medizinische Unterlagen deiner Ärzte zur Verfügung stellen ... mit den Antworten auf diesem Fragebogen können die dann auch NIX anfangen.

Ich habe den Fragebogen meiner Krankenkasse hier einmal angehangen. Die Fragen sind zwar sehr allgemein und nicht persönlich, jedoch kennt die Krankenkasse schon allein aufgrund der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen alle Antworten auf die gestellten Fragen. Auch über die berufliche Situation ist die Barmer natürlich bestens informiert.

Genau so ist es und darum ist dieser Fragebogen völlig überflüssig, warum man dir den trotzdem schickt kannst du nur bei deiner KK erfragen ... ich würde das inzwischen einfach nur noch ignorieren ...

So einen "Wisch" habe ich schon vor über 10 Jahren von meiner KK bekommen, weil man mir angeblich "helfen wollte schneller wieder gesund zu werden" ... :doh:

Ich war übrigens noch fest angestellt (was denen auch bekannt war) und seit wann AU wussten die natürlich auch usw.
Ich habe dann damals mal schriftlich (nachweislich per Einschreiben) nach der Rechtsgrundlage für diese Neugierde gefragt, die mich dazu verpflichten soll einen solchen Fragebogen für die Sachbearbeiter der KK auszufüllen ... und in welcher Weise mir diese Antworten dann helfen könnten "schneller wieder gesund zu werden" ???

Auf die Antwort warte ich heute noch, man hat sich nie wieder dazu geäußert ... und mein Krankengeld bekam ich weiter bis zur Aussteuerung.
Zum MDK musste ich auch nie, der hat mich nur einmal nach "Aktenlage" begutachtet, damit mich die KK zum Reha-Antrag bei der DRV auffordern konnte ... danach musste die KK auch weiter Krankengeld zahlen ...

Dieser "Wisch" hat keinerlei Bedeutung für deinen Anspruch auf Krankengeld, dafür benötigt die KK NUR deine AU-Bescheinigungen.

MfG Doppeloma
 

Kerstin_K

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Aus meiner Sicht ist der Fragebogen frreiwillig und ein Versuch der SBs, an Informationen zu kommen, die sie sonst eventuell wegen der ärztlichen Schweigepflicht nicht bekommen.

Ich würde das nicht ausfüllen.
 

saurbier

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Ich würde den in der KK-Akte abheften, ebenso das dazugehörige Anschreiben.

Wenn die KK tatsächlich ernsthafte Zweifel an deiner AU hat, dann wird sie dich so oder so zum MdK vorladen, das ist doch nichts neues.

Ich hab diese Spielchen seitens der KK bereits ausgiebig kennen gelernt. Bei meiner ersten echten langen AU (Ende der 90er Jahre) kam auch nach 6 Monaten eine Einladung zum MdK. Der hat dann in einer persönlichen Untersuchung lediglich die Angaben der behandelnden Ärzte bestätigt und aus. 6 Monate später kam wieder eine Einladung von denen und diesmal war meine Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet. Also wurde ein Reha-Antrag gestellt. Als ich dann mal die Reha antreten konnte, wurde ich sogar noch AU aus der entlassen, womit man mir bis zur Aussteuerung das KG zahlen durfte. 2006 dann aufs neue, häufige Anschreiben wir jetzt bei dir und auch persönliche MdK Vorstellungen, die erneut in einer Reha endeten. 2011 dann nochmals, nur scheiterte die KK diesmal mit ihrem Reha-Antrag bei der DRV, weil die keine Zuständigkeit sah und mußte auf eigene Kosten eine Reha durchziehen, auch da kam ich AU raus - also nix mit KG sparen. Knapp 5 Monate später mußte ich mich einer OP unterziehen und diesmal klappte es mit dem abschieben an die DRV, weil diese die Reha übernahm. Seitdem bin ich in voller EMR und zumindest bei der KK mal Ruhe.

Also wie gesagt, solange an den Schreiben der KK keine Rechtsbehelfbelehrung angeheftet ist (also das du in Widerspruch gehen kannst), kannst du sowas als Informationspost alles abheften. Das sind inzwischen ganz normale Spielchen um dich zu verunsichern und dadurch unter Druck zu setzen. Lass dich auf solche Spielchen nicht ein und mach das was dein Arzt sagt.

Die KKhat weniger Interesse daran dir zu helfen, als vielmehr um die Kosten in Verbindung mit deiner Behandlung so gering wie möglich zu halten. Schon alleine der Hinweis das du mit solch einer Auskunft eine teure Begutachtung durch den MdK vermeiden könntest ist eine Frechheit.


Grüße saurbier
 
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