Wie sprecht ihr die Vermieter drauf an? Ich glaube ja kaum, dass die meisten "begeistert" sind an einen ALG 2 Bezieher zu vermieten

  • Starter*in Gelöschtes Mitglied 65243
  • Datum Start
G

Gelöschtes Mitglied 65243

Gast
Mal eine allgemeine Frage zur Wohnungssuche als ALG 2 Bezieher: Wie sprecht ihr die Vermieter drauf an? Ich glaube ja kaum, dass die meisten "begeistert" sind an einen ALG 2 Bezieher zu vermieten. Wie habt ihr euren Vermieter überzeugt? Ich kann mir gut vorstellen, dass es gerade als junger Mensch da sehr schwer ist mit einer entsprechenden Erklärung zu kommen.

Da ich mich in einer ähnlichen Ausgangssituation wie StillesWasser befinde, würde ich außerdem gerne wissen, wie ihr überhaupt eine passende Wohnung findet? In meiner Gegend gibt es sehr wenige Wohnungen, die unter der örtlich erlaubten Kaltmiete liegen. Doch meistens sind diese größer, als die erlaubten Quadratmeter.
 

Fragezeichen1234

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Juni 2016
Beiträge
144
Bewertungen
52
Bin derzeit auch auf Wohnungssuche und habe auch bereits einige Besichtigungstermine für nächste Woche. Habe sofort in der Anzeige oder per Telefon angegeben, dass ich derzeit ALG2 beziehe, damit hatte keiner ein Problem.

Erfahrung aus der Vergangenheit: Gepflegtes äußeres, Ehrlichkeit, nötige Unterlagen e.g: Schufa ect

Bei meiner zweiten Wohnung, wollte der Vermieter keine Jobcenter Empfänger, so stand es in der Anzeige, habe trotzdem einen Termin gemacht. Nach dem ich die Wohnung besichtig habe, wir ein wenig small-talk betrieben haben, fragte er mich was ich derzeit beruflich mache..Dann sagte ich, dass ich derzeit ALG2 beziehe...Er dann eigentlich möchte ich sowas nicht haben, viel schlechtes gehört..Aber da ich so nett war und wir uns gut unterhalten konnten habe ich die Wohnung trotzdem bekommen. 3 Jahre war ich in der Wohnung und der Vermieter meinte ich sei die einige Person im Haus gewesen wo die Miete immer pünktlich auf dem Konto war....
 
G

Gelöschtes Mitglied 65243

Gast
Moinsen Kayn ...,

... da es wenig zielführend und zudem recht unhöflich ist, das Thema eines anderen Nutzers mit eigenen Fragen zu kapern, habe ich mir erlaubt, mit Deinem Beitrag ein eigenes Thema zu erstellen ...


:icon_wink:
Okay, aber vielleicht sollte man den Titel auch ändern, wenn das denn geht. Sonst ist glaube ich das Thema nicht ganz klar ;)
 
G

Gelöschtes Mitglied 65243

Gast
Bis jetzt war das nie ein Problem, warum auch.
AlG2 ist immer pünktlich auf dem Konto.
Das ist bei dem ein oder anderen Arbeitgeber nicht unbedingt immer der Fall beim Lohn.
Richtig, nur wissen das ja nicht alle Vermieter. Und ich meine schon öfter gelesen zu haben, dass ALG 2 Bezieher da Probleme bekommen können.
 

Hesse90

Elo-User*in
Mitglied seit
6 November 2019
Beiträge
296
Bewertungen
362
Damals gabs ja 100 % Sanktion bzw. heute noch die Möglichkeit der Leistungseinstellung, die Vermieter haben zu mindestens damals mit der Angst gelebt, da es zur totalen Sanktion kam und die mindestens 3 Monate keine Kohle gekriegt haben. Heute ist es wesentlich besser dank des Urteils, aber not 100% sure.
 

Tripod

Elo-User*in
Mitglied seit
3 November 2014
Beiträge
417
Bewertungen
371
Ist es nicht so, das Vermieter, die Wohnungen unterhalb der KDU Grenzwerte in der Regel häufiger Kontakt mit Unsereinen haben (sollten), die auftretenden Fragestellungen sollten also vertraut sein, falls nicht, könnte man die Miete einfach etwas anheben, dann verschwindet das Problem ganz von allein. Was natürlich nicht heißt, das man per se gern gesehen ist.
(allerdings ist uns vor längerem eine Vermietungsexperte begegnet, der obwohl für eine große Gesellschaft mit zahlreichen Sozialwohnungen tätig, alle Angaben zu den Umständen einer §16i Beschäftigung als völlig "ungewöhnlich" und offenbar höchst fragwürdig ansah - aber solche muss es wohl auch geben.)
 

Elgaucho

Elo-User*in
Mitglied seit
15 September 2017
Beiträge
353
Bewertungen
988
Manche Vermieter - wie mein ehemaliger Vermieter - nehmen gerne ALG 2 Empfänger - eben weil Vater Staat für die sehr
pünktliche Mietzahlung garantiert. Oft sind ALG 2 Bezieher allerdings durch Vorurteile wie Messies oder Unruhestifter stigmatisiert.
Ich würde nie gleich die Flinte ins Korn werfen und immer einen Versuch wagen. Wer nicht wagt - der nicht gewinnt.
 

nordmoorfalke

Elo-User*in
Mitglied seit
7 März 2018
Beiträge
126
Bewertungen
179
Ich wohne seit 14 Jahren in meiner Wohnung. Nun wird das Haus meiner Vermieter (sind im Altenheim) und meine Wohnung, die oberhalb ihrer Garage ist verkauft.

Die Möglichkeit besteht, dass meine neuen Vermieter mich wegen Eigenbedarf herauswerfen.

Der Wohnungsmarkt ist eine Katastrophe und gerade ich als Hartz4-Empfänger rechne mir kaum Chancen aus eine neue Wohnung zu bekommen.
 

Beebug

Elo-User*in
Mitglied seit
11 Januar 2015
Beiträge
317
Bewertungen
260
In meinem ehem. Wohnort war es ausserhalb der typischen "Sozialschwachen Gegenenden" kaum möglich. Nicht wegen den Mieten, die gingen auch in anderen Ortschaften klar sondern wegen der Vermieter die oftmals schrieben: kein ALG2 Empfänger. Selbst als Azubi mit 900€ Einkommen, war es schwer. Azubi + ALG2-Bezieher auch nicht besser.
Hier im Ruhrgebiet ging es flott, auch wenn hier einige drinne stehen hatten, dass sie keine ALG2-Bezieher wünschen (komisch, war die genau die identische Makler-Agentur wie auch im ehem. Wohnort...)

Ich habe immer ein nettes Anschreiben geschrieben und dazu erwähnt, dass ich aus Datenschutzgründen weitere Fragen gerne persönlich beantworte. Manche ließen sich drauf ein und man konnte beim Termin anhand von Nachweisen der pünktlichen Mietzahlung positiv zeigen oder sie wollten per Mail weitere Angabe zum Beruf etc. IdR gab es bei den Mails danach die direkte Absage.
 

Stauer

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 Januar 2019
Beiträge
908
Bewertungen
3.237
Mal eine allgemeine Frage zur Wohnungssuche als ALG 2 Bezieher: Wie sprecht ihr die Vermieter drauf an? Ich glaube ja kaum, dass die meisten "begeistert" sind an einen ALG 2 Bezieher zu vermieten. Wie habt ihr euren Vermieter überzeugt? Ich kann mir gut vorstellen, dass es gerade als junger Mensch da sehr schwer ist mit einer entsprechenden Erklärung zu kommen.

Ich habe meinem Vermieter die Wahrheit gesagt. Obdachlos, arbeitslos. Er wollte wissen, wie es dazu kam. Ich erzählte, was passiert war. Er bat mich die Miete vom Amt direkt überwiesen zu bekommen. Ich willigte ein und der Mietvertrag wurde gleich aufgesetzt. Ich sollte nur noch vom Amt bescheinigen lassen, daß die Miete übernommen wird. 2 Wochen später wohnte ich dann schon dort.
Ca. 3 Jahre hat es gedauert, bis ich an diesen Vermieter kam. Aufgegeben habe ich nie. Obwohl ich so manches erleben durfte, was es für Vermieter gibt. Sogar an einen Betrüger bin ich mal geraten. Der bot eine Wohnung an und wenn man die besichtigen wollte, sagte er "ja diese Wohnung ist schon vermietet aber ich kann noch ein paar andere Wohnungen anbieten." "Oh, schön sagte ich." " Sie wissen aber daß sie mir jetzt 89,-€ zahlen müssen." Ich fragte: "Wieso das denn?" "Das kostet Gebühren, wenn ich ihnen weitere Wohnungen anbiete." Ich sagte: "Davon stand aber nichts in der Anzeige." Er antwortete: " Ja entweder zahlen sie jetzt oder gehen."
Das Alter des Mieters spielt ein bißchen schon eine Rolle. Es gibt Vermieter, die wollen eher junge Leute, andere mittleres Alter oder ältere Mieter. Auch gemischtes Alter. Wieder andere wollen nur Alleinstehende oder nur Nichtraucher auch wird ein Verdienst von 1500,-€ Netto verlangt. Es wird sortiert ,was das Zeug hält.
Kopf hoch, Du findest trotzdem eine Wohnung.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
25.290
Bewertungen
28.060
Jeder kann in die Situataion geraten, dass er Sozialleistungen beziehen muss, das sollten auch Vermieter bedenken.

Was ich aber ganz schlimm finde ist, wenn Menschen die Verpflichtung zur Mietzahlung ganz bewusst ans Jobcenter abgeben, um sich aus der Verantwortung zu entziehen. So war das bei den Mietern meines Bekannten. Es gab öfter Probleme mit der Mietzahlung und es hat etwas gedauert, bis wir denen klarmachen konnten, dass es ernst gemeint ist, wenn der Vermieter suf pünktlicher Zahlung der Miete besteht. Klar, seit die Leistungen vom JC fliessen, kommt die Miete wieder pünktlich, aber eigentlich gab es gar keinen Grund, warum in diesem FAll das Jobcenter direkt an den Vermieter zahlt. Sah wohl auch das JC so, denn das verlangte sogar eine Bestätigung vom Vermieter, dass er damit einverstanden ist, dass sie Miete direkt vom JC an ihn gezahlt wird. Ich habe echt überlegt, ob man als Vermieter sowas ausstellen sollte, zumal es in diesem Fall mehr als offensichtlich war, dass die Mieter sich einfach nich als verantwirtlich für die Mietzahlung ansehen.

Was isch auch wichtig finde, gerade bei privaten Vermietern: Offene Kommunikation. wenn man schon absehen kann, dass man die Miete erst später zahlen kann, dann sollte man nicht warten, bis der Vermieter vor der Tür steht und mahnt, sondern besser schon vorher das Gepräch suchen, auch wenn das Überwindung kostet. Viele Vermieter werden sicher Verständnis eigen, wenn es eine plausible Erklärung gibt und sie zeitnah damit rechnen können, dass sie ihr Geld bekommen. Das sollte natürlich nicht zum Dauerzustand werden.
 

Stauer

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
23 Januar 2019
Beiträge
908
Bewertungen
3.237
Was isch auch wichtig finde, gerade bei privaten Vermietern: Offene Kommunikation. wenn man schon absehen kann, dass man die Miete erst später zahlen kann, dann sollte man nicht warten, bis der Vermieter vor der Tür steht und mahnt, sondern besser schon vorher das Gepräch suchen, auch wenn das Überwindung kostet.
Ich finde das bei allen Vermietern wichtig. Man bekommt eine fremde Wohnung zur Miete, da sollte man mit offenen Karten spielen. Vermieter haben selber Kostenapperate zu bedienen und müssen schon wissen, wann und wie die Gelder fließen. Mir war es anfangs egal, heute freue ich mich sogar darüber. Mit dem JC hatte ich damals kaum Erfahrungen und wenn dann nur schlechte. Meine Vermieter kannten die und deren Methoden schon. Auch wußten die, daß manchmal einfach seitens JC oft keinerlei Leistung gezahlt wird und das ohne Grund. Es lag nicht mal eine Sanktion vor. Es ging also nicht um die schlechte Zahlungsmoral der bösen Hartzer, die keinen Dauerauftrag bei ihrer Bank einrichten wollen.
Zum Glück haben die auch Anwälte und machen denen vom JC öfter mal Dampf. Wie gesagt, ich wußte nicht, was die beim JC für Leute sind und ich hätte nie damit gerechnet, daß ohne Sanktion auf einmal sämtliche Leistungen versagt werden würden, da ich ja schriftlich hatte, daß die Zahlungen übernommen werden. Sonst wäre ich lieber obdachlos geblieben. Wenn ich die Miete nicht auftreiben kann, ziehe ich in keine Wohnung ein. Da gibt es kein Vertun.
Wenn das JC Zicken macht, wegen NK-Abrechnung, wende ich mich an meinen Vermieter. Auch da kennen die die JC-Allüren und was immer die mir raten, das mache ich dann auch. Dadurch habe ich das JC mal eiskalt erwischt. Die haben sich so erschrocken, das 7 Anschreiben auf einmal erledigt werden konnten.
Angeblich wäre ich meiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, war die Erklärung vom JC. Ich konnte aber nachweisen, wann und wie ich das schon 4x mal erledigt hatte, weil ich im Büro meines Vermieters faxen war. Ich habe die Briefe vom JC gezeigt und die meinten, nur die Ruhe, so schnell schießen die Preußen nicht. Und so war es dann auch. Ende gut, alles gut.
Mit der Wahrheit kommt man am weitesten, denn sie kennt nur einen Weg und der führt nach oben.

P.S. schönes Pfingstwetter wünsche ich allen.
 

Buchfan

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Oktober 2015
Beiträge
1.274
Bewertungen
824
Ich habe tatsächlich keine guten Erfahrungen mit Wohnungssuche bei Hartz 4 und Grundsicherung gemacht. Obwohl ich einen Minijob habe, hat die Suche nach einer angemessenen Wohnung ein ganzes Jahr gedauert. Ich hatte zwar etliche Wohnungsbesichtigungen, aber bekam immer Absagen.

Es mag sein, weil mein Wohnort Einzugsgebiet von Hamburg ist, die Mieten hier durchschnittlich bei 10€ kalt/ qm liegen, und es dementsprechend schwierig ist, etwas Passendes zu finden.
 

Tripod

Elo-User*in
Mitglied seit
3 November 2014
Beiträge
417
Bewertungen
371
Ich weiß gar nicht, ob es mit dem Status zu tun hat, oder mit der Marktsituation - aber wir suchen seit vier Jahren, ohne das ich bisher das Gefühl hatte, auch nur einmal näher an einem Zuschlag gewesen zu sein, als an einem Lottogewinn mit sechs Richtigen - mir erscheint die Situation höchst bedenklich. Nun haben wir aber auch keinen Dringlichkeitsschein und suchen etwas, das im weiteren Sinne schon Seniorengerecht ist, aber auch abseits solcher Kriterien hatten wir bisher noch keinen Fuss in irgend einer Tür. Fraglich, ob da noch was geht, bevor man uns in der Horizontale entsorgt.
 

Antihartzer19

Elo-User*in
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
1.284
Bewertungen
1.610
So unterschiedlich ist Deutschland, die einen finden keinen Wohnraum, die anderen finden keine Mieter und bekommen immer mehr Probleme mit Leerstand.
1. die Lage 2. die Lage 3. Lage ...
erklärt es doch ganz einfach

Bin froh hier vor einem Jahrzehnt zu einer Zeit wo ich in einem Tief steckte bereits mit der 2. Besichtigung eine adequate kleine Wohnung finden konnte.
Wenn heutzutage hier in der Anlage jemand auszieht ist es ganz schnell ohne ohne großes Suchen wieder belegt. Es gibt keinen Leerstand.
 

Fabiola

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
12 Mai 2015
Beiträge
2.234
Bewertungen
3.388
Wie habt ihr euren Vermieter überzeugt?
Ich habe den potentiellen Vermieter seinerzeit dadurch überzeugt, indem ich ihm meine Kontoauszüge mit den letzten zwölf (pünktlichen) Mietzahlungen vorgelegt habe.
Wer diesen Weg gehen möchte, der sollte diese Kontoauszüge beim persönlichen Erstkontakt stets mit sich führen.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
18.994
Bewertungen
26.065
Ich habe mich seinerzeit bei verschiedenen Vermietern auf die Wartelisten setzen lassen, desweiteren habe ich täglich auf den Seiten der Vermieter nachgesehen und wenn mich etwas besonders angesprochen hat, meinen Ansprechpartner beim Vermieter angerufen oder eine Mail geschrieben. Meine jetzige Traumwohnung war exakt eine Stunde auf der Webseite und ich habe sofort eine mehrseitige Bewerbung an das Vermieterbüro geschrieben, inkl. Erlaubnis die Schufa abzufragen, den Hinweis auf ALG 2, laufende Insolvenz und pünktliche Mietzahlungsnachweise des letzten Vermieters sowie ein Empfehlungsschreiben meines letzten Vermieters. Am gleichen Tag bekam ich einen Besichtigungstermin, drei andere auch, und 4 Wochen später konnte ich einziehen. Da ich der einzige war, der dem anwesenden Sohn der Vormieterin sein Beileid ausgesprochen hat, hat sich auch dieser für mich eingesetzt.
Hier zieht so gut wie niemand freiwillig aus.
Gute Wohnungen kommen nicht zum Mieter, da muss man täglich dran sein.
Ich drück dir die Daumen.
 

nordmoorfalke

Elo-User*in
Mitglied seit
7 März 2018
Beiträge
126
Bewertungen
179
Ist es nicht so, dass wenn du nachweislich auf Wohnungssuche bist und nichts findest, nicht rausgeworfen werden darfst?

Nein, das ist leider nicht so.

Bislang ist das Haus mit meiner Wohnung oberhalb der Garage noch nicht verkauft, aber laut der Internetseite meines Maklers reserviert.

Nun heisst es erstmal abwarten.
 
Oben Unten