Wie soll ich mich als psychisch Kranker bei der Arbeitsagentur anmelden und wie mich beim Erstgespräch verhalten?

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Verfahrenheit

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Ich habe seit neustem endlich einen GdB zuerkannt bekommen wegen meiner psychischen Einschränkungen, bin leider immer noch nicht ausdiagnostiziert und für Schwerbehinderung reicht es bisher nicht ganz, aber eine Gleichstellung wäre wohl möglich.
Ist aber die Frage wie man diese bekommt oder beantragt.

Unter anderem deswegen, erwäge ich nun, mich perspektivisch doch wieder bei der Arbeitsagentur zu melden, ich war lange Zeit abgemeldet gewesen weil ich dort absolut nicht mehr zurechtkam und bislang sowieso keinen ALG1 oder 2-Anspruch habe.

Meine Lage ist leider sehr kompliziert jedoch in der heutigen Gesellschaft recht typisch für Betroffene meiner Erkrankungen.

Kurz gesagt, sehe ich mich schon längere Zeit als bestenfalls eingeschränkt arbeitstauglich, könnte mir z.B. noch vorstellen in einer WfBM zu arbeiten je nachdem wie ich dort zurechtkäme, darüber hinaus gäbe es kaum etwas wozu ich mich noch in der Lage sähe es auszuüben, jedenfalls betreffend Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt, wo ich es ja nie überhaupt hingeschafft habe.

Habe auch schon genug unnötiges im Leben gemacht und keinerlei Motivation Antrieb und Kraft mehr für noch mehr unnötiges wie z.B. eine (Zweit)Ausbildung im BBW oder BFW.

Dies würde nämlich mein grundsätzliches Problem schlichtweg keine Arbeit finden zu können aufgrund bereits der Barrieren im Vorfeld (hoffnungslos überfordert mit Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen und Auswahlprozessen und leider kein "Vitamin B" das einem Arbeit besorgen könnte).

Außerdem ist die Problematik, für keine Tätigkeit wirklich geeignet zu sein aufgrund der psychischen sowie körperlicher Probleme, kann weder Auto o.ä. fahren noch umziehen, lebe außer dem bisschen Kindergeld ohne Einkommen noch bei den Eltern.

Wenn ich mich dort wieder melde und zu einem Anmeldungsgespräch gehe, weiß ich nicht recht wie ich mich dort verhalten soll um z.B. nicht gleich abgewiesen zu werden, also wie ehrlich soll man sein und wie soll man seine Anliegen bzgl. Zielsetzung vorbringen?

Ich wurde leider bislang nie richtig irgendwo beraten und auch nicht richtig amtsärztlich o.ä. untersucht, eigentlich wäre vielleicht ein Berufstest sowie eine berufspsychologische Untersuchung beim ÄD wünschenswert, also eine genauere Begutachtung hinsichtlich Erwerbs- und Arbeitsfähigkeit.

Ich falle leider durch alle Raster auch weil ich schon pro forma eine Ausbildung habe und deshalb gedacht wird ich könne (in diesem Beruf) arbeiten. Das ist aber in meinem Fall realitätsfremd, da es keine betriebliche Ausbildung war, noch nicht mal Praktika erfolgten, also meine Ausbildung ist für mich im Prinzip nutzlos, die allermeisten Inhalte sind bei mir auch weg, aufgrund des zeitlichen Abstands und mentaler Einbußen, also ich kann gar nicht in meinem Beruf arbeiten, eher stellt sich ja die Frage überhaupt noch arbeiten zu können.

Eine normale betriebliche Ausbildung zu machen, dazu sehe ich mich eigentlich ebensowenig in der Lage, wäre früher evtl. gegangen hätte ich das Glück gehabt genommen worden zu sein aber war jahrelang erfolglos trotz relativ guter Noten, und inzwischen bin ich viel zu zermürbt, selbst abgesehen von den genannten Hürden.

Man wollte mich eigentlich früher schon nicht haben in der Ausbildungssuchend-Sparte weil man sagte ich hätte ja schon eine Ausbildung gemacht. Mir ist eigentlich egal wo oder wie ich da gemeldet bin und ich finde auch diese kleinkarierte Unterteilung arbeit/ausbildungssuchend sinnbefreit da sie Sonderfällen wie dem meinen absolut nicht gerecht wird, aber unter 25 könnte ich mich sinnvollerweise sowieso nur ausbildungssuchend melden.

Ich weiß nicht genau an wen ich mich sonst noch wenden soll, z.B. irgendwelche Beratungsstellen, ist da was empfehlenswert? Bin ziemlich hoffnungslos.

Wenn sich sonst nichts anderes ergibt, bleibt mir im Prinzip nur das lange warten auf den ALG2 Anspruch mit 25...:(
 

Fabiola

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Ich weiß nicht genau an wen ich mich sonst noch wenden soll, z.B. irgendwelche Beratungsstellen, ist da was empfehlenswert? Bin ziemlich hoffnungslos.
Guten Morgen @Verfahrenheit,

in der Sendung Maischberger vom 24.05.22 war Kurt Krömer (deutschen Komiker, Schauspieler und Autor) zu Gast. Er litt jahrelang ohne es selbst zu wissen an Depressionen und berichtet in der Sendung sehr eindrucksvoll darüber.

Zum Ende des Gespräches wird eine Depressionshilfeseite genannt und eingeblendet - hier mal der Link dazu:


Wende Dich doch mal dort hin, wäre zumindest ein guter Anfang.
Alles Gute! (y)
 

Verfahrenheit

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hallo @Fabiola ist ja nett gemeint, aber das bringt mich leider auch nicht weiter.Mir geht es auch eher um was anderes.
Depressionen sind ja nicht mein Hauptproblem, eher Symptom/Begleiterscheinung anstatt Ursache. Von Herrn Krömer habe ich auch schon gehört, aber der ist im Gegensatz zu mir immerhin weder arm noch de facto arbeitslos/arbeitsunfähig...

Danke nichtsdestotrotz für die guten Wünsche.

Ich kann ja noch einigermaßen (über)leben, so ist es nicht. Aber was mich schon fertig macht ist die unfassbare Perspektivlosigkeit, die leider auch mit von mir kaum beeinflussbaren Faktoren zusammenhängt. Oft denke ich in der falschen Zeit zu leben oder sowas.
Heute ist schon vieles recht dystopisch.

Wäre ich "normal", hätte ich wahrscheinlich eine normale Ausbildung machen können, wo man hoffentlich wie ein Mensch und nicht wie ein Stück Vieh behandelt worden wäre. Hätte man dort Wertschätzung erfahren, wäre als Mitarbeiter akzeptiert und langfristig gehalten worden, würde es mir heute sicher anders gehen. Aber leider war mir dies alles ja nicht möglich.

Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung, für anderes ist der Zug eigentlich schon abgefahren und ich habe in diesem Leben leider viel zu spät erkannt wie eingeschränkt ich eigentlich bin. Vielleicht wollte ich es lange auch nicht realisieren weil mir klar war dass mein Leben dann mehr oder weniger gelaufen ist wenn ich meine Einschränkungen nicht maximal zu kaschieren versuche. Aber unterbewusst habe ich sowieso schon lange gespürt dass das nix wird bei mir. Ist aber halt alles auch leider nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Weder ist in ruhe gelassen zu werden ein positiver Zustand wenn man einem bestenfalls das "Existenzminimum" nur zugestanden wird, noch ist es längerfristig zu ertragen jeden Tag maximalem Stress durch Erwerbstätigkeit ausgesetzt zu sein, von Arbeitskollegen schikaniert zu werden die einem nicht verstehen, nur um ein paar Euros mehr zu haben und dafür aber keine Freizeit mehr, sich nur noch ins Bett legen zu können.

Weiß nicht ob und was für eine Zukunft es noch für mich gibt.
 

Fox29

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Melde dich bei der Rehabilitationsberatung der Agentur für Arbeit und lass dich dort beraten. Wenn du dich über die WfbM informieren möchtest und dazu welche alternativen es ggf gibt bist du dort richtig. Du wirst dort aber weder arbeitslos noch arbeitsuchend geführt, sondern erstmal ratsuchend. Macht für dich keinen Unterschied solange du keine Leistungen beziehst.

Im Rahmen der Prüfung für berufliche Rehabilitation wird dann auch uU ein ärztliches Gutachten erstellt, um deine Leistungsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt festzustellen. Sei dir aber bitte bewusst, dass der ärztliche Dienst sich vorwiegend auf vorliegende fachärztliche Gutachten stützt. Zudem kann es sein, dass festgestellt wird, dass eine medizinische Behandlung vorrangig vor Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist. Das alles besprichst du aber mit der Reha Beratung
 

Ruhrpottmensch

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Moin @Verfahrenheit

Sei mir bitte nicht böse... Aber so wie Du hier Deine Lage schilderst, könnte man meinen, Du steckst als 80 jähriger in eine Sackgasse.

So wie ich das allerdings verstanden habe, bist Du noch (weit?) U25 . Also ich Schule und die Ausbildung wohl noch nicht ganz so lange her oder?!

Das soll nicht heißen, dass ich an Deinen Erkrankungen zweifle, aber wenn ich dann Zeitgleich lese, dass man noch nicht wirklich "ausdiagnostiziert" sei... Na ja... Warum denn da jetzt nicht mal den Fokus drauf legen, wenn Du Dich selbst als so sehr "kaputt" ansiehst?!

Also im Grunde kann ich hier wieder das Folgende empfehlen:

Melde Dich doch mal beim örtlichen Sozialpsychaitrischen Dienst, die haben noch eine ganze Menge andere Anlaufstellen als nur die BA /das JC .

Und mittelfristig solltest Du dann eventuell mal über eine EMR oder wenn es dafür nicht reicht, das Sozialamt nachdenken. Du muss ja auch von irgendwas leben bzw. vielleicht auch mal auf eigenen Beinen stehen...
 

Verfahrenheit

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Melde dich bei der Rehabilitationsberatung der Agentur für Arbeit und lass dich dort beraten.
Gut gut, ist ja in etwa das was ich anstrebe bzw. ich war mir da nicht sicher ob man nicht erst sich in der normalen abteilung anmelden muss und dann dort erst sagt dass man in die reha-abteilung will oder so. Aber ich kann ja die dokumente (gdb - schreiben, arztbriefe usw.) auch einreichen bei denen falls gewünscht.

Aber kann man mein anliegen, meine situation in etwa so vorbringen wie hier weiter oben geschildert oder wäre das problematisch? sollte man z.B. nicht gleich mit der tür ins haus fallen?
bist Du noch (weit?) U25 . Also ich Schule und die Ausbildung wohl noch nicht ganz so lange her oder?!
Etwas drunter, nicht wirklich viel. Bin aber mittlerweile schon mehrere jahre in keiner tätigkeit, zeitgleich mit corona mehr oder weniger zusammengebrochen und aufgegeben, musste realisieren defintiv kein normales leben führen zu können. Schwierige geschichte bei mir...

Bin da also auch komplett raus inzwischen aus diesem "Arbeits-Ding" inzwischen, mir ist nach der zehnten Klasse eigentlich schon klar geworden damals, unter was für einem krassen Druck und Belastung ich die ganze Zeit gestanden hatte, ging in die Burnout-Richtung aber wollte mir zu dem Zeitpunkt nichts mit Psychologen anfangen wegen Stigmatisierung und weil ich dachte, evtl. doch noch was reißen zu können. Habe ja dann noch mal was anderes gemacht eben, aber richtig reingekommen bin ich in diesen Schaff-Rhythmus seitdem auch nicht mehr, bin dafür irgendwie nicht gemacht offenbar.

Entspreche auch keiner typischen kategorie wie z.B. chronische psychiatriepatienten o.ä. Mir wurde mitunter schon geraten mich in eine stationäre behandlung zu begeben was andere wahrscheinlich schon gemacht hätten bei den zuständen die ich manchmal habe aber das ist ja mehr oder weniger mein normalzustand also innerhalb dessen bin ich vergleichsweis stabil auf einem niedrig funktionalen niveau-andere sind eher impulsiv und sowas. An der gesellschaft ändert sich auch nichts, da müsste man schon jahre oder jahrzehntelang drinne gewesen sein um einen objektiv starken unterschied um nicht zu sagen verbesserung festzustellen nachdem man wieder in freier wildbahn ist.

Solange die Devise Arbeiten bis zum Umfallen gilt muss und alles andere eigentlich keinen Platz und keine Daseinsberechtigung hat muss man zugucken wie man sich wenigstens überhaupt noch über Wasser halten kann.

Und mittelfristig solltest Du dann eventuell mal über eine EMR oder wenn es dafür nicht reicht, das Sozialamt nachdenken. Du muss ja auch von irgendwas leben bzw. vielleicht auch mal auf eigenen Beinen stehen...
Daran habe ich durchaus auch schon gedacht, als eine von mehreren Optionen. Wäre jedenfalls wenn selbst Behindertenwerkstatt nicht ginge, die einzige Möglichkeit noch einigermaßen leben zu können weil man dann wenigstens seine Ruhe hätte. Allerdings weiß ich auch nicht wie ich auf regulärem Wege das erreichen bzw. durchbekommen könnte mit der Erwerbsunfähigkeit. Müsste man schon Glück haben und ansonsten wahrscheinlich noch jahrelang Ärzte und Therapeuten die Bude einrennen.

Rente kann ich leider Stand jetzt sowieso nicht bekommen, da ich ja keine Beitragszeiten in der Rentenversicherung habe, nur geringfügig Anrechnungszeiten also bekäme nur Grundsicherung.
Ist auch der Hauptgrund wieso ich das mit Werkstatt noch erwäge, damit man nachher wenigstens doch noch einen Rentenanspruch hätte der etwas über dem Existenzminimum und man nicht für immer von der Stütze abhängig wäre.
aber wenn ich dann Zeitgleich lese, dass man noch nicht wirklich "ausdiagnostiziert" sei... Na ja... Warum denn da jetzt nicht mal den Fokus drauf legen, wenn Du Dich selbst als so sehr "kaputt" ansiehst?!
Leider ist die psychiatrische Infrastruktur ja sehr dürftig und überlastet, meine anzunehmende Grunderkrankung (Rest sind so gesehen eher Komorbiditäten) ist zudem so speziell dass man weit über ein Jahr Wartezeit in Kauf nehmen muss, genauer Termin und Ablauf ist noch unklar.

Wahrscheinlich nehme ich das mit der Arbeitsagentur erst in einiger Zeit wieder in Angriff, um mich noch weiter zu erholen soweit möglich, aktuell würde es mich zu sehr erneut stressen, da ich es ja mit einiger mühe eingerichtet bekam dass das kindergeld relativ unproblematisch erst mal weitergezahlt wird, solange sich nichts anderes ergibt.
 

Ruhrpottmensch

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Ich sachs mal wie es ist:

Wenn Du mit der selben Manier bei der BA /dem JC /der "Rehaberatung" oder sonst wo ankommst, wirst Du ganz sicher keine offenen Türen einrennen...

Nicht böse sein... Aber Du hast quasi null Erfahrung mit dem/einem "leidensgerechten" Arbeitsmarkt, sprichst - wie so viele - von "Lohnarbeit" als mangelnde Perspektive, zieht dabei Zeitgleich mit den (scheinbar undiagnostizierten) psychischen Problemen ins Feld (aufgrund derer irgendein (Wieder)Einstieg ins Erwerbsleben so gar nicht möglich sei), die zu guter Letzt auch noch so schwer "therapierbar" sind und wo man ja aufgrund der schwierigen "psychiatrische Infrastruktur" [sic!] kaum einen Meter voran kommt...

Aber man könnte sich ja eine leichte Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen vorstellen... So als... Keine Ahnung als was...

Sorry... So eine Story hab ich schon mehrfach gehört. Schwierige (Lebens)Lage, irgendwie keinen roten Faden in der (Facharzt)Behandlung drin, man lebt so in den Tag hinein und kommt irgendwie nicht weiter...

Ja... Das ist eine blöde Situation. Und ja ich weiß selbst, wie das sich anfühlt wenn man sich irgendwie nirgendwo einordnen kann.

Aber...

Vom lieben langen Tag in die Luft gucken (schwadronieren), löst sich die Situation nicht auf. Ganz im Gegenteil...

Wenn Du Dich "aus dem System rausnehmen" möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit Eins: Der radikale Schnitt! Du ziehst in eine Höhle, brichst alle Leitern zum System ab, bekommst dann aber auch nix mehr vom System.

Möglichkeit Zwei: Man ist so sehr kaputt (egal ob körperlich oder psychisch), dass man nichts mehr zum System "beitragen" kann, dann kann man das System durchaus um Hilfe bitten, muss dem System aber natürlich erst einmal nachweisen, dass man total kaputt ist.

Und das geht nur mit Hilfe von Ärzten, Kliniken, Anlaufstellen wie dem Sozialpsychaitrischen Dienst u.ä. und einer kontinuierlichen (!) Diagnostik & Behandlung. Klar... Ist kein Spaziergang, aber ohne dem wird Dir nix in den Schoß fallen. Oder Du lässt Dich halt durch die Mühlen drehen...

Allerdings ist das wohl auch nicht in Deinem Sinne...
 

saurbier

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Ich würde mal per "Suche" einen Blick in die alten Beiträge werfen, dann wird einem so manches klar, was hier Sache ist.

So es mir noch in Erinnerung, liegt seit Jahren eine ungeklärte medizinische Sachlage vor (keine medizinisch gesicherte Diagnose) und genau deshalb ist auch kein Fortgang bei den Behörden zu sehen.

Wie auch dieses Mal wieder erwähnt, ohne konkrete medizinische Diagnose wird kein Amt etwas in Richtung Unterstützung Kranker unternehmen.
 
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Verfahrenheit

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Nochmals hallo,

So es mir noch in Erinnerung, liegt seit Jahren eine ungeklärte medizinische Sachlage vor (keine medizinisch gesicherte Diagnose) und genau deshalb ist auch kein Fortgang bei den Behörden zu sehen.

Wie auch dieses Mal wieder erwähnt, ohne konkrete medizinische Diagnose wird kein Amt etwas in Richtung Unterstützung Kranker unternehmen.
das stimmt so nicht ganz. Ohne konkrete Diagnose hätte ich ja wohl kaum einen GdB erhalten. @Ruhrpottmensch
Auch wenn dieser (noch) nicht ganz meinen Erwartungen entspricht.
Ausdiagnostiziert bin ich zwar noch nicht, da bin ich wie gesagt noch mit beschäftigt, leider zieht sich das sehr in die Länge und hatte in der Vergangenheit eine extrem schlechte Erfahrung mit einer medizinischen Person gemacht die ich mir hätte sparen können- dann wäre ich vielleicht auch schon weiter.

Ich bin ja u.a. auch körperlich eingeschränkt und habe dazu jetzt sogar was von früher gefunden wo man evtl. drauf bezug nehmen konnte.

Leider ist die Situation auch so, familiär gesehen usw. dass mehr Schein als sein war, bzw. habe ich das wohl insgesamt untypische Probleme irgendwo dazwischen zu sein, also zwischen Leuten die nicht behindert oder nur minimal in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind, also noch normal leben können (was ich nicht kann) und solchen die wirklich von Beginn an schon stärker eingeschränkt waren, das auch so anerkannt bekamen und von denen also von vornerherein nicht viel erwartet wird (Down-Syndrom als plakatives Extrembeispiel).

Kenne inzwischen auch einige andere Leute die mehr oder weniger in einer vergleichbaren Situation sind und gleichsam leiden.

Mir wäre es lieber gewesen und hätte mir vieles erspart wäre ich von Kind an als eingeschränkt anerkannt worden, was ich in nur sehr begrenztem Maße und vorübergehend wurde. Hat natürlich evtl. dann andere Nachteile, aber was bringt es einem, oberflächlich als normal zu gelten wenn man eh nicht funktionieren kann. Habe auch in meiner Umgebung usw. das Problem auf Unverständnis zu stoßen, eben weil ich ja z.B. keine klassische Förderschulkarriere o.ä. vorzuweisen habe, was vielleicht aus heutiger Sicht besser gewesen wäre.
Wohl nur durch meine hohe Intelligenz konnte ich mich noch relativ lange im regulären Schulsystem halten.

Falle ja irgendwo durch alle Raster. Ein Leben als Dauer-Langzeitarbeitsloser kann ich mir aber eigentlich ebenfalls nicht vorstellen, außer es würde sich wirklich was ändern mit dem Bürgergeld. Von daher, ich bin eigentlich mehr in einer Art Abwartehaltung bis auf weiteres, bin leider in verstärktem Maße von den Rahmenbedingungen abhängig. Weiß ja auch nicht was ich da noch machen soll. Mit einer Karriere auf dem ersten Arbeitsmarkt wird es bei mir sowieso nix mehr, strebe ich auch nicht mehr an bei den heutigen Verhältnissen.

Wäre nicht dieser ganze Druck und dass einem die Pistole auf die Brust gesetzt würde, man mit Obdachlosigkeit, rückwirkende Sanktionierung und was weiß ich noch alles bedroht würde, sowie es derzeit im prinzip noch ist, hätte man auch mehr Möglichkeiten sich mal auszuprobieren wie, wo, und in welchem umfang man arbeiten kann. Aber man darf nicht mal nen job kündigen ohne ins bodenlose zu stürzen und die existenz entzogen zu bekommen. Oder mindestens für definitiv arbeitsfähig gehalten zu werden wenn man auch nur irgendwann mal einen Tag gearbeitet hat.

Ob oder wann ich mich da wirklich wieder bei der Arbeitsagentur melde weiß ich inzwischen auch nicht mehr, vielleicht warte ich auch ab bis ich Anspruch auf das Bürgergeld hätte. Ohne Anspruch auf Geld dort gemeldet zu sein ist eh weitgehend sinnlos, die letzte Phase die ich dort zubrachte war ja sehr komisch verlaufen, also man wurde seltsam und informell behandelt sage ich mal. Und geholfen wurde einem sowieso nicht.
 

Nezary

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das stimmt so nicht ganz. Ohne konkrete Diagnose hätte ich ja wohl kaum einen GdB erhalten. @Ruhrpottmensch
Eine Diagnose allein sagt noch nicht viel aus. Damit kann man zwar einen GdB bekommen - wenn man aber die ganzen Funktionseinschränkungen nicht mit beachtet, dann wird der GdB nicht sehr hoch ausfallen.
So, sieht es auch beim ärztlichen und medizinischen Dienst und auch bei der/dem Gutachter/in und auch für die DRV aus.

Man kann mit kleinen Einschränkungen zum Beispiel: mit einer PTBS, Depression oder einer Psychose Vollzeit arbeiten und ein halbwegs angenehmes Leben haben können. Es kann aber auch sein, dass man nicht mehr die Wohnung verlassen kann. Nicht mehr als 1-2 Stunden irgendeiner Aktivität nachgehen können. Nicht mehr mit dem Auto / Bahn fahren können. Und viele weitere Einschränkungen. Es gibt zwar Stufen bei der Depression (leicht, mittel, schwer), aber selbst da gibt es sehr große Unterschiede in der Stärke der Symptome. Beim Pflegegrad ist es nicht anders. Da wird jedes Detail notiert.

Wir halten also fest: Nicht die Diagnose ist entscheidend, sondern die Funktionseinschränkungen. Es geht um die Frage, was die Krankheit oder Behinderung mit Ihnen macht.

Wenn du der Meinung bist, nicht mehr Teilzeit oder Vollzeit arbeiten zu können und vielleicht ein WfBM etwas für dich ist, würde ich erstmal damit anfangen:

  • gesicherte Diagnosen
  • dazu alle Funktionseinschränkungen am besten noch schriftlich von deinen Ärzten und Psychologen bestätigt.
  • Falls du mehr und schnellere Hilfe brauchen solltest: Tagesklinik ; sozialpsychiatrischer Dienst, usw.
Wenn du die Schritte gemacht hast, kannst du auch mithilfe eines Sozialdienstes sehen, was für Möglichkeiten es alles gibt.
Vielleicht machst du dann eine Reha, bist in einer WfBM, oder gehst vielleicht dann doch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach.

Du kannst aber auch direkt zur AfA und dem ärztlichen Dienst und vielleicht kommst du auch ohne Berichte und allein mit dem Gespräch mit dem Gutachter zum Ziel. Das wäre der schnellste, aber vermutlich nicht sicherste Weg. Dann werden dir die nächsten Schritte vorgegeben.

Wäre nicht dieser ganze Druck und dass einem die Pistole auf die Brust gesetzt würde, man mit Obdachlosigkeit, rückwirkende Sanktionierung und was weiß ich noch alles bedroht würde, sowie es derzeit im prinzip noch ist, hätte man auch mehr Möglichkeiten sich mal auszuprobieren wie, wo, und in welchem umfang man arbeiten kann.
Es ist wirklich nicht leicht. Ich habe schon viele Schritte in den letzten Jahren hinter mir. Ich habe jetzt Ruhe und kann die nächsten Schritte angehen. Eigentlich genau das, was du möchtest. Es ging aber nicht, ohne mich in Behandlung zu begeben und man alle Funktionseinschränkungen feststellte.

Ob oder wann ich mich da wirklich wieder bei der Arbeitsagentur melde weiß ich inzwischen auch nicht mehr, vielleicht warte ich auch ab bis ich Anspruch auf das Bürgergeld hätte.
Ich bin keine Ärztin und auch keine Hellseherin. Wenn du aber nichts machst und nur wartest - bezweifle ich es, dass sich je etwas ändern wird.

Mir wäre es lieber gewesen und hätte mir vieles erspart wäre ich von Kind an als eingeschränkt anerkannt worden
Es ist jetzt egal, was in der Kindheit war. Du kannst es nicht mehr rückgängig machen. Versuch, deine Zukunft in Angriff zu nehmen.


Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!
 

Verfahrenheit

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Damit kann man zwar einen GdB bekommen - wenn man aber die ganzen Funktionseinschränkungen nicht mit beachtet, dann wird der GdB nicht sehr hoch ausfallen.
So, sieht es auch beim ärztlichen und medizinischen Dienst und auch bei der/dem Gutachter/in und auch für die DRV aus.

Man kann mit kleinen Einschränkungen zum Beispiel: mit einer PTBS, Depression oder einer Psychose Vollzeit arbeiten und ein halbwegs angenehmes Leben haben können. Es kann aber auch sein, dass man nicht mehr die Wohnung verlassen kann. Nicht mehr als 1-2 Stunden irgendeiner Aktivität nachgehen können. Nicht mehr mit dem Auto / Bahn fahren können. Und viele weitere Einschränkungen. Es gibt zwar Stufen bei der Depression (leicht, mittel, schwer), aber selbst da gibt es sehr große Unterschiede in der Stärke der Symptome.
du hast recht insofern dass ich wohl irgendwas, irgendwann mal mehr in die richtung unternehmen müsste als bisher. wenn man die energie dazu hätte. eigentlich warte ich mehr oder weniger auf den tod, scheint das einzige wirklich positive zu sein was einem noch erwartet. würde ich eines tages nicht mehr aufwachen, ich hätte nichts dagegen. eine lebenswerte zukunft hat man als armer kranker arbeitsloser Mensch sowieso nicht mehr.

habe mich gerade etwas durch ältere beiträge im forum gearbeitet, und als ich dadurch auf die seite der süddeutschen zeitung gestoßen bin, hätte ich grad wieder ausrasten könnten. was einem dort erzählt wird in den artikeln, von wegen fachkräftemangel, arbeitskräftemangel, bla bla. in was für einer realität leben die? offenbar nicht in der selben wie ich. An mir und meiner Arbeitskraft hatte in diesem Leben noch kein Unternehmen wirkliches Interesse gezeigt. Keine einzige meiner Bewerbungen verlief positiv.
Ich fühle mich nicht erwünscht in dieser Gesellschaft, ich komme mir oft genug vor als gäbe es mich gar nicht. Noch nicht mal in der Statistik werde ich mitgezählt

Das Beispiel mit den Leuten die trotz psychischer Erkrankungen arbeiten halte ich für teilweise realitätsfremd. Dies müssen wenn überhaupt größtenteils Leute sein die schon eine Arbeit hatten bevor sie krank wurden oder waren, oder aber die ihre Störungen verheimlichen. Ich war aber eigentlich nie gesund, war nur nicht rechtzeitig diagnostiziert bzw. bin es ja immer noch nicht vollständig.
Und so tun als wäre ich gesund, das kann ich nicht mehr und das hat auch keinen Sinn mehr, funktioniert sowieso nicht auf dauer.

Wer stellt freiwillig Behinderte ein, in Ausnahmefällen bestenfalls der öffentliche Dienst, und auch dort soll es eher diejenigen betreffen die irgendwann krank wurden und sich das dann bestätigen haben lassen. Nicht solche die neu hinzukommen.

Und psychisch Behinderte wollen die erst recht nicht haben, wenn dann eher noch Rollstuhlfahrer glaube ich.

Wir Kranken sind nirgends gewollt außer vielleicht in den förderwerkstätten was eigentlich auch nur ausbeutung ist, aber in manchen konstellationen wie auch evtl. der meinen, wenigstens das geringere übel, im vergleich zu lebenslänglich sozialhilfe oder dauerarbeitslosigkeit mit gängelung ohne ende, und eines tages noch enterbung durch den staat damit man ganz mittellos ist.

Und dann lese ich schon wieder, 40% der Lehrstellen wären angeblich unbesetzt. Ich meine, ich persönlich habe das sowieso schon aufgegeben. Aber da läuft doch wirklich was mehr als nur schief! Wäre das alles anders, dann müsste man auch nicht so ein Leben führen.

Vielleicht ist das System wirklich bald am Ende und danach gibt es grundlegende Veränderungen. Wie lange soll das denn noch so weitergehen? Die Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft doch immer weiter auseinander. Also mit dem Abwarten meine ich, wenn man Glück hat kann man das Problem mehr oder weniger aussitzen bis es ein menschenwürdiges Grundeinkommen gibt.

Einerseits das nicht enden wollende Gerede von fehlenden Arbeitskräften und Bewerbern, andererseits immer mehr behinderte Menschen und andere die mit dieser turbokapitalistischen Gesellschaft nicht mehr mithalten können und keinerlei Perspektive mehr haben als am absoluten Existenzminimum zu darben, wenn man wenigstens das noch zugestanden bekommt. Ich bin hier geboren, kann die Sprache, und jetzt hört man schon wieder das man alles unternehmen möchte um diese Ukrainer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Für mich bzw. für die eigenen Bürger interessiert sich hier keiner mehr, fühle mich schon lange Zeit völlig im Stich gelassen und bin extrem wütend. Hätte ich nicht irgendwann resigniert und aufgegeben dann wäre ich schon komplett durchgedreht und ausgetickt. Würde aber auch nichts ändern.

Ich wurde ja sogar nie überhaupt mal richtig beraten hinsichtlich berufswahl, von dieser dämlichen Agentur. Angeblich würden die doch Schüler bei der Ausbildungssuche oder Berufsfindung intensiv beraten. Aber ich scheine durch jedes Raster zu fallen was es überhaupt gibt. Selbst von einer Ausbildungsgarantie hätte ich höchstwahrscheinlich nichts da ich ja pro forma schon ausgelernt bin.

Mir als U25er wird ja aufgrund der Zwangsverbedarfsgemeinschaftung selbst das Existenzminimum nicht zugestanden, solange ich nicht dauerhaft voll erwerbsunfähig geschrieben bin.
Dabei bekam man die ersten Jahre der Agendazeit wenigstens schon mit 18 sein eigenes Geld, bis das von der Groko wieder abgeschafft wurde. Habe ich erst kürzlich erfahren, aber das finde ich fast auch schon wieder skandalös. Sowie die Sanktionen bei den U25ern. Immerhin diese sollen bald wegfallen und dauerhaft entschärft werden, bringt mir persönlich aber erst mal nichts.

Ja, autofahren kann ich auch nicht, musste den Führerschein abbrechen, und allein damit fallen schon die meisten jobs weg weil ein auto erwartet wird oder man ohne auto dort nicht hinkommt. Viel mehr als daheim rumsitzen kann ich auch nicht, wenngleich ich es gelegentlich für ein zwei stunden noch vor die Tür schaffe.

Eigentlich ist es alles zum heulen...
 
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Ruhrpottmensch

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Eigentlich ist es alles zum heulen...
Wenn man Dein ellenlange "Geschwafel" so liest, auf jeden Fall... 🤷🏻‍♂️

Sorry, aber Du nimmst Dir hier ganz schön was raus! Zugegeben, ich kenn Dich und Deine persönliche (Lebens)Lage nicht, wage aber mal einschätzen zu können, dass Du gewaltig auf den Putz haust und damit psychisch erkrankten Menschen, die wirklich jeden Tag hart kämpfen müssen, ganz schön gegen das Bein pisst!

Wie bereits weiter oben geschrieben... Vom "nix tun" wird sich gar nix verändern. Aber scheinbar hat sich das bei Dir schon mehr als manifestiert...

Als gut gemeinter Rat:

Blubber mal weniger & treib Dich nicht bis in die Nacht im Internet rum, sondern nimm Dein Leben mal selbst in die Hand! Du willst wie ein Erwachsener (kranker) Mensch behandelt werden?! Dann verhalte Dich auch so! Und warte nicht darauf, dass Dir die gebratene Tauben von selbst in den Mund fliegen...

Und jetzt hau ich was fürs Phrasenschwein raus:

Das haben schon Menschen mit bedeutend schwerwiegenden Einschränkungen geschafft!

🙄
 

Helga40

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Das Beispiel mit den Leuten die trotz psychischer Erkrankungen arbeiten halte ich für teilweise realitätsfremd.

Blödsinn. Mein Sohn ist Asperger Autist. Er hat auch viele Bewerbungen schreiben müssen, ehe er trotz seines "anders seins" eine Ausbildung gefunden hat. Aber er hat sie gefunden und wurde nach der Ausbildung auch übernommen und ist glücklich in seinem Beruf als Technischer Systemplaner.

Allerdings hat er auch nie rumgejammert wie du. Ist ja fürchterlich.
 

Tralilala

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@Helga40 @Ruhrpottmensch

Ihr erfüllt erstklassig ein gesellschaftliches Stigma.

Wie wäre es mal wieder mit ein bisschen Anstand und Freundlichkeit?!

Ich spreche jetzt nicht nur von diesem Beitrag.


Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich manche zu viel mit den Gesetzen und Behörden beschäftigen.
 

Ruhrpottmensch

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Ihr erfüllt erstklassig ein gesellschaftliches Stigma.
Und Du mit der "Zeigefingernummer" ☝️ etwa nicht?! 🤣
Wie wäre es mal wieder mit ein bisschen Anstand und Freundlichkeit?!
Mal ganz ehrlich und direkt ins Gesicht:

Manch einer scheint das Forum hier mit einer Selbsthilfegruppe bei Kaffee & Erdbeerkuchen zu verwechseln! Dazu kommen in letzter Zeit die nicht wenigen Beiträge, bei denen man erst noch mehrmaligen Nachfragen, wirklich "wichtige" Details erfährt.

Auf der anderen Seite wird hier in so einigen (vielen) Bereichen maßlos übertrieben. Da werden Dinge (überspitzt) dargestellt, die so im "echten Leben" niemals passieren würden oder bei der - egal wer & wo - der deutsche "Amtsschimmel" schon längst in den Sack gehauen hätte..

Und dann haben wir hier die immer größere werdende Gruppe an Usern, die scheinbar irgendwie in den letzten zwei Jahren gerne "Mutti" spielen und speziell in solchen Themen anfange die User von vorne nach hinten zu pudern & windeln.

Statt mal klare Ansage zu machen, wird weiterhin das Köpfchen getätschelt...

Und bevor Du jetzt wieder aus der Haut fährst... Ich mach das auch im echten Leben (ehrenamtlich). Und ja, auch da gehe ich sehr häufig den sehr direkten Weg. Gerade und ganz besonders bei psychischen Erkrankungen!

Warum? Weil ich das aus eigener Erfahrung kenne! Eine psychischer Erkrankung darf man sicherlich nicht im Kasernenton angehen... Sie aber zu bemuttern, bringt genauao wenig. Ganz im Gegenteil... Macht es das mitunter nur schlimmer...

Und nein... Nur weil man hier im Netz unterwegs ist, muss man nicht auf klare Worte verzichten. Ganz im Gegenteil... Vielleicht sollten so ein paar User mal etwas skeptischer gegenüber manch einer "Geschichte" sein...
 

Ruhrpottmensch

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"Rumjammer' kann sehr wohl Teil eines Krankheitsbildes sein
Richtig...

Allerdings soll & darf dieses" Gejammer" niemals dominieren. Stichwort: Manifestieren! 😉

Der TE hier gibt allen anderen die Schuld, schiebt offensichtlich die ein oder anderen Ausrede vor und dreht sich damit mehr als nur einmal im Kreis, anstatt mal das Mindestmaß an Eigeninitiative zu zeigen...

Hilfe zur Selbsthilfe und so! 😉
 

Sowhat

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Also wenn eine JC Mitarbeiterin wie Helga40 sagt, ihr Sohn hätte es gschafft. Dann ist mir das klar, der junge Mann hat ja eine Mutter die sich da mit gekümmert hat und hinter ihm steht.
Ob der TE das hat, weiss ich nicht. Es ist schon sehr hilfreich Eltern zu haben, die einen einen Schubs in die richtige Richtung geben bzw. geben können.
Andererseits schein der TE ja nicht so arm zu sein, er kann wohl überleben bis es das Bürgergeld gibt ohne Hilfe vom Staat. Ich hätte das nicht gekonnt und viele andere auch nicht.
Aber gut hat er sich mal ausgekotzt. Ist doch nicht so schlimm. Man muss es doch nicht lesen. Ich habs gelesen, war meine freie Entscheidung.
 

Ruhrpottmensch

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Also wenn eine JC Mitarbeiterin wie Helga40 sagt, ihr Sohn hätte es gschafft. Dann ist mir das klar, der junge Mann hat ja eine Mutter die sich da mit gekümmert hat und hinter ihm steht.
Was für ein Bullshit! 😂 🥸 😅

Ich hatte schon Betroffene, deren Eltern/Partner/Familie aus allen erdenklichen Berufssparten kamen und die es mit Unterstützung "geschafft haben"...

Mit ist schleierhaft, was so eine (völlig unnötige) Spitze soll. Außer - mal wieder - Dich selbst in den Vordergrund zu stellen. Diese Platte bekommt so langsam auch nen Sprung... 🤷🏻‍♂️
 

Helga40

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Unterirdisch.
"Rumjammer' kann sehr wohl Teil eines Krankheitsbildes sein -

Ich habe mir zumindest die Mühe gemacht, einen Großteil der älteren Beiträge zu lesen. Er hat sich selbst mit Asperger diagnostiziert. Ob das nun inzwischen bestätigt ist, weiß ich nicht.

Es ist aber angesichts seiner Beiträge ersichtlich, dass es sich eigentlich um einen gut gebildeten und begabten Menschen handelt, der sich aber aufgegeben hat.

Mein Sohn musste auch lange suchen, etwas zu finden, was seinen Interessen entsprach. Das ist bei Aspis noch wichtiger als bei Nichtbehinderten. Der junge TE muss sich unbedingt erstmal klar werden, was genau ihn begeistert. Nur dann schafft er es, die Arbeitgeber, die ihn ggf. als "ein bisschen komisch" wahrnehmen, doch von sich zu überzeugen.
 

saurbier

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Er hat sich selbst mit Asperger diagnostiziert.
Genauso hatte ich das auch noch in Erinnerung.
Ob das nun inzwischen bestätigt ist, weiß ich nicht.
Den bisherigen Ausführungen folgend, anscheinend noch nicht.

Damals hieß es doch immer, er warte auf die ärztliche Diagnose, damit er dann beim Amt (AfA /JC ) endlich in die Rehaabteilung käme.

Nun gut, inzwischen scheint er einen GdB zu geben, wobei dann schon die Frage wäre, ob er damit auch als SchwerB anerkannt wurde (ab GdB 50), denn ein GdB 20 oder gar 30 bringt einem auch nicht weiter.

Schaut man sich dann bei den unzähligen Beiträgen mal an, wie lange er bereits von einer/seine Asperger Diagnose redet, bleibt leider doch eher der üble Nachgeschmack, dass die Bemühungen eher nachlässig angegangen wurden. Ich würde mal sagen, nach 2 Jahren sollte da doch ein ärztlicher Befunde vorliegen.
Es ist aber angesichts seiner Beiträge ersichtlich, dass es sich eigentlich um einen gut gebildeten und begabten Menschen handelt, der sich aber aufgegeben hat.
So hört es sich zumindest an.
 

Sowhat

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Da hast du sicher Recht @Helga40. Das wusste ich gar nicht, dass er Asperger hat und ja ich weiss auch von einigen, die damit ihren Weg gemacht haben. Aber alle hatten Eltern, die da schon mit Rat und Tat zur Seite standen, wie du es sicher getan hast und ich getan hätte (meine beiden sind glücklicherweise gesund, da reiche ich mit meinen Krankheiten).
Ich habe trotz allem hier alles am laufen gehalten ohne Mann. Mit dem Kleinen Führerschein ab 17 und begleitetes Fahren. Ihm Praktika gesucht und alle hätten ihn hinterher eingestellt. Er ist ja inzwischen Techniker, hat sich nach Werkzeugmeachatroniker hochgearbeitet und jetzt macht er technischen Betriebswirt. Der andere Sohn hat Abitur gemacht und da ihm niemand ein Studium bezahlen konnte (Vater macht auf arm, Mutter ist es) hat er erst einen Handelsfachwirt gemacht und gespart. Inzwischen ist er Volljurist, hat mit etwas Bafög und angesparten dieses Studium durchgezogen.
Also mit etwas, wenigstens mentaler Stütze dahinter geht vieles.
Ich weiss nicht, was der TE für ein Elternhaus hat und hoffe irgend jemand nimmt ihn noch an die Hand.
U25 da hat man doch noch ein ganzes Arbeitsleben vor sich und gerade Asperger Autisten sind doch meist sehr intelligente Menschen, die eben etwas in ihrer Welt und Ordnung leben, aber oft Inselbegabungen aufweisen (mit Zahlen etc). So habe ich das mal gelesen, weil es die Tochter einer Bekannten hat. Die junge Frau ist glaube ich sogar Krankenschwester und lebt auch in einer Beziehung.
Aber ich lese gerade, dass der TE seit Jahren auf dieser Schiene reitet ohne nachgewiesener Diagnose und erinnere mich auch an einige seiner Threads/Posts. Na dann hat das schon einen etwas schalen Beigeschmack.
 
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franzi

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Ich habe auch in einigen Wochen einen Termin bei einer Fachärztin, die Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen macht.
Bei mir steht auch im Raum, dass ich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu den Aspergern gehöre.
Da würde für mich manches ein klareres Bild ergeben und ich habe dann eine konkrete Diagnose.
Das würde ich dem TE zunächst auch mal raten.
Es gibt allerdings lange Wartezeiten auf Termine, weil a) es nur wenige Ärzte gibt, die diese Diagnostik durchführen und b) Autismus mittlerweile ein "Mode-Thema" geworden ist, weshalb viele sich testen lassen wollen.
 

Helga40

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Ich würde mal sagen, nach 2 Jahren sollte da doch ein ärztlicher Befunde vorliegen.
Bei meinem Sohn dauerte die Diagnostik 2 oder 3 Monate.

Nun gut, inzwischen scheint er einen GdB zu geben, wobei dann schon die Frage wäre, ob er damit auch als SchwerB anerkannt wurde
Nein. Er schreibt eingangs selbst:
für Schwerbehinderung reicht es bisher nicht ganz, aber eine Gleichstellung wäre wohl möglich.

Aber alle hatten Eltern, die da schon mit Rat und Tat zur Seite standen, wie du es sicher getan hast
Naja, rückwirkend war ich vielleicht sogar manchmal hinderlich, weil ich ihn in Berufszweige drängen wollte, die zwar recht sicher waren, aber nicht seiner Neigung entsprachen. Er hat die Bewerbungen dann eben quasi über sich ergehen lassen. Erst, als das Thema mal auf "technisches Zeichnen" kam, ploppte Begeisterung auf, die ich so nicht kannte und er hat dann auch sofort mit der ersten Bewerbung überzeugen können.
 
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