Wie raus aus dem unsäglichen System der Leiharbeit ? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Excalibur

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Hallo zusammen,
stecke seit circa 12 Jahren in diesem unsäglichen System der Leiharbeit fest.
Man wird dort behandelt wie ein Vollidiot.
Bin seit über 4 1/2 Jahren in einer Firma der Lebensmittelbranche tätig und bin dort seit circa 4 Jahren in der Ladungssicherheitsabteilung tätig.
Das geht wirklich an die menschlichen Grenzen:
"Sandwichpaletten" stapeln im ungesicherten Arbeitsbereich, Rollis wickeln im Akkord...
Ein "Arbeitskollege" (Alkoholiker) macht mich permanent für jeden Mist zur Schnecke...
Es ist der einzige Horror...
Jetzt ist diese Firma durch eine internationale Gruppe aufgekauft worden und die wollen die Leiharbeit nun endlich einstellen (eigentlich lobenswert).
ABER: Nur 5 von insgesamt 12 Leiharbeitern werden übernommen: Der Rest ist auf das Wohl und Wehe der Leihfirma angewiesen.
Meiner einer hat deftige Rückenprobleme und das wurde niemals von der Leihfirma und im Entleihungsbetrieb ernstgenommen...
Natürlich bin ich keiner der "Auserwählten", weil ich auch manchmal eine "Große Klappe" habe und aufgrund meiner logistischen Ausbildung wohl zu oft Kritik übe...

Viele Grüße Excalibur

Nix für ungut
 

swavolt

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AW: Raus aus der Nummer

Du weisst schon das 4 Jahre im selben Betrieb/Job gesetzlich nicht geht. Nach 12 Monaten Betriebswechsel oder Festanstellung.

Wie hamse das denn schon wieder gedeichselt.
 

Ahanit

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Na das ham se ignoriert.... Wie üblich..

Aber wäre das vieleicht eine Möglichkeit zu klagen? Oder besser gefragt @Excalibur willst du denn bei der Firma bleiben, hört sich nicht gerade nach einem Traumjob an....

Warum schreibst nicht einfach Bewerbungen, und wenn du was hast kündigst du ... hätt ich schon längst gemacht.........
 

Gin San

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Also ich kenne das so, dass die Leute nur ein befristeten Vertrag für 1 Jahr bekommen und wenn dieser ausläuft, müssen sie jedes mal ein neuen Vertrag abschließen.

Vlt ist es deswegen möglich so viele Jahre ohne Betriebswechsel oder Festanstellung dort zu arbeiten.
 

0zymandias

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Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmerüberlassung (Entwicklung der Rahmenbedingungen, Fettdruck von mir):
Bei Einführung des AÜG im Jahr 1972 war die maximale Überlassungsdauer von Leiharbeitnehmern auf drei Monate befristet. 1982 wurde die Leiharbeit im Baugewerbe im Wesentlichen verboten, 1985 die maximale Einsatzdauer auf sechs Monate und in der Folge schrittweise auf 24 Monate verlängert.
Am 1. Januar 2003, hob der damalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit der Regierung Schröder, Wolfgang Clement, im Zuge der Agenda 2010 zum Zwecke der „Flexibilisierung des Arbeitsmarktes“ mehrere gesetzliche Rahmenbedingungen für die Zeitarbeit aus dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ersatzlos auf. In einem Ausgleich für die Abschaffung der Beschränkung der Höchstüberlassungsdauer, des Befristungsverbotes, des Wiedereinstellungsverbotes und des Synchronisationsverbotes wurde ein neuer Gleichbehandlungsgrundsatz eingeführt. Mit diesem sollten Zeitarbeitnehmer den Stammarbeitnehmern hinsichtlich Lohn, Urlaub und Arbeitszeit (sog. Equal Pay und Equal Treatment) formal gleichgestellt werden. Der Minister Wolfgang Clement verzichtete dabei aber auf eine gesetzlich unverrückbare Festschreibung und ergänzte den Gesetzestext mit der einschränkenden Formulierung „Ein Tarifvertrag kann abweichende Regelungen zulassen“.
3, 6, 12, 24, Abschaffung, oder Kohl, Kohlkohlores und die Sozen.
Und wenn der Clement nicht gestorben ist, verdient er auch heute noch glücklich und zufrieden bei Adecco.
 

Solanus

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Hallo zusammen,
stecke seit circa 12 Jahren in diesem unsäglichen System der Leiharbeit fest.
Man wird dort behandelt wie ein Vollidiot.
Bin seit über 4 1/2 Jahren in einer Firma der Lebensmittelbranche tätig und bin dort seit circa 4 Jahren in der Ladungssicherheitsabteilung tätig.
Das geht wirklich an die menschlichen Grenzen:
"Sandwichpaletten" stapeln im ungesicherten Arbeitsbereich, Rollis wickeln im Akkord...
Ein "Arbeitskollege" (Alkoholiker) macht mich permanent für jeden Mist zur Schnecke...
Es ist der einzige Horror...
Jetzt ist diese Firma durch eine internationale Gruppe aufgekauft worden und die wollen die Leiharbeit nun endlich einstellen (eigentlich lobenswert).
ABER: Nur 5 von insgesamt 12 Leiharbeitern werden übernommen: Der Rest ist auf das Wohl und Wehe der Leihfirma angewiesen.
Meiner einer hat deftige Rückenprobleme und das wurde niemals von der Leihfirma und im Entleihungsbetrieb ernstgenommen...
Natürlich bin ich keiner der "Auserwählten", weil ich auch manchmal eine "Große Klappe" habe und aufgrund meiner logistischen Ausbildung wohl zu oft Kritik übe...

Viele Grüße Excalibur

Nix für ungut
Aus Deinen Worten klingt sehr viel Resignation, sehr viel Abfinden mit der Situation. Sonst wären 12 Jahre in der Leiharbeit nicht möglich. Innerhalb von 12 Jahren keine Alternative zu finden, mit kaputtem Körper weiter zu arbeiten, Rechtsbrüche hinzunehmen. Sorry, einen gewissen Anteil bist DU selbst mitverantwortlich.

Da wäre bei mir schon mindestens 5x die Woche die BG zu Besuch gewesen, ich wäre mindestens aller 2 Wochen mit gelben Schein zu Hause, der Zoll hätte längst mal eine Schwarzarbeitskontrolle gemacht und der Kollege wäre bei meinem Gewerkschaftsanwalt wegen Mobbing in Bearbeitung, natürlich auch meine Chefs und unmittelbaren Vorarbeiter wegen Beihilfe.

ts ts ts....
 

SB Feind

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Traurig das es soviele Menschen gibt die sich so behandeln lassen. Du machst für so einen Dreckjob deine Gesundheit kaputt. Diesen Kollegen da sollte man mal wegen Unfallgefahr was machen, vielleicht ist der öfters mal angetrunken auf Arbeit.
 

Junggeselle

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Ich (26) war bis vor 3 Monate für 15 Monate über eine Leihfirma im kaufmännischen Bereich angestellt. Dort gab es IG Metall-Tarif, ich habe trotzdem fast 500€ monatlich weniger verdient als meine Kollegen.

Irgendwann ging mir das so gegen den Strich, das ich wegen Depressionen zu meiner Ärztin ging. Ein bisschen auf die Tränendrüse gedrückt und ich war 2 Wochen krankgeschrieben. Danach 1 Tag arbeiten und wieder zum Arzt, wieder 2 Wochen krankgeschrieben.

Die Kündigung von der Leihbude kam dann selbstverständlich trotz unbefristeten Vertrags. Dank Gewerkschaft konnte ich kostenlos gegen die Kündigung klagen und habe beim Vergleich am Ende noch 2000€ rausgeholt (1600€ netto) + war ich endlich diese Leihbude los.

Kranke Menschen hassen die Leihbuden wie die Pest, auch wenn die Leihbuden ihre eigenen Leute selbst krank machen.


Meine Ärztin hat mich dann zum Psychologen geschickt, wo ich freiwillig hingegangen bin. Jetzt haben wir einmal monatlich eine einstündige Sitzung und das die nächsten 2 Jahre lang. Er kann meine Situation voll verstehen und würde mich auch jederzeit krankschreiben, wenn ich wieder anfange depressiv zu werden.


Ist echt praktisch: Ich kann zu seiner kleinen Praxis rüberlaufen, kann ihn jederzeit kontaktieren und er darf mich krankschreiben.

Leztens musste ich mich per RFB bei einer Leihbude bewerben und trotz schlechter Bewerbung haben die mich eingeladen (zu Fuß erreichbar). Ich dachte ich machs einfach mal. Die Dame fragte mich ob ich Krankheiten habe usw, ich solle bitte ehrlich sein.

Ich sagte: "Meine Gewerkschaft hat mir zwar abgeraten sowas bei Vorstellungsgesprächen zu erzählen, aber ich bin in psychologischer Behandlung."
2 No-Go's in einem Satz vereint :wink:

2 Tage später war die Absage im Briefkasten.
 

Alucard

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solange "williger" Nachschub beim Jobcenter wartet! Wer nicht arbeiten will findet einen Weg, gerade bei ZAFs, kurz krankschreiben lassen und schwub ist man wieder raus, oder kein Tel. haben usw. Es gibt aber noch genügend Leute die darauf schwören. Man muss dazu sagen hier in Braunlage gibt es Pflegeheime wo die Angestellten schlechter bezahlt werden und zum Teil schlechtere Verträge haben wie die von der ZAF. Wobei ich da fast davon ausgehe das es so gewollt ist bis genügend zur ZAF gewechselt sind.
 
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