Wie medizinische Behandlung in der EGV verweigern?

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Widerständige

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Liebe Forumsmitglieder,

in der letzten entsetzlichen Horror-Maßnahme der Arbeitsagentur wurde ich von Sonderpädagogen massiv unter Druck gesetzt, alles im Praktikum zu akzeptieren und auszuhalten, was für mich schwierig ist, wie unerträgliche äußere Arbeitsbedingungen. Eines Tages, nachdem die Pädagogin mir einen langen Vortrag gehalten hat, mich an alles zu gewöhnen, bekam ich einen Nervenzusammenbruch mit starken Selbstmordgedanken und habe die Maßnahme gekündigt. Ich wollte lieber sterben, als mir länger die zermürbenden Anpassungs-Parolen, diese Schwarze Pädagogik der Pädagogin zuzumuten, weil ich mich unmöglich so anpassen kann, so wie es die Pädagogin von mir verlangt! Sie möchte mich als Person auslöschen. Ich soll kein Ich mehr haben. Sie will mich brechen. Sie will mich als Individuum mit eigenen Bedürfnissen auslöschen und zu einem gefügigen Sklaven der Arbeitgeber machen, der zu allem Ja und Amen sagt. Das kann sie total vergessen!

Nun habe ich mich wieder freiwillig ins Jobcenter zurückversetzen lassen, weil die Maßnahmen der Arbeitsagentur für Menschen mit Behinderung für mich unerträglich sind, weil da ständig an mir gezerrt und gezogen wird, meine Einschränkungen aufzuweichen, mich zu zermürben, ich werde wie ein trotziges Kind behandelt.

Da das Jobcenter weiß, dass ich körperlich und psychisch nicht belastbar bin und im Grunde keine Chance mehr auf dem 1. Arbeitsmarkt habe, wird die Fallmanagerin mich mit Sicherheit zwingen wollen, eine medizinische Reha zu machen, um mich erstmal loszuwerden. Das habe ich schon so erlebt.

Diverse medizinische Reha-Maßnahmen in der Vergangenheit haben mir überhaupt nicht geholfen, Krankenhausaufenthalte sind eine starke psychische Belastung, die mich völlig auslaugt und nichts an meiner psychischen Erkrankung ändert oder bessert. Ich bin danach nur völlig erschöpft und heilfroh, wieder zu Hause zu sein.

Die Reha-Beraterin von der Arbeitsagentur sagte, ich solle mir andere Psychopharmaka verschreiben lassen. Ich habe jahrzehntelange sehr negative Erfahrungen mit diversen Neuroleptika mit gravierenden Nebenwirkungen hinter mir, bin eine absolute Gegnerin der Psychiatrie und bin auf keinen Fall bereit, Neuroleptika zu schlucken, nur um auf dem Arbeitsmarkt funktionieren zu können, außerdem funktioniert das gar nicht.

Ich bin bereit, an einer Maßnahme des JC teilzunehmen oder eine Arbeit aufzunehmen, die mit meinen Einschränkungen kompatibel ist, wo auf meine Einschränkungen Rücksicht genommen wird.

Ich will auf gar keinen Fall eine psychiatrische Behandlung, keine neuen anderen Medikamente und keine stationäre Behandlung. Das hatte ich alles schon und es war ein Alptraum und hat meinen Zustand nur noch verschlechtert.

Was kann ich tun, wenn die Fallmanagerin das in die EGV aufnehmen will, was ich nicht will?
 

Beasterhasi

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Hallo,
ich habe mal ein wenig gestöbert und das gefunden
( hier zu finden Sozialgesetzbuch komplett )

§ 63 SGB I Heilbehandlung

Wer wegen Krankheit oder Behinderung Sozialleistungen beantragt oder erhält, soll sich auf Verlangen des zuständigen Leistungsträgers einer Heilbehandlung unterziehen, wenn zu erwarten ist, daß sie eine Besserung seines Gesundheitszustands herbeiführen oder eine Verschlechterung verhindern wird.

Ich denke mit Deinen schlechten Erfahrungen hast Du da kein Problem wenn man in die EGV so was reinschreibt und Du aber ja keine Besserung dadurch erreichst
oder der behandelnde Arzt Dir das auch bestätigt das das nix bringt bei Dir, schließlich ist ja keine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten.

Die Reha-Beraterin von der Arbeitsagentur sagte, ich solle mir andere Psychopharmaka verschreiben lassen

Zum 2ten würde ich die Tante Rehaberaterin fragen ob Sie ein Arzt ist und das beurteilen kann😂

Hast Du einen Schwerbehindertenausweis oder einen Grad der Schädigung bzw. Grad der Behinderung? könnte wichtig sein für weitere berufliche Maßnahmen.

lG
Hasi
 
B

bibumuc

Gast
Die Reha-Beraterin von der Arbeitsagentur sagte, ich solle mir andere Psychopharmaka verschreiben lassen.

Dann solltest du dein Bedauern zum Ausdruck bringen, daß es bei ihr zum Medizinstudium nicht gereicht hat und ihr sagen, daß du deine Behandlung doch lieber deinen Ärzten überlassen willst.

Ich will auf gar keinen Fall eine psychiatrische Behandlung, keine neuen anderen Medikamente und keine stationäre Behandlung. Das hatte ich alles schon und es war ein Alptraum und hat meinen Zustand nur noch verschlechtert.

Es wird sich kaum ein Arzt finden, der dich gegen deinen Willen behandeln will oder behandeln wird. Auch zur Einnahme von Medikamenten kann dich niemand zwingen. Da du, wie du geschrieben hast, bereits mehrere stationäre Krankenhausaufenthalte und Rehas (erfolglos) hinter dir hast, kannst du das ja entsprechend argumentieren.
 

HermineL

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Im großen und ganzen schließe ich mich meinen Vorrednern an aber ganz so einfach ist das nicht mit dem Verweigern.

Fakt ist das nun das JC Kenntnis von Erkrankungen hat und somit die Leistungsfähigkeit nicht abschließend geklärt ist. Damit hat das JC die Möglichkeit diese Leistungsfähigkeit nach § 44a SGB II durch den ÄD feststellen zu lassen. Alternativ dazu kann das JC auch direkt eine Begutachtung durch die DRV initiieren.

Auch das ist zunächst freiwillig im Sinne meiner Vorredner aber trotzdem kommt man da nicht drum herum wenn man Leistungen beziehen will. Sollte man sich hier weigern mitzuwirken wird das JC die Leistungen wegen fehlender Mitwirkung einstellen und sich damit auf der rechtlich sicheren Seite befinden. Mitwirken bedeutet im Mindestmaß das man zu einem Untersuchungstermin erscheinen muss und sich untersuchen lässt.

Sollte das Jobcenter den Weg über die DRV wählen so kann man schon von vornherein davon ausgehen das die DRV sich an die rechtlichen Vorgaben hält und nach dem Grundsatz Reha vor Rente handelt und zu einer Reha einlädt. Die Reha dient der DRV dann unter anderem zur Begutachtung. Auch die Reha kann man verweigern aber dann landen wir wieder bei den Mitwirkungspflichten. Das einzig probate Mittel das mir gerade gegen eine Reha einfällt ist ein Attest eines Arztes in dem er Rehaunfähigkeit bescheinigt.

Aber dann wird auch die DRV zu einem Untersuchungstermin zur Begutachtung einladen bei dem man wieder in der gleichen Lage ist wie bei einem Untersuchungstermin bei dem ÄD. Fehlende Mitwirkung führt zur Leistungseinstellung. Der von Beasterhasi angeführte § 63 SGB I gehört ebenfalls dazu.

Fazit: Ein komplette Verweigerung ist rechtlich abgedeckt und man kann nicht gezwungen werden. Eine Begutachtung zur Feststellung der Leistungsfähigkeit im Auftrag des JC gehört zu den Mitwirkungspflichten und eine Weigerung führt zum Leistungsverlust. Somit ist die Freiwilligkeit nur bedingt gegeben wenn man auf Leistungen angewiesen ist.

Nicht rechtlich abgedeckt ist es medizinische Dinge in eine EGV zu schreiben. Dagegen kann man sich wehren. Ebenso nicht abgedeckt ist es als Sachbearbeiterin medizinische Ratschläge zu erteilen für die fundierte medizinische Qualifikationen nicht entbehrlich sind. Dies sollte man sich verbitten und man sollte sich angewöhnen grundsätzlich mit einem Sachbearbeiter nicht über seine Gesundheit zu reden. Diagnosen gehen das Jobcenter generell nichts an !

Soweit die rein rechtlich betrachtete Seite.

@Widerständige
Ich kann deine ablehnende Haltung auf Grund deiner Erfahrungen ja teilweise nachvollziehen aber wenn du alles ablehnen willst kommst du nicht wirklich weiter. Deine psychischen Problem wirst du auf Dauer nicht ohne Hilfe in den Griff bekommen. Die Psychiatrie als Ganzes abzulehnen ist die schlechteste Idee die man haben kann wenn man solche Probleme hat.

Ja es ist mühsam einen Arzt und/oder Therapeuten zu finden bei dem man sich gut fühlt und der einem hilft aber es lohnt sich zu suchen denn nicht alle sind schlecht. Auch nicht alle Rehamaßnahmen sind schlecht. Auch dort gibt es verdammt gute Rehakliniken die einem wirklich ein Stück weit helfen können. Auch gibt es sehr wohl Psychopharmaka die hilft aber um dich z.B. mit Antidepressiva einzustellen so das es dir etwas bringt braucht es Zeit, mitunter sehr viel Zeit. Bei manchen dauert das 1-2 Jahre. Glaube mir ich weiß wo von ich reden, bin ich doch diesen ganzen Weg zum Großteil selber gegangen und gehe ihn noch.

Nur weil etwas einige mal nicht gut gelaufen ist heißt das nicht das es nicht auch anders sein kann. Frage dich doch einmal selber wie das auf Dauer weitergehen soll wenn dir nicht geholfen wird. Mit deiner jetzigen Haltung begibst du dich in eine Sackgasse an dessen Ende alles andere als eine Besserung steht. Nur wenn du dich weiter auf die Suche nach für dich passender Hilfe begibst wirst du vielleicht irgendwann wieder ein Licht am Ende des Tunnels erblicken.

Hilfe zu finden und zu bekommen setzt allerdings auch voraus das du auch bereit bist Hilfe anzunehmen und dich dieser Hilfe gegenüber auch öffnest. Die angebotene Hilfe ist immer nur die Hälfte des Weges. Ohne das wird nichts helfen. Denke einfach darüber in Ruhe nach. Ich glaube nicht das du in der jetzigen Situation auf Dauer bleiben möchtest aber wenn du da raus willst musst du dabei aktiv mithelfen.

Ich wünsche dir viel Kraft.
 
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
Da das Jobcenter weiß, dass ich körperlich und psychisch nicht belastbar bin und im Grunde keine Chance mehr auf dem 1. Arbeitsmarkt habe

habe jahrzehntelange sehr negative Erfahrungen mit

Sind nur zwei Ansätze die ich herausgepickt habe - wie sieht es aus in Richtung Antrag Erwerbsminderungsrente. Dafür musste sicher einen Weg gehen, der erst mal Reha heißt.
Sollte es mit eine Erwerbsminderungsrente klappen, dann biste raus aus dem ganzen Theater JC, Ärzte und Medikamente die du nicht willst.
Du hast aber die Möglichkeit bei Erwerbsminderungrente ein wenig dazu verdienen zu können und suchst dir dann ohne Einfluss von JC die Tätigkeit, die für dich in Frage kommt.
 

Widerständige

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Die "Hilfe" der Psychiatrie ist für mich der allerletzte Dreck.

Die lebensgefährlichen Nebenwirkungen der Neuroleptika, wie Schlaganfall, plötzlicher Herztod, Diabetes und andere häufige Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Parkinson-Syndrom, ständiger Bewegungsdrang und Unmöglichkeit, stillzusitzen, Depressionen, Harn- und Stuhldrang nicht mehr spüren können, diese Nebenwirkungen werden von Psychiatern und der Pharmaindustire verheimlicht oder heruntergespielt.

Ich habe viele dieser Nebenwirkungen monatelang erlebt und es ging mir extrem schlecht damit und arbeiten konnte ich damit auch nicht.

Es ist also doch eine Zwangsbehandlung über die Rehakiliniken der DRV möglich. In der Klinik bekommt man ja seine Pillen von der Krankenschwester und sie überwacht die Einnahme.

Darüber bin ich total verzweifelt.

Wenn ich mich der Reha-Klink verweigere und das Jobcenter seine Zahlungen einstellt, dann muss ich wohl verhungern.

Und das soll ein Rechtsstaat sein??? Ein totalitärer Unrechtsstaat mit Zwang und Gewalt ist das hier.
 

Kerstin_K

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Es ist also doch eine Zwangsbehandlung über die Rehakliniken der DRV möglich. In der Klinik bekommt man ja seine Pillen von der Krankenschwester und sie überwacht die Einnahme.
Das muss nicht so sein. Mene bekannte war Ende letzten Jares in einer psychosomatischen Reha. Sie bekam die gesamten Medikamente für die geplante Rehazeit auf einen Schlag aufs Zimmer. Ich habe mich riesi erschrocken, als ich den Beutel gesehen habe. Ihc fand das auch ganz schön gefährlich, weil sie schon Suizidversuche mit Tabeletten hinter sich hat. Dort hat auch niemand kontrolliiert, ob sie die Medis einnnimmt.

Es ist auch gar nicht zwingend gesagt, dass die DRV dich zur Reha schickt. Wenn Deine Befunde zeigen, dass das nichts bringt, kann es auch sein, dass sie darauf verzichten. Auch schriebst Du ja, dass Du schon mehrfach zur Reha warst. Auch da könnte es sein, dass die DRV sieht, dass das nichts bringt.

Und wenn du doch zur Reha sollst, dann hast Du ein Wunsch- Und Wahlrecht, was die Klinik betrifft.
 

HermineL

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Sollte es mit eine Erwerbsminderungsrente klappen, dann biste raus aus dem ganzen Theater JC, Ärzte und Medikamente die du nicht willst.
EMR Rente gibt es auf 3 Jahre befristet. Ergo kann der ganze Begutachtungswahnsinn für eine Weiterbewilligung wieder losgehen. Ruhe hat man dann nur auf Zeit.

Die "Hilfe" der Psychiatrie ist für mich der allerletzte Dreck.
Mit dieser verallgemeinernden Haltung wirst du früher oder später gegen die Wand laufen. Ganz davon abgesehen das es immer gute und schlechte Ärzte geben wird. Deswegen auch mein Hinweis das man suchen muss um einen vernünftigen zu finden. Wenn man stur alles ablehnt sollte man sich auch nicht Beschwerden. Wenn ich keinen vernünftigen Psychiater hätte weiß ich nicht wo ich heute wäre. Bei diesem bin ich jetzt seit 3 Jahren davor habe ich es mit zig anderen probiert.

Die lebensgefährlichen Nebenwirkungen der Neuroleptika, wie Schlaganfall, plötzlicher Herztod, Diabetes und andere häufige Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen, Parkinson-Syndrom, ständiger Bewegungsdrang und Unmöglichkeit, stillzusitzen, Depressionen, Harn- und Stuhldrang nicht mehr spüren können,
Ich bin der letzte der Nebenwirkungen runterspeielt aber ich sprach auch nicht von Neuroleptika sondern eher von Antidepressiva. Es ist überhaupt nicht gesagt das du zwingend Neuroleptika brauchst.

ch habe viele dieser Nebenwirkungen monatelang erlebt und es ging mir extrem schlecht damit und arbeiten konnte ich damit auch nicht.
Ich nehme seit Jahren Antidepressiva und bei Bedarf auch Benzodiazepine sowie Neuroleptika, Ich kenne die Vor und Nachteile zu genüge aber ich weiß auch das es mitunter ohne erheblich schwerer bis unmöglich ist klar zukommen. Zumindest zeitweise.

Es ist also doch eine Zwangsbehandlung über die Rehakiliniken der DRV möglich. In der Klinik bekommt man ja seine Pillen von der Krankenschwester und sie überwacht die Einnahme.
Ganz klar nein. Nicht dort und auch nicht anderswo. In der psychosomatischen Reha hast du meistens deine eigenen Medikamente oder von dort neu verordnete aber keiner zwingt dich oder kontrolliert dich bei der Einnahme.

Wenn ich mich der Reha-Klink verweigere und das Jobcenter seine Zahlungen einstellt, dann muss ich wohl verhungern.
Das hast du selber in der Hand. Es gibt nun einmal leider noch kein Bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland und solange dies so ist wirst du die Bedingungen, so sie rechtens sind, auch erfüllen müssen oder aber auf Leistungen verzichten. Das ist aber deine Entscheidung.

OT:
Und das soll ein Rechtsstaat sein??? Ein totalitärer Unrechtsstaat mit Zwang und Gewalt ist das hier.
Sorry aber hier schießt du jetzt weit über das Ziel hinaus oder willst du allen Ernstes Deutschland mit einem wirklich totalitären Staat wie z.B. Nordkorea vergleichen ?
Bleib mal auf dem Teppich. Hier ist wahrlich nicht alles eitel Sonnenschein aber in anderen Ländern siehst es noch ganz anders aus. Nicht in jedem Land würdest du die Unterstützung bekommen die dir hier zuteil wird. Mag sein das es Länder wie z.B. Norwegen gibt wo es besser ist aber in den meisten Ländern sieht das ganz anders aus. Da bekommst du Garnichts. Da musst du sehen wie du klarkommst. Es gibt Länder in denen werden Depressionen oder Psychosen gar nicht als Krankheit anerkannt oder man sperrt die Leute einfach weg.

Bei allem Ärger den man hier hat kann man dennoch froh sein hier zu leben und nicht in einem solcher Staaten.
 
B

bibumuc

Gast
Die "Hilfe" der Psychiatrie ist für mich der allerletzte Dreck.

Es ist also doch eine Zwangsbehandlung über die Rehakiliniken der DRV möglich. In der Klinik bekommt man ja seine Pillen von der Krankenschwester und sie überwacht die Einnahme.
Welche Diagnosen bestehen bei dir? Würdest du dich selbst als „krankheitseinsichtig“ bezeichnen?

Kein Facharzt für Psychiatrie (und auch kein anderer Arzt) wird dich zwingen, irgendein Medikament zu nehmen. Einzige Ausnahme: Akute Selbst- oder Fremdgefährdung. Aber selbst da, findet in der Regel keine wirkliche Behandlung sondern eher ein „akutes Ausschalten“ der Gefahrensituation statt und sobald die Situation beruhigt ist, erfolgt auch keine weitere Medikation gegen deinen Willen. Das sich, bei konsequenter Verweigerung jedweder freiwilligen Behandlung irgendwann der Kreislauf „hinten raus und vorne wieder rein“ entwickeln kann, ist dann halt das potenzielle Risiko das du eingehst und das für dich besteht.

Das die Psychiatrie für dich der allerletzte Dreck ist, ist schade und läßt auf weniger gute Erfahrungen deinerseits schließen. Erfahrungen müssen sich aber nicht zwingend wiederholen. In Klinik B kann es ganz anders laufen als in Klinik A.

Wie dir HermineL und auch andere, bereits geschrieben haben, wirst du jedoch zumindest um eine Begutachtung, unter Umständen auch stationär, nicht herum kommen. Wenn du dich auch dem total verschließt, könnte es über kurz oder lang wirklich kritisch für dich werden.
 
M

Märzenbecher

Gast
Ich würde den Weg der Erwerbsminderungsrente gehen. Das geht aber nur mit einem guten Hausarzt und guten Fachärzten.

Begutachung wird trotzdem geschehen, einfach, weil man "umsonst" nichts bekommt, das kann man aber schaffen, mit guten Ärzten im Rücken.

Wenn die meinen Reha hätte bei dir noch Sinn, mußt du natürlich erst die Reha probieren, das geht nicht anders. Es ist aber gut möglich, daß entschieden wird, daß Reha bei dir keinen Sinn mehr macht, weil du schon so lange krank bist. (?) Diesbezüglich, also um das zu belegen, würde ich alles sammeln an Attesten, was ich habe, notfalls auch alte Atteste/ Bescheinigungen bei Krankenkasse/Ärzten anfordern, um halt diesen längeren Krankheitsverlauf belegen zu können.
 

wheelie

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Moin,

es geht ohne Reha, aber nicht ohne Begutachtung. Dazu muss der Arzt bescheinigen, dass Du nicht rehafähig bist. So weit solltest Du schon einem Arzt vertrauen, sonst wird das in der Tat nichts.

Das Gutachten kann ambulant sein, wenn stationär nicht möglich ist.

Und EMR kann sehr wohl auch ohne jegliche Reha oder sonstiges unbefristet beschieden werden, so bei mir passiert.

wenn man so miese Erfahrungen gemacht hat und seinen eigenen Weg für sich gefunden hat, sollte man sich einen Arzt suchen, der einen versteht und unterstützt.
Wenn die Krankheitseinsicht fehlt und kein eigener Weg gefunden wurde, dann ist Druck öfter mal nicht ganz verkehrt, das habe ich in meinem Umfeld auch schon mehrfach erlebt.

Alles gute auf Deinem Weg.

Lg wheelie
 

HermineL

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es geht ohne Reha, aber nicht ohne Begutachtung.
Und EMR kann sehr wohl auch ohne jegliche Reha oder sonstiges unbefristet beschieden werden, so bei mir passiert.
Es geht sogar auch ohne Gutachten. Aber mit Verlaub, das sind alles Einzelfälle. Die Regel ist das der Grundsatz Reha vor Rente eingehalten wird und das die meisten von der ersten Beantragung bis zum wirklichen Rentenbescheid eine lange Zeit und viel Atem brauchen. Ausnahmen und Einzelfälle bestätigen nur die Regel aber auf der sicheren Seite ist man wenn man sich auf die Regel einstellt.
 
E

ExitUser

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Die "Hilfe" der Psychiatrie ist für mich der allerletzte Dreck
Es steht dir frei das so zu sehen.
Nur sollte Dir klar sein das Du auf Die angewiesen bist wenn du nicht in der Lage bist dich mit dem System zu arrangieren
Dir wird also nichts anderes bleiben als dir jemand zu suchen mit dem du arbeiten und streiten kannst, in der Reihenfolge.
Ich kenne viele engagierte Psychiaterinnen und Psychologinnen nur wirst du mit einer Antihaltung niemand für dich gewinnen
Natürlich gibt es in der Psybranche auch Idioten männlich wie weiblich nur darfst du nicht vergessen das vielleicht wer für dich ungeeignet ist für mich ideal wäre.
Wenn du also hier nicht etwas differenzierter rangehst wird das nichts, da riskierst du nur Betreuung.
Und mach dir klar auf dich wartet niemand, also kleine Brötchen backen.
Aus eigener Leidvoller Erfahrung ist mir klar wie schwierig es ist überhaupt den passenden Therapeuten zu finden
nur das ich morgen falls nötig einen Termin hätte, das habe ich mir erarbeitet indem ich Probleme lösen konnte mit Hilfe der Psychiatrie.
Wenn du den Anspruch hast mit denen auf Augenhöhe zu kommunizieren musst du erst mal liefern, was nicht bedeutet das du ihre Ansichten teilen musst.
 

Buerosklave

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Mal so am Rande bemerkt: Ich hab 2 Jahre in einem Callcenter gearbeitet, was meiner Psyche gar nicht gut tat. Ich hab fast jeden Tag auf der Heimfahrt unter einer ICE-Brücke angehalten und überlegt, ob ich jetzt da hochklettern soll und....naja, kann sich jeder denken. Ich hatte dann die Möglichkeit, kurzfristig eine Psychiaterin zu konsultieren, die mich sofort aus dem Verkehr zog und mir Antidepressiva verschrieb. Zudem empfahl sie mir eine Therapie. Das Einzige, was die Antidepressiva bewirkten: ich wurde todmüde. Ich weiß nicht, ob das die Wirkung ist, die dazu Zeug haben soll, aber meine Gedanken kreisten sich eigentlich ab dann nur noch darum, wann ich wieder schlafen kann. Selbst wenn ich 10h am Stück geschlafen hatte, war mein erster Gedanke nach dem wachwerden, wann ich wieder schlafen gehen kann. Das kanns ja wohl kaum sein, zumal das am eigentlichen Problem nichts änderte. Ich hab diese Pillen dann abgesetzt, weil ich 2x fast vor einen Baum gefahren bin.
Eine Therapie zu bekommen, ist leider einfacher gesagt, als getan. Ich hab in den letzten 1,5 Jahren jeden Monat etwa 35 Psychotherapeuten angerufen, aber die Reaktion war immer die Gleiche: "Sorry,wir nehmen keine neuen Patienten auf!".
 

grün_fink

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Das ist alles ziemlich schwierig.
Trotzdem, der Patient hat das Recht auf Selbstbestimmung, auch bezüglich medizinischer Behandlung.
Dieses Recht kann nicht durch ein JC ausgehebelt werden, auch nicht mittels EGV.
 

grün_fink

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@Ronald BW
Doch, es gibt Antidepressiva, die müde machen. Anfangs machen manche sogar sehr müde.
Ich habe schon nach 20 Stunden nach der Ersteinnahme eines Medis das Rad geschoben, weil ich mich nicht traute zu fahren. Informiert wurde ich vorher nicht darüber.
Das Herunterregeln wird bei solch Brückengedanken sogar gewünscht. Nur wird dann eben der ganze Organismus runter reguliert.
 

HermineL

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Mirta TAD, danach Opipram,
Machen beide müde und sollen normalerweise auch Abends genommen werden. Mirta führt bei sehr vielen zu regelrechten Freßattacken und Gewichtszunahme innerhalb eines Jahres von über 20 Kilo sind keine Seltenheit.
Sollte eigentlich eher antriebssteigernd sein und wird morgens genommen

die gleiche Wirkung hatte wie Tictacs....
Jeder reagiert etwas anders auf Antidepressiva. Deswegen ist die medikamentöse Einstellung mitunter sehr langwierig und kann Jahre dauern.
 

doro1

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Das Antidepressiva müde machen und das sehr extrem kenne ich, ich empfand mich nur noch automatisiert und müde,Scheintot, alles war egal,Nebenwirkungen wie RS und extreme Gewichtzunahme (was sas Ganze nicht besser macht) u.a. . So ohne sind die nicht. Aber man muss abwägen, ist der Nutzen oder der Schaden erträglicher. Aber man sollte auch hin und wieder über Reduzierung oder Absetzen nachdenken, sofern möglich.
 
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