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Wie macht ihr das mit der Kostenabrechnung bei wechselndem E

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terri

Elo-User/in

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25 Sep 2005
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#1
Hallo,
mich interessiert wie andere Selbständige das mit der Kostenabrechnung machen bei wechselndem Einkommen.
Man kann ja jetzt erst ab 400 Euro Umsatz???
ich hoffe ich habs kapiert, Umsatz vor Steuer,
seine tatsächlichen Kosten absetzen.
Wie sieht das aus bei wechselndem Einkommen?

Wenn man Pech hat dann fallen vielleicht gerade die betrieblichen Zahlungen wie ne Autoreparatur oder sonst was, in ein Monat wo das Einkommen etwas niedriger ist.
Man kann es sich ja nicht immer so aussuchen.
Gibts da noch ne andere Möglichkeit bei der Anrechnung oder bleibts dann das persönliche Pech.
Bitte wer weiß da was genaues.
Danke schon mal im Voraus
terri
 
E

ExitUser

Gast
#2
Terri,bin kein Experte für solche Fragen,aber vielleicht hilft das.

1) Als Einkommen ist der Betrag anzusetzen, der vom Hilfebedürftigen
für den Bewilligungsabschnitt als Betriebseinnahmen geschätzt
wird. Die Schätzung soll auf früheren Betriebsergebnissen
basieren und kann anhand einer Steuerentscheidung über das Vorjahresergebnis
oder, falls eine solche noch nicht vorliegt (z.B. bei
Neugründung), durch andere geeignete Unterlagen (z.B. Prognose
des Steuerberaters) belegt werden. Plausible Schwankungen bei
saisonbedingten Änderungen sollen berücksichtigt werden.
Eine nachgehende Kontrolle bzw. eine Rückrechnung bei tatsächlich
abweichenden Betriebsergebnissen ist in der Regel nicht vorzunehmen,
diese werden bei der Prüfung für den nächsten Bewilligungsabschnitt
berücksichtigt.
Wesentliche Änderungen sind aufzugreifen.

Du hast ne PN
 

zulu

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#3
ja, das Problem erwarte ich auch, irgendwann könnte es mal in einem Monat so sein - und dann?
 

gelibeh

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#4
Umsatz vor Steuer
Ich denke mal, Du meinst Gewinn vor Steuern.
Der errechnet sich aus Deinen Einnahmen minus der Ausgaben, die Du hattest.
 

zulu

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#5
nöö, gelibeh,
das Problem ist das für selbständige ALG2-Empfänger ohne Schätzungsgrundlage (monatlich 1/12 der Jahressummen):
Man muss monatlich eine GuV bei der ArGe vorlegen.
Netto-Umsatz minus Netto-Betriebskosten=Gewinn (vor Steuern).
- Ist der Umsatz bis 399,99 Euro, ist ein pauschaler Betrag von 100,00 Euro/Monat für die Betriebskosten abzurechnen, s. SGB II § 11 (2),
also "prima", wenn man 200,00 Euro Netto-Umsatz hat und vielleicht 20,00 Euro Betriebskosten, werden 100,00 angerechnet und das so "errechnete Einkommen" von 100,00 Euro darf man komplett behalten.
Aber: hat man 395,00 Euro Netto-Umsatz in dem Monat, in dem die Kfz-Versicherung z.B. fällig ist und muss 350,00 Euro Versicherung bezahlen (plus die üblichen 20,00 Kosten im Monat), dann:
395,00 Umsatz
-350,00 Versicherung
- 20,00 sonstige Kosten
= 25,00 Euro "Gewinn" in diesem Monat real!
Die Arge rechnet aber:
395,00 Umsatz
-100,00 Betriebskosten (pauschal)
=295,00 "Gewinn", 100,00 darf man behalten und dazu von dem übersteigenden Betrag (295,00-100,00=195,00) noch 20% (195x20%=39,00).
Behalten "darf" man also 139,00 Euro in diesem Monat und 256,00 werden einem vom ALG2 abgezogen - obwohl man real nur 25,00 Euro Gewinn hatte.
231,00 Euro fehlen also definitiv in diesem Monat!!

Folge ist: immer zusehen, dass der Umsatz über 400,00 Euro ist ODER
immer zusehen, dass die Betriebskosten immer unter 100,00 Euro sind.
Sonst arbeitet man und muss dafür noch bezahlen!
 

heinbloed

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#6
moin moin,

Man muss monatlich eine GuV bei der ArGe vorlegen.
das gesetz sagt dazu

(2) Das Einkommen ist für das Kalenderjahr zu berechnen, in dem der Bedarfszeitraum liegt (Berechnungsjahr). Für jeden Bedarfszeitraum ist ein Zwölftel des Einkommens im Berechnungsjahr als Einkommen zu berücksichtigen. Ist Arbeitseinkommen nur während eines Teils des Jahres vorhanden, so ist das Einkommen nur für diesen Zeitraum zu berechnen; für ihn gilt als monatliches Einkommen derjenige Teil des Arbeitseinkommens, der der Anzahl der in den genannten Zeitraum fallenden Monate entspricht.
(3) Als Einkommen ist ein Betrag anzusetzen, der auf der Grundlage früherer Betriebsergebnisse und unter Berücksichtigung der im Rahmen des Betriebes im Berechnungsjahr bereits erzielten Einnahmen und geleisteten notwendigen Ausgaben sowie der im Rahmen des Betriebes im Berechnungsjahr noch zu erwartenden Einnahmen und notwendigen Ausgaben zu errechnen ist.
(4) Soweit über die Gewährung von Leistungen zum Lebensunterhalt nach § 40 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1a des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch vorläufig entschieden wurde, ist bei der abschließenden Entscheidung als Einkommen der vom Finanzamt für das Berechnungsjahr festgestellte Gewinn zu berücksichtigen
das bedeutet ich muss im jahresmittel über 400 euro im monat haben.

alles andere würde bei mir vor dem sozialgericht landen.

grüsse
 
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#7
das hört sich ja schon mal gut an.

hallo hein,

geht es etwas konkreter.
Ich habe eine Auflage in einer EA vom Gericht bekommen das ich rückwirkend eine Monatliche Gewinn und Verlustrechnung für die Arge machen soll.
Die Arge hatte zwar ein schreiben vom Steuerberater das ein Verlust von 6000 € vorlag aber die arge wollte das alles nochmal aufgeschlüßelt haben.
Die Arge ist auch der Meinung das das Zuflußprinzip gilt.

Helf mir da bitte mal weiter
 

terri

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#8
ist wirklich ein noch unausgegorenes Thema.
Politisch natürlich nicht, die haben entschieden.
Aber es ist schon ungerecht.
Es müsste tatsächlich gezwölftelt werden.
Bei mir fallen die meisten Kosten im Winter an wo ich aber das wenigste verdiene (saisonbedingt)
Weiß jemand etwas von einer Klage gegen diese Regelung?
terri
 

heinbloed

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#9
moin moin,

eine gewinn und verlustrechnung für das vorjahr nach monaten aufgesplittet gebe ich auch ab am jahresanfang. danach wird dann das monatliche anzurechnende einkommen ermittelt.

weicht es danach gravierend vom ermittelten gewinn ab, mache ich eine änderungsmitteilung.

bei einer einstweiligen anordnung kann diese zur ermittlung der tatsächlichen einnahmen natürlich vom gericht verlangt werden.

dabei gilt bei mir nicht das monatliche zuflussprinzip.

ein gerichtsurteil zu dem thema kenne ich nicht, bei mir lief eine einstweilige anordnung, die nach einlenken des amtes zurückgezogen wurde.

grüsse
 

zulu

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#10
Die Gesetzeslage erscheint klar:
SGB II § 11 Zu berücksichtigendes Einkommen
(2) " ... Bei erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die erwerbstätig sind, ist an Stelle der Beträge nach Satz 1 Nr. 3 bis 5 ein Betrag von insgesamt 100 Euro monatlich abzusetzen. Beträgt das monatliche Einkommen mehr als 400 Euro, gilt Satz 2 nicht, wenn der erwerbsfähige Hilfebedürftige nachweist, dass die Summe der Beträge nach Satz 1 Nr. 3 bis 5
(zur Info: 5. die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben) den Betrag von 100 Euro übersteigt. ..."

Nun muss jeder für sich entscheiden, ob er sich danach richtet/richten kann
und dafür sorgt, dass die monatlichen Einnahmen ÜBER 400,00 Euro liegen oder die monatlichen Ausgaben UNTER 100,00 Euro
ODER ob er ein Gericht mit dieser idiotischen Gesetzesvorgabe befassen will.

Vielleicht geht noch ein dritter Weg?
Wer z.B. seine Kfz-Versicherung jährlich bezahlt (weil meist günstiger), der kennt den Betrag und könnte 1/12 davon in seiner monatlichen GuV ansetzen.
Man liest zwar was vom "Zuflussprinzip", vom "Abflussprinzip" habe ich noch nichts gelesen!
Gleiches (1/12 in der monatlichen GuV) gilt für die Rücklagen für Ersatzbeschaffungen gem. R 35 EStR - oder geht bei Euch nie irgendwas kaputt??
 
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#11
Betriebseinnahmen

Hallo Lusjena,

das Problem sind die Begriffe.

Zitat:
1) Als Einkommen ist der Betrag anzusetzen, der vom Hilfebedürftigen
für den Bewilligungsabschnitt als Betriebseinnahmen geschätzt
wird.

Das Einkommen kann aber nur der Betriebsgewinn sein.
Eine Betriebseinnahme ist ja das was der Kund mir zahlt.Da können schon mal nur 10% Betriebsgewinn überbleiben .

Der Betriebsgewinn ist damit das Einkommen des Leistungsbeziehers.

Michael
 

zulu

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#12
Das ist ein wichtiger Hinweis, danke mu,
in den Hinweisen zu SGB 2 § 11 (Zu berücksichtigendes Einkommen) siehe:
http://www.my-sozialberatung.de/files/hinweise-11-20051121.pdf
steht es auch:
§ 2a
Berechnung
des Einkommens aus selbständiger Arbeit,
Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft
(1) Bei der Berechnung des Einkommens aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft ist vom Arbeitsein-kommen im Sinne des § 15 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch auszugehen.
Und da steht:
SGB IV § 15 Arbeitseinkommen
(1) Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.
Also das Einkommen von Selbständigen ist analog dem Steuerrecht zu berechnen:
Umsatz
-Wareneinsatz
-Betriebskosten
=Gewinn (vor Steuern)
 

terri

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#13
Danke Zulu...

das währe ja ein richtiger Gewinn auf der Gewinn- u. Verlustrechnung.
Ich kann ja leider noch keine Erfahrungsberichte abgeben da ich seit vielen Monaten keine Abrechnung bekommen habe.
Aber wenn die Trantüten mal ihren Hintern hoch genommen haben dann schreib ich das hier.
terri
 
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