Wie lange bewahrt das Jobcenter meine Unterlagen auf? Angeblich fehlen für meinen Weiterbewilligungsantrag noch Unterlagen.

Garamond

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Hallo allerseits!

Ich bin neu hier und wende mich gleich mal mit einer allgemeinen Frage an das Forum:
Wie lange bewahrt das Jobcenter meine Unterlagen auf?

Ich frage deshalb, weil ich momentan in der Weiterbewilligung etwas festhänge: Den Weiterbewilligungsantrag habe ich längst eingereicht, auch alle Unterlagen, also Kontoauszüge und, weil ich selbstänig bin, die Unterlage EKS. Es gab zwei Änderungen, die ich angegeben habe.

Dann kam eine Aufforderung zur Mitwirkung, dass ich alle Unterlagen der vergangenen sechs Monate - Kontoauszüge, Rechnungen über Einnahme und Ausgaben und auch eine so genante Glaubhaftmachung dieser Unterlagen einreichen soll. Das habe ich dann ebenfalls gemacht. Bloß wollte das Amt auch die Kontoauszüge für den kompletten Oktober, obwohl der Oktober noch gar nicht abgeschlossen war. Ich sollte also bis zum 30. Oktober (und der hat 31 Tage) alle Auszüge einreichen. Außerdem stellt die meine Bank immer erst ein paar Tage später zur Verfügung, die Auszüge für Oktober zum Beispiel in er ersten oder zweiten Novemberwoche. Ich habe dann ales an Unterlagen eingereicht bis auf die Auszüge der letzten Oktobertage, die ich noch gar nicht haben konnte. Darauf habe ich hingewiesen und auch mitgeteilt, dass ich die dann eben nachreiche. Daraufhin kam eine Erinnerung an die Mitwirkung mit einer neuen Frist.

Aber wenigstens wurden mir dann zumindest für einen Monat, den November, schon einmal Leistungen bewilligt. Allerdings wurden mir ohne Angabe von Gründen die Heizkosten gestrichen. In der Bewillung forderte das Amt dann auch, dass ich umgehend die abschließende EKS für die vorangegangenen Monate einreiche. Das ist ungewöhnlich, meist wollte das Amt derlei mit einer sehr langen Frist.

Ich habe jetzt die fehlenden Unterlagen, also die Kontoauszüge für Oktober, die jetzt vorliegen sowie die ausgefüllte abschließende EKS mit allen Unterlagen eingereicht. Auch habe ich noch einmal die Abrechnung meines Gasanbieters - ist eine Gasheizung - vom vergangenen Jahr eingereicht, eben weil ja die Heizkosten plötzlch gestrichen wurden und aus der Unterlage die laufenden Abschläge hervorgehen. Bloß hat die das Jobcenter eigentlich noch vom vergangenen Jahr.

In der Zwischenzeit kam dann ein Brief von der Leistungsstelle, dass die Unterlagen eingegangen sein, aber eben nicht ausreichen würde. Das war natürlich erwartbar, die Unterlagen komplett auch für Oktober einzureichen war ja auch völlig unmöglich.

Ach habe ich kommentarlos vom Amt noch einen weiteren Weiterbewilligungsantrag zugesandt bekommen, warum auch immer.

In der Vergangenheit war es bei einer Gelegenheit mal so, dass das Amt auch bei einer Weiterbewilligung erst nur für einen Monat bewilligt hat - sowieso alles vorläufig, da abschließend wegen der Selbständigkeit immer erst hinterher bewilligt wird. Später wurde die Bewilliung für diesen einen Monat dann aufgehoben und durch eine für die vollen sechs Monate, die bei Selbständigen üblich sind, ersetzt.

Ich könnte mir vorstellen, dass das auch diesmal so läuft - könnte aber auch sein, es kommt ganz anders.

Jetzt frage ich mich, ob es sein kann, dass das Amt die Unterlagen, die ich zunächst eingereicht hatte schon weggeworfen hat. Ich habe mit den jetzt noch eingereichten Kontoauszügen und auch der Gasanbieterabrechnung natürlich auch einen Brief geschrieben und umfassend erläutert, welche Unterlagen ich jetzt einreiche und das damit wirklich alles komplett ist, eben auch die abschließende EKS noch eingereicht, die die so fix haben wollten und außerdem darum freundlich gebeten, doch meinen Weiterbewilligungsantrag nun für den gesamten Zeitraum, der in er vorläufigen EKS für die Zukunft genannt wird, zu bearbeiten.

Nun fürchte ich aber, da die Unterlagen ja auch wegen der Aufforderung zur Mitwirung stückweise kamen und kommen mussten weiterhin unvollständig sind, weil das Amt die zunächst eingereichten, die ja noch gar nicht vollständig sein konnten, schon wieder entsorgt hat. Dasselbe befürchte ich bei meinem Weiterbewilligungsantrag. Dem wurde zwar bis auf die Heizkosten entsprochen, aber eben nur für einen Monat. Und ob es wieder so läuft wie schon zuvor einmal, also dass dann eine Aufhebung für den einen Monat und die Bewilligung für sechs Monate folgt, dessen kann ich mir natürlich nicht sicher sein.

Ich habe gesehen, dass es Weisungen aus früheren Jahren für Bayern gibt, dass die Unterlagen bis zu zehn Jahre, normalerweise für fünf Jahre, aufbewahrt werden. In den Schreiben des Jobcenters zur Mitwirkung steht aber drin, dass "die eingereichten Unterlagen nach einer kurzen Aufbewahrungszeit endgültig vernichtet" werden. Was ist also eine kurze Aufbewahrungszeit? Hat ein Sachbearbeiter da Spielraum, wenn er die Bewilligung verzögern will?

Jetzt ist dieser Post doch wieder so lange geworden, dabei war die Frage so simpel.

Für mich ist das gerade alles belasten, ich fühle mich ziemlich lahmgelegt - auch weil die Leistungsabteilung nicht auf Rückrufbitten reagiert oder zumindest nicht im angegenbene Zeitfenster und auch nicht angibt, welche Unterlagen Ihnen noch fehlen. Ich bin zwar sicher, dass ich wirklich alles eingereicht habe. Aber es gibt eben auch laufende Kosten, bei denen ich monatlich einfach keine Rechnung bekomme, sondern der Betrag wie bei der Heizung einfach einmal jährlich festgesetzt wird. Die liegen dem Jobcenter natürlich alle vor und sind, wenn es keine Veränderung gab, im Rahmen einer Weiterbewilligung normalerweise ja auch nicht nochmal einzureichen.

Jetzt habe ich etwas Angst, dass sich der Sachbearbeiter irgendwie querstellt. Er hat jetzt zwar wirklich alles vorliegen und ich habe ihm das wirklich auch sehr sortiert und ausführlich erklärt alles geschickt. Aber wenn der jetzt einfach wieder behauptet, im fehle eine Unterlage ohne zu sagen, welche? Was mache ich dann?

Viele Grüße,

Garamond
 

Curt The Cat

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Aufbewahrungsfristen von eingereichten Unterlagen?
 

NeoCortex

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Hallo Garamond,

auch ich bin selbständig in der KSK plus ALG2 und kenne diese Art der Mitwirkungsaufforderungen und vorläufigen Bewilligungen nur zu gut. Es werden 50 – 80 Belege pro Halbjahr anfordert und die Betriebskosten zum Teil anerkannt.

Dass Unterlagen verschwinden oder nicht richtig gelesen werden, kommt beim besten Amt vor. Früher habe ich alle Belege persönlich im Jobcenter abstempeln lassen. Das hat sich schon bezahlt gemacht! Zur Zeit reiche ich alle Dokumente über elektronisches Fax ein, damit ich einen Nachweis darüber habe.

Viel Glück!
 

Kerstin_K

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Ich habe gesehen, dass es Weisungen aus früheren Jahren für Bayern gibt, dass die Unterlagen bis zu zehn Jahre, normalerweise für fünf Jahre, aufbewahrt werden. In den Schreiben des Jobcenters zur Mitwirkung steht aber drin, dass "die eingereichten Unterlagen nach einer kurzen Aufbewahrungszeit endgültig vernichtet" werden. Was ist also eine kurze Aufbewahrungszeit? Hat ein Sachbearbeiter da Spielraum, wenn er die Bewilligung verzögern will?
Das bezieht sich darauf, dass die Unterlagen für die E-Akte gescannt werden und die Originale dann vernichtet.
 

Garamond

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Das bezieht sich darauf, dass die Unterlagen für die E-Akte gescannt werden und die Originale dann vernichtet.
Aha. Danke für den Hinweis. Bleibt noch die Frage, weshalb ich - nicht nur bei dieser Gelegenheit, sondern immer wieder mal - aufgefordert werde, Unterlagen erneut einzureichen.

Denn immer mal wieder wollen sie auch Unterlagen, die es nicht oder noch nicht gibt. In diesem Fall ist es ein Kontoauszug aus der Zukunft. In einem früheren Fall waren es Unterlagen von einem ehemaligen Arbeitgeber, bei dem ich seit Jahren nicht mehr tätig war, von dem das Jobcenter aber plötzlich behauptete, ich sei dort noch immer tätig und möge bitte die aktuellen Unterlagen einreichen - und das immer wieder, selbst nachdem mein ehemaliger Arbeitgeber denen schriftlich bestätigt hatte, dass ich dort seit Jahren nicht mehr arbeitete.


Hi @NeoCortex,

schön zu wissen, dass ich mit meinem Schicksal nicht allein bin. Bei mir wollten sie in der Vergangenheit immer nur die abschließende EKS und alle Kontoauszüge. Rechnungen oder Gutschriften, die meine Einnahmen zusätzlich belegen, wollten sie bislang nicht. Das war jetzt das erste Mal - und das in einer Zeit, in der ich wegen Corona so wenig wie sonst nie zu tun hatte. Da hatte ich also vielleicht sogar noch Glück.

Ich habe ja auch Verständnis dafür, dass die Fehler machen, Dinge verschlampen und so weiter. Aber ich habe leider auch die Erfahrung gemacht, dass es manchmal fast nichts anderes als Schikane sein kann. In meinem Beitrag weiter oben, den ich auf einen Post von Kerstin_K geschrieben habe, schildere ich das kurz. Mr haben sie mal unterstellt, ich würde noch in einem Job in einer anderen Stadt arbeiten, den ich schon seit Jahren nicht mehr hatte und dann wollten sie Unterlagen von mir, die belegen, dass ich dort eben aktuell arbeite. Völlig gaga, wenn du mich fragst. Ich habe dann alle Unterlagen des längst beendeten Arbeitsverhältnisses wieder und wieder einreichen müssen. Selbst nachdem mein ehemaliger Arbeitgeber denen zusätzlich noch ein Fax vom Geschäftsführer geschickt hatte, der das alles nochmal bestätigt hat, haben die keine Ruhe gegeben. Es zog sich über ein Jahr hin, immer wieder wurde mir das ALG-II zeitweise versagt. Am Ende haben sie es dann gelassen, mir aber gedroht, dass sie es immer wieder tun könnten - wortwörtlich. Das hat nichts mehr damit zu tun, dass jemand mal einen Fehler macht oder etwas übersieht.

Mit dem Abstempeln habe ich auch gute Erfahrungen gemacht, obwohl da der Sachbearbeiter auch irgendein Datum draufstempeln kann. Ich bringe die Unterlagen meist selbst vorbei, fahre also zum Jobcenter und schmeiße den Umschlag dort in den Briefkasten. Dann kann wenigstens auf dem Postweg nichts verloren gehen und das Ticket für die ÖPNV kostet in etwa soviel wie das Porto für ein Einschreiben.Oder ich schicke alles per Einschreben mit Sendungsnachverfolgung. Seitdem ich das mache - entweder persönlich vorbeibringen oder vor Ort selbst einwerfen oder per Einschreiben senden - , geht erstaunlicherweise weniger beim Amt verloren.

Leider werden mir meine Betriebskosten so gut wie nie anerkannt. Irgendeinen Grund, die abzulehnen, gab es bislang immer. Allerdings war ich da auch bislang wenig hartnäckig, denn ich war immer froh, dass ich überhaupt Unterstützung bekommen habe.

Viele Grüße,

Garamond
 

NeoCortex

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Hi Garamond,

das Schicksal der Solo-Selbständigen teilen viele und es ist wirklich gut, hier davon lesen zu können.

Gefordert wurden von mir Abrechnungen für Energiekosten aus der Zukunft, Verdienstbescheinigungen aus der Vorzeit (vor Beginn des Arbeitsverhältnisses),
Telefonrechnungen, welche seit Jahren unverändert den gleichen Betrag ausweisen und sogar einzelne Fahrscheine mit Erläuterungen, wohin und zu welchem Zweck diese Fahrt unternommen wurde (wobei Fahrten zum Jobcenter mit dem Zweck, angeforderte Belege einzureichen, nicht als Kosten anerkannt wurden).

Gaga ist gar kein Ausdruck!
Die Verwaltungskosten im Jobcenter sind doppelt so hoch wie die gewährte Hilfe zum Lebensunterhalt – jetzt weißt Du, warum.

Immer wenn ich einen Beleg einreichen soll, auf dem schon der Eingangsstempel prangt, kann ich mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen.

Gott grüß die Kunst!
 
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Kerstin_K

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Bleibt noch die Frage, weshalb ich - nicht nur bei dieser Gelegenheit, sondern immer wieder mal - aufgefordert werde, Unterlagen erneut einzureichen.

Denn immer mal wieder wollen sie auch Unterlagen, die es nicht oder noch nicht gibt. In diesem Fall ist es ein Kontoauszug aus der Zukunft. In einem früheren Fall waren es Unterlagen von einem ehemaligen Arbeitgeber, bei dem ich seit Jahren nicht mehr tätig war, von dem das Jobcenter aber plötzlich behauptete, ich sei dort noch immer tätig und möge bitte die aktuellen Unterlagen einreichen - und das immer wieder, selbst nachdem mein ehemaliger Arbeitgeber denen schriftlich bestätigt hatte, dass ich dort seit Jahren nicht mehr arbeitete.
DAs übliche Chaos in vielen Jobcentern. Da hilft nur, ales, aber auch wirklich allesbelegbar einreichen. Und wenn dann etwas angeblich nihct da ist, würe ich den DAteschutzbeauftragten einschalten. Es kann ja nicht sein, dass deine sensiblen Daten da irgendwo rumfliegen und es keine Kontrolle gibt, in wessen Hände ie gelangen können. Oft sind die SBs aber such schlicht zu faul, in die Akte zu schauen.
Mit dem Abstempeln habe ich auch gute Erfahrungen gemacht, obwohl da der Sachbearbeiter auch irgendein Datum draufstempeln kann.
Das sieht man aber doch, wenn da mit einem falschen Datum gestempelt wird? Das würde ich dann umgehend reklamieren.
ch bringe die Unterlagen meist selbst vorbei, fahre also zum Jobcenter und schmeiße den Umschlag dort in den Briefkasten.
So hast du aber keinen Nachweis, dass du etwas eingereicht hast.

Am sichersten ist es wirklich, zu faxen. Notfalls jede Seite einzeln. Mit einem Sendebericht, auf dem mindestens ein Teil der gefaxten Seite zu sehen ist, has du do einen lückenlosen Nachweis.
 

Garamond

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Und wenn dann etwas angeblich nihct da ist, würe ich den DAteschutzbeauftragten einschalten. Es kann ja nicht sein, dass deine sensiblen Daten da irgendwo rumfliegen und es keine Kontrolle gibt, in wessen Hände ie gelangen können. Oft sind die SBs aber such schlicht zu faul, in die Akte zu schauen.
Mir war nicht einmal klar, dass es dort einen Datenschutzbeauftragten gibt. Ich habe oft gedacht, dass es nicht sein kann, dass die meine Unterlagen verschlampen, gerade weil es um private Daten geht. Und das die Sachbearbeiter einen schon anpöbeln, wenn man nur um ein bestimmtes Formular bittet und sie dazu aufstehen und ins Nebenzimmer gehen müssen, das kenne ich auch. Mal schauen, wie es weitergeht.

Ein Faxgerät habe ich leider nicht. Ich habe aber gute Erfahrungen mit Einwurfeinschreiben gemacht. Und wenn ich selber die Briefe dort einwerfe erstaunlicherweise auch, anders als beim normalen Postversand. Immerhin kann ich dann sagen, dass ich den Umschlag mit den Dokumenten dann und dann persönlich in den Jobcenter-Briefkasten geworfen habe. Das ist vielleicht eine stärkere Position, als man so denken würde.

Gaga ist gar kein Ausdruck!
Die Verwaltungskosten im Jobcenter sind doppelt so hoch wie die gewährte Hilfe zum Lebensunterhalt – jetzt weißt Du, warum.
Ja, da hast du recht. Gaga ist echt noch zu nett. Besonders schlimm finde ich, dass es trotz der hohen Verwaltungskosten immer wieder zu Bescheiden kommt, die die Mitwirkung unmöglich machen, eben weil Unterlagen gefordert werden, die nachweislich nicht existieren oder noch nicht existieren können. Was auch jedes Kind sehe und verstehen würde.

Wenn die wenigstens die Anträge bearbeiten würden! Jedenfalls kommt es mir so vor, als wäre das oben geschilderte eine Masche, die Bearbeitung zu vertagen.

Genauso, wie ich denke, dass zum Beispiel das grundlose Streichen von Heizkosten - wie bei mir aktuell ja auch geschehen - Niedertracht ist, angesichst aller vorliegenden Unterlagen: Die haben nicht nur die Abrechnungen mit meinem Versorger über den Verbrauch und die Aufstellung der anfallenden Abschläge, sondern auch alle Kontoauszüge, aus denen hervorgeht, dass der Abschlag monatlich von meinem Konto abgeht, außerdem noch die Wartungsrechnungen für die Gastherme, die jährlichen Nebenkostenabrechnungen meines Vermieters und natürlich den Mietvertrag. Mehr Unterlagen gibt es dazu nicht. In früheren Zeiträumen wurden die Heizkosten zudem anerkannt, also bis zum November eben.

Außerdem hatte ich schon vor einer ganzen Weile gebeten zu prüfen, ob die Wartungskosten für die Therme teilweise übernommen werden können. Da kam auch einfach nur ein Schreiben zurück, dass ich die Unterlagen nochmal einreichen soll. Sie seien unleserlich. Ich hatte ein hochauflösendes Foto von der Abrechnung gemacht und ausgedruckt. Trotzdem habe ich die Unterlagen nochmal eingereicht, dann eben als normale Kopie. Darauf gab es bislang keine Reaktion. Inzwischen ist schon die nächste Wartung, die einmal jährlich stattfindet, durch, nämlich vor ein paar Tagen.

Wie kann man bei so einer Aktenlage die Heizkosten übersehen?
 

Stauer

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Was ist also eine kurze Aufbewahrungszeit? Hat ein Sachbearbeiter da Spielraum, wenn er die Bewilligung verzögern will?
Die Aufbewahrungszeit beträgt 14 Tage.
Ein SB hat leider viele Möglichkeiten, eine Bewilligung zu verzögern. Ich hatte das Vergnügen der Mitwirkungspflicht 5x hintereinander. Bis mir der Kragen geplatzt ist. Seit dem nur nachweislich, per Einschreiben mit Rückschein oder persöhnliche Abgabe gegen Empfangsbestätigung und siehe da: Wollen wir nicht bekommen haben, ist nicht mehr.
 

Garamond

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Faxen kann man online. Bei einem Einschreiben kann man nicht belegen, was im Umschlag war.
Ich kann mich ja mal mit Online-Fax-Services auseinandersetzen.

Zum Einschreiben: Wenn du einen Brief dazu schreibst, in dem du die Anlagen nennst, dann kann die Gegenseite aber auch nicht beweisen, dass du den Kram nicht eingereicht hast.

Und das ganze unterstellt - was ich ja verstehe - das das Jobcenter alle eingereichten Unterlagen quasi routinemäßig wegwirft oder unterschlägt, die nicht gefaxt wurden. Das wäre, wenn es stimmt, ein Riesenskandal und zudem strafbar.

Man kann das für sich mal durchspielen. Angenommen, das Amt leugnet, dass der Brief angekommen ist samt Unterlagen oder behauptet, die Unterlagen seien gar nicht dabei gewesen:
- Die Eingangsbestätigung beim Einschreiben belegt, dass immerhin irgend etwas eingegangen ist. Was war es denn dann?
- Der Brief gibt zumindest einen Hinweis darauf, dass es Anlagen gab, also die geforderten Unterlagen dabei waren. Wieso sollte ich da lügen, da das Einreichen der Unterlagen in meinem Interesse ist?
- Wird die Unterstützung trotz eingereichten Unterlagen verweigert, ist das sozialrechtlich problematisch, also gesetzeswidrig.
- Der Beamte verstößt gegen seinen Eid, den er auf die Landesverfassung abgelegt hat.
- Der Staat verstößt gegen seine Fürsorgepflicht für den Bürger.
- Geht es vor Gericht, wäre die Behauptung, die Unterlagen wären gar nicht dabei gewesen unter Umständen eine Irreführung der Justiz, jedenfalls eine Falschaussage. Das müsste also erstmal jemand bringen/riskieren.
- Datenschutzrechtlich ist das ganze nochmal eine Sache für sich, auch abhängig von den Unterlagen, um die es geht.
- Es besteht auch die Möglichkeit, als weiteren Beleg beim Anfertigen des Umschlags Fotos anzufertigen oder Kopien von den einegereichten Unterlagen zu machen oder einen Zeugen dabeizuhaben, wenn die Unterlagen eingeworfen oder bei der Post aufgegeben werden.


Ist schon klar, ein Fax macht diese ganzen Überlegungen tendenziell überflüssig und kostet auch nicht so irre viel. Aber ich habe auch schon erlebt, dass das Leugnen selbst dann weitergeht, wenn Unterlagen per Fax eingereicht werden.
 
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Garamond

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Wenn du als Router eine Fritzbox hast, ist es möglich, darüber Fax zu versenden. Bei anderen Routern soll dies wohl auch möglich sein. Schau dazu bitte mal in das Handbuch deines Routers.
Stimmt, das wäre eine Möglichkeit. Eine Fritzbox ist der Router nicht, aber ich schaue mir das mal an. Habe schon nach Faxsoftware geschaut. Kostet aber immerhin ein paar Cent pro Seite, das Online-Faxen. Ich werde schon einen Weg finden. Momentan warte ich ja ohnehin ab, ob das Amt die eingereichten Unterlagen jetzt akzeptiert und meinen Antrag für die vollen sechs Monate bearbeitet und auch bei den Heizkosten nachbessert. Sonst muss ich schauen, wie die reagieren und ob ich gegen den akutellen Bescheid Widerspruch einlege.

Danke auf jeden Fall für deine Unterstützung. Vielleicht lässt sich mit dem Einreichen per Fax in der Zukunft ja wirklich solcherlei Stress vermeiden. Das wäre es mir wert. Aber es wirft kein gutes Licht auf die Sachbearbeiter.

Das Problem ist, dass du als Absender in der Beweispflicht bist.
Ich finde, ein Einschreiben und der Brief samt Anlagen in Kopie kommen da einem Beweis sehr nahe.
Juristisch überblicke ich das aber auch nicht komplett. Aber ich denke, Faxgeräte verplichtend für alle Arbeitslosen zu machen, kann irgendwie nicht die Lösung sein - denn das wäre ja die Konsequenz, wenn alles andere quasi juristisch nicht anerkannt wird.

Und da ich die Unterlagen ja eingereicht habe, teils mehrfach, und weiß, dass sie dort eingegangen sind, ist das Problem eigentlich nicht eine etwaige Beweispflicht, sondern das Verhalten des Amtes.

Aber ich verstehe deine Argumentation da und sträube mich ja auch nicht dagegen, sondern werde mich damit mal mehr auseinandersetzen.

Was ist eigentlich mit E-Mails? Mir wurde gesagt, das ginge mittlerweile auch. Ich habe das nur deshalb nicht genutzt, weil ich dann noch weniger weiß, wer meine teils ja privaten Daten alles in die Finger bekommt. Außerdem reiche ich sie dann ja gleich digital ein, was es noch einfacher macht, damit missbräuchlich umzugehen. Und gerade an der Stelle habe ich echt schon miserable Erfahrunge mit den Ämtern gemacht.
 

Stauer

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Ist schon klar, ein Fax macht diese ganzen Überlegungen tendenziell überflüssig und kostet auch nicht so irre viel.
Wenn Du Dir das ansiehst, achte bitte darauf, daß das Fax einen qualifizierten Sendebericht hat. 7 Cents, pro Seite, wären mir egal, wenn ich damit meine Beweislast bedienen kann.
Ein Antrag ist jetzt 12 Monate gültig.
Aber es wirft kein gutes Licht auf die Sachbearbeiter.
Sehr rücksichtsvoll. Nehmen die auch Rücksicht auf Dich?
 

akaKnut

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Ich finde, ein Einschreiben und der Brief samt Anlagen in Kopie kommen da einem Beweis sehr nahe.

Der Nachweis, ob ein Schreiben den Empfänger erreicht hat, liegt im Zweifel nur bei dir. In aller Regel dürften Einschreiben zwar ihr Ziel erreichen, aber nachweisbar ist auch das nicht.
Gibt noch eine Möglichkeit: In jeder Gemeinde dürfte es ein Bürgerbüro geben. Ist meist im Rathaus, dort, wo auch sonstiges "Soziales" erledigt wird, Wohn-/Kindergeld, Rundfunkbefreiung etc.
Dort kannst du auch deine Schreiben ans Amt einreichen, im Zuge der Amtshilfe müssen die das weiterleiten. Hat den Vorteil, dass man dort eine Eingangsbestätigung bekommt und Kosten entstehen auch nicht.
 

Garamond

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Dort kannst du auch deine Schreiben ans Amt einreichen, im Zuge der Amtshilfe müssen die das weiterleiten. Hat den Vorteil, dass man dort eine Eingangsbestätigung bekommt und Kosten entstehen auch nicht.
Dieser Weg war mir noch gar nicht bekannt. Danke für den Hinweis. Insgesamt gibt es also viele verschiedene Wege, möglichst sicher Unterlagen einzureichen, wobei ein Fax wohl letztlich der beste, weil pragmatische Weg ist.

Eine Eingangsbesätigung bekommt man beim Einschreiben im Übrigen schon. Da gibt es eine Sendungsnummer und die Post schickt einem, wenn man sich mit dieser Sendungsnummer registriert und eine Mailadresse angibt, dann eine Mail, wenn sich der Status der Sendung ändert. Das geht dann von Verteilzentrum bis zugestellt. Oder man bekommt, wenn man die Registrierung mit Mail nicht möchte, dann nach dem Eingeben der Sendungsnummer eine Seite zum Ausdrucken, aus der auch hervorgeht, dass die Sendung zugestellt wurde. Das ist bei Einwurfeinschreiben so, die ich benutze, weil sie etwas preiswerter sind. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Einschreiben zu senden, dass vom Empfänger quittiert werden muss. Dann kannst du dir mit der Sendungsnummer online bei der Post einen Einlieferungsbeleg ausdrucken, inklusive Unterschrift des Empfängers.

Nur die einzelnen Seiten, also Dokumente der Sendung, die werden natürlich nicht quittiert.

Wenn Du Dir das ansiehst, achte bitte darauf, daß das Fax einen qualifizierten Sendebericht hat. 7 Cents, pro Seite, wären mir egal, wenn ich damit meine Beweislast bedienen kann.
Ein Antrag ist jetzt 12 Monate gültig.
Sehr rücksichtsvoll. Nehmen die auch Rücksicht auf Dich?
Sieben Cent pro Seite ist auch das, was ich momentan auf dem Schirm habe und ich überlege mir das mal für die Zukunft. Im Zweifel spart es sogar Geld oder wird nicht arg viel teurer und erspart den Weg zu Post und zudem ist es etwas sicherer.

Ich bin ja selbständig, da wird eigentlich immer nur für sechs Monate bewilligt. Eine Bewilligung für zwölf Monate hatte ich jedenfalls noch nie.

Und das mit der Rücksicht: Ich kann auch nur versuchen, bei der ganzen Gängelei oder Schikane, auch bei Beschimpfungen und Fehlern, die die Sachbearbeiter machen, irgendwie menschlich zu bleiben. Ist ja deren Sache, keine Rücksicht zu nehmen und das bedeutet nicht, dass ich mich genauso verhalten muss, auch wenn die mich manchmal an den Rande des Wahnsinns treiben.
 

TazD

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Moderation:

@Garamond
Ich habe wiederholt deine Beiträge zusammengeführt und bitte dich, dich mal mit den Zitiergepflogenheiten hier im Forum zu befassen. Des Weiteren hier nochmals der Hinweis, dass du deine Beiträge eine Stunde (!) lang bearbeiten kannst. Bitte zukünftig diese Möglichkeit auch nutzen.

 

akaKnut

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Eine Eingangsbesätigung bekommt man beim Einschreiben im Übrigen schon.

Die Frage ist nicht, ob ein Schreiben zugeht, sondern welches Schreiben zugeht. Beim Einschreiben hast du den Nachweis, dass ein Umschlag zugestellt wurde, nicht, was drin steckt. Juristisch kann die Problematik der rechtsicheren Zustellung durchaus von Belang sein. Das soll auch nur der Vollständigkeithalber erwähnt sein, weil solche Winkelzüge übelwollenden SB zuzutrauen wären.
Mit Fax, bei dem ein Teil oder das ganze Schreiben im Sendeprotokoll enthalten ist, oder der Kopie beim Bürgerbüro solltest du jedenfalls auf der sicheren Seite sein.
 

Garamond

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Mit Fax, bei dem ein Teil oder das ganze Schreiben im Sendeprotokoll enthalten ist, oder der Kopie beim Bürgerbüro solltest du jedenfalls auf der sicheren Seite sein.
Ja, das habe ich mittlerweile verstanden, dass das ein Vorteil beim Faxen ist. Und den Hinweis mitdem Bürgerbüro werde ich im Hinterkopf behalten.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Ich habe wiederholt deine Beiträge zusammengeführt und bitte dich, dich mal mit den Zitiergepflogenheiten hier im Forum zu befassen. Des Weiteren hier nochmals der Hinweis, dass du deine Beiträge eine Stunde (!) lang bearbeiten kannst. Bitte zukünftig diese Möglichkeit auch nutzen.
Okay, danke für den Hinweis. Ich werde in Zukunft schauen, dass ich nicht so viele, einzelne Beiträge verfasse, wenn auch einer mit mehreren Zitaten geht.

@Kerstin_K Das die Mails so gar keine Beweiskraft haben denke ich nicht. Aber ich würde dann auch um eine Eingangsbestätigung bitten in der Mail mit den Unterlagen. Das hat bei mir in der Vergangenheit bei Nachweisen von Eigenbemühungen, die ich meiner Arbeitsvermittlerin per Mail geschickt hatte, schon geklappt. Ist aber auch das erste Mal gewesen und ich hatte sie vorher gefragt, ob ich die Nachweise per Mail schcken darf und sie jeweils gebeten, den Eingang zu bestätigen.
 
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