Wie könnte neuer Lebensentwurf mit möglichst wenig abhängiger Lohnversklavung aussehen? (ohne Unterstützung von Ämtern)

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Hallo,

da ich schon längere Zeit, aber speziell noch einmal in der aktuellen Corona-Phase meinen "vor Kranken-/ALG1"-Lebensentwurf in Frage stelle, wollte ich mich einmal an euch wenden um ein paar Ideen zu diskutieren. Und zwar habe ich zuletzt als angestellter Ingenieur gearbeitet (Vertrag=40h, real häufiger=45-50h) und mein Leben bestand eigentlich bloß aus dem Wochenende. Damals habe ich das nicht groß hinterfragt, da mir die Arbeit auch viel Spaß gemacht hat.
Durch die zurückliegende Zeit in der ich mich zwar auch um andere Themen (Gesundheit, Arbeitssuche usw.) kümmern musste, habe ich trotzdem festgestellt das ich nicht mehr in die Vollzeit-Lohnversklavung eintreten will, auch wenn die Industrie als eine der wenigen Branchen bei Direktanstellung zumindestens noch angemessen bezahlt.

Daher habe ich mir einmal Gedanken gemacht und mir sind folgende Dinge in den Kopf gekommen, die ich evtl. umsetzen möchte:
1. Teilzeit-Stelle (ideal=20-24h/Woche), um Krankenversicherung abzudecken und gegen Krankheit/Arbeitslosigkeit noch einigermaßen abgesichert zu sein.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen wird dies in der Industrie in meinem vorherigen Beruf als kinderloser Mann nur schwer umzusetzen sein, die meisten Firmen sind da einfach noch zu fixiert auf Vollzeit und sehen Gleitzeit als ausreichende Flexibilisierung an. Vielleicht tut sich da durch die Entlassungen in nächster Zeit mal etwas (Stichwort: 4-Tage-Woche).
2. Evtl. zusätzlich Minijob (Vorteil: steuerfrei), in einem Bereich der mir Spaß macht und Abwechslung bringt z.B. zur PC-Arbeit bei der Teilzeit-Stelle. Hatte da bspw. schon einmal Kontakt mit einer Oldtimer-Vermietung und würde dort fahren und kleinere Reparaturen/Wartung erledigen.
3. Alternativ Anmeldung eines Kleingewerbes und Durchführung von Schulungen für Bildungsträger im technischen Bereich auf Honorarbasis.
4. Mit noch vorhandenen Rücklagen schrittweise Erfahrungen an der Börse sammeln und mit vorsichtiger Herangehensweise eine passive Einnahmensquelle aufbauen.

Parallel zu den eigenen monatlichen Einnahmequellen Unterstützung durch wohlhabende Verwandte ohne eigenen Nachwuchs:
10. Monatliche Unterstützung (z.B. 2x 200-300€)
11. Wohnung die nur für 3 Monate im Jahr bewohnt ist, in den anderen 9 Monaten mietfrei nutzen. Nebenkosten werden natürlich von mir bezahlt und ich erledige möglichst viele Reparaturen usw., sodass sie sich in den 3 Monaten im Idealfall um nichts kümmern müssen.

Ergänzung:
Hatte noch 2 Dinge bzgl. des Wohnens im ursprünglichen Beitrag vergessen:
20. Gründung einer 3er-WG: 3 große Wohn-/Schlafzimmer (je 25-30m²), gemeinsame Küche mit Essplatz und 1-2x Bad
21. Einzug in eine Einliegerwohnung bei Senioren. Als Gegenleistung dann Erledigung von Gartenarbeiten, Reparaturen, Einkäufen usw.

Jetzt bin ich gespannt was ihr dazu sagt und ob ihr auch noch andere Vorschläge habt oder Beispiele wie ihr euer Leben gestaltet?

Gruß
 
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Lucky Luke

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Parallel zu den eigenen monatlichen Einnahmequellen Unterstützung durch wohlhabende Verwandte ohne eigenen Nachwuchs:
Diese Variante gefällt mir am Besten👍👍👍

Gibt's da irgendwo einen Vermittlungsservice, wo man sich bzgl. "wohlhabender Verwandtschaft" als Adoptionswilliger /zu Adoptierender anmelden kann?!?🤔

Daher habe ich mir einmal Gedanken gemacht und mir sind folgende Dinge in den Kopf gekommen, die ich evtl. umsetzen möchte:

Viel Glück bei allem...🤣
 

Lelek

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Nummer 1, und nebenbei Kunden für Nummer 3 akquirieren.
 

franzi

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Wenn du dann 2 Jobs parallel hast, stelle ich mir das auch durchaus stressig vor.
Kann ja mal sein, dass du in dem einen länger arbeiten musst und das sich zeitlich mit dem anderen nicht organisieren lässt.
Kann z. B. eintreten, wenn die 2 Jobs an unterschiedlichen Orten liegen und dann noch Fahrzeit hinzu kommt.
Du fährst also morgens von zuhause zum Job A, dann weiter zu Job B und abends wieder heim.
Dadurch könnten sich auch die Fahrtkosten deutlich erhöhen.
Außerdem kommst du abends noch später nach Hause, als ob du in einem Vollzeitjob Überstunden gemacht hättest.

Anstatt mit einem Kleingewerbe herumzuwursteln, wäre doch mal der Gedanke eine Überlegung wert, ob du dich nicht selbstständig machen willst, vielleicht zusammen mit einem Partner oder in einer kleinen Firma mit einsteigst und dort deine Erfahrungen einbringst.
Später könntest du dort zweiter Geschäftsführer werden etc.

Bei Bildungsträgern landen viele Dozenten, die vorher mal irgendwas studiert haben und im Notenschnitt nicht so doll waren oder Leute, die früher in großen Unternehmen tätig waren und gekündigt wurden. Da herrscht bestimmt auch eine große Nachfrage nach diesen Stellen.
 

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Gibt's da irgendwo einen Vermittlungsservice, wo man sich bzgl. "wohlhabender Verwandtschaft" als Adoptionswilliger /zu Adoptierender anmelden kann?!?🤔
Das Ganze hört sich, zumindestens bei mir in der Familie, leichter an als es ist. Obwohl sonst kein Erbberechtigter in der Familie vorhanden, ist es teilweise nahe dem Weltuntergang wenn man ein Teil seines Vermögens bereits verteilt solange man noch lebt und der Nachfahre auch etwas davon hat.

Nummer 1, und nebenbei Kunden für Nummer 3 akquirieren.
Kurze Nachfrage, warum würdest du 3. gegenüber 2. bevorzugen?
 

FriedrichShulze

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Teilzeit ist gut wenn man es so wie ich zuletzt hatte das ich nur an 4 Tagen die Woche arbeiten musste.
Der Montag war immer frei.
Konnte alles mögliche an diesem Tag erledigen und mich auch um meine Firma kümmern.
 

Lucky Luke

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Das Ganze hört sich, zumindestens bei mir in der Familie, leichter an als es ist.
Ja eben - das dürfte nicht nur bei dir so sein und deshalb würde ich an deiner Stelle Option 10 und 11 ganz schnell ins Reich der Fantasie verbannen...

Wenn du gesundheitlich nicht gut aufgestellt bist wäre Option 1 eigentlich am sinnvollsten. Wobei du sicherlich recht hast, dass das in unserer "Arbeitsgesellschaft" bei einem Mann in den 40ern bei Arbeitgebern etwas seltsam rüberkommen könnte (leider...) und u.U. deshalb schwierig zu realisieren sein wird. Ganz abgesehen davon, ob das Entgelt für dich auskömmlich wäre.

Zusätzlich dann noch Option 2 oder 3 - würde dich ziemlich sicher, so wie auch @franzi bereits schrieb, wieder unter extremen Zeitdruck bringen - ob die Kosten-/Nutzen-Rechnung da aufgehen würde? Sehr fraglich.

Und Option 4 - nun ja, für mich wäre das nichts.... Wie heisst es so schön: sowas NUR mit "Spielgeld" machen, will sagen, mit Geld welches du nicht unbedingt benötigst, wenns's weg ist, ist es weg...

Btw: ich vermisse Option. 5 - 9? Oder hast du die für dich bereits "gestrichen"?!
 

Tripod

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Seltsame Fragen, aber vielleicht wäre die Antwort....
- Adoption durch eine Reiche Dame, die ab und zu ihren Rohrstock ausprobieren mag und ansonsten dafür sorgt, das meine Zelle gut gelüftet und warm genug ist und einen zusammen mit den Möpsen zwei mal täglich anständig mit essbarem versorgt?
- Fünf Jahre hart Arbeiten im Ausland (mit anständiger Auslöse und tierisch Spesen), anschließend fünf Jahre Selbstfindung, dann noch mal fünf Jahre Selbstfindung in einer grenzwertigen Selbständigkeit und dann gaaaaanz langsam auslaufen lassen??
- Fünf Jahre Straße, anschließend fünf Jahre Resozialisierung, fünf Jahre Lohnarbeit ohne Anspruch, anschließend Rente und rumlungern im Park.... ???
Alternativen scheint es zu geben, die Auswahlprobleme scheinen die größeren...
 

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Wenn du dann 2 Jobs parallel hast, stelle ich mir das auch durchaus stressig vor. ...

Anstatt mit einem Kleingewerbe herumzuwursteln, wäre doch mal der Gedanke eine Überlegung wert, ob du dich nicht selbstständig machen willst, vielleicht zusammen mit einem Partner oder in einer kleinen Firma mit einsteigst und dort deine Erfahrungen einbringst.
Später könntest du dort zweiter Geschäftsführer werden etc.

Bei Bildungsträgern landen viele Dozenten, die vorher mal irgendwas studiert haben und im Notenschnitt nicht so doll waren oder Leute, die früher in großen Unternehmen tätig waren und gekündigt wurden. Da herrscht bestimmt auch eine große Nachfrage nach diesen Stellen.
Das war auch eine Sorge, dass es mit mehr als einem Job auch wieder stressiger werden könnte. Ich bin halt auch etwas geschädigt durch die Entsorgung beim letzten AG und das mir bewusst wurde wie abhängig man doch davon ist bzw. wie schnell das gehen kann.

Den Gedanken hatte ich auch schon mal und habe auch Grüundungsseminar/-beratung besucht, allerdings war ich damals noch gesundheitlich deutlich fitter als heute. Daher war bei mir die komplette Selbstständigkeit keine Option, da Absicherung z.B. im Krankheitsfall sehr teuer im Vergleich zu angestellter Arbeit. Ansonsten hört sich dein Gedanke schon verlockend an, aber ich weiß nicht ob ich mich dort wirklich in dem zeitlichen Rahmen einbringen kann, der mich nicht wieder in die Krankheit führt? Es heißt ja nicht umsonst selbst- und ständig ;)

Danke schon mal für die Info, ich hatte damit bisher noch keinen wirklichen Kontakt. Wenn ich Schulungen hatte, dann immer bei irgendwelchen Herstellern. Dort war es allerdings meinem Eindruck nach eher so, dass gerade Leute die es auch etwas geregelter haben wollten, aber auch entsprechendes Wissen/Erfahrung mitbringen eingesetzt werden.
Das wäre mir auch deutlich lieber als ein Bildungsträger, aber an solche Stellen kommt man fast nur intern ran.
Hast du deine Aussage bzgl. der großen Nachfrage auf angestellte Dozenten oder Selbstständige bezogen? Wenn die "Entsorgten" das nicht nur nebenher machen wollen, dann macht es bei deren miesen Stundensätzen eigentlich nur als Angestellter Sinn.
 

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Teilzeit ist gut wenn man es so wie ich zuletzt hatte das ich nur an 4 Tagen die Woche arbeiten musste.
Der Montag war immer frei.
Konnte alles mögliche an diesem Tag erledigen und mich auch um meine Firma kümmern.
Ich habe auch mal ein paar Monate 3 Tage die Woche gearbeitet, parallel zum Gründungsversuch. Leider hat die Firma dann nach gut einem halben Jahr gesagt, entweder wieder Vollzeitversklavung oder der befristete Vertrag (1 Jahr) wird nicht verlängert.
Als Dank dafür, dass ich voller Freude zugestimmt habe, wurde ich dann auch noch eine Lohngruppe herunter gestuft (y)

Wenn du gesundheitlich nicht gut aufgestellt bist wäre Option 1 eigentlich am sinnvollsten. Wobei du sicherlich recht hast, dass das in unserer "Arbeitsgesellschaft" bei einem Mann in den 40ern bei Arbeitgebern etwas seltsam rüberkommen könnte (leider...) und u.U. deshalb schwierig zu realisieren sein wird. Ganz abgesehen davon, ob das Entgelt für dich auskömmlich wäre.
...
Btw: ich vermisse Option. 5 - 9? Oder hast du die für dich bereits "gestrichen"?!
Bezüglich des Entgelts könnte ich mich damit arrangieren durch z.B. Umzug in etwas kleinere Wohnung. Ansonsten kam ich mit dem ALG1 auch sehr gut zu Recht, d.h. wenn ich wieder ähnlich verdienen würde wie vorher, dann würden die 24h/Woche wohl ausreichen um fürs tägliche Leben nichts von den Rücklagen zuschießen zu müssen.
Wie du sagst ist eben eher das Problem einen AG zu finden, der das auch dauerhaft (siehe oben) mitmacht. Gerade habe ich etwas in Aussicht wo ich im genannten Rahmen einsteigen könnte, aber ich befürchte früher oder später muss ich dann auch wieder mehr arbeiten. Ich weiß nur, dass ich lieber eine Entsorgung riskiere wie noch einmal diese Krankheitszeit durchmachen zu müssen.

Die Optionen gab es gar nicht, habe mir angewöhnt bei größeren Themenprüngen das auch bzgl. der Sortierung zu trennen und deswegen mit 10. neu angefangen. Allerdings sind mir gerade bzgl. des Wohnens noch zwei Dinge (WG und Senioren) eingefallen, die ich im Startbeitrag gleich mal noch ergänze.
 

Heil0

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Bezüglich des Entgelts könnte ich mich damit arrangieren durch z.B. Umzug in etwas kleinere Wohnung. Ansonsten kam ich mit dem ALG1 auch sehr gut zu Recht, d.h. wenn ich wieder ähnlich verdienen würde wie vorher, dann würden die 24h/Woche wohl ausreichen um fürs tägliche Leben nichts von den Rücklagen zuschießen zu müssen.
Vielleicht reicht das Geld bei einer 3-Tage Woche jetzt für´s tägliche Leben. Man sollte aber nicht vergessen, dass sowas dann natürlich auch Einfluss auf die spätere Rente hat.
 

AL-Verwaltung

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Am Samstag bereits erledigt, aber danke für den Hinweis. Bei der hohen Bewerberzahl ist es leider nicht viel mehr als ein gratis Lottoschein ;)

Vielleicht reicht das Geld bei einer 3-Tage Woche jetzt für´s tägliche Leben. Man sollte aber nicht vergessen, dass sowas dann natürlich auch Einfluss auf die spätere Rente hat.
Das ist mir schon bewusst, aber die ist noch so weit weg aktuell und wer weiß wieviele Reformen diese bis dahin noch weiter verschlechtern (Rente mit 77 :ROFLMAO:). Ich möchte lieber die nächsten Jahre etwas vom Leben haben außer Arbeit und dann kann ich wenn die Rente ansteht immer noch abwägen ob es weiterhin Sinn macht (gesundheitlich/finanziell).
Habe auch zuvor bei der Vollzeitarbeit bereits gesagt, ich sorge aus Prinzip nicht privat vor, da ich nicht weiß ob ich sie überhaupt erlebe und wenn ja in welchem Zustand. Habe schon von einigen im Umfeld mitbekommen, die bereits kurz nach Eintritt gestorben sind (z.B. mein Opa). Wenn es so weiter gegangen wäre (Einnahmen und Nullzinspolitik), hätte ich wohl in einiger Zeit höchstens über den Kauf einer Eigentumswohnung nachgedacht.
 
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