Wie kann man dem Jobcenter und einem potenziellen Arbeitgeber am besten vermitteln, dass man nur Teilzeit arbeiten möchte? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Steckrübe

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Immer wieder frage ich mich wie man am besten dem JC und einem AG im Vorstellungsgespräch sagen kann, dass ich nur Teilzeit arbeiten möchte.

Ich bin kerngesund, in meinen 30ern und im Prinzip spricht nicht das geringste dagegen, dass ich in VZ schaffen gehen könnte. Und die erste Frage die meistens kommt ist: Warum wollen Sie nicht Vollzeit?

Aber: Ich will einfach nicht. Einfach aus dem banalen Grund, dass mir persönlich 40 Stunden die Woche zu viel sind. Um 6 aufstehen, halb 6 das Haus verlassen, vielleicht noch eine Stunde mit dem ÖPNV zur Arbeit, dort 8,5 Stunden absitzen und den Weg wieder retour. Dann wäre man gegen halb 6 oder 6 wieder daheim.

Das ist mir einfach zu lang. Ich habe da lieber mehr vom Leben. Bei meinem letzten Job hatte ich zum ersten mal eine 25 Stunden Stelle und es war einfach himmlich. Man hat noch was vom Tag, die Gedanken kreisen nicht den ganzen Tag darum wie man die restliche Zeit rumbekommt und die rund 1000 Euro netto haben mir persönlich gereicht. Ich bin recht begnügsam, muss mir nicht jeden Monat was megatolles kaufen und in meiner persönlichen Lebensagenda ist die Anhäufung von Reichtümern de facto nicht vorhanden.

Sprich: Es hat gereicht und ich war happy.

So, dass war jetzt der ehrliche Grund warum ich nicht VZ malochen will. Wie verkauft man das aber am besten?
 

Aquedukta

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Dem Arbeitgeber würde ich das wohl auch sagen, dem JC aber eher nicht.
Bei meinem Erstgespräch dort habe ich gesagt, dass sie mir auch ruhig Angebote für Teilzeit schicken soll und das wurde total missverstanden. Sie sagte dann direkt: mit uns nicht, oder Sie bekommen auch nur die Hälfte des Geldes.
In Verbis stand dann drin, ich wolle lediglich Teilzeit arbeiten und hätte "Belastungsgründe" dafür angegeben, aber gesundheitlich ja keine Einschränkungen. Das war dann der Beginn, dass man mich als beschränkt einstuft.

Tatsächlich habe ich das so überhaupt nicht gesagt, es war von mir nur als Angebote gedacht, da ich Angebote auch bekommen will, wenn diese nur Halbtagsstellen sind.

Mein Rat also: sei bloß vorsichtig, was du denen erzählst! Man stellt dich sowieso immer am schlechtesten, sowie oft falsch dar und wird versuchen dir aus allem einen Strick zu drehen. Passende Vermittlungsvorschläge kannst du ohnehin nicht erwarten, aber es hält dich ja nichts davon ab, dir eine nette Teilzeitstelle zu suchen :)
Also beim JC lieber schweigen und dir das suchen was dir gefällt!
 

Birgit63

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Wenn du mit dem Teilzeitgehalt ohne Aufstockung vom JC über die Runden kommst, kannst du das gerne tun. Solltest du aber Aufstockung benötigen, dann wird das nix. Ich sehe auch nicht ein, warum der Staat dir deine Freizeit finanzieren sollte.
 

Steckrübe

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Wenn du mit dem Teilzeitgehalt ohne Aufstockung vom JC über die Runden kommst, kannst du das gerne tun. Solltest du aber Aufstockung benötigen, dann wird das nix. Ich sehe auch nicht ein, warum der Staat dir deine Freizeit finanzieren sollte.
1. Warum unterstellst du mir irgendwas und verunglimpfst mich indirekt als Schmarotzer?

2. Was hat deine Antwort mit meiner Frage zu tun? Nichts, rein gar nichts! Hast du das nur geschrieben um ungefragt deinen Standpunkt hier mitzuteilen? Manchmal ist es besser einfach nichts zu sagen. Auf SOLCHE Antworten wie deine kann die Welt, und insbesondere dieses Forum, gut und gerne verzichten!
 

eljey

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Bewerbe dich am besten im öffentlichen Dienst, dort sind flexible Arbeitszeiten möglich. Erkundige dich bei deiner Kommune.
 

Mutter Beimer

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Wenn du mit dem Teilzeitgehalt ohne Aufstockung vom JC über die Runden kommst, kannst du das gerne tun. Solltest du aber Aufstockung benötigen, dann wird das nix. Ich sehe auch nicht ein, warum der Staat dir deine Freizeit finanzieren sollte.

Auch bei Vollzeit ist es mittlerweile so, das immer mehr aufstocken müssen.
Du Kannst Dir die dumme Bemerkung also sparen.
 

vidar

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... Ich sehe auch nicht ein, warum der Staat dir deine Freizeit finanzieren sollte.
Wo ist hier dein/das Problem, wenn jemand seinen weiteren Lebensweg so gestalten möchte, wie er/sie es für sich selbst als richtig erachtet. Selbst ein Teilzeitbeschäftigter mit ergänzender ALG-2 Leistung ist mir tausend mal lieber, als einige Null-Bock-Personen, die generell kein Interesse haben überhaupt einer bezahlten Beschäftigung nachgehen zu wollen, aber fleißig Sozialleistungen abgreifen.

Anscheinend ist dir auch bisher noch nicht bekannt gewesen, dass ein zu seinem Einkommen ergänzender H4-Empfänger – ob Voll- oder Teilzeitbeschäftigt - sich weiterhin für das JC solange zur Verfügung halten muss, bis das erzielte Einkommen aus einem Beschäftigungsverhältnis ausreichend dafür ist, um keine ergänzende Leistungen mehr beziehen zu müssen.
.
 

Karl Schmidt

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Eben. Es ist ja nicht so, daß man mit TZ Stelle plus Aufstocken reich würde. Vom Weihnachts- und Urlaubsgeld bleibt auch nicht viel über.
 

Birgit63

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Vom Reichwerden redet ja keiner. Aber wenn man gesundheitlich dazu in der Lage ist, sollte man Vollzeit arbeiten gehen, um so wenig Sozialleistungen wie möglich in Anspruch nehmen zu müssen. Dass viele das hier anders sehen ist nicht mein Problem. Ich bleibe dabei.
 

Steckrübe

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Vom Reichwerden redet ja keiner. Aber wenn man gesundheitlich dazu in der Lage ist, sollte man Vollzeit arbeiten gehen, um so wenig Sozialleistungen wie möglich in Anspruch nehmen zu müssen. Dass viele das hier anders sehen ist nicht mein Problem. Ich bleibe dabei.
Wenn ich das lese platzt mir die Hutschnur! Warum denkst du, dass wenn man TZ arbeiten geht man automatisch Sozialleistungen bezieht? Ich kann zwar nur für mich reden und auch nur für meine Region: TZ mit 25 Stunden haben mir gereicht um ein einfaches aber zufriedenes Leben zu führen ohne eine einzige müde Mark an Sozialleistungen zu beziehen. Ich bleibe dabei: Ich habe einfach keinen BOCK mir 8 Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche den Buckel krumm zu schuften. Ich würde arbeiten um zu leben und nicht Leben um zu arbeiten. Kann natürlich jeder anders sehen aber ich für meinen Teil sehe Arbeit nicht als meinen Lebensmittelpunkt sondern als notwendiges Übel.

Ganz davon ab: Der Begriff "Vollzeit" hat in den letzten 100 Jahren doch eine erhebliche Änderung durchgemacht...
 
Zuletzt bearbeitet:

Seepferdchen 2010

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Ach liebe Steckrübe nun mal langsam, du mußt dich nicht rechtfertigen und @Birgit63
kann ja ihre Meinung haben aber diese mußt du nicht dir zu eigen machen, du hast deine
Erfahrung und @Birgit63 sollte respektieren das jeder seine persönliche Einstellung zur
persönlichen Lebensführung hat, damit meine ich wie du ja auch richtig schreibst, dir reicht
dein Einkommen für dein Haushaltsbudget auch ohne ALG II Aufstockung.

Gruß Seepferdchen
 

Karl Schmidt

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Vom Reichwerden redet ja keiner. Aber wenn man gesundheitlich dazu in der Lage ist, sollte man Vollzeit arbeiten gehen, um so wenig Sozialleistungen wie möglich in Anspruch nehmen zu müssen. Dass viele das hier anders sehen ist nicht mein Problem. Ich bleibe dabei.
Schon, aber vor Alg 2 gab es kein Aufstocken. Da hätte z.B. ich nie eine TZ Stelle angenommen. Deswegen ist die Möglichkeit, besser TZ zu arbeiten als gar nicht, schon ganz ok. Und wenn es sogar ohne geht, ist das noch besser.
 

Salzwasser

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Je nach Job offen ansprechen, dass du an Teilzeit interessierst bist. Gleichzeitig aber auf jeden Fall anbieten, dass du gerne z.B. die ersten 3 Monate Vollzeit arbeitest um eine effektive Einarbeitung zu gewährleisten.
Frage was es für Modelle bei dem Arbeitgeber gibt. Also den AG nicht direkt mit starren Vorstellungen verschrecken, sondern erstmal hören was in der Firma so üblich ist.
Bei einer freien Zeiteinteilung und Home-Office wäre vielleicht auch 75% eine Option - z.B. Vormittags 4h im Büro und dann Abends zu Hause nochmal 2h.
 

atasteofbunny

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Der "Pferdefuß" ist meines Erachtens, dass du als Teilzeitmitarbeiter zu den Zeiten arbeiten musst, in denen viel los ist. Oder aber, gemessen an den bezahlten Stunden, viele Aufgaben hast. Ich selber fand Vollzeitarbeit immer "gemütlicher", da konnte ich auch außerhalb meiner Pause mal mit einer Kollegin schnacken oder in Ruhe einen Kaffee trinken. Als Teilzeitmitarbeiter hatte und habe ich immer Action. Muss allerdings dazu sagen, dass ich meine letzte Vollzeitstelle vor 7 Jahren hatte. Eventuell haben sich auch die Zeiten geändert.
 

Kerstin_K

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Das kommt sicher auch auf die Art der Arbeit an und auf die Verteilung der Arbeitszeit. Bei uns arbeiten viele Teilzeitler nur 3 oder 4 Tage in der Woche.
 

Silvia123

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Ich verstehe es bestens wenn man "nur" TZ arbeiten will.

Viele Jahre habe ich mich VZ durchgekämpft. Überstunden waren selbstverständlich, auch Wochenenden. Wenn man schlapp machte wars das. Ausserdem ist das Leben und "mithalten" sehr teuer.

Mit Kind habe ich mich dann für TZ entschieden um länger durchhalten zu können und es über 10 Jahre geschafft. Es kommt immer auf das Unternehmen, den Chef und die Kollegen an. Ich habe viel mehr wie die 4 Std. dort verbracht. Aber VZ hätte ich nie so lange ausgehalten. Außerdem muss man bedenken dass das Nettogehalt immer niedriger wird je mehr man verdient.

Also: Auf TZ bewerben wenn man das will! Soweit ich es in Erinnerung habe muss man aber nach einer gewissen Zeit VZ vermittelbar sein, da kann man aber auch sagen dass man eine TZ anstrebt und die bedarfsdeckend wäre.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68830

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Um 6 aufstehen, halb 6 das Haus verlassen,
Wann klingelt da der Wecker? :love:

Also ich habe mittlerweile einige Leute in meinem Bekanntenkreis die ihre Arbeitszeit auf 20 bis 30 Stunden pro Woche reduziert haben.

Dafür muss man sich vor niemandem rechtfertigen. Wenn du damit glücklich bist und dir die Kohle reicht sei froh und mach weiter so!!! Ich wüßte auch nicht, warum da irgendein „Rechtfertigungszwang“ aufkommen sollte.
 

grün_fink

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Das Einzige, was mich davon abhalten würde (wäre ich noch gesund), wäre der Gedanke an eine Rente, die ohne Aufstockung nicht reicht.
Ich selber hatte schon als Jugendliche sehr lange Schultage und Schulwege, bin für Ausbildung, Studium, Vollzeit-Arbeit und Umschulung lange Zeit fern- und auch tagesgependelt, mindestens die Hälfte der Zeit beides parallel. Das soll sich niemand lange so dolle antun müssen.
Zu der Zeit, als ich nicht fernpendelte für die Arbeit, die auch noch um die Ecke lag, da war ich dann trotz 30-Stunden-Woche (die damals Vollzeitarbeit war), schon fast gelangweilt, aber schon in der Stressfalle gefangen.

Für wen das Geld reicht... wobei es ratsam ist, auch an die Rentenhöhe zu denken....
War bei meinem Verdienst nicht so sehr üppig.

Ihr seid noch jung. Manche sparen sich erstmal etwas an, für die Zeit wenn Kinder kommen und klein sind...
 

Sodele

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Bei meinem Erstgespräch dort habe ich gesagt, dass sie mir auch ruhig Angebote für Teilzeit schicken soll und das wurde total missverstanden. Sie sagte dann direkt: mit uns nicht, oder Sie bekommen auch nur die Hälfte des Geldes.
Du kennst aber schon den Unterschied zwischen Arbeitslosengeld von der Agentur für Arbeit (SGBIII) und "Arbeitslosen"geld II vom Jobcenter (SGBII)? Die Verfügbarkeit (VZ bzw. TZ) haben absolut nichts mit dem Leistungssatz zu tun, sondern lediglich die Bedürftigkeit. Sollte Dir dies also (unglaublicherweise) im JC gesagt worden sein, entbehrt dies jeglicher Grundlage!
 

gila

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wenn dir die Kohle reicht... Alles gut, wenn du keine Zukunftsängste Stichwort Rente hast, auch gut... reicht die Kohle nicht, wird dir das Jobcenter so oder so noch ewig in den Hacken kleben, ob gesund oder nicht, so die bittersten Erfahrungen meiner Schwester vor ein paar Jahren die trotz Halbtagsstelle und Erkrankung mit irgendwelchen Jobangeboten, notfalls auch noch am abend putzen gehen, vom Jobcenter schikaniert wurde, solange bis ihre Erkrankungen so ausgeufert ist, dass sie gar nicht mehr arbeiten gehen konnte.

Auf jeden Fall würde ich versuchen aus der Aufstocker Mühle herauszukommen, um wirklich Freude an diesem Lebensentwurf zu haben
 

Aquedukta

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Du kennst aber schon den Unterschied zwischen Arbeitslosengeld von der Agentur für Arbeit (SGBIII) und "Arbeitslosen"geld II vom Jobcenter (SGBII)? Die Verfügbarkeit (VZ bzw. TZ) haben absolut nichts mit dem Leistungssatz zu tun, sondern lediglich die Bedürftigkeit. Sollte Dir dies also (unglaublicherweise) im JC gesagt worden sein, entbehrt dies jeglicher Grundlage!
Ja, ich kenne den Unterschied!
Das war nur ein Beispiel was die einem dann für einen Quatsch erzählen. Hab doch nirgends gesagt, dass ich das glaube!
 

Steckrübe

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Wie gesagt: Mit dem Verdienst aus der 25 Stundenwoche kam ich klar. Ich hätte zwar noch Anspruch auf aufstockende Leistungen gehabt, habe aber darauf verzichtet. Mir war es das nicht wert mich mit dem JC herumzuschlagen.

Kann mich ja keiner zwingen dort um Almosen zu betteln.

Ganz einfache Rechnung:

Verdienst: 980
Miete: 500
Strom: 60
Gas: 60
Internet: 30

Blieben am Ende 330 zum Leben. Ich für meinen Teil kam damit klar.
 
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