Wie kann ich die Gesetzliche Krankenversicherung dazu bewegen, Kosten für ein freiverkäufliches Medikament zu übernehmen?

Birt1959

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'Nabend allerseits,

ich habe folgendes Problem: ich wurde nach langem Klinikaufenthalt entlassen. Nun hat die dort behandelnde Ärztin ein freiverkäufliches Präparat für eine chronische Erkrankung eindosiert, weil ich das verschreibungspflichtige samt seiner Generika überhaupt nicht vertrage und es deswegen abgesetzt wurde.

Dieses freiverkäufliche pflanzliche Präparat ist relativ neu auf dem Markt. Also gibt es noch keine Generika. Blöderweise kommt das Medikament in der nötigen Dosierung recht teuer, so dass ich es mir auf Dauer nicht leisten kann.

Gibt es eine Möglichkeit, dass die Gesetzliche diese Kosten übernehmen muss. Die chronische Erkrankung habe ich mit diesem pflanzlichem Präparat recht gut in Griff. Deswegen will ich nicht darauf verzichten.

Ein Anruf bei der Krankenkasse war leider wenig erfolgreich, da der Sachbearbeiter der Hotline sich mit dem Thema scheinbar nicht auskannte.

Danke für eure Hilfe.
Birt
 

Zeitkind

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Ein Anruf bei der Krankenkasse war leider wenig erfolgreich ...
Kann ich mir vorstellen, denn die sind auf Sparen getrimmt. Du solltest den behandelnden Arzt mit in´s Boot holen
und die Kostenübernahme mit entsprechender Begründung und Nachweisen schriftlich beantragen.
Wird das zum Desaster, könnte auch die Öffentlichkeit (Defacto o.ä.) hinzugezogen werden.
 

faalk

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Einige KK übernehmen für solche "Alternative Arzneimittel" Beträge von 0,00 Euro bis 500,00 Euro. Kommt auf die KK an. Eine kleine Übersicht gibt es hier.

Klick mich

Die Öffentlichkeit wird sich da wohl (leider) wenig für interessieren. Bei Alternativen Medikamenten gibt es halt noch nicht soviele bzw. garkeine Wissenschaftliche Nachweise der Wirkung.
 

Mona Lisa

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Bei Alternativen Medikamenten gibt es halt noch nicht soviele bzw. garkeine Wissenschaftliche Nachweise der Wirkung.
Ja, und dennoch werden homöopathische Mittel oft übernommen, während ich auf den Kosten meines nachweislich wirksamen Antihistaminikums als Nasenspray sitzengeblieben bin.

Und die Differenz des Originals und des Nachahmerproduktes meiner Phasenprophylaxe soll ich auch übernehmen, obwohl das Nachahmerprodukt nicht mehr lieferbar ist.

LG

Mona Lisa
 

IronFist

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ich habe folgendes Problem: ich wurde nach langem Klinikaufenthalt entlassen. Nun hat die dort behandelnde Ärztin ein freiverkäufliches Präparat für eine chronische Erkrankung eindosiert, weil ich das verschreibungspflichtige samt seiner Generika überhaupt nicht vertrage und es deswegen abgesetzt wurde.
google mal mit dem namen deiner Krankenkasse „übernahme otc“. Sollte da nichts kommen, halt nur „übernahme otc“ googeln.

also z.B. „barmer übernahme otc“

Da bekommst du einige Hinweise, unter welchen Voraussetzungen nicht verschreibungspflichtige Medikamente übernommen werden können.
 

Wolllaus

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Schreib der Krankenkasse, das kommt dann in die richtige Abteilung und der Arzt sollte genau beschreiben, warum nur dieses Medikament und kein anderes, dann bestehen Chancen, dass sie es erstatten. Eventuell schickt die die Krankenkasse noch einen Antrag zum ausfüllen. Der MDK prüft es, deswegen ist es wichtig, genau zu beschreiben, warum nur dieses Medikament in frage kommt und dass kein anderer Ersatz möglich ist. Manche Krankenkassen übernehmen dann alles, einige nur teilweise und andere nichts. Kommt wie gesagt auch darauf an, was der MDK dazu sagt.
 

Ottokar

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Wünsche Birt viel Erfolg. Bin leider vor gut zwei Jahren auch auf den Kosten des in meinem Fall einzig potentiell wirksamen Medikaments sitzen geblieben.
(Arzt hatte mich teilweise mit Mustern versorgen können. ) .
 

Burke

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Wenn es der Arzt verschreibt, auf einem normalen Rezept, dann zahlt es auch die Kasse.

Ich bekomme (nun seit 3 Jahren) 3 Mal monatlich auch ein frei Verkäufliches Medikament verschrieben, weil es der Arzt für wichtig erachtet. 5€ Rezeptgebühr anstatt 25€ Medikamentengebühr - Und diese 5 Euro bekomme ich natürlich Ende des Jahres wieder, da chronisch Krank.
 

IronFist

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Wenn es der Arzt verschreibt, auf einem normalen Rezept, dann zahlt es auch die Kasse.
.
Bis zu dem Tag, an dem die KK den Arzt anschreibt und sich von IHM das Geld zurück holt. Das kann aber manchmal ein bisserl dauern.
 

Burke

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Das geht nun schon 3 Jahre so. Und die KK rechnet auch jedes Jahr die Quitungen für Rezeptgebühr mit mir ab.
Glaube nicht da es da irgendwann Probleme gibt.
 

Birt1959

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Kann ich mir vorstellen, denn die sind auf Sparen getrimmt. Du solltest den behandelnden Arzt mit in´s Boot holen
und die Kostenübernahme mit entsprechender Begründung und Nachweisen schriftlich beantragen.
Wird das zum Desaster, könnte auch die Öffentlichkeit (Defacto o.ä.) hinzugezogen werden.
Danke für den Tipp. So etwas hatte ich mir schon gedacht und nun die Ärztin darauf angesprochen. Sie meinte, sie verfasse einen entsprechenden Brief, da die Kasse sich eh bei ihr "aufmantelt". Die Kasse meint, die Ärztin solle das für die Erkrankung speziell entwickelte Medikament wieder eindosieren.

Wie haben uns nur angeguckt und fast gleichzeitig gesagt: diese Blödiane... :icon_rolleyes:

Die Dame vom Sozialdienst der Klinik weiß bereits Bescheid. Sie meinte, ich solle einfach die Übernahme schriftlich zusammen mit dem Brief beantragen, ohne die KK noch groß zu fragen. Den passenden SGB-Paragrafen sucht sie mir noch raus.

Einige KK übernehmen für solche "Alternative Arzneimittel" Beträge von 0,00 Euro bis 500,00 Euro. Kommt auf die KK an. Eine kleine Übersicht gibt es hier.

Klick mich

Die Öffentlichkeit wird sich da wohl (leider) wenig für interessieren. Bei Alternativen Medikamenten gibt es halt noch nicht soviele bzw. garkeine Wissenschaftliche Nachweise der Wirkung.
Danke, leider ist meine nicht dabei. :icon_cry:

google mal mit dem namen deiner Krankenkasse „übernahme otc“. Sollte da nichts kommen, halt nur „übernahme otc“ googeln.

also z.B. „barmer übernahme otc“

Da bekommst du einige Hinweise, unter welchen Voraussetzungen nicht verschreibungspflichtige Medikamente übernommen werden können.
Vielen Dank für den Formulierungstipp. Wenn der mir nicht einfällt, kann ich mich natürlich zu Tode suchen. :icon_frown:

Schreib der Krankenkasse, das kommt dann in die richtige Abteilung und der Arzt sollte genau beschreiben, warum nur dieses Medikament und kein anderes, dann bestehen Chancen, dass sie es erstatten. Eventuell schickt die die Krankenkasse noch einen Antrag zum ausfüllen. Der MDK prüft es, deswegen ist es wichtig, genau zu beschreiben, warum nur dieses Medikament in frage kommt und dass kein anderer Ersatz möglich ist. Manche Krankenkassen übernehmen dann alles, einige nur teilweise und andere nichts. Kommt wie gesagt auch darauf an, was der MDK dazu sagt.
Genau das werde ich auch machen. Die Klinik versuchte zunächst ein anderes Medikament, das sich mit den restlichen Pillen "verträgt". Leider hätte ich von dem gefühlt eine Tonne schlucken können und trotzdem keine Veränderung bemerkt.

Wenn es der Arzt verschreibt, auf einem normalen Rezept, dann zahlt es auch die Kasse.
...
Bis zu dem Tag, an dem die KK den Arzt anschreibt und sich von IHM das Geld zurück holt. Das kann aber manchmal ein bisserl dauern.
Liebe*r @Burke, ich fürchte IronFists Bemerkung wird irgendwann wahr. Mein Hausarzt erzählte mir letztes Jahr genau, dass sich eine Kasse von ihm das Geld für so ein verschriebenes Medikament zurückholte. Ich hatte ihn gebeten, mir mein Nasenspray gegen Heuschnupfen zu verschreiben. Ich hatte nicht mitbekommen, dass dies von der Liste der verschreibungspflichtigen Medikamente genommen wurde.

Also muss sich Dein Arzt was einfallen lassen, wenn er Dir weiterhin dies Medikament verschreibt. Was anderes ist es natürlich, wenn ein anderer Facharzt in seinem Befundbericht dies Medikament für dich vorschlug. Dann kann der Hausarzt sich dumm stellen und den Ball zum Facharzt kicken. Aber irgendein Arzt wird das Geld der Kasse erstatten müssen.
 

IronFist

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Also muss sich Dein Arzt was einfallen lassen, wenn er Dir weiterhin dies Medikament verschreibt. Was anderes ist es natürlich, wenn ein anderer Facharzt in seinem Befundbericht dies Medikament für dich vorschlug. Dann kann der Hausarzt sich dumm stellen und den Ball zum Facharzt kicken. Aber irgendein Arzt wird das Geld der Kasse erstatten müssen.
Nee, auch wenn ein anderer Arzt das Medikament empfohlen hat, ist jeder Arzt immer noch selbst für das verantwortlich, was er verschreibt.

Dir viel Glück, daß dir das Medikament von der Kasse bezahlt wird oder sich etwas anderes findet, daß dir hilft.
 

Birt1959

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Nee, auch wenn ein anderer Arzt das Medikament empfohlen hat, ist jeder Arzt immer noch selbst für das verantwortlich, was er verschreibt.

Dir viel Glück, daß dir das Medikament von der Kasse bezahlt wird oder sich etwas anderes findet, daß dir hilft.
Vielen Dank für deine Wünsche und vermutlich hast Du Recht.
 

Burke

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Habe da mal nachgeforscht.
Es gibt eine Liste für nicht verschreibungspflichtige Medikamente welche jedoch bei Diagnosestellung auf Rezept (rot) ohne Probleme von den Kassen übernommen werden.

Der genau Wortlaut lautet:
Die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Medikamente übernehmen wir in folgenden Fällen: Wenn das Arzneimittel bei der Behandlung einer schwerwiegender Erkrankung als Therapiestandard gilt und in der Ausnahmeliste der Arzneimittel-Richtlinien aufgeführt ist.


Die Liste als PDF
Zugelassene Ausnahmen zum gesetzlichen Verordnungsausschluss nach § 34 Abs.1 Satz 2 SGB V (OTC-Übersicht)
 

Birgit63

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Frei verkäufliche Medikamente werden i. d. R. nicht von der KK bezahlt. Du kannst es gerne versuchen, mit deinem Arzt durchzudrücken. Ich sehe aber wenig bis gar keine Chancen. Ich leide seit meiner Geburt an Heuschnupfen, der sich in den letzten 10 Jahren zu einem Asthma entwickelt hat. Die Tabletten für den Heuschnupfen (es wirken nur diese Tabletten, frei verkäufliche bringen bei mir gar nichts) bekomme ich auf einem Privatrezept (da rezeptflichtig) verschrieben und muss sie auch selbst bezahlen. Aus Versehen hat die Sprechstundenhilfe mal ein Kassenrezept benutzt. Bei der nächsten Bestellung wurde mir dann gesagt, dass das ein Versehen war und die KK tüchtig den Arzt angemeckert hat. Allergiemedikamente sind aus eigener Tasche zu zahlen
 

Muzel

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Meine zuständige Apothekerin kannte die OTC Problematik auch nicht. Aber du kannst sie deinem Arzt verklickern.
 

Birt1959

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Das ist eine Liste von verordnungsfähigen aber nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten für bestimmte chronische Erkrankungen, die Kasse bezahlen muss. (OTC-Liste)
Danke Muzel für die Liste. Blöderweise findet sich meine Erkrankung da nicht.

@Birgit63
muzel hat hier die otc-liste verlinkt. Wenn Du auf die da angegebene Seite guckst, wirst Du sehen, dass dort eine Neuregelung bezüglich einer allergischen Rhinitis steht. Vielleicht gehört Heuschnupfen dazu..

@Zermürbt38
Ob ein freiverkäufliches apothekenpflichtiges Rezept ein Drama darstellt, hängt vielleicht auch von der Häufigkeit der Einnahme und dem Produkt ab. 250mg Magnesium kriege ich auch beim Drogeriediscounter, andere Produkte muss ich in der Apotheke kaufen und dementsprechend blechen.

Wenn für dich das Kaufen kein Desaster darstellt ist das schön für dich.

Dennoch finde ich es alles andere als eine sozialverantwortliche Politik, wenn Menschen denen die 30-40 Euros im Monat nichts ausmachen denen, die solch eine finanzielle Belastung kaum stemmen können, diese zumuten. Bei den Gehältern unserer Abgeordneten sind 40 Euros "Peanuts", um einen ehemaligen Granden der Deutschen Bank zu zitieren. Für manch andere ist es aber die Entscheidung von bin ich gesund oder krank.

Meiner Meinung nach greift der Gesetzgeber nämlich so in das verfassungsrechtlich verbriefte Recht auf körperliche Unversehrtheit ein
. Warum wundert es mich wohl nicht, dass da mal wieder nur diejenigen betroffen sind, denen es ökonomisch nicht besunders gut geht?

DAS ist das Desaster. Von daher ist Zeitkinds Meinung auch für mich mehr als vertretbar. Denn Quer, defacto und andere Magazine können nämlich dann genau auf dieses Problem hinweisen und vielleicht so auf die Politik einwirken. Die andere Methode bestünde darin, dass alle Betroffenen ihre MdBs bis zum Umkippen nerven und die Herrschaften zum Handeln bewegten. Bloß so eine Solidarität sehe ich in der Gesellschaft nicht. Leider
 
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Zermürbt38

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Kann ich mir vorstellen, denn die sind auf Sparen getrimmt. Du solltest den behandelnden Arzt mit in´s Boot holen
und die Kostenübernahme mit entsprechender Begründung und Nachweisen schriftlich beantragen.
Wird das zum Desaster, könnte auch die Öffentlichkeit (Defacto o.ä.) hinzugezogen werden.
Ich muss für meine Endometriose meine Pille auch selber bezahlen. Meinst du es würde auch bei mir helfen so vorzugehen?
 

Muzel

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Zermürbt, hast du mal bei deiner Kasse angeklingelt?
Mein Augenarzt hat mir z. B. einen Riesenbären aufgebunden. Glaukomprävention wird durchaus von der Kasse übernommen; wenn eine familiäre Disposition besteht und er über die Kasse abrechnet. Der Arzt hat mir erklärt, dass auch bei familiärer Disposition der Patient die Kosten zu tragen hätte. Diese Leistung wäre aus dem Leistungskatalog gestrichen worden.
 
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