Wie kann ich die Ausfertigung meines Arbeitszeugnisses nach einem gerichtlichen Vergleich durchsetzen?

HansimGluck1

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Meine letzte Firma hat mir kein Arbeitszeugnis ausgestellt. Es gab bereits ein Gerichtsverfahren mit Vergleich. Darin erklärte sich der AG bereit ein Zeugnis auszustellen. Das war Ende November. Ich habe aber bis heute kein Zeugnis bekommen. Ich habe inzwischen schon eine vollstreckbare Ausfertigung des Vergleichs beantragt und diese per Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Wie geht es jetzt weiter? Ich habe den AG mehrfach per E-Mail erinnert, aber nicht schriftlich. Ich habe bereits erfahren, daß ich nun einen Antrag nach § 888 ZPO stellen muß. Muß ich den AG vorher schriftlich anmahnen? Oder reicht die Zustellung des Vergleichs?
 

Curt The Cat

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Moinsen HansimGluck1 ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Arbeitszeugnis einklagen, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als drei bis fünf Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Stauer

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Ich habe den AG mehrfach per E-Mail erinnert, aber nicht schriftlich. Ich habe bereits erfahren, daß ich nun einen Antrag nach § 888 ZPO stellen muß. Muß ich den AG vorher schriftlich anmahnen? Oder reicht die Zustellung des Vergleichs?
Hallo,
der AG muß vorher schriftlich aufgefordert werden, mit Fristsetzung und nochmaliger Erinnerung an seine Pflicht Dir ein Zeugnis auszustellen. Er hatte sich selbst bereit erklärt und schon allein deswegen ist er dazu verpflichtet. Ich würde ankündigen, dass Du Dir rechtlichen Beistand nimmst, falls Du innerhalb der von Dir gegebenen Frist kein Zeugnis bekommst. Gab es dort einen Betriebsrat?
 

HansimGluck1

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Wollte hier bloß noch Bescheid geben, daß sich das inzwischen erledigt hat. Das Zeugnis ist gekommen. Ist zwar sehr schlecht. Aber da kann man ja wohl nichts machen.
 

Seepferdchen 2010

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Aber da kann man ja wohl nichts machen.
Doch du kannst den AG schriftlich und belegbar um eine Überarbeitung vom Zeugnis bitten.

Sind Tatschen falsch dargelegt?

Deine Leistungen unvollständig beschrieben bzw. bewertet?

Oder formelle Vorschrift nicht beachtet worden?

Reagiert dein AG nicht, dann kannst du zum Rechtsanwalt gehen, darum wichtig das du deinen
Wunsch nach Überarbeitung belegbar versendest, Einschreiben/Rückschein.

Auch kannst du noch selbst einen Überarbeitungsvorschlag schreiben und der Aufforderung beifügen.
 

apfelkuchen

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Einen Rechtsanspruch hast du allerdings nur auf ein durchschnittliches Zeugnis, was einer Schulnote 3 entspricht. Normalerweise lässt man sich so einen Anspruch in den Vergleich mit rein schreiben, wenn man eine bessere Note haben möchte.
 

Rainaldo

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Wenn ich hier auch mal meinen Senf dazugeben darf...

Kann Apfelkuchen und Seepferdchen nur zustimmen.
Ich war lange Zeit als Betriebsrat tätig und deshalb oft mit dieser Materie beschäftigt. Dir steht ein "wohlwollendes" Arbeitszeugnis zu, was, wie schon erwähnt, mindestens einer mittleren Schulnote zu entsprechen hat. Was ich in meiner ehemaligen Firma oft durchsetzen konnte war, dass sich der Zeugnisempfänger das Zeugnis (oder einen Entwurf) selbst geschrieben hat und dieses dann vom Betriebsrat abgenommen und dem Personalchef lediglich zur Unterzeichnung vorgelegt wurde.
Das liest sich jetzt wahrscheinlich etwas befremdlich, aber das ist durchaus gängige Praxis, wenn der aus dem Unternehmen ausgeschiedene Arbeitnehmer nicht ganz einvernehmlich gegangen ist. Diese Vorgehensweise erspart dem AG Personalkosten und Aufwand und es ist ihm letztlich auch -meist- egal, was auf dem Zeugnis steht.

Ich hoffe, dass ich ein wenig weiterhelfen konnte.
 
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Lanthan

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@Rainaldo
So befremdlich finde ich das nicht. Ich habe alle meine Arbeitszeugnisse (praktisch) selbst verfaßt. Weniger aus einem Konflikt heraus als aus Faulheit der jeweiligen Personalabteilung.
 

Rainaldo

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@Lanthan
Mit befremdlich meinte ich, dass das jeweilige Arbeitszeugnis nicht mal mehr von der Personalabteilung gegengelesen wurde.
Trotzdem ist es sicher nicht gängige Praxis, dass Arbeitnehmer sich in größeren Betrieben ihre Zeugnisse selbst ausstellen.😃

Um nochmal auf den TE einzugehen: lass nicht locker, Du hast einen arbeitsrechtlichen Anspruch auf ein wohlwollendes Zeugnis. Nur Mut!
 
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