Wie Job "kündigen" ohne Sanktionen? (2 Betrachter)

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LeilaVomMeer

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Hi :)

Ich muss meinen aktuellen 450 Euro Job aus gesundheitlichen Gründen beenden.

Meine ALG II Sachbearbeiterin, die für mich zurzeit ein Alptraum ist, sagte mir heute, dass wenn ich kündige, werde ich die entsprechenden "Sanktionen" auferlegt bekommen.

Mein Arzt unterstützt mich und ist bereit mich solange krank zu schreiben, bis der Arbeitgeber mich offiziell kündigt.

Der Arbeitgeber hat Verständnis für die Situation und wäre auch bereit den Arbeitsvertrag in gegenseitigem Einverständnis aufzuheben.

Meine Frage: Wie muss ich da jetzt vorgehen, damit ich nicht sanktioniert werde?

Da es das erste mal ist, dass ich in ALG II einen Job auf diese Weise beenden muss, kenne ich mich leider nicht genau aus.

Vielen Dank für jegliche Tipps!!

LG

Leila Vom Meer
 

hans wurst

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Meine Frage: Wie muss ich da jetzt vorgehen, damit ich nicht sanktioniert werde?
Wenn dich deine SB sanktionieren will, dann wird sie dich sanktionieren, egal wie du das jetzt machst.
Eine Kündigung aus gesundheitlichen Gründen, darf jedoch nicht sanktioniert werden, lass dir hierzu ein eindeutiges Attest vom Arzt ausstellen.

§ 10 Zumutbarkeit SGB2

(1) Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass
1. sie zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist,
Körperlich ist gleichzusetzen mit gesundheitlich.
 

Myri

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Wenn Sie kündigen oder einem Aufhebungsvertrag zustimmen ohne einen wichtigen Grund nachzuweisen werden Sie sanktioniert.

Warten Sie bis der Arbeitgeber kündigt oder weisen Sie nach, dass Ihnen die Fortführung der Tätigkeit nicht zugemutet werden kann. Berücksichtigen Sie, dass ein Amtsarzt zu anderen Ergebnissen kommen könnte als Ihr Arzt.

bye Myri
 
S

silka

Gast
Ich muss meinen aktuellen 450 Euro Job aus gesundheitlichen Gründen beenden.

Meine ALG II Sachbearbeiterin, die für mich zurzeit ein Alptraum ist, sagte mir heute, dass wenn ich kündige, werde ich die entsprechenden "Sanktionen" auferlegt bekommen.

Mein Arzt unterstützt mich und ist bereit mich solange krank zu schreiben, bis der Arbeitgeber mich offiziell kündigt.

Der Arbeitgeber hat Verständnis für die Situation und wäre auch bereit den Arbeitsvertrag in gegenseitigem Einverständnis aufzuheben.

Meine Frage: Wie muss ich da jetzt vorgehen, damit ich nicht sanktioniert werde?

Da es das erste mal ist, dass ich in ALG II einen Job auf diese Weise beenden muss, kenne ich mich leider nicht genau aus.
Das hättest du das versierte und seriöse Beratungscenter doch auch gleich fragen können.
https://www.elo-forum.org/existenzgruendung-selbststaendigkeit/141220-zitat-kleinunternehmer-aufstocken-jobcenter-dorn-auge.html
Wahrscheinlich hätten die gesagt, bloss keinen Aufhebungsvertrag. Lass dir kündigen oder mach ein wasserdichtes ärztliches Attest fest.
Deine Selbständigkeit musst du aber hoffentlich nicht auch wegen deiner Gesundheit aufgeben, oder?
Denn das wäre wirklich ein Drama. In vielerelei Hinsicht.
 

LeilaVomMeer

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Äh, ich dachte, das Jobcenter und ich wären uns einig, dass ich da kündige...
Hatte meine Beraterin so gesagt...
Hatte sie heute noch mal schriftlich gefragt, damit ich bloß nix falsches tue und da sagt sie plötzlich "Äh, das muss die Sachbearbeiterin entscheiden" und die sagte dann sofort "Sanktion!"

Deswegen hatte ich am Freitag im Beratungscenter nicht gefragt...
 

LeilaVomMeer

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Darf der Arbeitgeber mir denn kündigen wenn ich krankgeschrieben bin?
 
E

ExitUser

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Warum solltest Du denn eine Sanktion bekommen, wenn der Arbeitgeber Dir kündigt?

Es sei denn, daß Du die Kündigung selbst verschuldet hast.
 

LeilaVomMeer

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Ich hatte letzte Woche mit der Jobcenter-Beraterin (heißen die mittlerweile Jobcoach??) vereinbart, dass *ich* aus gesundheitlichen Gründen kündige.
 

LeilaVomMeer

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Äh, ich dachte, das Jobcenter und ich wären uns einig, dass ich da kündige...
Hatte meine Beraterin so gesagt...
Hatte sie heute noch mal schriftlich gefragt, damit ich bloß nix falsches tue und da sagt sie plötzlich "Äh, das muss die Sachbearbeiterin entscheiden" und die sagte dann sofort "Sanktion!"
Nee - eben nicht schriftlich... Letzte Woche mündlich vereinbart und heute um die schriftliche Bestätigung gebeten und nun eben "Sanktion"...
 
E

ExitUser

Gast
Wenn Dein Arzt Dich so lange krankschreiben würde, bis Dein AG Dir kündigt, wär er doch sicherlich auch bereit, Dir ein Attest zu schreiben?

Normalerweise - Ausnahmen gibt es immer - gibt es dann keine Sanktion, wenn der Arzt dringend zur Kündigung rät, schreibt, dass man wegen gesundheitlicher Einschränkungen die Arbeit nicht mehr ausführen kann und die Gesundheit bei Fortführung der Tätigkeit sich noch weiter verschlechtern würde bis man dann am Ende vielleicht sogar komplett erwerbsunfähig ist.
 

LeilaVomMeer

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Ja, das wäre eigentlich die beste Lösung. Stimmt.

Ich bin morgen früh beim Arzt und werde ihn fragen.
 

Holler2008

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1. Mein Arzt unterstützt mich und ist bereit mich solange krank zu schreiben, bis der Arbeitgeber mich offiziell kündigt.

2. Der Arbeitgeber hat Verständnis für die Situation und wäre auch bereit den Arbeitsvertrag in gegenseitigem Einverständnis aufzuheben.
1. Und warum macht ihr das dann nicht so?

2. Gegenseitiges Einverständnis ist auch nicht besser, als wenn du einfach so selbst kündigst.
Wenn der Verständnis hat, warum kündigt er denn nicht?


Oder: Warum nicht ehrlich?
Du schreibst hier, du musst aus gesundheitlichen Gründen kündigen.

Die anderen hier schreiben, mit Attest wäre das kein Problem.

Dann sollte das Attest doch auf ehrlichem Weg zu bekommen sein.
 

LeilaVomMeer

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Hi Holler,

danke für die Info bezgl. der Probezeit.

Ja, ich war heute morgen beim Arzt und das geht okay mit Attest und AU.

Ich mag meinen Arbeitgeber sehr gerne und die Situation ist mir super unangenehm.

Ich wollte mich hier erkundigen, welche *Optionen* ich überhaupt habe, damit ich nicht vom Regen in die Traufe komme.

Ich habe die AU nun ans Jobcenter geschickt und muss in den kommenden Tagen mit meinem Arbeitgeber reden. (Der ist im Moment selbst krankgeschrieben, mit der Grippe.)

Danke für die schnellen Tipps.

LG

Leila Vom Meer
 
S

silka

Gast
Ja, das wäre eigentlich die beste Lösung. Stimmt.

Ich bin morgen früh beim Arzt und werde ihn fragen.
Ich habe hier gelernt:
Ein Arzt deines Vertrauens kann dir eine ganz besondere Bescheinigung/Attest geben, dass dir aus gesundheitlichen Gründen eine Weiterbeschäftigung dort&dort mit diesen Tätigkeiten nicht zuzumuten ist.
Das Formular hat die Arbeitsagentur (nicht das JC).
Da du jetzt aber schon gehandelt hast , solltest du diese förmliche Bescheinigung demnächst noch nachreichen.
Wegen AU wird jedenfalls keiner sanktioniert.

Damit (mit der ärztl. besonderen Bescheinigung) könnte einer Sanktion vorgebeugt werden oder evtl. dann gerichtlich der Wind aus den Segeln genommen werden.
Natürlich kann der AG dir kündigen, auch wenn du z.Zt. arbeitsunfähig erkrankt bist. Viele AG machen das sogar. Deiner vielleicht nicht wegen eures guten Verhältnisses...

Und die Selbständigkeit?--- meinst du nicht, danach wird gefragt?
Minijob geht nicht, aber selbständig geht? Passt denn das?
 
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Dann darauf achten, dass das Attest den Anforderungen an ein ärztliches Gutachten erfüllt! Das ist nicht nur einfach ein Attest. Es muss nämlich bestimmte Inhalte aufweisen und im ideal einen Schlüsselsatz mit einer genauen Formulierung.

Das Formular von dem Silka geschrieben hat, das rückt das Amt erst nach der Arbeitslosmeldung raus (also nach Kündigung). Man braucht es aber VOR der Kündigung, also Teufelskreislauf.

Mit dem ausgefüllten Originalformular passiert garnichts. Deshalb gibt es dieses Formular auch nicht
im download bei der Agentur für Arbeit.
SANKTIONSSICHER, besonders dann, wenn es ein Facharzt ausgefüllt hat.
Ansonsten kann man sich aufgrund von §34 SGB II in Androhung einen Beratungshilfeschein besorgen beim zuständigen Amtsgericht und sich für den Vorgang einen Anwalt nehmen. Kosten 0-15 Euro.
Anwälte brauchen aber auch Munition. Wenn Du die liefern musst, kannste es auch gleich selbst machen.
9 von 10 Anwälte können nichts oder wollen nichts können. Genauso wie 9 von 10 Ärzten, Verkäufern oder sonstwas. Deshalb mach ich alles selbst. Oder mir sind Juwelen in einem Bereich bereits bekannt.
Dann ist das natürlich ne gute Sache.

UND NOCHWAS! Ganz WICHTIG!
Mit dem JC betreibt man keinen mündlichen Kuhhandel. Damit holen die nur Infos und bereiten sich vor. Fehler ausnutzen, Fehler provozieren, das erschwert doch alles. Mund halten, nur Mitwirkungspflicht erfüllen.

Reden ohne inhaltlich überhaupt was zu sagen. That`s it!
 

Hainbuche

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Ich muss meinen aktuellen 450 Euro Job aus gesundheitlichen Gründen beenden. (...) Meine ALG II Sachbearbeiterin (...) sagte mir heute, dass wenn ich kündige, werde ich die entsprechenden "Sanktionen" auferlegt bekommen. (...) Der Arbeitgeber hat Verständnis für die Situation und wäre auch bereit den Arbeitsvertrag in gegenseitigem Einverständnis aufzuheben.

Meine Frage: Wie muss ich da jetzt vorgehen, damit ich nicht sanktioniert werde?
Wenn der AG Verständnis hat, dann sollte sich die Sache ganz einfach lösen lassen:

Der AG kündigt dir explizit betriebsbedingt und schon ist der Drops - auch im Hinblick auf mögliche Sanktionen - gelutscht.
 
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Das 1. Problem ist, das die TE die Kündigung verbal angekündigt hat.
Wenn nun eine betriebsbedingte Kündigung folgt, ist das schon sehr auffällig.
Ohne solch direkten Beweise wäre es eine Lösung gewesen wenn

das 2.Problem zu lösen ist. Eine betriebsbedingte Kündigung muss
bestimmten Anforderungen genügen. Deshalb ist ein AG nicht sofort dafür.
Das ist nicht ohne. Denn das JC kann auch wiederum anweisen dagegen
vorzugehen, wenn die Kündigung nicht rechtens erscheint.

Für eine betriebsbedingte Kündigung geht man persönlich zum AG und unter 4 Augen redet man offen. Man redet weder mit dem JC vorher über Kündigung, noch macht man irgendwas schriftlich.

Mir ist ein Fall bekannt, wo jemand das am Telefon gemacht hat. Einen einzigen direkten Satz aus den Wolken. Danach nur noch zweideutig beschrieben, das ein hinzugenommender Zeuge nicht mehr hätte eindeutig sagen können, was er meint. Der Chef aber wusste durch den Einleitungssatz was Sache ist. Diese Person hat sich immer wieder auf den Einleitungssatz berufen. Ihn aber niemals mehr wiederholt. Sowas in der Art. Die Geschichte ist so ausgegangen, das es nicht zur betrieblichen Kündigung kam.
 

Hainbuche

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Das 1. Problem ist, das die TE die Kündigung verbal angekündigt hat.
Wenn nun eine betriebsbedingte Kündigung folgt, ist das schon sehr auffällig.
Ohne solch direkten Beweise wäre es eine Lösung gewesen
Haben wir da wirklich einen Beweis? Oder vielleicht nur einen Zufall?

wenn

das 2.Problem zu lösen ist. Eine betriebsbedingte Kündigung muss
bestimmten Anforderungen genügen. Deshalb ist ein AG nicht sofort dafür.
Das ist nicht ohne. Denn das JC kann auch wiederum anweisen dagegen
vorzugehen, wenn die Kündigung nicht rechtens erscheint
Das Ganze klingt für mich nach Kleinbetrieb ohne Kündigungsschutz.

Da kann der AG, sofern er die Frist wahrt, doch sowieso nach Lust und Laune kündigen, ohne daß irgendwas dagegen getan werden kann. Der Hinweis auf betriebliche Gründe dient dann lediglich der TE mit dem Zweck der Vermeidung von Sperren oder Sanktionen.
 
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